{"id":4665,"date":"2026-01-07T19:59:05","date_gmt":"2026-01-07T18:59:05","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=4665"},"modified":"2026-01-07T19:59:05","modified_gmt":"2026-01-07T18:59:05","slug":"054-gesetz-und-gerechtigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2026\/01\/07\/054-gesetz-und-gerechtigkeit\/","title":{"rendered":"054: Gesetz und Gerechtigkeit"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SL_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1992\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p>Truda weinte nicht mehr. Manj\u00e9v war sich nicht ganz sicher, ob D\u00fdamir\u00e9e irgendeine mildernde Form von Magie gewirkt hatte. Vielleicht ging in Trudas Gedanken nun aber vieles um, das sie sie von der \u00fcberw\u00e4ltigenden Trauer ablenkte. Die Ungewissheit und Sorge um die kleine Schwester mochte den Schmerz des Verlustes \u00fcbert\u00f6nen, an dem sich nichts mehr \u00e4ndern lie\u00df.<\/p>\n<p>D\u00fdamir\u00e9e hatte das Briefchen mehrfach gelesen und dann eingesteckt. \u201eIch will es Advon zeigen\u201c, hatte sie erkl\u00e4rt. \u201eVielleicht kann er dem Papier mehr entlocken, als darauf geschrieben ist.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas glaube ich nicht\u201c, sagte Truda tonlos. \u201eDas ist ja nicht einmal die Botschaft, die in Emberbey abgeschickt wurde. Es ist nur eine Abschrift, die ein <em>maedlor<\/em> in Althopian gemacht hat.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEinerlei.\u201c Die Schattens\u00e4ngerin setzte sich neben sie. \u201eTruda, ich will nicht kaltherzig erscheinen. Aber sag mir: Hatte dein Vater Feinde?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein\u201c, brachte das M\u00e4dchen leise hervor. \u201eNicht, dass ich davon w\u00fcsste. Alle hatten Respekt vor ihm. Er war gerecht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eHerr Alsg\u00f6r war hochgeachtet\u201c, erkl\u00e4rte Manj\u00e9v. Sie hatte das Bed\u00fcrfnis, zu sprechen, bevor es zu still im Zimmer wurde. Das aufwendige Glasfenster sperrte einen guten Teil des L\u00e4rms vom Hof aus. Das Feuerknistern im Kamin war lauter als die Menschenscharen auf dem Hof.<\/p>\n<p>\u201eVielleicht\u201c, sagte Truda leise, \u201ehatte er Feinde, von denen ich nichts erfahren habe. Ich wei\u00df wenig von dem, was in den letzten Wintern daheim geschehen ist.\u201c<\/p>\n<p>\u201eHast du denn keine Briefe von ihm bekommen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDoch.\u201c Sie l\u00e4chelte matt. \u201eAber mein Vater h\u00e4tte doch mit mir nicht \u00fcber \u2026 solche Dinge gesprochen. Das sei nichts f\u00fcr uns, hat er immer zu mir und \u2026 Ra\u00fdneta gesagt.\u201c<\/p>\n<p>Sie schwieg einen Moment. Manj\u00e9v warf der Schattens\u00e4ngerin einen unschl\u00fcssigen Blick zu.<\/p>\n<p>\u201eEr hat die Briefe unserem <em>maedlor<\/em> diktieren m\u00fcssen\u201c, fuhr Truda nach einer Weile fort. \u201eEr konnte am Ende keine Feder mehr selbst in der Hand halten.\u201c Sie hob den Kopf. Ihre blassbraunen Augen waren ger\u00f6tet vom Weinen. \u201eMeist du, der <em>maedlor<\/em> hat mir etwas anderes geschrieben, als mein Vater vorgegeben hat?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWarum sollte der <em>maedlor<\/em> das getan haben? Was er denn kein treuer Dienstmann?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDoch. Es ist nur \u2026 ach, es ist so schrecklich!\u201c<\/p>\n<p>\u201eJedenfalls h\u00e4tte der <em>maedlor<\/em> doch keinen Grund, falsche Botschaften zu versenden.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber wieso wurde Ra\u00fdneta entf\u00fchrt? Sie ist doch nur ein kleines M\u00e4dchen!\u201c<\/p>\n<p>\u201eSie ist in <em>Sicherheit<\/em>, Truda, ganz gewiss. Dieser merkw\u00fcrdige <em>b\u00e1chorkor<\/em> wird sie h\u00fcten wie einen Schatz. Als Geisel n\u00fctzt sie ihm mehr als \u2026 jedenfalls, du musst dich um deine Schwester zurzeit nicht sorgen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir sind ein wohlhabendes Haus\u201c, murmelte Truda. \u201eWenn er sie ausl\u00f6sen will, dann muss schnell Geld bereitgeschafft werden.\u201c Sie sprang auf. \u201eIch muss unserem <em>maedlor<\/em> eine Taube schicken, und &#8230;\u201c<\/p>\n<p>\u201eBleib sitzen, Truda!\u201c Die Schattens\u00e4ngerin n\u00f6tigte sie wieder auf die Kaminbank. \u201eIch bin sicher, das wird sich finden.\u201c<\/p>\n<p>\u201eHerr Alsg\u00f6r war sehr alt.\u201c Manj\u00e9v versuchte, das Feuerknistern zu \u00fcbert\u00f6nen. \u201eEr w\u00e4re sicherlich bald hinter die Tr\u00e4ume gegangen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas steht da aber nicht im Brief!\u201c, brauste Truda urpl\u00f6tzlich auf. \u201eDa steht nicht, dass er vom Alter <em>eingeschlafen<\/em> ist!\u201c<\/p>\n<p>\u201eW\u00fcrde es sich dann anders anf\u00fchlen?\u201c, fragte D\u00fdamir\u00e9e geduldig.<\/p>\n<p>\u201eIch wei\u00df nicht. Vielleicht. Sicher. Dass ihm jemand seine letzten Tage nicht geg\u00f6nnt hat, das ist verkehrt! So unw\u00fcrdig und grausam!\u201c<\/p>\n<p>Sie schwieg wieder einen Moment. D\u00fdamir\u00e9e blieb ihr zugewandt. Manj\u00e9v seufzte und erhob sich von der Bank. Ein Anflug von \u00c4rger \u00fcberkam sie, einer, f\u00fcr den sie sich augenblicklich sch\u00e4mte. Es war <em>unrecht<\/em>, Truda die Aufmerksamkeit zu neiden, die die Schattens\u00e4ngerin ihr nun widmete. Niemand war verantwortlich daf\u00fcr, dass dieses ebenso ruchlose wie sinnlose Verbrechen D\u00fdamir\u00e9es und Advons Aufmerksamkeit nun zweifellos mehr besch\u00e4ftigen w\u00fcrde als ruhelose Gedanken um das eigene <em>vaspos\u00e1r<\/em>.<\/p>\n<p>\u201eIch &#8230; hatte mich so darauf gefreut, meinen Vater noch einmal hier in Wijdlant zu sehen\u201c, erz\u00e4hlte Truda leise. \u201eEr konnte seit ein paar Wintern nicht mehr weit reisen. Aber diesmal, dieses eine Mal, h\u00e4tte er die Beschwerlichkeit noch auf sich genommen. Er h\u00e4tte es niemand anderem \u00fcberlassen wollen, Osse den Ring zu geben: Und bestimmt wollte er auch sehen, ob ich vielleicht \u2026\u201c Sie unterbrach sich und schloss: \u201eNun, er h\u00e4tte sicher wissen wollen, ob sich ein <em>h\u00fdardor<\/em> zeigt, der mir angenehm gewesen w\u00e4re. Ich h\u00e4tte ihm hier noch so viel zeigen wollen. Ra\u00fdneta hatte sich so auf das gro\u00dfe Fest gefreut. Ich musste ihr immerzu erz\u00e4hlen, wie es dabei zugeht, schon als sie noch viel kleiner war.\u201c<\/p>\n<p>Darauf ging D\u00fdamir\u00e9e nicht ein. \u201eWas f\u00fcr ein Ring?\u201c, fragte sie stattdessen.<\/p>\n<p>\u201eDas Amtssiegel\u201c, erkl\u00e4rte Manj\u00e9v. \u201eDas f\u00fcr das <em>teirandon<\/em> Spagor. Herr Alsg\u00f6r war der <em>mynstir<\/em> meines Vaters. Herr Daap hat das Gegenst\u00fcck f\u00fcr Wijdlant dazu, aber bei ihm ist es ein Anh\u00e4nger an seiner Kette.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas ist also die Zeremonie, die vorerst abgesagt wurde. Ich verstehe.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas f\u00fcr ein dummes Gesetz\u201c, z\u00fcrnte Truda. \u201eOsse hat seinen Vater geehrt. Es ist l\u00e4cherlich, auch nur daran zu denken, er h\u00e4tte es nicht erwarten k\u00f6nnen, seine Nachfolge anzutreten!\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs ist eben ein uraltes Gesetz, Truda\u201c, wandte Manj\u00e9v ein. \u201eEines, das seinen Sinn gehabt hat und immer noch hat. Du hast es doch selbst geh\u00f6rt, was sie dar\u00fcber sagen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWarum haben die Unkundigen \u2013 die Menschen, meine ich \u2013 dieses Gesetz niedergeschrieben?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWeil es einst notwendig war, D\u00fdamir\u00e9e. Es gab Zeiten, da war es nicht ungew\u00f6hnlich, dass hochedle Damen und Herren vorzeitig hinter die Tr\u00e4ume gingen. Das Gesetz sollte sicherstellen, dass niemand unmittelbar einen Vorteil daran hatte. Manchmal ging es den Erbfolgern nicht schnell genug oder es gab anderweitig Unklarheiten, die jemand mit einem Mord bereinigen wollte.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEin Mord musste also zweifelsfrei aufgekl\u00e4rt werden, bevor jemand eine Nachfolge antreten konnte?\u201c<\/p>\n<p>\u201eSo ist es. Bis der Schuldige \u00fcberf\u00fchrt ist, wird zwischenzeitlich ein Statthalter eingesetzt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eVon wem?\u201c<\/p>\n<p>\u201eVon dem <em>yarlp\u00e9nar<\/em>, vor dem sich der jeweilige Nachfolger verantworten muss.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch verstehe\u201c, wiederholte D\u00fdamir\u00e9e und versank wieder in Gedanken. Manj\u00e9v zog in Zweifel, ob sie wusste, was ein <em>yarlp\u00e9nar<\/em> war und welche Tragweite es hatte. Aber die Magierin fragte nicht nach. Vielleicht interessierten sie solche Feinheiten nicht.<\/p>\n<p>\u201eJedenfalls\u201c, erkl\u00e4rte die <em>teirandanja<\/em> weiter und verfluchte das Summen und Murmeln der Stimmen unten auf dem Hof, \u201ekommt all das zur Unzeit.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd daher wollen deine Eltern und die anderen Herren die Sache nun vorerst vertuschen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNat\u00fcrlich.\u201c Manj\u00e9v lehnte sich an die Wand neben dem Kamin. \u201eDie Leute sind wegen meines <em>vaspos\u00e1r<\/em> hier, nicht wegen eines <em>yarlp\u00e9nar<\/em> f\u00fcr Osse. W\u00e4re das Ganze fr\u00fcher geschehen, h\u00e4tte man das Turnier noch absagen k\u00f6nnen. Aber nun sind sie alle schon hier. Das ganze Weltenspiel h\u00e4tte Kunde davon. Alle werden tuscheln und Mutma\u00dfungen anstellen und Ger\u00fcchte sch\u00fcren.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs ist so dem\u00fctigend\u201c, murmelte Truda. \u201eSo l\u00e4cherlich, auch nur zu <em>denken<\/em>, dass Osse einen Meuchelm\u00f6rder aussenden k\u00f6nnte. Und Ra\u00fdneta \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eWelchen Nutzen h\u00e4tte Venghi\u00e1r Emberbey daraus?\u201c, fiel D\u00fdamir\u00e9e ihr ins Wort.<\/p>\n<p>Manj\u00e9v sah Truda zusammenzucken. Fragend schaute sie die Magierin an.<\/p>\n<p>\u201eVenghi\u00e1r?\u201c<\/p>\n<p>D\u00fdamir\u00e9e nickte. \u201eEr w\u00e4re doch sicher mit dem Tross von Herrn Alsg\u00f6r hergereist und h\u00e4tte sich Herrn Wa\u00fdreth f\u00fcr den Rest der Strecke angeschlossen, nicht wahr?\u201c<\/p>\n<p>\u201eSo war es verabredet\u201c, best\u00e4tigte Truda. \u201eAber wie kommst du dazu, Venghi\u00e1r zu <em>verd\u00e4chtigen<\/em>?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch bin, gelinde gesagt, erstaunt, dass keinem der Herren oder der <em>teiranda<\/em> ein solcher Gedanke gekommen ist.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein, D\u00fdamir\u00e9e. Das darfst du nicht im Ernst denken. Selbst wenn wir es in Erw\u00e4gung z\u00f6gen, w\u00e4re es unsinnig, Venghi\u00e1r zu verd\u00e4chtigen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eVenghi\u00e1r ist untadelig. Mein Vater war sehr zufrieden, wie er sich angestellt und den Haushalt und die Gesch\u00e4fte organisiert hat.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie anderen halten nicht allzu viel von ihm. Aber Venghi\u00e1r ist keiner, der zu einer solchen Hinterlist f\u00e4hig w\u00e4re.\u201c<\/p>\n<p>Truda schaute auf ihre F\u00fc\u00dfe. Einen Lidschlag lang sah es aus, als wolle sie etwas sagen. Aber sie blieb still.<\/p>\n<p>\u201eVenghi\u00e1r h\u00e4tte also keinen Vorteil, wenn Osses Nachfolge in Zweifel st\u00fcnde?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein. Selbst wenn sich der Mord nicht kl\u00e4ren lie\u00dfe und Osse nicht der n\u00e4chste <em>yarl<\/em> auf Emberbey w\u00fcrde, w\u00e4re es an mir, den Platz meines Vaters einzunehmen. Ich bin die neue <em>yarlara<\/em>. Und nach mir k\u00e4me Ra\u00fdneta.\u201c<\/p>\n<p>D\u00fdamir\u00e9e hob die Brauen. Manj\u00e9v verschr\u00e4nkte die Arme. Etwas sagte ihr, dass die Magierin die Sicherheit des Kindes neu bewertete. Im Feuer explodierten winzige Funken. Drau\u00dfen lachte jemand ungeb\u00fchrlich laut und schrill. Manjev f\u00fchlte sich unbehaglich. Wie entr\u00fcckt von der Wirklichkeit und gezwungen, Gedanken zu denken, die unbequem waren.<\/p>\n<p>\u201eVenghi\u00e1r hat auch keine Nachteile\u201c, sagte Truda. \u201eEs ist sein Auftrag, an Osses Stelle das Schwert f\u00fcr unser Haus zu f\u00fchren. Dazu hat mein Vater ihn herbeigeholt und eingesetzt. Schlie\u00dflich w\u00e4ren weder ich noch Ra\u00fdneta dazu in der Lage. Wir sind \u2026 nun, M\u00e4dchen. Frauen. Wir werden nie k\u00e4mpfen. Egal, wie es ausgeht, es \u00e4ndert sich f\u00fcr Venghi\u00e1r schlicht \u00fcberhaupt nichts. Er vertritt Osse als Schutzherr in Emberbey. Ihm unterstehen der Haushalt und der Hofdienst.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs sei denn\u201c, sagte Manj\u00e9v, \u201ees findet sich tats\u00e4chlich ein <em>h\u00fdardor<\/em> f\u00fcr dich. Einer, der daheim hinter einem \u00e4lteren Bruder oder Schwester steht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAch.\u201c Truda schaute noch ungl\u00fccklicher drein. Sie schien zu begreifen, dass der Mord nun auch ganz direkt ihre Zukunft, ihre Unbeschwertheit versehrte. Unschuldige Tr\u00e4ume begannen zu wanken.<\/p>\n<p>\u201eWenn Merrit davon erf\u00e4hrt\u201c, sagte sie trotzig, \u201edann wird er alles tun, um die Sache aufzukl\u00e4ren. Das glaube ich ganz fest. Merrit l\u00e4sst nichts Ungerechtes zu! Der wird nicht erlauben, dass sein liebster Freund in Schwierigkeiten ger\u00e4t.\u201c<\/p>\n<p>Manj\u00e9v verzog schmerzlich das Gesicht. Da war er wieder, dieser Name, dieser Mensch, diese bedingungslose <em>Zuneigung<\/em>, die jeder f\u00fcr ihn zu empfinden in der Lage war, au\u00dfer ihr selbst.<\/p>\n<p>Die Schattens\u00e4ngerin erhob sich. \u201eIch muss mit Advon reden. Lasst euch von <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval wieder hin\u00fcber ins Haus geleiten.\u201c<\/p>\n<p>Truda erhob sich wortlos und ging hinaus. Manj\u00e9v h\u00f6rte sie drau\u00dfen nach Herrn J\u00f3ndere rufen und schlie\u00dflich mit den Wachen am Ende des Gangs reden.<\/p>\n<p>Die <em>teirandanja<\/em> lie\u00df \u00fcberrascht die Schultern sinken. \u201eDu willst schon wieder fort?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch habe hier genug gesehen und geh\u00f6rt. Ausrichten kann ich f\u00fcr euch beide gerade nichts. Geht, aber lasst mir immer Fenster und T\u00fcr angelehnt. Au\u00dferdem brauche ich deine Hilfe.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWobei?\u201c<\/p>\n<p>\u201eAdvon hat bei seinem v\u00f6llig unn\u00f6tigen Abenteuer seine Waffen und seinen Helm eingeb\u00fc\u00dft. Kannst du mir Ersatz aus dem Keller beschaffen und vor der Mauer verstecken?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNicht vor morgen fr\u00fch. Ich muss heute Nacht beim Essen die Gastgeberin spielen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDann muss das reichen.\u201c D\u00fdamir\u00e9e wischte mit einer nachl\u00e4ssigen Geste durch die Luft, summte zwei, drei leise T\u00f6ne. Die Asche, die sie beim Sprung durch den Kamin auf Boden und Teppich verteilt hatte, verwirbelte zu einer kleinen Staubwolke und senkte sich sacht ins Feuer zur\u00fcck. Manj\u00e9v bestaunte das Schauspiel, doch noch bevor sich der Magierin wieder zuwenden konnte, sprang das Eichh\u00f6rnchen ihr auf die Schulter und krallte sich fest. Manj\u00e9v sp\u00fcrte, wie sich der warme K\u00f6rper mit dem flauschigen Schweif um ihren Hals legte wie ein Mantelkragen.<\/p>\n<p>\u201eEs kommt zur Unzeit\u201c, sagte Manj\u00e9v leise zu dem Eichh\u00f6rnchen. \u201eAlles wird verdorben. Die M\u00e4chte g\u00f6nnen mir das <em>vaspos\u00e1r<\/em> nicht, nicht wahr? Dein Vater hat das alles vorausgetr\u00e4umt, und wir k\u00f6nnen nichts dagegen tun?\u201c<\/p>\n<p>Das Eichh\u00f6rnchen brummte leise. Dann sp\u00fcrte Manj\u00e9v eine kleine k\u00fchle Nase an ihrer Wange, wie einen winzigen, schwesterlichen Kuss.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/scherbenlied-oder-die-suche-nach-dem-boesen-band-3\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-4665","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-03_scherbenlied"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4665","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4665"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4665\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4669,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4665\/revisions\/4669"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4665"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4665"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4665"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}