{"id":4709,"date":"2026-04-03T19:18:15","date_gmt":"2026-04-03T17:18:15","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=4709"},"modified":"2026-04-03T19:18:15","modified_gmt":"2026-04-03T17:18:15","slug":"067-ein-wiedersehen-mit-cro-und-ungro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2026\/04\/03\/067-ein-wiedersehen-mit-cro-und-ungro\/","title":{"rendered":"067: Ein Wiedersehen mit Cr\u00f3 und Ungro"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SL_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1992\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p>Im Pferdestall war es angenehmer als in der Stube. Es roch zwar etwas strenger, aber das Stroh war weich. Die d\u00f6senden Tiere strahlten mehr W\u00e4rme ab als die Ofensteine in den Kammern und Schlafs\u00e4len. Die angenehmste W\u00e4rme ging ohnehin von Tridna aus. Sie war weich und roch so gut und f\u00fchlte sich in seinen Armen herrlicher an als alles andere, was er jemals ber\u00fchrt hatte.<\/p>\n<p>L\u00e1as d\u00e4mmerte im Halbschlaf vor sich hin. Alles andere w\u00e4re Verschwendung gewesen. Wenn sie morgen in Wijdlant waren, w\u00e4re es viel schwieriger, Zweisamkeit mit der jungen Frau zu finden, zumindest, solange das <em>vaspos\u00e1r<\/em> dauerte.<\/p>\n<p>Und dann, so dachte er zufrieden, w\u00fcrde er Tridna den Eltern in aller Form vorstellen. Und wenn das gelungen und geregelt war, dann w\u00fcrde er sie nie wieder loslassen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Er schmiegte sein Gesicht an ihren Kopf, sein Bart verhakte sich ein wenig in ihren Haaren. Achtsam, ohne sie zu wecken, befreite er sich. Sie regte sich, zog ein St\u00fcck mehr von dem Mantel an sich, den sie als Decke \u00fcber sich ausgebreitet hatten, und kuschelte sich an seine Brust und seinen Bauch.<\/p>\n<p>Nein, wie schade w\u00e4re es, das zu verschlafen. L\u00e1as seufzte gl\u00fccklich und streichelte mit der Fingerspitze ihren Arm.<\/p>\n<p>Und dann betrat jemand den Stall. Leise, aber eilige Schritte n\u00e4herten sich auf dem gestampften Boden.<\/p>\n<p><em>Nanu<\/em>, dachte L\u00e1as \u00fcberrascht. <em>Wer hat denn um diese Zeit etwas zu schaffen bei den Tieren?<\/em><\/p>\n<p>Sein Messer lag in seiner Reichweite, war allerdings zuletzt ein wenig von umgew\u00e4lztem Stroh begraben worden. Der Ritter tastete danach, ohne allzu sehr zu rascheln. Erleichtert f\u00fchlte er den Griff unter seiner Hand und zog es hervor.<\/p>\n<p>Keinen Lidschlag zu sp\u00e4t, denn tats\u00e4chlich dr\u00fcckte sich jemand um die Wand des Verschlages herum, der der Reittiere der Reisegruppe von der Stallgasse abtrennte. Eine Gestalt mit Umhang und Kapuze leuchtete hinein, weckte mit dem Licht die Pferde und Tridnas Esel und schaute sich um.<\/p>\n<p>Die beiden Streitr\u00f6sser und T\u00edjnjes Zelter erschienen ihm offenbar nicht passend. Aber eines der Maultiere, das schaute er l\u00e4nger an, als fl\u00fcchtiges Interesse es rechtfertigte.<\/p>\n<p>\u201eWas treibst du, <em>b\u00e1chorkor<\/em>?\u201c, zischte L\u00e1as ihn an.<\/p>\n<p>Der Mann fuhr erschrocken herum. Tats\u00e4chlich, richtig geraten. Der kahlk\u00f6pfige Geschichtenerz\u00e4hler war es, den Tridna so verd\u00e4chtig fand. Tridna hatte ein gutes Gesp\u00fcr f\u00fcr so etwas. Man lernte es, Menschen zu lesen, wenn man nur lange genug in einer Schenke arbeitete, hatte sie ihm anvertraut.<\/p>\n<p>\u201eIch \u2026 bei den M\u00e4chten! Ihr habt mich erschreckt! Seid ihr nicht der junge <em>yarlandor<\/em>?\u201c<\/p>\n<p>\u201eBin ich. Und der Braune da ist meiner. Was willst du hier im Stall?\u201c<\/p>\n<p>Tridna regte sich und blinzelte. Dann bemerkte sie den Mann und raffte mit einem verhaltenen Aufschrei den Mantel \u00fcber sich.<\/p>\n<p>Der <em>b\u00e1chorkor<\/em> war ungef\u00e4hr einen Lidschlag lang \u00fcberrascht. Dann begann er, zu grinsen.<\/p>\n<p>\u201eWas ich hier mache, Herr? Nun \u2026 wahrscheinlich dasselbe wie ihr. Ich kann nicht schlafen im Haus. Zu eng, zu wenig Luft.\u201c<\/p>\n<p>\u201eHier ist besetzt. Geh r\u00fcber in den Viehstall. Oder in den Heuschober.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDa liegen auch schon Paare unz\u00fcchtig beieinander, Herr. Ist das nicht das K\u00fcchenm\u00e4dchen, da in Eurem Arm?\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wenn?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNichts weiter. Wer bin ich, den das etwas anginge? Jedenfalls weniger, als gewiss mache hochedlen Herrschaften.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas redet der da?\u201c, wisperte Tridna.<\/p>\n<p>\u201eWas sind das f\u00fcr Unversch\u00e4mtheiten?\u201c, fragte L\u00e1as unwirsch und dr\u00fcckte sie beruhigend an sich.<\/p>\n<p>\u201eHabe ich etwas Unversch\u00e4mtes gesagt? Ich habe doch nur gesagt, dass mich Eure \u2026 Angelegenheiten nichts angehen. Und daran will ich mich halten, solange \u2026\u201c<\/p>\n<p>L\u00e1as umklammerte das Messer. Aber Tridna legte ihm beschwichtigend die Hand auf den Arm.<\/p>\n<p>Der <em>b\u00e1chorkor<\/em> feixte, unversch\u00e4mter, als es ihm zustand.<\/p>\n<p>\u201eWas willst du?\u201c, fragte L\u00e1as grimmig.<\/p>\n<p>\u201eNun\u201c, sagte der Mann. \u201eF\u00fcr gew\u00f6hnlich bekomme ich Lohn daf\u00fcr, dass ich Geschichten erz\u00e4hle. Wie w\u00e4re es, wenn ich gewisse Geschichten <em>nicht<\/em> erz\u00e4hle? Oder zumindest gewissen Leuten nicht erz\u00e4hle.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSo? Wovon denn?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNun, zum Beispiel von hochedlen Herren, die sich mit schutzbefohlenem Gesinde vergn\u00fcgen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eOh nein\u201c, wisperte Tridna pl\u00f6tzlich. \u201eWenn das Eure Mutter, Euer Vater w\u00fcsste! Wenn das in Wijdlant <em>Frau Truda<\/em> zu Ohren k\u00e4me \u2026\u201c Sie hob die H\u00e4nde vors Gesicht und begann, zu schluchzen.<\/p>\n<p>\u201eIn der Tat\u201c, sagte der <em>b\u00e1chorkor<\/em> nachdenklich. \u201eEs w\u00fcrde dieser Frau Truda wohl das Herz brechen, wenn sie w\u00fcsste, was diese Pferde hier wohl gesehen haben. Wie gut nur, dass Pferde schweigen.\u201c<\/p>\n<p>L\u00e1as schaute zwischen ihm und dem weinenden Schankm\u00e4dchen hin und her. Was bei den M\u00e4chten sollte denn Truda bei dieser Sache anstellen? Aber dann begriff er.\u00a0 Nat\u00fcrlich. Woher soll er wissen, was \u00fcberhaupt kein Geheimnis ist.<\/p>\n<p>\u201eWas verlangst du daf\u00fcr, um zu schweigen wie ein Pferd?\u201c, fragte er, so zerknirscht, wie es ihm \u00fcber die Lippen kam.<\/p>\n<p>Der <em>b\u00e1chorkor<\/em> lie\u00df sich in der anderen Ecke des Verschlages nieder und raffte sich einen Armvoll Stroh in den R\u00fccken. Das w\u00fcrde die K\u00e4lte der Mauer etwas abhalten.<\/p>\n<p>\u201eBis morgen fr\u00fch\u201c, sagte er und schlug die Beine \u00fcbereinander, \u201ef\u00e4llt mir sicher etwas Angemessenes ein.\u201c<\/p>\n<p>Den Turm zu erklimmen war nicht schwer. Die Mauern waren uralt, ein wenig verwittert und griffig. Sie boten D\u00fdamir\u00e9es Krallen genug Griff, um hinaufzuhuschen. Der Lichtschein aus dem Fenster wies ihr den Weg. Nat\u00fcrlich kam sie von au\u00dfen nicht direkt in das Zimmer herein. Eine Butzenglasscheibe versperrte ihr den Weg. Aber in der N\u00e4he war ein geschlossener Fensterladen, der etwas locker hing. Der Spalt zwischen Holzfl\u00fcgel und Wand war breit genug, um ein Eichh\u00f6rnchen hindurchzulassen. Sie zw\u00e4ngte sich dazwischen, gelangte auf einen dunklen Korridor und folgte dem vagen Schein, der sie zur richtigen T\u00fcr f\u00fchrte. Die Schattens\u00e4ngerin vergewisserte sich, dass niemand in der N\u00e4he war, und schl\u00fcpfte zur\u00fcck in ihre Menschengestalt, um eintreten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Licht kam von mehreren Laternen, die im Regal und auf dem Tisch standen. Ein Schlafgemach war es, ganz offensichtlich das eines hochedelen Herrn. Ein gepolsterter Sessel mit Fellen und Decken stand am kalten Kamin. Das Bett war zerw\u00fchlt, am Boden auf dem Teppich lag eine Flasche. Sie war ge\u00f6ffnet und leer.<\/p>\n<p>Die Schattens\u00e4ngerin sah sich um. Im Raum verteilt fand sie hier und da Dinge, die offensichtlich einem Ritter geh\u00f6rten, kleine R\u00fcstungsteile wie Handschuhe und Sporen. Die Ausstattung des Raumes, das Waschgeschirr, die Wandbeh\u00e4nge, sogar ein paar B\u00fccher, das alles war in einem seltsamen Gleichgewicht kostbar und bescheiden zugleich. An der Wand \u00fcber dem Bett war ein handtellergro\u00dfes Brettchen angebracht. Eine hauchd\u00fcnne Platte aus Horn verdeckte es, wie um das darunter liegende zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Eine der Truhen war ge\u00f6ffnet. Auf dem Tisch standen zwei h\u00f6lzerne Schatullen, beide ge\u00f6ffnet, und aus allem, was offen stand, waren Teile des Inhalts herausgezogen und teils \u00fcber M\u00f6bel und Tischplatte drapiert. Kleider und Tuche, sch\u00f6ne Gew\u00e4nder und in den Kisten Geschmeide und Haarschmuck mit Perlen und Perlmutt.<\/p>\n<p>D\u00fdamir\u00e9e wagte es nicht, etwas davon anzutasten. Aber es machte sie auf eine seltsame Art traurig. Es ging sie doch gar nichts an. Das waren Unkundigendinge. Und doch \u2026<\/p>\n<p>Sie griff zaghaft den Horndeckel \u00fcber dem Brettchen an und \u00f6ffnete ihn. Das Gesicht einer Frau war darunter verborgen, mit m\u00fcrben \u00d6lfarben und strengen Strichen gemalt. Blass war sie und wenn der Maler etwas lebendig an ihr abgebildet hatte, dann war es ihre Scheue und Warmherzigkeit. Das Wappen von Ov\u00e9stola in der unteren Ecke des Bildes best\u00e4tigte D\u00fdamir\u00e9es Vermutung.<\/p>\n<p>Das war das Gemach von Herrn Alsg\u00f6r. Offensichtlich war die <em>maedlora<\/em> Hevstrid gerade dabei, seinen gr\u00f6\u00dften Schatz zu durchw\u00fchlen. Vielleicht hatte Venghi\u00e1r ihr das erlaubt.<\/p>\n<p>D\u00fdamir\u00e9e runzelte die Stirn. Nein, es war nicht recht, sich einzumischen. Aber schlie\u00dflich galt es, das Andenken der <em>yarlara<\/em>, die schon so lange hinter den Tr\u00e4umen auf ihren <em>h\u00fdardor<\/em> ausgeharrt hatte, f\u00fcr ihre Kinder zu bewahren.<\/p>\n<p>D\u00fdamir\u00e9e wirkte einen Bann auf alles, auf den Schmuck und die Gew\u00e4nder. Nichts davon sollte diese Burg verlassen, es sei denn in den H\u00e4nden der beiden T\u00f6chter oder des Sohnes.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend schaute die Schattens\u00e4ngerin in weitere R\u00e4ume auf dem Flur. Eines fand sie, in dem allerlei Spielzeug zu sehen war, mit zwei Betten darin. In einem schlief eine \u00e4ltere Dame und hatte schwere Tr\u00e4ume. Die Schattens\u00e4ngerin wagte nicht, hier einzutreten. Drei kleinere Kammern gab es noch. In der einen gab es nur leere Truhen und wenig Zierrat. Ein gro\u00dfer Spiegel hing darin. Vielleicht war das Trudas Stube, wenn sie den Vater besucht hatte. In der anderen waren ein paar B\u00fccher zur\u00fcckgeblieben, ganz verloren in ihrem Regal. Fibeln und Lernb\u00fccher waren es, die Osse l\u00e4ngst nicht mehr ben\u00f6tigte und sich wohl doch nicht davon trennen konnte.<\/p>\n<p>Im dritten Gemach schien jemand zu wohnen, der gro\u00dfen Gefallen an B\u00f6gen und Armbr\u00fcsten hatte. Eisenzeug und Hiebwaffen fand D\u00fdamir\u00e9e hier nicht. Also war Venghi\u00e1r tats\u00e4chlich unterwegs zum <em>vaspos\u00e1r<\/em>. Ob er allen Ernstes dort antreten wollte? Ausgerechnet jetzt, da sein Gro\u00dfonkel ermordet war? Oder gerade deshalb?<\/p>\n<p>D\u00fdamir\u00e9e schaute sich noch weiter in der Burg um, nun aber zur Sicherheit wieder im Eichh\u00f6rnchenleib, um nicht unversehens auf einen nichts ahnenden Mann zu sto\u00dfen. Aber sie fand nichts au\u00dfer schlafenden Menschen. Manche tr\u00e4umten \u00e4ngstigende Dinge.<\/p>\n<p>So arbeitete sie sich durch den Wohnturm und die angrenzenden Geb\u00e4ude nach unten. Als sie gerade die letzte Treppe nehmen wollte, kam von dort jemand entgegen. Es war Hevstrid mit ihrer Laterne. Die Schattens\u00e4ngerin schl\u00fcpfte hinter einen Vorsprung, lie\u00df die junge Frau passieren.<\/p>\n<p>Kaum war sie fort, regte sich etwas in dem dunklen Korridor zu ebener Erde. D\u00fdamir\u00e9e schaute und war nicht schlecht erstaunt. Zwei M\u00e4nner sch\u00e4lten sich aus dem Schatten und taten das mit gro\u00dfer Heimlichkeit, aber wenig Geschick. Beide trugen Gep\u00e4ckb\u00fcndel bei sich, und Kapuzenumh\u00e4nge, ganz so, als wollten sie nicht erkannt werden.<\/p>\n<p>\u201eIst sie weg?\u201c, fl\u00fcsterte der eine heiser.<\/p>\n<p>\u201eIch glaub\u2018, ja.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDann nicht wie raus! Los, lauf! Aber leise!\u201c<\/p>\n<p>Die beiden versuchten, lautlos zu schleichen. Zu ihrem Gl\u00fcck war Hevstrid wohl schon au\u00dfer H\u00f6rweite, sodass sie unbehelligt zu T\u00fcr gelangten.<\/p>\n<p>Einer blieb so abrupt stehen, dass sein Begleiter fast gegen ihn prallte. \u201eH\u00f6rste das?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDa trippelt was!\u201c<\/p>\n<p>\u201eNa und? Wird &#8216;ne Ratte sein. Los, beeil dich!\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wenn es doch der Kerl ist?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDer w\u00fcrde nicht trippeln. Der doch nicht!\u201c<\/p>\n<p>\u201eCr\u00f3?\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa?\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wenn er da drau\u00dfen auf uns wartet, der Schwarzmantel?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDann m\u00f6gen die M\u00e4chte uns gn\u00e4dig sein\u201c, sagte der, der Cr\u00f3 hie\u00df. Und er sagte es mit so viel Ernst und Schaudern, dass D\u00fdamir\u00e9e verwirrt innehielt.<\/p>\n<p>Schwarzmantel? Pflegten Unkundige nicht, mit diesem Wort Schattens\u00e4nger zu schm\u00e4hen?<\/p>\n<p>\u201eLos. Wir holen uns Pferde!\u201c<\/p>\n<p>\u201eNie im Leben! Nie wieder steig ich auf einen Gaul!\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wie sollen wir dann hier schnell wegkommen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wenn der Schwarzmantel uns erwischt? Wenn er uns wieder am Sattel festklebt und auf die Felsen hetzt?\u201c<\/p>\n<p>\u201eUngro, das m\u00fcssen wir riskieren. Solange der Giftwurm nicht da ist, ist die Gelegenheit!\u201c<\/p>\n<p>\u201eDer Giftwurm hat uns immerhin noch nicht an den Kragen gewollt!\u201c<\/p>\n<p>\u201eRed es nicht herbei!\u201c<\/p>\n<p>\u201eMir ist jetzt noch schlecht. Das war Zauberei!\u201c<\/p>\n<p>\u201eStill!\u201c<\/p>\n<p>\u201eNat\u00fcrlich war das Zauberei! Von der \u00fcbelsten Art!\u201c<\/p>\n<p>\u201eSei endlich still!\u201c, zischte Cr\u00f3 ihn nieder. \u201eWir schnappen uns Brot und dann ein Pferd und wenn der Bl\u00f6dmann aus Rodekliv uns nicht rausl\u00e4sst, dann \u2026\u201c<\/p>\n<p>Sie entfernten sich, miteinander zischelnd. D\u00fdamir\u00e9e trippelte weiter, huschte an ihnen vorbei und \u00fcber den Hof hin\u00fcber zur K\u00fcche. Der Spalt zwischen T\u00fcrblatt und Boden war breit genug, um sich hindurchzuquetschen. Sie machte sich so klein und flach wie m\u00f6glich und schl\u00fcpfte\u00a0 unter dem T\u00fcrspalt hindurch.<\/p>\n<p>Advon sa\u00df dort auf einem Hocker neben dem niedrigen Feuer und nippte an einem Becher, in dem etwas aus Kr\u00e4utern appetitlich duftete. D\u00fdamir\u00e9e hetzte auf ihn zu und sprang auf seinen Scho\u00df.<\/p>\n<p><em>Vorsicht<\/em>, dachte sie. <em>Da kommen zwei.<\/em><\/p>\n<p>\u201eGef\u00e4hrlich?\u201c, fl\u00fcsterte er.<\/p>\n<p><em>M\u00f6glich<\/em>.<\/p>\n<p>Er stellte den Becher ab, schaute sie erstaunt an und setzte sie auf seine Schulter.<\/p>\n<p>Und schon stahlen die beiden sich n die K\u00fcche und erstarrten bei seinem Anblick.<\/p>\n<p>\u201eWer biste?\u201c, fand der, der Ungro hie\u00df, die Sprache zuerst wieder.<\/p>\n<p>\u201eKeine Sorge. Ich bin nur ein Gast. Ich w\u00e4rme mich hier nur auf.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWei\u00df die Dirne &#8211; wei\u00df Hevstrid, dass du da bist?\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa. Die hat mich reingelassen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNa gut.\u201c Cr\u00f3 nickte misstrauisch. \u201eDann h\u00f6r zu. Bursche. Wir haben es eilig. Wir wollen nur etwas Brot und dann sind wir auch gleich wieder weg.\u201c<\/p>\n<p>\u201eGern\u201c, sagte Advon. \u201eDas ist schlie\u00dflich eure Burg.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wenn das Weibsbild uns sucht, haste uns nich&#8217; gesehn. Ist klar, ja?\u201c<\/p>\n<p>\u201eKlar. Hab ihr was Geheimes vor?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas geht dich nichts an.\u201c<\/p>\n<p><em>Frag sie nach dem Schwarzmantel.<\/em><\/p>\n<p>Advon stutzte. \u201eWas?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWie?\u201c<\/p>\n<p><em>Tu es einfach! Frag sie, ob sie einem Schwarzmantel begegnet sind!<\/em><\/p>\n<p>\u201eIch will euch nicht lange aufhalten\u201c, sagte Advon gehorsam. \u201eAber ihr habt nicht zuf\u00e4llig k\u00fcrzlich einen Schwarzmantel gesehen?\u201c<\/p>\n<p>Ungro gab ein helles Wimmern von sich. Cr\u00f3, der sich gerade einen gro\u00dfen Laib Brot in die Tasche stopfte, hielt inne und drehte sich langsam zu Advon um.<\/p>\n<p>\u201eWarum willst du das wissen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch \u2026 ich bin auf der Suche nach ihm.\u201c<\/p>\n<p>\u201eVerflucht, Cr\u00f3\u201c, kam es weinerlich von Ungro. \u201eWir fliegen auf!\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas wei\u00dft du vom Schwarzmantel? Was will der von dem Giftwurm?\u201c<\/p>\n<p>\u201eGiftwurm?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu wei\u00dft genau, wen ich meine!\u201c<\/p>\n<p>\u201eOh. Also, das ist wirklich kein netter Ehrenname f\u00fcr Herrn Venghi\u00e1r.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas geht dich nichts an, Kerl!\u201c<\/p>\n<p>\u201eErz\u00e4hlt mir mehr. Wo ist Herr Venghi\u00e1r?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWeg\u201c, brachte Ungro j\u00e4mmerlich hervor.<\/p>\n<p>\u201eMit dem Schwarzmantel?\u201c<\/p>\n<p>\u201eVielleicht hat der auch die Flucht ergriffen!\u201c, knirschte Cr\u00f3. \u201eIst abgehauen, bevor der Schwarzmantel zur\u00fcckkehrt!\u201c<\/p>\n<p><em>Frag sie, was der Schwarzmantel getan hat.<\/em><\/p>\n<p>\u201eWieso habt ihr denn Angst vor einem Mann in Schwarz?\u201c, tat Advon unwissend.<\/p>\n<p>\u201eWarum? Fast umgebracht hat der uns! Und die Pferde!\u201c<\/p>\n<p>\u201eErz\u00e4hlt in Ruhe!\u201c<\/p>\n<p>\u201eAch\u201c, kam es abf\u00e4llig von Cr\u00f3. \u201eDu glaubst uns doch kein Wort!\u201c<\/p>\n<p>\u201eIm Gegenteil. Ich glaube Euch jedes Wort. Redet nur zu.\u201c Advon setzte sich wieder und griff nach seinem Kr\u00e4utersud. Die beiden M\u00e4nner wechselten Blicke miteinander.<\/p>\n<p>\u201eAlso\u201c, begann Cr\u00f3 z\u00f6gerlich. \u201eWir waren f\u00fcr Herrn Venghi\u00e1r unterwegs. Ein Botengang, nichts Gro\u00dfes.\u201c<\/p>\n<p>\u201eHaben die Etappenpferde eingesammelt. Ganz normal. War sch\u00f6nes Wetter. Und dann war da p\u00f6tzlich dieser Kerl auf seinem schwarzen Pferd.\u201c<\/p>\n<p><em>Wie sah er aus?<\/em><\/p>\n<p>\u201eWie sah er aus? Ich meine, es k\u00f6nnte sein, dass ich einen anderen Schwarzmantel suche als ihr.\u201c<\/p>\n<p>\u201eM\u00f6gen die M\u00e4chte verh\u00fcten, dass es noch mehr von der Sorte gibt!\u201c<\/p>\n<p>\u201eBeschreibt ihn mir.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNaja\u201c, sagte Ungro z\u00f6gerlich. \u201eHaben ihn nur aufm Pferd gesehen. Gro\u00df. Ungef\u00e4hr so gro\u00df wie du, aber nicht so gest\u00e4hlt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd? Erinnert euch. Wie war sein Gesicht?\u201c<\/p>\n<p>\u201eEr hatte einen Hut auf. Aber nicht so einen feinen wie Herr Venghi\u00e1r, wenn er keinen Helm tr\u00e4gt. Ein Filzhut mit breitem Rand eben. Und ich meine, er hatte einen Bart \u00fcber Wangen und Kinn. War kein ganz junger Mann mehr. So \u00fcber f\u00fcnfzig Sommer, w\u00fcrd ich meinen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa, wird schon grau. Seine Haare auch. Lange Haare bis zu den Schultern.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEinmal hab ich gemeint, seine Augen zu sehen. Aber kein Mensch hat silberne Augen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWar kein Mensch\u201c, behauptete Ungro.\u00a0 \u201eSo einer ist kein Mensch!\u201c<\/p>\n<p>\u201eWie war er gekleidet?\u201c<\/p>\n<p>\u201eSchwarz. Ganz schwarz. Sein Mantel hat geglitzert.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIst das der Schwarzmantel, den du suchst?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNun\u201c, sagte Advon best\u00fcrzt, \u201edas alles klingt sehr vertraut.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs war furchtbar\u201c, sprudelte Ungro hervor. \u201eDa war pl\u00f6tzlich Nebel und \u2026 und dann wei\u00df ich nichts mehr. Im n\u00e4chsten Moment geht mir mein Gaul durch und das Viech l\u00e4uft am Rand der Klippen wie von Chaosgeistern. Am Abgrund, hin und her \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wo war der Schwarzmantel?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWeg!\u201c, rief Cr\u00f3 aus. \u201eDer war weg! Und wir konnten die Pferde nicht anhalten. Ich hab versucht, abzuspringen. Nichts! Einfach nichts! Und dann \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eRumms! Alle Pferde umgest\u00fcrzt. Mit einem Mal.\u201c Ungro zitterte bei der Erinnerung. \u201eUnd es war vorbei. Und der Schwarzmantel \u2026 weg.\u201c<\/p>\n<p>D\u00fdamir\u00e9e war betroffen. Das alles war ungeheuerlich.<\/p>\n<p>Und zugleich schien etwas mit Cr\u00f3 und Ungro zu geschehen. Nun, nachdem sie ihre Geschichte erz\u00e4hlt hatte, schien ihr Geist pl\u00f6tzlich aufzuklaren, die Angst von ihren abzufellen. Fast so, als sei ein Siegel gebrochen.<\/p>\n<p>\u201eUnd deswegen\u201c, sagte Cr\u00f3 und griff nach einem Fleischmesser, das nahebei auf einem Tisch lag, \u201ewerden wir gehen. Und du wirst uns nicht aufhalten!\u201c<\/p>\n<p><em>Bring uns hier heraus. Lenk sie ab.<\/em><\/p>\n<p>\u201eLeg das Messer weg\u201c, forderte Advon ruhig. Ich will euch nicht aufhalten.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu wirst uns an das Weibsbild verraten! Du bist mit dem Schwarzmantel im Bunde!\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein\u201c, sagte Advon und stellte seinen Becher neben dem Herdfeuer ab. \u201eNicht mit diesem. Leg das Messer weg.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu kommst hier nicht raus\u201c, wisperte Cr\u00f3. \u201eDu verr\u00e4tst uns.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch habe nichts dergleichen vor.\u201c<\/p>\n<p>Ungro entdeckte eine gro\u00dfe Fleischgabel. Mit der bewaffnete er sich.<\/p>\n<p>\u201eHast hier nichts verlorn\u201c, brachte er hervor. Seine weinerliche Stimme wurde fester, misstrauischer. \u201eBistn Spion!\u201c<\/p>\n<p>\u201eVom Giftwurm\u201c, pflichtete Cr\u00f3 bei. \u201eOder vom Schwarzmantel. Ist ganz egal. Mit dir werden wir fertig.\u201c<\/p>\n<p>\u201eBei Patagh\u00edus Glanz\u201c, seufzte Advon. \u201eSeid ihr immer so reizbar?\u201c<\/p>\n<p>Sie teilten sich auf. Der eine ging links um den Tisch herum, der andere rechts.<\/p>\n<p>\u201eKeine Sorge, Blondschopf\u201c, wisperte Cr\u00f3. \u201eIst gleich vorbei.\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa, wir habens eilig!\u201c<\/p>\n<p>Advon zuckte die Achseln und b\u00fcckte sich nach dem schwach z\u00fcngelnden Feuer im Herd. \u201eSch\u00f6n\u201c, sagte er und sch\u00f6pfte eine Handvoll rot gl\u00fchender Kohlen. \u201eAber es geziemt sich nicht, Unbewaffnete anzugreifen. Hat euch das euer Giftwurm nicht gesagt?\u201c<\/p>\n<p>\u201eBei den M\u00e4chten\u201c, keuchte Cr\u00f3. \u201eNoch mehr Zauberei!\u201c<\/p>\n<p>Ungro wimmerte.<\/p>\n<p>Und Advon warf die Kohle gegen die T\u00fcr. Augenblicklich loderte eine mannshohe Feuerwand auf. In der K\u00fcche wurde es taghell.<\/p>\n<p>Die beiden M\u00e4nner starrten fassungslos auf die fauchenden, glei\u00dfende Flammen, die ihnen den Weg versperrten.<\/p>\n<p>\u201eIhr habt die Wahl\u201c, sagte Advon. \u201eIhr k\u00f6nnt mich tranchieren, oder ihr versucht, das Feuer zu ersticken.\u201c<\/p>\n<p>Es war Ungro, der zuerst reagierte. Mit einem Aufschrei riss er sich seinen Mantel vom Leib und begann, auf das Feuer einzuschlagen. Cr\u00f3 z\u00f6gerte etwa einen Herzschlag lang und tat es ihm nach. Beide schrien in Panik aus Leibeskr\u00e4ften.<\/p>\n<p>Advon und D\u00fdamir\u00e9e sahen ihnen einen Moment lang dabei zu. Aber nun, da die beiden ihre Kapuzen nicht mehr trugen, erkannten sie beide dasselbe.<\/p>\n<p>Der Regenbogenritter verstaute schweigend das Eichh\u00f6rnchen unter seinem Hemd. Dann schritt er gelassen zwischen Cr\u00f3 und Ungro hindurch mitten durch die Flammen und stie\u00df die T\u00fcr auf.<\/p>\n<p>\u201eFeuer!\u201c, schrie er in den menschenleeren Hof hinaus, seine Stimme schallte hohl zwischen den Mauern empor. \u201eFeuer! Es brennt in der K\u00fcche!\u201c<\/p>\n<p>Aber er wartete nicht, bis an den Fenstern die ersten erschrockenen Gesichter auftauchten. Noch bevor der erste Burgbewohner das Geb\u00e4ude verlie\u00df, noch bevor der unfreundliche Torw\u00e4chter herbeist\u00fcrmen konnte. Und dann war pl\u00f6tzlich alles voller Menschen, die aus den Geb\u00e4uden herbeistr\u00f6mten, die meisten in Nachthemden und viele mit Schlafm\u00fctzen, Hevstrid panisch und konfus mitten zwischen ihnen in ihrem zu kurzen gestohlenen Kleid. Doch da war Advon schon in den hinteren Burghof gelaufen und entriegelte die T\u00fcr. Noch bevor die Burgbewohner bemerkten, dass das Feuer kalt war und nichts verzehrte, w\u00e4hrend sie es tapfer ausl\u00f6schten, hastete Advon die Felsentreppe herab, glitt beinahe aus, fing sich wieder am Handlauf und raste hinab.<\/p>\n<p>\u201eFarbenspiel! Farbenspiel!\u201c<\/p>\n<p>Der Hengst trabte heran, ein gro\u00dfes B\u00fcschel Seegras im Maul. Advon schwang sich in den Sattel, kniff die Augen zusammen und spornte sein Reittier an. Furchtlos preschte das Einhorn auf das Wasser hinaus, die Spitzen seiner Klauen tippten ins Wasser. Dann griff der Wind unter seine Fl\u00fcgel und hob es hinauf in die Luft.<\/p>\n<p><em>Hast du die beiden auch erkannt? ,<\/em> fragte D\u00fdamir\u00e9e.<\/p>\n<p>\u201eJa. Und ich frage mich, ob sie immer noch so versessen auf Honigkuchen sind.\u201c<\/p>\n<p><em>Solange sie keine kleinen Kinder mehr in tiefe H\u00f6hlen werfen wollen, ist mir das egal. Aber wie kommen sie hierher? <\/em><\/p>\n<p>\u201eVergiss die Gauner aus Aur\u00f3p\u00e9a. Wie kommt ein <em>Schattens\u00e4nger<\/em> hierher? Das ist doch viel wichtiger! Und wer bei allen Chaosgeistern ist er?\u201c<\/p>\n<p><em>Ich glaube, <\/em>dachte D\u00fdamir\u00e9e matt,<em> wir sollten uns w\u00fcnschen, das nie zu erfahren.<\/em><\/p>\n<p>Unter ihnen, in der Burg, keifte Hevstrid Cr\u00f3 und Ungro an. Die keiften zur\u00fcck, klagten, was der junge blonde Mann getan hatte. Zauberei! Mit blo\u00dfen H\u00e4nden hatte er die gl\u00fchenden Kohlen gehalten! Und vom Schwarzmantel hatte er gewusst. Warum, beim Chaos selbst, glaubte ihnen denn keiner, dass es nicht mit rechten Dingen zuging auf dieser Burg?<\/p>\n<p>Idioten seien sie, t\u00f6richte Narren und Nichtsnutze, bekamen sie zu h\u00f6ren, schimpfte sie und machte sich mit einer Schar anderer Burgleute auf den Weg, den angeblichen Boten aus Spagor zu suchen.<\/p>\n<p>Dass tats\u00e4chlich etwas nicht mit rechten Dingen zuging, glaubte sie erst, als es ihr um keinen Preis gelingen wollte, die Schwelle aus den Burgmauern zu \u00fcberschreiten. Nicht am Haupttor. Und nicht hinten in den Garten.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/scherbenlied-oder-die-suche-nach-dem-boesen-band-3\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-4709","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-03_scherbenlied"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4709","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4709"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4709\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4717,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4709\/revisions\/4717"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4709"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4709"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4709"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}