{"id":4714,"date":"2026-04-03T19:21:52","date_gmt":"2026-04-03T17:21:52","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=4714"},"modified":"2026-04-03T19:21:52","modified_gmt":"2026-04-03T17:21:52","slug":"072-osses-heimkehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2026\/04\/03\/072-osses-heimkehr\/","title":{"rendered":"072: \u00a0Osses Heimkehr"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SL_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1992\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p>Zwei Sommer waren vergangen, seit Osse das letzte Mal in Wijdlant gewesen war. Der junge Wachmann am Tor schien neu auf seinem Posten zu sein und nicht zu wissen, wen er vor sich hatte. Er be\u00e4ugte Osse misstrauisch und trat dem Maultier in den Weg.<\/p>\n<p>\u201eIch bin <em>yarl<\/em> Osse Emberbey\u201c, sagte Osse. \u201eIch werde erwartet.\u201c<\/p>\n<p>\u201eVon wem?\u201c<\/p>\n<p>\u201eSoll das ein Scherz sein?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein, Herr. Ich frage in allem Ernst.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch geh\u00f6re hierher. Ich wohne in dieser Burg.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSeit wann, Herr?\u201c<\/p>\n<p>\u201eSeit heute. Ich kehre von einer Reise zur\u00fcck, um hier mein Amt anzutreten.\u201c<\/p>\n<p>\u201eK\u00f6nnt Ihr Euch ausweisen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eSelbstverst\u00e4ndlich.\u201c Osse schlug seinen Mantel zur\u00fcck, damit der Mann sein Wappen und seine honigfarbene Tunika besser sehen konnte. \u201eUnd meine Siegelmarke habe ich auch.\u201c<\/p>\n<p>Der W\u00e4chter kam n\u00e4her. Er mochte siebzehn Sommer alt sein und hatte unter der Krempe seines Eisenhuts ein knabenhaftes Gesicht mit Sommersprossen, k\u00fcmmerlichem Bart und klaren blauen Augen. Er war nerv\u00f6s und offenbar nicht allzu vertraut mit seinem Dienst. Das Emblem mit den drei Fischen, das mehrfach auf Osses Kleidung prangte, schien ihn jedenfalls nicht zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>\u201eHabt Ihr einen Geleitbrief?\u201c, fragte er unsicher.<\/p>\n<p>\u201eNat\u00fcrlich.\u201c Osse zog Dokumente aus seiner Tasche. \u201eWelchen willst du sehen? Den, den unser <em>teirand<\/em> Asga\u00fd von Spagor unterschrieben und gesiegelt hat oder den der Gelehrtenschule von Iva\u00e1l, von wo ich zuletzt abgereist bin? Ich habe auch noch ein Schreiben meines hochedlen Vaters Alsg\u00f6r Emberbey, aus dem hervorgeht, dass ich sein leiblicher Sohn bin. Aber das ist den <em>teiranday<\/em> bekannt.\u201c<\/p>\n<p>Der W\u00e4chter schaute verunsichert auf das viele Pergament, das Osse ihm entgegenstreckte.\u00a0 In die Hand nahm er es nicht.<\/p>\n<p>\u201eDas k\u00f6nnte alles gef\u00e4lscht sein\u201c, sagte er dann, eher hilflos als \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>\u201eGut. Wenn dir das nicht gen\u00fcgt: In der Amtsstube bei <em>yarl<\/em> Grootplen sollte bei der Wappenrolle die andere H\u00e4lfte meiner Erkennungsmarke hinterlegt sein. Wenn du einem <em>maedlor<\/em> den Aufwand machen wolltest, danach zu schicken\u2026\u00a0 allzu eilig habe ich es nicht.\u201c<\/p>\n<p>Zwischenzeitlich waren weitere Berittene auf die Br\u00fccke gekommen. Osse erkannte einen Ritter mit pelzverbr\u00e4mten, glitzerndem Gewand, dem ein Knappe in nicht minderer Pracht\u00a0 nachfolgte. Im hinterher kam auf einem blitzsauber geputzten Schimmel ein zweiter junger Ritter, allein und mit einem blanken Schild. Alles drei schenkten Osse und dem W\u00e4chter keine weitere Beachtung. Aber auch sie durften das Tor erst passieren, nachdem sie ein Passierk\u00e4rtchen vorgezeigt hatten.<\/p>\n<p>\u201eWo bekomme ich so einen Schein her?\u201c, fragte Osse und nickte zu den anderen beiden Torw\u00e4chtern hin\u00fcber.<\/p>\n<p>\u201eDas ist nur f\u00fcr die Turnierg\u00e4ste\u201c, sagte der junge Wachmann. \u201eBei der Wappenrolle, sagt Ihr?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWarum glaubst du mir nicht einfach, dass ich hergeh\u00f6re? Sehe ich etwa aus wie jemand, der \u00dcbles vorhat?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein, Herr. Aber es muss alles gepr\u00fcft werden.\u201c<\/p>\n<p>Nun endlich wurde ein \u00e4lterer Waffenknecht aufmerksam und kam herbei. Osse erkannte ihn als den altgedienten Wachobersten der Waffenknechte von Wijdlant. Der, an dem sie sich fr\u00fcher, als Kinder mehr als einmal vorbeigeschlichen hatten.<\/p>\n<p>\u201eGibt es ein Problem?\u201c, rief er im Herannahen, stutzte und rief dann aus: \u201eYarl Emberbey! Welche Freude! Was ist hier los?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDer junge Mann hier\u201c, antwortete Osse, erleichtert, dass jemand ihn erkannt hatte, \u201ewill mich nicht ungepr\u00fcft einlassen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDummkopf\u201c, schalt der Wachenmeister peinlich ber\u00fchrt. \u201eDu wei\u00dft wohl nicht, wen du vor dir hast?\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber \u2026\u201c, wehrte der W\u00e4chter sich halbherzig, aber sein Vorgesetzter fiel im schon ins Wort. \u201eIch werde daf\u00fcr Sorge tragen, dass dieser Vorfall angemessene Folgen hat.\u201c<\/p>\n<p>\u201eHervorragend. Dann sorgt daf\u00fcr, dass der junge Mann ein Lob bekommt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEin Lob? Wof\u00fcr?\u201c<\/p>\n<p>\u201eOffensichtlich hatte er strikte Anweisungen, Fremde genau zu \u00fcberpr\u00fcfen, und darin war er unbeirrbar. Aber wozu diese Strenge?\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs sind hochedle G\u00e4ste in der Burg, Herr. Benjus von Valviant und sein Gefolge sind gestern eingetroffen. Wir haben heute noch nicht mit Euch gerechnet, Herr. Sonst h\u00e4tte ich meine Leute selbstverst\u00e4ndlich eingewiesen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch verstehe. Darf ich nun auch eintreffen? Oder wollt ihr die Marke aus dem Archiv holen lassen?\u201c<\/p>\n<p>Der junge Mann trat eilig beiseite. Osse verstaute seine Dokumente.<\/p>\n<p>\u201eMein Gep\u00e4ck wird mir hinterher gebracht\u201c, sagte er dabei. \u201eEs sind wichtige Schriftst\u00fccke und kostbare B\u00fccher darunter, insgesamt zwei Kisten und etwas Handgep\u00e4ck. Es w\u00e4re mir lieb, wenn das Zeug umgehend in meine Stube gebracht wird. Ich h\u00f6rte, dass die <em>teirandanja<\/em> mir bereits R\u00e4umlichkeiten zugewiesen hat.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSelbstverst\u00e4ndlich, Herr.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDanke. Und du, junger Mann, wie ist dein Name?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch? Fanwer, Herr.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu dienst noch nicht lange auf dieser Burg?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein, Herr, erst seit sechs Monden.\u201c<\/p>\n<p>Osse trieb das Maultier an. \u201eDenkt daran, den jungen Fanwer hier zu belobigen\u201c, erinnerte er den Wachenmeister und ritt den beiden Gastrittern durch das Tor hinterher.<\/p>\n<p>Auf dem Hof herrschte bereits rege Gesch\u00e4ftigkeit, weit mehr, als Osse unter anderen Umst\u00e4nden zu dieser Tageszeit vermutet h\u00e4tte. Eine Vielzahl Gesinde eilte gesch\u00e4ftig hin und her, nicht nur Leute, die zur Burg geh\u00f6rten. Es war auch Gefolge der vielen Damen und Herren dabei, die als Turnierg\u00e4ste bereits angereist waren. Osse entdeckte einige Edeldamen und Herren mittleren Alters, die entweder als G\u00e4ste oder als Eltern teilnehmender Turnierk\u00e4mpfer angereist waren. Osse erkannte einige Gesichter oder zumindest die Wappen, die ihm ins Auge fielen. Einige vornehme M\u00e4gde und Leibknechte waren auch dabei.<\/p>\n<p>Die \u00fcblichen Gesch\u00e4fte der Dienerschaft ruhten. Vertraute Ger\u00e4usche wie die Werkzeugschl\u00e4ge von Schmied und Zimmerleuten fehlten, daf\u00fcr sah Osse viele Wassertr\u00e4ger und W\u00e4schem\u00e4gde herumeilen. Vor dem K\u00fccheneingang hatte sich eine kleine Menschentraube gebildet. Offenbar wurden dort belebende, hei\u00dfe Getr\u00e4nke und Br\u00fche ausgegeben.<\/p>\n<p>Irgendwie war es wohl sogar gelungen, die Zulieferung f\u00fcr die K\u00fcche und die Vorbereitung von Speisen in einen anderen Bereich der Burg zu verlagern. Osse entdeckte nicht einmal einen Hund oder ein verirrtes Huhn. F\u00fcr Tiere war hier vor lauter Menschen kein Platz.<\/p>\n<p>War Wijdlant schon immer so klein gewesen? Viel zu eng, um all den vornehmen Leuten aus dem ganzen Weltenspiel Platz zu bieten? Osse hatte s\u00fcdlich des Montaz\u00edel am Haupthof von Iva\u00e1l Festen beigewohnt, die \u00e4hnlich viele G\u00e4ste angezogen hatten. Dort war es nicht so \u00fcberf\u00fcllt gewesen.<\/p>\n<p>Im Hof war es noch recht k\u00fchl. Das lag an dem hohen Turm, der die W\u00e4rme von Patagh\u00edus Glanz f\u00fcr eine Weile durch seinen Schatten verdeckte.<\/p>\n<p>Osses Blick blieb unwillk\u00fcrlich auf dem Geb\u00e4ude ruhen. Dort hatte man sicher keine G\u00e4ste hineingestopft. Der Turm war zugesperrt und verriegelt. Morsche Treppen und Dielen waren der Grund, das wusste Osse noch, aber es gelang ihm nicht, dar\u00fcber nachzudenken. Lediglich die Kammer unten im Turm wurde noch genutzt. Dort war der Zugang zu den Gew\u00f6lbekellern unter der Burg, den Lagerr\u00e4umen und den alten Verliesen, die den <em>teiranday<\/em> von Wijdlant nur zur Verwahrung von Ger\u00fcmpel dienten.<\/p>\n<p><em>Ich war einmal auf dem Dach, <\/em>zuckte es durchs Osses Gedanken.<em> Es war kalt und glitschig und es hat geregnet und ich hatte einen Hammer. Aber warum? Was habe ich dort oben getan? Was haben wir dort oben getan?<\/em><\/p>\n<p>Er schauderte, und der Gedanke wehte davon, als h\u00e4tte ihn jemand aus seinem Hirn herausgepustet.<\/p>\n<p>Das war Wijdlant. Alt und provinziell und eng in Vergleich mit den St\u00e4dten, die er bereist hatte. Hier geh\u00f6rte er hin.<\/p>\n<p>\u201eOsse!\u201c, h\u00f6rte er da pl\u00f6tzlich eine Stimme, so lieb, so vertraut und so lange fern gewesen von seinem Ohr. Er wandte sich um, und da war Truda, dort dr\u00fcben, bei der T\u00fcr zur Halle. Eine kleine Schar junger Damen war dort versammelt. Truda rannte los, so schnell sie es mit der Schleppe ihres Kleides konnte. \u201eOsse!\u201c<\/p>\n<p>\u201eOsse!\u201c Eine zweite Dame in einem malvenfarbenen Prachtgewand voller Goldf\u00e4den und bunten Perlenstickereien war Truda auf den Fersen. Ihr aufwendiger Kopfputz verrutschte, sie musste ihn angreifen, um ihn nicht zu verlieren.<\/p>\n<p>Die drei anderen bleiben stehen. Wer den rennenden M\u00e4dchen auf dem Hof im Weg stand, wicht eilig aus.<\/p>\n<p>\u201eMajest\u00e4t!\u201c<\/p>\n<p>Nun geriet auch ein Mann in Bewegung, der nahe bei den Damen gestanden hatte, gelb-gr\u00fcn und in leichtes Eisenzeug gewandet. Aber J\u00f3ndere Mor\u00e9aval gelang es nicht, seine Herrin zu packen.<\/p>\n<p>Osses Herz klopfte und schien in herrlicher W\u00e4rme zu zerschmelzen. Er erlaubte sich ein freudiges L\u00e4cheln und verneigte sich.<\/p>\n<p>\u201eOsse!\u201c Truda hatte ihn erreicht, stutzt und z\u00f6gerte kurz und umarmte dann kurzerhand sein Bein. Sie schluchzte und klammerte sich an ihm. Das Maultier riss unruhig seinen Kopf hoch.<\/p>\n<p>\u201eOsse!\u201c Nun war die <em>teirandanja<\/em> da. \u201eDen M\u00e4chten sei Dank! Wo sind L\u00e1as und J\u00e1ndris?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch bin vorausgeritten, Majest\u00e4t.\u201c<\/p>\n<p>\u201eOsse! Osse \u2026 es \u2026 ach!\u201c<\/p>\n<p>Truda klammerte sich an ihn. Und ihr Schluchzen klang nicht nach Jubel.<\/p>\n<p>\u201eMajest\u00e4t, ich \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eTruda, lass ihn los! Und du, Osse, sei willkommen und steig ab. Mach schnell!\u201c<\/p>\n<p>Sie zog Truda von ihm weg, sodass er aus dem Sattel klettern konnte. Er war noch nicht ganz mit beiden F\u00fc\u00dfen auf dem Boden, da hing sie ihm schon wieder um den Hals und weinte hei\u00dfe Tr\u00e4nen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens jetzt waren auch umstehende in weiterem Umkreis aufmerksam geworden und wandten sich der Szene zu. Das bremste <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval ein wenig aus.<\/p>\n<p>\u201eOsse,\u201c wimmerte Truda. \u201eOsse \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eStill, Frau Truda\u201c, fiel Mor\u00e9aval ihr hastig ins Wort, und Truda schluchzte tief.<\/p>\n<p>Osse schaute best\u00fcrzt in die Runde. Die <em>teirandanja<\/em> warf ihm einen beschw\u00f6renden Blick zu. Dann l\u00f6ste sie Trudas H\u00e4nde sacht von Osses Schultern.<\/p>\n<p>\u201eWas ist das f\u00fcr ein Empfang?\u201c, fragte Osse. \u201eHerr J\u00f3ndere, was ist hier los?\u201c<\/p>\n<p>\u201eHerr Osse, bitte begleitet mich umgehend ins Haus.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWarum?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas werdet Ihr sogleich erfahren.\u201c<\/p>\n<p>Die <em>teirandanja<\/em> nickte und schaute ihn eindringlich an. Truda verzog das Gesicht. Bei den M\u00e4chten, da war keine Wiedersehensfreude. Da war nur Leid.<\/p>\n<p>\u201eWas ist passiert?\u201c, fragte Osse leise.<\/p>\n<p>\u201eVater\u201c, wisperte Truda erstickt und so leise, dass es wohl niemand h\u00f6ren konnte.<\/p>\n<p>Die W\u00e4rme wich aus Osses Herzen, als habe jemand Eiswasser dar\u00fcber gesch\u00fcttet. Aber sein Gesicht, das hatte er unter Kontrolle. Keine Gef\u00fchlsregung hatte darin Platz.<\/p>\n<p>\u201eBitte, Herr Osse. Lasst die <em>teiranday<\/em> nicht warten. Ich bedauere, dass es so eilt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNat\u00fcrlich, Herr J\u00f3ndere. Darf meine Schwester mich begleiten?\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnbedingt\u201c, sagte Manj\u00e9v hoheitsvoll, aber tonlos. \u201eDas Wiedersehen nach all der Zeit vertr\u00e4gt kein Publikum. He!\u201c Sie klatschte in die H\u00e4nde. \u201eJemand soll Herrn Osses Tier versorgen und sein Gep\u00e4ck fortbringen. Los, eilt euch! Das Muli steht im Weg!\u201c<\/p>\n<p>Das l\u00f6ste den Kreis der Schaulustigen auf. Ein Pferdeknecht eilte herbei, und Osse f\u00fchrte Truda bei der Hand hinter Mor\u00e9aval her. So kalt waren ihre Finger, so flehend und fest dr\u00fcckten sie zu,<\/p>\n<p>Osse bem\u00fchte sich, klar zu denken. Eine Katastrophe musste mit dem Vater geschehen sein. Etwas, von dem niemand sonst etwas mitbekommen sollte.<\/p>\n<p>Die wenigen Schritte hin\u00fcber in das Geb\u00e4ude kamen ihm unendlich lang vor. Der gesch\u00e4ftige Burghof, die Ger\u00e4usche, die vielen fremden Gesichter, sie verschwanden hinter einer gl\u00e4sernen Wand und klangen ged\u00e4mpft wie auf frisch gefallenem Schnee.<\/p>\n<p>Der Vater. Der alte Vater.<\/p>\n<p>Und ganz ohne Abschied.<\/p>\n<p>Osse schluchzte lautlos in seinem Geist, w\u00e4hrend er den Ort seines k\u00fcnftigen Wirkens betrat. W\u00fcrdevoll, loyal und diskret. Er h\u00f6rte Truda leise weinen. Aber jetzt gerade durfte er sich nicht erlauben, Bruder zu sein.<\/p>\n<p>Entschlossen richtete er sich auf. Stolz w\u00e4re der Vater gewesen. Osse schluckte Tr\u00e4nen, die noch trocken waren, und ihm wurde \u00fcbel und elend davon.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Manj\u00e9v war \u00fcberrascht. Osses unverhoffte Ankunft hatte <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval in Alarm versetzt. So sehr, dass ihm wohl gar nicht klar war, dass er sie, die <em>teirandanja<\/em>, die er auf Schritt und Tritt zu besch\u00fctzen hatte, mitten auf dem Hof hatte stehen lassen.<\/p>\n<p>Einen winzigen Moment \u00fcberlegte Manj\u00e9v, ob sie die Gelegenheit nutzen sollte, um g\u00e4nzlich zu entwischen. Aber das w\u00fcrde Mor\u00e9aval in Schwierigkeiten bringen. Und au\u00dferdem konnte sie sich nicht so einfach von ihren G\u00e4sten entfernen.<\/p>\n<p>L\u00e1as und J\u00e1ndris \u2013 und damit auch Merrit \u2013 konnten nicht allzu weit fort sein. Das war eine tr\u00f6stliche Aussicht. Und au\u00dferdem standen da noch die drei anderen Edeldamen, die sich ohnehin sicher die ganze Zeit \u00fcber Trudas Tr\u00fcbsinn gewundert hatten.<\/p>\n<p>Manj\u00e9v kehrte w\u00fcrdevoll zu ihnen zur\u00fcck, gr\u00fc\u00dfte huldvoll links und rechts und ohne richtig hinzusehen die Leute, die sich vor ihr verneigten.<\/p>\n<p>Die drei Damen aus Valvivant waren in der Burg einquartiert. Von der, die am Vortag das aufwendige Geschmeide getragen hatte, wusste Manj\u00e9v nun, dass es sich um die <em>yarlaranda<\/em> von Valfront\u00edr handelte. Die andere, die so albern gewesen war, hatte sich \u00fcberraschenderweise als eine Tochter von <em>yarl<\/em> Lebr\u00e9oka entpuppt. Vom Haus Lebr\u00e9oka ging das Ger\u00fccht, dass sie ungew\u00f6hnlich zahlreiche und nur m\u00e4nnliche Nachkommen hatte. Sie war nicht die Schwester, sondern eine Base des <em>yarlandor<\/em>, der beim vaspos\u00e1r antreten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die drei waren nicht mehr allein. Die Junker, die beim Turnier f\u00fcr das <em>teirandon<\/em> Valvivant antreten w\u00fcrden, hatten sich hinzugesellt. Wie sie so schnell mitbekommen hatten, dass Mor\u00e9aval fort war, lie\u00df sich nur damit erkl\u00e4ren, dass sie in der N\u00e4he gelauert hatten. Der drei Ritter verneigten sich.<\/p>\n<p>Manj\u00e9v sah sie erstmals bei Tageslicht. Nun, ordentlich und schmuck waren alle drei. Der <em>yarlandor<\/em> vom Lebr\u00e9oka ragte buchst\u00e4blich unter ihnen hervor, er war gr\u00f6\u00dfer und breiter gebaut als die beiden anderen. Er kam in der Statur nahe an L\u00e1as heran, war aber bei Weitem nicht der muskelbepackte H\u00fcne, den die Erz\u00e4hlungen der anderen aus ihm machten.<\/p>\n<p>\u00d3lef\u00e1 Tjiergroen, mutma\u00dflich in absehbarer Zeit <em>yarlaranda<\/em> von Valvivant, nippte von einem Becher mit hei\u00dfem Kr\u00e4utersud aus Aur\u00f3p\u00e9a. Sie wirkte nicht ganz so neugierig wie die beiden anderen, aber Manj\u00e9v beschloss, zu antworten, bevor jemand Fragen stellte.<\/p>\n<p>\u201eDer junge Herr ist <em>yarl<\/em> Osse Emberbey\u201c, erkl\u00e4rte sie. \u201eEr wird mein <em>mynstir<\/em> werden und sp\u00e4ter <em>yarl<\/em> Grootplen abl\u00f6sen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEin herzlicher Empfang f\u00fcr einen Federschubser\u201c, sagte Tessor\u00fa Tiergroen. Seine Schwester warf ihm einen unwilligen Blick zu.<\/p>\n<p>\u201eEin guter <em>maedlor<\/em> ist Gold wert\u201c, r\u00fcgte sie ihn.<\/p>\n<p>Der schwarzlockige Junker l\u00e4chelte d\u00fcnn. \u201eDie <em>teirandanja<\/em> wird es wohl als Scherz verstanden haben.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch denke, Ihr habt mich missverstanden. Mein <em>mynstir<\/em>, nicht irgendein <em>maedlor<\/em>. In den besten Gelehrtenh\u00e4usern ist er ausgebildet. Wahrscheinlich ist er der kl\u00fcgste <em>yarlandor<\/em> weit und breit.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir sehen ihn also wohl nicht auf dem Turnierplatz?\u201c, erkundigte sich der <em>yarlandor<\/em> aus Vale\u00eds\u00e9, der keine Geschwister mitgebracht hatte.<\/p>\n<p>\u201eDas w\u00e4re wohl auch unfair\u201c, sagte der junge Lebr\u00e9oka. \u201eWijdlant wird doch wohl keinen Kr\u00fcppel antreten lassen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eM\u00e4\u00dfigt euch!\u201c, fuhr die <em>yarlaranda<\/em> von Valfront\u00edr dazwischen. Der war nicht entgangen, wie\u00a0 Manj\u00e9vs Blick sich verfinstert hatte.<\/p>\n<p>\u201eSpottet nicht\u201c, sagte sie. \u201eJa, seine Augen sind schlecht und seine Schulter ist zerbrochen. Aber was seinen Mut angeht, auf dem Turnierfeld w\u00e4re er jedes Ruhmes w\u00fcrdig!\u201c<\/p>\n<p>\u201eTats\u00e4chlich?\u201c, fragte die <em>yarlaranda<\/em> von Lebr\u00e9oka am\u00fcsiert.<\/p>\n<p><em>Nun<\/em>, dachte Manj\u00e9v, <em>er hat einen Chaosgeist mit einem alten Brett verpr\u00fcgelt. Aber da warn wir alle noch Kinder. <\/em><\/p>\n<p>Sie zuckte zusammen. Das war ein fremder Gedanke in ihrem Kopf, einer, der in ihre Tr\u00e4ume geh\u00f6rte, in die ganz schlimmen, die manchmal nachts noch kamen. Hatte sie laut gesprochen? Sie wusste es nicht. Aber niemand schaute verwirrt drein.<\/p>\n<p>\u201eJedenfalls kann er sich jetzt um meine Hofdame k\u00fcmmern. Frau Truda ist eine seiner beiden Schwestern. Der Dame ist seit Tagen das Gem\u00fct so schwer. Vielleicht vermag er sie aufzuheitern.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber wer wird beim Turnier das <em>yarlm\u00e1lon<\/em> Emberbey vertreten?\u201c, erkundigte sich der junge Vale\u00eds\u00e9, der durch echtes Interesse und Zur\u00fcckhaltung angenehm auffiel.<\/p>\n<p>\u201eHerr Alsg\u00f6r wohl kaum\u201c, meinte der junge Lebr\u00e9oka. \u201eDer ist \u00e4lter als unser <em>teirand<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch denke, Venghi\u00e1r Emberbey wird bald hier eintreffen\u201c, sagte Manj\u00e9v vage, denn auf dessen Anwesenheit konnte sie gut verzichten. Truda redete oft davon, wie unangenehm er ihr war, obgleich artig und nicht dumm. \u201eDer Tochtersohn von Herrn Alsg\u00f6rs Schwester.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSo einer ist mir noch nie auf einem Turnier begegnet\u201c, sagte Lebr\u00e9oka. \u201eKann er was?\u201c<\/p>\n<p>Darauf konnte Manj\u00e9v unm\u00f6glich antworten, was sie dachte. \u201eEs wird sich zeigen\u201c, sagte sie unverbindlich.<\/p>\n<p>\u201eUnd Eure jungen <em>yarlay<\/em>?\u201c<\/p>\n<p>\u201eSollten alle im Laufe des Tages hier eintreffen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSehr gut. Mit Merrit Althopian habe ich noch etwas auszutragen\u201c, sagte Tjiergroen.<\/p>\n<p>\u201eDa bin ich gespannt\u201c, sagte \u00d3lef\u00e1 am\u00fcsiert.<\/p>\n<p>\u201eDem werde ich zusetzen, dass der seine Lanze nicht mehr anheben kann.\u201c<\/p>\n<p>Die <em>yarlaranda<\/em> von Lebr\u00e9oka prustete unversehens los und verspritzte Kr\u00e4utersud auf ihr Kleid.<\/p>\n<p>Manj\u00e9v seufzte still.<\/p>\n<p>\u201eMajest\u00e4t?\u201c Ein weiterer junger Ritter war hinzugekommen und verneigte sich tief und formvollendet. Manj\u00e9v erkannte ihn sofort, denn seinen Anblick w\u00fcrde sie nie vergessen. Sein Gewand glitzerte wie ein riesiger klarer Edelstein. \u201eDarf ich mich dieser Runde zugesellen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eSolange Herr J\u00f3ndere Euch nicht verscheucht.\u201c Manj\u00e9v nickte ihm huldvoll zu. \u201e<em>Yarl<\/em> Ycelia, nicht wahr?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIhr seid sehr aufmerksam\u201c, sagte der <em>yarl<\/em> erfreut. \u201eIch wollte mich erkundigen, ob Ihr Freude an dem Eichh\u00f6rnchen habt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAn dem \u2026 ja. Selbstverst\u00e4ndlich. Ich bin sehr erfreut \u00fcber dieses entz\u00fcckende Geschenk gewesen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas freut mich\u201c, sagte er h\u00f6flich und so, als wolle er mehr wissen.<\/p>\n<p>\u201eEs \u2026 es ist in meinem Gemach. Sicher in einem K\u00e4fig. Wir haben es mit N\u00fcssen gef\u00fcttert, meine Hofdame und ich. Das war doch richtig, oder?\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa, Majest\u00e4t\u201c, sagte der junge Vale\u00eds\u00e9. \u201eEichh\u00f6rnchen fressen N\u00fcsse.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch lasse ein kleines Geschirr f\u00fcr es anfertigen\u201c, erz\u00e4hlte Manj\u00e9v weiter. <em>Oh weh. Ich beginne zu plappern<\/em>, dachte sie zugleich. \u201eEs soll nicht gerade jetzt entwischen. Hier zwischen all den Leuten und dem L\u00e4rm.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas ist sehr f\u00fcrsorglich, Majest\u00e4t.\u201c<\/p>\n<p>Ein f\u00fcnfter Ritter trat hinzu. Bei dem musste Manj\u00e9v einen Moment l\u00e4nger \u00fcberlegen, wo sie ihn schon einmal gesehen hatte. Dann fiel es ihr ein. Das war der, der sich so seltsam bei der Audienz benommen und Truda gegen\u00fcber so seltsame Dinge gesagt hatte.<\/p>\n<p>\u201eMajest\u00e4t?\u201c, sprach er sie direkt an. \u201eWie sch\u00f6n, Euch hier anzutreffen. Wo ist denn Euer getreuer W\u00e4chter?\u201c<\/p>\n<p>\u201eHerr J\u00f3ndere? Der hat zu tun, Herr &#8230;\u201c<\/p>\n<p>Er l\u00e4chelte leutselig und sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eNein, Majest\u00e4t. Erst nach dem Turnier.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs ist unh\u00f6flich\u201c, grollte Ycelia, \u201eeinfach so in ein Gespr\u00e4ch zu platzen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eBei den M\u00e4chten\u201c, lie\u00df sich Tjiergroen h\u00f6ren. \u201eDass ich so etwas noch einmal zu sehen bekomme!\u201c<\/p>\n<p>Der Wappenlose schaute ihn irritiert an. \u201eWie? Was meint Ihr?\u201c<\/p>\n<p>\u201eEuer Eisenzeug. Ich bin begeistert, Herr. Mein Gro\u00dfvater hatte ganz ein \u00e4hnliches. <em>Geerbt<\/em>. Von <em>seinem<\/em> Gro\u00dfvater.\u201c<\/p>\n<p>Vale\u00eds\u00e9 und Lebr\u00e9oka lachten leise. \u00d3lef\u00e1 Tjiergroen verdrehte die Augen. Wahrscheinlich hatte sie es nicht leicht, wenn sie in Gesellschaft mit Ihrem Bruder war. Die <em>yarlaranda<\/em> von Valfront\u00edr schaute fasziniert <em>yarl<\/em> Ycelia an. Vielleicht gefiel ihr, dass er ihre Leidenschaft f\u00fcr Glitzerzeug zu teilen schien. Und dem <em>yarl<\/em>? Der schien pl\u00f6tzlich ganz geistesabwesend zu sein. Er err\u00f6tete, erhob sich dann und murmelte eine Entschuldigung, um sich zu entfernen. Manj\u00e9v entlie\u00df ihn mit einem Nicken.<\/p>\n<p>Der Wappenlose bedachte die drei Junker mit einem scharfen Blick, der f\u00fcr das <em>vaspos\u00e1r<\/em> nichts Gutes verhie\u00df. Aber er lie\u00df sich nicht aus der Ruhe bringen. \u201eUnd Eure entz\u00fcckende Hofdame, die junge <em>yarlaranda<\/em> von Emberbey? Wo habt Ihr die gelassen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnp\u00e4sslich\u201c, sagte Manj\u00e9v knapp.<\/p>\n<p>\u201eDie ist mit ihrem Bruder im Haus und weint\u201c, verriet die <em>yarlaranda<\/em> von Lebr\u00e9oka unaufgefordert, w\u00e4hrend sie mit einem Taschent\u00fcchlein versuchte, sich vom Kr\u00e4utersud zu reinigen.<\/p>\n<p>\u201eOh. Ich hoffe, es ist nichts Ernstes vorgefallen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein. Nein, es ist &#8230; alles in Ordnung\u201c, behauptete Manj\u00e9v. Der Wappenlose l\u00e4chelte, auf eine Weise, die der <em>teirandanja<\/em> Unbehagen bereitete.<\/p>\n<p>\u201eK\u00f6nnt Ihr mir dann vielleicht noch verraten, wo ich <em>yarl<\/em> Altabete antreffen kann?\u201c<\/p>\n<p>\u201eKeine Ahnung, Herr Andri\u00e9r ist mit einigen M\u00e4nnern gleich am Morgen ausgeritten. Sie hatten Netze und Seile dabei. Vielleicht sind sie auf der Jagd.\u201c<\/p>\n<p>Der Wappenlose hob die Brauen. Dann erhob er sich. \u201eVortrefflich\u201c, sagte er. \u201eDann werde ich hier auf ihn warten.\u201c<\/p>\n<p>Er verneigte und entfernte sich, schlenderte ohne Eile hin\u00fcber zur K\u00fcche, vielleicht, um seinerseits ein Getr\u00e4nk zu erhaschen.<\/p>\n<p>\u201eWer ist das?\u201c, fragte der junge <em>yarl<\/em> Vale\u00eds\u00e9.<\/p>\n<p>Manj\u00e9v schaute ihm nach. \u201eDas\u201c, sagte sie nachdenklich, \u201ewird uns sicher alle \u00fcberraschen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/scherbenlied-oder-die-suche-nach-dem-boesen-band-3\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-4714","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-03_scherbenlied"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4714","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4714"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4714\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4722,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4714\/revisions\/4722"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4714"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4714"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4714"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}