Wollt ihr eine Geschichte hören? Dann schließt eure Augen und stellt euch vor…
… stellt euch vor, ihr befindet euch in einer der Nachtherbergen, irgendwo zwischen Aurópéa am Rand der Wüste und Virhavét am weiten Meer. Der Ort spielt keine Rolle. Alle Gasthäuser sind einander ähnlich, überall im Weltenspiel. An den Hauptstraßen etwas größer als in der Provinz, aber das ist einerlei. Das Publikum, das man antrifft, ist überall dasselbe.
Es ist bereits dunkel, Noktámas Juwel strahlt schon seit einiger Zeit vom Himmel. Kühl ist es geworden und gefährlich auf den Straßen. Keine Sorge: Hier in der Herberge seid ihr sicher. Der Gastraum ist voller Menschen, voller Gemurmel und Geschwätz, und aus der Küche duftet es vielversprechend. Eine scharf gewürzte Suppe, ein frisch gebackenes Brot, dazu ein erfrischendes Getränk – wählt, was ihr bezahlen könnt, und es wird euch vorgelegt. Später wartet ein sauberes Nachtlager auf euch, vielleicht sogar ein richtiges Bett.
Genießt die Wärme des prasselnden Kaminfeuers und schaut euch um, schaut, all diese Leute, die denselben Weg bereisen wie ihr. Seht, dort am Kopfende des Saales, die beiden Ritter, die zwei vornehme Damen begleiten. Sie bemühen sich um sittsames Geplauder, einer versucht ganz offensichtlich, die junge Dame zu beeindrucken. Oder dort, am Feuer, wo es am hellsten ist. Da sitzt ein Gelehrter, gekleidet nach der neuesten Mode von Ivaál, bunt und prächtig. Er ist ganz in sich versunken und studiert ein kluges Buch. Wohin er wohl weiterreisen wird? Vielleicht kommt er mit den Flussfahrern ihm schräg gegenüber ins Gespräch, die wohl für die Nacht in der Nähe angelegt haben und ein bisschen zu laut reden und lachen. Dort hinten, in der Ecke, sitzen zwei Händler aus Forétern und unterhalten sich über ihre Geschäfte, ihre Ware und Gewinne. Sie bemerken nicht, dass die zwielichtigen Gestalten am Nebentisch ihnen unnötig aufmerksam zuhören. Und da sind noch viel mehr Leute, wandernde Handwerker, Frauen und Männer auf Reisen, ortsansässige Bauern und Dorfbewohner, denen es nach einer geselligen Runde ist. Es ist ein freundliches, ein heimeliges Gemurmel, Geschwätz und Gelächter, unter dem Dach dieser Herberge. So viele Menschen, so viele Wege, so viele Ziele. Sie alle machen hier Rast auf ihrem Weg durch das ewige Weltenspiel.
Und ich, ich bin auch da. Ich bin eine bescheidene báchorkora, ebenfalls auf diesen Wegen, hierhin und dorthin. Ihr wisst nicht, was báchorkoray sind? Nun … wir sind die Hüter der Geschichten. Wir tragen sie von einem Ort zum Nächsten, immer das, was unterhält, belehrt, was guttut. Wir erzählen Neuigkeiten und Legenden, Wahrheit und Lügen, Wissen und Märchen. Wir bringen euch zum Lachen, zum Weinen, zum Träumen. Wir rühren an euer Herz, euren Verstand, eure Moral. Wir sind weder Gaukler noch Spielleute. Wir mögen euch so erscheinen in unseren abgetragenen Gewändern, in unserer Demut und Rastlosigkeit. Aber in Wirklichkeit sind wir mächtig und stark. Wir beherrschen das Wort. Das gefällt nicht jedem – aber heute und hier, da bin ich willkommen.
Was soll ich euch erzählen? Für geflüsterte Geschichten aus Aurópéa ist es noch zu früh. Es sind noch Kinder im Saal. Aber ich könnte euch von Begebenheiten erzählen, die man selbst unter meinesgleichen mit Staunen und Ehrfurcht erzählt, mit Schrecken und Entzücken. Es sind Geschichten von Menschen, wie ihr es seid, und von Magiern, aus jenen Zeiten, als das Weltenspiel erschüttert wurde und das Chaos allzu nahe kam. Ich werde euch berichten, was es mit ihnen auf sich hatte, mit den nachtgeweihten Schattensängern und den Lichtwächtern, mit den Jägern und Gejagten – aber wer ist wer? Ich berichte von den Regenbogenrittern, geboren aus Feuer und Farben, die das Chaos in Pataghíus Namen versiegeln. Und ich erzähle von den Menschen, von Liebe und Hass, von Freundschaft und Verrat, von Ehre, Niedertracht und Tapferkeit. Ich erzähle vom Weltenspielverderber, und wie sie alle, Menschen und Magier, zusammenwirkten und es bis heute tun.
Man hat mich bemerkt. Hört ihr, wie sie alle verstummen, nach und nach, die prahlenden Ritter, die feilschenden Händler, die schwatzenden Frauen sogar in der Küche, die plötzlich alle im Gastraum zu tun haben? Sie warten auf meine Worte. Hört mir zu und lasst euch fesseln und verzaubern von den Schattenherz-Chroniken.
Auch bachorkoray leben nicht von Luft und Sonne. Wir erzählen für eine Mahlzeit und einen Schlafplatz, oder um geringe Münzen. Wenn euch gefällt, was ihr hier hört, danke ich euch für eine kleine Gabe nach eurem Ermessen: Hutgeld für die Erzählerin (Paypal) .
Ich hoffe, meine Geschichten werden euch gut unterhalten!
Benötigt ihr eine Geschichte?
Dann legt eure Gedanken und Geschäfte eine Weile beiseite, gesellt euch zu mir und hört mir zu. Ich bin LaMaga, eure bescheidene und demütige báchorkora, und ich werde euch etwas erzählen. Lasst euch von meinen Worten in eine andere Welt entführen. Tretet näher, aber seid vorsichtig, welche Gedanken ihr mitbringt. Die Geschichten der báchorkoray sind nur aus Scherzen und Heldenmut gewebt. Nicht alles, was ich euch zu sagen habe, ist für die Ohren der Leichtherzigen bestimmt.
Hört also, wenn ihr euch getraut, nun von einer Welt, in der unsichtbare Mächte wachen und walten, einer Welt, in der die Menschen, vom törichten Narren zum klügsten Gelehrten, nur Spielfiguren sind. Akteure in einem Spiel, das sie nicht ganz verstehen. Liebe und Tod, Macht und Magie, Mut und Furcht, Weisheit und Wahnsinn – alles kann sich wenden, selbst wenn es scheint, der nächste schlaue Zug sei getan. Denn hinter allem lauert eine zerstörerische Macht – an Orten, wo niemand mit ihr rechnet.
Macht euch gefasst zu erfahren, dass kaum etwas ist, wie es scheint. Keine strahlenden Helden, kein glorreicher Sieg. Nur Menschen und Magier. Wesen, die hoffen, verzweifeln, lieben und verlieren. Und eine dunkle Zukunft.
Báchorkoray suchen nicht nach Reichtum. Wir sind da, um Geschichten am Leben zu erhalten und weiterzutragen, sodass sie nicht in Vergessenheit geraten. Wenn euch unsere Geschichten gefallen, sind wir dankbar für eine kleine Zuwendung nach eurem Ermessen. (Paymentbutton) Mögen eure eigenen Geschichten stets weiter erzählt werden!