{"id":4244,"date":"2025-09-08T00:18:43","date_gmt":"2025-09-07T22:18:43","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=4244"},"modified":"2025-09-08T02:12:29","modified_gmt":"2025-09-08T00:12:29","slug":"038-die-axt-im-walde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/09\/08\/038-die-axt-im-walde\/","title":{"rendered":"038: Die Axt im Walde"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SL_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1992\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p>K\u00e1rar Ferocriv\u00e9 war siegessicher. Arglos war der namenlose blonde Ritter ihm einige Schritte weit in den Wald gefolgt, bis zu der Lichtung, auf der Rolk die geheime Verschw\u00f6rung der <em>yarlaranda<\/em> von Emberbey beobachtet haben wollte und er die bunte Feder gefunden hatte. Mit dieser Sache war er noch nicht am Ende. Aber bevor er sich im Laufe des Tages erneut zur Burg begab, um weiter im Stroh zu stochern, bis die Maus hervorkam, musste er diesen l\u00e4cherlichen Simpel loswerden. Dass das Pferd verschwunden war, hatte man im Dorf sicher l\u00e4ngst bemerkt. Verschwunden bleiben konnte das Tier nur, wenn der n\u00e4rrische junge Mann nicht damit unter aller Augen herum ritt. Neugierige w\u00fcrden Fragen stellen, und das w\u00e4re nicht gut. Gar nicht gut.<\/p>\n<p>Sie legten ihr Zeug unter einem hohen Baum ab, von dem ab und zu bunte Herbstbl\u00e4tter zu Boden segelten. Der junge Mann hatte Helm, Schild und Schwert dabei, dazu eine Axt und einen Streitflegel. Das Zeug war veraltet, aber in erstaunlich gutem Zustand. Vielleicht lie\u00df sich davon sp\u00e4ter noch etwas gebrauchen.<\/p>\n<p>\u201eLasst uns die Axt nehmen\u201c, schlug K\u00e1rar vor und griff nach seiner eigenen. \u201eDamit fehlt es mir noch ein wenig an \u00dcbung.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWie Ihr meint\u201c, sagte der junge Mann und bewaffnete sich. \u201eGlaubt Ihr, damit wird auf dem <em>vaspos\u00e1r<\/em> viel zu tun sein?\u201c<\/p>\n<p>\u201eM\u00f6glich. Und wenn dem nicht so ist, k\u00f6nnen wir den <em>teiranday<\/em> immer noch anbieten, etwas Holz f\u00fcr die Abendfeuer zu schlagen.\u201c K\u00e1rar lachte bem\u00fcht, und der junge Mann stimmte ein, mit mehr Verwirrung als Belustigung.<\/p>\n<p>\u201eMir ist klar, dass Ihr Euren Namen noch nicht offenbaren wollt\u201c, fuhr er fort. \u201eAber ein wenig Neugier packt mich doch. Was treibt Euch zu diesem Turnier? Die Aussicht auf sch\u00f6ne junge <em>f\u00e1njula\u00e9<\/em>? Sucht Ihr nach einer <em>h\u00fdardora<\/em>?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein. Das ist es nicht. Mein Herz ist bereits vergeben.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas ist bedauerlich. So ein schmucker Recke wie Ihr wird sicherlich die Augen vieler M\u00e4dchen auf sich ziehen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas ist schade, aber nicht mein Begehr.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas begehrt ihr dann? Schickt Euch Eure Familie, um Euch vor den <em>yarlay<\/em> zu pr\u00e4sentieren?\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa. Das k\u00f6nnte man so ausdr\u00fccken. Und Ihr? Hofft Ihr, den Blick der <em>teirandanja<\/em> zu gewinnen?\u201c<\/p>\n<p>K\u00e1rar Ferocriv\u00e9 grinste. Nun, die <em>teirandanja<\/em> war eine liebreizende <em>f\u00e1njula<\/em>. Dagegen h\u00e4tte er nichts einzuwenden. Aber das war nicht seine Priorit\u00e4t.<\/p>\n<p>\u201eIch komme, um meine Familie zu vertreten. Mein Vater schickt mich.\u201c<\/p>\n<p>\u201eOhne Namen und mit blankem Schild?\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs soll eine \u00dcberraschung werden. Und ich will es mir nicht gleich mit jedem Konkurrenten verderben. Beginnen wir!\u201c<\/p>\n<p>Er hob die Axt und holte mit Schwung, aber wohldosiert aus. Den Hieb zu parieren, bereitete dem Blonden keine gro\u00dfe M\u00fche. Die Art, wie er seinen Schild einsetzte, schien K\u00e1rar Ferocriv\u00e9 etwas ungew\u00f6hnlich. Aber er kam nicht dazu, denn schon erfolgte eine Gegenattacke, mit geringem Schwung, aber exzellenter Eleganz. Allerdings so langsam, dass es K\u00e1rar keine M\u00fche machte, die Klinge abzufangen und mit dem eigenen Schild abzuleiten.<\/p>\n<p>\u201eAusgezeichnet\u201c, lobte er. \u201eWo habt Ihr das gelernt?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDaheim. Im \u2026 S\u00fcden.\u201c<\/p>\n<p>\u201eK\u00f6nnt Ihr mich lehren, wie Ihr das gemacht habt?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNat\u00fcrlich. Schaut nur.\u201c<\/p>\n<p>Der Blonde wich einen Schritt zur\u00fcck und wirbelte seine Axt \u00fcber Kopf und Schulter, kraftvoll, aber doch so langsam, als schwenke er eine Fahne. K\u00e1rar bem\u00fchte sich, es ihm gleichzutun. Das war schwieriger, als es aussah. Zwei, dreimal versuchte er sein Gl\u00fcck und entschied dann, dass es Zeitverschwendung war.<\/p>\n<p>\u201eFein. Aber wenn Ihr auf einen der Herren aus Valvivant oder auch nur <em>yarl<\/em> Ycelia trefft, dann verplempert Ihr mit so etwas Eure Zeit. Gegen die Recken ist Kraft und Geschwindigkeit gefragt.\u201c Er schnellte unversehens auf den jungen Ritter zu und traktierte ihn mit raschen Hieben.<\/p>\n<p>\u201eHe!\u201c, rief der junge Mann aus und blockte die Attacke hastig mit dem Schild. \u201eSo seid doch vorsichtig! Wir tragen beide keinen Helm!\u201c<\/p>\n<p>\u201eDann strengt Euch an und weicht mir aus. Oder denkt Ihr, Herr M\u00e1dyc wartet, bis Ihr Euren Helm wieder auf dem Kopf habt, wenn er Euch herunterf\u00e4llt?\u201c<\/p>\n<p>Der junge Mann schlug seinerseits zu, diesmal nicht so zierlich, sondern mit halbherziger Wucht. Die Klinge schwang heran und rutschte am Schildbuckel ab. Doch das st\u00f6rte nicht. Bevor der junge Narr neu ausholen konnte, versuchte K\u00e1rar einen Schlag von unten. Aber der Ritter entzog sich seiner Reichweite und stellte sich abwartend auf.<\/p>\n<p>\u201eHochedler Herr\u201c, mahnte er, \u201ehaltet Euch zur\u00fcck.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas? Schreckt Euch so ein wenig Gepl\u00e4nkel schon ab?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNicht das Gepl\u00e4nkel. Euer Eifer macht mir Sorgen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWenn das Eure Einstellung ist, dann wird man Euch auslachen beim <em>vaspos\u00e1r<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>Der junge Mann runzelte die Stirn. K\u00e1rar grinste. Dann st\u00fcrmte er auf dem Dummkopf ein, die Axt mit voller Kraft im Schwung.<\/p>\n<p>Krachend traf die Klinge den Schild, aber diesmal tauchte der junge Mann darunter hinweg und war pl\u00f6tzlich hinter ihm. K\u00e1rar hatte noch genug Schwung und rannte zwei Schritte ins Leere, bevor er bremsen und herumwirbeln konnte. Der junge Ritter stand da und hatte die Axt gesenkt.<\/p>\n<p>Wenn er so flink war, wie es jetzt den Anschein hatte, er h\u00e4tte K\u00e1rar die Axt in den R\u00fccken hauen k\u00f6nnen. Aber das war wohl nicht sein Stil. So ein Dummkopf!<\/p>\n<p>\u201eHervorragend! Das sieht schon viel besser aus.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDanke.\u201c Der junge Mann nickte h\u00f6flich. \u201eIhr seid auch nicht schlecht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDennoch, es scheint Euch ein wenig an, sagen wir: Biss zu fehlen. Wenn Ihr auf dem Turnierplatz steht, dann geht es nicht nur um ein bisschen Hin- und Hergetanze. Dann habt Ihr bei aller Technik keine gro\u00dfe Chance.\u201c Er grinste. \u201eSp\u00e4testens, wenn Ihr Merrit Althopian gegen\u00fcbersteht, w\u00fcrdet Ihr den K\u00fcrzeren ziehen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas wisst Ihr von Merrit Althopian?\u201c, fragte der junge Mann interessiert.<\/p>\n<p>\u201eDasselbe wie Ihr hoffentlich ebenso. Es scheint, dass der hochedle Herr seiner Jugend zum Trotz ein Turnier nach dem anderen f\u00fcr sich entscheidet. Den jungen Damen zum Entz\u00fccken, den Herren zum Respekt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNun, mir ist zu Ohren gekommen, dass der junge Herr ein Vorbild an Mut und Kraft ebenso ist wie an Redlichkeit und Milde.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch wei\u00df. So gerne w\u00fcrden ihn die Leute hier in Wijdlant als neuen <em>teirand<\/em> feiern. Aber es ist nicht gesagt, dass er beim <em>vaspos\u00e1r<\/em> nicht an Gegner ger\u00e4t, die ihm \u00fcber sind. Vielleicht nicht an Tugend.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWoran sonst?\u201c<\/p>\n<p>K\u00e1rar lachte. Dann st\u00fcrmte er los.<\/p>\n<p>Eisen krachte auf Eisen. Der Arm des jungen Ritters war das neue Ziel. Gel\u00e4nge es nur, wenn auch nicht ihn abzuhacken, doch zumindest den Knochen zu brechen, dann w\u00e4re es fast geschafft. Aber der junge Mann parierte und wehrte sich wacker. Das Eisenzeug an seinem Arm musste insgeheim von ganz ausgezeichneter Qualit\u00e4t sein. Obwohl K\u00e1rars Klinge mehrfach daran abglitt, blieb doch kein Kratzer darauf zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Trotzdem beschlich ihn das Gef\u00fchl, dass der junge Mann nicht sein volles K\u00f6nnen preisgab.<\/p>\n<p>Und langsam wurde es l\u00e4stig. Das Krachen der \u00c4xte schallte durch das W\u00e4ldchen, als seien Holzf\u00e4ller am Werk. Wenn er sich hier zu lange aufhielt, dann w\u00fcrde das fr\u00fcher oder sp\u00e4ter Schaulustige auf den Plan rufen.<\/p>\n<p>Mit einem Gl\u00fcckstreffer gelang es K\u00e1rar endlich, auf die obere Schildkante zu schlagen. Das Axtblatt hakte sich daran fest. Mit einem Ruck versuchte er, den Schild hinabzudr\u00fccken, aber der junge Mann war stark. Zu stark.<\/p>\n<p>\u201eWollt Ihr nicht aufgeben?\u201c<\/p>\n<p>\u201eHabt Ihr denn schon genug?\u201c<\/p>\n<p>\u201eVielleicht\u201c, schlug K\u00e1rar vor, \u201eist es an der Zeit, die Waffen zu wechseln. Ich w\u00fcsste zu gern, ob Ihr mit dem Schwert ebenso geschickt seid wie mit der Axt. Warum zeigt Ihr mir nicht, wie man in Eurer Heimat fechtet?\u201c<\/p>\n<p>Der blonde Ritter z\u00f6gerte kurz. Dann lie\u00df der Widerstand nach. K\u00e1rar l\u00f6ste seine Waffe vom Schild.<\/p>\n<p>\u201eGut\u201c, sagte der junge Mann. \u201eLassen wir dies hier unentschieden enden und weitermachen.\u201c<\/p>\n<p>K\u00e1rar verneigte sich. Der andere Ritter erwiderte sein L\u00e4cheln und wandte sich ab, um sein Schwert zu holen.<\/p>\n<p>Wie eine Schlange schnellte K\u00e1rar Ferocriv\u00e9 vor. Einen gezielten Tritt versetzte er dem anderen in die Kniekehle.<\/p>\n<p>Der junge Mann hatte damit offensichtlich nicht gerechnet. Von hinten attackiert zu werden, das war wohl au\u00dferhalb der Vorstellungskraft dieser albernen, edelm\u00fctigen jungen Krieger. Wie verweichlicht sie einige Generationen des Friedens gemacht hatten!<\/p>\n<p>Der Blonde verlor das Gleichgewicht, versuchte noch, sich abzufangen. Ohne Zeit zu verlieren, schmetterte K\u00e1rar ihm die Breitseite seines Schildes vor den Kopf.<\/p>\n<p>Das war einfach gewesen. Zu einfach. K\u00e1rar sp\u00fcrte zu seiner eigenen \u00dcberraschung, wie schnell sein Herz klopfte. Und wie still es pl\u00f6tzlich im Wald zu sein schien, obwohl die V\u00f6gel so viel L\u00e4rm machten.<\/p>\n<p>Der junge Ritter war lautlos zu Boden gegangen. Nun lag er benommen im Herbstlaub, aber er regte sich noch. Das war nicht gut. Noch einmal lie\u00df K\u00e1rar seinen Schild auf das Haupt des jungen Kerls krachen.<\/p>\n<p>\u201eTut mir leid\u201c, murmelte K\u00e1rar und hob seine Axt. Das leuchtend goldblonde Haar des jungen Mannes war ein verlockendes Ziel, das auf diese Entfernung nicht zu verfehlen war. \u201eAber mit dir ist weiter nichts anzufangen.\u201c<\/p>\n<p>Der Blonde st\u00f6hnte, versuchte, sich aufzurappeln, aber sackte sofort wieder zusammen. K\u00e1rar Ferocriv\u00e9 einmal aus.<\/p>\n<p>\u201eHaltet ein!\u201c, rief es da.<\/p>\n<p>Er erstarrte. Nun h\u00f6rte er Klirren von Metall und Hufe, die durch Herbstlaub schlufften. Es n\u00e4herten sich Reiter, wohl angelockt vom vorangegangenen L\u00e4rm, die nun vom Weg aus hinunter in den lichten Wald trabten. K\u00e1rar wandte sich um. Drei waren es, ein Ritter in Begleitung von zwei Waffenknechten. Dunkelgr\u00fcn war der Wappenrock des <em>yarl<\/em>. Als er n\u00e4her heran war, erkannte K\u00e1rar sein Wappen, einen Widder, der gegen eine Tanne anrannte. Eine Narbe zog sich \u00fcber die Wange des gr\u00fcnen <em>yarl<\/em>, bis fast zu seinem forschenden dunklen Auge. Sein Haar war sch\u00fctter und mehr grau als dunkel.<\/p>\n<p>\u201eWas geht hier vor?\u201c, fragte der Ritter streng. \u201eLegt die Axt weg! Was ist mit Euch und dem da?\u201c<\/p>\n<p>Kein Zweifel. Ein Gefolgsmann der <em>teiranday<\/em>. K\u00e1rar warf seine Axt zu Boden und verneigte sich. \u201eEs ist nicht das, wonach es aussieht\u201c, sagte er rasch.<\/p>\n<p>\u201eWonach sieht es denn aus?\u201c, erkundigte der <em>yarl<\/em> sich. \u201eHabt Ihr es \u00fcbertrieben mit Eurem Waffenspiel? Was war das, ein Duell? Wer seid ihr, und wer ist er?\u201c<\/p>\n<p>\u201eMein Name\u201c, sagte K\u00e1rar Ferocriv\u00e9, \u201eist verdeckt bis zum Ende des vaspos\u00e1r, Herr \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch bin <em>yarl<\/em> Andri\u00e9r Altabete.\u201c Der Ritter klopfte sich gr\u00fc\u00dfend auf sein Herz. Sein Eisenhandschuh schepperte auf seiner Brustplatte. \u201eUnd nun verlange ich eine Erkl\u00e4rung. Wer ist das da?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNun, also \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eNun redet schon. Er ist ja offenbar gerade nicht in der Lage.\u201c<\/p>\n<p>\u201eHerr, ich wei\u00df es nicht. Er tritt ebenso verdeckt an wie ich. Da m\u00fcsstet Ihr schon den <em>maedlor<\/em> fragen.\u201c<\/p>\n<p>Einer der Begleiter des <em>yarl<\/em> war abgesessen und kniete nun neben dem jungen Mann, untersuchte ihn. \u201eEr atmet\u201c, informierte er dann seinen Herrn. \u201eAber er hat \u00fcbel eines vor den Kopf bekommen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEin Leichtsinn\u201c, tadelte <em>yarl<\/em> Altabete. \u201eOhne Helm! Was habt Ihr Euch gedacht? Hat man Euch nicht die Gastregeln erkl\u00e4rt? Die <em>teiranday<\/em> w\u00fcnschen keinen Kampf im Geheimen. Also? Was war das hier?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch \u2026\u201c K\u00e1rars Gedanken rasten hin und her. Dass <em>yarl<\/em> Grootplen regelm\u00e4\u00dfig nach dem Rechten sah, das war allgemein bekannt, immerhin war er der Beauftragte daf\u00fcr, dass das Turnier nach der Ordnung vorbereitet wurde. Dass nun <em>yarl<\/em> Altabete hier war, und dann auch noch begleitet von Bewaffneten, das musste einen Grund haben.<\/p>\n<p>\u201eHerr\u201c, mahnte der Knecht, \u201eich denke, die <em>doayra<\/em> sollte sich das hier anschauen. Der junge Mann ist wohl zwischen den Tr\u00e4umen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIst er verletzt?\u201c<\/p>\n<p>\u201eSchwer zu sagen. Kein Blut zu sehen, aber ich bekomme ihn nicht wachger\u00fcttelt.\u201c<\/p>\n<p><em>Yarl<\/em> Altabete seufzte. Offenbar passte ihm dieser Zwischenfall nicht in den Kram.<\/p>\n<p>\u201eReite du hin\u00fcber ins Turnierlager\u201c, wies er den anderen an, der noch im Sattel war. \u201eWir brauchen eine Bahre. Nein, besser einen kleinen Lastkarren. Wer immer das ist, er muss umgehend zur Burg, zur <em>doyara<\/em>. Beeil dich!\u201c<\/p>\n<p>Der zweite Waffenknecht nickte knapp und galoppierte los. K\u00e1rar hob verlegen seine Axt auf. Aber Altabete lie\u00df nicht locker.<\/p>\n<p>\u201eNun? Ich wei\u00df nicht, was sich hier zugetragen hat, aber der L\u00e4rm am fr\u00fchen Morgen machte mich neugierig. Es sah fast so aus, als wolltet Ihr Euren wehrlosen Gegner erschlagen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDa irrt Ihr Euch, Herr Andri\u00e9r. Das mag so ausgesehen haben, aber es ist ganz anders gewesen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eInteressant. Kl\u00e4rt mich auf. Was hat dieser wappenlose Jungspund Euch angetan, dass Ihr Vergeltung wolltet?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch .. nun \u2026\u201c K\u00e1rar schaute unruhig auf den jungen Ritter hinab. Der erste Waffenknecht war besorgt \u00fcber ihn gebeugt. Aber der Blonde r\u00fchrte sich nicht.<\/p>\n<p>\u201eHerr \u2026 ich wollte nichts B\u00f6ses. Dass ich ihn niederschlug, das war ein ungl\u00fcckliches Versehen. Aber in Wirklichkeit \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201eNun stammelt nicht! Meine Zeit ist begrenzt. Wir sind auf der Suche nach einem Pferdedieb.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEinem \u2026\u201c K\u00e1rar Ferocriv\u00e9 blinzelte ungl\u00e4ubig. Dann fiel ihm ein Stein vom Herzen. Ja, wahrlich, die M\u00e4chte meinten es gut mit ihm.<\/p>\n<p>\u201eNun, Herr Andri\u00e9r \u2026 wie es das Schicksal will \u2013 ich war gerade eben dabei, einen Pferdedieb zu stellen.\u201c<\/p><\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/scherbenlied-oder-die-suche-nach-dem-boesen-band-3\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-4244","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-03_scherbenlied"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4244","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4244"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4244\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4296,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4244\/revisions\/4296"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4244"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4244"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4244"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}