{"id":4245,"date":"2025-09-08T00:18:03","date_gmt":"2025-09-07T22:18:03","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=4245"},"modified":"2025-09-08T00:18:03","modified_gmt":"2025-09-07T22:18:03","slug":"037-schwert-und-stroh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/09\/08\/037-schwert-und-stroh\/","title":{"rendered":"037:\u00a0 Schwert und Stroh"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SL_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1992\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p>Das Schwert aus dem Pferdestall zur\u00fcckzuholen war nicht schwer gewesen. Das war beunruhigend. Gal\u00e9on war fest davon ausgegangen, dass der Schwarze Meister ihnen nicht mehr von der Seite weichen und aus dem Schatten auftauchen w\u00fcrde, sobald sie sich dem Versteck n\u00e4herten. Ganz gewiss ahnte er, dass Gal\u00e9on wusste, wo er sein Werkzeug wiederfinden w\u00fcrde.\u00a0 Wieso sollte er sich selbst die M\u00fche machen, danach zu suchen?<\/p>\n<p>Dass er ihn und Ra\u00fdneta gew\u00e4hren lie\u00df, konnte nur einen Grund haben. Wahrscheinlich hatte er f\u00fcr den Moment schlichtweg etwas Dringlicheres zu tun. Keine Eile. Und viel zu viel Selbstbewusstsein.<\/p>\n<p>\u201eIch hole es dir aus dem Stall\u201c, hatte Ra\u00fdneta sich angeboten, als sie wieder im Obstgarten waren, kurz bevor Patagh\u00edus Glanz Noktam\u00e1s Schleier aufzuhellen begann.<\/p>\n<p>\u201eNein, V\u00f6gelchen. Du hast dich oft genug in Gefahr gebracht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber mich sucht hier niemand.\u201c Sie hatte sie energisch den Sack \u00fcber den Kopf gezogen, unter dem sie ihr Kleidchen verborgen hatte. \u201eSchau. Mich erkennt hier niemand.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSicher. So ein vornehmes kleines M\u00e4dchen, das aus dem Nichts im Pferdestall steht, das wird gar kein Aufsehen erregen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWenn wir zusammen gehen, erkennen sie uns.\u201c Sie raffte ihre l\u00e4ngst nicht mehr ordentlich geflochtenen Haare zusammen und wand ein B\u00e4ndchen darum. \u201eSo. Jetzt erkennt mich keiner mehr. Es ist doch bestimmt niemand von den Leuten, die gestern in der Gaststube waren, jetzt schon wieder im Stall.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wenn jemand sehr fr\u00fch schon aufbricht, weil er einen weiten Weg vor sich hat? Ist das unm\u00f6glich?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd gerade darum hole ich es mir allein.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDich erkennen sie alle!\u201c<\/p>\n<p>Er kletterte aus dem Sattel. Der Graue prustete. Selbst das klang ermahnend.<\/p>\n<p>\u201eIch h\u00e4tte nicht das Risiko eingehen m\u00fcssen, dich zu retten, wenn du die Gefahr herausforderst, V\u00f6gelchen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd wenn der Schattenmann derweil in den Garten kommt?\u201c<\/p>\n<p>Das war ein ganz berechtigter Einwand. Aber es war unwahrscheinlich. Er musste es riskieren. Nicht auszudenken, wenn ein Unkundiger beim Ausmisten das Schwert fand und ber\u00fchrte.<\/p>\n<p>\u201eDu bleibst, wo du bist. Falls ich bis zum ersten Sonnenstrahl nicht zur\u00fcck bin, z\u00f6gerst du nicht und reitest schnurstracks allein weiter nach Althopian. Immer der Stra\u00dfe nach. Solange du das Schwert nicht hast, wird der Schwarzmantel dich nicht verfolgen. Versprichst du mir das?\u201c<\/p>\n<p>Sie antwortete nicht sofort. Aber es war ihr anzusehen, dass sie angestrengt nach einer Widerrede suchte.<\/p>\n<p>\u201eFalls ich in Schwierigkeiten gerate\u201c, sagte er, \u201esagen wir, weil man nun doch von der Botschaft deines Weitvetters Wind bekommen hat \u2013 dann <em>musst<\/em> du reiten. Schnell wie der Wind. Du darfst nicht ruhen, bis du in Althopian bist. Und da musst du Herrn Wa\u00fdreth bitten, eine Taube nach Emberbey zu schicken, so schnell er nur kann.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas soll er ihm schreiben?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNun \u2026 dass dem ruchlosen <em>b\u00e1chorkor<\/em> kein Haar gekr\u00fcmmt werden darf, ehe er, der yarl von Althopian, nicht selbst zugegen ist. Das w\u00e4re ein guter Anfang.\u201c Gal\u00e9on sagte das nur halb im Scherz. Mehr als ein verzweifelter Versuch konnte es nicht sein. Ob Venghi\u00e1r Emberbey sich von der schieren Autorit\u00e4t von <em>yarl<\/em> Althopian beeindrucken lassen w\u00fcrde, war schlie\u00dflich alles andere als gewiss. \u201eImmerhin \u2026 man h\u00e4lt mich f\u00fcr den M\u00f6rder seines besten Freundes. Er hat ein \u00e4lteres Anrecht auf Vergeltung und k\u00f6nnte ungehalten werden, wenn dein Weitvetter ihm den Spa\u00df verdirbt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd dann kommen wir, um dich zu retten?\u201c<\/p>\n<p>\u201eGenau so soll es sein, V\u00f6gelchen. Das verschafft uns Zeit.\u201c<\/p>\n<p>Sie seufzte. Dann nickte sie. \u201eDer letzte Verschlag auf der rechten Seite, da stand das sch\u00f6ne schwarze Pferd. Ganz dicht der Wand liegt das Schwert. Unter dem Stroh.\u201c<\/p>\n<p>Gal\u00e9on war auf das Feld hinausgelaufen, \u00fcber das Morgennebelschwaden hinweg zogen. Gerade noch rechtzeitig, noch bevor der erste Hahn sich entschied, den Tag zu beginnen.<\/p>\n<p>Im Haus waren bereits Menschen auf den Beinen. Man bem\u00fchte sich wohl, die Unordnung vom Abend zu richten. Mochten die M\u00e4chte wissen, was f\u00fcr eine Geschichte aus der Saat hervorkommen mochte, die er da ausgestreut hatte. Magie zu wirken, und das vor den Augen so vieler unkundiger Zeugen, das konnte nichts Gutes bringen.<\/p>\n<p>Der Moment war g\u00fcnstig. Im Herbergsstall hielt sich noch kein Mensch auf, und die Tiere musste er nicht um Einlass bitten. Trotzdem legte er einen kleinen Zauber \u00fcber seine Schritte und die Aufmerksamkeit der Hunde, die sich in den Schutz des Geb\u00e4udes zur\u00fcckgezogen hatten.<\/p>\n<p>\u201eIch stehle kein Pferd\u201c, versicherte er den grimmigen Tieren, die ihm ihre Blicke zuwandten und die Ohren spitzten. \u201eUnd ich bin sofort wieder weg.\u201c<\/p>\n<p>Die Hunde beobachteten ihn misstrauisch, bewegten sich aber nicht vom Fleck. Auch die Pferde und Maultiere wandten ihre K\u00f6pfe in seine Richtung. Gespenstisch war das, denn alle Tiere starrten ihn an, als w\u00fcssten sie um seine Verfehlung. Aber keines tat einen Laut. Das konnte eigentlich nicht allein an seiner Gegenwart liegen. Gal\u00e9on atmete entschlossen ein und fand den noch leeren Verschlag. Tats\u00e4chlich, verborgen unter Stroh und ein paar Pferde\u00e4pfeln lag das Schwert, sehr sorgsam eingewickelt in den kostbaren Samtbl\u00fctenstoff. Das Traumphantom stand daneben und blickte ihm verdrossen entgegen. Der <em>b\u00e1chorkor<\/em> senkte besch\u00e4mt den Blick vor seinem Meister.<\/p>\n<p><em>Wie leichtsinnig kannst du sein?<\/em> <em>Was hat dich dazu getrieben, dein <\/em>Heiligstes<em> einem Kind zu \u00fcberlassen? Bei den M\u00e4chten, was hast du dir dabei gedacht, da drinnen bei den Unkundigen Magie ausbrechen zu lassen?<\/em><\/p>\n<p>\u201eDie Kleine hat es doch gut und klug verwahrt.\u201c Gal\u00e9on zog das Schwert an sich und h\u00e4ngte sich Gurt und Scheide \u00fcber die Schulter. So w\u00e4re er schneller, falls es galt, zu rennen. Das halb gen\u00e4hte Kleidchen faltete er sorgsam zusammen. \u201eUnd was den Vorfall in der Gaststube betrifft, was h\u00e4tte ich tun sollen? Er waren Dutzende von Menschenleben in Gefahr. Ich musste ihn ablenken und Verwirrung stiften, bevor er sich an Unkundigen vergriffen h\u00e4tte!\u201c<\/p>\n<p><em>Ein Kind, das die Gefahr nicht kennt! Wenn ich es nicht anders von dir wissen w\u00fcrde, es w\u00e4re anzunehmen, dass du den Verstand verloren hast!<\/em><\/p>\n<p>\u201eEs war in diesem Moment in ihren H\u00e4nden einfach sicherer als bei mir. Sie hat es unter seiner Nase versteckt.\u201c<\/p>\n<p><em>Ein goala\u2019ay, <\/em>sagte das Traumphantom finster, <em>darf sein Schwert nie aus den Augen lassen. Der Schwarze Meister h\u00e4tte dich bezwingen k\u00f6nnen!<\/em><\/p>\n<p>\u201eEr hat es aber nicht getan.\u201c Gal\u00e9on verlie\u00df den Verschlag und schaute sich vorsichtig um. Immer noch war kein Mensch zu sehen. \u201eWarum eigentlich nicht?\u201c<\/p>\n<p>Das Traumphantom folgte ihm, k\u00f6rperlos, f\u00fcr unkundige Augen nicht sichtbar, f\u00fcr die seinen nur eine Ahnung, ein Schemen, wie ein verblichenes Bild.<\/p>\n<p><em>Weil er wei\u00df, wann ihm Warten mehr einbringt als Handeln. Weil er spielt. Und lass dir gesagt sein: Er hasst es, zu verlieren. <\/em><\/p>\n<p>\u201eUnd wo warst du? Warum hast du mich nicht gewarnt, bevor ich in die Herberge gegangen bin?\u201c<\/p>\n<p>Das Traumphantom runzelte die Stirn. Es wirkte ver\u00e4rgert.<\/p>\n<p><em>Vielleicht<\/em>, sagte es, <em>ist es dir so eine Lektion, sorgf\u00e4ltig achtzugeben.<\/em><\/p>\n<p>Gal\u00e9on seufzte. \u201eKeine Zeit f\u00fcr Lektionen. Ich muss zur\u00fcck und schnell weiter. <em>Mit<\/em> dem Kind.\u201c<\/p>\n<p>Er schaute sich achtsam um. Als er sicher sagen konnte, dass die Stallgasse immer noch menschenleer war, eilte der <em>b\u00e1chorkor<\/em> geduckt weiter. Das Traumphantom folgte ihm. Als sie an den Hunden vorbei liefen, begannen diese zu winseln und zogen die Schw\u00e4nze ein. Was mochten die Tiere wohl wahrnehmen? Was war es, das ihn selbst \u2013 f\u00fcr den Moment \u2013 noch von seinem Meister unterschied?<\/p>\n<p>Immer noch war niemand im Freien. Mochten die M\u00e4chte geben, dass das noch eine kurze Frist so blieb. Der Nebel l\u00f6ste sich mit jedem Atemzug mehr auf. Tausend Herzschl\u00e4ge, mehr brauchten sie nicht, um in Sicherheit zu sein.<\/p>\n<p>Das Licht war ihm gn\u00e4dig. Vielleicht war es auch die Gegenwart des Traumphantoms gewesen, das mit den Nebelschwaden verschmolz, als er in den Garten schl\u00fcpfte, zum Pferd hetzte und schneller im Sattel war, als je zuvor.<\/p>\n<p>\u201eHier, V\u00f6gelchen\u201c, sagte er und gab dem Kind den Stoff in die Hand. \u201eBeim n\u00e4chsten Mal soll eine N\u00e4herin die letzten S\u00e4ume daran fertigen. Daf\u00fcr ist es schlie\u00dflich da.\u201c<\/p>\n<p>Ra\u00fdneta Emberbey dr\u00fcckte das Tuch an sich, aber ihre Gedanken waren nicht dabei. So erleichtert war sie, dass er sie nicht allein gelassen hatte. Er lenkte das Pferd im Trab zur\u00fcck auf die Stra\u00dfe und erlaubte ihm dann eine Weile, wieder geruhsam zu laufen. Das St\u00fcck Brot hatten sie dem Hengst geschenkt, aber das und das bisschen Heu mochten nicht lange vorhalten. Wenn es doch nur noch bis zum Abend, bis nach Althopian reichte! Nun galt es, die begrenzten Kr\u00e4fte des Pferdes sorgsam zu portionieren. Noch eine Rast konnten sie sich nicht erlauben.<\/p>\n<p>\u201eWarum will der Schattenmann unbedingt dein Schwert haben?\u201c, hatte Ra\u00fdneta gefragt, als sie sich endlich aus der Sichtweite der Herberge entfernt hatten.<\/p>\n<p>\u201eDas ist eine sehr gute Frage.\u201c<\/p>\n<p>\u201eBestimmt ist es ein m\u00e4chtiges Zauberschwert, nicht wahr? So wie in den ganz alten Geschichten.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAlte Geschichten?\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa, wie ganz, ganz fr\u00fcher. Wenn die guten Regenbogenritter den gro\u00dfen Helden verzauberte Waffen gegeben haben, damit sie in ihren K\u00e4mpfen bestehen konnten.\u201c<\/p>\n<p>\u201eMein Schwert, V\u00f6gelchen, ist keine <em>Waffe<\/em>. Schon gar nicht in meinen H\u00e4nden.\u201c<\/p>\n<p>\u201eVielleicht wei\u00df der Schattenmann das ja nicht. Vielleicht hat er Angst, dass du damit gegen ihn k\u00e4mpfst. Oder er denkt, er sei damit unbesiegbar.\u201c<\/p>\n<p>\u201eM\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<p>\u201eJemand muss gegen ihn k\u00e4mpfen. Und ihn bezwingen!\u201c<\/p>\n<p>\u201eTats\u00e4chlich?\u201c<\/p>\n<p>Ra\u00fdneta nickte und untersuchte dabei den kostbaren Stoff in ihren H\u00e4nden. Dass das Tuch nach wie vor v\u00f6llig unversehrt und sauber war, brachte sie kaum noch zum Staunen. \u201eNat\u00fcrlich. Er ist doch b\u00f6se. Und wenn er ein Magier ist, dann wird er sich sicher vor einem Zauberschwert f\u00fcrchten.\u201c<\/p>\n<p>Das war so kindlich, so naiv gedacht, dass Gal\u00e9on l\u00e4chelte. \u201eIch denke nicht, dass er Angst vor mir und meinen j\u00e4mmerlichen <em>Fechtk\u00fcnsten<\/em> hat. Da gibt es andere, vor denen er sich in Acht nehmen sollte.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu meinst, einen gro\u00dfen Krieger und Helden?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas auch. W\u00e4re nicht schlecht.\u201c<\/p>\n<p>Sie lehnte sich gegen seine Brust und schaute zu ihm hinauf. \u201eVielleicht kann Merrit Althopian ihn besiegen.\u201c<\/p>\n<p>Autsch. Wie ein kleiner Nadelstich bohrte sich dieser Name in Gal\u00e9ons Gewissen.<\/p>\n<p>\u201eDu meinst, der Sohn von Herrn Wa\u00fdreth sei dem Schwarzen Meister gewachsen?\u201c<\/p>\n<p>Ra\u00fdneta nickte eifrig. \u201eOh ja. Herr Merrit ist unbesiegbar. Der wird uns besch\u00fctzen.\u201c\nSie ritten nun durch lichten Wald. Das Gel\u00e4nde stieg sacht an. Die Stra\u00dfe aus festgetretener Erde wurde breiter. Sicher k\u00e4men ihnen bald die ersten Reisenden entgegen.<\/p>\n<p>\u201eDu magst ihn gern, diesen Merrit Althopian, nicht wahr?\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa. Er ist der beste Freund meines Bruders. Er ist oft bei uns auf der Burg zu Besuch gewesen. Er ist immer freundlich und lustig und gerecht und hilft den Leuten. Einmal hab ich gesehen, wie er einer Magd einen schweren W\u00e4schekorb getragen hat. Mein Vater \u2026\u201c Sie z\u00f6gerte, lie\u00df sich diesmal aber nicht von der Trauer \u00fcberw\u00e4ltigen. \u201eVater hat immer gesagt, dass er der beste <em>teirand<\/em> werden wird, den man sich nur w\u00fcnschen kann. Ganz bestimmt entscheidet sich die <em>teirandanja<\/em> f\u00fcr ihn. Oh, wenn wir doch nur schon beim <em>vaspos\u00e1r<\/em> w\u00e4ren.\u201c Sie lachte verlegen und f\u00fcgte leise hinzu: \u201eIch glaube, Venghi\u00e1r hat ein bisschen Angst vor ihm.\u201c<\/p>\n<p>\u201eVor Merrit Althopian? Was geht deinen Weitvetter der Favorit der <em>teirandanja<\/em> an?\u201c<\/p>\n<p>Nun druckste Ra\u00fdneta etwas herum. \u201eIch hab ihn einmal ganz b\u00f6se \u00fcber Herrn Merrit reden h\u00f6ren\u201c, gestand sie dann. \u201eMit seinen beiden Freunden. Oder Knechten, Ich wei\u00df gar nicht genau, was die beiden eigentlich sind. Sie sind ziemlich dumm.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWie ungehobelt von Herrn Venghi\u00e1r, vor deinen Ohren \u00fcber Herrn Merrit zu l\u00e4stern.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEr wusste ja nicht, dass ich da bin. Ich \u2026\u201c Sie unterbrach sich hastig. Wahrscheinlich err\u00f6tete sie vor Verlegenheit.<\/p>\n<p>\u201eHast du vors\u00e4tzlich gelauscht?\u201c, fragt Gal\u00e9on belustigt. Sie sch\u00fcttelte energisch den Kopf. \u201eDann ist es auch nicht schlimm. \u2013 Was hat er denn B\u00f6ses geredet, V\u00f6gelchen?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch hab nicht viel verstanden. Ich hatte ohne die <em>opayra<\/em> im kleinen Saal gespielt und mir war ein Ball unter eine Bank gerollt. Ich war gerade darunter gekrochen, um ihn zu holen, da kamen Venghi\u00e1r und die zwei M\u00e4nner rein. Venghi\u00e1r wollte die beiden auf einen Botengang schicken. Sie sollten sich aber klug benehmen und nicht zu viel reden, wenn sie das Land von Herrn Wa\u00fdreth durchreisen. Und \u00fcber Herrn Merrit hat er gesagt, er sei ein aufgeplusteter\u00a0 Hahn, den der Fuchs wohl bald holen wird. Und dass er auf dem Turnier wohl gerupft und ger\u00f6stet w\u00fcrde, wenn es so weit sei. Einer von den Knechten hat dann gefragt, ob die <em>teirandanja<\/em> dann auch ein dummes H\u00fchnchen sei. Da ist Venghi\u00e1r w\u00fctend geworden und hat geschimpft und hat ganz schlimme Worte gesagt.\u201c Ra\u00fdneta schaute sich nach ihm um. \u201eSie sind zum Gl\u00fcck vorbeigegangen. Wenn sie im Saal geblieben w\u00e4ren, h\u00e4tten sie mich sicher entdeckt.\u201c<\/p>\n<p>Gal\u00e9on dachte nach. Was die kleine <em>yarlaranda<\/em> da erz\u00e4hlte, war ausgesprochen interessant. Sich selbst konnte Venghi\u00e1r Emberbey wohl kaum meinen, wenn er dem hochgepriesenen Merrit Althopian eine schmachvolle Niederlage w\u00fcnschte.<\/p>\n<p>\u201eHat dein Weitvetter gesagt, wohin seine Boten ausziehen sollten?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein. Nur, dass sie nicht lange in Althopian herumtr\u00f6deln und sp\u00e4testens am f\u00fcnfzehnten Tag wieder zur\u00fcckkehren sollten.\u201c<\/p>\n<p>Gal\u00e9on \u00fcberlegte. Welche Ziele waren wohl binnen sieben oder acht Tagen zu erreichen, wenn man in Emberbey aufbrach und das Gebiet von Althopian durchquerte?<\/p>\n<p>Und was k\u00f6nnte in Ferocriv\u00e9 sein, das Merrit Althopian schaden konnte?<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/scherbenlied-oder-die-suche-nach-dem-boesen-band-3\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-4245","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-03_scherbenlied"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4245","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4245"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4245\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4275,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4245\/revisions\/4275"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4245"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4245"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4245"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}