{"id":4252,"date":"2025-09-08T00:10:45","date_gmt":"2025-09-07T22:10:45","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=4252"},"modified":"2025-09-08T00:10:45","modified_gmt":"2025-09-07T22:10:45","slug":"030-ein-abend-im-gasthaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/09\/08\/030-ein-abend-im-gasthaus\/","title":{"rendered":"030: \u00a0Ein Abend im Gasthaus"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SL_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1992\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p>In der Herberge war es ziemlich voll. M\u00e4nner und Frauen, einfache Leute und erstaunlich viele Edle sa\u00dfen dicht gedr\u00e4ngt an den Tischen, a\u00dfen, tranken und unterhielten sich angeregt miteinander. Die K\u00fcchenknechte und M\u00e4gde liefen eifrig mit Tellern, Sch\u00fcsseln und Kr\u00fcgen umher. Das Essen war gut und die Getr\u00e4nke auch. Der <em>b\u00e1chorkor<\/em>, der versuchte, die G\u00e4ste zu unterhalten, der lie\u00df etwas zu w\u00fcnschen \u00fcbrig.<\/p>\n<p>\u201eLangweilig\u201c, urteilte J\u00e1ndris schlie\u00dflich. \u201eDie Geschichte hab ich schon hundertmal und besser geh\u00f6rt. Ob der auch zum <em>vaspos\u00e1r<\/em> will?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie wollen <em>alle<\/em> dorthin\u201c, sagte Merrit. \u201eIch wette, derweil ist es in den anderen <em>yarlm\u00e1lon<\/em> wie ausgestorben.\u201c<\/p>\n<p>Sie a\u00dfen, ein einfaches, aber sehr gutes Mahl, Kraut, Zwiebelbrot mit Suppe, gut gew\u00fcrztes Mus aus Bohnen und Getreide. Der Ritt durch die endlosen Felder des <em>yarlm\u00e1lon<\/em> Grootplen hatte sie erm\u00fcdet, obwohl er ereignislos und uninteressant gewesen war. In der Hauptsache hatten sie vereinzelte Gro\u00dfgeh\u00f6fte inmitten riesiger \u00c4cker gesehen, die zu dieser Zeit abgeerntet, aber noch nicht neu bestellt waren. Am Abend waren sie planm\u00e4\u00dfig an der gro\u00dfen Herberge zwischen Grootplen und Wijdlant angekommen. Hier \u00fcberschnitten sich viele Stra\u00dfen. Entsprechend war diese Herberge sehr ger\u00e4umig, dann hier kamen Reisende aus allen m\u00f6glichen Richtungen vorbei.<\/p>\n<p>Die jungen Ritter und Osse sa\u00dfen am Rand des gro\u00dfen Speisesaals in einer mit Bretterw\u00e4nden abgetrennten Nische. Es gab mehrere kleinere, separate Tische f\u00fcr h\u00f6here Herrschaften. In der Saalmitte speisten Leute an langen Tischen und B\u00e4nken.<\/p>\n<p>\u201eSchaut mal, der da gegen\u00fcber. Der Glatzkopf bei der Dame mit der pelzverbr\u00e4mten Haube.\u201c L\u00e1as neigte sich zu den anderen vor. \u201eWas f\u00fcr ein Muskelberg! Wer ist das?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWie sieht sein Wappen aus? Ich mag mich nicht ungeb\u00fchrlich umdrehen und ihn anstarren.\u201c Osse brach Br\u00f6ckchen von seinem Brot ab und tunkte damit von der salzigen K\u00e4seso\u00dfe auf seinem Teller auf.<\/p>\n<p>J\u00e1ndris schwang sein Bein \u00fcber die Bank, setzte sich seitlich hin und kniff sp\u00e4hend die Augen zusammen. \u201eRot auf Schwarz\u201c, sagte er dann. \u201eIch glaube, das ist ein Waldb\u00e4r mit einer Keule in den Tatzen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs ist ein Streitkolben\u201c, berichtigte Osse, ohne aufzusehen. \u201eDas ist dann wohl der <em>yarl<\/em> von Robst\u00e9nar.\u201c<\/p>\n<p>\u201eRobst\u00e9nar?\u201c, staunte L\u00e1as. \u201eVon so weit her?\u201c<\/p>\n<p>\u201eVon dem habe ich geh\u00f6rt.\u201c Merrit nahm dankend ein Sch\u00e4lchen wei\u00dfen Essigkohl von einer der K\u00fcchenm\u00e4gde entgegen. Das M\u00e4dchen war nicht \u00e4lter als dreizehn Sommer, drall und furchtbar aufgeregt. Unter ihrer frisch gest\u00e4rkten Haube err\u00f6tete sie so sehr vor Verlegenheit, dass ihre Sommersprossen verblassten. Sie griff eine leere Schale und eilte damit zur\u00fcck in die K\u00fcche. Ged\u00e4mpft h\u00f6rte Osse die jungen M\u00e4dchen dort kichern.<\/p>\n<p>\u201eIch wette, die werden noch ihren Enkelkindern von dem Tag erz\u00e4hlen, an Merrit Althopian diesen Ort beehrte, um den vorz\u00fcglichen Kohl zu genie\u00dfen.\u201c J\u00e1ndris sch\u00fcttelte ironisch den Kopf. \u201eDu wirst heute Nacht in jeder Menge M\u00e4dchentr\u00e4ume sein.\u201c<\/p>\n<p>\u201eRede keinen Unfug.\u201c<\/p>\n<p>\u201eMerkst du es denn nicht? Die rei\u00dfen sich darum, dich zu bedienen. Sie r\u00e4umen die Sch\u00fcsseln einzeln ab, um immer wieder herkommen zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eVielleicht meinen sie dich.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas m\u00f6gen die M\u00e4chte verh\u00fcten!\u201c J\u00e1ndris tat entsetzt. \u201eT\u00edjnje w\u00fcrde sich die n\u00e4chste Bratpfanne greifen und in der K\u00fcche aufr\u00e4umen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas ist nun mit diesem <em>yarl<\/em> Robst\u00e9nar?\u201c, lenkte L\u00e1as ab.<\/p>\n<p>\u201eMan erz\u00e4hlt, es sei sehr ehrgeizig und unerbittlich.\u201c Merrit r\u00fchrte sein Kraut mit dem L\u00f6ffel um. Dabei blickte er zwischen L\u00e1as und J\u00e1ndris hindurch hin\u00fcber an dem Tisch, wo der <em>yarl<\/em> sa\u00df und sich seiner Suppe widmete. Die Dame schien gelangweilt. Sie versuchte, \u00fcber das Stimmengewirr der Leute dem <em>b\u00e1chorkor<\/em> zuzuh\u00f6ren. Gekleidet war sie in feines, moosgr\u00fcnes Tuch, aber sie trug ein blassrotes \u00dcberkleid mit glitzernd bestickten, schwarzen Borten. \u201eWenig Technik, massig Ausdauer und Kraft wie sein Wappentier. Wenn wir nicht aufpassen, wischt der mit uns den Boden auf.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu meinst, er tritt beim Turnier an?\u201c J\u00e1ndris setzte sich wieder ordentlich hin. Ein bisschen beunruhigt wirkte er schon.<\/p>\n<p>\u201eHast du etwas Angst?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch? Red keinen Unsinn, L\u00e1as. Aber er hat doch schon eine <em>h\u00fdardora<\/em> dabei! Und er ist viel \u00e4lter als wir!\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas k\u00f6nnte auch seine Schwester sein\u201c, sagte Osse. \u201eWenn ich richtig informiert bin, ist Robst\u00e9nar noch ohne Dame. Allerdings dauert es seine Zeit, bis Nachrichten in Iva\u00e1l ankommen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWarum sollte der seine Schwester durchs halbe Weltenspiel zu einem Turnier schleppen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eVielleicht ist <em>sie<\/em> der Grund f\u00fcr seine Teilnahme. M\u00f6glicherweise hofft sie, einen <em>h\u00fdardor<\/em> zu finden, und er begleitet sie, wie es sich f\u00fcr einen \u00e4lteren Bruder geziemt. Oder er will sicherstellen, dass wenigstens eine Dame dabei ist, die f\u00fcr ihn mitfiebert.\u201c<\/p>\n<p>\u201eVielleicht pr\u00fcgelt er sich auch einfach gern mit halbgaren Gesellen wie unsereinem.\u201c<\/p>\n<p>\u201eImmerhin gilt er bei aller Rohheit als ehrenhaft. Soweit ich wei\u00df, ist noch niemand durch seine Hand \u2013 oder Keule &#8211; auf dem Platz geblieben.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWoher wei\u00dft du so viel \u00fcber den Kerl, Eulengesicht?\u201c<\/p>\n<p>Osse l\u00e4chelte. \u201eJ\u00e1ndris, ich w\u00e4re ein schlechter <em>mynstir<\/em>, wenn ich nicht w\u00fcsste, mit wem es einmal zu B\u00fcndnissen oder Zerw\u00fcrfnissen kommen k\u00f6nnte. M\u00f6gen die M\u00e4chte Letzteres verh\u00fcten und ihr euch allezeit nur zur allgemeinen Unterhaltung einander verbl\u00e4uen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eM\u00f6gen die M\u00e4chte geben, dass du dich allezeit von der Trib\u00fcne hinab \u00fcber uns lustig machen kannst, Osse Emberbey. Die Sommer in Iva\u00e1l haben dich ganz sch\u00f6n frech gemacht.\u201c<\/p>\n<p>Osse legte sein Brot nieder und schaute streng in die Runde.<\/p>\n<p>\u201eM\u00f6gen die M\u00e4chte es niemals so kommen lassen, dass ich zu Manj\u00e9vs Schutz auch nur einen von Euch einmal in ein echtes Gefecht schicken muss. Gedenkt Eurer Gro\u00dfv\u00e4ter und Urgro\u00dfv\u00e4ter, f\u00fcr die das alles noch ganz anders aussah.\u201c<\/p>\n<p>Nun waren die drei schweigsam. Osse seufzte. Die unbeschwerte Laune der drei hatte er nicht so dr\u00fccken wollen. Stumm l\u00f6ffelten die Ritter ihr Gem\u00fcse.<\/p>\n<p>Der junge Mann schaute hin\u00fcber zu dem Tisch, an dem T\u00edjnje, ihre Gro\u00dfmutter und mehrere ebenfalls reisende Edeldamen Platz gefunden hatten. Der Tisch stand auf einer kleinen Empore, von der aus eine T\u00fcr direkt zu den Stuben f\u00fchrte, die den Frauen vorbehalten waren. Stellw\u00e4nde trennten die Damengesellschaft von dem Rest der Gaststube ab und gew\u00e4hrten den Frauen so etwas privaten Raum. Ein \u00e4ltlicher Musiker sa\u00df bei den Damen und klimperte belanglose Weisen auf einer Harfe. Dass ihm jemand zuh\u00f6rte, erwartete den Mann wohl nicht, denn die Damen waren in ein angeregtes Gespr\u00e4ch vertieft. Man hatte ihnen exquisite Speisen auf irdenen Tellern\u00a0 serviert und kristallene Kelche, in denen fast tintenblauer Beerenwein funkelte. Die Stimmung war angeregt. Die jungen M\u00e4dchen plapperten und kicherten untereinander und schienen sich pr\u00e4chtig zu am\u00fcsieren.<\/p>\n<p>Das Gesinde aus Grootplen hatte sich unter den G\u00e4sten im Saal verteilt. Die Herberge war gro\u00df, bot sicher mehr als hundert G\u00e4sten zugleich Platz. F\u00fcr Wohlbetuchte gab es tats\u00e4chlich getrennte Zimmer. Alle anderen mussten mit Strohmatratzen in einem der beiden gro\u00dfen Schlafr\u00e4ume vorliebnehmen.<\/p>\n<p>Nun, vielleicht brauchten nicht alle Matratzen. Von einem der langen Gemeinschaftstische in der N\u00e4he erhob sich Tridna. \u201eIch muss mal schauen, ob bei meinem Esel alles in Ordnung ist\u201c, sagte sie, etwas zu laut zu den anderen und ging dann, ohne Eile, an dem Nischentisch der Ritter vorbei. Unverbindlich l\u00e4chelte sie zu ihnen hin und verlie\u00df dann den Speisesaal. Mehrere M\u00e4nner, die in der N\u00e4he sa\u00dfen, schauten ihr gef\u00e4llig nach. Einer, ein unauff\u00e4lliger Bursche in schlichter grauer Wollkleidung, schien besonders interessiert.<\/p>\n<p>L\u00e1as schob seine Sch\u00fcssel von sich. \u201eIch werde auch mal nach meinem Pferd sehen\u201c, sagte er. \u201eEr schien mir recht ersch\u00f6pft, vorhin.\u201c<\/p>\n<p>Er nickte seinen Freunden zu und ging fort.<\/p>\n<p>\u201eDen sehen wir heute nicht mehr wieder\u201c, kommentierte J\u00e1ndris gleichm\u00fctig und angelte sich den Brotrest, den L\u00e1as zur\u00fcckgelassen hatte. \u201eDer hat anregendere Gesellschaft, heute nacht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSo sehr ich den beiden ihr Herzensgl\u00fcck w\u00fcnsche\u201c, fragte Osse leise, \u201ewie wird er es seinen Eltern erkl\u00e4ren?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIn aller Ruhe. Nur nichts \u00fcberst\u00fcrzen und den richtigen Moment abwarten. T\u00edjnje macht das schon. Und Manj\u00e9v wird keine Bedenken haben.\u201c Merrit trank einen Schluck.<\/p>\n<p>\u201eT\u00edjnje?\u201c<\/p>\n<p>\u201eOsse, du hast lange Zeit die Kunst hoher Diplomatie studiert. Aber f\u00fcr die wirklich wichtigen Dinge braucht man T\u00edjnje.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs beruhigt mich, dass ihr mich nicht in diese Dinge hineinzieht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr Tridna legen wir alle die Hand ins Feuer. Die ist nicht darauf aus, eine <em>yarlara<\/em> zu werden. Die will L\u00e1as gl\u00fccklich machen, und er sie.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSo bleiben doch mehr <em>yarlara<\/em> f\u00fcr dich, Eulengesicht. Wie w\u00e4re es? Wenn die Schwester von diesem <em>yarl<\/em> Robst\u00e9nar noch nicht vergeben ist \u2026 au! Was trittst du mich, Merrit?\u201c<\/p>\n<p>\u201eHalt deine vorlaute Zunge im Zaum\u201c, antwortete Merrit unger\u00fchrt und a\u00df eine St\u00fcck D\u00f6rrobst aus dem Sch\u00e4lchen f\u00fcr den Nachtisch. \u201eMach du weiter deiner T\u00edjnje den Hof. Vielleicht w\u00fcrde sie sich \u00fcber einen Spaziergang im Mondschein freuen. Nur zu!\u201c<\/p>\n<p>J\u00e1ndris sp\u00e4hte zur Empore hinauf und seufzte. \u201eNiemals. Gegen diese schnatternde G\u00e4nseschar hab ich keine Chance. Vielleicht sollte ich mir auch eine Harfe zulegen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas m\u00f6gen die M\u00e4chte verh\u00fcten!\u201c<\/p>\n<p>\u201eEntschuldigt mich\u201c, sagte Osse. \u201eIch muss vor die T\u00fcr. <em>Ohne<\/em> holde Begleitung.\u201c<\/p>\n<p>Merrit erhob sich wortlos.<\/p>\n<p>\u201eWas hast du vor?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch begleite dich.\u201c<\/p>\n<p>\u201eMerrit, ich glaube, <em>das<\/em> kann er auch allein,\u201c witzelte J\u00e1ndris.<\/p>\n<p>\u201eWir haben Manj\u00e9v versprochen, ihn nicht aus den Augen zu lassen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eMerrit, hier sind wir sicher. Hier will niemand unserem Eulengesicht ans Leben.\u201c<\/p>\n<p>\u201eM\u00f6glich. Aber sicher ist sicher.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd was mache ich?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu bleibst hier. Wenn gerade jetzt T\u00edjnjes Bote auftauchen sollte, muss er einen von uns antreffen. Wir sind gleich wieder zur\u00fcck.\u201c<\/p>\n<p>Osse bahnte sich einen Weg durch die Gaststube. Ein wenig albern kam es sich vor, andererseits war Merrits Anwesenheit so beruhigend, f\u00fchlte sich so gut an. Nein, zur\u00fcckschicken wollte er ihn nicht. Er nickte dem Grootplen\u2019schen Gesinde zu, das \u00fcber Tridnas andauernde Abwesenheit nicht weiter beunruhigt zu sein schien. Auch andere schienen menschlichen Bed\u00fcrfnissen nachgeben zu wollen. Der Mann mit dem Wollmantel erhob sich gerade und ging eilig zur T\u00fcr, wo im zugleich zwei andere junge Burschen wieder eintraten. Es gab eine kurze, beil\u00e4ufige Rempelei.<\/p>\n<p>\u201eHe!\u201c<\/p>\n<p>Merrit blieb stehen. Der <em>yarl<\/em> mit dem schwarzroten B\u00e4renwappen hatte sich erhoben, als sie seinen Platz passierten. Er musterte Merrit von Kopf bis Fu\u00df, ungef\u00e4hr so, als begutachte er ein interessantes Pferd.<\/p>\n<p>\u201eEuer Abzeichen kenne ich. Ihr seid Merrit Althopian, was?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDerselbe.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch bin Bj\u00f6ngsten Robst\u00e9nar.\u201c Er klopfte mit der Faust gegen seine Schulterplatte. Merrit erwiderte den Gru\u00df mit etwas weniger Geschepper. Umsitzende wurden aufmerksam.<\/p>\n<p>\u201eSeid gegr\u00fc\u00dft, Herr Bj\u00f6ngsten. Edle Dame?\u201c Merrit verneigte sich vor der Frau. Sie nickte ihm huldvoll zu. \u201eIhr seid unterwegs zum <em>vaspos\u00e1r<\/em>?\u201c<\/p>\n<p>\u201eMeinen Opa\u201c, sagte <em>yarl<\/em> Robst\u00e9nar und schob sein breites Kinn vor, \u201eden hat Euer Gro\u00dfvater mal aus dem Sattel geholt. Vor den Augen seiner <em>teiranda<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas wird sicherlich schieres Gl\u00fcck gewesen sein\u201c, sagte Merrit bescheiden. Der weit gereiste Ritter war einen guten Kopf gr\u00f6\u00dfer als er und hatte H\u00e4nde, mit denen er sicherlich die Hufeisen f\u00fcr sein Ross selbst zurechtbiegen konnte.<\/p>\n<p>\u201eDiesmal seid Ihr an der Reihe. Ich werde Euch vom Pferd schmettern, dass Eure Kumpanei Euer Eisenzeug in Altabete einsammeln kann.\u201c<\/p>\n<p>\u201eBj\u00f6ngsten\u201c, mahnte die Dame. \u201eLass den jungen Herrn in Ruhe.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIst Euer <em>h\u00fdardor<\/em> immer so herzlich?\u201c, fragte Merrit an dem schwarzroten Ritter vorbei.<\/p>\n<p>\u201eMein Bruder. Nein, edler Herr. So herzlich ist er nur, wenn er etwas zu starkes Bier genossen hat.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch verstehe.\u201c<\/p>\n<p>\u201eW\u00e4re er n\u00fcchtern\u201c, f\u00fcgte sie wohlmeinend hinzu, \u201eh\u00e4ttet Ihr bereits eines aufs Haupt bekommen.\u201c<\/p>\n<p>Osse runzelte die Stirn und kam n\u00e4her. \u201eHerr Bj\u00f6ngsten, versucht Ihr hier gerade, eine Drohung auszusprechen? Vor Zeugen?\u201c<\/p>\n<p>Der Ritter schnaufte. Bei n\u00e4herem Hinsehen waren seine Augen leicht glasig.<\/p>\n<p>\u201eUnd wer bist du, J\u00e4mmerling?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch bin <em>yarl<\/em> Osse Emberbey. M\u00f6glich, dass Ihr mich in den n\u00e4chsten Tagen an der Seite der <em>teirandanja<\/em> wiederseht, als deren Gast Ihr anreist.\u201c<\/p>\n<p>\u201eLass es gut sein, Bj\u00f6ngsten\u201c, sagte die Dame und n\u00f6tigte ihren Bruder, sich wieder hinzusetzen. \u201eEine Wirtshausschl\u00e4gerei steht uns allen nicht gut zu Gesicht.\u201c<\/p>\n<p>Zu Osses \u00dcberraschung gehorchte der streitlustige Recke. Die Dame l\u00e4chelte entschuldigend, aber doch so, als wolle sie betonen, dass sie hier die Vern\u00fcnftige in der Runde war.<\/p>\n<p>\u201eDank Euch, Frau .,.\u201c<\/p>\n<p>\u201eV\u00e1lgundra. Ich werde daf\u00fcr sorgen, dass sich <em>heute<\/em> nicht mehr provozieren l\u00e4sst, edle Herren.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir werden Herrn Bj\u00f6ngsten aus dem Weg bleiben, so gut es geht. Kommt, Herr Merrit. Wir wollten doch ohnehin ins Freie.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd vom Pferd haue ich ihn doch, den eitlen Gr\u00fcnschnabel\u201c, murrte <em>yarl<\/em> Robst\u00e9nar in seinen Bierkrug. \u201eIn hohem Bogen.\u201c<\/p>\n<p>J\u00e1ndris hatte die Szene beobachtet und war beinahe so weit gewesen, sich einzumischen. Doch als er sah, dass sich die Sache entspannte, wandte er sich wieder T\u00edjnje zu. Die Damen schienen ihr Mahl beendet zu haben. Osse sah, wie die <em>eld-yarlara<\/em> dem klimpernden Harfenisten ein offenbar gro\u00dfz\u00fcgiges Entgelt zusteckte. Der Geschichtenerz\u00e4hler im Gastraum leierte weiter seine Erz\u00e4hlung herunter,<\/p>\n<p>\u201eAber ich habe doch gar nichts gemacht!\u201c, protestierte Merrit. \u201eWas f\u00e4llt dem Kerl ein?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDein Gro\u00dfvater muss den alten Robst\u00e9nar schwer besch\u00e4mt haben\u201c, sagte Osse, als sie endlich ohne weiteres Aufsehen im Freien waren. \u201eBeachtlich, wie dir die Herzen deiner Gegner zufliegen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAch, der war betrunken. Ein Gro\u00dfmaul.\u201c<\/p>\n<p>\u201eTrotzdem sollten wir ihn ihm Auge behalten, sobald wir in Wijdlant sind. Ich will dein Eisenzeug nicht einsammeln m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu bist ein wahrer Freund.\u201c Merrit lachte und legte Osse freundschaftlich den Arm um die Schulter. \u201eBeeilen wir uns. Nicht, dass uns etwas zu Augen kommt!\u201c<\/p>\n<p>Auf dem Weg zu den Abtritten passierten sie den gro\u00dfen, halb offenen Stall. Hier und da raschelte es. Merrit r\u00e4usperte sich und machte beim Gehen so viel L\u00e4rm, wie es ihm mit seiner leichten Alltagsr\u00fcstung m\u00f6glich war. Augenblicklich verstummte es im Stroh.<\/p>\n<p>Die Aborte waren etwas abseits vom Gasthaus mit den St\u00e4llen und Schlafs\u00e4len, ein luftiges Brettergeb\u00e4ude \u00fcber einer Senkgrube. Ein langer Kasten, abgedeckt mit einem Brett und passenden \u00d6ffnungen erlaubte halbwegs komfortables Sitzen. Gerade schien niemand das Bed\u00fcrfnis zu haben, denn es war nichts zu h\u00f6ren. Ein Licht mit einem ganz kleinen Fl\u00e4mmchen hing an der T\u00fcr, ein anderes stand daneben bereit, gerade hell genug, dass niemand in etwas Unappetitliches trat oder die Grube verfehlte.<\/p>\n<p>\u201eDu musst mich nicht hinein begleiten, Merrit\u201c, mahnte Osse, denn Merrit schien entschlossen, eben dies zu tun.<\/p>\n<p>\u201eDann werde ich jeden aufhalten, der dort hinein will\u201c, scherzte Merrit und verschr\u00e4nkte grimmig die Arme. \u201eAber lass mich nicht zu lange warten, bevor noch Robst\u00e9nar kommt. Den k\u00f6nnte ich nicht aufhalten, in seinem Drang.\u201c<\/p>\n<p>Osse schl\u00fcpfte durch die T\u00fcr. Das Bed\u00fcrfnis, lange hier auszuharren hatte er ohnedies nicht. Dazu stank es viel zu sehr. Er beeilte sich, zu erledigen, was ihn hergef\u00fchrt hatte. Er war gerade dabei gewesen, seine H\u00e4nde im bereitstehenden Seifenwasser zu reinigen, als er hinter sich ein Ger\u00e4usch h\u00f6rte.<\/p>\n<p>\u201eYarl Emberbey?\u201c<\/p>\n<p>Osse zuckte zusammen. Im Dunkel regte sich etwas.<\/p>\n<p>\u201eAuf Euch hab ich gewartet\u201c, fl\u00fcsterte eine Gestalt, die sich im hintersten Winkel des Schuppens verborgen gehalten hatte.<\/p>\n<p>\u201eWas wollt Ihr?\u201c Osse ging r\u00fcckw\u00e4rts einen Schritt zur T\u00fcr.<\/p>\n<p>Die dunkle Gestalt kam auf ihn zu. \u201eEuch!\u201c<\/p>\n<p>\u201eMerrit!\u201c, rief Osse aus.<\/p>\n<p>Augenblicklich flog die T\u00fcr auf. Im n\u00e4chsten Moment hatte Merrit den Mann am Kragen und zerrte ihn ins Freie und dr\u00fcckte ihn gegen die Wand. Zum zum Sto\u00df bereit, hielt der Ritter seinen Dolch.<\/p>\n<p>\u201eNicht!\u201c Der Mann hob abwehrend die H\u00e4nde. \u201eH\u00f6rt mich an!\u201c<\/p>\n<p>Im Schein des L\u00e4mpchens erkannte Osse den Mann, der im Speisesaal Tridna hinterdrein geschaut hatte. Er sch\u00fcttelte sich das Seifenwasser von den Fingern.<\/p>\n<p>\u201eKerl\u201c, zischte Merrit. \u201eGib mir einen Grund, dich loszulassen. Einen sehr guten.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch bin der Bote von T\u00edjnje Mor\u00e9aval! Ihr wartet auf mich! Reicht das?\u201c<\/p>\n<p>\u201eKannst du das beweisen?\u201c, fragte Osse.<\/p>\n<p>\u201eNat\u00fcrlich!\u201c<\/p>\n<p>Merrit lie\u00df von dem Mann ab. Den Dolch behielt er noch in der Hand. Der Bote f\u00f6rderte einen Brief zutage und reichte ihn Osse mit zitternder Hand. \u201eHier, Herr. Lest selbst!\u201c<\/p>\n<p>Merrit nahm das Fl\u00e4mmchen aus seiner Halterung, Osse brach das Siegel auf und \u00fcberflog die Zeilen.<\/p>\n<p>\u201eEr sagt die Wahrheit. Das ist der Brief der teirandanja, der uns zu unserer Pflicht ruft..\u201c<\/p>\n<p>\u201eWarum lauerst du Herrn Osse hier auf?\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs \u2026 erschien mir sicherer, Herr.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSicherer? F\u00fcr wen?\u201c Merrit steckte den Dolch wieder ein.<\/p>\n<p>\u201eDu hast die ganze Zeit mir uns und mit Frau T\u00edjnje im selben Raum gesessen, Warum hast du uns den Brief nicht einfach bei Tisch gegeben, als wir eingetroffen sind?\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa, genau. Das w\u00e4re doch sehr viel glaubw\u00fcrdiger gewesen.\u201c Merrit sch\u00fcttelte missbilligend den Kopf. \u201eWas sollen wir jetzt tun? Der <em>eld-yarlara<\/em> erkl\u00e4ren, dass wir zuf\u00e4llig beim austreten einen herrschaftlichen Boten aus Wijdlant mit einer eiligen Botschaft von der <em>teirandanja<\/em> getroffen haben?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein\u201c, sagte der Mann. \u201eEs sind keine Erkl\u00e4rungen n\u00f6tig. Lasst diesen Brief als Beweis bei Eurer Kumpanei und kommt unverz\u00fcglich mit mir. Holt Euer Gep\u00e4ck und s\u00e4umt nicht. Es eilt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas erkl\u00e4rt umso weniger, weshalb du den Brief nicht sofort im Gastraum ausgeh\u00e4ndigt hast.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIhr versteht nicht, edle Herren.\u201c Er schaute sich misstrauisch um und winkte die beiden <em>yarlay<\/em> n\u00e4her heran. \u201eEs sind \u2026 Spione im Saal\u201c, fl\u00fcsterte er.<\/p>\n<p>\u201eWessen Spione?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch wei\u00df nicht, Herr! Ich wurde verfolgt, als ich herkam, aber ich konnte sie abh\u00e4ngen. Es scheint, dass jemand vom Brief, von der Mission wei\u00df.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wer soll das sein?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch wei\u00df es nicht. Es k\u00f6nnten alle und niemand sein. Ein schlechter Spion w\u00e4re es, g\u00e4be er sich zu erkennen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu hast dich auch noch nicht zu erkennen gegeben.\u201c<\/p>\n<p>\u201eV\u00fdnrath ist mein Name. Und nun beeilt Euch, bevor noch jemand bemerkt, dass Ihr abwesend seid.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNun gut. Tats\u00e4chlich haben wir auf dieses Signal gewartet. Ich hole mein Leibgep\u00e4ck.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd ich mein R\u00fcstzeug.\u201c<\/p>\n<p>\u201eHervorragend, edle Herren. Ich warte vor dem Stall auf Euch.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWozu willst du auf uns warten? Du hast uns den Brief gegeben, der unseren \u00fcbereilten Aufbruch erkl\u00e4rt. Wir kennen den Weg von hier nach Wijdlant. Ich reite alle paar Monde hier entlang. Du hast deinen Auftrag erf\u00fcllt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eOder hat Frau T\u00edjnje dich noch nicht entlohnt? Wenn du dich sputest, ist sie noch im Saal.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein. Nein, das ist es nicht. Aber wenn ich ohnehin nach Wijdlant will, w\u00e4re es dann nicht dumm, nicht gemeinsam zu reisen, edle Herren?\u201c<\/p>\n<p>\u201eKomm, Osse.\u201c Merrit fasste den Freund am Arm. \u201eWir vergeuden Zeit.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch warte auf Euch.\u201c<\/p>\n<p>Die beiden <em>yarlay<\/em> gingen zur\u00fcck zum Gasthaus. Tats\u00e4chlich lief er ihnen nicht nach.<\/p>\n<p>\u201eEin komischer Geselle\u201c, murrte Merrit, \u201eTraust du ihm?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie Geschichte mit den Spionen glaube ich ihm nicht. Aber wer sonst sollte an T\u00edjnjes Brief und Siegel kommen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eVielleicht hat Tijnje ihm eine Gefahr eingeredet?\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir fragen sie.\u201c<\/p>\n<p>Aber in der Gaststube war es zwischenzeitlich etwas leerer geworden. Die Damen hatten sich zur\u00fcckgezogen. Auch <em>yarl<\/em> Robst\u00e9nar und Frau V\u00e1lgundra waren nicht mehr zu sehen. Der langweilige <em>b\u00e1chorkor<\/em> k\u00e4mpfte beim Kamin um die letzten Zuh\u00f6rer. Daf\u00fcr war L\u00e1as wieder da.\u00a0 Als Merrit und Osse an den Tisch kamen, trabte von irgendwoher das sommersprossige M\u00e4dchen mit einem Krug blauem Wein heran.<\/p>\n<p>\u201eDer Brief ist da\u201c, sagte Osse und gab ihn J\u00e1ndris. \u201eDer Bote hat einen sehr ungew\u00f6hnlichen \u00dcbergabeort gew\u00e4hlt. Wir brechen sofort auf.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWarum hat der Bote denn nicht&#8230;\u201c<\/p>\n<p>\u201eWeil er es unn\u00f6tig umst\u00e4ndlich haben wollte. J\u00e1ndris, du erkl\u00e4rst den Damen morgen fr\u00fch, dass wir voran geritten sind. Zeig ihnen den Brief.\u201c<\/p>\n<p>\u201eVerstanden.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd nehmt Euch in Acht. Es k\u00f6nnten Spione, Verschw\u00f6rer oder sonst etwas in der N\u00e4he sein. Oder der Bursche ist einfach zu sehr in T\u00edjnjes Abenteuer verstrickt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas? Spione von wem? Und warum? Wir sind doch alle ganz offiziell hier.\u201c<\/p>\n<p>\u201eL\u00e1as und T\u00edjnje. Wir anderen nicht. Aber ich glaube nicht, dass Herr Andri\u00e9r oder mein Vater uns Spitzel hinterherschicken. &#8212; L\u00e1as, du hast Stroh im Haar. Aber ich brauche dich. Hilf mir mit meinem Eisenzeug. J\u00e1ndris, du machst die Pferde bereit. Hol dir von den Grootpleen-Knechten Hilfe, falls da noch jemand wach und n\u00fcchtern ist. Ihr k\u00fcmmert euch morgen um seinen Hausrat.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNat\u00fcrlich.\u201c<\/p>\n<p>\u201eGut.\u201c Merrit nahm einen Schluck von dem Wein. \u201eBei den M\u00e4chten. Was g\u00e4be ich darum, wieder in Wijdlant zu sein.\u201c<\/p>\n<p>Die vier Ritter machten sich gesch\u00e4ftig an den Aufbruch, ganz so, wie es geplant war. Der Bote V\u00fdnrath wartete, wie versprochen, drau\u00dfen vor dem Stall mit seinem z\u00e4hen, braunen Kurierpferdchen und ging ihnen beim Satteln und aufladen zur Hand. Noch bevor Nokt\u00e1mas Juwel sich wieder dem Meer zuneigte, waren Osse, Merrit und der Mann im Wollmantel auf dem Weg nach Nordosten.<\/p>\n<p>In der Sickergrube hinter der Herberge, unter dem losen Brett, in der tiefen Dunkelheit nicht gleich zu bemerken und schon bedeckt von Notdurft und Blut lag der Bote. Der echte, dem T\u00edjnje Mor\u00e9aval den geheimen Brief anvertraut hatte. Und war tot.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/scherbenlied-oder-die-suche-nach-dem-boesen-band-3\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-4252","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-03_scherbenlied"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4252","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4252"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4252\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4268,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4252\/revisions\/4268"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4252"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4252"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4252"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}