{"id":3172,"date":"2025-08-25T19:51:25","date_gmt":"2025-08-25T17:51:25","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=3172"},"modified":"2025-08-31T00:41:41","modified_gmt":"2025-08-30T22:41:41","slug":"004-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/004-2\/","title":{"rendered":"004"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"namenlos_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/namenlos_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-3078\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/namenlos_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/namenlos_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/namenlos_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"b980cd7833a06d3727492f864005d28d\">Die Meisterin sp\u00fcrte die Gegenwart des Todes. Etliche Sommer und Winter ihres der Nacht geweihten Lebens im Boscarg\u00e9n lie\u00dfen sie den Missklang in der Harmonie der B\u00e4ume sofort sp\u00fcren. Das, was sie daraus las, das entsetzte sie.<\/p>\n<p data-p-id=\"2eadaedd7393ec95d6aa753aa1d970d2\">\u201eMeister Ask\u00fdn&#8221;, sagte sie und pochte an die T\u00fcr seiner H\u00fctte. Unruhig sah sie sich um und wartete, bis der j\u00fcngere Meister sie einlie\u00df.<\/p>\n<p data-p-id=\"c1f0a931870c9c397ae4fe34a81bd743\">Wortlos, mit einem Ausdruck der Verwunderung in seinen dunklen Augen trat er zur\u00fcck und lie\u00df die oberste Meisterin in sein bescheidenes Haus eintreten. Sie eilte an ihm vorbei, in den einzigen, gro\u00dfen Raum seines Hauses und blieb dort mitten darin stehen, w\u00e4hrend ihr Blick zerstreut \u00fcber B\u00fcchergestelle und Werkzeuge fuhr.<\/p>\n<p data-p-id=\"2a650a538e7014b6de90ac9594390a73\">\u201eMeisterin?&#8221;, fragte Ask\u00fdn sacht. \u201eWas ist passiert?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"82d092948a9149bfa19e321d7a7c1c43\">Sie drehte sich zu ihm um. Ask\u00fdns eigener, alter Meister war erst vor wenigen Monden in Ehre und Frieden hinter die Tr\u00e4ume gegangen und hatte dem Nachfolger die H\u00fctte und Habe \u00fcberlassen. Einen eigenen Sch\u00fcler hatte Ask\u00fdn noch nicht, auch die verwaiste Sch\u00fclerin war noch nicht bereit gewesen, einem neuen Meister zu folgen. Es war kein verf\u00fchrbarer Geist in diesem Haus, den es st\u00e4ndig zu observieren galt.<\/p>\n<p data-p-id=\"4b5b05d5849542a45783fcf31fd65fce\">\u201eIch bitte Euch&#8221;, sagte sie gefasst und wickelte die Schatulle aus ihrem Mantel, \u201enein, ich bestimme Euch dazu, dies zu h\u00fcten, solange es sein muss.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4af03d0c5edaced70ad0092e2c6130c8\">Ask\u00fdn Lagoscyre erschrak, als er erkannte, was die Meisterin dort in der Hand hielt.<\/p>\n<p data-p-id=\"ea77b8131192b5c030e0aa8569ee41ee\">\u201eDazu bin ich weder w\u00fcrdig noch stark genug&#8221;, wisperte er ehrf\u00fcrchtig und entsetzt gleicherma\u00dfen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ee603dd0af067173b3ba9f1374931e8e\">\u201eIm Eta\u00edmalon ist es derzeit nicht sicher&#8221;, erkl\u00e4rte sie fahrig. \u201eUnd in Euren H\u00e4nden liegt es geborgen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5b3afc990fea9eccf742cfe258433570\">Ask\u00fdn streckte zaghaft die H\u00e4nde nach der Schatulle aus. Vorsichtig, so als sei das K\u00e4stchen unendlich zerbrechlich, legte sie es in seine Hand.<\/p>\n<p data-p-id=\"bc3d60691114b16e5a4bdf75ddcb7c1a\">\u201eWissen die anderen davon?&#8221;, erkundigte er sich nerv\u00f6s.<\/p>\n<p data-p-id=\"c39b6ad25be1231cf00c13f7764aa60a\">\u201eEs soll vorerst niemand wissen au\u00dfer Euch und mir&#8221;, raunte sie. \u201eUm es zu sch\u00fctzen &#8230; und unsere Unschuld zu bewahren. Denn einer von uns, der hat sie heute verloren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8da6f1a2bb824418654a3abc6a04bea2\">Ask\u00fdn begriff. \u201eBei Nokt\u00e1ma&#8221;, wisperte er betroffen. \u201eWas hat Euer Sch\u00fcler getan?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"856ac2ee37f7d669fa627760f30f6583\">Sie sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eVersteckt es gut&#8221;, forderte sie ihn auf und wandte sich ab. \u201eUnd folgt mir dann in den Palast. Wir m\u00fcssen uns beraten. Wir alle.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"35c480e53aad55ee7fd973d3f3d8e4d1\">*<\/p>\n<p data-p-id=\"ca3fbdaf3e1d4708f0573cc2ff648920\">Er sa\u00df, weit fort vom Eta\u00edmalon, am Ufer des Lagoscyre und versuchte, die Gedanken zu ordnen, die wirr hervorbrachen und sich gegenseitig niederzuringen versuchten.<\/p>\n<p data-p-id=\"64c04d80a596be86d659a902dc1ab575\">Er hatte <em>get\u00f6tet<\/em>. Er hatte aus eigenem Gutd\u00fcnken, willentlich und den M\u00e4chten ungef\u00e4llig Leben ausgel\u00f6scht. Nicht im Kampf, nicht in Notwehr. Er hatte einfach eine Gelegenheit genutzt, um Gleiches mit Gleichem zu vergelten.<\/p>\n<p data-p-id=\"8500a420f5dcadb5f7d4dbab1ce6b78b\">Schlimmer noch, mehr noch: Er hatte Nokt\u00e1mas Magie angewandt, um den <em>goala&#8217;ay<\/em> umzubringen, hatte das Geschenk der Dunkelheit benutzt, um einen alten, wehrlosen Mann hinter die Tr\u00e4ume zu sto\u00dfen.<\/p>\n<p data-p-id=\"a52b72f89ef00190356bc0c619be1067\">H\u00e4tte er nicht Gnade zeigen, nicht einhalten m\u00fcssen, in dem Moment, in dem er bemerkte, dass der Alte sich nicht zur Wehr setzte? Hatte der <em>goala&#8217;ay<\/em> nicht sogar um Hilfe gerufen? War \u2013 und dieser Gedanke beunruhigte ihn am meisten \u2013 nicht der Umstand, dass der Greis \u00fcberhaupt in den Wald hatte vordringen k\u00f6nnen, ein Zeichen daf\u00fcr, dass er mit <em>Billigung<\/em> der Meisterin kam? Eine Botschaft bei sich f\u00fchrte, so wie die Regenbogenritter eine gehabt hatten?<\/p>\n<p data-p-id=\"de9cf4c4067dedd78b444580de3a4c72\">Was ging es ihn an? Der alte Mann geh\u00f6rte zu denen, die kurz zuvor die hochm\u00fctige Sch\u00fclerin umgebracht hatten. Tod gegen Tod, und der Tausch war nicht schlecht.<\/p>\n<p data-p-id=\"7da2bf0b3cb3b448c718951f12061108\">Er schaute verst\u00f6rt auf seine H\u00e4nde hinab. Was er getan hatte, war gut und vern\u00fcnftig gewesen. Dennoch &#8230; Beruhigung stellte sich nicht wirklich ein.<\/p>\n<p data-p-id=\"6fa8fc361d9bab29bf1c8eeb21d35a54\">Wie er es auch drehte, von welcher Seite er es betrachtete. Der Alte hatte ihn nicht angegriffen, nicht mit Magie bedroht, hatte nicht einmal eine Beschimpfung hervorgebracht. Vielleicht war er nicht einmal an dem Mord an der Sch\u00fclerin beteiligt gewesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"a80225feb180cdf789d0b359bbc4e724\">Der Schattens\u00e4nger begriff, dass der Triumph \u00fcber einen Wehrlosen bitter schmeckte, bitter und trocken. Das gute, das warme Gef\u00fchl, das ihn gerade noch so gest\u00e4rkt und erregt hatte, es war weg. Stattdessen war ihm \u00fcber, als habe er sich die Seele an etwas vergiftet. Vielleicht an einem K\u00f6der, den ihm jemand genau im richtigen Moment vorgeworfen hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"d5181e2ea498908143510e498512c262\">Warum hatte er sich hinrei\u00dfen lassen? Warum hatte er dem Rotgewandeten nicht nur f\u00fcr einen Wimpernschlag zugeh\u00f6rt?<\/p>\n<p data-p-id=\"a560e4cd5bb63d4822d74e300fc1a3fc\"><em>Du hast nichts Falsches getan, <\/em>redete er sich ein. <em>Sie bringen euch um. Ovid\u00e1ol hat zu Recht seinen Kampf aufgenommen. Ungerecht haben sie ihn versto\u00dfen. Ovid\u00e1ol hat den wahren Weg eingeschlagen.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"8dc7ae4dc8f8cb1824fd91885c6d8254\">\u201eOvid\u00e1ol Eta\u00edmalar ist ein Ausgesto\u00dfener. Er hat sich gegen seinesgleichen gewendet, und nun zieht er mordend und Unheil bringend durch die Welt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"764a3652ad9c3bda8d3bf5261d3f16c5\"><em>Verleugne nicht, dass du den Drang sp\u00fcrst, ihm zu folgen. Sei ehrlich zu dir. Sie widern dich an. Deinesgleichen ist so zaghaft, so schwach, so ver\u00e4ngstigt. Gro\u00dfe Dinge k\u00f6nnten sie bewirken mit ihrer Magie, und alles, was sie damit tun, ist sich dahinter zu verbarrikadieren.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"8e0d5abf8694941411ac69a3dccc902d\">Er blickte nachdenklich auf die tr\u00e4ge ans Ufer pl\u00e4tschernden Wellen, so grau unter dem wolkenverhangenen Himmel, und zog die Schultern hoch. Die Feuchtigkeit des Herbstes zog in seine Gew\u00e4nder und machte sie klamm, aber er bemerkte es nicht, so aufmerksam lauschte er sich selbst in seinen Gedanken.<\/p>\n<p data-p-id=\"5d83c691fd6f1bd317f58af2e55aaae9\"><em>Gro\u00dfe Kraft hat Nokt\u00e1ma euch gegeben, schreckliche Macht, die eure Feinde zittern lassen sollte. Aber sie zittern nicht, sie werfen sich nicht nieder vor dem auserw\u00e4hlten Kreis der Schwarzgewandeten. Warum sollten sie das auch, wissend, mit welcher Zaghaftigkeit ihr eure eigene Magie anfasst? Die Chaoskriege k\u00f6nntest du allein beenden, mit dem, was du bewirkst und entscheidest!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"4cd8ea69b1934b4dd555fe2df0e38a9f\">\u201eDie Dunkelheit gab uns die Kraft nicht, um sie gegen den Gefallen der M\u00e4chte zu verwenden&#8221;, sagte er \u00e4rgerlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"dc9d13bae3d35e3f170cc43c9a08e741\"><em>Du redest wie deine Meisterin, eine kleingeistige, mutlose Frau. Eine schwache F\u00fchrerin, die zul\u00e4sst, dass man ihresgleichen unter ihren Augen umbringt.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"45185b5b5709486e79d0b70d65ea9997\">\u201eEin Gedanke nur von mir h\u00e4tte gen\u00fcgt, es zu verhindern &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"26aaab78a971b7fef21d6ce22d485881\"><em>&#8230; ein Gedanke nur, und du h\u00e4ttest sie ausgel\u00f6scht, die Brut der rotgewandeten Bestien &#8230;<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"49a2ffdda9a371cff011e0bd269b2356\">\u201eBei den M\u00e4chten und Nokt\u00e1ma selbst!&#8221; Er sprang auf und schaute sich erregt um. \u201eIch habe <em>get\u00f6tet<\/em>! Ich habe das Tabu gebrochen! Und &#8230; und &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"88eb08adc5cc38e0d067bc7c029c0abf\"><em>Was?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"c24ecc85b0a2c2f9fe1d524c74cad864\">Er z\u00f6gerte und horchte in sich hinein, w\u00e4hrend er sich nerv\u00f6s umschaute. Aber da war nichts. Er war allein, und nur Abendnebel zog langsam zwischen den B\u00e4umen umher.<\/p>\n<p data-p-id=\"baeb30c48a518f359d5deae3609791c4\">Zu wem <em>redete<\/em> er da \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p data-p-id=\"4821b950fa0480fd64c79bee1122b435\">\u201eNokt\u00e1ma, steh mir bei!&#8221;, wisperte er. Und ein unbehagliches Gef\u00fchl, dumpf und erstickend legte sich um sein Herz wie eine Zwinge aus Eisen.<\/p>\n<p data-p-id=\"26cde7f383013c830059fb7b45cd9f30\"><em>Und was?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"48656de520ddd6e1f6727918884a8214\">Er keuchte. Was war das? Was war das, was da in seinen Gedanken hallte, so absto\u00dfend fremd und mit verlockender, tr\u00f6stender Stimme sprach?<\/p>\n<p data-p-id=\"a1a3d8bc01f22e057df6e5d7778215c3\">\u201eWas bist du?&#8221;, hauchte er.<\/p>\n<p data-p-id=\"1c193fa48e50eddad7a7d44b1e5db368\"><em>Was denkst du, wer ich bin?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"6ab2d2f14badb36a52449ca1cf8d1d49\">Er versuchte, ruhig zu bleiben und seinen Geist zu versiegeln, legte rasch eine starke Sperre um das, was in seinem Innersten vorging.<\/p>\n<p data-p-id=\"4e3e40330efc748d41d7a0d1b48d37c7\">Aber es gl\u00fcckte nicht. Es war, als habe etwas Unfassbares, ehe er die T\u00fcr zu seinen Gedanken zuschlagen konnte, seinen Fu\u00df dazwischen geschoben.<\/p>\n<p data-p-id=\"816870ba843c28779434f4206d62c0cf\">\u201eNokt\u00e1ma&#8221;, kr\u00e4chzte er und sank in die Knie. \u201eNokt\u00e1ma, was habe ich getan!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"039a8d9094b47c75269ab0723b1c5b51\">Klein und verwundbar war er, er, der sich gerade noch f\u00fcr den st\u00e4rksten und unfehlbarsten Schattens\u00e4nger aller Zeiten gehalten hatte. F\u00fcr einen Lidschlag war er nahe daran, zu begreifen, <em>was<\/em> er getan hatte und was ihn nun verst\u00f6rte.<\/p>\n<p data-p-id=\"545b0e17b73b919efe1b3b012c1f4bf8\">\u201eMeisterin&#8221;, fl\u00fcsterte er mit trockener Kehle, \u201eMeisterin &#8230; steht mir bei &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9bd3f4f3e70f29b91b0e395a690ca52b\"><em>Was brauchst du deine Meisterin? Wie kann sie dir beistehen, das verzagte alte Weib?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"430418772dc59004727bff5cf401eb91\">Die Stimme in ihm fragte sanft, tr\u00f6stend, ruhig. Sie sprach zu ihm wie mit einem Kind.<\/p>\n<p data-p-id=\"973cc8538405cd474bb2502dc482aa65\">Er wusste nichts darauf zu entgegen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3a3676d56a579160c4011e1bddfcb857\"><em>Ich bin da, <\/em>sagte, was auch immer zu ihm sprach. <em>Und ich stehe dir bei.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"803af9e9a3b857634900794235f7dbe2\">\u201eWas bist du?&#8221;, rief er aus und tastete umher. Er sp\u00fcrte nichts um sich herum, nur Luft, nur den sachten Wind, der \u00fcber den See strich und die grauen Wellen kr\u00e4uselte. Da war nichts, keine Magie, keine Existenz, nichts, was von ihm unterschieden war.<\/p>\n<p data-p-id=\"befaccfcdf597bf9dcdf56637fc7b729\">Tr\u00e4umte er?<\/p>\n<p data-p-id=\"4c69b0639aa327e79abaf29ea91f853e\">Oder &#8230; hatte er eine Vision gehabt? War es &#8230; eine neue, eine <em>gr\u00f6\u00dfere<\/em> Macht, die sich ihm offenbart hatte?<\/p>\n<p data-p-id=\"6c90779bea0a98219d86eaf8ae26c2d6\">Entsetzen ergriff ihn. Das war etwas, das er nicht verstehen konnte, worauf er nicht vorbereitet war. Etwas, das er niemandem anvertrauen konnte. Schon gar nicht der Meisterin, diesem feigen, unf\u00e4higen Weib.<\/p>\n<p data-p-id=\"7893be2d54567b7efc955ddf83c2b15c\">*<\/p>\n<p data-p-id=\"909d44779dab3f4a753c66487cc0f357\">Nachdem Ask\u00fdn Lagoscyre die Schatulle mit dem m\u00e4chtigen Artefakt so gut verborgen hatte, wie er nur konnte, machte er sich gemeinsam mit anderen Schattens\u00e4ngern auf die Suche nach demjenigen, den die Meisterin verloren glaubte.<\/p>\n<p data-p-id=\"1dde5e37b4edce01d74aea0158995409\">Das war Unsinn, und ebenso unsinnig war es, dass sie glaubte, das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree <\/em>vor ihm verstecken zu m\u00fcssen. Wo sollte es hinf\u00fchren, wenn sie untereinander begannen, sich zu misstrauen und argw\u00f6hnisch zu beobachten? Und selbst <em>wenn<\/em> ihr Sch\u00fcler den Gedanken hegen sollte, sich des Artefakts zu bem\u00e4chtigen &#8230; was h\u00e4tte er damit anfangen sollen? Das Artefakt, das die Lichtw\u00e4chter verloren hatten, war in den H\u00e4nden von <em>camat&#8217;ay<\/em> v\u00f6llig wirkungslos. Er h\u00e4tte es nicht verwenden k\u00f6nnen, selbst wenn er gewusst h\u00e4tte, wie und wozu.<\/p>\n<p data-p-id=\"aa7e3b4dbb3c014a723e263393be275d\">Auch die Sch\u00fclerin war nicht zur\u00fcckgekehrt. Aber das wunderte niemanden, und keiner sprach dar\u00fcber. Wenn sie tats\u00e4chlich den <em>goala&#8217;ay<\/em> begegnet war, von denen die beiden Regenbogenritter gesprochen hatten und die sich keck in die N\u00e4he des Waldes gewagt hatten, dann stand zu bef\u00fcrchten, dass das M\u00e4dchen l\u00e4ngst tot war. Nie w\u00fcrden Lichtw\u00e4chter einen Schattens\u00e4nger lebendig entkommen lassen. Aber solange sie im Wald bleiben, waren sie sicher,<\/p>\n<p data-p-id=\"537ea9f5b5ce06d3f0f71e44003e9a7f\">Ask\u00fdn seufzte beunruhigt. Die Skrupellosigkeit der Rotgewandeten erstreckte sich nicht nur auf leichtsinnige <em>camat&#8217;ay<\/em>. R\u00fccksichtslos und mit einem schrecklichen Gefallen an ausgesuchten Grausamkeiten t\u00f6teten sie alles, dessen sie habhaft werden konnten, ohne Gnade, ohne Verstand und meist auch ohne Grund. Der Blutrausch der Rotgewandeten war es, der sie in den Kriegen gef\u00fcrchtet machte, gef\u00fcrchtet, aber auch begehrt. Kein <em>teirand<\/em>, der sich nicht darum bem\u00fchte, wenigstens einen der rotgewandeten Magier als <em>f\u00fdntar<\/em> zu befehligen. Wer Rotgewandete im Gefolge hatte, der brauchte sich keine Gedanken mehr \u00fcber den Gehorsam seiner Leute zu machen.<\/p>\n<p data-p-id=\"e8b191c01dda4d2a1173306b424a31b8\">Es war Ask\u00fdn unverst\u00e4ndlich, warum die m\u00e4chtigen Rotgewandeten auf die Angebote der m\u00e4chtigen <em>ujoray <\/em> eingingen, warum sie sich mit unkundigem Pack abgaben und ihre Magie in deren Dienste stellte. Vermutlich war es f\u00fcr die ewig blutd\u00fcrstigen Rotgewandeten eine bequeme Methode, an Opfer zu kommen, die sie kunstvoll zu Tode qu\u00e4len konnten. Und wahrscheinlich am\u00fcsierten sie sich insgeheim \u00fcber das \u00fcberhebliche Gehabe jener Unkundigen, die glaubten, den Tod zu kontrollieren.<\/p>\n<p data-p-id=\"91c2982cd4b111ed6eed5bdb0ad2a8a1\">Ovid\u00e1ol Eta\u00edmalar hatte das nicht hingenommen. Eines Tages war er, ganz ohne ersichtlichen Grund, wahnsinnig geworden. Eine entsetzliche Waffe hatte er geschaffen, und gnadenlos hatte er begonnen, die Rotgewandeten und ihre <em>ujoray<\/em>&#8211; Befehlshaber zu verfolgen. Nach dem, was man h\u00f6rte, war Ovid\u00e1ols verdammungsw\u00fcrdiger, der Dunkelheit l\u00e4sternde Rachefeldzug gegen die Feinde au\u00dfer Kontrolle geraten. Ohne Verstand und grausam metzelte der verfluchte Schattens\u00e4nger dahin, was ihm nur in die N\u00e4he kam. Zurzeit k\u00e4mpfte er weit im Westen, dort, wo das Eis begann.<\/p>\n<p data-p-id=\"f38991f9ac513dd6e76ec4d7f5c070da\">War die Bef\u00fcrchtung der Meisterin, ein Schattens\u00e4nger k\u00f6nne im Wahnsinn das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> stehlen, denn wirklich so abwegig?<\/p>\n<p data-p-id=\"5955aeec681d8b9ce347e52354121439\">Ask\u00fdn konnte sich nicht l\u00e4nger Gedanken dar\u00fcber machen, denn der spitze, erschrockene Schrei einer der Frauen riss ihn aus seinen Gedanken.<\/p>\n<p data-p-id=\"e2f32a43de9cf310ab23a5a4006ac5ed\">Dort, umschlungen und verborgen unter den Ranken eines Dornenbusches, dort hatten sie den zerfetzten Leichnam eines <em>goala&#8217;ay<\/em> gefunden.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/3053-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[],"class_list":["post-3172","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kg_namenlos"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3172","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3172"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3172\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3616,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3172\/revisions\/3616"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3172"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3172"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3172"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}