{"id":4684,"date":"2026-02-12T00:11:40","date_gmt":"2026-02-11T23:11:40","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=4684"},"modified":"2026-02-12T00:11:40","modified_gmt":"2026-02-11T23:11:40","slug":"057-bluetenbett","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2026\/02\/12\/057-bluetenbett\/","title":{"rendered":"057: Bl\u00fctenbett"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SL_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1992\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p>Kaum hatten sie die Sicherheit von Manj\u00e9vs Kemenate erreicht, konnte Truda nicht mehr an sich halten. Das M\u00e4dchen warf sich auf ihr Bett, verbarg den Kopf unter ihrem Kissen und schluchzte herzzerrei\u00dfend.<\/p>\n<p>D\u00fdamir\u00e9e sprang auf den Boden und von dort aus ans Fenster und lugte herunter. Unten im Hof hatte sich die Menschenmenge ver\u00e4ndert. Es war immer noch sehr viel los, aber es war weniger gesch\u00e4ftiges Burgvolk zu sehen. Es schienen vielmehr weitere vornehme G\u00e4ste hinzugekommen zu sein, D\u00fdamir\u00e9e sah feine Gew\u00e4nder, hier und da blitzten blitzte Gold oder ein Edelstein auf. Es waren kaum noch Ritter mit ihren Gehilfen anwesend, zumindest nicht in Eisenzeug. Daf\u00fcr standen hier und dort jetzt auch Damen und junge M\u00e4dchen in Gesellschaft der M\u00e4nner und plauderten angeregt. Einige Knechte und M\u00e4gde, nun mit \u00dcberw\u00fcrfen mit dem Wappen von Wijdlant angetan, gingen herum und reichten den ausw\u00e4rtigen G\u00e4sten kleine Tonbecher mit einer dampfenden Fl\u00fcssigkeit, die gern genommen wurden.<\/p>\n<p>Manj\u00e9v setzte sich neben Truda und legte ihr vorsichtig die Hand auf den R\u00fccken. Aber was konnte sie tr\u00f6stendes sagen?<\/p>\n<p>\u201eWer sind all diese Leute?\u201c, fragte die Magierin.<\/p>\n<p>Manj\u00e9v zuckte die Achseln. \u201eDas sind yarlay mit ihren Damen und Familien, die von weiter her angereist sind.\u201c<\/p>\n<p>\u201eMit ihren T\u00f6chtern?\u201c<\/p>\n<p>\u201eM\u00f6glicherweise bleibt ja der eine oder andere <em>yarlandor<\/em> \u00fcbrig,\u00a0 beim Turnier.\u201c<\/p>\n<p>Truda weinte, erstickt unter dem Kissen. \u201eRa\u00fdneta\u201c, drang\u00a0 aus ihrem Jammer hervor.<\/p>\n<p>\u201eRuhig, Truda. Morgen, sp\u00e4testens \u00fcbermorgen ist Osse wieder hier. Wenn jemand guten Rat wei\u00df, dann er!\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas soll er denn machen?\u201c, jammerte das M\u00e4dchen. \u201eWas soll \u00fcberhaupt jemand machen? Sie ist doch nur ein kleines M\u00e4dchen \u2026\u201c<\/p>\n<p>Manj\u00e9v warf D\u00fdamir\u00e9e einen hilfesuchenden Blick zu. Aber die Magierin schaute nur unverwandt auf den Hof hinab. Die Abendd\u00e4mmerung senkte sich langsam \u00fcber die Burg.<\/p>\n<p>\u201eIch bin ganz sicher, dass Ra\u00fdneta nichts zusto\u00dfen wird.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wen der Schurke sie umbringt?\u201c, fuhr Truda auf und kam ruckartig unter dem Kissen hervor. \u201eWenn er sie umbringt und irgendwo verscharrt? Sie kann sich doch gar nicht wehren!\u201c<\/p>\n<p>\u201eEr wird sie nicht umbringen! \u00dcberleg doch mal! Solange er sie als Geisel hat, ist er unangreifbar. Und sobald er an seinem Ziel ist, wird er versuchen, ein L\u00f6segeld zu verlangen.\u00a0 Denk doch einmal nach, Truda! Deine Schwester ist doch nicht irgendein dahergelaufenes Stra\u00dfenkind.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber vielleicht ist er gemein zu ihr!\u201c<\/p>\n<p>\u201eVenghi\u00e1r setzt sicher alles daran, den Kerl zu fassen. Vielleicht kommt morgen schon die n\u00e4chste Taube und alles ist in Ordnung.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWenn Venghi\u00e1r den Unhold erwischt hat\u201c, murmelte Truda finster, \u201edann hat er ihn l\u00e4ngst umgebracht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir werden nach Ra\u00fdneta suchen.\u201c<\/p>\n<p>Manj\u00e9v blickte auf. D\u00fdamir\u00e9e konzentrierte sich weiter auf das Treiben im Hof. Von unten war sie sicher nicht zu sehen.<\/p>\n<p>\u201eWir?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch und Advon. Wir haben Farbenspiel bei uns, und ich kann fliegen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wo wollt ihr suchen? Du hast doch geh\u00f6rt, was die Herren gesagt haben!\u00a0 Er k\u00f6nnte in jede Richtung gefl\u00fcchtet sein.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir fliegen nach Emberbey. Vielleicht finden wir eine Spur.\u201c<\/p>\n<p>\u201eJetzt? Aber das Turnier \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas dauert doch noch ein paar Tage.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber \u2013 nein! Ich k\u00f6nnt jetzt nicht weg von hier! Advon muss doch \u2026\u201c Gerade noch rechtzeitig unterbrach Manj\u00e9v sich, just bevor sie sie verraten konnte.<\/p>\n<p>\u201eEs geht hier um ein kleines M\u00e4dchen in Gefahr\u201c, sagte D\u00fdamir\u00e9e sanft.<\/p>\n<p>Sie f\u00fchrte das nicht weiter aus, aber Manj\u00e9v konnte sich denken, welcher milde Tadel unausgesprochen blieb. Sie versuchte, ihren \u00c4rger zu unterdr\u00fccken. Nein, nicht ihren \u00c4rger. Ihre Angst. Merrit w\u00fcrde bald eintreffen. Vielleicht waren er uns Osse schon auf dem Gebiet von Wijdlant. Da konnten Advon und D\u00fdamir\u00e9e doch nicht einfach gerade jetzt losziehen, um sich um etwas anderes zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Ra\u00fdneta w\u00fcrde nichts zusto\u00dfen, welche abscheuliche Geschichte sich auch hinter dem Mord an Herrn Alsg\u00f6r auftun w\u00fcrde. Vern\u00fcnftig w\u00e4re es, zu warten, zu warten und dann gezielt zu handeln. Bei den M\u00e4chten, Truda hatte D\u00fdamir\u00e9e ganz verwirrt mit ihrem Gef\u00fchlsausbruch. Aber waren ihre, Manj\u00e9vs N\u00f6te denn nicht auch wichtig?<\/p>\n<p>\u201eWas ist mit eurer Mission\u201c, fragte Manj\u00e9v knapp. \u201eK\u00f6nnt ihr das verantworten?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein\u201c, sagte D\u00fdamir\u00e9e ruhig. Ihre Augen schimmerten, ein silberner Schleier in dem Halbdunkel beim Fenster.\u00a0 \u201eAber vielleicht doch. Wenn Herr Alsg\u00f6r der erste gefallene Ritter ist, dann ist es wichtig.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wenn es einfach nur ein Zufall war?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWie soll ich das bewerten, ohne zu wissen was geschah?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas redet ihr da\u201c, murmelte Truda ersch\u00f6pft. \u201eWas f\u00fcr eine Mission? Was f\u00fcr ein Zufall?\u201c<\/p>\n<p>D\u00fdamir\u00e9e nahm einen von T\u00edjnjes Blument\u00f6pfen vom Fenster. Als ihre H\u00e4nde den Tontopf ber\u00fchrten, schienen die\u00a0 wei\u00dfen Bl\u00fcten an den Ranken aufzugl\u00fchen; eine zarte, milde Aura, wie man sie manchmal um Nokt\u00e1mas Juwel am Himmel sah. Aber vielleicht war das Einbildung gewesen. Als D\u00fdamir\u00e9e aus dem Schatten trat, war davon nichts mehr zu sehen. Sie stellte den Topf auf den Schemel neben Trudas Bett. \u201eRuh dich aus, Truda. Und mach dir keine Sorgen.\u00a0 Advon und ich finden heraus, wo dein Schwesterchen ist. Schlaf.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch kann nicht-\u201c Truda wollte aufbegehren, aber da raschelten die Bl\u00e4tter der wei\u00dfen Blume. Eine der Ranken bewegte sich und schien sich zu dem M\u00e4dchen hin\u00fcberzustrecken. Truda staunte und hob zaghaft die Hand, wagte aber nicht, die Pflanze zu ber\u00fchren.<\/p>\n<p>\u201eZauberst du?\u201c, fragte sie ehrf\u00fcrchtig.<\/p>\n<p>\u201eNein\u201c, gab D\u00fdamir\u00e9e mit unbewegtem Gesicht zur\u00fcck. \u201eIch nicht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eRuhig. Alle beide. Stellt keine Fragen und macht euch keine Gedanken . Die Blume leistet dir Gesellschaft, Truda. Lass sie einfach dort stehen und schlaf. In deinem Traum magst du besseren Trost erfahren, als ich oder Manj\u00e9v dir nun geben k\u00f6nnten. Manj\u00e9v, lass mich die Sache mit Advon bereden.\u00a0 Sei du heute Abend eine tapfere <em>teirandanja<\/em> und zeige dich deinen Schutzbefohlenen und all den wichtigen Leuten dort drau\u00dfen. Und macht dieses Fenster hier nicht ganz zu. Ein Eichh\u00f6rnchen oder V\u00f6glein muss hindurch passen, bei Tag und Nacht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs ist mir nicht recht, dass du gehst\u201c, sagte Manj\u00e9v leise. Der Schattens\u00e4ngerin in die Augen zu blicken wagte sie nicht. Wer war sie, dass sie einer Magierin Vorschriften zu machen versuchte? Ja .. wer war sie, dass die Freundin sich ihrer Not nicht annahm?<\/p>\n<p><em>Weil du selbst nicht wei\u00dft, was deine Not ist, <\/em>schalt sie sich selbst. <em>Weil nicht einmal mit Zauberei jemand in dein Herz hineinschauen kann. <\/em><\/p>\n<p>\u201eIch lasse dich nicht allein\u201c, sagte D\u00fdamir\u00e9e sanft. \u201eIch bin deine Freundin. Das wei\u00dft du. Zum Turnier sind wir wieder da. Sp\u00e4testens.\u201c<\/p>\n<p>Manj\u00e9v nickte. Wenn sie nun etwas gesagt h\u00e4tte, dann mit Sicherheit etwas ziemlich verkehrtes.<\/p>\n<p>Da w\u00fcrde es drau\u00dfen auf dem Hof lauter. Kein Aufruhr, keine Unruhe. Eher ein \u00fcberraschtes Stimmengewirr, und die Schritte von Pferden auf dem Pflaster. Berittene G\u00e4ste trafen ein, ohne Hast, ohne Aufregung. EIn seltsames Raunen schwoll an, eine Art h\u00f6flicher, w\u00fcrdevoller Jubel. Jemand wurde von den Menschen im Hof begr\u00fc\u00dft, ohne \u00dcberschwang, aber wie es ihm geb\u00fchrte.<\/p>\n<p>\u201eWer ist das?\u201c, fragte D\u00fdamir\u00e9e interessiert.<\/p>\n<p>Manj\u00e9v, selbst neugierig geworden, schaute nach. Ein Tross von etwa f\u00fcnfzehn Leuten zu Pferd und einer Schar Begleiter zu Fu\u00df war eingetroffen. Sieben der Reiter waren Ritter in formellem Eisenzeug, f\u00fcnf Damen auf eleganten Zeltern waren dabei, zwei davon M\u00e4dchen in Trudas Alter. Sie umringten eine pr\u00e4chtige, mit viel Goldfarbe verzierte S\u00e4nfte, die von zwei schneewei\u00dfen Maultieren getragen wurde.<\/p>\n<p>Von der Halle her eilte der Vater herbei, gefolgt von einem Knecht, der einen kostbaren Krug bei sich hatte. Angesichts der kostbaren Last war der Mann fast unverantwortlich schnell. Die Mutter folgte w\u00fcrdevoll nach, eigenh\u00e4ndig trug sie metallene Becher herbei.\u00a0 Yarl Mor\u00e9aval\u00a0 ging wachsam an ihrer Seite und trug ebenfalls einen Stapel Trinkgef\u00e4\u00dfe. Manj\u00e9v erkannte die Wappenr\u00f6cke der Ritter, die auf der ihr zugewandten Seite der S\u00e4nfte warteten. Einer war gr\u00fcn, der andere rot und wei\u00df, einen springenden Hasen f\u00fchrte der Ritter im Schild. Die <em>yarlay<\/em> Tjiergroen und Lebr\u00e9oka. Die j\u00fcngeren M\u00e4nner neben ihnen waren dann wohl die S\u00f6hne,\u00a0 der eine recht gutaussehend, der andere breitschultrig und wohl noch gr\u00f6\u00dfer als L\u00e1as.<\/p>\n<p>\u201eAn die hatte ich gar nicht mehr gedacht\u201c, sagte Manj\u00e9v verwundert. \u201eDabei ist f\u00fcr die ein ganzes Nebenhaus frei gemacht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd f\u00fcr wen kommen deine Eltern selbst herbei, um den Willkommenstrunk zu reichen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWillkommen in Wijdlant\u201c, rief Asga\u00fd von Spagor da aus, lie\u00df sich einen Becher f\u00fcllen und trat an die S\u00e4nfte heran. \u201eSitzt ab, edle Herren.\u00a0 Welche Freude, Euch begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen!\u201c<\/p>\n<p>Zwei junge Burschen aus dem Gefolge eilten heran. Die Person in der S\u00e4nfte ben\u00f6tigte offenbar Hilfe beim Aussteigen. Und tats\u00e4chlich, kaum waren sie zur Stelle, m\u00fchte sich jemand,\u00a0 dort herauszukommen. Ein beleibter und sehr alter Mann war es, seine K\u00f6rperf\u00fclle ein erschreckender Gegensatz zu seiner Gebrechlichkeit. Seine Kleidung war erlesen, mit viel Gold und Pelz verziert und \u00fcber seinem Kopfputz trug er eine Krone. Ein dritter Diener brachte einen Gehstock herbei, den der alte Mann wortlos in die Hand nahm. Dann nickte er Asga\u00fd von Spagor zu und nahm den Becher entgegen. Seine Hand zitterte, sodass er einen guten Teil des Weines versch\u00fcttete, bevor er ihn an die Lippen brachte.<\/p>\n<p>\u201eWillkommen\u201c, sagte nun auch die Mutter, so laut, dass man es auf dem ganzen Hof h\u00f6ren konnte. \u201eWillkommen, Benjus von Valvivant!\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas ist der <em>teirand<\/em> von Valvivant\u201c, erkl\u00e4rte Manj\u00e9v. \u201eKeiner hatte mehr damit gerechnet, dass der alte Mann noch pers\u00f6nlich kommt. Die Herren sind \u2026\u201c<\/p>\n<p>Aber D\u00fdamir\u00e9e h\u00f6rte schon gar nicht mehr zu. Ein kleiner Vogel wischte an Manj\u00e9vs Ohr vorbei und flatterte ins Abendrot davon. Die teirandanja seufzte und wandte sich um. \u201eTruda, das solltest du dir ansehen.\u201c<\/p>\n<p>Aber Truda w\u00fcrde sich an diesem Abend wohl auch von den schmucken neue angekommenen <em>yarlandoray<\/em> und ihren Knappen nicht beeindrucken lassen. Sie lag\u00a0 auf ihrem Bett, zusammengerollt wie eine Katze, und schlief. Ranken mit wei\u00dfen Blumen hatten sich \u00fcber die Schlafstatt ausgebreitet, eine Decke aus gr\u00fcnen Bl\u00e4ttern und mondfarbenen Bl\u00fcten. Seltsam warm und behaglich sah das aus.<\/p>\n<p>Manj\u00e9v seufzte und war sich ziemlich sicher, dass sie Truda vorerst nicht w\u00fcrde aufwecken k\u00f6nnen. Und wozu auch? Um sich das Jammern \u00fcber Herrn Alsg\u00f6rs Verlust und die Verschleppung der Schwester anh\u00f6ren zu m\u00fcssen? Dinge, die bei aller Tragik, nun gerade nicht zu \u00e4ndern waren?<\/p>\n<p>Die <em>teirandanja<\/em> seufzte. Dann lie\u00df sie sich an ihrem Spiegeltisch nieder und starrte eine Weile ihr eigenes Bild an. Das D\u00f6schen mit dem Edelsteinstaub stand immer noch dort, wo sie es achtlos abgestellt hatte. Manj\u00e9v von Wijdlant und Spagor warf sich selbst einen missmutigen Blick zu. Dann griff sie sich einen Tiegel mit Haarsalbe und begann, sich zu schm\u00fccken.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/scherbenlied-oder-die-suche-nach-dem-boesen-band-3\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-4684","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-03_scherbenlied"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4684","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4684"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4684\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4685,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4684\/revisions\/4685"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4684"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4684"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4684"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}