{"id":4556,"date":"2025-10-19T23:49:14","date_gmt":"2025-10-19T21:49:14","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=4556"},"modified":"2025-12-15T20:37:07","modified_gmt":"2025-12-15T19:37:07","slug":"043-briefgeheimnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/10\/19\/043-briefgeheimnis\/","title":{"rendered":"044: Briefgeheimnis"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SL_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1992\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p>Truda eilte gru\u00dflos an den W\u00e4chtern vorbei, wieder hinunter in den Hof. Dort hatte sich die Menschenmenge noch nicht gelichtet. Das M\u00e4dchen musste sich m\u00fchsam den Weg durch all die Besucher bahnen, die auf ihre Vorsprache warteten, und durch das Burgvolk, all die Knechte, M\u00e4gde, Lieferanten und Handwerker, die hier zu tun hatten. Truda war der Innenhof zwischen Wohnhaus, Halle und Turm nie allzu gro\u00df vorgekommen. In Valvivant, ja, das war alles viel weitl\u00e4ufiger und weniger beengt gewesen, und prachtvoller noch dazu. Umso erstaunlich war es, wie viele Menschen von nah und fern nebst Reittieren nun hier Platz fanden. Jedenfalls kam sie nicht so schnell voran, wie die Dringlichkeit gebot.<\/p>\n<p>Hier und da schnappte sie Gespr\u00e4chsfetzen auf. Offenbar hatte <em>yarl<\/em> Altabetes Versuch, gerade jetzt mit einem <em>Karren<\/em> den Hof zu queren, nachhaltig f\u00fcr Aufmerksamkeit und auch ein wenig Unwillen gesorgt. Immerhin, es war wohl bemerkt worden, dass ein offenbar verungl\u00fcckter Ritter herbeigebracht worden war. Das sorgte nat\u00fcrlich f\u00fcr Tuscheleien und Mutma\u00dfungen \u00fcber die Identit\u00e4t des verletzten. Ob es ein ber\u00fchmter Herr aus einem fernen <em>yarlm\u00e1lon<\/em> war? \u00a0Ach, wenn die Leute doch nur w\u00fcssten, wer da auf dem Karren gelegen hatte.<\/p>\n<p>Truda kannte Advon Ir\u00edsolor von all den Besuchen, die er und D\u00fdamir\u00e9e Manj\u00e9v gelegentlich abstatteten. Nat\u00fcrlich gefiel ihr der gut aussehende junge Mann, aber es war keine Schw\u00e4rmerei dabei wie f\u00fcr die vielen jungen Ritter, denen sie im Laufe der Zeit begegnet war. Advon geh\u00f6rte zu den Regenbogenrittern. Seine Mutter war eine faj\u00eda. Es war etwas Unwirkliches, Geheimnisvolles an ihm, das ihn von Leuten wie Merrit oder J\u00e1ndris unterschied und f\u00fcr M\u00e4dchen wie Truda selbst in ihren k\u00fchnsten Tagtr\u00e4umen unerreichbar machte.<\/p>\n<p>Diese Erhabenheit musste Altabete doch auch aufgefallen sein!<\/p>\n<p>Sie dr\u00e4ngelte sich vor und hin\u00fcber zur Halle, entschuldigte sich fl\u00fcchtig bei den Leuten, die sie dabei anrempelte und versuchte, sich an den T\u00fcrwachen vorbeizumogeln.<\/p>\n<p>Zu ihrer \u00dcberraschung versperrte man ihr den Weg. Einer der M\u00e4nner schwenkte seine Glefe in ihren Weg. Truda verharrte verwirrt.<\/p>\n<p>\u201eWas soll das?\u201c, fragte sie vorwurfsvoll. \u201eLasst mich durch!\u201c<\/p>\n<p>\u201eGerade nicht, hochedele <em>yarlaranda<\/em>. Die Majest\u00e4ten sollen gerade nicht gest\u00f6rt werden.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch will nicht zu den Majest\u00e4ten. Ich suche Herrn J\u00f3ndere.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDer ist bei den Majest\u00e4ten. Ihr werdet Euch einen Augenblick gedulden m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber die <em>teirandanja<\/em> schickt mich. Ich soll Herrn J\u00f3ndere herbeiholen.\u201c<\/p>\n<p>Die T\u00fcrw\u00e4chter verzogen keine Miene. Die gekreuzten Glefensch\u00e4fte bildeten eine Schranke. Truda seufzte. Es war \u00e4u\u00dferst selten, dass man ihr den Eintritt verwehrte. Dann packte sie wieder die Neugierde.<\/p>\n<p>\u201eIst ein besonders wichtiger Gast da drin, den die <em>teirandanja<\/em> nun verpasst?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein. Es war vorhin der Letzte f\u00fcr den Vormittag da.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd warum die Sperre?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWeil wir unsere Anordnung haben.\u201c<\/p>\n<p>Das M\u00e4dchen setzte ihr honigs\u00fc\u00dfestes L\u00e4cheln auf. \u201eMir k\u00f6nnt ihr es doch sagen. Ich bin die Hofdame der <em>teirandanja<\/em>, und ich werde es ganz bestimmt nicht weitertratschen. Bitte, gebt mir zumindest einen Hinweis!\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas steht uns nicht an.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber ich bin auch ganz bestimmt mausestill.\u201c<\/p>\n<p>Die W\u00e4chter wechselten nachsichtige Blicke. Truda wusste, sie hatte sie so gut wie \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Viel weiter brachte sie ihr Schmeicheln trotzdem nicht. \u201eSelbst wenn wir wollten, wir w\u00fcssten nichts N\u00e4heres\u201c, erkl\u00e4rte einer der beiden. \u201eWir wissen nur, dass <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval vorgelassen werden wollte und es ziemlich eilig hatte.\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa\u201c, best\u00e4tigte der andere. \u201eUnd kaum war er im Saal, kam der <em>teirand<\/em> h\u00f6chstselbst und wies uns an, bis auf Weiteres niemanden einzulassen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd niemand hat etwas erkl\u00e4rt?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIst euch denn an Herrn J\u00f3ndere etwas Ungew\u00f6hnliches aufgefallen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNun ja\u201c, sagte der erste W\u00e4chter. \u201eEr sah ziemlich besorgt aus. Vielleicht \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eKeine Mutma\u00dfungen\u201c, mahnte sein Kamerad. \u201eDas geht uns nichts an.\u201c<\/p>\n<p>Truda schaute von einem zum anderen. Hier w\u00fcrde sie wohl nicht mehr erfahren. Aber ihre Neugier, gerade noch ein F\u00fcnkchen in Stroh, loderte nun wie ein gro\u00dfes Winterfestfeuer.<\/p>\n<p>\u201eIch werde dann also hier warten\u201c, beschloss sie.<\/p>\n<p>\u201eWollt Ihr nicht besser zur <em>teirandanja<\/em> zur\u00fcck gehen? Wir werden <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval zu Euch schicken, sobald es m\u00f6glich ist.\u201c<\/p>\n<p>\u201eMuss es unbedingt der <em>yarl<\/em> sein und niemand anderes? Worum geht es denn?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas ist \u2026 eine <em>Vertraulichkeit<\/em>\u201c, behauptete Truda wichtig. \u201eIch bin nicht befugt, mit jemand anderem dar\u00fcber zu reden als mit Herrn J\u00f3ndere.\u201c<\/p>\n<p>Dagegen konnten die W\u00e4chter nichts sagen. Truda blieb unbeirrt vor ihnen stehen, schaute unschuldig umher und machte die braven Wachleute ganz verlegen damit.<\/p>\n<p>Zwei, dreimal mussten die beiden Gesinde abweisen, das ebenfalls Zugang zur Halle erbat, wenn auch, um dort Aufgaben nachzugehen. Sogar der <em>maedlor<\/em> musste unverrichteter Dinge kehrt machen und wurde auf sp\u00e4ter vertr\u00f6stet. Man wunderte sich \u00fcber Trudas Anwesenheit, aber sie lie\u00df sich nicht beirren. Dann, endlich, \u00f6ffnete sich die T\u00fcr und die W\u00e4chter nahmen ihre Glefen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Das Gl\u00fcck war Truda hold. \u201eHerr J\u00f3ndere!\u201c, rief sie beim Anblick des Ritters aufgeregt aus. \u201eManj\u00e9v schickt nach Euch. Kommt mit mir, und \u2026\u201c<\/p>\n<p>Sie unterbrach sich. Was war mit <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval los? Warum schaute er bei ihrem Anblick so ernst, so betroffen drein? Das M\u00e4dchen wurde urpl\u00f6tzlich von einem gr\u00e4sslichen Unbehagen gepackt. Das war die Art von Blick, die ohne jedes Wort besagte, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung war.<\/p>\n<p>\u201eKommt mit mir\u201c, sagte er ruhig. \u201eIch war gerade unterwegs zu Euch. Die Majest\u00e4ten haben mit Euch zu sprechen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eMit mir?\u201c<\/p>\n<p>\u201eKommt.\u201c<\/p>\n<p>Nun schauderte Truda. Nein. Ganz und gar stimmt hier etwas nicht. Beunruhigt tat sie einen Schritt nach vorn und auf Mor\u00e9aval zu.<\/p>\n<p>\u201eWas ist geschehen?\u201c, fragte sie leise.<\/p>\n<p>\u201eDas sollten Euch die Majest\u00e4ten sagen.\u201c<\/p>\n<p>Sie gingen zusammen durch den Vorraum zur Halle. Truda \u00fcberlegte fieberhaft, ob sie irgendetwas angerichtet hatte, das sie in Ungnade gebracht haben k\u00f6nnte, aber es fiel ihr nichts ein. Das machte Mor\u00e9avals stillen Ernst noch schwerer auszuhalten.<\/p>\n<p>\u201eWas ist passiert?\u201c, fragte sie leise. \u201eBitte. Sagt es mir.\u201c<\/p>\n<p>Er sch\u00fcttelte den Kopf, und nun war da deutlich zu sehen, was zuvor in seinem Gesicht so beunruhigend vage gewesen war. Es war \u2026 Mitleid. Truda schaute rasch anderswo hin. An seinem Schulterzeug klebte ein kleines graues Federchen. Das zog die Aufmerksamkeit des M\u00e4dchens \u00fcberm\u00e4\u00dfig auf sich. Eine Taubenfeder? Ein Brief vielleicht? Etwas, das eilte? Etwas, das sie selbst betraf?<\/p>\n<p>Etwas Unsichtbares legte sich um Trudas Brust, wie ein unsichtbares enges Mieder.<\/p>\n<p>\u201eKommt\u201c, forderte der Ritter leise.<\/p>\n<p>Truda gab sich einen Ruck. Sie nickte. Und dann begann sie, zu rennen. Sie lie\u00df den Ritter stehen und st\u00fcrmte voran, so schnell ihre F\u00fc\u00dfe sie trugen, hinein in die Halle, auf die Thronsessel zu, in denen K\u00edan\u00e1 von Wijdlant und Asga\u00fd von Spagor sa\u00dfen, der <em>teirand<\/em> mit dem Gesicht in den H\u00e4nden, die <em>teiranda<\/em> vertieft in ein kleines St\u00fcck Papier. Als Truda herankam, blickten die <em>teiranday<\/em> auf. Asga\u00fd von Spagor blieb sitzen. Er weinte. Der <em>teirand weinte<\/em>!<\/p>\n<p>Bei den M\u00e4chten! Nein \u2026 war es das? Das durfte nicht sein! Das \u2026<\/p>\n<p>\u201eKind!\u201c K\u00edan\u00e1 von Wijdlant lie\u00df den Zettel fallen, erhob sich und stieg eilig von der Estrade herab, gerade noch rechtzeitig, um Truda aufzufangen. Das M\u00e4dchen schmiegte sich an seine Herrin und zitterte, musste gar nicht mehr fragen, was in der Nachricht stand, die Mor\u00e9aval von den Brieftauben geholt hatte.<\/p>\n<p>\u201eNein\u201c, wimmerte Truda. \u201eNein. Nein \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eOh, Kind!\u201c K\u00edan\u00e1 von Wijdlant umarmte sie, dr\u00fcckte sie fest an sich. Gut duftete die <em>teiranda<\/em>, nach edler Seife. Wie unsinnig, dass ihr das nun so auffiel \u201eKind!\u201c<\/p>\n<p>\u201eHerr J\u00f3ndere\u201c, h\u00f6rte Truda durch ihr eigenes Schluchzen die Stimme des <em>teirand<\/em> und die Tr\u00e4nen darin. \u201eLasst uns allein. Geht zu unserer Tochter und setzt sie in Kenntnis.\u201c<\/p>\n<p>\u201e\u00dcber <em>alles<\/em>?\u201c, fragte Mor\u00e9aval mit belegter Stimme.<\/p>\n<p>\u201eJa. Sie muss es wissen. Aber sorgt daf\u00fcr, dass niemand sonst es vor der Zeit erf\u00e4hrt und dass sie zun\u00e4chst in ihren R\u00e4umen bleibt, bis einer von uns bei ihr ist. Sucht mir alsdann Grootplen und Altabete. Wenn ihr beide beisammen habt, will ich Euch in meinem Amtszimmer sehen. Wir m\u00fcssen beraten, wie es verk\u00fcndet werden kann \u2013 angesichts der Umst\u00e4nde.\u201c<\/p>\n<p>Truda h\u00f6rte, wie Mor\u00e9aval davon ging. Die <em>teiranda<\/em> hielt sie im Arm und fl\u00fcsterte beruhigend auf sie ein. Das war fast wie damals, als Truda noch ganz klein gewesen war und die Mutter sie gewiegt und geherzt hatte, damals \u2026<\/p>\n<p>\u201eMein Vater\u201c, wisperte Truda erstickt. \u201eEs ist mein Vater, nicht wahr?\u201c<\/p>\n<p>\u201eM\u00f6ge er hinter den Tr\u00e4umen seinen Frieden haben.\u201c<\/p>\n<p>Truda schluchzte auf. Die <em>teiranda<\/em> strich ihr tr\u00f6stend \u00fcbers Haar und brachte sie sanft dazu, mit ihr auf dem Rand der Estrade niederzusitzen. Sie redete nicht mehr. Das tat dem jungen M\u00e4dchen gut. Worte w\u00e4ren nun unertr\u00e4glich gewesen.<\/p>\n<p>Kurz darauf lie\u00df sich auch Asga\u00fd von Spagor an ihrer anderen Seite nieder. \u201eDein Vater\u201c, sagte er unbeholfen und schniefte, \u201ewar auch f\u00fcr mich wie ein Vater. Als meine Eltern fort waren \u2026 ach.\u201c Er schwieg. Dann hob er den kleinen Zettel auf und faltete ihn wieder auseinander.<\/p>\n<p>\u201eWann?\u201c, brachte Truda hervor. \u201eWann ist er \u2026 hinter die Tr\u00e4ume gegangen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eVorletzte Nacht. Die Nachricht kam wohl gestern um die Mittagszeit bei <em>yarl<\/em> Althopian an. Er hat dann sofort Tauben weiter geschickt.\u201c Der <em>teirand<\/em> rollte das Brieflein gedankenverloren zusammen.<\/p>\n<p>\u201eDann wei\u00df es bald das ganze Weltenspiel\u201c, murmelte Truda.<\/p>\n<p>\u201eZur Unzeit d\u00fcrfte es bekannt werden. Ich hoffe, Grootplen und Altabete sind schnell aufzutreiben. Ich w\u00fcnschte, dein Bruder w\u00e4re auch schon hier. Wir m\u00fcssen uns besprechen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAsga\u00fd!\u201c, mahnte die <em>teiranda<\/em>.<\/p>\n<p>\u201eHerr Andri\u00e9r ist hier\u201c, brachte Truda hervor. \u201eDen findet Ihr sicher schnell.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs tut mir so leid\u201c, sagte der <em>teirand<\/em> und strich sich selbst Tr\u00e4nen weg.<\/p>\n<p>\u201eVater war alt.\u201c Truda bem\u00fchte sich, wieder etwas Fassung zu gewinnen. Es tat so gut, wie die <em>teiranda<\/em> sie tr\u00f6stete, und sie war so dankbar daf\u00fcr, von der freundlichen Dame gehalten zu werden. Aber h\u00e4tte Alsg\u00f6r Emberbey gewollt, dass sie sich so hinrei\u00dfen lie\u00df? Hatte ihr Vater <em>jemals<\/em> geweint? Vielleicht damals, als die Mutter hinter die Tr\u00e4ume ging. Aber gezeigt hatte er es ihr und Osse damals nicht. \u201eEr war alt, und wir mussten jeden Tag damit rechnen. Aber \u2026\u201c Erneut schluchzte sie und brachte dann fest hervor: \u201eEr hatte ein den M\u00e4chten gef\u00e4lliges Leben und war bereit. Aber Ra\u00fdneta &#8230; bei den M\u00e4chten meine kleine Schwester, die Arme!\u201c<\/p>\n<p>Asga\u00fd von Spagor wollte etwas sagen, aber die <em>teiranda<\/em> r\u00e4usperte sich. Truda bemerkte das wohl. Erneut verschaffte Misstrauen sich Raum und rempelte die Trauer beiseite.<\/p>\n<p>\u201eWas ist passiert?\u201c, fragte sie bang. \u201eIhr wollt Euch eilig unterreden mit den Herren \u2026 was meintet Ihr mit \u201aUmst\u00e4nde\u2018?\u201c<\/p>\n<p>\u201eSie wird es doch erfahren\u201c, sagte Asga\u00fd von Spagor \u00fcber ihren Kopf hinweg zu seiner <em>h\u00fdardora<\/em>. \u201eDie ganze Burg ist voller schw\u00e4tzender Zungen. Besser von uns und jetzt.\u201c<\/p>\n<p>K\u00edan\u00e1 von Wijdlant z\u00f6gerte einige Herzschl\u00e4ge lang. Dann nahm sie ihm den Zettel aus der Hand und legte ihn in Trudas.<\/p>\n<p>\u201eEs war nicht das Alter, Truda, <em>yarlara<\/em> von Emberbey. Es war ein <em>Mord<\/em>. M\u00f6gen die M\u00e4chte geben, dass deiner Schwester kein Leid geschieht.\u201c<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/scherbenlied-oder-die-suche-nach-dem-boesen-band-3\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-4556","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-03_scherbenlied"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4556","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4556"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4556\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4626,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4556\/revisions\/4626"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4556"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4556"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4556"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}