{"id":4561,"date":"2025-10-25T22:52:14","date_gmt":"2025-10-25T20:52:14","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=4561"},"modified":"2025-12-15T20:37:23","modified_gmt":"2025-12-15T19:37:23","slug":"044-vynrath-zwischen-pech-und-glueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/10\/25\/044-vynrath-zwischen-pech-und-glueck\/","title":{"rendered":"045: V\u00fdnrath zwischen Pech und Gl\u00fcck"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SL_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1992\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p>Etwa zur selben Zeit, als Truda Emberbey vom Tod ihres Vaters erfuhr, n\u00e4herte V\u00fdnrath sich langsam, aber unbeirrt der Grenze, die den \u00dcbergang zwischen dem <em>yarlm\u00e1lon<\/em> Grootplen und dem Gebiet bildete, das unmittelbar zur Burg der <em>teiranday<\/em> von Wijdlant geh\u00f6rte. Ohne das Pferd, das er T\u00edjnje Mor\u00e9avals Boten gestohlen hatte, w\u00fcrde er kaum rechtzeitig dort ankommen. Sein urspr\u00fcnglicher Plan, die Ankunft von Osse Emberbey zu vereiteln, hatte sich damit zerschlagen.<\/p>\n<p>V\u00fdnrath verfluchte sich selbst und die M\u00e4chte, die ihm in die Quere gekommen waren. Ungeachtet all seiner M\u00fchen und Entbehrungen: So lange hatte er in dem stinkenden Abortschuppen ausgeharrt, um den Auftrag schnell und diskret zu erledigen. Aber einen Vorwurf f\u00fcr den Fehlschlag machen konnte selbst Venghi\u00e1r Emberbey ihm wohl nicht. Wer h\u00e4tte denn auch ahnen k\u00f6nnen, dass seine Begleiter den k\u00fcnftigen <em>mynstir<\/em> von Wijdlant und Spagor nicht einmal unbegleitet austreten lie\u00dfen. Ebenso gut h\u00e4tte man eine gestrenge <em>opayra<\/em> bestellen k\u00f6nnen, die ihn h\u00e4tte beaufsichtigen k\u00f6nnen wie ein kleines Wiegenkind. War das eine Aufgabe f\u00fcr einen gefeierten K\u00e4mpfer wie Merrit Althopian? Bei den M\u00e4chten, dessen F\u00fcrsorge grenzte an weibischer Peinlichkeit. Wie der l\u00e4cherliche Kerl mit der schiefen Schulter und den schlechten Augen und der wohlgewachsene junge Recke aneinanderhingen, das war ohnehin h\u00f6chst verd\u00e4chtig. Was gab der Ritter sich mit einem solchen Schw\u00e4chling ab, statt sich unter seinesgleichen zu halten? Was war denn davon zu halten, dass der verhasste Weitvetter seines Auftraggebers so eng mit dem Ritter schien? Ob das in Iva\u00e1l nicht geradezu <em>anst\u00f6\u00dfig<\/em> war? Vielleicht nicht. Wer wusste schon, wie dieses dekadente Pack weit im S\u00fcden es so hielt.<\/p>\n<p>V\u00fdnrath machte sich h\u00e4mische Gedanken. Tats\u00e4chlich, das musste er neiderf\u00fcllt zugeben, h\u00e4tte Merrit Althopian wohl am Vorabend in der Herberge mit jedem der schmachtenden jungen Weibsst\u00fccke  im Stroh verschwinden k\u00f6nnen. So wie es sein Kumpan aus Grootplen gehalten hatte und er selbst auch, h\u00e4tte er daf\u00fcr die Mu\u00dfe gehabt. Merrit Althopian schien somit entweder der <em>teirandanja<\/em> in Z\u00fcchtigkeit ergeben &#8211; oder unsagbar dumm zu sein, sich solche Gelegenheiten entgehen zu lassen.<\/p>\n<p>V\u00fdnraths Groll weitete sich nun auf Merrit Althopian im Speziellen aus. Ausgerechnet der auserlesene Ritter des <em>teirandon<\/em> hatte ihm alles verderben m\u00fcssen. Mit dem jungen Emberbey, dem verkr\u00fcppelten Schw\u00e4chling, w\u00e4re er spielend fertig geworden, mit einer Hand allein. Sicher w\u00e4re es ihm irgendwie gelungen, in der Nacht den wachsamen K\u00e4mpfer lange genug abzulenken, um die Tat zu vollbringen. Denn eine Nacht w\u00fcrden sie noch unterwegs sein. Selbst mit ihren Pferden war es nicht m\u00f6glich, die Burg noch vor Einbruch der Nacht zu erreichen. Immerhin waren die Tage zwischenzeitlich recht kurz und es dunkelte fr\u00fch. Im fr\u00fchen Sommer, ja, da w\u00e4ren sich vermutlich durchgeritten und l\u00e4ngst am Ziel. V\u00fdnrath sch\u00e4tzte, dass die beiden jungen M\u00e4nner ungeachtet der Eile in der Nacht noch in der letzten Herberge rasten und mit den ersten Strahlen von Pataghi\u00fas Glanz in h\u00f6chster Eile den kurzen Rest der Strecke zur\u00fccklegen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Verflucht. Wenn er nicht schleunigst irgendwo ein schnelles Pferd auftreiben konnte, waren die beiden nicht mehr einzuholen. Dann musste er seinen Auftrag in der Burg fortsetzen, und das w\u00fcrde sich deutlich komplizierter gestalten, nun, da alle wachsam waren. Vielleicht war es eine Finte der M\u00e4chte, eine falsche Verlockung gewesen, ihm den r\u00e4tselhaften Kurier und den eiligen Brief in die H\u00e4nde zu spielen. Was mochte es in Wijdlant wohl so eiliges geben, dass die <em>teirandanja<\/em> nicht noch einen Tag l\u00e4nger auf ihren brandneuen, hochgebildeten Federschubser warten konnte?<\/p>\n<p>W\u00e4hrend V\u00fdnrath so vor sich hin z\u00fcrnte, seine F\u00fc\u00dfe immer mehr schmerzten und sein Magen zu knurren begann, nahmen die trockenen, abgeernteten \u00c4cker und Waldstreifen ringsum kein Ende. Ab und zu wurden sie von Feldern unterbrochen, auf denen bereits Wintergetreide gekeimt war. Unber\u00fchrbares Land, das niemand betreten durfte, und den beiden jungen M\u00e4nnern somit wohl kaum als Abk\u00fcrzung gedient h\u00e4tte. V\u00fdnrath \u00fcberlegte, ob er sein Gl\u00fcck auf einem der H\u00f6fe oder Weiler versuchen sollte, bezweifelte aber, dort etwas anderes als bestenfalls schwerf\u00e4llige Ackerg\u00e4ule zu finden. Au\u00dferdem h\u00e4tte er sich dabei von der Stra\u00dfe entfernen m\u00fcssen, was unn\u00fctz kostbare Zeit gekostet h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich begegneten ihm ab und an Menschen, die in der Gegenrichtung unterwegs waren, im wesentlichen Bauern und vereinzelt Viehtreiber mit einer Handvoll Tiere. Als Fremder ohne Reittier und Gep\u00e4ck erntete er neugierige Blicke, lie\u00df es aber damit bewenden, ihre Gr\u00fc\u00dfe knapp zu entgegnen und sich nicht auf Gespr\u00e4che einzulassen. Je weniger und vager sich Leute sp\u00e4ter an ihn erinnerten, desto n\u00fctzlicher mochte ihm das einmal sein.<\/p>\n<p>Am sp\u00e4teren Mittag benutzte allerdings jemand die endlose Stra\u00dfe durchs l\u00e4ndliche Nirgendwo, der mehr Aufmerksamkeit verdiente. Im leichten Galopp kam ein schnelles Pferd mit einem metallklirrenden Reiter angeprescht. V\u00fdnrath wich auf den Rain aus, um beide passieren zu lassen, ohne unter die Hufe zu geraten. Wer mochte das sein? Etwa noch ein Kurier? Doch zu seiner \u00dcberraschung \u00fcberholte der Mann ihn, z\u00fcgelte sein Pferd dann aber, wendete es und brachte es schlie\u00dflich zum Stehen. Das Ross schnaubte. Schaum klebte ihm an Maul und Brust. Offenbar rannte es schon eine ganze Weile. Der Reiter zog sich seine pelzverbr\u00e4mte M\u00fctze ab, entbl\u00f6\u00dfte dabei eine Glatze und wischte sich damit Schwei\u00df vom Gesicht. Was ihm auf dem Haupt an Haaren fehlte, trug er umso eindrucksvoller am Kinn.<\/p>\n<p>\u201eHe, du!\u201c, rief der Ritter. \u201eBist du schon lange hier auf der Stra\u00dfe unterwegs?\u201c<\/p>\n<p>V\u00fdnrath n\u00e4herte sich. Ehrerbietig senkte er den Blick. \u201eSeit dem fr\u00fchen Morgen, Herr\u201c, antwortete er, mehr oder weniger wahrheitsgem\u00e4\u00df.<\/p>\n<p>\u201eEine ganze Weile also.\u201c Der Ritter runzelte die Stirn, als m\u00fcsse er scharf nachdenken. V\u00fdnrath musterte ihn unauff\u00e4llig. Weder das Gesicht des Mannes noch sein Wappen \u2013 ein keulenschwingender Waldb\u00e4r auf rotschwarzem Grund \u2013 waren ihm bekannt. Das bedeutete, dass er von weit her kam und wahrscheinlich auf dem Weg zum <em>vaspos\u00e1r<\/em> war. Angesichts seiner imposanten Statur w\u00fcrde er dort Aufsehen erregen. Aber so ganz ohne Gep\u00e4ck und Begleitung? H\u00e4tte ihm nicht mindestens ein Knappe folgen m\u00fcssen? Wie auch immer \u2013 der Ritter war allein. Und es gab keine Zeugen.<\/p>\n<p>Einen einzigen, wirklich sehr kurzen Augenblick spielte V\u00fdnrath mit dem Gedanken, sich des Pferdes zu bem\u00e4chtigen. Aber allein der Versuch w\u00e4re t\u00f6richt gewesen. Selbst ohne Waffe und Eisenzeug h\u00e4tte dieser Berg von einem Mann ihm sicher die Knochen zerkleinert wie d\u00fcrres Reisig.<\/p>\n<p>\u201eIch suche eine Gruppe von drei Reitern. Ein anma\u00dfender Ritter in Blau und Silber und zwei Unger\u00fcstete, ein junger Edelmann mit Augengl\u00e4sern und ein Gemeiner. Der Edle reitet ein graues Maultier, der Ritter einen gro\u00dfen Braunen. Der dritte irgendwas Gew\u00f6hnliches mit dunklem Fell.\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa, Herr, ich erinnere mich. Die sind mir begegnet. Am \u2026 ja, am sp\u00e4ten Vormittag muss das gewesen sein. Hatten es ziemlich eilig, alle drei. Wie auf der Flucht sind sie an mir vorbeigeprescht!\u201c<\/p>\n<p>\u201eAm Vormittag schon?\u201c Der Ritter knurrte einen Fluch in seinen \u00fcppigen Bart. In seinem Kopf schienen sich Gedanken in Bewegung zu setzen.<\/p>\n<p>\u201eHaben die drei sich etwas zuschulden kommen lassen, Herr?\u201c, fragte V\u00fdnrath. Sicher war der Ritter zu besch\u00e4ftigt, um misstrauisch zu werden.<\/p>\n<p>\u201eWas den Jungritter betrifft, ist das Privatsache.\u201c Er setzte sich seine M\u00fctze wieder auf, stutzte und runzelte die Stirn. \u201eWas geht es dich an?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch bin einfach neugierig, Herr. Vielleicht kann ich Euch behilflich sein?\u201c<\/p>\n<p>Der Ritter warf V\u00fdnrath einen missf\u00e4lligen Blick zu. \u201eIch habe keine Zeit, lange Geschichten zu erz\u00e4hlen. Nicht, dass durch mein Tr\u00f6deln noch jemand ermordet wird.\u201c<\/p>\n<p>\u201eErmordet? Die drei haben jemanden <em>ermordet<\/em>?\u201c<\/p>\n<p>\u201eScheu\u00dfliche Geschichte! Widerliche Tat. Hat niemand verdient, so etwas Ehrloses. Schande \u00fcber den Halunken!\u201c<\/p>\n<p>\u201eSo redet doch, Herr! Weshalb seid Ihr ihnen auf den Fersen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eHat dich nicht zu interessieren, Kerl. Ich muss weiter.\u201c<\/p>\n<p>Selbst sein Pferd schien die kurze Verschnaufpause nicht zu sch\u00e4tzen. Es scharrte mit den Hufen und warf unruhig den Kopf herum.<\/p>\n<p>Ein Fluch mehr auf die M\u00e4chte! Dann war seine Missetat wohl rasch entdeckt worden! Was mussten die Herbergsleute auch so viel Sinn f\u00fcr die Reinlichkeit \u00fcben! Andererseits \u2013 vielleicht war das die Gelegenheit, die sein Pech ausgleichen w\u00fcrde! Bevor der Ritter unwillig weiterreiten konnte, trat V\u00fdnrath ihm geschmeidig in den Weg. Nun galt es, keck zu sein. Und die Ruhe zu bewahren.<\/p>\n<p>\u201eIhr irrt Euch, Herr! Es ist meine Aufgabe, alles mitzunehmen, was es an Geschichten herumzutragen gibt!\u201c<\/p>\n<p>Der Ritter, schon halb abgewandt, schaute verdutzt. \u201eWas?\u201c<\/p>\n<p>\u201eHerr, ich bin ein bescheidener <em>b\u00e1chorkor<\/em>. Ich komme aus dem Westen jenseits des R\u00edflu\u00edr und bin unterwegs zum <em>vaspos\u00e1r<\/em> von Manj\u00e9v von Wijdlant und Spagor. Wie Ihr sicherlich auch.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnschwer zu erkennen. Und?\u201c<\/p>\n<p>\u201eHerr, wenn es Wichtiges zu berichten gibt, wie wertvoll w\u00e4re mir das, wenn ich in Wijdlant ankomme!\u201c<\/p>\n<p>Der Ritter trieb sein Pferd an. Er hatte offensichtlich keine Lust, sich von einem umherstrolchenden Geschichtenerz\u00e4hler ausfragen zu lassen. \u201eHalt mich nicht auf, Kerl. Siehst du nicht, wie es mich eilt?\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber Herr \u2026\u201c<\/p>\n<p>Der H\u00fcne seufzte ver\u00e4rgert. \u201eGeh mir aus dem Weg, L\u00e4stling! Ich hab keine Mu\u00dfe, dir Geschichten zu schenken. Wenn es dich so interessiert, hab eine Weile Geduld. Mir folgt auf dem Weg der Tross der <em>eld-yarlara<\/em> von Grootplen. Die wollen auch alle nach Wijdlant. Denen magst du dich anschlie\u00dfen und dir die ganze Sache haarklein berichten lassen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eHerr \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd jetzt sei still. Gib ihnen eine Empfehlung von Bj\u00f6ngsten Robst\u00e9nar und sag ihnen, es sei in Ordnung. Oder lass es bleiben. Und jetzt zieh deiner Wege und lass mich durch. Ich hab es eilig.\u201c<\/p>\n<p>V\u00fdnrath musste ihm aus dem Weg springen, um nicht am Ende doch noch unter die Hufe zu geraten. Der b\u00e4rbei\u00dfige Ritter stob in die Ferne, vielleicht mit einer gewissen unwahrscheinlichen Hoffnung, Merrit Althopian und Osse Emberbey doch noch einzuholen. V\u00fdnrath schaute ihm mit einer Mischung aus Sorge und Genugtuung nach. Nun, dass man seine Tat entdeckt und diesen fremden <em>yarl<\/em> losgeschickt hatte, um Emberbey und Althopian zu warnen, das war schon bedenklich. Andererseits hatte Robst\u00e9nar ihm offensichtlich abgenommen, ein <em>b\u00e1chorkor<\/em> zu sein. Nun, allzu scharfsinnig schien der Recke ohnehin nicht zu sein, aber er hatte im ohne zu z\u00f6gern geglaubt und sogar seinen Namen hergegeben, um das Vertrauen der nachreisenden Edeldamen zu erlangen. Was konnte es Besseres geben?<\/p>\n<p>Im Nachhinein kam V\u00fdnrath sich selbst \u00e4u\u00dferst raffiniert vor, dass er mit seiner Eingebung, ein reisender Geschichtenerz\u00e4hler zu sein, seine Anwesenheit als Wanderer ohne Gep\u00e4ck unverd\u00e4chtig erkl\u00e4rt hatte.<\/p>\n<p>Was konnte ihm nun G\u00fcnstigeres passieren, als sich den nichts ahnenden Damen unter ihren Reisezug zu mischen? Dem Gefolge der hochedlen <em>yarlara<\/em> w\u00fcrde man in Wijdlant wohl nicht allzu viel Misstrauen entgegenbringen.<\/p>\n<p>Und weder Emberbey noch Althopian w\u00fcrden sich tr\u00e4umen lassen, mit welcher Beharrlichkeit er ihnen auf den Spuren war. Einmal in der Burg, w\u00fcrde es ein Kinderspiel sein, in der Menge zu verschwinden und auf den richtigen Moment zu warten. Venghi\u00e1r Emberbey w\u00fcrde zufrieden mit ihm sein. Und das sollte er auch, immerhin bezahlte er ihn gut. Daf\u00fcr konnte der k\u00fcnftige Herr von Emberbey auch gute Arbeit erwarten.<\/p>\n<p>Nur die beiden anderen jungen Ritter, der sinnenfreudige H\u00fcne und der Witzbold, die konnten seinen Plan vereiteln. Denn die hatten ihn gesehen, wenn auch nur fl\u00fcchtig und im Dunklen. Es half nichts &#8211; das Risiko musste er eingehen.<\/p>\n<p>V\u00fdnrath wanderte weiter bis zum n\u00e4chsten W\u00e4ldchen, wo ihn ein Vorbeigehender nicht so schnell entdecken w\u00fcrde. Dort rasierte er sich den Rest seines Haares ab und trennte den Saum seines Wollmantels auf. Der hatte von innen eine andere Farbe, war schnell umgekrempelt und hatte ihm schon bei mehr als einer Gelegenheit gute Dienste geleistet.<\/p>\n<p>Als er kurz darauf wieder auf der Stra\u00dfe nach S\u00fcden schlenderte, war V\u00fdnraths \u00c4rger verflogen. Nun war er wieder im Spiel.<\/p><\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/scherbenlied-oder-die-suche-nach-dem-boesen-band-3\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-4561","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-03_scherbenlied"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4561","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4561"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4561\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4627,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4561\/revisions\/4627"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4561"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4561"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4561"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}