{"id":3150,"date":"2025-08-25T19:39:42","date_gmt":"2025-08-25T17:39:42","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=3150"},"modified":"2025-08-25T19:39:42","modified_gmt":"2025-08-25T17:39:42","slug":"002","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/002\/","title":{"rendered":"002"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-image:url(&#039;https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp&#039;);--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column fusion-column-has-bg-image\" data-bg-url=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"395\" height=\"600\" title=\"Gorcover_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Gorcover_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-3076\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Gorcover_Thumb-198x300.webp 198w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Gorcover_Thumb-200x304.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Gorcover_Thumb.webp 395w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 395px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"4dac2a4cf9adacf379d07fc3feca0060\">WIJDLANT, DAMALS<\/p>\n<p data-p-id=\"dfcf87ea426880e24e38aadfebd7fcd4\">Er hatte schon einmal Material vor sich gehabt, das in diesem seltsamen Stadium der Noch-nicht-Vollkommenheit gefangen schien. Die <em>teiranda<\/em> war voller Verzweiflung gewesen, damals, als seine Wege ihn nach Wijdlant gef\u00fchrt hatten. Zugleich drohte die B\u00fcrde auf ihren Schultern die junge Frau zu beugen und zu verbiegen. Eine beugsame <em>teiranda<\/em> war keine gute Anf\u00fchrerin f\u00fcr ihre Schutzbefohlenen. Gor ben\u00f6tigte keine drei\u00dfig Atemz\u00fcge, um zu erkennen, welche <em>M\u00f6glichkeiten<\/em> sich ihm boten.<\/p>\n<p data-p-id=\"e55d57be0fff3b7276f03c07ab2b5a5a\">Die <em>teiranda<\/em> musterte den Rotgewandeten mit einer unschl\u00fcssigen Mischung aus furchtsamer H\u00f6flichkeit, Unbehagen und zaghaftem Interesse. Kein <em>teirand<\/em> durfte einem Magier eine Audienz verwehren. Gor wusste, dass ihre <em>yarlay<\/em> [Ritter] und die \u00fcbrigen Bewaffneten im Saal nur deshalb da waren, um ihre Herrin im Zweifelsfall mit ihren Leben zu verteidigen. Selbst gegen einen Lichtw\u00e4chter wie ihn.<\/p>\n<p data-p-id=\"844ffa06346e7f83f5e66dbbdb665e7a\">H\u00e4tte er es nur auf das Leben der Menschenfrau abgesehen gehabt, dann w\u00e4re es Verschwendung gewesen. Aber Gor war kein Verschwender, und so h\u00e4tte sie ebenso gut ohne Gefahr unter vier Augen mit ihm reden k\u00f6nnen. Nun, ihr Vertrauen zu gewinnen, das sollte nicht schwer sein.<\/p>\n<p data-p-id=\"e40e291bc0ed1bc34b84ece0fc924026\">\u201eMajest\u00e4t&#8221;, sagte Gor und verneigte sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"63f1d04a84886df6aad812bd61a35f7e\">\u201eSeid gegr\u00fc\u00dft&#8221;, sagte sie zaghaft. \u201eWer seid Ihr, und was&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b5965bed05d4d60410127e7dc180808d\">\u201eIch bin <em>ytra<\/em> Gor Lucegath. Ich bin ein Reisender, und ich begehre ein Dach \u00fcber meinem Kopf, so lange, bis der Sturm vor\u00fcber ist. Es gibt nicht viel Deckung f\u00fcr einsame Wanderer, drau\u00dfen in eurem Land.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ad6a7d3c0f564dd30c406a4874cd15e7\">Das stimmte, denn die Burg des <em>teirandon <\/em> [~ K\u00f6nigreich]Wijdlant lag inmitten einer weiten Ebene, in der der Blick in allen Himmelsrichtungen in eine Weite reichte, die ein Wanderer in einem Tagesmarsch nicht bew\u00e4ltigen konnte. Die D\u00f6rfer, Weiler und versprengte Waldst\u00fccke lagen auf der Ebene verteilt wie Kinderspielzeug auf einem glatten Fu\u00dfboden. Von Norden kamen seit Mittag graue, bedrohliche Sturmwolken heran, die sich in der Nacht wohl in einem heftigen Gewitter \u00fcber der Ebene entladen w\u00fcrden. Regen fiel bereits.<\/p>\n<p data-p-id=\"08d6e29cb64b377d97b0c4933c5a0ff1\">\u201eDas sei Euch gew\u00e4hrt, Meister&#8221;, sagte die <em>teiranda<\/em> vorsichtig.<\/p>\n<p data-p-id=\"089d54bf6cb4fa73690eebc011e5c597\">\u201eIch biete Euch daf\u00fcr meine Dienste&#8221;, f\u00fcgte er hinzu und bemerkte belustigt, wie nerv\u00f6s dieses Angebot die Menschen im Raum machte.<\/p>\n<p data-p-id=\"964f10b7b230b9daf00a06f768623540\">Sie l\u00e4chelte unbehaglich. \u201eDas wird nicht n\u00f6tig sein. Nichts w\u00e4re wichtig genug, um Euch damit zu behelligen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"09f3553578c6b9ffa0b1594f077942ae\">\u201eKein Urteil zu vollstrecken?&#8221;, hakte er nach. \u201eKein Gest\u00e4ndnis einzufordern?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bda2fe8d49a84675ada94c97f41714e5\">\u201eNein&#8221;, sagte sie rasch. \u201eEs ist alles in Ordnung. Es gibt unter meinen Getreuen niemanden, dem ich misstraue oder der etwas verbrochen h\u00e4tte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bc533b735e8cfa05b90490871357d054\">Sie f\u00fchlte sich unwohl, obgleich sie die Herrin in dieser Burg war, die, deren Wort in diesem Saal Gesetz und Befehl war. Aber es war nicht allein die Gegenwart eines Rotgewandeten, nicht die nat\u00fcrliche Scheu der Unkundigen von jenen, die mit dem Tod umgingen, wo immer sie waren. Die Seele dieser Frau war mindestens so aufgew\u00fchlt und zerrissen wie die Sturmwolken am Himmel. Das musste einen Grund haben, und es erweckte seine Neugier.<\/p>\n<p data-p-id=\"ab0f169d396eaa571087d08c71e41e02\">\u201eSeid Ihr sicher?&#8221;, erkundigte er. \u201eKein Rat zu geben? Kein Leid zu lindern?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"412c323fddca76156dcf7382fb9f7cac\">Sie blinzelte \u00fcberrascht. \u201eWas?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8a203f8381846002ce0819840ec52156\">\u201eMajest\u00e4t \u2013 denkt Ihr, Ihr k\u00f6nntet einen Lichtw\u00e4chter um Schmerz betr\u00fcgen? Was, wenn ein Magier wie ich heilen k\u00f6nnte, was Unkundige Eurem Herzen zugef\u00fcgt haben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8d552a2df0122164170c399ebf9cfcdd\">Sie warf verwirrte Blicke um sich. Hier und da klang Metall, als die <em>yarlay<\/em> unschl\u00fcssig an ihre Schwerter griffen, ohne sie zu ziehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"78d221bdd77fea271f697aebe200f4ed\">Er l\u00e4chelte. Ihre Getreuen waren nicht dumm.<\/p>\n<p data-p-id=\"39451351c1748ab7e8fb6237acd44db3\">\u201eLasst uns allein&#8221;, befahl sie.<\/p>\n<p data-p-id=\"614a76eb95ea42efaf5ec52aac6f0c73\">Ihr Gefolge war einen Moment wie versteinert. Niemand schien zu erfassen, was sie da angeordnet hatte. Aber sie erhob sich und winkte die M\u00e4nner, Ritter wie Knechte und auch ihre Zofen im Hintergrund fort. \u201eGeht! Ich habe mit dem Meister zu reden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"37daa20428f71096c7cf9c0bd57bb3a8\">Immer noch z\u00f6gerten sie, ihr zu gehorchen. Ein \u00e4lterer <em>yarl<\/em> mit einem gepflegten silberwei\u00dfen Bart, der <em>mynstir<\/em>, der pers\u00f6nliche Berater wohl, der ganz in ihrer N\u00e4he stand, streckte zaghaft die Hand nach ihr aus. Er wollte sie wohl antasten, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen, aber sie entglitt ihm, indem sie in einer heftigen Bewegung aufstand und sich hoch aufrichtete.<\/p>\n<p data-p-id=\"8ac51942a2aa2966b5cc0a0c7f35a2c2\">\u201eGeht!&#8221;, rief sie \u00e4rgerlich aus. \u201eIhr auch, <em>yarl<\/em> Altabete. Ich werde schon nach Euch rufen, wenn ich Euch sehen will!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e13f4200b85d4c4c925892e689d01581\">Kurz darauf war er allein mit der <em>teiranda<\/em> im Saal. Unter verst\u00f6rten Verneigungen und untereinander verunsicherte Blicke tauschend hatte ihr Gefolge die Thronhalle verlassen. Gor sp\u00fcrte, dass die meisten drau\u00dfen in der N\u00e4he der T\u00fcr geblieben waren.<\/p>\n<p data-p-id=\"79dcf3526008aada08a46b947d0e957c\">Er wartete schweigend. Sie stand einen Moment lang unschl\u00fcssig da und schien selbst verst\u00f6rt dar\u00fcber, dass sie ihre Getreuen verjagt hatte. Dann sank sie wieder zwischen den Sitzkissen auf dem kalten Steinthron zusammen und lie\u00df die Schultern h\u00e4ngen. Mit der zitternden wei\u00dfen Hand bedeckte sie ihre Augen.<\/p>\n<p data-p-id=\"cbbd19383acc1443d4c7e0dbc692fd33\">Der Rotgewandete schaute sich in der Halle um. In H\u00f6he der oberen Geschosse des Palastes wand sich eine Galerie um den Saal, noch weiter oben f\u00fchrte eine Treppe hoch bis fast unter das von m\u00e4chtigen Holzbalken gest\u00fctzte Dach. An der oberen Galerie waren gro\u00dfe Banner und Wandbeh\u00e4nge befestigt und hingen hinab, zeigten in bunten Farben und mit viel eingesticktem Gold die Wappen der drei <em>yarlm\u00e1lon<\/em> des <em>teirandon<\/em>s. Hinter einem davon versteckten sich zwei neugierige M\u00e4gde. Gor konnte sie nicht sehen, wusste aber, dass sie da waren und schenkte dem Banner besondere Aufmerksamkeit, so lange, bis er sich sicher war, dass die M\u00e4dchen sich voller Grauen \u00fcber die nach oben f\u00fchrende Treppe fortgestohlen hatten.<\/p>\n<p data-p-id=\"ab72a7906b497cb2bf874809a031b303\">Als er sich der <em>teiranda<\/em> wieder zuwandte, musterte sie ihn scheu mit ihren hellen Augen. Gro\u00df und kindlich wirkten sie in ihrem kummervollen Gesicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"e5e64d51c5aa819b20fd7ad9f82847a7\">Mit ihrer Gesundheit, das war nicht zu \u00fcbersehen, stand es nicht zum Besten. Sie war zart, fast hinf\u00e4llig, nicht sterbenskrank, aber doch so zerbrechlich, dass sie schutzbed\u00fcrftig wirkte. Doch es gab noch etwas anderes, das sie gezeichnet hatte. Etwas, das ihr auf der Seele lag.<\/p>\n<p data-p-id=\"f4ad8fecbe1f091b0551af4d77eb68de\">\u201eEs gibt also etwas, das ihr nicht mit den Euren teilen m\u00f6chtet&#8221;, bemerkte er.<\/p>\n<p data-p-id=\"144ea70b7f40e997c7e085b460f91598\">Drau\u00dfen k\u00fcndigte sich das Unwetter an, ein kurzer Hagelschauer prasselte aus den grauen Wolken hernieder und trommelte auf das schindelgedeckte Dach in der H\u00f6he.<\/p>\n<p data-p-id=\"205a7c0125cf0f3564f3f2333f68828b\">\u201eMein Vater&#8221;, sagte sie leise.<\/p>\n<p data-p-id=\"b9bc4ef26e1bb3bc41c39cba208f6ad3\">\u201eIch habe davon geh\u00f6rt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8641011cbd45570013212a08ec4a28d5\">\u201eEs&#8230; ich habe&#8230;&#8221; Sie suchte nach Worten, aber sie wusste nicht, was sie zuerst aussprechen sollte: Ihren Vorwurf dar\u00fcber, dass er sie allein zur\u00fcckgelassen hatte in dieser Welt oder ihren Schmerz, dass sie etwas verloren hatte, von dem sie erst nun sp\u00fcrte, wie sehr es ihr fehlte.<\/p>\n<p data-p-id=\"893369c9eff9f05886c08ce054790677\">\u201eIhr seid die <em>teiranda<\/em>&#8220;, sagte er ruhig. \u201eAlles, wonach Ihr verlangt, wird Euch erf\u00fcllt werden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7b31018ecf78deda2fc48b359dbc51a2\">Sie lachte freudlos auf, ein kurzes ver\u00e4chtliches Schnauben, und starrte angestrengt auf das Muster der Bodenfliesen vor dem Thron. \u201eMeister, das Einzige, wonach ich verlange, kann mir niemand erf\u00fcllen, und wenn ich es noch so sehr befehlen w\u00fcrde. Niemand kehrt von jenseits der Tr\u00e4ume zur\u00fcck.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fe855d220146e309173c5a583cc003fc\">\u201eIhr seid voller Trauer&#8221;, sagte er. \u201eVoller Wut.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b42f802b0794da3b00a64cc42f476984\">Sie antwortete nicht. Aber \u00fcber ihre Wange rann eine Tr\u00e4ne und gab ihm Recht.<\/p>\n<p data-p-id=\"faacaedb6afa6236a2752e3bd4b82819\">Er kam n\u00e4her zu ihr und lie\u00df sich zu ihren F\u00fc\u00dfen auf den Steinstufen nieder, die zu der kleinen Empore ihres Thrones hinauff\u00fchrten. Von dort konnte er ihr wieder ins Gesicht schauen. So blieb er eine Weile sitzen,<\/p>\n<p data-p-id=\"3879e85b36ee282cd1b1a1eaa7d93d7b\">\u201eWenn Eure Befehle unerf\u00fcllbar f\u00fcr Eure Untertanen sind, so ist Euer Wunsch vielleicht etwas, das einer von meinesgleichen bewirken kann. Denkt dar\u00fcber nach.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4eed4f40de9ecd91f933a6b94c44304d\">Sie schwieg. Das Getrommel der Eisk\u00f6rnchen auf dem Dach ging in das sanftere Klopfen eines starken Regenschauers \u00fcber. Dann gab sie sich einen Ruck und erhob sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"44db0c7446c4c77b41db01ccc945e1db\">\u201eKommt. Ich m\u00f6chte Euch etwas zeigen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"933d617122a9083b6abf4471c74c6cbb\">PIANMUR\u00cdT, JETZT<\/p>\n<p data-p-id=\"404f5db03cb0fcacd2d91e013f7745e8\">Meister G\u00edonar gab sich alle M\u00fche, aber seine Aufmerksamkeit galt dem Fl\u00e4schchen sogar, w\u00e4hrend er es angestrengt <em>nicht<\/em> anschaute. Gor war zufrieden. Er hatte keine Eile.<\/p>\n<p data-p-id=\"c843e3a951ca185f95220acf40417385\">\u201eJunge <em>camat&#8217;ayra<\/em>&#8220;, sagte er und wandte sich von dem schwarzgewandeten Meister ab, \u201eerz\u00e4hl mir etwas mehr von diesem ungest\u00fcmen Dummkopf, der glaubt, das Artefakt verbergen zu k\u00f6nnen. Wie ich damals sehen konnte, steht ihr euch wohl sehr nahe, fast wie Bruder und Schwester. Wer ist dieser Yalomiro Lagoscyre?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cec3c3b748a689b9f4c1b4bf4e4f9aaa\">\u201eEr&#8230; nun, er ist der Sch\u00fcler unseres Gro\u00dfmeisters Ask\u00fdn Lagoscyre. Er ist der beste von allen Sch\u00fclern, der M\u00e4chtigste!&#8221; Die Schattens\u00e4ngerin sagte das so entschieden und k\u00e4mpferisch, als ob sie ernsthaft glaubte, ihn, Gor, den <em>goala&#8217;ay<\/em>, damit verunsichern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"9132b4b0a23ffb94963e8bfb1552c59d\">\u201eUnd wo hat Meister Ask\u00fdn diesen Wunderknaben aufgelesen?&#8221;, fragte er belustigt.<\/p>\n<p data-p-id=\"29509b046fe9a6006e8d3c10baa9051c\">\u201eIhr wisst, dass niemand au\u00dfer dem Meister etwas \u00fcber die Herkunft eines Sch\u00fclers wei\u00df und dar\u00fcber schweigen muss. Nokt\u00e1ma gebietet es so.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"131e7578be047aead85b8b52e5383280\">\u201eBedauerlich, dass ich Meister Ask\u00fdn zum Schweigen brachte, bevor mir diese belanglose Frage in den Sinn kam. Was ist die besondere Gabe dieses Meistersch\u00fclers?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"95286ee5142405c39b57cac254e29699\">\u201eYalomiro hat gro\u00dfe Macht \u00fcber Pflanzen. Er ist ein G\u00e4rtner. So nennen wir jene, die ihre Kraft mit den Pflanzen teilen k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"de0308cd5a8185cedc20e0803ae3035f\">\u201eNun, mir scheint, dass dieses Talent ihm derzeit zu nichts n\u00fctze ist. Was f\u00fcr ein Pech f\u00fcr ihn, dass er sich nicht besser auf die Steine versteht.&#8221; Gor nahm ein Werkzeug zur Hand, legte es an einen anderen Platz auf dem Tisch und begann, nach und nach alle seine Instrumente neu zu arrangieren. Nur den Flakon lie\u00df er an seinem Platz.<\/p>\n<p data-p-id=\"b4aa9baa55a76cc76194d1e0dcefe62c\">\u201eEs w\u00fcrde mich nicht \u00fcberraschen, wenn Yalomiro Lagoscyre einen Weg f\u00e4nde, sich aus den Fesseln zu befreien, in die Ihr ihn geschlagen habt in Eurem Frevel&#8221;, zischte Meister G\u00edonar pl\u00f6tzlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"8e4bde0a4d91f24c640a80c644136dbb\">\u201eTats\u00e4chlich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"07184e72cea8000187ef8e6be2c6343b\">\u201eWenn ein <em>camat&#8217;ay<\/em> Euer Kunst etwas entgegenzusetzen hat, dann er!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e47ee429c6ca93a79fb7aa57028f6d9e\">\u201eOh. H\u00f6re ich da ein gewisses Zutrauen in die F\u00e4higkeiten eures anma\u00dfenden Helden? Wie sonderbar \u2013 war mir doch so, als w\u00e4ret Ihr selbst nicht so angetan gewesen vom Sch\u00fcler Eures Gro\u00dfmeisters. Als w\u00e4ret Ihr regelrecht in Eurem eigenen Selbstgef\u00fchl zerm\u00fcrbt von seiner blo\u00dfen Existenz.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cd13fbe8aa8e4f2179a6e369c992113b\">\u201eWoher&#8230; wie k\u00f6nnt Ihr das wissen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"430273bc97beff8e8abe6a72509f36a2\">\u201eIch habe eine gewisse entsetzte Eifersucht an Euch gesp\u00fcrt, wann immer ich seinen Namen laut aussprach.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fd91a7e6066acbf25df04296ae6a17b3\">Meister G\u00edonar warf einen zornigen Blick zu dem Rotgewandeten hin\u00fcber. \u201eDas ist wahr&#8221;, gab er dann zu. \u201eIch war bei Weitem nicht immer einer Meinung mit Meister Ask\u00fdn, was Yalomiro Lagoscyre anbelangte. Aber ich habe keinen Anlass, die F\u00e4higkeiten seines Sch\u00fclers in Frage zu stellen. Schon als Knabe \u00fcbertraf alle anderen an Talent und Macht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"420f2adb6ec0ba8eed809630656011dc\">\u201eUnd so kr\u00e4nkte es Euch, dass jener Sch\u00fcler dem Gro\u00dfmeister diente, w\u00e4hrend Ihr Euch um die&#8230; weniger begabte Jugend zu k\u00fcmmern hattet? Oder wart Ihr einfach nur neidisch, als sich abzeichnete, dass ein unbeschwerter junger Magier Euch bald in seinem K\u00f6nnen \u00fcberfl\u00fcgeln w\u00fcrde?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"79083992ec79259c4a2cf7aa4f5346dd\">\u201eUnfug. Aber Ask\u00fdn war zu nachgiebig mit dem Jungen. Seine Macht hat Yalomiro \u00fcberm\u00fctig gemacht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f87960a0a5bc24ac381cd617ab0f34a8\">\u201e\u00dcberm\u00fctig?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"574ece6c476a70a50a31b23287f09cbe\">Meister G\u00edonar schwieg ver\u00e4rgert. Ar\u00e1ma\u00fa wagte einzuwenden: \u201eYalomiro hat nie etwas getan, was den M\u00e4chten ungef\u00e4llig gewesen w\u00e4re.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cf52f208d889d1cdac7e5cf508a172f4\">\u201eDu hast doch gesehen, wohin es gef\u00fchrt hat!&#8221;, fuhr Meister G\u00edonar sie an. \u201eDu hast gesehen, was aus uns geworden ist, nachdem&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"405e596648239ba39548a718260436ca\">\u201eNachdem es <em>Meister Ask\u00fdn<\/em> selbst war, der mich in den Boscarg\u00e9n hinein gelassen hat&#8221;, unterbrach Gor. \u201eSo gerecht solltet Ihr dem \u00fcberm\u00fctigen Genie gegen\u00fcber sein. Es war nun wirklich nicht sein Verschulden, dass ich den <em>Eta\u00edmalon<\/em> betreten konnte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1bc25cc05d97dda9554b2e4e206f5359\">\u201eUnd womit habt Ihr Meister Ask\u00fdn betrogen, dass er Euch die T\u00fcr \u00f6ffnete, damit Ihr uns das Verderben bringen konntet? Mit welcher L\u00fcge habt Ihr Euch in das Vertrauen des Gro\u00dfmeisters eingeschlichen? Wie habt Ihr es vollbracht, einen aufrechten, gesunden Geist so zu verwirren, dass er sich Eurer Falschheit auslieferte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c27d50ee98a4d3f3cbd4db51f0f8a92b\">\u201eMeister Ask\u00fdn selbst war es, der mich einlie\u00df. Ich habe ihn weder bel\u00fcgen noch mich anpirschen m\u00fcssen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"91e62524bb75399c6e05255a07446f08\">\u201eDas ist eine L\u00fcge!&#8221;, entgegnete G\u00edonar Boscarg\u00e9n.<\/p>\n<p data-p-id=\"78486af51899d1a426667ee4d30f028e\">\u201eIhr h\u00e4ttet gern, dass dem so w\u00e4re. Aber ihr wisst genauso gut, dass mein- und euersgleichen voreinander keine Unwahrheiten aussprechen k\u00f6nnen.&#8221; Gor nahm ein weiteres goldmetallenes Gebilde zur Hand und betrachtete es unverwandt. \u201eIch war einfach im richtigen Moment gekommen&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1b25c789c3327b49c9934ed8b6210b1a\">WIJDLANT, DAMALS<\/p>\n<p data-p-id=\"77434dc37dd572e118064e8fdb987d56\">Sie gingen nicht weit. Zwischen den Wandbeh\u00e4ngen, die hinter dem Thron die Stirnseite der Halle schm\u00fcckten, gab es eine nicht verborgene, aber unauff\u00e4llige T\u00fcr, die zu einem kurzen Korridor f\u00fchre. An deren Ende befand sich eine Pforte aus schwerem Holz, hinter der wahrscheinlich ein Au\u00dfenbalkon oder der Zugang zu einem Wehrgang lag. Sie war fest verschlossen und der Regen peitschte dagegen. Doch die <em>teiranda<\/em> wollte nicht ins Freie. Links und rechts von dem Gang f\u00fchrten schlichte T\u00fcren in weitere Kammern. Offenbar war keine davon verschlossen, denn die <em>teiranda<\/em> musste nur sacht gegen das Holz dr\u00fccken, um den Raum rechts hinten zu \u00f6ffnen. Gor folgte ihr interessiert in ein winziges Gemach, in dem sich au\u00dfer einem verwaisten Schreibpult und einem Sessel, auf dem derzeit keine Kissen bereit lagen, keine weiteren M\u00f6bel befanden. Ein verschlossener Holzladen hielt leidlich den Regen drau\u00dfen und lie\u00df ein paar Streifen k\u00fcmmerlichen tr\u00fcben Tageslichtes ein.<\/p>\n<p data-p-id=\"169d045cf02ac9c87cf4691cc8b02995\">\u201eEin Schreibzimmer&#8221;, erkl\u00e4rte K\u00edan\u00e1 von Wijdlant und sah sich nach etwas um, womit sie Licht machen konnte. In einem Winkel stand ein Leuchter, in dem noch einige Kerzenstummel steckten. \u201eF\u00fcr eilige und vertrauliche Schriftst\u00fccke, die im Rahmen von Audienzen aufgesetzt werden mussten. Meine <em>maedloray<\/em> [Beamte] nutzen den Raum nicht mehr, weil es hier so zieht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3e9877a26a90ddd90cb15e36098c9bef\">Der Magier beschwor beil\u00e4ufig und wortlos die Kerzen, noch bevor die <em>teiranda<\/em> ein Z\u00fcndholz anrei\u00dfen konnte. Sie zuckte zur\u00fcck, als die Flammen hell herauf z\u00fcngelten, aber sie nahm es hin.<\/p>\n<p data-p-id=\"82698e0ebb16bdea2be82db31852f3ac\">\u201eAls ich noch ein kleines M\u00e4dchen war&#8221;, fuhr sie stattdessen fort, \u201ehabe ich mich manchmal mit meiner Amme hierher zur\u00fcckgezogen, wenn die Audienzen gar zu langweilig und erm\u00fcdend wurden und ich zu quengeln begann. Jedenfalls habe ich mir dann oft die Bilder angesehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8da61bc36660463c463ca44e657d97a6\">\u201eDie Bilder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f58d97ee4268095bc573931dfba9254f\">Sie deutete nach oben. Gor schaute hin und entdeckte die Malereien, die sich wie eine Bord\u00fcre rings um den kleinen Raum zogen. Vom Mittelpunkt der Zimmerdecke aus ver\u00e4stelte sich ein Ornament aus Ranken, Blumen und allerlei Getier, unter dem sich verschiedene Szenen h\u00f6fischen Lebens abspielten. Die Bilder waren sehr alt, wie er an der Art der Darstellung erkannte und auch daran, wie verblasst die einst strahlend bunten Farben im Kerzenschein waren. Die Bilder zur Fensterseite hin waren st\u00e4rker besch\u00e4digt, die Witterung und Schimmel hatten einen Teil der Geschichte zerst\u00f6rt. Doch immerhin, es deutete darauf hin, dass das Gem\u00e4lde nicht allzu lange Zeit nach der Erbauung der Burg angelegt worden waren.<\/p>\n<p data-p-id=\"fa72b0246b39d35c43e52e53b360b570\">Gor betrachtete Szenen aus Jagd, Fest und Familienleben eines namenlosen und l\u00e4ngst vergessenen <em>teirand<\/em> und entdeckte dann das, worauf die <em>teiranda<\/em> wahrscheinlich hinaus wollte. Er zauberte die ungeachtet der Zugluft kerzengerade z\u00fcngelnden Flammen etwas heller und schritt unter das Bild in der hintersten Raumecke.<\/p>\n<p data-p-id=\"d2667fb553162414e988410492e19016\">\u201eWas ist Eure Frage?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e69acc53cfc22f46b49412579218863b\">\u201eMeine Amme hat immer behauptet, der alte <em>teirand<\/em> unter dem Rosenstrauch w\u00fcrde nur ausruhen und schlafen. Ich habe mich immer gefragt, wieso sein Gefolge deshalb weint.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f54d792bd47d28a953714b45722553d4\">\u201eUnd Eure Amme hat darauf keine Antwort gewusst?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"814756b5bb04e17870866317cede3637\">\u201eIch glaube, sie wollte mich kleines Kindlein nicht auf die Idee bringen, alte <em>teiranday<\/em> k\u00f6nnten einst aus ihrem Ruheschlaf nicht mehr aufwachen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"47f9e80375595fcf21599fc7a2eaa34b\">\u201eUnd nun habt Ihr einen alten <em>teirand<\/em> sehen m\u00fcssen, der aus seinem Schlaf nicht mehr zur\u00fcck fand?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7ac900f98857de57d5d696e6e30bf38e\">Sie strich sich verstohlen eine Tr\u00e4ne aus dem Gesicht. \u201eEr hat mich allein gelassen. Ich bin ohne Mutter aufgewachsen, Meister, und er war alles, was ich hatte. Er &#8230; er fehlt mir so.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b56fd37dbdcd96549ac5d3b76a689cc0\">Gor schaute die verblasste rotgewandete Gestalt an, um die das Gefolge des <em>teirand<\/em> sich geschart hatte. Kriegsvolk, Gesinde und Familie waren ihr, voller Gram und Tr\u00e4nen zugewandt. Der Lichtw\u00e4chter, von dessen Mantel bereits ein paar Brocken Putz verlorengegangen waren, schien mit ruhiger Geste zu ihnen zu reden. Sein Schwert hielt er gesenkt. Er <em>hatte<\/em> es bereits verwendet.<\/p>\n<p data-p-id=\"951d30661414bde224d4c4add11bba5a\">Das Irritierende an dem Bild war das Vertrauen, die Ruhe die es ausstrahlte. Vielleicht auch der Umstand, dass der <em>goala&#8217;ay<\/em> hier nicht inmitten eines Gemetzels zwischen verfeindeten Kriegern stand, ganz gegen die Gewohnheit aus den Malereien, die die K\u00fcnstler in den vergangenen Generationen in Burgen und vornehmen H\u00e4usern angefertigt hatten.<\/p>\n<p data-p-id=\"04f8a3aad45e92e1c73e4cef80352476\"><em>Trost.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"531250fdad2f9f36552f9cf524538ea5\">\u201eWas macht der Rotgewandete da?&#8221;, fragte die <em>teiranda<\/em>. \u201eErkl\u00e4rt es mir bitte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"68d56ff01fd0c6f0e20a9a0a06d52ec8\">\u201eEr erz\u00e4hlt den Gefolgsleuten des schlafenden <em>teirand<\/em> vom Licht, Majest\u00e4t.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3dea9855e6f95c8b151f145cdd77cb6d\">\u201eNimmt das denen, die nicht schlafen, den Schmerz?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4d18ec20fc81e6502eb1ee59db7cc071\">Der Rotgewandete z\u00f6gerte.<\/p>\n<p data-p-id=\"a7ff452e4f4da7a7d6b923d8bd8d68ed\">\u201eVielleicht&#8221;, sagte er dann unverbindlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"6a459f0319b86a925b0a7eb2284a6d6f\">Sie lie\u00df ihre Blicke nachdenklich \u00fcber die verschlungenen Zierbilder schweifen.<\/p>\n<p data-p-id=\"35bcfd02469694dea3061a85efbba069\">\u201eK\u00f6nnt Ihr das nicht auch, Meister Gor? Ich meine&#8230; mir vom Licht erz\u00e4hlen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"276305e64276aba9d470efa4c6acf63c\"><em>Nicht mehr<\/em>, dachte Gor bitter.<\/p>\n<p data-p-id=\"5f45ed431390cc2934999d63698d59ee\">\u201eErz\u00e4hlt mir zun\u00e4chst mehr von Eurem Schmerz&#8221;, entgegnete er. \u201eLasst mich sehen, ob ich die richtige Geschichte f\u00fcr Euch wei\u00df.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"56c23d808e77661032854521f9897ab2\">PIANMUR\u00cdT, JETZT<\/p>\n<p data-p-id=\"0cbd2b1550d0f54265fd97e54bda6082\">Gor Lucegath fuhr damit fort, Meister G\u00edonar nerv\u00f6s zu machen, indem er vor dessen tr\u00fcbsilbern schimmernden Augen die Werkzeuge sortierte und es der Phantasie des Schattens\u00e4ngers \u00fcberlie\u00df, wozu genau sie wohl dienen mochten. Immer wenn er dabei an der Phiole r\u00fcckte, schien der Atem seines Gefangenen f\u00fcr einen Augenblick auszusetzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"819f11a5bf00abafd950ef47ec7643eb\">\u201eAngenommen&#8221;, fragte der <em>goala&#8217;ay<\/em>, \u201edieser wunderlich begabte Yalomiro Lagoscyre br\u00e4chte es fertig, seinen K\u00f6rper wieder in Fleisch und Blut zu bringen. Was denkt ihr, w\u00fcrde er als n\u00e4chstes tun?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"27a69fcf907d604accbcf8291ca49398\">\u201eWahrscheinlich w\u00fcrde er nichts unversucht lassen, um das Artefakt an sich zu bringen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0a4fbf23278d94630dba9496620e4ef4\">\u201eDazu, Meister G\u00edonar, m\u00fcsste er erst einmal die Mauern \u00fcberwinden, die ich um Euer Heiligtum gelegt habe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fa6d4f7abd320686cfec8feb4f27c7ad\">\u201eDas wird ihm gelingen&#8221;, sagte Ar\u00e1ma\u00fa trotzig. \u201eYalomiro f\u00e4llt etwas ein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1defcdc20ab342fcd93c2e464ff4fff3\">\u201eIhm f\u00e4llt etwas ein, was euch allen nicht in den Sinn kam, um eurerseits in den <em>Eta\u00edmalon<\/em> hinein zu kommen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c50a8d86a231bfa63268588d1cf1ea53\">Die Sch\u00fclerin nickte tapfer.<\/p>\n<p data-p-id=\"dd49d433fe339cddbb40015514627e7a\">\u201eGut. Nehmen wir an, Ask\u00fdn Lagoscyres Sch\u00fcler gelingt eine \u00fcberaus spektakul\u00e4re und fantasievolle Flucht. Nehmen wir weiterhin an, er bringt es fertig, das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree <\/em>[das Artefakt] zu bergen, bevor ich es verhindern kann.&#8221; Gor neigte sich vor und schaute Meister G\u00edonar eindringlich an. \u201eWas wird er damit <em>machen<\/em>, sobald er feststellt, dass er der letzte Schattens\u00e4nger im Weltenspiel ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a59fddea32696e93ae68189fcb166b09\">G\u00edonar Boscarg\u00e9n hielt dem marmorgrauen Blick des Rotgewandeten hinter dessen Maske nicht lange Stand. Die Beherrschung des Schattens\u00e4ngers erlahmte zusehends.<\/p>\n<p data-p-id=\"2cf26b0411d1b7ef48756e233c38fde5\">\u201eWas geschieht mit einer Biene, die eine ung\u00fcnstige F\u00fcgung von ihrem Volk trennt? Ist sie nicht dazu verdammt, ihr Verderben zu finden?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c2d9d5a0458267fc6a3c8fcee26c7a9c\">\u201eSie kann versuchen, sich einem anderen Volk anzuschlie\u00dfen&#8221;, wandte das M\u00e4dchen ein.<\/p>\n<p data-p-id=\"fd63dcfab94dfe96ed61bb6167bd93ff\">\u201eDem Schwarm der <em>arcaval&#8217;ay<\/em>, der Regenbogenritter? Oder dem der Unkundigen, die den armen hochbegabten Schwarzmantel bereits einmal versto\u00dfen haben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2dc75354fc8d2dd27b831b634190dcd2\">\u201eDie <em>arcaval&#8217;ay<\/em>?&#8221; Meister G\u00edonar schnaubte.<\/p>\n<p data-p-id=\"5928a4f41ddd12e2c7f9512061ec7c5b\">\u201eIhr habt Recht. Ein alberner Gedanke. Nein, es gibt wohl keinen Regenbogenritter, der einen Schwarzgewandeten in seiner N\u00e4he dulden w\u00fcrde. Welch ein Gl\u00fcck f\u00fcr meinesgleichen, dass wir den <em>arcaval&#8217;ay<\/em> nie Anlass zu \u00fcbertriebener Feindseligkeit geboten haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"22fb6c84a9bf40707a25a956f8a123b8\">\u201eAuch die verlorene Biene hat noch einen Stachel, mit dem sie sich in der Not zu wehren wei\u00df.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a3548f3092f930132e3d49a5e5bb0551\">\u201eSicherlich, junge Sch\u00fclerin. Aber \u00fcber einen einzelnen kleinen Bienenstachel kann der gro\u00dfe B\u00e4r nur m\u00fcde l\u00e4cheln.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c6bbf4ead7157860bce18610b690c0bb\">\u201eYalomiro h\u00e4tte das <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em>. Das ist besser als ein Bienenstachel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3a26d94cf80d5974aede45da13a296ec\">Gor l\u00e4chelte und z\u00fcckte seinerseits eine goldene Nadel.<\/p>\n<p data-p-id=\"2dee5165a7531b4ad810958d2226ff2b\">\u201eDas <em>ay&#8217;cha&#8217;ree<\/em> in der Hand eines Schattens\u00e4ngers? Wird er es benutzen? So, wie Ovid\u00e1ol Eta\u00edmalar den Stab benutzt hat? So wie&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"255c719c22b7ec0db8124a5e2a86c906\">Er unterbrach sich. Meister G\u00edonar horchte gespannt auf. Gors Blick verfinsterte sich. Nein. Anmerken lassen durfte er sich nichts.<\/p>\n<p data-p-id=\"c427a155a5a551ee857c08036e2938e0\">\u201e&#8230;so, wie der <em>Namenlose<\/em> selbst zum Werkzeug wurde?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"54b049e4974cb32f1a8e2f4a8d5d9dcc\">WIJDLANT, DAMALS<\/p>\n<p data-p-id=\"7bf5a37a788aa42ede2f4cae90218d2b\">\u201eEs tut weh, zu verlieren, was man liebt&#8221;, sagte die <em>teiranda<\/em>. \u201eK\u00f6nnt Ihr das verstehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"963d43ba325c37f78c72c97dfe4e8305\">\u201eMehr, als Ihr vermutlich erwarten w\u00fcrdet, Majest\u00e4t.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4d40c6bcff4cb7b019f3805538eb3e28\">Sie schaute ihn fragend an, aber er belie\u00df es dabei.<\/p>\n<p data-p-id=\"5849068457f2643d212ed20c8150b295\">\u201eIch hatte alles immer als selbstverst\u00e4ndlich hingenommen&#8221;, fuhr sie fort. \u201eIch dachte, es w\u00fcrde immer alles so weiter gehen, und nichts w\u00fcrde sich \u00e4ndern. Und dann \u00e4nderte es sich pl\u00f6tzlich. Die Krankheit, und&#8230;&#8221; Sie seufzte. \u201eIch hatte das Gef\u00fchl, dass ich etwas verloren habe, von dem ich gar nicht recht begriffen habe, dass es da war.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6ac78ef0b03e9720776aa6ff393dba27\">\u201eUnd nun seid Ihr in Trauer.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"55a3c559fc955f2d4f1bb83563889f63\">\u201eJa. Mir ist, als sei alles, was mir jemals Freude bereitet hat, entzwei, vergangen und k\u00e4me nie wieder.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5e52df12f360ddaf5d3a5f06930e5c79\">Sie stand am Fenster des Turmzimmers, das Gor Lucegath als Gast in der Burg von Wijdlant bezogen hatte und blickte hinaus in die Ebene. Z\u00e4her Nebel schwebte \u00fcber den Feldern wie die wattige Oberfl\u00e4che eines Sees, und die Sonne war nichts als ein verschwommener grauer Lichtfleck irgendwo hinter den Wolken. Der Herbst war klamm und kalt. K\u00edan\u00e1 von Wijdlant fr\u00f6stelte.<\/p>\n<p data-p-id=\"9372a999be91044c8195dcef6f71b923\">Der Rotgewandete stellte sich neben sie, so nahe, dass die Zofe, die sie hierher begleitet hatte, unruhig wurde und dem <em>yarl<\/em> an der T\u00fcr einen hilfesuchenden Blick zuwarf. Aber sie beide hatten die Anweisung, alles geschehen zu lassen, was ihre Herrin nicht mit eigenen Worten abwehrte.<\/p>\n<p data-p-id=\"329dd450223b966285ea8b9e326be013\">\u201eWie kann ich Euch Freude bereiten&#8221;, fragte der Rotgewandete leise, nahe bei ihrem Ohr. \u201eWelchen Wunsch kann ich Euch erf\u00fcllen, um Euch Zerstreuung zu bereiten in dieser allumfassenden Traurigkeit?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7e30f8c8b8c3c217b373806c79ef1961\">Sie wandte sich vom Fenster ab.<\/p>\n<p data-p-id=\"e1021b9212b985dde59776e8d7016230\">\u201eIch kann mich selbst nicht mehr leiden&#8221;, wisperte sie. \u201eWas g\u00e4be ich darum, aus dieser Haut heraus zu k\u00f6nnen, eine andere zu sein. Vielleicht w\u00e4re mir dann wohler.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fbe14eb223e6643c62dda39518919761\">\u201eDas, Majest\u00e4t, ist ein gef\u00e4hrlicher Wunsch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3f296687ed952cc6a64d407558c01c93\">Sie nickte entt\u00e4uscht. \u201eIch wei\u00df. Und es war auch nur eine Eingebung, eine kurze Laune&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"691b547cf37ccb368342a74be2667d0e\">\u201eIch habe nicht gesagt, es sei ein <em>unerf\u00fcllbarer<\/em> Wunsch, <em>Herrin<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bd0e96d2f44cf1e5a35ef159202c6dff\">Sie l\u00e4chelte vorsichtig \u00fcber diese Anrede, die ihm als Magier nicht zufiel und die sie als gro\u00dfe Ehrerbietung deutete. Wenn er sie seine Herrin nannte, dann war er bereit, ihre Befehle zu erf\u00fcllen. Deshalb hatte er diese Worte bedachtsam gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p data-p-id=\"bf1d02af77d7bd431fd3ddaa3b9c0576\">\u201eUnd Ihr k\u00f6nntet mir zu einer solchen neuen Haut verhelfen, Meister Gor?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"88233ee9dcb75084def0b765b66f7adf\">\u201eDas ist nicht schwierig f\u00fcr mich. Aber ob sie Euch gl\u00fccklich machen w\u00fcrde, das m\u00fcsst Ihr selbst herausfinden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9b0135bf4a1595d82032f2db34f8ca9a\">Die Kammerfrau zuckte hoch. Die <em>teiranda<\/em> wurde auf die Frau aufmerksam, die sich m\u00fchsam hatte bez\u00e4hmen m\u00fcssen, nicht herauszuplatzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"e4b64139333a48f6c53a8f4f73640763\">\u201eHerrin&#8221;, kam es nun, \u201emacht Euch nicht ungl\u00fccklich!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"35d578dd1b1639a5c838aa9fcb1bb410\">\u201eDeine <em>teiranda<\/em> gedenkt, sich mit meiner Hilfe <em>gl\u00fccklich<\/em> zu machen&#8221;, sagte Gor ruhig.<\/p>\n<p data-p-id=\"50f3beae35208322fb5358e237db9c9b\">\u201eHerrin&#8221;, drang die Zofe auf die <em>teiranda<\/em> ein, \u201evon den Rotgewandeten kommt kein Gl\u00fcck! Ihr werdet Euch verderben, wenn Ihr Euch auf den hier einlasst&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"36676271f96e8964208614f05667e449\">\u201eSchweig&#8221;, befahl die <em>teiranda<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"4de6e43c5c516f43308dc50c4fb38860\">\u201eHerrin&#8221;, mischte sich nun auch der Ritter ein, \u201etut nichts Unbedachtes! Die Rotgewandeten bringen nur Unheil und Leid!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bac50c9ecdbf3e5e4af3c99e2747da82\">\u201eSeid Ihr mein <em>mynstir<\/em>, Mor\u00e9aval?&#8221;, fuhr sie ihn an, aber Unsicherheit mengte sich in ihre Stimme. \u201eHabt Ihr mir Rat zu erteilen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c81f4744a745e044f418ff03e41586f8\">\u201eWenn Ihr meinen aufrichtigen Rat nicht wollt, Herrin&#8221;, gab der Ritter tapfer zur\u00fcck, \u201eso sprecht mit <em>yarl<\/em> Altabete und <em>yarl<\/em> Grootplen, aber h\u00f6rt Euch deren Meinung an! Vertraut nicht auf die K\u00fcnste von dem da!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"24ef5773ccc673e1f4f350574485c834\">Gor lachte belustigt. \u201eWelche meiner K\u00fcnste meint Ihr? Die, mit denen ich Eurer <em>teiranda<\/em> Gl\u00fcck und Linderung verschaffen kann? Oder die, mit denen ich einem wie Euch den Weg hinter die Tr\u00e4ume zu einem nicht enden wollenden Labyrinth voller Abgr\u00fcnde machen k\u00f6nnte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b9826385dd7a9c35fd03591ef28a6edc\">Der <em>yarl<\/em> wich voller Grauen und Abscheu zur\u00fcck.<\/p>\n<p data-p-id=\"711bc616c293c6d354e2fd64ea0d4e18\">\u201eErschreckt ihn nicht, Meister&#8221;, bat die <em>teiranda<\/em> betroffen. \u201eSie meinen es alle nur gut mit mir.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"38837071b5b78fa7f062f3b8b601e734\">\u201eEure F\u00fcrsprache macht Euch sehr g\u00fctig, Herrin&#8221;, sagte Gor.<\/p>\n<p data-p-id=\"0f65b0f09eb9de0f533a6855bec462d9\">\u201eIch kann f\u00fcr mich selbst entscheiden&#8221;, wandte sie sich rasch an die beiden Unkundigen. \u201eIhr habt euch um den Willen eurer <em>teiranda<\/em> nicht zu k\u00fcmmern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d45280f9dc7bfb40574fa2ba295c7612\">Der Ritter und die Kammerfrau senkten die Blicke zu Boden. Die Atmosph\u00e4re im Raum verdichtete sich. Der <em>teiranda<\/em> war unwohl, vielleicht, weil sie instinktiv ahnte, dass sie besser beraten gewesen w\u00e4re, Vorsicht walten zu lassen wie es ihre Schutzbefohlenen empfahlen. Die Unkundigen wiederum f\u00fchlten sich zu Unrecht zurechtgewiesen. Ihre ernsthafte Besorgnis um den labilen Geist ihrer Herrin \u00fcberschritt die Grenzen, die ihre Befugnisse ihnen setzten.<\/p>\n<p data-p-id=\"3beb12b7e0371908ad6343524f98ccf2\">\u201eLasst uns allein&#8221;, gebot K\u00edan\u00e1 von Wijdlant. Ihre Untergebenen zogen sich zur\u00fcck. Widerstrebend, beunruhigt und entt\u00e4uscht, aber gehorsam. Als sie fort waren, schaute die junge <em>teiranda<\/em> bedr\u00fcckt drein.<\/p>\n<p data-p-id=\"eaf689e229c63e81d917d469b867d165\">\u201eEs tut mir Leid, dass die beiden Euch beleidigt haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"048e7f72cfed612aef7d36a041a3d6a3\">\u201eIch f\u00fchle mich nicht <em>beleidigt<\/em> von dem, was Unkundige \u00fcber meinesgleichen in Gedanken f\u00fchren. Ich kann schlecht in Abrede stellen, dass meinesgleichen in der Vergangenheit in einer Weise in Erscheinung getreten ist, die furchtsames Volk in Angst versetzt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"36078749863b9feba3dfb0e558dccb59\">Sie nickte unbehaglich.<\/p>\n<p data-p-id=\"e37b9d3e4c1391feaab282758be368f6\">\u201eIhr seid da ganz anders&#8221;, f\u00fcgte er hinzu. \u201eIhr wisst wohl zu sch\u00e4tzen, in welcher Weise ein <em>goala&#8217;ay<\/em> wie ich euch von Nutzen sein kann.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"58e3946b292601d8b93e0e5dde392e6c\">\u201eIch bin froh, dass Ihr hier seid&#8221;, gab sie zu. \u201eEs&#8230; nun, ich f\u00fchle mich gut, indem ich zu Euch reden kann. Ich glaube, dass Ihr mich und meine Sorgen besser versteht als meine <em>yarlay<\/em> und Vertrauten es tun.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"342ef458a5fef2155cb9507102e17281\">Das, dachte Gor, hatte sie richtig erkannt. Sie war so leicht zu durchschauen.<\/p>\n<p data-p-id=\"db8a645c35859f0238b0b86d14536e5e\">\u201eWenn Ihr meine Gegenwart als tr\u00f6stend empfindet, meine traurige <em>teiranda<\/em>&#8220;, sagte er leise, \u201edann erlaubt mir, an Eurer Seite zu bleiben. Als Euer Berater, als Euer Diener. Als Euer Freund, wenn Ihr m\u00f6gt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d7bd1a2b2041b5c58f4717c046b48b7b\">In ihrem Blick glomm \u00dcberraschung auf. Es war, als habe er aus freien St\u00fccken etwas vorgeschlagen, um das sie ihn umst\u00e4ndlich h\u00e4tte bitten wollen, ohne die Worte daf\u00fcr zu finden.<\/p>\n<p data-p-id=\"87b4a88a5c1cca8008befc384cedc38b\">\u201eAber f\u00fchrte Euer Weg Euch nicht nur auf der Durchreise in mein <em>teirandon<\/em>?&#8221;, erkundigte sie sich zaghaft.<\/p>\n<p data-p-id=\"c23dbe72a5a7009dd510e8202ee39650\">\u201eDas, wessenthalben ich aufbrach, braucht seine Zeit. Um es angemessen vorzubereiten ben\u00f6tige ich Ruhe. Es k\u00e4me mir zupass, wenn ich eine Weile an einem Ort wie diesem bleiben k\u00f6nnte. So lange Ihr meine Gegenwart duldet und w\u00fcnscht&#8221;, setzte er hinzu.<\/p>\n<p data-p-id=\"44eeab3874904f931de804943a78c8b0\">Sie l\u00e4chelte scheu.<\/p>\n<p data-p-id=\"f581a4b8cd7b26975c303e54d1e472aa\">\u201eUnd als Dank f\u00fcr Eure G\u00fcte und Euer Wohlwollen sollt Ihr Eure neue Haut haben. Schon bald, wenn Ihr festen Willens seid. Euer Leben kann sich \u00e4ndern. Eure Trauer kann vergehen, wenn Ihr mich daf\u00fcr Sorge tragen lasst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"21b52f19208cd5c935d6660daafb6030\">Die <em>teiranda<\/em> blickte aus dem Fenster, auf ihr nebeldurchflutetes, heute so tristgraues Land.<\/p>\n<p data-p-id=\"ddb167116d7c3a977486486e3eea8b35\">\u201eEure W\u00fcnsche und die meinen, Herrin, sind einander \u00e4hnlicher, als ihr vermutet. Eine gl\u00fcckliche F\u00fcgung, dass wir sie an diesem Ort vereinen k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"39be8aadd5edb75f1b6915887eff14a4\">Sie nickte. Doch weil sie ihm den R\u00fccken zukehrte, entging ihr, wie seltsam sein Blick und sein L\u00e4cheln sie streiften, als sie beschloss: \u201eSo soll es sein.&#8221;<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/gors-domaene\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[23],"tags":[],"class_list":["post-3150","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kg_gor"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3150","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3150"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3150\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3154,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3150\/revisions\/3154"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3150"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3150"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3150"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}