{"id":4708,"date":"2026-04-03T19:17:32","date_gmt":"2026-04-03T17:17:32","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=4708"},"modified":"2026-04-03T19:17:32","modified_gmt":"2026-04-03T17:17:32","slug":"066-nachtgefluester-nachtgezaenk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2026\/04\/03\/066-nachtgefluester-nachtgezaenk\/","title":{"rendered":"066: Nachtgefl\u00fcster, Nachtgez\u00e4nk"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SL_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1992\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p>Etwas ber\u00fchrte ihn am Arm, und augenblicklich war J\u00e1ndris Altabete hellwach und setzte sich ruckartig auf. Noch bevor er die Augen aufschlug, hatte er seinen Dolch in der Hand.<\/p>\n<p>T\u00edjnje wich verbl\u00fcfft zur\u00fcck. Sie hatte eine kleine Flamme auf einem \u00d6ll\u00e4mpchen bei sich. In deren Schein erkannte der junge Mann ihr h\u00fcbsches Gesicht. Ihre dunklen Locken hatte sie mit einem Schleiertuch geb\u00e4ndigt, in dem Goldf\u00e4dchen blitzten.<\/p>\n<p>\u201eIch bins nur\u201c, fl\u00fcsterte sie. \u201eLeg das Messer weg. Ich muss mit dir reden!\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas machst du hier?\u201c, raunte er zur\u00fcck. \u201eWarum bist du nicht bei den Damen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eGro\u00dfmutter schnarcht. Es ist ein R\u00e4tsel, wie Frau V\u00e1lgundra dabei Ruhe findet. Wo ist L\u00e1as?\u201c<\/p>\n<p>Er schaute sich um. Das leidlich luxuri\u00f6se Schlaflager neben ihm war leer, die sauberen Decken unangetastet. Im anderen Winkel der Stube ruhte sich <em>yarl<\/em> Robst\u00e9nar von seinem langen Ritt aus.<\/p>\n<p>\u201eDrau\u00dfen, im Stroh, vermutlich\u201c, wisperte J\u00e1ndris. \u201eDie beiden k\u00f6nnen doch gar nicht mehr voneinander lassen!\u201c<\/p>\n<p>T\u00edjnje seufzte, halb \u00e4rgerlich, halb sehnlich. Dann setzte sie sich ungeniert auf die Kante des verwaisten Bettes. Sie war in ihrem Unterkleid und hatte sich nur ein Tuch \u00fcber die Schultern geworfen. Vermutlich hatte sie nicht die Gelegenheit oder Zeit gehabt, sich anzukleiden, ohne die im selben Raum schlafenden Damen zu wecken. <em>Wenn die opayra sie so gesehen h\u00e4tte, <\/em>dachte J\u00e1ndris,<em> w\u00fcrde es Schelte gegeb<\/em>en. Dieser Aufzug war ganz und gar unschicklich. Nicht, dass ihn das gest\u00f6rt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Dann wurde ihm bewusst, dass er unter der Decke \u00fcberhaupt keine Kleidung trug. Hastig zog er sich das Tuch bis zum Hals.<\/p>\n<p>\u201eWenn dich jemand erwischt, bekommen wir alle \u00c4rger!\u201c, fl\u00fcsterte er.<\/p>\n<p>\u201eIch muss aber mit dir sprechen, solange niemand zuh\u00f6rt.\u201c Sie deutete mit dem Kinn in den Winkel. \u201eSchl\u00e4ft er?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWahrscheinlich nicht mehr lange, wenn du nicht still bist! Was gibt es, T\u00edjnje?\u201c<\/p>\n<p>\u201eMir geht dieser <em>b\u00e1chorkor<\/em> nicht aus dem Kopf.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd das hat nicht Zeit bis morgen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein. Mir hat nicht gefallen, was er erz\u00e4hlt hat.\u201c<\/p>\n<p>\u201eMir auch nicht. Obwohl ich zugeben muss, dass ich noch nie eine Heldengeschichte aus dem <em>teirandon<\/em> Palud\u00e1ra geh\u00f6rt habe.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein, ich auch nicht. Zumindest nicht aus jenen Tagen, in denen Rodekliv und Ferocriv\u00e9 z\u00fcgellos wurden.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch glaube, wir sind nicht die Einzigen, die dar\u00fcber gestaunt haben.\u201c J\u00e1ndris besann sich und legte endlich seinen Dolch beiseite. Die Ritter hatten sich angew\u00f6hnt, eine Waffe griffbereit zu halten, solange sie in fremder Umgebung waren. Auf Reisen konnte man nicht vorsichtig genug sein, wie das Schicksal des ungl\u00fccklichen Kerls bewies, der gestern um diese Zeit seinem M\u00f6rder begegnet sein mochte. Von Tijnje ging wohl keine Gefahr aus.<\/p>\n<p>\u201eGlaubst du, es war eine <em>echte<\/em> Geschichte?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWarum nicht? Es war alles darin, was ein M\u00e4rchen aus vergangenen Tagen braucht. Ein heimatloser Krieger, ein mysteri\u00f6ses Erbe, ein gro\u00dfes Unrecht, das bereinigt werden muss &#8211; nichts, was man sich nicht auch in For\u00e9tern oder meinetwegen Ghelazia erz\u00e4hlen w\u00fcrde.\u201c Er legte sich nieder und bettete den Kopf auf seinen Arm. Sie konnte er T\u00edjnje im Licht ihres L\u00e4mpchens viel besser betrachten. Der Kragen ihres Nachtgewandes war h\u00fcbsch verziert und beschrieb einen sanften Bogen von der einen Schulter zur anderen. \u201eSo etwas haben sie allerorten erz\u00e4hlt, schon vor Hunderten von Sommern.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas ist es ja\u201c, fl\u00fcsterte sie. \u201eEs <em>klang<\/em> nicht wie vor Hunderten von Sommern. Es klang, als geschehe es gerade jetzt, und er wisse darum.\u201c<\/p>\n<p>\u201eGanz sch\u00f6n bl\u00f6d, solches dann in unserer Gesellschaft auszuplaudern.\u201c J\u00e1ndris grinste. \u201eUnd nun?\u201c<\/p>\n<p>\u201eMit dem <em>b\u00e1chorkor<\/em> stimmt etwas nicht. Mir ist nicht mehr wohl bei dem Gedanken, ihn bei uns zu haben und nach Wijdlant mitzunehmen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWillst du ihn zur\u00fccklassen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWohler w\u00e4re mir dabei. Tridna scheint auch so zu denken.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs ist unehrenhaft, Reisegef\u00e4hrten abzuh\u00e4ngen\u201c, gab J\u00e1ndris zu bedenken. \u201eWir m\u00fcssen es schon schlau anstellen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDann lass dir doch etwas einfallen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs ist unklug, den Kerl au\u00dfer Augen zu lassen\u201c, mischte sich Bj\u00f6ngsten Robst\u00e9nar ein.<\/p>\n<p>T\u00edjnje quietschte erschrocken auf. Dann raffte sie die Bettdecke von L\u00e1as\u2018 Lager auf und bedeckte sich.<\/p>\n<p>J\u00e1ndris sprang auf und stellte sich sch\u00fctzend vor sie. \u201eDie Augen zu, Herr Bj\u00f6ngsten!\u201c, warnte er. \u201eDie Dame ist nicht geziemlich gekleidet.\u201c<\/p>\n<p>Robst\u00e9nar gab einen unwirschen Laut von sich, etwa so, als w\u00e4re das nun wirklich ein nebens\u00e4chlicher Einwand. Er drehte sich zur Wand, sodass die Riemen seines Schlaflagers \u00e4chzten. Aber er redete weiter.<\/p>\n<p>\u201eWer immer der Vogel ist\u201c, sagte er, \u201eich habe selten einen so miserablen <em>b\u00e1chorkor<\/em> geh\u00f6rt. Doch es bringt nichts, wenn wir ihn hier einfach stehen lassen. Dann ist er eben einen oder zwei Tage hinter uns. Auf dem <em>vaspos\u00e1r<\/em> kommt er doch an.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas stimmt\u201c, gab T\u00edjnje nachdenklich zu. \u201eIn Wijdlant sind alle willkommen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie Geschichte war nicht gut. Ihr habt ein feines Gesp\u00fcr, Frau T\u00edjnje. Das waren viele Worte um wenig Taten drinnen. Und selbst wenn es kein langweiliges M\u00e4rchen war, dem man schon bald nicht mehr zuh\u00f6rt \u2013 es war nur seltsam unfertige, verwaschene Ruhmrede darin.\u201c<\/p>\n<p>\u201eRuhmrede?\u201c, fragte T\u00edjnje.<\/p>\n<p>\u201e<em>Yarlay<\/em> und <em>teiranday<\/em> und ber\u00fchmte M\u00e4nner, die es n\u00f6tig haben\u201c, erkl\u00e4rte Robst\u00e9nar, \u201ef\u00fcttern die geschw\u00e4tzigen Streuner oft durch, um ihre Taten und Tugenden weitertragen zu lassen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIhr kennt Euch offensichtlich aus\u201c, sagte J\u00e1ndris, dem die Frechheit zur\u00fcckkehrte.<\/p>\n<p>\u201eDesgleichen tun es hochehrenwerte Damen, \u00fcber die man nach ihrem Geschmack zu wenig spricht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr diese Frechheit\u201c, sagte J\u00e1ndris \u00e4rgerlich, \u201egibt es bei erster Gelegenheit eins auf Euren pr\u00e4chtigen Helm.\u201c<\/p>\n<p>\u201eJ\u00e1\u2026 Herr J\u00e1ndris, lasst es gut sein. Das kann unm\u00f6glich mich gemeint haben. Nicht wahr, Herr Bj\u00f6ngsten? Was ist Euer Vorschlag?\u201c<\/p>\n<p>Nun drehte er sich wieder zu ihnen. T\u00edjnje senkte ihr L\u00e4mpchen und machte es dunkler um sich. Robst\u00e9nar grinste h\u00f6rbar und fuhr fort: \u201eNehmen wir nur einmal an, dem <em>b\u00e1chorkor<\/em> sei es vor lauter \u00dcberraschung eingefallen, uns eine halbherzige Rede \u00fcber seinen letzten gro\u00dfz\u00fcgigen Auftraggeber darzubieten. Was haben wir davon? Ein nicht namentlich genannter Herr aus der Gegend von Palud\u00e1ra, im Auftrag eines mysteri\u00f6sen Herrn, der auszog, um Unrecht zu s\u00fchnen und Ruhm zu erlangen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa \u2013 und?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNa, ich bin auch unterwegs, um ruhmvolle Taten zu begehen und die Ehre meiner Familie zu verteidigen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIndem Ihr Merrit Althopian aus seinem Eisenzeug pr\u00fcgelt, ja. Das haben wir bereits zur Kenntnis genommen. Und?\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd was, wenn noch so ein zwielichtiger Kerl gerade das <em>vaspos\u00e1r<\/em> f\u00fcr \u00e4hnliche Taten zu nutzen gedenkt? Wenn der den <em>b\u00e1chorkor<\/em> vorausgeschickt hat, um sein Loblied zu singen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDa hat er sein Geld bei diesem St\u00fcmper schlecht angelegt\u201c, sagte J\u00e1ndris. \u201eZumal wir nicht w\u00fcssten, vor wem wir zittern sollten.\u201c<\/p>\n<p>\u201eGenau\u201c, stimmte T\u00edjnje zu und lugte an J\u00e1ndris vorbei. \u201eWie dumm ist es, Heldentaten zu preisen, ohne einen Namen zu nennen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNun ja. Es w\u00e4re nicht die erste Geschichte, das erste M\u00e4rchen, in dem ein unerkannter Held einen Kampf f\u00fcr sich entscheidet. Treten beim <em>vaspos\u00e1r<\/em> Wappenlose an?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNat\u00fcrlich\u201c, sagte J\u00e1ndris. \u201eEs gibt genug Gr\u00fcnde f\u00fcr einen jungen K\u00e4mpfer, sich nicht sofort zu erkennen zu geben. Nur der Turniermeister kennt und bewahrt alle Namen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber es h\u00e4tte wohl kaum jemand aus Rodekliv oder Ferocriv\u00e9 ein Interesse daran, sich mit den ehrenhaften Herren zu messen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eTats\u00e4chlich?\u201c, fragte Robst\u00e9nar trocken.<\/p>\n<p>\u201eSchon als mein Vater bei Turnieren angetreten ist, waren westlich der S\u00fcmpfe keine Herren aus den z\u00fcgelloses <em>yarlm\u00e1lon<\/em> mehr da. Und wie man h\u00f6rt, haben sie derzeit andere Sorgen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDoch, Herr J\u00e1ndris. Einen kennen wir. Aber der kann es nicht sein.\u201c<\/p>\n<p>Robst\u00e9nar regte sich, als erh\u00f6he sich schlagartig seine Aufmerksamkeit. \u201eTats\u00e4chlich?\u201c<\/p>\n<p>\u201eFrau T\u00edjnje!\u201c, warnte J\u00e1ndris. \u201eDas muss Herr Bj\u00f6ngsten nicht wissen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWarum nicht? Es kann doch nicht mit diesem <em>b\u00e1chorkor<\/em> zusammenh\u00e4ngen. Nie im Leben.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUm wen geht es denn?\u201c, fragte Robst\u00e9nar, ebenso gespammt wie fordernd.<\/p>\n<p>J\u00e1ndris seufzte. Robst\u00e9nar w\u00fcrde wohl keine Ruhe geben, bis er eine Antwort hatte. \u201eUm Venghi\u00e1r Emberbey. Ein entfernter Verwandter von Herrn Osse. Er hat seine Kindheit in Rodekliv verbracht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber er wird ganz offen am Turnier teilnehmen, wenn er \u00fcberhaupt Sinn daf\u00fcr hat. Mit dem Wappen der Emberbeys. Der ist keinesfalls der Held aus der Geschichte von vorhin.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSo.\u201c Das Interesse von Robst\u00e9nar erlosch merklich. \u201eNie von dem jungen Herrn geh\u00f6rt. Wie zart muss ich mit dem umgehen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eMacht ihn nicht allzu sehr kaputt.\u201c J\u00e1ndris war am\u00fcsiert. Das w\u00e4re ja etwas, wenn Venghi\u00e1r Emberbey bei den Zweik\u00e4mpfen dem H\u00fcnen mit dem B\u00e4renwappen zugelost w\u00fcrde. Osses Weitvetter w\u00fcrde so sehr vor diesem Gegner erzittern, dass Eisenzeug und Ringpanzer klingelten wie tausend winzige Gl\u00f6ckchen. \u201eHerr Alsg\u00f6r braucht ihn als Waffenjunker.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSo? Nun gut. Dann werde ich dem alten Herrn zuliebe Vorsicht walten lassen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eMit dem Bogen ist er sehr gut\u201c, lenkte T\u00edjnje ein.<\/p>\n<p>\u201eFrau T\u00edjnje, beim Turnier wird wohl niemand aufeinander anlegen\u201c, sagte Robst\u00e9nar h\u00f6flich.<\/p>\n<p><em>Obwohl sein Wappen eine wunderbare Zielscheibe abg\u00e4be<\/em>, dachte J\u00e1ndris insgeheim.<\/p>\n<p>\u201eWie dem auch sei\u201c, sagt der Ritter, \u201eWenn der <em>b\u00e1chorkor<\/em> etwas von einem wappen- und z\u00fcgellosen Ritter wei\u00df, der irgendeine Rechnung offen hat, dann sollten wir ihn nicht aus den Augen lassen. Und nun lasst uns den Rest der dunklen Zeit schlafen. Frau T\u00edjnje, nicht, dass Ihr Euch erk\u00e4ltet. Geht doch zur\u00fcck in das geheizte Damengemach.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIhr werdet mich doch nicht verraten, Herr Bj\u00f6ngsten?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNat\u00fcrlich nicht. Vorausgesetzt, Ihr k\u00f6nnt beide auch zur rechten Zeit die Zunge ruhig halten.\u201c<\/p>\n<p>J\u00e1ndris runzelte die Stirn. Was war denn das f\u00fcr eine r\u00e4tselhafte Bemerkung?<\/p>\n<p>\u201eUnd Ihr geht besser auch wieder ins Bett, Herr J\u00e1ndris. Oder wollt Ihr Frau T\u00edjnjes Blick noch l\u00e4nger mit Eurer blo\u00dfen Kehrseite emp\u00f6ren?\u201c<\/p>\n<p>T\u00edjnje kicherte und erhob sich. J\u00e1ndris schaute an sich hinunter und sp\u00fcrte, wie ihm das Blut hei\u00df in den Kopf schoss.<\/p>\n<p>\u201eGute Nacht\u201c, gurrte sie und warf ihm neckisch das Laken \u00fcber den Kopf. Dann verschwand sie leichtf\u00fc\u00dfig aus der Stube der Ritter und dr\u00fcckte die T\u00fcr wieder hinter sich zu.<\/p>\n<p>J\u00e1ndris legte sich \u00e4rgerlich hin und wickelte sich so fest in beide Decken, wie er nur konnte. Nun, da T\u00edjnje das L\u00e4mpchen mitgenommen hatte, war es finster im Raum.<\/p>\n<p>Er wartete eine Weile vergebens, dass Robst\u00e9nar wieder leise zu schnarchen begann. Einige Herzschl\u00e4ge vergingen.<\/p>\n<p>\u201eEine liebreizende <em>f\u00e1njula<\/em>, die Frau Tijnje\u201c, sagte der Ritter pl\u00f6tzlich unvermittelt in die Finsternis. \u201eHabt Ihr die Ehre?\u201c<\/p>\n<p>\u201eMit Verlaub, das muss ich Euch nicht beantworten.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas dachte ich mir. &#8211; Venghi\u00e1r Emberbey also?\u201c,<\/p>\n<p>\u201eDer braucht Euch auch nicht zu k\u00fcmmern. Das tun wir schon selbst\u201c, murrte J\u00e1ndris.<\/p>\n<p>\u201eHabt Ihr Grund dazu?\u201c<\/p>\n<p>\u201eGeht Euch das etwas an?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch wei\u00df noch nicht. Aber den <em>b\u00e1chorkor<\/em> \u2026 den \u00fcberlasst ihr besser mir.\u201c<\/p>\n<p>J\u00e1ndris wandte sich verwundert der Stimme zu. Aber Bj\u00f6ngsten Robst\u00e9nar hatte das Gespr\u00e4ch f\u00fcr diese Nacht beendet.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Sie erreichten die obere Kante der Klippe und gelangten auf eine kleine Wiese im Schatten des Burgturms. Nur ein paar Schritte entfernt vom Abgrund ragte ein \u00fcbermannshoher geschmiedeter Metallbogen auf wie ein Tor ohne Wand oder Zaun. Kahle, struppige Pflanzen rankten darum, Hier und da stand Gestr\u00fcpp in auff\u00e4lligen Inselchen zusammen, doch das meiste davon sah seltsam grob zertreten und verknickt aus. D\u00fdamir\u00e9e war \u00fcberrascht, so etwas hier zu finden, denn vieles davon w\u00e4re hier nicht nat\u00fcrlich gewachsen.<\/p>\n<p>\u201eEin Garten\u201c, sagte sie \u00fcberrascht. \u201eDas hier war einmal ein Garten. Mit Blumenbeeten und Kletterrosen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eZwischenzeitlich nutzen sie es wohl als Pferdekoppel.\u201c Advon zauberte ein kleines fl\u00fcchtiges Licht und leuchtete \u00fcber den Boden. \u201eAlles niedergetreten und aufgew\u00fchlt.\u201c Er stutzte. \u201eUnd ganz frisch.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWie gut, dass mein Vater das nicht sieht. Es ist so schade, wenn ein Garten verdirbt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs ist sehr gut, dass er uns nicht sieht. Wir sollten n\u00e4mlich nicht hier sein. Wenn er davon erf\u00e4hrt &#8230;\u201c<\/p>\n<p>\u201eDann lass uns keine Zeit verlieren. Dort ist eine T\u00fcr.\u201c<\/p>\n<p>Sie gingen hin\u00fcber zur Mauer, wo eine kleine Pforte in die Burg hineinf\u00fchrte. Wie zu erwarten, war sie geschlossen. Advon dr\u00fcckte mit der Hand dagegen.<\/p>\n<p>\u201eDas n\u00fctzt nichts. Es muss dich wohl jemand hineinbitten.\u201c<\/p>\n<p>Er klopfte, aber nichts geschah. Aber warum sollte auch diese kleine Gartent\u00fcr des Nachts geh\u00fctet werden?<\/p>\n<p>D\u00fdamir\u00e9e verwandelte sich wortlos und kletterte an ihm hinauf. Vielleicht achteten die W\u00e4chter am Haupttor bei Nacht nicht auf ein dunkles St\u00fcck Pelz an seinem Mantelkragen, solange sie sich ruhig verhielt.<\/p>\n<p>Aber auch das vordere Tor war geschlossen. Das Fallgitter war zwar hochgezogen, die schweren Torfl\u00fcgel aber fest geschlossen und sicher von innen verriegelt. Advon pochte an die im Torfl\u00fcgel eingelassene kleine T\u00fcr. Und noch einmal.<\/p>\n<p>Beim dritten Mal \u00f6ffnete sich eine kleine Klappe auf Augenh\u00f6he. Jemand sp\u00e4hte hindurch und hielt eine Laterne hoch. Eine leidlich helle Flamme beleuchtete ein sehr unfreundlich dreinblickendes Augenpaar.<\/p>\n<p>\u201eGute Nacht\u201c, gr\u00fc\u00dfte Advon. \u201eVerzeiht die St\u00f6rung zu dieser seltsamen Zeit. Ich begehre Einlass und ein Nachtlager.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWer bist du?\u201c Die Stimme des W\u00e4chters war zwar ged\u00e4mpft hinter der T\u00fcr, aber sie klang feindseliger als verwundert. D\u00fdamir\u00e9e spitzte die Ohren. Wie sonderbar.<\/p>\n<p>\u201eDas kann ich nur dem Burgherrn pers\u00f6nlich sagen\u201c, behauptete Advon. \u201eDas ist \u2026 geheim.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas kann jeder sagen. Wo kommst du her?\u201c<\/p>\n<p>\u201eVon Spagor\u201c, sagte Advon, was nicht gelogen war. So eine h\u00e4ssliche Burg blieb im Ged\u00e4chtnis.<\/p>\n<p>\u201eHier kommt keiner rein\u201c, raunzte der T\u00fcrw\u00e4chter. \u201eSchon gar nicht zu dieser Zeit.\u201c<\/p>\n<p>Er wollte die Klappe schlie\u00dfen, aber auf unerkl\u00e4rliche Weise klemmte sie pl\u00f6tzlich.<\/p>\n<p>\u201eAber es ist dringend\u201c, beteuerte Advon. \u201eIch habe eine Botschaft f\u00fcr den <em>yarl<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>\u201eHerr Venghi\u00e1r ist nicht da. Und jetzt verschwinde!\u201c<\/p>\n<p><em>Herr Venghi\u00e1r?<\/em>, stutzte D\u00fdamir\u00e9e. <em>Wie interessant.<\/em><\/p>\n<p>Advon schien dasselbe zu denken.<\/p>\n<p>\u201eDas muss ein Missverst\u00e4ndnis sein\u201c, sagte Advon rasch. \u201eIch bringe Neuigkeiten f\u00fcr <em>Herrn Alsg\u00f6r<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>Der Torw\u00e4chter gab einen unwilligen Laut von sich, \u201eHier kommt jedenfalls keiner rein. Und wenn du der <em>teirand<\/em> pers\u00f6nlich w\u00e4rest- Befehl von Herrn Venghi\u00e1r.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAch? Ich denke, der ist nicht da?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu kommst dir wohl besonders schlau vor, Bursche, was? <em>Hier kommt keiner rein<\/em>. Denkst du, wir lassen jeden hergelaufenen Streuner rein? Geh ins n\u00e4chste Dorf. Immer geradeaus. Bis zum Morgen bist du da.\u201c<\/p>\n<p>\u201eBis dahin brauche ich kein Nachtlager mehr\u201c, beharrte Advon. \u201eIch will doch nur meine Botschaft \u00fcberbringen und ein wenig ausruhen. Es war ein langer Weg hierher.\u201c<\/p>\n<p>\u201eVerschwinde! Wir brauchen keine Vagabunden mit dreisten Geschichten hier! Davon hatten wir genug in den letzten Tagen!\u201c<\/p>\n<p>\u201eNun gut\u201c, sagte Advon. \u201eUnd wenn ich daf\u00fcr <em>bezahlen<\/em> kann?\u201c<\/p>\n<p>Er griff in seinen Geldbeutel. Ein paar Silberm\u00fcnzen hatte er noch dabei. Er hielt eine davon so hoch, dass der Torw\u00e4chter sie gl\u00e4nzen sehen musste.<\/p>\n<p>Und da geschah etwas Seltsames. Gier blitzte im Blick des Mannes auf, war aber mit einem Wimpernschlag wieder verschwunden.<\/p>\n<p>\u201eHast du nicht verstanden? Ich lass mich doch nicht bestechen! Hinfort mit dir, Kerl!\u201c<\/p>\n<p>Das war nun wirklich ungew\u00f6hnlich!<\/p>\n<p>\u201eBestechen? Ich will dich doch nicht bestechen! Ich will <em>bezahlen<\/em>, f\u00fcr ein St\u00fcck Brot, einen Moment zum Ausruhen unter einem Dach und ein kurzes Gespr\u00e4ch mit Herrn Alsg\u00f6r. Er wartet sicher schon ungeduldig auf Nachrichten aus Spagor!\u201c<\/p>\n<p>Nun endlich ging die T\u00fcr auf. Der Torw\u00e4chter trat einen Schritt ins Freie und senkte seine Glefe gegen Advons Brust.\u00a0 \u201eWenn du nicht sofort verschwindest, dann \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas geht hier vor?\u201c, rief jemand hinter der T\u00fcr. Eine weibliche Stimme!<\/p>\n<p>\u201eEin Landstreicher will sich hier einschleichen\u201c, raunzte der W\u00e4chter zur\u00fcck. \u201eWill ihn gerade wegbef\u00f6rdern.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch bin ein Bote aus Spagor!\u201c, rief Advon so laut, dass man ihn hinter der T\u00fcr h\u00f6ren musste. \u201eIch habe Nachrichten f\u00fcr Herrn Alsg\u00f6r!\u201c<\/p>\n<p>Jemand kam heran. Der W\u00e4chter trat \u00e4rgerlich beiseite und machte einer jungen Frau Platz. Sie hatte ebenfalls eine Laterne, musterte Advon von Kopf bis Fu\u00df und schwieg.<\/p>\n<p>D\u00fdamir\u00e9e sp\u00e4hte hinter Advons Ohr hervor. Sie hatte erwartet, eine Dienstmagd zu sehen, aber die Frau war sehr vornehm gekleidet, in einem h\u00fcbsch bestickten, himmelblauem Kleid. Dazu trug sie ein einfaches, aber kostbares Perlengeschmeide. Sie war gekleidet wie eine Edeldame. Aber das passte nicht zu ihrer Frisur. Und auch mit dem Kleid war etwas nicht richtig. Der Saum reichte ihr nur bis zur Wade, so als sei es ihr viel zu kurz.<\/p>\n<p>\u201eEine Botschaft f\u00fcr Herrn Alsg\u00f6r, sagst du?\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa. Eine wichtige. Und nur f\u00fcr seine Ohren.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wo kommst du her?\u201c<\/p>\n<p>\u201eAus Spagor.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIn der Nacht und ganz ohne Pferd und Gep\u00e4ck?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas ist mir weggelaufen\u201c, behauptete Advon. \u201eTreuloses Viech. Mitsamt meinen Sachen. Aber sobald es hell ist, finde ich es wieder. Es kann gar nicht weit weg sein.\u201c<\/p>\n<p>Das war immerhin noch so nahe bei der Wahrheit, dass es Advon leicht von der Zunge ging. Lediglich etwas \u00fcberholt war diese Geschichte.<\/p>\n<p>\u201eSoll ich die Hunde auf ihn loslassen?\u201c, fragte der Torw\u00e4chter.<\/p>\n<p>\u201eNein, Dummkopf\u201c, r\u00fcgte sie ihn. \u201eWie sieht es denn aus, wenn wir einen Boten mit den Hunden fortjagen, bevor er seine Botschaft \u00fcberbracht hat? Lass ihn rein!\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber Herr Venghi\u00e1r hat doch ausdr\u00fccklich gesagt \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eErz\u00e4hl mir nicht, was Herr Venghi\u00e1r gesagt hat! Ich war dabei. Und ich habe geh\u00f6rt, wie er gesagt hat, dass ihr alle <em>meinen<\/em> Weisungen zu folgen habt!\u201c<\/p>\n<p>Es schien kurz, als wolle der W\u00e4chter aufbegehren. Dann tat er einen Schritt beiseite und nahm die Glefe weg. Er warf Advon einen so schneidenden Blick zu, als erf\u00fclle der denselben Zweck.<\/p>\n<p>\u201eKomm\u201c, forderte die junge Frau Advon auf. \u201eEs muss ja nicht jeder h\u00f6ren, was hier f\u00fcr ein Aufruhr ist.\u201c<\/p>\n<p>Sie gelangten auf den Burghof. Hier war alles still. Die ganze Burg Emberbey schien in tiefem Schlaf zu sein \u2013 oder, als getraue sich niemand, sich zu r\u00fchren. Das war beinahe unheimlich. Viel zu still. D\u00fdamir\u00e9e sp\u00e4hte. Oben im Turm war noch Licht.<\/p>\n<p>\u201eIch bin Hevstrid,\u201c erkl\u00e4rte die junge Frau. \u201eIch bin die <em>maedlora<\/em> auf Emberbey und vertrete Herrn Venghi\u00e1r in allen Dingen des Haushalts. Du kannst frei zu mir reden.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas w\u00fcrde ich gern tun, aber meine Botschaft ist nur f\u00fcr die Ohren von Herrn Alsg\u00f6r bestimmt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWann bist du in Spagor aufgebrochen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eVorgestern. Ich habe einen kleinen Umweg durch das Hinterland machen m\u00fcssen. Wieso?\u201c<\/p>\n<p>Sie antwortete nicht sofort, so als w\u00e4ge sie in Gedanken etwas ab. Vielleicht fragte sie sich, ob Advon den Taubenbrief verpasst haben konnte, der sicherlich auch nach Spagor gesendet worden war.<\/p>\n<p>\u201eHerr Alsg\u00f6r ist <em>gestern<\/em> nach Wijdlant zum <em>vaspos\u00e1r<\/em> aufgebrochen\u201c, behauptete sie dann. \u201eDu hast dir zu viel Zeit gelassen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWie \u00e4rgerlich. Und Herr Venghi\u00e1r?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDer ist mit ihm. Deswegen bin ich gerade hier verantwortlich. Rede mit mir oder lass es bleiben.\u201c<\/p>\n<p>\u201eBist du befugt, mit Boten zu sprechen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eSelbstverst\u00e4ndlich.\u201c Sie l\u00e4chelte mit einem seltsamen Stolz. \u201eIch bin die <em>h\u00fdardora<\/em> von Herrn Venghi\u00e1r.\u201c<\/p>\n<p>Das klang so verkehrt, umso mehr, dass sie zweifellos die Wahrheit sagte, oder zumindest das, was sie f\u00fcr die Wahrheit hielt.\u00a0 Advon bemerkte das.<\/p>\n<p>\u201eMit meiner Botschaft k\u00f6nntest du nichts anfangen\u201c, wiegelte er schnell ab. \u201eMehr noch: Ich ben\u00f6tige eine Antwort von Herrn Alsg\u00f6r pers\u00f6nlich, um sie nach Spagor zur\u00fcckzubringen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eKannst du mir nicht sagen, worum es geht?\u201c<\/p>\n<p>\u201eUm \u2026 um einen Grenzstein\u201c, behauptete Advon. Das war vielleicht das Langweiligste, was ihm auf die Schnelle einfiel. \u201eEin Bauer am \u00f6stlichen Ende von Spagor und einer auf dieser Seite sind in Zank dar\u00fcber. Der Hiesige pocht darauf, dass Herr Alsg\u00f6r h\u00f6chstselbst bei der Grenzsetzung dabei war und es bezeugen kann.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch verstehe.\u201c Tats\u00e4chlich schien sie schlagartig das Interesse zu verlieren. \u201eDann wird dir wohl nichts anderes \u00fcbrig bleiben, als dem Gefolge hinterher zu reiten. Am besten, sobald es hell wird.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch muss aber zuerst noch mein Ross suchen. Bestimmt treibt es sich hier irgendwo herum.\u201c<\/p>\n<p>\u201eLass einfach etwas Silber als Pfand da. Im Stall findet sich sicher ein Pferd, das du leihen kannst.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas w\u00e4re \u2026 sehr gro\u00dfz\u00fcgig\u201c, sagte Advon mit z\u00f6gerlicher \u00dcberraschung.<\/p>\n<p>\u201eDu musst dich sputen. Sonst verpasst du sie am Flusshafen in Altabete.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIn \u2026 Altabete?\u201c<\/p>\n<p>\u201eGewiss. Unser alter Herr ist nicht mehr zu gut im Sattel. Sie haben sich entschieden, den bequemeren Weg von Virhav\u00e9t flussaufw\u00e4rts zu nehmen. Hier, ich zeige dir den Weg zur K\u00fcche. W\u00e4rm dich am Feuer und nimm dir vom Brot und was du da noch an offenen Dingen findest. Ich k\u00fcmmere mich um ein Pferd.\u201c<\/p>\n<p>D\u00fdamir\u00e9e hatte genug geh\u00f6rt. Sie zwickte Advon sanft ins Ohr und huschte dann seinen R\u00fccken hinab, quer \u00fcber den Hof und hin\u00fcber zum Turm. Wenn sie jemand in der Dunkelheit bemerkte, sah er sicher nicht mehr als etwas, das er f\u00fcr eine Ratte hielt.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/scherbenlied-oder-die-suche-nach-dem-boesen-band-3\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-4708","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-03_scherbenlied"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4708","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4708"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4708\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4716,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4708\/revisions\/4716"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4708"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4708"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4708"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}