{"id":3085,"date":"2025-08-25T19:05:32","date_gmt":"2025-08-25T17:05:32","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=3085"},"modified":"2025-08-31T00:48:58","modified_gmt":"2025-08-30T22:48:58","slug":"07-der-bachorkor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/07-der-bachorkor\/","title":{"rendered":"07: Der b\u00e1chorkor"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"Yalo_Mag_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Yalo_Mag_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-3074\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Yalo_Mag_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Yalo_Mag_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Yalo_Mag_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"b46ec6e9831fe90ea8343ca3e00ca3f7\">Die <em>ujoray<\/em> lebten in einer Siedlung, f\u00fcr die die Bezeichnung Dorf fast \u00fcbertrieben war. Mehrere Obstbauern-Familien hatten sich vor etlichen Sommern, nachdem die Magischen Kriege endeten, zusammen getan und ein verlassenes Geh\u00f6ft besiedelt, das bei den K\u00e4mpfen starke Sch\u00e4den davon getragen hatte. So hatten es viele Unkundige getan, damals, die, vom Krieg von ihrem angestammten Land vertrieben, in der Gemeinschaft mit anderen Sippen den Schutz vor marodierenden Banden von Gesetzlosen gesucht hatten. Nachdem sie das gro\u00dfe Gut in Besitz genommen und die Obstg\u00e4rten wieder urbar gemacht hatten, waren nach und nach weitere Wohnh\u00e4user um das alte Haupthaus und die St\u00e4lle herum gebaut worden, so dass es nun eine Art kleinen Ortskern rund um den ehemaligen Mittelhof gab. Am Rand dieser Siedlung wiederum schlossen Scheunen, Vorratsspeicher und weitere St\u00e4lle an. Insgesamt lebten vielleicht sechs Dutzend Erwachsene und eine un\u00fcbersichtliche Anzahl von Kindern hier.<\/p>\n<p data-p-id=\"54c7358c8435bc551083b72f73b83414\">Da der Tag sich neigte, strebten die Menschen von allen Seiten aus ihren G\u00e4rten zur\u00fcck zu ihren H\u00e4usern. Dort hatten die alten Frauen, denen die Arbeit in den G\u00e4rten zu schwer geworden war, die Abendmahlzeit bereitet und teilten sie von einem gro\u00dfen niedrigen Fenster des K\u00fcchenhauses aus an die anderen aus. Brot und einen pappigen Gem\u00fcsebrei gab es. Die Essensger\u00fcche verwirrten die Schattens\u00e4ngerkinder, als sie sich n\u00e4herten. Falgr\u00e8d ging ihnen voran. Er hielt nichts davon, sich unauff\u00e4llig heranzuschleichen, um zu lauschen und zu beobachten, was Idur der Sch\u00e4fer den anderen <em>ujoray<\/em> erz\u00e4hlen w\u00fcrde, wenn er um Holz und Hilfe bat.<\/p>\n<p data-p-id=\"6b85ff56054d91ae5d7f0986845e02d2\">Wo die Kinder erblickt wurden, verstummten die Gespr\u00e4che. Beunruhigte Blickte legten sich auf sie, und sogar die umher tobenden <em>ujoray<\/em>-Kinder hielten in ihren ausgelassenen Spielen inne und musterten die schwarz gewandeten Magierkinder aus dem Boscarg\u00e9n voller Skepsis.<\/p>\n<p data-p-id=\"16251006d130e2461573fe15ddb52e1a\">\u201eWas wollt ihr?&#8221;, fragte eine der alten K\u00f6chinnen schlie\u00dflich. \u201eHabt ihr Hunger?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2906a689fb51e6584d308da6ad759677\">Yalomiro sch\u00fcttelte den Kopf, Falgr\u00e8d hingegen nickte und l\u00e4chelte die Alte freundlich an. \u201eGern&#8221;, sagte er. \u201eWir w\u00fcrden gern von Eurer Speise probieren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6ae028ef507226f0f80c2e7e7d49ff8e\">Eine Frau, hinter deren Rock sich ein noch kleineres M\u00e4dchen, j\u00fcnger als Ar\u00e1ma\u00fa versteckte, neigte sich zu dieser hinunter. Vor ihr hatte niemand Angst, im Gegenteil. Der Anblick der Kleinen setzte in ihnen eine verwirrende Mischung aus Mitleid und Zuneigung frei, zumindest bei den Frauen. Yalomiro wunderte sich \u00fcber die Gedanken, die um ihn herum wisperten. Wie konnte es sein, dass die Unkundigen so viel <em>Angst<\/em> vor ihnen hatten?<\/p>\n<p data-p-id=\"992db189f5bfde4bfb5f7e0f43a4fd34\">Die Frau gab Ar\u00e1ma\u00fa eine dicke Scheibe Brot in die Hand. \u201eHier, meine Kleine. Du hast sicher lange nichts Gutes mehr zu essen bekommen!&#8221; Das Kleinkind an ihrer Seite lachte auf und streckte Ar\u00e1ma\u00fa mit verschmierten H\u00e4ndchen ein Sch\u00fcsselchen hin, in dem nicht mehr allzu viel Brei enthalten war. Das Kleine war, davon k\u00fcndeten seine impulsiven Gedanken, froh die ungeliebte Speise los zu werden.<\/p>\n<p data-p-id=\"651b707bf808270dcca2eec892ed050b\">\u201eDanke&#8221;, sagte Ar\u00e1ma\u00fa artig. \u201eIst das Brot?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"800ddccfa2e06294f5a832888a7925cf\">Die Umstehenden, die das geh\u00f6rt hatten, schienen verwirrt, zumal Ar\u00e1ma\u00fa hinzuf\u00fcgte: \u201eIch hab das so lange nicht mehr gesehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"28b91e59efe02d9766f1063cc6f6beef\">\u201eBekommt ihr denn nichts zu essen von den Schwarzm\u00e4nteln?&#8221;, fragte ein Junge, der gefolgt von einigen Kameraden, n\u00e4her heran gekommen war. Einige hatten ihre Sch\u00fcsseln dabei und l\u00f6ffelten von dem Mus.<\/p>\n<p data-p-id=\"bb6924668a28770f5192fb2c864ca3e9\">\u201eNein&#8221;, antwortete Yalomiro arglos. \u201eWozu denn?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"93fd3d67a9969bbe7c3bf2a760c4d0cc\">Die <em>ujoray<\/em> murmelten fassungslos untereinander \u00fcber die Herzlosigkeit der Meister, die die Kinder offenbar hungern lie\u00dfen..<\/p>\n<p data-p-id=\"88808c1f456231d39010f15cfef2554d\">\u201eWann hast du denn das letzte Mal etwas gegessen?&#8221;, erkundigte der <em>ujoray<\/em>-Junge sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"18d788402df7f9817b6ca1999d7cae17\">Yalomiro dachte nach. Er erinnerte sich nicht, bei welcher Gelegenheit er zuletzt etwas gegessen hatte, aber Falgr\u00e8d antwortete: \u201eVor vier Sommern. Als ich mit meiner Meisterin unterwegs war. Am Meer.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"00d7473b047e7d7dbafb7c7a55c63c50\">\u201eVier Sommer lang willst du nichts gegessen haben? Da m\u00fcsstest du schon l\u00e4ngst verhungert sein!&#8221;, spottete der andere Junge.<\/p>\n<p data-p-id=\"5ffc2ee9492b27ce046a11483ad0a48d\">\u201eNun, wie du siehst, bin ich das nicht.&#8221; Falgr\u00e8d wandte sich ab und streckte die Hand nach Ar\u00e0ma\u00f9s Brot aus. \u201eGib mir ein St\u00fcck!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"66430c027aa4781da02bf752c91b7c77\">Das kleine M\u00e4dchen hatte mit r\u00fchrendem Ungeschick ein St\u00fcckchen Brot abgebrochen und kaute zaghaft darauf herum. Die Frauen beobachteten sie so gespannt, als warteten sie auf ein Wunder. Falgr\u00e8d nahm seinerseits vom Brot und gab Yalomiro den Rest.<\/p>\n<p data-p-id=\"64af7b253993bc2aa7f570cbd1069092\">\u201eHe!&#8221;, rief da einer der anderen Jungen aus, \u201ewillst du nicht auch vom Gem\u00fcse probieren?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"34fb755b28dbd4c066900f84591a6edb\">Falgr\u00e8d wandte sich ihm zu und ein gr\u00fcner Klumpen traf ihn an der Stirn. Einer der Jungen hatte mit seinem L\u00f6ffel eine Portion Brei nach ihm geschleudert.<\/p>\n<p data-p-id=\"34c9689e3057590045abb7125826ebe5\">Ein Ruck ging durch die <em>ujoray<\/em>. Falgr\u00e8d reckte sich emp\u00f6rt auf und seine Augen glommen auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"b9c05e719eec5a6b0f76b8f840a52445\">\u201eUngl\u00fcckseliger Bengel&#8221;, rief einer der M\u00e4nner aus und es war nicht sicher, ob er damit den jungen Schattens\u00e4nger oder den Flegel meinte. Jedenfalls packte er den Knaben an der Hand, der den derben Scherz begangen hatte und zog ihn beiseite.<\/p>\n<p data-p-id=\"6e2ddee5a6eab1be1d5508e765f045c5\">Ar\u00e1ma\u00fa lachte hell auf. \u201eFalgr\u00e8d, es sieht aus als h\u00e4ttest du ein Horn&#8221;, rief sie, woraufhin Falgr\u00e8ds silberner Blick verlosch und er sich w\u00fctend den Brei von der Stirn wischte. Yalomiro seufzte und steckte das Brot ein.<\/p>\n<p data-p-id=\"79287099df19c07b6e9516b731c18e13\">Einen Augenblick herrschte gespanntes Schweigen. Dann kam zwischen den H\u00e4usern ein junger Mann hervor, verharrte, als er die schweigenden Menschen sah und warf einen verwunderten Blick erst auf die ujoray und dann einen zweiten, viel l\u00e4ngeren, auf die Schattens\u00e4ngerkinder.<\/p>\n<p data-p-id=\"51734aea4582e04d356ce5931f15587f\">\u201eWas ist hier los?&#8221;, erkundigte er sich. \u201eIst mir etwas entgangen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c04ab2f984f09f87478400289fe02cf7\">\u201eDer <em>b\u00e1chorkor [~ Spielmann]<\/em>!&#8221;, jubelte eines der kleinen M\u00e4dchen, und brach damit das Schweigen. Erleichterung erfasste die Gemeinschaft der Obstbauern, und die Kinder lie\u00dfen die Schattens\u00e4ngerkinder stehen und st\u00fcrmten auf den Ank\u00f6mmling zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"0d51263316bada28ffa547098efa8775\">Der l\u00e4chelte und kam n\u00e4her, wurde von den Kindern umringt und von den Erwachsenen respektvoll gegr\u00fc\u00dft. W\u00e4hrend er sich seinen Weg hin\u00fcber zur Essensausgabe bahnte, strich er hier und dort freundlich dem einen oder anderen Kind \u00fcber das Haar, warf den jungen Bauernm\u00e4dchen und ihren M\u00fcttern Blicke zu und schien an den drei Schattens\u00e4ngern \u00fcberhaupt nichts Ungew\u00f6hnliches zu finden. Er beachtete sie nicht n\u00e4her.<\/p>\n<p data-p-id=\"f115dcb045fbf709a2354350b61618b0\">Die <em>ujoray<\/em> schienen den jungen Mann zu m\u00f6gen. Er hatte ein schmales, freundliches Gesicht, das von einer rostroten Lockenm\u00e4hne umspielt wurde. Seine zerschlissene Gewandung bestand aus einer wilden Zusammenstellung von b\u00e4uerlichen und h\u00f6fischen Kleidungsst\u00fccken. Fast jedes davon war in einem anderen r\u00f6tlichen Farbton. Es sah bizarr aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"c9d389de98dc3cee16004f2a2ae54d0a\">Yalomiro musterte den Fremden misstrauisch. Da war etwas an dem jungen Burschen, das ihn irritierte, ohne dass er h\u00e4tte sagen k\u00f6nnen, was es war. Es war nichts Bedrohliches, nichts, was den jungen Schattens\u00e4nger alarmiert h\u00e4tte. Aber etwas, das deutlich anders war als an den anderen Unkundigen, fast so, wie das geheimnisvolle Lamm sich von seinen bl\u00f6kenden und stur ans Gras fressenden Artgenossen unterschied. Nur, dass der <em>b\u00e1chorkor<\/em> nicht&#8230; nun ja&#8230; nicht leer war. Im Gegenteil. Hinter seiner schlanken Gestalt schien sich etwas zu verbergen, was den Bauern hier voraus war, im Denken ebenso wie im F\u00fchlen. Und dann verstand Yalomiro, was an ihm anders war.<\/p>\n<p data-p-id=\"0f352ac0669c9bee7002283ce6ed65bb\">Er konnte ihn <em>nicht h\u00f6ren<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"1665d2dab7e1a2847159f3c100fc1d46\">\u201eWas ist ein <em>b\u00e1chorkor<\/em>?&#8221;, raunte Ar\u00e1ma\u00fa, die erleichtert war, dass die Menschengruppe um sie herum sich zerstreute.<\/p>\n<p data-p-id=\"1d3c6be9428b47b0c066634faea4094b\">\u201eDas ist ein reisender Unkundiger, der kein Zuhause hat und durch das Weltenspiel zieht, um Geschichten und Lieder zu sammeln und sie von den einen Unkundigen zu den n\u00e4chsten zu bringen.&#8221; Falgr\u00e8d leckte sich den Rest Gem\u00fcsebrei vom Finger, fand aber keinen Gefallen an dem salzigen Geschmack. \u201eDarum sind sie so beliebt bei den Unkundigen. Weil sie Geschichten mitbringen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ff78e04b13fceac6d619eb92996d1347\">\u201eWie sch\u00f6n!&#8221;, freute sich Ar\u00e1ma\u00fa. \u201eIch darf ihm doch zuh\u00f6ren, wenn er etwas erz\u00e4hlt, oder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e860d2c806e052a392366f6b40912b88\">\u201eDazu haben wir keine Zeit. Wir m\u00fcssen doch zur\u00fcck zu den Meistern. Hast du denn das Lamm schon vergessen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3890fb0300eb21317394e0afc00be128\">\u201eAber w\u00e4re es nicht viel besser, wenn Ar\u00e1ma\u00fa hier bleibt?&#8221;, fragte Yalomiro. \u201eDie Unkundigen scheinen ihr doch wohlgesonnen zu sein. Du, Falgr\u00e8d, suchst die Meister, ich k\u00fcmmere mich um das Schaf und Ar\u00e1ma\u00fa&#8230; nun ja, hier wird ihr nichts passieren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fcef903e2d88628a3dc4070e0adc32df\">Falgr\u00e8d wollte etwas darauf entgegnen, aber im selben Moment tauchte am anderen Ende des Platzes der Sch\u00e4fer Idur auf und suchte, ohne auf die Kinder zu achten, gleich das Gespr\u00e4ch mit einigen M\u00e4nnern, die nahebei standen. Andere gesellten sich hinzu. Man beriet \u00fcber das Schicksal des Lamms.<\/p>\n<p data-p-id=\"ee685a4ddfe8b71610466e0fd3585103\">\u201eAlso gut&#8221;, sagte Falgr\u00e8d, ohne den Blick von ihnen abzuwenden. \u201eDann tu, was du nicht lassen kannst, Yalomiro. Aber erwarte nicht, dass ich Mitleid habe, wenn die Meister dich am Ende daf\u00fcr zur Verantwortung ziehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ac2163f7b27a70bb606af38768ac2268\">Yalomiro neigte den Kopf. Der \u00e4ltere Schattens\u00e4nger zuckte die Achseln und drehte sich um, stolzierte, ohne die anderen noch eines Blickes zu w\u00fcrdigen, in eine Gasse zwischen zwei H\u00e4usern. Augenblicke sp\u00e4ter flatterte ein junger Rabe zwischen den D\u00e4chern hervor und strich ab in Richtung S\u00fcden.<\/p>\n<p data-p-id=\"cdc44a559df57f4db4e8ca80782bfdea\">\u201eWillst du brav hier bleiben, Ar\u00e1ma\u00fa?&#8221;, fragte Yalomiro. \u201eWillst du dir die <em>ujoray<\/em>-Geschichten anh\u00f6ren und davon lernen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3d2cfb50f1d05410542e1314155dbf4c\">Sie nickte, obwohl ihr nicht wohl dabei war, ohne die Jungen bei den Unkundigen zu bleiben. Yalomiro f\u00fchrte sie bei der Hand zu den Kindern und Erwachsenen hin\u00fcber, die sich um den <em>b\u00e1chorkor<\/em> versammelt hatten, der nun auf einem Treppenabsatz Platz genommen hatte. Sie hatten ihm Brot und einen Krug zu Trinken gegeben und erwarteten, dass er ihnen nun zum Abendessen eine Geschichte erz\u00e4hlte.<\/p>\n<p data-p-id=\"b53f011df522a68f50b0c62f566d1fe1\">\u201eBleib brav hier sitzen&#8221;, fl\u00fcsterte Yalomiro seiner kleinen Gef\u00e4hrtin zu. \u201eIch werde dich rufen, sobald ich bereit bin.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d703f5eed4d61e02deb11a7af50fd658\">\u201eWas soll ich tun?&#8221;, fragte sie leise. \u201eKann ich etwas tun?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a4f736bcf1867a9de97503a9e5ee2f29\">\u201eJa. Etwas ganz Wichtiges. Sei einfach hier, unter den <em>ujoray<\/em>. Sei f\u00fcr uns alle drei da. Sie d\u00fcrfen nicht dar\u00fcber nachdenken, dass wir fortgegangen sind und nach uns suchen. Kannst du das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"da7a13f407eed44109784751f1bdfecd\">Die Kleine l\u00e4chelte. Ja, das konnte sie. Das war ein einfacher Zauber, der darin bestand, die Aufmerksamkeit der Unkundigen auf sich zu ziehen und zu binden. Ar\u00e1ma\u00fa musste dazu nichts weiter tun als anwesend zu sein und die Gedanken der Menschen, die sie sahen, zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p data-p-id=\"7aa1e828ac2230490796a2988483a1fd\">\u201eUnd h\u00f6r dir die Geschichten gut an&#8221;, fl\u00fcsterte Yalomiro. \u201eIch will sp\u00e4ter auch davon erfahren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7483f15db73e02ecedf49e0f2f67471c\">Ar\u00e1ma\u00fa hockte sich neben das Kleinkind, das seinen Brei mit ihr geteilt hatte. Die N\u00e4he der freundlichen <em>ujora<\/em> beruhigte sie. Yalomiro \u00fcberzeugte sich, dass die Menschen mit ihren eigenen Gedanken besch\u00e4ftigt waren und wollte sich davon stehlen.<\/p>\n<p data-p-id=\"07fd717a2157b9a245e3487c15336fde\">\u201e&#8230; machte der Ritter sich auf, um den Drachen zu b\u00e4ndigen&#8221;, klang die Stimme des <em>b\u00e1chorkor<\/em> an sein Ohr. \u201eDem Ritter war wohl bewusst, dass der Drache gef\u00e4hrlich war und ihn t\u00f6ten w\u00fcrde, wenn er sich ihm leichtsinnig n\u00e4herte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4fc8f683fc89ba5ab020a5e81f622682\">Yalomiro schaute \u00fcber die Schulter. Der dunkelbraune Blick des jungen Mannes ruhte wie zuf\u00e4llig auf ihm.<\/p>\n<p data-p-id=\"2aab48dbc78d6203873a52eb1b20d0cc\">\u201eAber, so dachte der Ritter sich, vielleicht w\u00fcrde ihm gelingen, was niemandem zuvor gelungen war. Denn er hatte sich vorgenommen, den Drachen nicht zu t\u00f6ten \u2013 er wollte ihn z\u00e4hmen. Denn, so dachte sich der Ritter, wenn der Drache bemerkte, dass er ihm nicht ans Leben wollte, dann w\u00fcrde er vielleicht mit sich reden lassen. Und das, so dachte der Ritter sich, der Plan, sich einen Drachen gef\u00fcgig zu machen, das w\u00fcrde wohl noch viel mehr Eindruck bei den sch\u00f6nen Damen machen als ein blutiger Jagderfolg.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5cf5a639c2c535648ea2ffa4a8324b11\">Yalomiro z\u00f6gerte. Wieso schien es ihm, dass diese Worte sich ganz allein an ihn richteten.<\/p>\n<p data-p-id=\"9425248f6d8dcef4c0fb76e017de48dc\">Der <em>b\u00e1chorkor<\/em> l\u00e4chelte.<\/p>\n<p data-p-id=\"cdf0fe2512e2eff3295890c039a0c4cc\">\u201eDrachen&#8221;, sagte er, \u201esind ziemlich sture Gesellen. Und nicht jeder, der Feuer speien kann, wei\u00df Diplomatie zu sch\u00e4tzen. Und so wurde dem Ritter ziemlich warm in seiner R\u00fcstung.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"78b44df3fba87323ee8f18a28b0f5147\">Yalomiro senkte verwirrt die Brauen. Hatte der <em>b\u00e1chorkor<\/em>, dessen Gedanken so stumm waren, ihm gerade zugenickt?<\/p>\n<p data-p-id=\"efaeab64f642d35e601f67e43adbbf3b\">Die Kinder lachten und auch die Erwachsenen am\u00fcsierten sich \u00fcber die Geschichte vom t\u00f6richten Ritter, der auszog, einen Drachen mit Worten zu besiegen. Selbst Ar\u00e1ma\u00fa lachte verstohlen. Der <em>b\u00e1chorkor<\/em> nahm einen Schluck aus seinem Krug und lachte mit den <em>ujoray<\/em>. Yalomiro sah sich um.<\/p>\n<p data-p-id=\"b85c8b39015392fe6150154cf2ff5443\">Idur und die M\u00e4nner, mit denen er geredet hatte, waren fort.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/yalomiro-und-das-unsterbliche-lamm-spin-off\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-3085","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kg_yalo"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3085","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3085"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3085\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3628,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3085\/revisions\/3628"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3085"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3085"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3085"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}