{"id":4711,"date":"2026-04-03T19:19:37","date_gmt":"2026-04-03T17:19:37","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=4711"},"modified":"2026-04-03T19:19:37","modified_gmt":"2026-04-03T17:19:37","slug":"069-ein-pakt-um-kuchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2026\/04\/03\/069-ein-pakt-um-kuchen\/","title":{"rendered":"069: Ein Pakt um Kuchen"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SL_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1992\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p>Osse waren irgendwann in der Nacht doch die Augen zugefallen. Lange geschlafen hatte er allerdings nicht, denn kaum hatte der erste Schimmer von Patagh\u00edus Glanz Nokt\u00e1mas Juwelenschleier einen hellen Saum gef\u00e4rbt, hatte Merrit ihn auch schon wieder wachger\u00fcttelt. Der Ritter war munter und aufgeheitert nach der kurzen Nacht, nun, da ihr Ziel schon fast in Sichtweite war. Seine Tr\u00fcbsal vom Vorabend schien er auf dem kahlen Feld und dem Baum zur\u00fcckgelassen zu haben.<\/p>\n<p>Mochten die M\u00e4chte geben, dass sie ihn nicht so schnell wieder einholte.<\/p>\n<p>Ohne sich mit einem Fr\u00fchst\u00fcck aufzuhalten, waren sie weiter geritten, dem ausgetrockneten Flussbett nach, bis sie schlie\u00dflich auf die Stra\u00dfe zur Burg von Wijdlant stie\u00dfen. Als sie wieder auf befestigen Wegen ritten, war es so hell, dass sie in der Ferne bereits die D\u00e4cher der ersten Bauerngeh\u00f6fte sehen konnten.<\/p>\n<p>\u201eWir sehen aus wie Streuner\u201c, sagte Osse. \u201eOb sie uns am Burgtor \u00fcberhaupt hereinlassen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu siehst tadellos aus. Und es reicht, wenn sie dich einlassen. Ab dem Dorf reitest du den Rest des Weges allein. Auf der kurzen Strecke und am helllichten Tag passiert dir nicht. Da sind genug Leute unterwegs.\u201c<\/p>\n<p>\u201eGut. Wie erkl\u00e4re ich, wo mein Gep\u00e4ck ist?\u201c<\/p>\n<p>\u201eSag einfach, du wolltest keine Zeit vergeuden und deine paar Kisten bringt dir ein Knecht hinterher. Die anderen k\u00f6nnen nur einen halben Tag hinter uns sein. Und wenn sie eintreffen, fragt im Trubel keiner, wem welche Kiste geh\u00f6rt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd du holst dein Pferd, l\u00e4sst mir Vorsprung und triffst dann ganz zuf\u00e4llig kurz nach mir ein?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch mache einen gro\u00dfen Bogen, sodass sie mich von Norden kommen sehen.\u201c<\/p>\n<p>Sie trabten einen Moment schweigend weiter. Auf einer Wiese zu ihrer Linken weideten Schafe und Ziegen. Die H\u00fctehunde kl\u00e4fften sie pflichtbewusst an, die Hirten l\u00fcpften ihre M\u00fctzen und winkten ihnen zu. Die jungen M\u00e4nner winkten zur\u00fcck.<\/p>\n<p>\u201eWas f\u00fcr sch\u00f6nes Wetter\u201c, sagte Merrit. \u201eHoffentlich h\u00e4lt sich das noch eine Weile bis zum Turnier. Ich mag keinen Regen auf dem Helm.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSie h\u00e4tten das <em>vaspos\u00e1r<\/em> im Sommer abhalten sollen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eHast du eine Ahnung, wie hei\u00df es im Sommer unter dem Eisenzeug wird?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein. Woher soll ich das wissen? Ich hab nie ein Eisenzeug getragen.\u201c<\/p>\n<p>Merrit stutzte. \u201eEntschuldige\u201c, murmelte er dann.<\/p>\n<p>Osse l\u00e4chelte. \u201eWenn das sonnige Wetter sich h\u00e4lt, werde ich mir gemeinsam mit den Damen euer Turnier von der schattigen Trib\u00fcne aus ansehen. Vielleicht mit einem Becher k\u00fchlem Wein in der Hand.\u201c<\/p>\n<p>Merrit lachte. \u201eNun, dann hoffe ich, dass es euch allen in Str\u00f6men in die Becher regnet und euch den Wein verd\u00fcnnt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd euch die Gestechbahn zum Morast macht?\u201c<\/p>\n<p>\u201eAch, das w\u00e4re so ein kleiner Preis\u201c, grinste der junge Ritter.<\/p>\n<p>\u201eEinigen wir uns auf ein paar harmlose W\u00f6lkchen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAbgemacht. Und wo finden wir den Magier, der das f\u00fcr uns wirkt?\u201c<\/p>\n<p>Sie lachten und ritten weiter. Die Morgensonne w\u00e4rmte sie nach der kalten, klammen Nacht, und \u00fcber den Weiden und \u00c4ckern zogen Greifv\u00f6gel ihre Runden.<\/p>\n<p>\u201eIch bin gespannt, was f\u00fcr ein Pferd T\u00edjnje besorgt hat\u201c, fuhr Merrit nach einer Weile fort. \u201eHoffentlich nicht eines von diesen Pferdchen aus Ahc\u00e1l, wie sie gerade bei den Damen in Mode sind.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie, die aussehen, als h\u00e4tten sie Daunenfedern anstelle von Haar? Die hab ich in Iva\u00e1l oft gesehen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch hab bei so einem Gaul mal unter die Beh\u00e4nge geschaut. Die Fesseln sind ganz d\u00fcrr. Das knickt um, sobald es in eine Kurve geht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWarum sollte T\u00edjnje so ein Pferd kaufen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWeil sie es ihrem Geschmack entspricht?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas glaube ich nicht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDann warte ab, bis du die Helmzier siehst, die sie eigenh\u00e4ndig f\u00fcr J\u00e1ndris gefertigt hat.\u201c<\/p>\n<p>Osse entschied er sich, die Gelegenheit zu nutzen.<\/p>\n<p>\u201eWas h\u00e4ltst du davon?\u201c, fragte er. \u201eVon J\u00e1ndris und T\u00edjnje? Ist es so ernst, wie es aussieht?\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa, das ist es. Findest du nicht, sie passen gut zusammen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDoch, schon. Aber ist sie nicht noch ein bisschen jung? Ich meine, sie ist j\u00fcnger als Manj\u00e9v.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas macht nichts. Er hat ihr gelobt, auf sie zu warten und nie eine andere anzuschauen. Bis sie alt genug ist, um an seiner Seite zu sein. Und so lang ist das auch nicht mehr hin.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWoher wei\u00dft du das?\u201c<\/p>\n<p>\u201eEr hat es mir selbst erz\u00e4hlt. Die beiden haben einander als <em>h\u00fdardoray<\/em> erkannt und lieben sich innig. Ich glaube, der Einzige, der es noch nicht von selbst bemerkt hat, ist Herr J\u00f3ndere.\u201c<\/p>\n<p>Osse hob die Brauen. Er fand es recht bemerkenswert, dass ausgerechnet der forsche J\u00e1ndris, der stets so ein lockeres Mundwerk hatte, sich mit Merrit \u00fcber so tiefe Herzensdinge ausgetauscht hatte. Wie mochte es sich wohl anf\u00fchlen, seiner <em>h\u00fdardora<\/em> gegen\u00fcberzustehen? Osse hatte viele Lieder und Gedichte dar\u00fcber geh\u00f6rt. Doch er vermutete, dass es ich dabei nur um einen schalen Abklatsch dessen handeln konnte, was die M\u00e4chte Liebenden ins Herz legten.<\/p>\n<p>Merrit schaute sinnend auf den Weg vor sich. Vielleicht dachte er \u00fcber dasselbe nach.<\/p>\n<p>\u201eLass uns besser wieder \u00fcber Pferde reden\u201c, schlug Osse vor.<\/p>\n<p>Darauf ging Merrit nur zu gern ein. Und so plauderten sie \u00fcber <em>yarl<\/em> Althopians Herden im Norden und dar\u00fcber, dass Herr Wa\u00fdreth plante, einige ausgew\u00e4hlte Stuten mit Feuerbluthengsten zusammenzuf\u00fchren, die er im Fr\u00fchling aus Pian\u00e1rdent holen lassen wollte.<\/p>\n<p>So n\u00e4herten sie sich dem Dorf.<\/p>\n<p>Hier war ungewohnt viel Betrieb. Osse sah viele Menschen, teils in ungew\u00f6hnlicher Kleidung, die von ihrer weiten Herkunft zeugte. Offenbar hatten viele Dorfbewohner die Gelegenheit genutzt, vor ihren H\u00e4usern kleine Marktst\u00e4nde aufzubauen, an denen sie Brot und fertige kalte Speisen anboten, einige sogar kleine Handwerkswaren, die die Ritter im Turnierlager gut brauchen konnten. Offenbar hatten viele der angereisten Turnierteilnehmer ihre Knappen zum Einkauf vorangeschickt. Die Dorfleute machten gute Gesch\u00e4fte.<\/p>\n<p>Wer ihn und Merrit bemerkte, gr\u00fc\u00dfte erfreut, aber kaum jemand fand die Zeit, sich ihnen weiter zu widmen. Ein junges M\u00e4dchen schaffte es, seiner Mutter zu entwischen und Merrit mit gl\u00fchenden Wangen zwei kleine Pasteten zu reichen. L\u00e4nger aufhalten konnte sie sich zu ihrem offenkundigen Verdruss nicht, denn an ihrem Verkaufsstand war viel zu tun.<\/p>\n<p>Nur die j\u00fcngeren Kinder hatten Zeit. Dutzende st\u00fcrmten herbei und umringten den Ritter, manche noch so klein, dass sie von \u00e4lteren Geschwistern an der Hand gef\u00fchrt wurden.<\/p>\n<p>\u201eHerr Merrit!\u201c, freuten die Kleinen sich, kr\u00e4hten mit begeisterten hellen Stimmen und winkten um seine Aufmerksamkeit. \u201eHerr Merrit ist wieder da!\u201c Es war ein triumphaler Empfang. Nur zwei der kleinen M\u00e4dchen wirkten verd\u00e4chtig zur\u00fcckhaltend in dem Jubel.<\/p>\n<p>Merrit bemerkte das nicht sofort. Er schwang sich aus dem Sattel und nahm sein Pferd beim Z\u00fcgel, bevor ihm eines der Kinder vor die Hufe lief.<\/p>\n<p>\u201eHier\u201c, sagte er und gab die Pasteten zweien in die Hand, die ihm am n\u00e4chsten standen. \u201eMehr hab ich gerade nicht. Wenn jeder einen Bissen nimmt, haben alle etwas.\u201c<\/p>\n<p>\u201eHerr Merrit!\u201c, rief einer der Knaben aufgeregt, \u201ees sind ganz viele Ritter zu Besuch!\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie haben lauter bunte Zelte aufgestellt!\u201c<\/p>\n<p>\u201eEiner hat ein Sattelzeug, das blinkt wie die Sonne!\u201c<\/p>\n<p>\u201eEiner war da, der hat uns ausgeschimpft!\u201c, emp\u00f6rte sich ein anderes.<\/p>\n<p>\u201eNa so was\u201c, antwortete Merrit. \u201eWarum denn?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir wollten nur sein Zelt angucken. Das stand so schief.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber durftet ihr denn ins Turnierlager?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein\u201c, gab ein kleines M\u00e4dchen unbefangen zu. \u201eAber wir haben ja nur geguckt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eGanz viele sch\u00f6ne Pferde, Herr Merrit! Das wird Euch gefallen!\u201c<\/p>\n<p>Nun wirkten die beiden am Rande geradezu schuldbewusst.<\/p>\n<p>\u201eWerdet Ihr all die anderen Ritter vom Pferd schmei\u00dfen?\u201c, fragte ein kleiner Knabe mit verkleckertem Kittelchen begierig.<\/p>\n<p>\u201eAlle\u201c, prahlte Merrit scherzhaft. \u201eAu\u00dfer Herrn J\u00e1ndris. Den nehm ich mit der Lanze hoch wie Suppe mit dem L\u00f6ffel und setze ihn der ehrenwerten <em>opayra<\/em> auf den Scho\u00df.\u201c<\/p>\n<p>Die Kinder jauchzten bei dieser Vorstellung. Die gestrenge alte Dame kannten sie alle vom Sehen, und fast alle hatten gro\u00dfen Respekt vor ihr.<\/p>\n<p>\u201eWisst ihr denn, wer mein Freund hier ist?\u201c, lenkte Merrit die Schar ab.<\/p>\n<p>Osse err\u00f6tete. In die Unterhaltung hineingezogen zu werden, war ihm unangenehm. Aber es gab kein Entkommen.<\/p>\n<p>\u201eDas ist bestimmt Herr Osse\u201c, sagte einer der \u00e4lteren Knaben.<\/p>\n<p>\u201eRichtig. Sehr gut, Junge. Bestimmt hast du mein Wappen erkannt?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein, Herr\u201c, sagte der Knabe ehrlich. \u201eDas Ding auf Eurer Nase.\u201c<\/p>\n<p>Einige Kinder kicherten. Der Rest schaute erwartungsvoll. Osse griff sich unwillk\u00fcrlich an die Augengl\u00e4ser. Hier war das f\u00fcr die Bauernkinder ein fremdartiger Anblick.<\/p>\n<p>\u201eWozu ist das?\u201c, fragte eines der kleineren M\u00e4dchen, das noch nicht alt genug war, Osse zuvor einmal gesehen zu haben.<\/p>\n<p>\u201eDas \u2026 das ist, damit ich besser schauen kann. Wenn ich <em>mynstir<\/em> der <em>teirandanja<\/em> bin, dann muss ich alles gut im Auge behalten, damit mir nichts Unrechtes entgeht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eK\u00f6nnt ihr damit auch durch die Mauern sehen?\u201c, fragte ein Knabe mit so ernsthaftem Interesse, als w\u00e4ge er ein Risiko ab.<\/p>\n<p>\u201eIch w\u00e4re vorsichtig, wenn dich einmal der Honigtopf in der K\u00fcche lockt\u201c, sagte Osse ernsthaft und zu Merrits Erheiterung.<\/p>\n<p>Der vorlaute Junge kicherte verlegen. Wahrscheinlich \u00fcberdachte er seine Pl\u00e4ne.<\/p>\n<p>\u201eJa, das ist wahr\u201c, nahm Merrit den Faden auf. \u201eWenn Herr Osse sein Amt antritt, dann m\u00fcssen wir alle uns vorsehen. Da gibt es keinen Unfug und keine R\u00e4ubereien mehr. Aber keine Sorge: Wenn es zu schlimm wird, dann verstecke ich das ungeheure Ding einfach.\u201c<\/p>\n<p>Diese Bemerkung brachte Merrit die Hochachtung seiner jungen Bewunderer ein. Nur die beiden Kinder, die abseits standen, schienen sich immer unwohler in ihrer Haut zu f\u00fchlen. Osse musterte die beiden verwirrt und brachte prompt das kleinere M\u00e4dchen aus der Fassung. Es verzog das Gesicht, und Tr\u00e4nen begann, \u00fcber seine Wangen zu kullern. Das bemerkte nun auch Merrit. Er warf Osse einen \u00fcberraschten Blick zu und wandte sich der Kleinen zu.<\/p>\n<p>\u201eIhr seid doch die Kinder des Schmiedes\u201c, sprach er sie an.\u00a0 \u201eZu euch sind wir gerade unterwegs!\u201c<\/p>\n<p>Nun begann auch das andere M\u00e4dchen zu weinen. Nur das kleine Br\u00fcderchen an seiner Hand schien unbeeindruckt und strahlte Merrit entgegen.<\/p>\n<p>\u201eKommt mit uns\u201c, sagte Merrit freundlich. \u201eUnd ihr anderen, Herr Osse und ich haben wichtige und eilige Dinge zu tun. Geht spielen. Oder denkt euch etwas aus, wie ihr den Rittern beim Turnier etwas zujubelt.\u201c<\/p>\n<p>Die Kinderschar stob davon, bis auf die beiden kleinen M\u00e4dchen und deren Br\u00fcderchen. Schlie\u00dflich konnten sie vor dem Ritter nicht so einfach weglaufen.<\/p>\n<p>Merrit wartete, bis die Kinder weit genug weg waren. Die Erwachsenen ringsum waren so gesch\u00e4ftig, dass sie nicht auf ihn achteten.<\/p>\n<p>\u201eWarum denn die Tr\u00e4nen?\u201c, erkundigte er sich besorgt. \u201eFreut ihr euch nicht, dass ich wieder da bin?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein\u201c, antwortete das kleinere M\u00e4dchen ernsthaft, zum Entsetzen des etwas \u00e4lteren.<\/p>\n<p>\u201eSoll ich wieder davonreiten?\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa\u201c, sagte das \u00c4ltere. \u201eOder \u2026 nein. Aber \u2026 vielleicht k\u00f6nntet ihr einfach sp\u00e4ter kommen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eSp\u00e4ter? Wann denn?\u201c, wunderte Merrit sich.<\/p>\n<p>\u201eNa, wenn unser Vater und <em>yarl<\/em> Altabete das Pferd wiedergefunden haben\u201c, brachte das kleinere M\u00e4dchen hervor.<\/p>\n<p>Merrit erstarrte.<\/p>\n<p>\u201eWie bitte?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu sollst doch niemandem etwas verraten!\u201c, schalt das \u00c4ltere entsetzt.<\/p>\n<p>\u201eSprecht ihr von dem Pferd, das f\u00fcr mich bereitstand?\u201c<\/p>\n<p>Nun schauten alle zu Boden.<\/p>\n<p>\u201eIst es euch ausgeb\u00fcxt? Erz\u00e4hlt, ich muss das wissen!\u201c<\/p>\n<p>\u201e\u2019raubt\u201c, erkl\u00e4rte das Br\u00fcderchen unbek\u00fcmmert.<\/p>\n<p>Merrit richtete sich mit h\u00e4ngenden Schultern auf. Osse hob fragend die Brauen.<\/p>\n<p>\u201eKommt\u201c, wandte der Ritter sich den verst\u00f6rten Kindern wieder zu. \u201eIch will das von eurem Vater h\u00f6ren.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber Papa hat das Pferd bestimmt nicht weggenommen!\u201c, schniefte das j\u00fcngere M\u00e4dchen.\u00a0 \u201eGanz ehrlich nicht!\u201c<\/p>\n<p>\u201eSeid bitte nicht b\u00f6se mit unserem Vater\u201c, bat das \u00c4ltere innig. \u201eDer war ganz furchtbar aufgeregt und traurig!\u201c<\/p>\n<p>\u201eKommt mit. Ihr d\u00fcrft auf meinem Pferd reiten. Das m\u00f6gt ihr doch so gern, nicht wahr?\u201c<\/p>\n<p>Der kleine Knabe im Kittelchen war begeistert. Merrit hob die drei Kinder kurzerhand in den Sattel seines Braunen und schwang sich selbst auf das Reittier, das sie beschlagnahmt hatten.<\/p>\n<p>So machten sie sich auf den Weg zur Schmiede.<\/p>\n<p>Die furchtsamen Blicke der M\u00e4dchen wurden Osse unangenehm. Er versuchte zuerst, ihnen auszuweichen. Dann nahm er kurzerhand seine Augengl\u00e4ser ab und sein Blick verschwamm\u00a0 etwas. Das war besser.<\/p>\n<p>\u201eIhr sagt also, das Pferd ist weg?\u201c, fragte Merrit beunruhigt. \u201eSeit wann?\u201c<\/p>\n<p>\u201eSeit vorletzter Nacht, Herr Merrit. Es stand am Morgen nicht mehr an seinem Platz.\u201c<\/p>\n<p>\u201eHast jemand die T\u00fcr offengelassen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein, Herr Merrit. Ganz bestimmt nicht. Ich hab selbst noch zugesehen, wie Vater es am Abend angebunden und gef\u00fcttert hat. Ich hab ihm noch einen Apfel gegeben.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnser Papa ist dann sofort zur Burg gelaufen\u201c, erz\u00e4hlte das Kleinere. \u201eUnd dann war <em>yarl<\/em> Altabete da mit zwei Knechten. Die haben sich alles ganz genau angesehen. Und ganz lange mit Papa gesprochen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eVerflucht\u201c, sagte Merrit tonlos. \u201eWenn Herr Andri\u00e9r von dem Pferd <em>wei\u00df<\/em>, dann stecken J\u00e1ndris, T\u00edjnje und ich jetzt in Schwierigkeiten.\u201c<\/p>\n<p>\u201eHabt ihr jemand anderem von dem Pferd erz\u00e4hlt?\u201c, fragte Osse. \u201eOder davon, dass es Herrn Merrit geh\u00f6rt?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein. Das hat Mama uns verboten.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas ist gut, Herr Merrit. Dann wei\u00df Herr Andri\u00e9r, dass ein Pferd verschwunden ist, aber nicht, dass es Euer Pferd war.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWenn der Schmied nicht geplaudert hat\u201c, sagte Merrit d\u00fcster. \u201eAber das werde ich wohl gleich selbst h\u00f6ren.\u201c<\/p>\n<p>\u201eH\u00f6rt zu, ihr Kinder. Das ist ganz wichtig. Ihr d\u00fcrft auch weiterhin niemandem von dem Pferd erz\u00e4hlen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wenn jemand fragt\u201c, schniefte die J\u00fcngere. \u201eHerr Andri\u00e9r hat ganz viele Fragen gestellt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDann d\u00fcrft ihr niemandem sagen, dass es Herrn Merrits Pferd war. K\u00f6nnt ihr das versprechen?\u201c<\/p>\n<p>Die M\u00e4dchen nickten. Der kleine Knabe begriff vermutlich noch nicht, worum es ging. Er h\u00fcpfte begeistert im Sattel auf und ab, ohne dass Merrits Brauner auch nur mit dem Ohr gezuckt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>\u201eK\u00f6nnt ihr das auch geloben?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas ist geloben?\u201c, fragte das kleinere M\u00e4dchen.<\/p>\n<p>\u201eEtwas ganz, ganz fest versprechen. So fest, dass es unzerbrechlich ist, das Versprechen. Erwachsene machen das bei sehr wichtigen Dingen. Und ihr seid doch schon fast gro\u00dfe <em>f\u00e1njula\u00e9<\/em>, nicht wahr?\u201c<\/p>\n<p>Die beiden nickten scheu. Wenn der m\u00e4chtige, gestrenge <em>mynstir<\/em> mit der allschauenden Brille es sagte, musste es wohl so sein.<\/p>\n<p>\u201eIch f\u00fcr meinen Teil\u201c, sagte Merrit, \u201egelobe euch, dass ich mit eurem Vater nicht schimpfen werde. Ich will nur von ihm wissen, was er mit Herrn Andri\u00e9r geredet hat. Ich gelobe das bei meiner Ehre. Das ist das Wertvollste, was ich habe.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch auch\u201c, sagte das \u00e4ltere M\u00e4dchen erleichtert.<\/p>\n<p>\u201eUnd ich bei meiner Lieblingspuppe\u201c, schloss das J\u00fcngere sich feierlich an. Der Knabe beschr\u00e4nkte sich darauf, nachdr\u00fccklich zu nicken.<\/p>\n<p>Osse fand diesen seltsamen Pakt zu niedlich. Aber das Pferd brachte das nicht zur\u00fcck. Dennoch, in den kleinen M\u00e4chen hatte Merrit sicherlich wertvolle Verb\u00fcndete.<\/p>\n<p>In seiner G\u00fcrteltasche f\u00fchrte er stets griffbereit ein paar kleine Schnittreste von Pergament bei sich. Einen Silbergriffel und ein paar vorgefertigte Siegelplomben aus Blei hatte er auch zur Hand. Er setzte seine Brille wieder auf und begann, zu kritzeln.<\/p>\n<p>\u201eWas war es denn f\u00fcr ein Pferd?\u201c, frage Merrit matt. \u201eEin Feuerblut? Ein Kurierpferd? Ein Eisenr\u00fccken?\u201c<\/p>\n<p>\u201eEin ganz sch\u00f6nes. Mit hellbraunem Fell und noch hellerer M\u00e4hne.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEin Hengst oder eine Stute?\u201c<\/p>\n<p>\u201eEine Stute, Herr Merrit. Wir haben sie Goldm\u00e4hnchen genannt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu liebe Zeit\u201c, murmelte Merrit tonlos.<\/p>\n<p>\u201eWas beschwert Ihr Euch, Herr Merrit? Immerhin kein flauschiges Damenpferd. Hier, ihr Kinder. Nehmt das.\u201c Er reichte dem \u00e4lteren M\u00e4dchen das Pergamentk\u00e4rtchen an. Der Knabe grabschte nach dem kleinen baumelnden Siegel, aber sie nahm es fest an sich und schaute ratlos darauf. Dass sie lesen konnte, war nicht anzunehmen.<\/p>\n<p>\u201eWenn ihr das Goldm\u00e4hnchen irgendwo entdecken solltet, dann lauft ihr ganz schnell zu Burg. Wenn man euch nicht durch eine T\u00fcr lassen will, zeigt ihr das K\u00e4rtchen vor.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd was passiert dann?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDann f\u00fchrt man euch unverz\u00fcglich mir, Herrn Merrit oder einer der anderen hochedlen Damen oder Herren auf Wijdlant vor, je nachdem, wer von uns gerade am n\u00e4chsten ist. Dem berichtet ihr von Goldm\u00e4hnchen. Aber niemand darf wissen, dass es Herrn Merrits Pferd ist.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wenn die <em>teiranda <\/em>oder der <em>teirand <\/em>am N\u00e4chsten ist?\u201c, fragte das kleine M\u00e4dchen gespannt.<\/p>\n<p>\u201eDann sagt ihr es denen.\u201c<\/p>\n<p>Nun betrachteten alle drei ehrf\u00fcrchtig das K\u00e4rtchen. Man sah ihnen an, wie wichtig sie sich pl\u00f6tzlich f\u00fchlten.<\/p>\n<p>\u201eUnd ich gelobe euch bei meiner Ehre, dass ihr eine Belohnung bekommt, wenn ihr keinen Unfug damit treibt und das kleine Geheimnis zwischen uns wahren k\u00f6nnt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas f\u00fcr eine Belohnung?\u201c, fragte die J\u00fcngere gespannt.<\/p>\n<p>\u201eWas wollt ihr dann haben?\u201c<\/p>\n<p>\u201eKuchen!\u201c, kr\u00e4hte der Kleine.<\/p>\n<p>\u201eWir werden das alles so machen, wie Ihr sagt, Herr Osse\u201c, fiel die \u00c4ltere ihm eilig ins Wort.<\/p>\n<p>Osse verneigte sich. \u201eDann haben wir eine Abmachung. So sei es.\u201c<\/p>\n<p>Als sie an ankamen, sah der Schmied sie bereits kommen. Er lie\u00df zum Erstaunen eines wartenden Pferdknechts mit einem kunterbunten Wappen mitten im Beschlagen ein Streitross stehen und st\u00fcrzte auf Merrit und Osse zu, unter tiefsten Verbeugungen und Beteuerungen.<\/p>\n<p>Aus dem Haus kam die Mutter gelaufen und beeilte sich, die Kinder schnell vom Ross des Ritters zu pfl\u00fccken.<\/p>\n<p>Der getreue Schmied, dem T\u00edjnje das wertvolle Pferd anvertraut hatte, war v\u00f6llig au\u00dfer sich. Es war fast besch\u00e4mend, den breitschultrigen Mann zu sehen, wie er da stand und seine Kappe nerv\u00f6s in den H\u00e4nden knetete. Nein, beteuerte er. Er habe Herrn Andri\u00e9r nicht gesagt, dass T\u00edjnje Mor\u00e9aval das sch\u00f6ne Pferd f\u00fcr ihn, Herrn Merrit eingestellt hatte. Er habe nur von dem diskreten Auftrag einer hochedlen Dame gesprochen. Und das, so wolle er versichern und seine <em>h\u00fdardora<\/em> k\u00f6nne es bezeugen, obwohl Herr Andri\u00e9r wirklich sehr hartn\u00e4ckige Fragen gestellt habe.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nne sich gar nicht erkl\u00e4ren, wohin das Pferd verschwunden sei, jammerte die Frau. Und er, Herr Osse, er m\u00f6ge ihr das bei den M\u00e4chten auch glauben!<\/p>\n<p>Nein, ausgerissen sei das Pferd nicht. Der Halfterstrick sei nicht zur\u00fcckgeblieben, es m\u00fcsse jemand schon in den Pferch gegangen und die Kette gel\u00f6st haben. Wahrscheinlich jemand, der sich gut mit edlen Pferden auskannte.<\/p>\n<p>Hufspuren habe der Herr Andri\u00e9r gefunden, wusste die Frau. Aber die h\u00e4tten sich an der Stra\u00dfe verloren.<\/p>\n<p>Warum sie denn um der M\u00e4chte willen keinen Wachhund h\u00e4tten, der auf den Pferch achtgab, hatte Merrit wissen wollen.<\/p>\n<p>Nein, war die Antwort gewesen. Wozu denn? Ein Hund w\u00fcrde doch nur die Pferde der Kunden nerv\u00f6s machen. Und es sei auch noch nicht vorgekommen, dass jemand versucht h\u00e4tte, einen Amboss zu stehlen.<\/p>\n<p>Merrit gab es auf. Er wies die beiden an, die Augen nach dem Pferd offen zu halten und beteuerte, dem redlichen Familienvater keinerlei Vorw\u00fcrfe zu machen, so \u00e4rgerlich die Sache sei.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich machten sie sich wieder auf den Weg. Merrit war ver\u00e4rgert. Dass niemand zugegen war, den er f\u00fcr die Schwierigkeiten belangen konnte, die ihm nun dr\u00e4uten, wurmte ihn.<\/p>\n<p>\u201eVerflucht\u201c, knurrte er und schwang sich auf seinen Braunen. \u201eUnd was sage ich jetzt, wenn Herr Daap oder Herr Andri\u00e9r das Pferd sehen wollen, wegen dem ich mich vor den Vorbereitungen gedr\u00fcckt habe?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDass es dir weggelaufen ist?\u201c<\/p>\n<p>\u201eMir ist noch nie ein Pferd weggelaufen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSei unbesorgt. Goldm\u00e4hnchen wird wohl wieder auftauchen. Ein so auff\u00e4lliges Pferd muss jemand gesehen haben.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSchade nur, dass wir keine Belohnung aussetzen k\u00f6nnen, ohne uns zu verraten.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu hast Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck. Jedenfalls kommst du nicht ohne neues Pferd zur\u00fcck nach Wijdlant.\u201c<\/p>\n<p>Merrit verstand nicht sofort.<\/p>\n<p>\u201eOh nein!\u201c, wehrte er dann ab. \u201eNicht dieser Gaul!\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas ist kein schlechtes Pferd.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein, aber auch kein gutes! Herr Andri\u00e9r lacht mich aus, wenn er den Klepper sieht. Es glaubt keiner, dass ich eigens nach Althopian reise und mit einem langweiligen Kurierpferd zur\u00fcckkomme!\u201c<\/p>\n<p>\u201eHerr Andri\u00e9r bekommt dieses Pferd gar nicht erst zu Gesicht. H\u00f6r zu: Du reitest nicht von der Nordseite zur Burg. Du kehrst jetzt gleich um und schnurstracks ins Turnierlager. Da l\u00e4sst du den Gaul einstallen. Daf\u00fcr solltest du einen Beleg bekommen, den du vorzeigen kannst. Wenn einer der Pferdeknechte sich wundert, sagst du eben, das sei ein Pferd f\u00fcr niedere Aufgaben.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas gibt dumme Nachfragen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein. Oder glaubst du, die Pferdeknechte wissen, warum du angeblich in Althopian warst? Das interessiert niemanden. Du k\u00f6nntest einen Ziegenbock in ihre Obhut geben, und keiner w\u00fcrde sich anma\u00dfen, sich zu wundern. Pass nur auf, dass Herr Andri\u00e9r oder Herr Daap nicht gerade daneben stehen. Aber so fr\u00fch am Tag sind sie bestimmt noch in der Burg. Vielleicht kann ich die beiden aufhalten und dir Zeit verschaffen. Zur\u00fcck in der Burg sagst du dann einfach, du hast dein Pferd bereits weggebracht. Und danach muss vorerst niemand davon erfahren, dass dir ein Pferd fehlt. Nun gut, T\u00edjnje wirst du erkl\u00e4ren m\u00fcssen, was mit Goldm\u00e4hnchen passiert ist.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas ist ein selten dummer Name f\u00fcr ein Pferd!\u201c<\/p>\n<p>\u201eDerweil sehe ich zu, dass ich irgendwo diskret ein Pferd auftreibe, das du besser brauchen kannst. Sp\u00e4testens wenn dein Vater eintrifft, fliegt der Schwindel sowieso auf.\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa\u201c, gab Merrit zu und nahm Osse die Z\u00fcgel des Handpferdes ab. \u201eAber ihn h\u00e4tte ich einweihen k\u00f6nnen. Er h\u00e4tte Verst\u00e4ndnis gehabt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWof\u00fcr?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNun, dass es mir wichtiger war, dich sicher herzugeleiten als mit bei Hof zu zeigen, wo alle \u2026\u201c Er unterbrach sich. Aber Osse wusste, was er sagen wollte.<\/p>\n<p>\u201eIch bin neugierig, was du f\u00fcr Manj\u00e9v f\u00fcr ein Geschenk hast\u201c, sagte er sanft. \u201eSicher ist es das beste Geschenk aller Zeiten.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas hoffe ich. Ich wei\u00df sonst nicht mehr, was noch machen k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n<p>Sie ritten zur\u00fcck zur Stra\u00dfe. Die drei Kinder winkten ihnen zu.<\/p>\n<p>Dann trennten sich ihre Wege. Merrit trabte an und entfernte sich gen Osten, wo hinter dem Waldst\u00fcck das Turnierlager war. Das Kurierpferd lief am Z\u00fcgel nebenher.<\/p>\n<p>Osse aber wendete sein Maultier nach Norden. Dort, nur noch ein paar Hundert Herzschl\u00e4ge entfernt, ragte der hohe Turm der Burg von Wijdlant auf.<\/p>\n<p>Er l\u00e4chelte und spornte das Maultier an. Endlich gib es nach Hause.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/scherbenlied-oder-die-suche-nach-dem-boesen-band-3\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-4711","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-03_scherbenlied"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4711","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4711"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4711\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4719,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4711\/revisions\/4719"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4711"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4711"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4711"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}