{"id":4584,"date":"2025-11-30T17:05:04","date_gmt":"2025-11-30T16:05:04","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=4584"},"modified":"2025-12-15T20:37:38","modified_gmt":"2025-12-15T19:37:38","slug":"045-planaenderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/11\/30\/045-planaenderung\/","title":{"rendered":"046: Plan\u00e4nderung"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SL_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1992\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p>\u201eWo bleibt sie nur?\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs wird nicht besser, je \u00f6fter du fragst\u201c, antwortete D\u00fdamir\u00e9e geduldig. Die Schattens\u00e4ngerin sa\u00df mit gekreuzten Beinen auf dem Bett der <em>teirandanja<\/em> und betrachtete zerstreut einige der Gastgeschenke, die achtlos gestapelt auf dem Teppich daneben lagen. Sie hatte wieder Menschengestalt angenommen, nachdem beide jungen Frauen eine Weile vergebens auf Trudas R\u00fcckkehr gewartet hatten. Auf diese Weise k\u00f6nnten sie sich miteinander unterhalten. Den Bettvorhang lie\u00dfen sie f\u00fcr alle F\u00e4lle so zugezogen, dass die Besucherin von der T\u00fcr aus nicht sofort zu sehen war.<\/p>\n<p>Manj\u00e9v stand derweil am Fenster und beobachtete den Trubel auf dem Hof. Das gesch\u00e4ftige Treiben der gesch\u00e4ftigen Burgbewohner und angereisten G\u00e4sten vermischte sich mit monotonem Gemurmel, ab und zu durchbrochen von lauten Zurufen, Gel\u00e4chter und dem Klappern von Holz und irdenen Gef\u00e4\u00dfen. Pferdehufe klapperten, ab und zu h\u00f6rte man R\u00e4der knarren. Das Gesinde bereitete unbeirrt das Fest vor, w\u00e4hrend hochedle G\u00e4ste ihm im Weg herumstanden.<\/p>\n<p>\u201eAber es dauert schon viel zu lange.\u201c<\/p>\n<p>\u201eK\u00f6nnen wir denn nicht einfach so losgehen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWo denkst du hin? Wir k\u00e4men nicht einmal an den T\u00fcrwachen hier oben vorbei. Und selbst, wenn wir die ablenken k\u00f6nnten, uns w\u00fcrde drau\u00dfen st\u00e4ndig jemand aufhalten. Keiner von den ausw\u00e4rtigen G\u00e4sten w\u00fcrde sich die Gelegenheit entgehen lassen, mir seine pers\u00f6nliche Ehrerbietung kundzutun. Nein, wir brauchen Herrn J\u00f3ndere. Der h\u00e4lt uns alle vom Hals.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWarum bewachen sie dich eigentlich \u00a0so sehr? Haben sie einen Grund, um dich zu f\u00fcrchten?\u201c<\/p>\n<p>Manj\u00e9v hob die Schultern. \u201eEs sind wahrscheinlich einfach zu viele fremde Menschen hier. Man kann nicht von allen wissen, was sie denken.\u201c<\/p>\n<p>D\u00fdamir\u00e9e nickte nachdenklich.<\/p>\n<p>\u201eIch bin besorgt um Advon\u201c, sagte sie dann. \u201eEuer Turnier hat noch nicht einmal begonnen, und schon ist er in Schwierigkeiten. Ich h\u00e4tte es kommen sehen m\u00fcssen. Ich h\u00e4tte ihn nicht aus den Augen lassen d\u00fcrfen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir retten ihn!\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir m\u00fcssen ihn nicht retten. Er ist nicht in Gefahr. Das w\u00fcrde ich sp\u00fcren.\u201c<\/p>\n<p>\u201eTats\u00e4chlich?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNat\u00fcrlich. \u00a0Trotzdem ist es gar nicht gut, dass er hier ist. Wenn <em>yarl<\/em> Altabete Verdacht sch\u00f6pft, m\u00fcssen wir den Plan umwerfen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas ist mir sehr unangenehm und tut mir im Herzen leid. Ich hoffe, die Sache l\u00e4sst sich aufkl\u00e4ren.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSicher.\u201c Die Schattens\u00e4ngerin streckte sich auf der bequemen Matratze aus und spielte nachdenklich mit einem Geschmeide aus glitzerndem Kristall. Sie fing Lichtstrahlen ein, die die Mittagssonne in die Kemenate warf, und warf regenbogenfarbene Lichtflecken an den Bettvorhang. \u201eIch muss nur einen Moment mit Advon \u00a0allein sein. Falls er verletzt ist, kann ich es heilen. Aber es besorgt mich, nicht zu wissen, was geschehen ist. Wir sind nicht zu unserem Vergn\u00fcgen hier. Ich hoffe, dass es nur ein t\u00f6richtes Missgeschick war und nichts &#8230; Gr\u00f6\u00dferes.\u201c<\/p>\n<p>Manj\u00e9v nickte. Sie konnte D\u00fdamir\u00e9es ernsten Blick in ihrem R\u00fccken beinahe sp\u00fcren.<\/p>\n<p>\u201eGr\u00f6\u00dferes\u201c, sagte sie leise. \u201eSeid Ihr Gr\u00f6\u00dferem gewachsen, Advon und du?\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnsere Eltern haben uns nicht zur\u00fcckgehalten, um es zu untersuchen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wenn es zu gro\u00df w\u00e4re?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch vermute, dann kommen unsere Eltern herbei, um uns zu retten. Ich bin sicher, dass sie Mittel haben, aus der Ferne ein Auge auf uns zu halten. Meisterin Elos\u00e1l ist unglaublich m\u00e4chtig. Aber,\u201c sie l\u00e4chelte, \u201esie haben uns die Chance gelassen, uns zu beweisen.\u201c<\/p>\n<p>Manj\u00e9v seufzte.<\/p>\n<p>\u201eDeine Eltern t\u00e4ten dasselbe f\u00fcr dich.\u201c<\/p>\n<p>\u201eManchmal\u201c, gestand Manj\u00e9v, \u201etr\u00e4ume ich. Aber ich erinnere mich nie.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWoran erinnerst du dich nicht?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas wei\u00df ist eben nicht. Nur, dass ich Angst hatte, gro\u00dfe Angst. Und dass Osse dabei war, und \u2026 und\u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eMerrit?\u201c<\/p>\n<p>Manj\u00e9v nickte still.<\/p>\n<p>\u201eWillst du wirklich an deinem Vorhaben festhalten, Merrit aus dem Turnier schlagen zu lassen?\u201c<\/p>\n<p>Manj\u00e9v zuckte zusammen und wandte sich vom Fenster ab. Ein Gef\u00fchl \u00fcberkam sie, eine sonderbare Vermengung von Scham und Beklemmung. Vielleicht h\u00e4tte D\u00fdamir\u00e9e mehr \u00fcber diese Tr\u00e4ume gewusst, \u00fcber die sie vor anderen nicht reden wollte. Doch der abrupte Themenwechsel verletzte sie.<\/p>\n<p>\u201eJa\u201c, antwortete sie knapp. \u201eUnd wenn ihr beiden mir dabei nicht helft, finde ich eigene Mittel.\u201c<\/p>\n<p>\u201e<em>Advon<\/em> hat es dir versprochen. Regenbogenritter sind niemals wortbr\u00fcchig. Schattens\u00e4nger sind achtsam mit dem, was sie an Versprechen geben. Mein Vater sagt immer, man muss achtsam sein, mit dem, was man anderen verspricht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch werde <em>Advon<\/em> ewig dankbar sein.\u201c<\/p>\n<p>D\u00fdamir\u00e9e legte das Geschmeide beiseite und setzte sich auf. \u201eManj\u00e9v \u2026 ich bin deine Freundin. Ich w\u00fcrde dir so gern helfen, aber ich dringe nicht zu dir vor.\u201c<\/p>\n<p>\u201eVersuchst du etwa, meine Gedanken zu h\u00f6ren?\u201c<\/p>\n<p>\u201eTats\u00e4chlich habe ich das ab und zu probiert. Aber da ist etwas Undurchdringliches. Vermutlich ist es genau das, was dir so viel Verdruss bereitet. Es ist, als h\u00e4ttest du ein verschlossenes K\u00e4stchen im Herzen, das dich dr\u00fcckt und sticht. Aber weder du noch ich haben einen Schl\u00fcssel, um hereinzuschauen, und um herauszufinden, was es ist. Habe ich recht?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch glaube. Ja, so wird es sein.\u201c<\/p>\n<p>\u201eVielleicht sollten wir uns dann darauf besinnen, herauszufinden, wer den Schl\u00fcssel hat?\u201c<\/p>\n<p>\u201eAch\u201c, sagte Manj\u00e9v matt. \u201eIch wei\u00df doch nicht mal, was es ist.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas ist es denn <em>nicht<\/em>? Du kannst es mir doch sagen. Denkst du nicht, ich w\u00fcrde nicht bemerken, wie unwohl du dich f\u00fchlst? Gerade nun, wo dein sch\u00f6nes gro\u00dfes Fest bevorsteht und du die Einzige zu sein scheinst, die sich nicht dar\u00fcber freut?\u201c<\/p>\n<p>Manj\u00e9v z\u00f6gerte. Sie war allein mit der Magierin. Niemand h\u00f6rte ihnen ztu. Wer wusste, wann die Gelegenheit noch einmal so g\u00fcnstig sein w\u00fcrde?<\/p>\n<p>\u201eWarum f\u00fchlt er sich so an?\u201c, platzte es unvermittelt aus ohr heraus. Sie konnte es nicht zur\u00fcckhalten. Sie konnte den besorgten Fragen der Magierin, ihrer Freundin, nicht widerstehen. \u201eWarum kann er sich nicht einfach anf\u00fchlen wie die anderen, wenn ich mit ihm zusammen bin?\u201c<\/p>\n<p>\u201e<em>Anf\u00fchlen?<\/em> Merrit?\u201c<\/p>\n<p>Manj\u00e9v schloss die Augen und unterdr\u00fcckte ein Schluchzen. \u201eJa, Merrit. Wenn ich mit den anderen bin, mit J\u00e1ndris und L\u00e1as oder irgendeinem beliebigen jungen Kerl, der mir \u00fcber den Weg l\u00e4uft \u2013 da ist nichts. Die sind gew\u00f6hnlich. Manche mag ich sehr und sch\u00e4tze sie. Andere sind mir einerlei. Nur Merrit, der \u2026 ach, ich kann es nicht beschreiben!\u201c<\/p>\n<p>\u201eHat er dir wehgetan oder dich w\u00fctend gemacht?\u201c, fragte D\u00fdamir\u00e9e verwirrt. \u201eGibt es etwas, das nicht nur wir wissen sollten?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein! Nein, das ist es ja eben! Es \u2026\u201c Manj\u00e9v unterbrach sich. Die Schattens\u00e4ngerin musterte sie geduldig.<\/p>\n<p>\u201eIch beneide euch\u201c, wisperte die <em>teirandanja<\/em>. \u201eDich und Advon. Und J\u00e1ndris und T\u00edjnje. Und L\u00e1as und dieses M\u00e4dchen, das er gefunden hat. Ihr habt es alles so einfach. Ich-\u201c<\/p>\n<p>Genau in diesem Moment klopfte es an der T\u00fcr. Manj\u00e9v verstummte erschrocken. So nahe waren sie daran gewesen.<\/p>\n<p>D\u00fdamir\u00e9e nickte ihr still zu.<\/p>\n<p>\u201eMajest\u00e4t?\u201c, meldete sich einer der T\u00fcrw\u00e4chter. \u201eDie <em>doayra<\/em> erbittet einen Moment Eurer Zeit.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch bin nicht krank!\u201c, gab Manj\u00e9v unwillig zur\u00fcck. \u201eSchick sie weg!\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber es ist wichtig!\u201c, mischte sich eine Frau ein. Eine Stimme, die Manj\u00e9v lange nicht geh\u00f6rt hatte, aber sofort erkannte. Das \u00e4nderte die Sache! Und wie!<\/p>\n<p>\u201eFrau Isan!\u201c Manj\u00e9v st\u00fcrzte hin\u00fcber und riss die T\u00fcr auf, weit ungest\u00fcmer, als es sich einer <em>teirandanja<\/em> geziemte. \u201eFrau Isan! Was f\u00fcr eine \u00dcberraschung!\u201c<\/p>\n<p>Die <em>doayra<\/em> wich einen Schritt zur\u00fcck, wohl selbst verwirrt \u00fcber diese st\u00fcrmische Begr\u00fc\u00dfung. Dass sie bei den <em>teiranday<\/em> von Wijdlant gro\u00dfes Ansehen genoss, das kam nicht aus dem Nirgendwo. Isan aus Spagor war es gewesen, die einst Manj\u00e9v ins Weltenspiel geholfen hatte, als die K\u00edan\u00e1 von Wijdlant niederkam. So manche arge Erkrankung und schwere Blessur hatte sie im ganzen <em>teirandon<\/em> versorgt. Ihr Wissen hatte sie in der Zeit mit Dutzenden j\u00fcngerer Frauen und M\u00e4nner geteilt. Doch dass ihr die <em>teirandanja<\/em> um ein Haar um den Hals gefallen w\u00e4re, das empfand die hochger\u00fchmte Heilerin wohl als \u00fcbertrieben. Sie l\u00e4chelte befremdet und verneigte sich.<\/p>\n<p>\u201eIch wusste, dass Ihr f\u00fcr das Turnier kommst\u201c, sprudelte Manj\u00e9v hervor. \u201eAber dass Ihr heute schon da seid \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eGanz recht, Majest\u00e4t. Ich hatte Gl\u00fcck auf dem Weg und kam besser voran als gedacht. Diese neuen Reisek\u00e4hne auf dem R\u00edflu\u00edr sind erstaunlich. Und kaum komme ich hier an, ist der erste Patient schon bereit. Ein junger Herr aus dem S\u00fcden wohl, der Euch seine Gr\u00fc\u00dfe sendet.\u201c<\/p>\n<p>\u201eGeht es ihm gut? Wir machen uns &#8230; ich <em>hoffe<\/em>, es ist dem jungen Herrn nichts zugesto\u00dfen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eAch was. Ein bisschen Blut, und das Hirn hat es ihm wohl durchgesch\u00fcttelt. Halb so schlimm. Er w\u00fcrde sich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen,. Euch zu sehen.\u201c<\/p>\n<p>Hektisches Patschen raste auf den Bodendielen heran. D\u00fdamir\u00e9e kletterte an Manj\u00e9vs kostbarem Gewand empor auf ihre Schulter, ohne auf feine Borten und zartes Gewebe zu achten.<\/p>\n<p>\u201eIch komme mit!\u201c<\/p>\n<p>\u201eMajest\u00e4t\u201c, mahnte der W\u00e4chter, \u201eIhr solltet auf <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval warten.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas hier kann nicht warten. Frau Isan ist doch bei mir.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch wei\u00df nicht, ob das gen\u00fcgt. Da muss ich erst bei Herrn J\u00f3ndere nachfragen.\u201c<\/p>\n<p>Das Eichh\u00f6rnchen brummte ungeduldig. Die <em>doayra<\/em> f\u00fcgte hinzu: \u201eIch kann keine Tiere erlauben bei den Krankenlagern!\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs ist ganz sauber, Frau Isan. Ganz gewiss hat es keine Fl\u00f6he. Ein Geschenk von <em>yarl<\/em> Ycelia. Es weicht mir gar nicht mehr von der Seite.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSo ungew\u00f6hnlich,\u201c mischte sich der W\u00e4chter ein, \u201esind diese Schwarzh\u00f6rnchen wohl gar nicht. Erst vorgestern \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch befehle Euch, mich zu dem jungen Herrn zu f\u00fchren\u201c, fiel Manj\u00e9v ihm ins Wort. \u201eUnd du, wenn <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval mit Truda zur\u00fcckkommt, sagt ihm, es sei auf <em>meine<\/em> Verantwortung geschehen.\u201c \u00a0Sie zog die T\u00fcr hinter sich zu. \u201eAuf, Frau Isan! F\u00fchrt mich hin!\u201c<\/p>\n<p>Die <em>doayra<\/em> schaute den W\u00e4chter achselzuckend an. Dann beeilte sie sich, Manj\u00e9v hinterdrein zu eilen. Die <em>teirandanja<\/em> war schon beinahe die Treppe hinab.<\/p>\n<p>\u201eMajest\u00e4t\u201c, rief die Frau, \u201eso \u00fcberst\u00fcrzt wie Ihr handelt, wird Euch noch jemand aufhalten! So lasst mich doch erst einmal berichten!\u201c<\/p>\n<p>\u201eWenn wir schnell genug sind, h\u00e4lt uns niemand auf. Wo ist <em>yarl<\/em> Altabete? Ist er bei Advon Ir\u00edsolor?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch denke, noch nicht. Aber ich glaube nicht, dass er sich lange fernhalten l\u00e4sst.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUmso dringender!\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eFrau Isan, ich habe jetzt keine Zeit f\u00fcr Erkl\u00e4rungen. Ich und D\u00fdamir\u00e9e Lagoscyre m\u00fcssen zu ihm, bevor irgendjemand anders ihn erkennt.\u201c<\/p>\n<p>\u201e<em>D\u00fdamir\u00e9e Lagoscyre?<\/em>\u201c<\/p>\n<p>D\u00fdamir\u00e9e pfiff. Sie hatte M\u00fche, bei dieser Geschwindigkeit sicher auf Manj\u00e9vs Schulter zu sitzen, und klammerte sich mit scharfen Klauen in dem kostbaren Kleiderstoff fest.<\/p>\n<p>\u201eOh. Das h\u00e4tte ich mir denken k\u00f6nnen\u201c, sagte die <em>doayra <\/em>erstaunt. Auch f\u00fcr D\u00fdamir\u00e9e war sie einst die Hebamme gewesen. Selbst der m\u00e4chtige Yalomiro Lagoscyre vertraute sein Leben und das seiner Lieben Isans K\u00fcnsten an.<\/p>\n<p>\u201eKommt!\u201c Manj\u00e9v eilte zur Pforte hin\u00fcber und wollte sich gerade ins Get\u00fcmmel auf dem Hof stellen, als jemand ihnen von dort entgegentrat.<\/p>\n<p>\u201eMajest\u00e4t? Wo wollt Ihr so eilig hin?\u201c<\/p>\n<p>\u201eVortrefflich, dass Ihr endlich zugegen seid, Herr J\u00f3ndere. Kommt mit. F\u00fchrt uns \u2026 wohin, Frau Isan?\u201c<\/p>\n<p>\u201eHin\u00fcber in das vordere Torhaus, Herr. Dort, wo man das Krankenlager f\u00fcr die K\u00e4mpfer eingerichtet hat.\u201c<\/p>\n<p>J\u00f3ndere Mor\u00e9aval gr\u00fc\u00dfte die <em>doyara <\/em>h\u00f6flich, blieb aber in der T\u00fcr stehen. Manj\u00e9v z\u00f6gerte. Da stimmte etwas nicht. Wie ernst der Ritter aussah, geradezu betr\u00fcbt!<\/p>\n<p>\u201eEure Eltern w\u00fcnschen Eure Anwesenheit. Sofort.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber es ist dringend\u201c, dr\u00e4ngte Manj\u00e9v.<\/p>\n<p>\u201eDringend?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie <em>teiranda<\/em> ist sehr interessiert daran, wie gut die R\u00e4ume eingerichtet wurden. Ob die Wettstreiter gut versorgt werden k\u00f6nnen, m\u00f6gen die M\u00e4chte verh\u00fcten, dass es erforderlich sei.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSo ist es. Wenn einer der Herren verunfallt, soll ihm so schnell und gut wie m\u00f6glich geholfen werden. Ich will das mit eigenen Augen sehen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch bedauere, Majest\u00e4t. Das wird warten m\u00fcssen. Diese Sache hat Vorrang. Und es ist ein direkter Wunsch Eurer Eltern. Die Krankenlager sind sp\u00e4ter auch noch da.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eMajest\u00e4t?\u201c<\/p>\n<p>Das war keine Frage, keine Bitte. Das war <em>Nachdruck<\/em>.<\/p>\n<p>D\u00fdamir\u00e9e schien einzusehen, dass es gerade nun kein Entrinnen vor J\u00f3ndere Mor\u00e9aval gab. Sie nahm Anlauf und sprang her\u00fcber zu der <em>doayra<\/em>, wo sie es sich auf ihrer Haube einrichtete. Die Frau zuckte zusammen, und bem\u00fchte sich um Fassung.<\/p>\n<p>\u201eIch gebe gut auf Euer Haustier acht, Majest\u00e4t. Ich bringe es unbeschadet zur\u00fcck.\u201c<\/p>\n<p>Manj\u00e9v h\u00f6rte kaum hin. Immer unruhiger wurde sie. Warum erkl\u00e4rte Mor\u00e9aval nicht, was so Dringliches anlag? Hatte sie etwas Verbotenes oder Unziemliches getan, das nun ger\u00fcgt werden musste? Nein, unm\u00f6glich. Bei all den Audienzen f\u00fcr die G\u00e4ste des <em>vaspos\u00e1r<\/em> hatte sie sich musterg\u00fcltig verhalten. Dar\u00fcber konnte sich niemand beklagen.<\/p>\n<p>\u201eWo ist Truda?\u201c, fragte sie. \u201eIch hatte sie nach Euch geschickt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIn der Halle. Sie wartet auf Euch. Majest\u00e4t, ich denke, es bedarf Eures Trostes. Kommt nun.\u201c<\/p>\n<p>\u201eBei den M\u00e4chten!\u201c Die <em>doayra<\/em> trat einen Schritt auf den Ritter zu. \u201eGibt es \u2026 etwas aus Emberbey zu wissen?\u201c<\/p>\n<p>Mor\u00e9aval senkte den Blick. \u201eJa. Es ist vorbei.\u201c<\/p>\n<p>\u201eM\u00f6ge er hinter den Tr\u00e4umen die Ruhe finden\u201c, murmelte die Frau mit ernster Betroffenheit. \u201eAls ich ihn letztmals sah, war er schon sehr hinf\u00e4llig. Nichtsdestotrotz unbeirrbar entschlossen, das <em>vaspos\u00e1r<\/em> zu besuchen.\u201c<\/p>\n<p>\u201e<em>Yarl<\/em> Emberbey?\u201c Manj\u00e9v sprach, bevor sie nachdenken konnte, und schalt sich f\u00fcr diese offensichtlich so \u00fcberfl\u00fcssige Frage. \u00a0\u201eEr ist \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie <em>yarlaranda<\/em>\u201c, versetzte Mor\u00e9aval, \u201ebraucht nun eine <em>Freundin<\/em> an ihrer Seite. Seid Ihr f\u00fcr Eure Getreuen da, Majest\u00e4t?\u201c<\/p>\n<p>\u201eSelbstverst\u00e4ndlich. Sch\u00e4mt Euch f\u00fcr diese Frage, Herr J\u00f3ndere. Bringt mich hin.\u201c<\/p>\n<p>Er trat beiseite. Zu der <em>doayra<\/em> sagte er: \u201eWir haben gerade erst Nachricht erhalten. Ich bitte Euch dennoch, nicht dar\u00fcber zu reden, bevor es Euch anders gesagt wird. Die \u2026 Umst\u00e4nde sind <em>kompliziert<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>In den Augen der <em>doayra<\/em> flammte Neugier auf. Sie h\u00e4tte wohl gern mehr aus erster Hand erfahren, aber Mor\u00e9aval gr\u00fc\u00dfte sie knapp und wandte sich ab.<\/p>\n<p>\u201eUmst\u00e4nde?\u201c, fragte Manj\u00e9v, als sie an seiner Seite den Hof \u00fcberquerte. Die Anwesenheit des Ritters gen\u00fcgte, damit die Leute vor ihnen eine Gasse bildeten. Die Zurufe und ehrerbietigen Worte der Umstehenden hielt das nicht im Zaum. Aber all das drang kaum zu Manj\u00e9v vor.<\/p>\n<p>\u201eWartet noch einen Moment. So muss es nicht zweimal erz\u00e4hlt werden.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch kann es noch gar nicht fassen. Die arme Truda.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs ist ein Ungl\u00fcck, dass es sich gerade jetzt zugetragen hat. Es muss nun rasch beraten werden, wie damit unter diesen Umst\u00e4nden umzugehen ist.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUmst\u00e4nde?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas <em>vaspos\u00e1r<\/em>, Majest\u00e4t.\u201c<\/p>\n<p>Manj\u00e9v tappte neben ihm her. Alsg\u00f6r Emberbey war alt gewesen, so alt, dass er der Gro\u00dfvater seiner Nachkommen h\u00e4tte sein k\u00f6nnen. Seine <em>h\u00fdardora<\/em> war so viel j\u00fcnger gewesen als er selbst. Dass der alte <em>yarl<\/em> nicht mehr viele Winter vor sich hatte, war immer wieder erw\u00e4hnt worden, weniger mit Sorgen denn mit Traurigkeit. Truda hatte wenig dar\u00fcber geredet, sicher schon lange gewusst, dass der Tag nahe war.<\/p>\n<p>Manj\u00e9v f\u00fchlte eine seltsame Befangenheit. Eines Tages w\u00fcrde das Licht auch ihren Vater, ihre Mutter hinter die Tr\u00e4ume bringen. Das war ein Gedanke, den etwas in ihr sich weigerte, zu denken. Etwas so Unvorstellbares und doch Unausweichliches, dass es ihr auf seltsame Art unertr\u00e4glich war. Nun hatte es Truda getroffen.<\/p>\n<p>Und Osse! Bei den M\u00e4chten, der junge Mann w\u00fcrde morgen oder \u00fcbermorgen eintreffen und gleich mit dieser Nachricht empfangen werden! Und da war doch noch die j\u00fcngere Schwester, ein Kind, ganz allein nun vermutlich mit dem Verlust und der Trauer. Die arme Kleine!<\/p>\n<p>Ob Venghi\u00e1r Emberbey in der Lage w\u00e4re, ein Kind zu <em>tr\u00f6sten<\/em>?<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/scherbenlied-oder-die-suche-nach-dem-boesen-band-3\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-4584","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-03_scherbenlied"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4584","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4584"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4584\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4628,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4584\/revisions\/4628"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4584"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4584"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4584"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}