{"id":3174,"date":"2025-08-25T19:50:17","date_gmt":"2025-08-25T17:50:17","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=3174"},"modified":"2025-08-31T00:45:07","modified_gmt":"2025-08-30T22:45:07","slug":"002-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/002-2\/","title":{"rendered":"002"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"namenlos_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/namenlos_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-3078\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/namenlos_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/namenlos_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/namenlos_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"37ee1f84febe1d4347cb2f2f446575b3\">Die Meisterin horchte in die Stille des Eta\u00edmalon. Nat\u00fcrlich h\u00f6rte sie die Gedanken ihres Sch\u00fclers. Der junge Mann versiegelte seine Gedanken sehr selten. Es schien fast, als sei er darauf <em>bedacht<\/em>, belauscht zu werden. Er war so selbstbewusst, so stark &#8211; und so unbeherrscht. Das war \u00e4u\u00dferst untypisch f\u00fcr einen Schattens\u00e4nger. Nokt\u00e1ma bevorzugte es, wenn ihre Diener sich w\u00fcrdevoll und bedacht verhielten. Hartk\u00f6pfigkeit oder schlecht gez\u00fcgelte Emotionen standen Schattens\u00e4ngern nicht gut an. Aber ihr Sch\u00fcler war noch jung. Sein Temperament w\u00fcrde sich wohl noch abk\u00fchlen. Zumindest hoffte sie das.<\/p>\n<p data-p-id=\"e0a67e119d8e3029e0cc16b66d6fe77e\">Sie hatte gewusst, was sie auf sich nahm, als sie sich seiner annahm, mit dem Vorsatz, sein Temperament zu z\u00fcgeln und seine herausragenden F\u00e4higkeiten, seine Intelligenz und sein Geschick in Bahnen zu lenken, die Nokt\u00e1ma gef\u00e4llig waren. Sie hatte es gesp\u00fcrt, als sie ihn bei den Unkundigen gefunden hatte, ein lebhafter Knabe, voller Selbstbewusstsein und Willensst\u00e4rke. Ein Kind, das das Potential besa\u00df, einmal ein kluger Meister zu sein, der die <em>camat&#8217;ay<\/em> leiten und gegen die Rotgewandeten st\u00e4rken konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"0ea8924e94a3508a7d40ceb63bb5e3b0\">Sie entsann sich, wie die Unkundigen ihr das Kind vorgestellt hatten, an die Faszination und die gro\u00dfe Freude, die sie empfunden hatte, als sie seinen Geist beschaut hatte. Darin war etwas gewesen, so dunkel und rein, dass es Nokt\u00e1mas eigenes Werk zu sein schien, und zugleich war da Unruhe, Ungeduld, etwas, das in ihm wuchs und st\u00e4rker werden w\u00fcrde. Sie war beeindruckt gewesen, als ihr klar wurde, wie <em>gef\u00e4hrlich<\/em> das kleine Kerlchen f\u00fcr seinesgleichen war. Die Unkundigen w\u00fcrden es erst bemerken, wenn es zu sp\u00e4t war, wenn es aus diesem h\u00fcbschen kleinen Knaben hervorbrechen und ungez\u00fcgelt und richtungslos auch die kleinste Emotion zu einer gewaltigen, einer t\u00f6dlichen Waffe wandeln w\u00fcrde.<\/p>\n<p data-p-id=\"3884db36c346043a24ec87632019cd65\">Nokt\u00e1ma hatte sie zu ihm gef\u00fchrt. Sie konnte den Unkundigen dieses Kind nicht lassen. Mehr noch: Sie wollte es keinem der <em>anderen<\/em> Meister \u00fcberlassen. Dieser junge Schattens\u00e4nger hier brauchte F\u00fchrung, brauchte jemanden, der ihn lenkte und zur Ordnung rief, wenn sein Wille zu stark wurde und seine Emotionen ihn \u00fcberw\u00e4ltigten. Dieses Kind brauchte jemanden, der <em>st\u00e4rker<\/em> war. Und das war nun einmal sie selbst, die M\u00e4chtigste all jener, die im Schutz des Boscarg\u00e9n lebten.<\/p>\n<p data-p-id=\"558602ea447c5ba616137eea9c8b7b04\">Aber nun schien es, als w\u00fcrde sie ihn verlieren. Er war bereits st\u00e4rker als sie, doch das schien ihm nicht bewusst zu sein, den M\u00e4chten sei Dank. Noch ergab er sich ihrer Weisung und ihrem Rat, aber es begann, ihm zu widerstreben. War es zun\u00e4chst noch ein vages Gef\u00fchl von \u00c4rger und dem Unwillen, bevormundet zu werden gewesen, schien er nun zu glauben, man n\u00e4hme ihn nicht f\u00fcr voll, traue ihm nicht zu, sich den Gefahren zu stellen, die das Weltenspiel f\u00fcr ihn bereithielt.<\/p>\n<p data-p-id=\"e0c198ab7b4ca717a54f10dc5bfa9402\">Ob er sich gar nicht die M\u00fche machte, <em>ihre<\/em> Sorgen und Gef\u00fchle zu <em>verstehen<\/em>? Oder war sein Unmut bereits so gro\u00df, dass er die z\u00e4rtlichen, m\u00fctterlichen Gedanken, die sie ihm schickte, nicht mehr wahrnahm und begriff?<\/p>\n<p data-p-id=\"1aa65ada37a2179bfce52afdf05750c1\">Die Meisterin schloss die Augen und seufzte. Sie w\u00fcrde ihn nicht mehr lange halten k\u00f6nnen. Mochte Nokt\u00e1ma geben, dass er all das, was sie ihm entgegengebracht und gesagt hatte, in seinem Herzen bedenken w\u00fcrde, sobald er feststellte, wie stark er wirklich war.<\/p>\n<p data-p-id=\"35c480e53aad55ee7fd973d3f3d8e4d1\">*<\/p>\n<p data-p-id=\"34e15ca718e89686a3c6d759ae7d6545\">Zwei N\u00e4chte waren seit dem Besuch der Regenbogenritter vergangen, und er entschied sich im Morgengrauen zu einem Ausflug.<\/p>\n<p data-p-id=\"e6f3aad27f38a00cf3f66f2cf4dc536a\">Er wusste, es w\u00fcrde nicht unbemerkt bleiben. Aber handelte er ungehorsam? <em>Hatte<\/em> sie ihm etwa <em>verboten<\/em>, es zu tun? Immerhin war er nicht mit der vorwitzigen <em>camat&#8217;ayra<\/em> gemeinsam fortgegangen. Aber es hatte ihm niemand untersagt, ihr zu folgen.<\/p>\n<p data-p-id=\"d2f0afed6fc42c8420d1acfbead34659\">Wohin? Er wusste es nicht genau. Die Regenbogenritter hatten nur vage angedeutet, in welcher Richtung sie der Rotgewandeten ansichtig geworden waren. Er hatte sich nicht die M\u00fche gemacht, danach zu fragen, diese herablassenden Kerle auf ihren bunten Fl\u00fcgelg\u00e4ulen.<\/p>\n<p data-p-id=\"fe1814f8ea470c85d31e5bb14fea58d1\">Fl\u00fcgel? Aus der Luft nachschauen konnte er auch selber. Also schl\u00fcpfte er in die Form eines Raben, schwang sich hinauf in die Luft und flatterte empor zum Himmelsgrau. Von oben w\u00fcrde er die Schar der Rotgewandeten sicherlich schnell ausfindig machen, einfach eine Runde um den Wald herum wollte er fliegen und sich umschauen. Das w\u00fcrde seine Zeit dauern, aber es verschaffte dem brennenden Verlangen, der unsagbaren Unruhe in seinem Herzen Linderung.<\/p>\n<p data-p-id=\"56949cc644839cef7d26fc4437c3e6d3\">Bevor die wei\u00dfe H\u00fctte, die <em>Fassade<\/em> des Eta\u00edmalon v\u00f6llig au\u00dfer Sicht geriet, sah er die Gro\u00dfmeisterin ins Freie treten und ihm hinterherblicken. Als wisse sie, wonach sie suchen musste, verschwendete ihre Blicke nicht lange an das gr\u00fcne Unterholz des Olivenwaldes, sondern lenkte sie sogleich hinauf in die Luft.<\/p>\n<p data-p-id=\"859d184b86ae865d806e922286daea16\">Einen kurzen Moment z\u00f6gerte er. Sollte er umkehren? W\u00fcrde sie ihm folgen, wenn er es nicht tat? W\u00fcrde sie versuchen, ihn zu halten &#8230; oder gar, ihn zur Umkehr zu bewegen?<\/p>\n<p data-p-id=\"67be80de20226c48cdbc572b49fb0500\">Nichts von alledem. Sie schaute ihm nur nach, und ganz zart sp\u00fcrte er so etwas wie <em>Entt\u00e4uschung<\/em> in ihren Gedanken, leise, m\u00fcde, zu wenig, um sich darum Sorgen oder ein schlechtes Gewissen zu machen.<\/p>\n<p data-p-id=\"303098b1a7edd480bbbad34bf30f102a\"><em>Ich kann nicht anders<\/em>, dachte er br\u00fcsk.<\/p>\n<p data-p-id=\"5638e2736dcea71210876036ac4c6a65\">Sie w\u00fcrde es verstehen. Aber dieses Verst\u00e4ndnis machte ihr vielleicht mehr Angst als die N\u00e4he der <em>goala&#8217;ay<\/em> und die Sorge um die Sch\u00fclerin, die, wie zu erwarten gewesen, von ihrer Mission nicht zur\u00fcckgekehrt war.<\/p>\n<p data-p-id=\"6a3c7e5699ba3f243549a2a24db3758a\">Der Rabe flog und suchte mit einer k\u00fchlen, emotionslosen Ruhe, w\u00e4hrend unter ihm die Wipfel des Boscarg\u00e9n grau im grauen Regenwetter lagen. Es nieselte. Sein Gefieder war bald durchn\u00e4sst, aber es war nicht so arg, dass es ihn am Flug gehindert h\u00e4tte. Manchmal begegneten ihm andere V\u00f6gel und hielten instinktiv Abstand zu ihm. Auch ein gefl\u00fcgelter R\u00e4uber w\u00fcrde nicht wagen, ihm zu nahe zu kommen. In der Luft war er sicher, und in seiner Verkleidung w\u00fcrden selbst die Rotgewandeten ihn nicht erkennen. Und wenn sie es dennoch taten, sie w\u00fcrden ihm nichts anhaben k\u00f6nnen, solange er ihnen nicht zu nahe kam.<\/p>\n<p data-p-id=\"acf8a7d762e8918e95267114f810fd35\">Der Boscarg\u00e9n erstreckte sich unter ihm wie ein graugr\u00fcner, riesiger Teppich. Die \u00d6lb\u00e4ume trieften unter der Last der ohne Unterlass herabrieselnden, feinen Regentropfen. Wahrscheinlich war der Boden darunter bereits schlammig und unbegehbar.<\/p>\n<p data-p-id=\"c2ea8de03ad7d496731473972a3848b5\">Er fr\u00f6stelte. Die B\u00e4ume im sp\u00e4therbstlichen Regen waren ein trauriger, ein deprimierender Anblick. Um wie viel freundlicher wirkte der Boscarg\u00e9n, wenn die Sonne schien und der Wind mit den schimmernden Bl\u00e4ttern und den funkelnden Wellen des Sees spielte. Doch die warmen Tage waren vergangen. Und er hatte sich in den Kopf gesetzt, die Rotgewandeten, die Ausgesto\u00dfenen zu finden und zu sehen, wie und ob man ihnen beikommen konnte. Ob <em>er<\/em> ihnen beikommen konnte, wenn die anderen es schon nicht taten.<\/p>\n<p data-p-id=\"7893be2d54567b7efc955ddf83c2b15c\">*<\/p>\n<p data-p-id=\"6ffa01298d449e9b618afa46bc615af8\">\u201eEr ist nahe daran, uns zu entgleiten&#8221;, sagte die Meisterin traurig. \u201eIch habe mir die gr\u00f6\u00dfte M\u00fche gegeben. Aber ich habe wohl versagt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aad9ebb4c918b66910af541609523713\">Ask\u00fdn, der Meister, den sie in den Eta\u00edmalon gebeten hatte, war ein junger Mann, der noch keinen eigenen Sch\u00fcler angenommen hatte. Sie sch\u00e4tzte seine Meinung, hatte sich in ihm doch jugendlicher Elan mit Weisheit vereint, f\u00fcr die er eigentlich noch zu jung war. Sie brauchte seine Umsicht und Unvoreingenommenheit.<\/p>\n<p data-p-id=\"4890e0ec0d9b0b8d81d0fdcf0c47d5a1\">Er sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eNein, Meisterin. Es ist nicht Euer Fehler. Er ist ein sonderbarer Mensch. So viel Talent und so viel Bitterkeit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"718fc0861e3a83c2ed9df31a13fe97e3\">\u201eEr h\u00e4lt uns f\u00fcr zu passiv und verzagt. Er will etwas ver\u00e4ndern. Ich f\u00fchle, dass ich seinem Tatendrang im Wege bin.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f860aa034c4d8fe760a873b99f6c1155\">\u201eEs ist zu seiner eigenen Sicherheit, <em>ytrara<\/em>. Ihr macht alles richtig.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1501e978ad420bc57fe19534ef4569fe\">\u201eEr ist so unfassbar m\u00e4chtig&#8221;, fuhr fort. \u201eAber ich mache mir Sorgen, dass ich ihn nicht stark genug gemacht habe. Er ist einfach weggegangen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3790e79a407f581f845a7201140a97b8\">\u201eWerdet Ihr ihn daf\u00fcr bestrafen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6bfa9e34dceffd034f35bd705cb40276\">\u201eNein. Ich denke nicht. Er wird nach dem ungl\u00fccklichen M\u00e4dchen suchen, m\u00f6ge es ohne Leid hinter die Tr\u00e4ume gefunden haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"641bd43af44706bcc0db2e8369ea11bd\">\u201eIhr meint, sie ist tot?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f200585d600b11712e6449045cc4787e\">\u201eIch bin recht sicher. Sie w\u00e4re l\u00e4ngst zur\u00fcckgekehrt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1e74727888683b329238cd9d2cef4109\">\u201eDann bringt er sich in Lebensgefahr!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a2ac85bf4b6635d66da548a4c01c63d2\">\u201eDas wird er anders sehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2c2935aca58abdc266af80c7dd77b6c3\">\u201eDas M\u00e4dchen hat gewusst, worauf sie sich einl\u00e4sst und dass niemand ihr beistehen darf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"281ba07694eed98a77add55dde54b6de\">Sie schwieg nachdenklich.<\/p>\n<p data-p-id=\"4532e7cb34fe42e072f9f5b6f8cec700\">\u201eIch sp\u00fcre so widerspr\u00fcchliche Gedanken, wenn er in meiner N\u00e4he ist&#8221;, sagte sie. Das Schicksal der ungl\u00fccklichen Sch\u00fclerin war nun nicht das Thema. \u201eEr k\u00f6nnte der Gro\u00dfmeister werden, der das Widerwesen bezwingt. Er k\u00f6nnte die Magie einen. Und zugleich <em>f\u00fcrchte<\/em> ich, dass er der Gr\u00f6\u00dfte, der \u00dcberlegene und Un\u00fcberwindbare sein <em>wird<\/em>. Der, der sich \u00fcber uns <em>erhebt<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e0547ea975f0a0c8e2accba189cafe23\">Der j\u00fcngere Meister schwieg.<\/p>\n<p data-p-id=\"1b46494be7236cda1d37b329873bd2d5\">\u201eAlles in allem ist er Ovid\u00e1ol Eta\u00edmalar sehr \u00e4hnlich&#8221;, murmelte die Meisterin. \u201eAuch von Ovid\u00e1ol hie\u00df es einmal, er habe die F\u00e4higkeiten, das Widerwesen b\u00e4ndigen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8b68adbc48c1db422cbea6eb586db398\">Ask\u00fdn Lagoscyre schrak auf. \u201eGebt Acht auf Eure Worte! Nennt Euren jungen Sch\u00fcler nicht in einem Atem mit dem Verfluchten!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3aac1a4d652ff06a3c5fe504576ff374\">\u201eAber ich kann nicht wegschauen, Meister Ask\u00fdn. Ovid\u00e1ol ist ein starker Schattens\u00e4nger gewesen, so wie mein Sch\u00fcler es ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"29302d4d57f05bfcaf36fa679dd3a3e9\">\u201eUnd wir sehen, was daraus geworden ist! Das Weltenspiel ist in Aufruhr und Ovid\u00e1ol ist der, der das Verderben entfesselt hat. Der Verfluchte ist die Warnung, um die Macht des jungen Sch\u00fclers zu z\u00fcgeln. Wir alle, auch Euer Sch\u00fctzling, wir wissen, was Ovid\u00e1ol tut. Und warum er es tut.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a429e004eb0072b3df95ea6235d15931\">\u201eMein Sch\u00fcler fragt sich immerzu, was <em>wir<\/em> tun. Was wir beabsichtigen.&#8221; Sie lehnte sich zur\u00fcck und schloss ihre silbrig schimmernden Augen. \u201eWarum wir erstarrt sind und nichts tun. Er macht sich Gedanken \u00fcber das <em>Warum<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"054b6047f4f4406b16d070b49ee0fb3c\">Meister Ask\u00fdn verschr\u00e4nkte die Arme. \u201eAber was <em>sollen<\/em> wir denn tun?&#8221;, fragte er sanft. \u201eWas sollten wir denn unternehmen gegen Ovid\u00e1ol und seine Horden, gegen die Rotgewandeten und den gro\u00dfen Krieg? Die Unkundigen k\u00e4mpfen, jeder gegen jeden, und f\u00fcr unseresgleichen ist kein Platz, es sei denn, wir wollen hineingezogen werden und sind gezwungen, Partei zu ergreifen. Das ist nicht unsere Bestimmung, Meisterin. Ist es nicht der Wille der M\u00e4chte, das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> zu h\u00fcten, ehe eine der Parteien es ergreift, und alles zerst\u00f6rt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"97a761395c44d0dfe927916a2906c0b3\">\u201eEs ist gut, was wir tun, und es ist den M\u00e4chten und der Dunkelheit gef\u00e4llig&#8221;, best\u00e4tigte die Meisterin. \u201eAber ich frage mich &#8230;.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"718b5807db563a977637d1a8d94ab9ff\">Meister Ask\u00fdn hob die Brauen.<\/p>\n<p data-p-id=\"95d061570fc735bd2f19ae29d8e39e92\">\u201eIst es das, wozu die M\u00e4chte uns die Macht gegeben haben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"210345471f6ae697f482fab57c6d0dd9\">\u201eJa!&#8221;, bekr\u00e4ftigte Ask\u00fdn Lagoscyre. \u201eWir m\u00fcssen tun, was <em>unsere<\/em> Aufgabe ist. Um Ovid\u00e1ol Eta\u00edmalar zu stoppen, bedarf es keines Schattens\u00e4ngers. Dazu br\u00e4uchte es ein ebenso skrupelloses Ungeheuer, wie er selbst es ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e5627229dab805da454981a5e6728b63\">*<\/p>\n<p data-p-id=\"8311e0b5eb7d5cb34a9cc4a0ba7a83d7\">Er fand die Sch\u00fclerin am sp\u00e4ten Nachmittag und verbarg sich in den B\u00e4umen \u00fcber dem Lager der Rotgewandeten. Hier, am Rande des Boscarg\u00e9n, waren die letzten Ausl\u00e4ufer des Olivenhaines bereits mit Buchen und Birken durchfasert und der Schutzbann, der die Rotgewandeten am Betreten des Waldes hinderte, wurde durchl\u00e4ssig. Sie konnten sie sich niederlassen, die Rotgewandeten, aber weiter hinein vorzudringen w\u00e4re unm\u00f6glich. Die Meisterin w\u00fcrde es nicht zulassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ea641826404574a943c13db5665db4be\">Sie waren zu siebt, drei M\u00e4nner und vier Frauen. Die Regenbogenritter hatten ihm verschwiegen, dass <em>goala&#8217;ayra\u00e9<\/em> bei der Bande waren, mehr noch, den Gro\u00dfteil der Gruppe ausmachten. Bei den M\u00e4chten, weibliche Rotgewandete, darunter eine uralte Frau und ein M\u00e4dchen von h\u00f6chstens einem Dutzend Sommern &#8230; gab es denn wirklich einen <em>Grund<\/em>, sich vor ihnen zu f\u00fcrchten?<\/p>\n<p data-p-id=\"21309cfecda0e004581cf0796516e453\">Er sp\u00e4hte zwischen den Bl\u00e4ttern herab und nahm die Rotgewandeten in Augenschein. Nie hatte er einen aus der N\u00e4he gesehen. Das hier war die perfekte Gelegenheit, sie zu betrachten und zu studieren.<\/p>\n<p data-p-id=\"39ca9181e1584237fe154c853545d5d1\">Sie alle trugen rote Gew\u00e4nder, die der M\u00e4nner \u00e4hnelte dem, wie es auch Schattens\u00e4nger trugen. Die Robe einer der Frauen bestand aus einem groben Kleid, das mit rotem Leder versetzt war, Leder, auf dem er alte Spuren von Blut zu bemerken glaubte. Vielleicht eine <em>f\u00fdntara<\/em>, eine, die gegen Bezahlung Urteile vollstreckte? Die Vierte trug ein vornehmes Gewand aus Seide und schien damit \u00e4u\u00dferst ungl\u00fccklich, denn es sch\u00fctzte sie nicht gut vor N\u00e4sse und K\u00e4lte. Sie schlotterte. Alle sieben trugen rote M\u00e4ntel, und alle hatten ein Schwert an ihre Seite geg\u00fcrtet, auch die Frauen. Und sie alle hatten rotes Haar, kupfer- oder fuchsfarben, die Frauen nachl\u00e4ssig geflochten und gesteckt. Nur das Haar der Greisin war schneewei\u00df.<\/p>\n<p data-p-id=\"c8d5d1f6ef8135ec3e00c2ca0ae567b9\">Er war \u00fcberrascht. Er hatte erwartet, absto\u00dfende, abscheuliche Fratzen zu sehen zu bekommen. Aber dem war nicht so. M\u00fcde wirkten sie, grau im Gesicht, krank. Die M\u00e4nner waren unrasiert, zerzaust. Obwohl keiner von ihnen mager vor Hunger war, sahen sie ausgezehrt aus, als n\u00e4hme etwas best\u00e4ndig von ihrer Kraft fort. Keiner von ihnen hatte eine starke, unversehrte <em>maghiscal<\/em>. Hatten sie k\u00fcrzlich gek\u00e4mpft und waren nun alle verletzt?<\/p>\n<p data-p-id=\"bd451a8e016489d970de5d1422f63f90\">Der Schattens\u00e4nger nahm all das wahr und wunderte sich. Diese traurige, magisch ausgemergelte Truppe hatte doch wohl nicht ernsthaft vorgehabt, die <em>camat&#8217;ay<\/em> im Eta\u00edmalon herauszufordern?<\/p>\n<p data-p-id=\"52ee011bba3235dd4bf699e48c915428\">Was sie mit der Sch\u00fclerin angestellt hatten, lie\u00df sich nicht sagen, denn das M\u00e4dchen war bereits tot. Reglos lag sie zwischen den Rotgewandeten im Schlamm und starrte mit gebrochenen, bleigrauen Augen direkt zum Raben in den B\u00e4umen auf. Dort, wo ihr Herz war, durchtr\u00e4nkte silbernes Blut ihr schwarzes Kleid,<\/p>\n<p data-p-id=\"58b806bb2fd23ede77e80a9d441210c9\">Der Schattens\u00e4nger war emp\u00f6rt \u00fcber die Frechheit, die die Rotgewandeten mit diesem Mord begangen hatten, hier, so nahe an Nokt\u00e1mas Heiligtum. Sie legten es darauf an, die Schattens\u00e4nger zu <em>beleidigen<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"5b022eead1d8ad4f054ae656b1ddaf57\">Eine der Frauen spielte gedankenverloren mit etwas Klimpernden in ihrer Hand. Er brauchte nicht hinzuschauen, um zu wissen, dass es sich um Goldm\u00fcnzen handelte, denn das unangenehme, brennende Gef\u00fchl drang bis zu ihm empor in den Wipfel des Baumes. Wahrscheinlich hatten sie das benutzt, um die Sch\u00fclerin zu martern.<\/p>\n<p data-p-id=\"b0b4b81a70ee8803cacf5a3918521684\">\u201eEs hatte keinen Sinn&#8221;, sagte die Rotgewandete. Ihre Stimme war matt, br\u00fcchig.<\/p>\n<p data-p-id=\"e0abae30ecee562408ac65e1b37873ac\">\u201eOb sie es nicht wissen oder es nicht wissen <em>wollen<\/em>?&#8221;, fragte die mit dem Lederkleid resigniert zur\u00fcck und steckte ihr Schwert wieder ein.<\/p>\n<p data-p-id=\"61e666f9872c05eecbde864d328cf7cf\">\u201eSelbst, wenn sie es w\u00fcssten, sie w\u00fcrden uns nicht antworten&#8221;, entgegnete einer der M\u00e4nner hart. \u201eWir verschwenden unsere Zeit. Sie hoffen wohl, der Verfluchte w\u00fcrde es mit uns richten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"67e279b14f21719395020f6af63ccf36\">\u201eAber warum ignoriert das Licht uns? Warum nimmt es unsere Gabe nicht an? Sind nicht einmal Schwarzm\u00e4ntel gut genug?&#8221;, fragte das junge M\u00e4dchen.<\/p>\n<p data-p-id=\"e350073e01da3bd3510aceb831da306a\">\u201eWeil das Licht keinen Wert auf die <em>Geschenke<\/em> von unseresgleichen legt&#8221;, gab der andere Mann zur\u00fcck, und in seiner Stimme vibrierte verbitterter Zorn. \u201eWeil es uns im Stich gelassen hat! Verflucht sei der, der das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> schuf!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c5c2dbe8c7d9d8b208c99b91e1fc1f22\">Der Schattens\u00e4ger horchte. Was war das? Sie z\u00fcrnten sich untereinander? Was hatten sie denn erwartet, was <em>passieren<\/em> w\u00fcrde, wenn sie direkt neben Nokt\u00e1mas Heiligtum eine ihrer Dienerinnen ermordeten?<\/p>\n<p data-p-id=\"1b19cb83d79fb5f1014839e283083c08\">\u201eWie kann es das?&#8221;, beharrte das <em>goala&#8217;ay<\/em>-M\u00e4dchen \u201eWie kann es sich von seinen Dienern abwenden angesichts der Gefahr? Wie kann es im Stich lassen, was ihm dient und zu ihm fleht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"417d4bf50247521ba789b690f3d64601\">\u201eEs ist grausam&#8221;, stellte die erste Frau fest und lie\u00df die klingenden Goldm\u00fcnzen achtlos in ihrer B\u00f6rse verschwinden. \u201eMehr nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eb3efa8802066a9f5979e4cb9808e3b3\">\u201eWas sagt ihr da!&#8221;, wies die Greisin die J\u00fcngeren zurecht. \u201eEs ist unfehlbar und m\u00e4chtig. Aber es ist nicht mit uns zufrieden. Erst, wenn wir das <em> ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> in H\u00e4nden halten, werden wir seine Gunst wieder erlangen, das steht fest. Das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> steht uns zu. Nicht dem Diebsgesindel. Wir m\u00fcssen es zur\u00fcckerlangen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a01179dffea24e675a0d3252fe5205e0\">\u201eGl\u00fccklich bist du, die noch hoffen kann&#8221;, murmelte der dritte und j\u00fcngste der M\u00e4nner.<\/p>\n<p data-p-id=\"d09a56377e13f169f7dd611e418efaad\">\u201eWarum&#8221;, fragte pl\u00f6tzlich das Kind, \u201eist niemand gekommen, um ihr hier zu helfen? Haben sie nicht geh\u00f6rt, wie sie geschrien und nach ihnen gefleht hat?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"68bca5e4b01101a177d61e3b7e857fde\">\u201eSie wissen, dass sie verloren war, Kleines&#8221;, erkl\u00e4rte die <em>f\u00fdntara<\/em> mit dem blutigen Kleid sanft. \u201eAber sie stehen einander niemals bei. Das schw\u00f6ren sie einander und bezeugen es vor Nokt\u00e1ma. So verhindern sie, dass einer von ihnen als K\u00f6der f\u00fcr die anderen dienen kann und ihnen ein schlechtes Gewissen macht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"84f5fa0f198bbdfaa90b62ddc9def31e\">\u201eSo muss niemand von ihnen den Helden spielen und unsereresgleichen ins Schwert rennen&#8221;, best\u00e4tigte einer der M\u00e4nner und lachte freudlos.<\/p>\n<p data-p-id=\"c8d9bc075e1ea6a3aaf8cb0f189b8af4\">Woher wussten sie das? Der Schattens\u00e4nger reckte den Hals. Und wie oft hatten die Lichtw\u00e4chter es ausprobiert, bevor dieses Geheimnis gel\u00fcftet hatten?<\/p>\n<p data-p-id=\"57bef2e723b65d07bd76fc1926886a79\">\u201eDas ist &#8230; sehr schlau&#8221;, sagte das M\u00e4dchen leise und so, als ob es dabei etwas ganz anderes dachte.<\/p>\n<p data-p-id=\"671fc87205baaf298a399b209e1cbaba\">Die in dem feinen Damenkleid erhob sich und legte ihr die Hand auf die Schulter. \u201elasst es uns ordentlich beenden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e55e9b300e65ae8a4fafff44cec84059\">Auch die anderen standen auf. Sie umringten den Leichnam und senkten ihre Blicke.<\/p>\n<p data-p-id=\"c77c2576dcd740320454f9d2a335a9ae\">\u201eA<em>d&#8217;ree<\/em>&#8220;, murmelten sie respektvoll<\/p>\n<p data-p-id=\"4920a16acefd35d58f56ad11c094a2ba\">Der Rabe regte sich, wohl bedacht darauf, kein verd\u00e4chtiges Ger\u00e4usch zu verursachen. Schon wieder, nein, immer noch, fortw\u00e4hrend waren sie auf der Jagd nach dem <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em>, dem Artefakt, das die <em>camat&#8217;ay<\/em> vor vielen, vielen Wintern von ihnen erbeutet hatten, um schlimmes Unheil zu verhindern; das heilige Kleinod des Lichtes, das wohl verwahrt im Eta\u00edmalon in der Obhut der <em>Gro\u00dfmeisterin<\/em> lag. Und diese Gruppe hier war so frech gewesen, sich ihm bis an die Peripherie des Boscarg\u00e9n zu n\u00e4hern. Noch nicht viele Lichtw\u00e4chter hatten sich so weit in das Refugium, in die unantastbare Sph\u00e4re der Schattens\u00e4nger gewagt. Diese hier hatten es offensichtlich dringend n\u00f6tig, ihre Mission zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p data-p-id=\"20082792c7dd44a9864263a11fa8c3bb\">Er wunderte sich dar\u00fcber, ihnen \u00fcberhaupt in einer Gruppe zu begegnen, denn \u00fcblich war es nicht, dass die Rotgewandeten gemeinsam reisten. Es musste einen Grund daf\u00fcr geben, und sei es nur der, dass sie jeder f\u00fcr sich gleichzeitig auf der Suche nach dem Artefakt waren und sich zuf\u00e4llig hier in der N\u00e4he des Boscarg\u00e9n getroffen hatten.<\/p>\n<p data-p-id=\"0da90da3ae8f312bec8fc2d3d4a98c31\">Er reckte sich und versuchte, Einzelheiten zu ersp\u00e4hen oder zu erlauschen, aber sie alle waren, wieder in ihr dumpf br\u00fctendes Schweigen verfallen und starrten ins Leere.<\/p>\n<p data-p-id=\"816b033be93b3a08056e66619feef5f5\">Er zog sich leise zur\u00fcck. Hier gab es nichts mehr zu sehen. Aber er, er hatte Dinge, \u00fcber die er nachsinnen musste.<\/p>\n<p data-p-id=\"e033c1d01a8963b7752c68124cb80c0c\">Das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> &#8230; was w\u00e4ren sie wohl bereit, f\u00fcr das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> zu tun?<\/p>\n<p data-p-id=\"4ec91b2ae3152f9df278d4fd5e227ce8\">*<\/p>\n<p data-p-id=\"bb104b80eff104f738f775d12ff39f28\">Die Meisterin sicherte die T\u00fcr ihrer Kammer mit einem m\u00e4chtigen Bann, ohne zu wissen, warum sie das tat. War es notwendig, sich vor ihresgleichen abzusichern? War es denn nicht die Aufgabe von ihnen allen, das Artefakt zu bewachen,<\/p>\n<p data-p-id=\"cf8fe8e0a5489c371f7e4f2ffa22a89b\">Aber gab es denn Grund, Diebstahl zu f\u00fcrchten unter ihresgleichen? War es so weit gekommen, dass sie den anderen nicht mehr uneingeschr\u00e4nkt vertrauen konnte?<\/p>\n<p data-p-id=\"dfc353a5dcb44e2bcd27f57897bffbdc\">Ja, musste sie sich eingestehen. So weit <em>war<\/em> es gekommen.<\/p>\n<p data-p-id=\"050527f3a248f1a9d3a0af404aed2ddd\">Die Meisterin n\u00e4herte sich der Schatulle, die offen mitten auf dem Tisch stand. Sie z\u00f6gerte, das schwarze Holzk\u00e4stchen anzutasten. Dann griff sie entschlossen zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"331856f862d202ab9c133957576a5960\">\u201e<em>Nokt\u00e1ma<\/em>&#8220;, wisperte sie mit zitternder Stimme, \u201elass deine t\u00f6richte alte Tochter daf\u00fcr sorgen, dass es nicht in falsche H\u00e4nde f\u00e4llt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e98f18edcc056d523d1fbc15e295ade9\">Sie schloss die Augen und sang, sang leise und stark, wob mit ihrer Stimme ein sch\u00fctzendes Netz und d\u00e4mpfte das Artefakt damit, soweit sie es vermochte.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/3053-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[],"class_list":["post-3174","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kg_namenlos"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3174","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3174"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3174\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3622,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3174\/revisions\/3622"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3174"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3174"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3174"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}