{"id":4589,"date":"2025-11-30T17:08:24","date_gmt":"2025-11-30T16:08:24","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=4589"},"modified":"2025-11-30T17:08:24","modified_gmt":"2025-11-30T16:08:24","slug":"048-hevstrid-und-die-macht-der-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/11\/30\/048-hevstrid-und-die-macht-der-frauen\/","title":{"rendered":"048: Hevstrid und die Macht der Frauen"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SL_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1992\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p>Venghi\u00e1r Emberbey hatte sich davongestohlen. Er hatte gehofft, dass die Tochter des versto\u00dfenen <em>maedlor<\/em> sich vor lauter Scham auf Nimmerwiedersehen verschwinden w\u00fcrde, sobald sie aufwachte. Was f\u00fcr eine Schande, was f\u00fcr eine Schmach, im Sterbebett des alten <em>yarl<\/em> aufzuwachen! Das war eine Sache, nach der sie auf der Burg niemandem mehr in die Augen schauen konnte!<\/p>\n<p>Aber er hatte sich get\u00e4uscht. Es hatte Hevstrid nicht viel Zeit gekostet, ihn in der Waffenkammer aufzusp\u00fcren, wo er nach brauchbarem Eisenzeug f\u00fcr das <em>vaspos\u00e1r<\/em> suchte.<\/p>\n<p>\u201eDa bist du ja\u201c, sagte sie zutraulich.<\/p>\n<p>\u201eGeh weg\u201c, antwortete er br\u00fcsk. \u201eIch habe zu tun.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWohin?\u201c, fragte sie erstaunt und kam n\u00e4her. \u201eWohin soll ich gehen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eMir egal. Ich halte dich nicht fest. Lass dir ein Pferd geben und mach dich fort nach Osten, deinen Eltern hinterher.\u201c<\/p>\n<p>Sie antwortete nicht, bewegte sich auch nicht fort. Er blickte von dem Harnisch auf, den er gerade in H\u00e4nden hielt. Alt war das Ding, aber gut in Ordnung gehalten.<\/p>\n<p>\u201eDu hattest mir aufgetragen, dich hier zu vertreten, w\u00e4hrend du zum Turnier reitest. Ich werde dich nicht entt\u00e4uschen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eMach, was du willst\u201c, murrte er und begutachtete das Eisen. Die Gestechr\u00fcstung seines Gro\u00dfonkels konnte er nicht verwenden, das hatte er bereits festgestellt. Alsg\u00f6r Emberbey war gr\u00f6\u00dfer und schmaler gewesen als er selbst, ein hagerer, z\u00e4her Bursche. Aber es fehlte die Zeit, sich ein R\u00fcstzeug anpassen zu lassen.<\/p>\n<p>\u201eWas willst du, das ich tue, w\u00e4hrend du fort bist?\u201c<\/p>\n<p>Er versuchte, sie zu ignorieren, Aber jetzt kam sie n\u00e4her. Wie zuf\u00e4llig ber\u00fchrte sie das alte Eisenzeug, das so gut in Ordnung gehalten worden war.<\/p>\n<p>\u201eLass mich einfach in Ruhe\u201c, sagte er knapp.<\/p>\n<p>\u201eDas werde ich wohl, wenn du mich verl\u00e4sst. Aber wenn du nicht hier bist \u2013 was soll mit unserem Haus geschehen?\u201c<\/p>\n<p>\u201e<em>Unserem<\/em>?\u201c Er blickte verbl\u00fcfft auf. Was war das f\u00fcr eine Rede, die sie da f\u00fchrte?<\/p>\n<p>\u201eNun\u201c, sagte Hevstrid und l\u00e4chelte wie eine, die ganz genau wusste, wonach sie verlangte, \u201ewas, wenn du von diesem <em>vaspos\u00e1r<\/em> nicht heimkehrtest? Was, wenn dein Weitvetter oder seine Schwestern zur\u00fcckkehrten, an deiner Stelle?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch kehre zur\u00fcck!\u201c Er legte den Harnisch beiseite und wandte sich den Waffen zu. Schwert, Axt und Flegel, die w\u00fcrde er brauchen. F\u00fcr Lanzen w\u00fcrden die <em>teiranday<\/em> sorgen. Das Schwert, das gute, das Erbst\u00fcck, das bereits Thorgar Emberbey gef\u00fchrt haben mochte, das hatte er bereits. Und die Waffenkammer von Emberbey hatte noch mehr n\u00fctzliches Zeug zu bieten, veraltet zwar, aber noch gut tauglich. Herr Alsg\u00f6r war nie im Krieg, aber gut ausgestattet gewesen, w\u00e4re ein solcher gekommen.<\/p>\n<p>\u201eUnd wenn nicht?\u201c<\/p>\n<p>Er versuchte, ruhig zu bleiben, aber er versp\u00fcrte das dringende Bed\u00fcrfnis, sie zu schlagen. Sie wusste das sehr wohl, das stand au\u00dfer Frage. Aber zugleich schien sie zu glauben, dass sie ihm \u00fcberlegen war. Das war auf eine ganz seltsame Weise beunruhigend.<\/p>\n<p>\u201eDieses t\u00f6richte <em>vaspos\u00e1r<\/em> kehrt mich nicht im Geringsten. Ich habe keine Veranlassung, der <em>teirandanja<\/em> gefallen zu wollen. Ich muss dort aus purem Anstand hin.\u201c<\/p>\n<p>Hevstrid zuckte die Achseln. In ihrem Blick jedoch stand etwas, das in den Augen eines d\u00e4mlichen Weibsbilds nichts zu suchen hatte.<\/p>\n<p>\u201eEmberbey ist ein guter Ort\u201c, sagte sie. \u201eDie Bucht, die Stra\u00dfe nach Virhav\u00e9t und zum R\u00edflu\u00edr. Deinem Gro\u00dfonkel war das wenig wert. Wie oft sagte mein Vater, wie viel Gewinn lie\u00dfe sich machen aus dieser Lage, wenn der Herr, m\u00f6ge er hinter den Tr\u00e4umen in Ruhe sein, nach guten Gesch\u00e4ften suchen.\u201c<\/p>\n<p>Nun horchte er auf, \u201eWas?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWenn es nur eine M\u00f6glichkeit f\u00fcr die gro\u00dfen Schatzfahrer g\u00e4be, hier anzulegen. Ihre Waren umzuschlagen, ohne sich von Virhav\u00e9t abh\u00e4ngig zu machen. Nur ein St\u00fcck \u00fcber Land, um den Fluss zu erreichen, bevor er die Stadt erreicht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAsga\u00fd von Spagor hat sich daf\u00fcr nicht interessiert\u201c, sagte Venghi\u00e1r, aufmerksamer, als er es ihr zugestehen mochte. \u201eAlso hat mein Gro\u00dfonkel den Gedanken nie verfolgt. Warum h\u00e4tte er etwas tun sollen, was seinem Herrn gleichg\u00fcltig war?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDein Gro\u00dfonkel\u201c, erinnerte Hevstrid, \u201eist hinter den Tr\u00e4umen. Und was Asga\u00fd von Spagor heute denkt, das wei\u00dft du erst, wenn du ihn fragst.\u201c<\/p>\n<p>Venghi\u00e1r durchdachte die M\u00f6glichkeiten. Ja, in der Tat. In Rodekliv war man <em>\u00e4u\u00dferst<\/em> interessiert an den M\u00f6glichkeiten, sollten sie denn im Bereich des Machbaren liegen. Nichts weniger als das war einer der Gr\u00fcnde, weshalb <em>yarl<\/em> Rodekliv so interessiert daran gewesen war, ihn, Venghi\u00e1r, hier vor Ort zu platzieren. Als Platzhalter, als Vertreter, der in die erstbeste L\u00fccke hereinsto\u00dfen konnte, die sich ihm bot.<\/p>\n<p>Aber wie konnte Hevstrid das wissen? Oder war sie einfach viel schlauer, als sie aussah? War ihr dieser Gedanke von selbst gekommen? Wie gef\u00e4hrlich konnte ein Weibsbild werden, das zu viel nachdachte?<\/p>\n<p>Er umfasste den Griff des Streitflegels, den er gerade in H\u00e4nden hielt.<\/p>\n<p>\u201eIch kehre zur\u00fcck\u201c, sagte er harsch. \u201eDieses <em>vaspos\u00e1r<\/em> ist ohnehin eine Posse. Manj\u00e9v von Wijdlant und Spagor ist ein albernes, anma\u00dfendes Weibsbild, das sich ein Dreck daran kehren wird, wer dieses Turnier bestreitet. Niemand wird um Blut f\u00fcr sie k\u00e4mpfen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eBist du dir sicher?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNat\u00fcrlich. Sie w\u00fcrden nicht erlauben, dass sich K\u00e4mpfer ernsthaft ans Leben gehen. Wenn jemand auf dem Platz bleibt, dann allenfalls durch ein dummes Missgeschick. Das Ganze ist ein eitles Spektakel, ein Spiel, kein Kampf um echte Werte.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDann ist es ja gut.\u201c<\/p>\n<p>Sie machte keine Anstalten, zu gehen, und beobachtete ihn unverwandt weiter. Er versuchte, sie zu ignorieren, und schaute durch, was er an R\u00fcstung und Waffen fand. Er hatte nicht vor, sich beim Turnier allzu gro\u00dfe M\u00fche zu geben. Mit dem Schwert k\u00e4mpfen, das konnte er, selbstverst\u00e4ndlich. Aber er war realistisch genug, sich auszurechnen, dass er gegen die Favoriten der <em>teiranday<\/em> und den Gro\u00dfteil der anreisenden Herren keine Chance hatte. Schade, dachte er, dass er nicht mit dem Bogen antreten konnte, allenfalls bei einem albernen Geschicklichkeitsspiel. Wer einen Bogen hielt und auf die richtige Stelle zu zielen wusste, der war selbst einem Ger\u00fcsteten \u00fcberlegen, eher der zu nahe kommen konnte.<\/p>\n<p>Und ganz sicher w\u00e4re ihm bei einem Zielschie\u00dfen dieser arrogante Merrit Althopian, der Liebling der <em>teiranday<\/em> unterlegen. Der, mit dem sein l\u00e4cherlicher Weitvetter so besch\u00e4mend vertraut tat.<\/p>\n<p>\u201eCr\u00f3 und Ungro werden bald eintreffen. Ich erwarte von dir nicht mehr, als dass du die beiden gut im Auge beh\u00e4ltst und verhinderst, dass sie irgendwelche Torheiten begehen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas w\u00e4re eine solche Torheit?\u201c<\/p>\n<p>\u201eAuszuplaudern, in welcher Sache sie unterwegs waren, zum Beispiel. Am besten, du sorgst daf\u00fcr, dass sie den Tag verschlafen und mit niemandem ein Wort wechseln.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wenn sie es doch tun?\u201c<\/p>\n<p>\u201eMein Waffenknecht aus Rodekliv wird deine Befehle ausf\u00fchren. Ich gebe ihm nachher die Anweisungen dazu. Am besten, niemand verl\u00e4sst die Burg \u00fcber das Notwendigste hinaus, solange ich nicht da bin. Und niemand soll hereinkommen, der keinen sehr guten Grund dazu hat.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas ist mit Leuten, die dem alten Herrn ihre letzte Ehre erweisen wollen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas hat sich mit der gestrigen Nacht erledigt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eMag sein. Aber woher sollen die Leute das wissen? Woher soll beispielsweise <em>yarl<\/em> Althopian es erfahren haben? Die Taube muss ihn l\u00e4ngst erreicht haben.\u201c<\/p>\n<p>Das war ein berechtigter Einwand. Venghi\u00e1r probierte eine Armschiene an, um ihrem Blick auszuweichen. Wa\u00fdreth Althopian. Der Mann, den sein Gro\u00dfonkel als seinen engsten und vermutlich einzigen Freund bezeichnet h\u00e4tte, w\u00e4re ihm ein so vertrautes Wort \u00fcber die Lippen gekommen. Sofern kein Greif die f\u00fcr ihn bestimmte Taube vom Himmel geholt hatte, war der <em>yarl<\/em> informiert. Aber er wurde am Hof seiner Herrin erwartet. Eigentlich hatte er nicht die Zeit f\u00fcr einen Abstecher ans Meer, um sein Beileid zu bekunden.<\/p>\n<p>Was mochte Wa\u00fdreth Althopian wertvoller sein? Der Anstand oder die Pflicht?<\/p>\n<p>\u201eMach dich n\u00fctzlich\u201c, herrschte er Hevstrid an. \u201eSchick augenblicklich eine Taube an Althopian. Sag ihm, der Alte sei bereits dem Meer \u00fcbergeben f\u00fcr seine letzte Reise. Der Aufwand lohnt sich nicht, herzukommen, und ich erwarte ihn in Wijdlant. Ich wolle ihm im Vertrauen alles berichten und sein Beileid entgegennehmen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch werde schauen, ob noch eine Taube da ist, die den Weg kennt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNimm gleich eine zweite dazu, die die Herberge an der Hauptstra\u00dfe anfliegt. Wenn er schon unterwegs sein sollte, mag er gleich umkehren.\u201c<\/p>\n<p>Hevstrid nickte gehorsam. Aber sie blieb immer noch in der T\u00fcr stehen.<\/p>\n<p>\u201eWird\u2019s bald? Was stehst du da und gaffst mich so an?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch frage mich, warum du \u00fcberhaupt zum <em>vaspos\u00e1r<\/em> aufbrichst, wenn es dir doch ohnehin l\u00e4stig ist. Gef\u00e4llt sie dir vielleicht doch, die <em>teirandanja<\/em>? Klug und sch\u00f6n soll sie sein. Und das <em>teirandon<\/em> ist auch nicht schlecht. Vom Meer bis fast zum Montaz\u00edel und entlang dem Fluss.\u201c<\/p>\n<p>Er runzelte die Stirn. So dumm war die Frage nicht. Aber er konnte ihr ja schlecht gestehen, dass der <em>Schwarzmantel<\/em> ihn dazu dr\u00e4ngte, sich unter die K\u00e4mpfer zu mischen und der <em>teirandanja<\/em> aufzuwarten. Und rundheraus zu sagen, dass er <em>diesmal<\/em> sicherstellen wollte, dass Osse Emberbey allenfalls ein paar Tage <em>mynstir<\/em> sein w\u00fcrde \u2013 das ging schon gar nicht.<\/p>\n<p>\u201eBleib hier\u201c, verlangte sie. Es klang seltsam, fast verlockend, schmeichelnd. \u201eBleib hier und lass sie herkommen, wenn sie etwas von dir wollen. Ich bin besser als die <em>teirandanja<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDamit Osse und seine idiotischen Kumpane hier aufkreuzen? Damit der <em>teirand<\/em> \u00fcber meinen Kopf hinweg bestimmt, ob diese Burg, dieser Hafen, nach dem sich Virhav\u00e9t die Finger lecken w\u00fcrde, in den H\u00e4nden eines j\u00e4merllichen Idioten bleibt? Oh nein, M\u00e4dchen. Die Sache muss aufgel\u00f6st werden! Ich werde mich darum k\u00fcmmern, dass der Tod meines Gro\u00dfonkels l\u00fcckenlos aufgekl\u00e4rt wird! Ich muss wissen, wer den <em>b\u00e1chorkor<\/em> geschickt hat und was der mit der kleinen Kr\u00f6te vorhat!\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu solltest achtungsvoller von deiner Weitbase reden. Ra\u00fdneta ist ein gutes Kind. Sie war immer lieb und freundlich zu uns. M\u00f6gen die M\u00e4chte sie besch\u00fctzen. Der <em>b\u00e1chorkor<\/em> wird sie f\u00fcr denjenigen gestohlen haben, der ihn schickte, den Herrn zu ermorden. Sicher will derjenige sie als Geisel, um dich und deinen Weitvetter zu erpressen, um was auch immer!\u201c<\/p>\n<p>M\u00f6ge der <em>b\u00e1chorkor<\/em> sie l\u00e4ngst zum Schweigen gebracht haben!, dachte Venghi\u00e1r. An eine planvolle Entf\u00fchrung glaubte er nicht. Vermutlich hatte der <em>b\u00e1chorkor<\/em> einfach gehofft, mit dem Kind als Schutzschild sicherer zu sein.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr den \u00e4u\u00dferst unwahrscheinlichen Gl\u00fccksfall, dass Ra\u00fdneta w\u00e4hrend meiner Abwesenheit wieder hier auftauchen sollte\u201c, sagte er laut, \u201egilt f\u00fcr sie das Gleiche wie f\u00fcr Cr\u00f3 und Ungro. Ich will nicht, dass sie zu irgendjemandem ein Wort \u00fcber das Geschehene verliert, bevor ich wieder anwesend bin. Sie soll in ihrem Zimmer bleiben und schweigen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas wird der <em>opayra<\/em> nicht gefallen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas kehrt mich nicht! Verstehst du nicht, M\u00e4dchen, dass jede Rede zu einem anderen Menschen die Erinnerung der Kleinen verf\u00e4lschen kann? Nein: Wenn sie redet, dann erst vor mir und \u2026 und vor wem auch immer, der die Untersuchung f\u00fchren wird. Ich w\u00fcnsche nicht, dass irgendjemand sie ausfragt oder auch nur in ihrer N\u00e4he ist.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWenn ich es nicht besser w\u00fcsste\u201c, sagte Hevstrid.<\/p>\n<p>\u201eWas w\u00fcsstest du besser?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWenn ich nicht w\u00fcsste, dass du ein ehrenvoller, gerechter und zutiefst trauernder Mann w\u00e4rest, dem der Gro\u00dfonkel gewaltsam genommen wurde, man k\u00f6nnte fast denken, h\u00e4ttest deine Finger darin.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu!\u201c Das war zu viel. Erbost riss Venghi\u00e1r einen kurzen Jagdspie\u00df von einem Gestell. Das M\u00e4dchen wich zur\u00fcck. Aber sie fl\u00fcchtete nicht.<\/p>\n<p>\u201eMach dich nicht ungl\u00fccklich\u201c, zischte sie, scharf wie eine Schlange. Das war so unerwartet, dass er verbl\u00fcfft innehielt. \u201eHeb nicht die Hand gegen dein eigenes Kind!\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas?\u201c<\/p>\n<p>\u201eKannst du es wissen, ob ich nicht etwas von dir unter dem Herzen trage, nach der vergangenen Nacht?\u201c<\/p>\n<p>Er lie\u00df den Spie\u00df sinken, so verbl\u00fcfft war er. Ein Kind? Ein Nachkomme, den er im Rausch mit diesem losen Weibsst\u00fcck gezeugt haben mochte? Das mochten die M\u00e4chte verh\u00fcten! Mochten die M\u00e4chte geben, dass er zu besoffen gewesen war von dem verfluchten Elixier, um etwas zustande gebracht zu haben. Die Unversch\u00e4mte! Was bildete das junge Ding sich ein? Seine <em>h\u00fdardora<\/em> zu sein? Nur, weil sie einmal mit ihm das Lager geteilt hatte? Eine Nacht, an die er sich nicht einmal <em>erinnerte<\/em>? Was war in das dumme Gesch\u00f6pf gefahren, das gestern noch so um den Vater geheult hatte?<\/p>\n<p>Oder hatte etwa \u00a0auch hier der Schwarzmantel seine Finger im Spiel?<\/p>\n<p>\u201eWer\u201c, fragte er scharf, \u201edenkst du eigentlich, dass du bist?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch bin die, die du <em>brauchst<\/em>. Die du brauchst, damit dir die Dinge nicht aus der Hand gleiten. Ist es nicht Zeit, mich den anderen als die Herrin des Hauses vorzustellen? Des Respektes wegen, den ich in deinem Sinne ben\u00f6tige? Du k\u00f6nntest mit deinem Waffenknecht anfangen, und mit diesen beiden Hohlk\u00f6pfen, die f\u00fcr dich die Drecksarbeit machen. Vor deiner Dame werden sie wohl Respekt haben, denkst du nicht auch?\u201c<\/p>\n<p>Venghi\u00e1r starrte sie fassungslos an. Hevstrid verneigte sich mit einem s\u00fc\u00dfen L\u00e4cheln und ging endlich fort.<\/p>\n<p>Venghi\u00e1r wartete, bis sie au\u00dfer H\u00f6rweite war, bevor er den Spie\u00df zu Boden warf und der Stellage mit den Eisenteilen einen w\u00fctenden Tritt versetze. Das Scheppern und Poltern des umst\u00fcrzenden R\u00fcstzeugs war im ganzen Geb\u00e4ude zu h\u00f6ren.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/scherbenlied-oder-die-suche-nach-dem-boesen-band-3\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-4589","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-03_scherbenlied"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4589","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4589"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4589\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4590,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4589\/revisions\/4590"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4589"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4589"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4589"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}