{"id":3083,"date":"2025-08-25T19:07:20","date_gmt":"2025-08-25T17:07:20","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=3083"},"modified":"2025-08-31T00:49:50","modified_gmt":"2025-08-30T22:49:50","slug":"09-die-goldgeruesteten-verfolger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/09-die-goldgeruesteten-verfolger\/","title":{"rendered":"09: Die goldger\u00fcsteten Verfolger"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"Yalo_Mag_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Yalo_Mag_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-3074\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Yalo_Mag_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Yalo_Mag_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Yalo_Mag_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"e5543ff2dd7cb70b0e443a8b4432d2ba\">Zur Grenze zwischen dem Gebiet der Unkundigen und dem Reich der Schattens\u00e4nger, war nicht mehr allzu weit. Yalomiro, dem das stinkende, schwammige Schaf auf seinen Schultern immer schwerer wurde, hatte beschlossen, das Tier nur bis dorthin zu bringen, dorthin, wo die Unkundigen ihren Fu\u00df nicht setzen w\u00fcrden; nicht angesichts dessen, was sie gestern Vormittag noch mit ihrem Aranzienbaum erlebt hatten.<\/p>\n<p data-p-id=\"8766739314f66262f5854955c7ceb901\">Yalomiro stolperte voran und dabei kam ihm der sonderbare Gedanke, ob er eigentlich gerade im Begriff war, etwas <em>Verbotenes<\/em> zu tun. Die Unkundigen hatten gefrevelt, indem sie ihren Baum in den nachtgeweihten Boden des Boscarg\u00e9n gesetzt hatten, etwas aus ihrer Welt vors\u00e4tzlich in die der Schattens\u00e4nger gebracht hatten und sogar noch den Gedanken dabei gedacht hatten, es weiterhin zu tun. Nun nahm er etwas fort aus der Welt der Unkundigen, etwas, das sich offensichtlich nur dorthin verirrt hatte, woher auch immer es gekommen war. War das ein <em>Diebstahl<\/em>? Nein, denn das Lamm geh\u00f6rte den Unkundigen nicht, und sie hatten auch nicht vorgehabt, es zu behalten.<\/p>\n<p data-p-id=\"9d79fc3f3bf256281f41a85f6e5c996a\">War es recht, dass er dieses seltsame, gef\u00e4hrliche, mit einiger Wahrscheinlichkeit verfluchte Gesch\u00f6pf zu den <em>camat&#8217;ay<\/em> brachte? Was, wenn das Teil eines Planes, von wem auch immer, vielleicht der <em>goala&#8217;ay<\/em>, war, um den Schattens\u00e4ngern zu schaden?<\/p>\n<p data-p-id=\"94ab3651f42439ac40a1cf2bde4230b9\">In den Eta\u00edmalon mitnehmen konnte er das Tier nicht, das war klar. Aber schon die Waldgrenze w\u00fcrde ein wenig Sicherheit bedeuten, so lange, bis ein Meister sich die Sachen angesehen h\u00e4tte. H\u00e4tte er die Unkundigen gew\u00e4hren und das Lamm verbrennen lassen (Yalomiro hatte leise Zweifel daran, dass die Flammen das Tier tats\u00e4chlich get\u00f6tet h\u00e4tten), wom\u00f6glich w\u00e4re den Meistern auf diese Weise wertvolles Wissen entgangen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ef14923cc837c18b9ddf6b47a804fa3f\">Aber h\u00e4tten sie ihn daf\u00fcr getadelt? Und w\u00fcrden nicht \u2013 abgesehen von Meister G\u00edonar, der ohnehin alles, was er, Yalomiro, tat, bedenklich fand \u2013 auch andere Meister seine Eigenm\u00e4chtigkeit verurteilen?<\/p>\n<p data-p-id=\"f23ecb1ddce7a283e19786e8a3437645\">So sann Yalomiro, ohne \u00fcber seine Schritte nachzudenken, immer der Stra\u00dfe folgend, bis ihm pl\u00f6tzlich ein warmer Dunst entgegen schlug. Im selben Moment glitt ein gro\u00dfer Schatten \u00fcber ihn hinweg und verdunkelte einen Wimpernschlag lang den Mond.<\/p>\n<p data-p-id=\"f896af6c7b0129a3b5af412928ae30d5\">Yalomiro blieb erstarrt stehen. Vor ihm auf dem Weg, einen Steinwurf entfernt, versperrte ihm ein Reiter den Weg.<\/p>\n<p data-p-id=\"23e8dc6ece3a02dfec3394d7212cd173\">\u201eBleib stehen, Junge!&#8221;, h\u00f6rte er dessen Stimme. \u201eLauf nicht weg!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9adf3e026fe176b65a098f0ea8adb1c4\">Etwas Schweres setzte hinter dem Schattens\u00e4ngerkind auf dem sandigen Weg auf, ein dumpfes Ger\u00e4usch, begleitet von metallischem Klirren.<\/p>\n<p data-p-id=\"442f341646fe7132b3fee121c008fa0a\">Yalomiro wurde eiskalt, obwohl die Hitze nun auf beiden Seiten waberte. Er musste sich nicht umdrehen, um zu wissen, dass der andere <em>arcaval&#8217;ay<\/em> sein Einhorn hinter ihm zu Boden gebracht hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"efcc9651944d1b5ee97745a4e5b25276\">Yalomiro dachte nach. Regenbogenritter \u2013 waren sie gef\u00e4hrlich? Machten sie, wie die <em>goala&#8217;ay<\/em>, Jagd auf Schattens\u00e4nger, nach all dem, was Schwarzgewandete in den magischen Kriegen, insbesondere bei der Schlacht um Aur\u00f3p\u00e9a, angerichtet hatten?<\/p>\n<p data-p-id=\"b04d609019958a88229f7c7f3fe88880\">Wohl kaum. Regenbogenritter suchten keine Rache. Sie <em>verachteten<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"68d6986c9c03c627ddb32575a618e9c9\">Yalomiro nahm all seinen Mut zusammen. \u201eIch habe nichts verbrochen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"231a55e58f4c07f717eb10b471d43f09\">Der hinter ihm lachte. Sein Ross stapfte n\u00e4her.<\/p>\n<p data-p-id=\"87e9ff58f7fe2b200dfd2cdddb3246b5\">\u201eEin kleiner Viehdieb bist du, Junge. Warum sonst schleppst du in der Nacht L\u00e4mmer von der Weide, wenn nicht, um zu stehlen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"25eb149d4c71e11ed875f1f50c15ac8a\">Die Hitze kam n\u00e4her. Es war die goldene R\u00fcstung des Ritters, das goldbeschlagene Sattelzeug seines Einhorns, das grollend schnaubte und unter dessen Tritten der Boden leicht bebte.<\/p>\n<p data-p-id=\"34bc5f5952ea851d24e6f209c4b006f7\">Yalomiro presste die Lippen aufeinander. Ob sie ihn als das erkannt hatten, was er war, als einen Schwarzgewandeten \u2013 wenn auch noch einen sehr jungen \u2013 einen derer, mit denen sie nie Freundschaft schlie\u00dfen w\u00fcrden, so wie es in den \u00e4ltesten Tagen war?<\/p>\n<p data-p-id=\"4e15308114a0c063e511b83c2bfe638d\">Nokt\u00e1ma, gro\u00dfe Mutter der Dunkelheit, lass sie nicht erkennen, <em>was<\/em> ich bin, flehte Yalomiro in Gedanken. Er durfte sich nun von dem Gold nicht bange machen lassen. Es w\u00fcrde ihn verraten.<\/p>\n<p data-p-id=\"6764f28092969ed39652dee278d9ed38\">Mit einem Laut, als stie\u00dfe Wind in ein gro\u00dfes Segel, breitete das Einhorn des anderen Ritters seine Schwingen aus. Auch er ritt n\u00e4her heran.<\/p>\n<p data-p-id=\"44a0ce93684cab3395b0f3a20b50f494\">\u201eGib uns das Lamm, mein Kleiner. Wir k\u00f6nnen mehr damit beginnen als du&#8221;, sagte er.<\/p>\n<p data-p-id=\"ae083615168ff8d6f491677a848b800e\">\u201eDas&#8230; das ist mein Lamm! Ich hab es zuerst gehabt!&#8221;, entgegnete der Junge.<\/p>\n<p data-p-id=\"d282a7d5d91360926d06bb62293be41e\">\u201eEs geh\u00f6rt dir nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"161f4699aa0049f8de073840fced73e7\">\u201eEs geh\u00f6rt euch ebenso wenig! Es&#8230; es geht doch nicht an, dass ihr Herren den Bauern das Vieh entf\u00fchren wollt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7f5e66a3d82bd47e138adb47090bd59d\">Nun lachten beide Ritter. Sie lachten nicht h\u00f6hnisch oder \u00fcberlegen, im Gegenteil. Ihr Gel\u00e4chter klang auf eine sonderbare Weise mild und am\u00fcsiert.<\/p>\n<p data-p-id=\"00d65ec4c7d03a4e077caf98bbefa076\">Yalomiro f\u00fchlte sich, als sch\u00f6ben sich von beiden Seiten gl\u00fchende Metallplatten auf ihn zu. Er atmete schneller und gab sich alle M\u00fche, nicht zu wimmern. Wenn er nur lange genug durchhielt, so dachte er sich, w\u00fcrden sie ihn vielleicht f\u00fcr ein Kind der <em>ujoray<\/em> halten.<\/p>\n<p data-p-id=\"597dd110bc1a0d1caf26dbfadbb739ba\">\u201eEs geh\u00f6rt mir&#8221;, kr\u00e4chzte er.<\/p>\n<p data-p-id=\"295e7c38f5ca0b5136483924f9eba097\">\u201eEs ist in einem j\u00e4mmerlichen Zustand.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f1cd2f87472f00922d945b31b0d31c1a\">Das lie\u00df sich beim besten Willen nicht leugnen. Und sicherlich wussten die Regenbogenritter auch, dass etwas Seltsames mit dem Sch\u00e4fchen vorging. Er als unkundiger und einf\u00e4ltiger kleiner, unkundiger H\u00fctejunge konnte das jedoch nicht wissen, also behauptete er: \u201eJa, es ist krank. Ich bringe es beiseite, um es gesund zu pflegen, damit es die Herde nicht ansteckt&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e6b47c4677b0dc7f5befeee277265abe\">Wie um seine Worte zu bekr\u00e4ftigen, nieste das Lamm. Das Einhorn t\u00e4nzelte beiseite, um dem spr\u00fchenden Rotz auszuweichen und grollte unwillig.<\/p>\n<p data-p-id=\"5ca9e2c2a8c4eb2f685d994ccea8b35b\">\u201eDu kannst es nicht gesund machen!&#8221; Der Ritter war nun ganz nahe. Das bleiche, alterslose Gesicht unter dem Helm war freundlich. Seine Miene duldete aber keinen Widerspruch.<\/p>\n<p data-p-id=\"32ff2035aff2203205f9fa03cb2671ff\">\u201eGib es uns&#8221;, forderte nun auch der hinter ihm. \u201eWir wollen nur das Beste.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9c5a8bdf6d84f2ddd2d41203ef635559\">Das Lamm strampelte. Yalomiro hob es wieder auf seine Arme. Reste des Fells blieben auf seinen Schultern und an seinem Hemd kleben.<\/p>\n<p data-p-id=\"ee45e53d2f32f3c98994c51e0651e999\">\u201eHat euch jemand gerufen?&#8221;, fragte er dann und legte allen Widerstand in seine Stimme, zu dem er noch f\u00e4hig war. \u201eHaben die Leute aus dem Dorf euch <em>gesagt<\/em>, ihr sollt es holen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cdc32e4b13cd0cbbae72d56db72dce3b\">\u201eSagen wir&#8230; wir h\u00f6rten davon. Und wir kamen, um zu sehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"88ad148dcc8998c7fd323a25fe32f385\">Yalomiro erinnerte sich an Idurs abf\u00e4llige Rede \u00fcber die Regenbogenritter. \u201eAber geholfen habt ihr nicht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4504deff00d9cbad603c8299350efd5c\">\u201eEs waren&#8230; Dinge <em>abzuw\u00e4gen<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"750fc3687bdf62cf08d03c2cec1e755e\">Auch Yalomiro wog Gedanken ab, obwohl er die Hitze kaum noch ertrug. Etwas in ihm str\u00e4ubte sich davor, den Regenbogenrittern das Lamm zu \u00fcberlassen. Andererseits wurde der Drang, die Flucht zu ergreifen, immer st\u00e4rker.<\/p>\n<p data-p-id=\"bf7afa2495a47357c761359d0e535a3d\">Fl\u00fcchten? Gegen zwei Berittene, deren R\u00f6sser nicht nur schneller als ein Pferd rennen, sondern auch noch fliegen konnten?<\/p>\n<p data-p-id=\"3cb0c26ec49cdd2a1c9cbba353fa7aa9\">Das Lamm seufzte schwer. Sein leerer Blick suchte Yalomiros Augen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b78d9c943d859a70a65b5f7543aecaf4\">Und wenn er sich nun wieder in einen Raben oder eine Katze verwandelte? Vielleicht w\u00fcrde es gelingen, die Reiter im hohen Gras oder im flinken Flug abzusch\u00fctteln. Aber dazu musste er das Lamm aufgeben, und das wollte er nicht. Au\u00dferdem&#8230; das Gold machte ihn so schwach und fiebrig, dass er sich nicht sicher war, \u00fcberhaupt eine Verwandlung vollziehen zu k\u00f6nnen. Jedenfalls nicht schnell genug, so dass ihn zuvor einer der beiden Ritter beim Kragen gepackt h\u00e4tte.<\/p>\n<p data-p-id=\"dc881f0073f9d0a431c3272f2ab5440c\">\u201eIch kann ihm helfen&#8221;, wisperte er verst\u00f6rt. \u201eWir m\u00fcssen&#8230; heilen&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1ca62ec4652b56ef8e202ea6943a3342\">Der Ritter hinter seinem R\u00fccken antwortete sanft: \u201eIhr k\u00f6nnt das Weltenspiel nicht nach euren W\u00fcnschen zurechtr\u00fccken. Es gibt Grenzen, die euersgleichen gesetzt sind, Junge.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"494d916addc35023796a4f3400b727bd\">\u201eIch werde es euch nicht \u00fcberlassen&#8221;, fl\u00fcsterte Yalomiro.<\/p>\n<p data-p-id=\"bc2e014faaab591b9baf148bf3883f0c\">Der erste Ritter neigte sich zu ihm hinab. Seine gepanzerte Hand war dicht bei Yalomiros Gesicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"3e72e1ad043e109243c252a9a4e83972\">\u201eNicht&#8221;, zischte Yalomiro, und seine Augen glommen auf; ein Reflex, einer, der sich nicht unterdr\u00fccken lie\u00df.<\/p>\n<p data-p-id=\"32ee3bc36dee7a2d267a3762166d6729\">Doch der Ritter erschrak nicht. Im Gegenteil: Er l\u00e4chelte.<\/p>\n<p data-p-id=\"1b0e0262b3f25dd6a71c8a4a6a6b5a34\">\u201eLiegt es denn so sehr in der Natur von deinesgleichen, sich Verdorbenes ins Haus zu holen? Habt ihr denn gar nichts <em>gelernt<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3589b4813e57bfe266f90c275a71230d\">Yalomiro wurde schwindelig, obgleich er wusste, dass der Ritter ihn nicht ber\u00fchren w\u00fcrde. Aber die Panik ergriff ihn nun mit Wucht. Und ehe er wusste, was geschah, war er zwischen den beiden Einh\u00f6rnern hindurch geschl\u00fcpft, das unwillig bl\u00f6kende Lamm an sich gepresst, und rannte, rannte, so schnell ihn seine Menschenbeine tragen konnten, weg, querfeldein, weg von der Stra\u00dfe, weg vom Wald, einfach nur fort.<\/p>\n<p data-p-id=\"455c086b105883b9a4a112a772f14cce\">Die Regenbogenritter waren so \u00fcberrascht, dass sie erst einen Atemzug sp\u00e4ter zur Verfolgung ansetzten. Die Klauen ihrer R\u00f6sser gruben tiefe Furchen in den weichen Boden, wo sie aufsetzten und den Schattens\u00e4ngerjungen durch die Nacht hetzten.<\/p>\n<p data-p-id=\"ce141c924d694fade234fa7e54c46671\">Der Junge hastete um sein Leben, aber der Gedanke, den Reitern davon zu kommen, war l\u00e4cherlich. Nicht, wenn es ihm nicht gelang, einen Vorsprung zu erhaschen.<\/p>\n<p data-p-id=\"9a658482fa255ddbeb0c96738c590d36\">Die Einh\u00f6rner galoppierten mit donnernden Hufen. Die Ritter riefen ihm etwas zu, aber er h\u00f6rte nicht hin. Stattdessen ergriff ihn, der in Panik vor den Goldgepanzerten floh, eine sonderbare Ruhe, eine Klarheit in seinen gerade noch gehetzten und kleinm\u00fctigen Gedanken, die ihn erschreckt h\u00e4tte, h\u00e4tte er die Zeit gehabt, dar\u00fcber nachzudenken.<\/p>\n<p data-p-id=\"5d13960ea6b4e274733d6b929b1874dd\">Direkt vor ihm s\u00e4umten Trauerweiden das Ufer eines flachen, ruhig dahinpl\u00e4tschernden Bachlaufs, der die Wiese durchteilte. Yalomiro sah die B\u00e4ume und das, was sich in ihm ausstreckte, machtvoll und gut, wusste, was zu tun war. Yalomiro <em>sang<\/em>, obwohl er allen Atem zum Rennen gebraucht h\u00e4tte. <em>Helft mir!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"881f9ecd7a247aba50279f5d8c2c79cc\">Er huschte zwischen den lang herabh\u00e4ngenden Zweigen hindurch, die die Wasserfl\u00e4che ber\u00fchrten und sprang in den Bach, fast, dass er den Atem der Einh\u00f6rner in seinem Nacken sp\u00fcrte.<\/p>\n<p data-p-id=\"e4e8cac62e4d0c4b1bf01b4cd77dc8fe\">Und er rannte, rannte, ohne sich umzusehen, ohne sich zu vergewissern, warum die Einh\u00f6rner pl\u00f6tzlich markersch\u00fctternd r\u00f6hrten und ihre Reiter in ihrer eigenartigen, eigenen Sprache \u00fcberrascht aufschrien und schimpften, ohne sich nach dem Geschepper, Geraschel und Gestampfe umzudrehen, nachdem die Weiden die Einh\u00f6rner mit ihren Zweigen eingefangen hatten und die Tiere sich f\u00fcr einen Moment mitsamt ihren Reitern darin verstrickten.<\/p>\n<p data-p-id=\"73d068588cd392fa8bf2419389159f8d\">Nicht lange, denn gegen die Kraft der Einh\u00f6rner und die Schwerter der Ritter konnten die Weiden nichts ausrichten.<\/p>\n<p data-p-id=\"bedf1cc5566175ee5f6ae304c089867e\">Aber doch lange genug, um Yalomiro auf die andere Seite des Baches zu bringen und ein kleines St\u00fcck Weges voran.<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"900865a10e1d1ae1160154aaa0e43351\">Yalomiro hatte nicht bewusst dar\u00fcber nachgedacht, aber es war instinktiv das Sinnvollste, was er in seiner Situation tun konnte: Er war, Hals \u00fcber Kopf, in den n\u00e4chsten Obstgarten geflohen. Eine Plantage junger Limjenenb\u00e4ume war es, zwischen denen sich hier und da Beerenstr\u00e4ucher ausgebreitet hatten, die die Unkundigen wild wachsen lie\u00dfen.<\/p>\n<p data-p-id=\"07c376299f55ca896cdf1cff73dfb568\">Yalomiro lag mit dem Lamm unter einem davon und hielt dem Tier mit der Hand die schmierige Schnauze zu, um es am Bl\u00f6ken zu hindern. Die Regenbogenritter suchten nach ihm, er h\u00f6rte, wie sie durch den dunklen Obstgarten irrten. Ihre R\u00fcstungen klangen und verrieten dem jungen Schattens\u00e4nger, ob sie sich n\u00e4herten oder entfernten.<\/p>\n<p data-p-id=\"cf534b4d99d76d38799973a6557aec2a\">In den Garten hatten sie im mit ihren Einh\u00f6rnern nicht folgen k\u00f6nnen; die R\u00f6sser waren zu gro\u00df, um zwischen den B\u00e4umen umhergehen zu k\u00f6nnen. Aber wenn er sich nun regte oder das Lamm l\u00e4rmte, dann w\u00fcrden sie ihn finden.<\/p>\n<p data-p-id=\"932be2a31a28d44d93584afd0bfb2e80\"><em>Bitte, Nokt\u00e1ma<\/em>, flehte er, <em>lass sie mich nicht finden!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"ed8a70b1586e2b153cef330f950a2a47\">\u201eWas w\u00e4chst dort im Boscarg\u00e9n heran&#8221;, h\u00f6rte er den einen der Ritter halblaut zu seinem Gef\u00e4hrten sagen. \u201eWie <em>m\u00e4chtig<\/em> muss dieser Lausebengel sein, um so etwas zu vollbringen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"de362b51df393d7b54f68168ae35e711\">\u201eWir m\u00fcssen der Herrin und Meister Cel\u00fa davon berichten&#8221;, stimmte der andere zu. \u201eNicht auszudenken, wenn das B\u00fcrschchen so weiter macht und auf falsche Gedanken kommt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7c4edcb95bddcd22b9e1a03b97df7e6b\">Bei den M\u00e4chten, das klang wie die Rede von Meister G\u00edonar! Obgleich es Yalomiro mit Stolz erf\u00fcllte, dass es ihm gelungen war, die Ritter zu beeindrucken, bedr\u00fcckte ihn doch, dass es offenbar niemandem zu gefallen schien, dass er mit seinem K\u00f6nnen anderen voraus war. Mit Neid, wie er ab und zu bei Falgr\u00e8d hervorblitzte, konnte Yalomiro leben. Aber er hatte nie beabsichtigt, dass andere sich durch sein K\u00f6nnen <em>beunruhigt<\/em> f\u00fchlten.<\/p>\n<p data-p-id=\"17d0c102b8cd95829684245fb453adc9\">\u201eWieso, bei allen guten M\u00e4chten, interessieren sich die Schwarzgewandeten so sehr f\u00fcr dieses bemitleidenswerte Gesch\u00f6pf, das die Unkundigen in Gefahr bringt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"48d9765824ba6d30a4bb011fce5738b1\">\u201eDu hast doch ihren Gro\u00dfmeister geh\u00f6rt. Sie wollen nichts vorschnell verloren geben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"de928e141513fdc660cd41f30e5240bc\">\u201eDiese Einstellung hat ihnen nur Unheil gebracht! Wenn sie die Unkundigen wirklich besch\u00fctzen wollten, m\u00fcssten sie <em>ausmerzen<\/em>, was Gefahr in sich birgt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2b1d8b4185d82d1ac839f46affa2ef5e\">Yalomiro lauschte betroffen. Bedeutete das, dass auch Regenbogenritter t\u00f6teten, was ihnen missfiel? Oder was sie nicht verstanden? Waren die Regenbogenritter den Unkundigen so <em>\u00e4hnlich<\/em>?<\/p>\n<p data-p-id=\"bbb497dd1d10a1173ef1d7e443cdecbd\">\u201eWas erwartest du, nach allem was geschehen ist? Nachdem sie sich verkrochen haben und die Taten ihrer Abtr\u00fcnnigen am liebsten vertuschen w\u00fcrden? Nachdem sie so viel Unheil \u00fcber das Weltenspiel gebracht haben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f449347354b4f96837c7cd1eb850a013\">\u201eJa, aber schon Kinder erziehen sie in diesem Geiste? Bilden sie sich wirklich ein, etwas Verfluchtes <em>retten<\/em> zu k\u00f6nnen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8c9422c26c2af5453509577345418e79\">\u201eDu hast den Gro\u00dfmeister geh\u00f6rt. Ja. So n\u00e4rrisch sind sie. Und das macht sie nicht ungef\u00e4hrlicher.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fa26854601437b94ea1f1abb823e197f\">Ihre Stimmen wurden etwas leiser. Offenbar suchten sie nun in einer anderen Richtung. Yalomiro wagte es, sich ein wenig zu regen. Das stinkende Tier an seiner Seite schnappte w\u00fctend nach seinen Fingern, doch er gab die Schnauze nicht frei.<\/p>\n<p data-p-id=\"603b7c04773fa3c39d05b1d39a5d304f\">So. Sie hatten also mit Meister Ask\u00fdn gesprochen, vielleicht sogar gewusst, dass drei Schattens\u00e4ngerkinder ausgezogen waren, das Lamm zu begutachten. Und offenbar hatte er Meister Askyns Wunsch, das Lamm genau auf Fl\u00fcche und dergleichen zu untersuchen, richtig eingesch\u00e4tzt und erraten. Das erleichterte ihn ein wenig.<\/p>\n<p data-p-id=\"7c527f6000f4d874c0cc01e12708df82\">Aber die schlechte Meinung, die die Regenbogenritter \u00fcber die Schattens\u00e4nger hatten, die kr\u00e4nkte ihn, wenn er auch gut nachvollziehen konnte, was die Hintergr\u00fcnde waren. Jedes kleine Schattens\u00e4ngerkind lernte die Geschichten \u00fcber Ovid\u00e1ol Eta\u00edmalar und den Namenlosen, den Schwarzen Meister. Zwei Schattens\u00e4nger, die aus dem Kreis ausgebrochen waren und Schande \u00fcber sie gebracht hatten; ausgesto\u00dfen aus der Gemeinschaft und im Rausch ihrer Macht dem Wahnsinn anheimgefallen. Ovid\u00e1ol hatte Chaosgeister beschworen und das Weltenspiel mit einem schrecklichen Krieg ins Unheil gest\u00fcrzt; am Ende waren durch seine Hand die <em>fayara\u00e9<\/em>, [~ Feen] die Herrinnen der Regenbogenritter gefallen \u2013 alle, bis auf eine, die hohe Herrin Elosal, die nun an der Seite des Gro\u00dfmeisters Cel\u00fa die Unkundigen in Aur\u00f3p\u00e9a besch\u00fctzte. Und der andere, der Namenlose \u2013 nun, der hatte versucht, Ovid\u00e1ol die Macht zu entrei\u00dfen. Seiher war er verschollen. Doch das war lange her. Sicherlich war auch der Schwarze Meister l\u00e4ngst hinter den Tr\u00e4umen, wo immer er sich versteckt gehalten haben mochte.<\/p>\n<p data-p-id=\"8759945d1d3383d9b73e4c113dc15c3f\">Wie auch immer \u2013lange konnte Yalomiro sich hier nicht verstecken. Die Ritter waren nun weit genug weg. Wenn er sehr leise war, konnte er wom\u00f6glich davon kommen.<\/p>\n<p data-p-id=\"cad46f04556b2a42133f0a9cec76608e\">Der Junge klemmte sich das Lamm zwischen die Beine, die klebrige Schnauze immer noch fest mit der Hand umklammert, und kroch auf allen Vieren unter dem Busch hervor in die Deckung des n\u00e4chsten. Die Bl\u00e4tter waren ihm wohlgesonnen und raschelten kaum, gaben ihm Deckung und taten ihr Bestes, um den Jungen zu verbergen.<\/p>\n<p data-p-id=\"56e43e335808c38efb98bb9e0821efde\">Endlich wagte er es, sich aufzurichten, geduckt zu gehen und dann schlie\u00dflich flink und lautlos wie ein Reh durch die Schatten der Birnb\u00e4ume zu gleiten, bis er an das entgegen gesetzte Ende des Gartens kam, wo er die Ritter nicht mehr h\u00f6rte.<\/p>\n<p data-p-id=\"0ef1fb8740b95f66dcfa17f9d5c978cf\">Der Junge kletterte, das Tier unter dem Arm, \u00fcber ein niedriges Gatter und stand wieder auf einer Weide, auf der nahebei ein paar K\u00fche ruhten. Im Norden flackerte Feuerschimmer \u00fcber den Baumkronen. Das Phantomschaf brannte.<\/p>\n<p data-p-id=\"366edf95f6a47d4eb8c955d98289fdc7\">Fort. Er musste fort. Ar\u00e1ma\u00fa konnte nun, ohne in Gefahr zu geraten, zu ihm aufschlie\u00dfen.<\/p>\n<p data-p-id=\"0191980431369175028b346d69183350\"><em>Ar\u00e1ma\u00fa<\/em>, rief er sie. <em>Komm. Wir k\u00f6nnen fort.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"0e4982a3ce8f304bf03fa7ed079e823d\">Eine Weile lang war es still. Weder die Laute n\u00e4chtlicher Tiere noch die Ger\u00e4usche der suchenden Ritter st\u00f6rten die Ruhe. Und auch von Ar\u00e1ma\u00fa kam keine Antwort.<\/p>\n<p data-p-id=\"26036992a8a4d103c2e0b75f13b58995\">\u201eWieso gibst du den Rittern das Lamm nicht?&#8221;, fragte der <em>b\u00e1chorkor<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"c94d4fd26009eb59f6c61708f8dd6873\">Yalomiro zuckte so erschrocken zusammen, dass ihm das Schaf entglitt. Das Tier fiel schlaff zu Boden und machte keine Anstalten, sich aufzurappeln. Stattdessen schnaufte es b\u00f6se.<\/p>\n<p data-p-id=\"b390b2f13e3434ae94e54525a3622471\">\u201eWo kommst du her?&#8221;, fragte Yalomiro verwirrt.<\/p>\n<p data-p-id=\"f94a291e1835a70723e5a28028916c3c\">Der <em>b\u00e1chorkor<\/em> deutete in Richtung Stra\u00dfe. \u201eAus dem Dorf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cc0e9671adb937de9d0cefe0a2c6be1c\">Der Junge senkte misstrauisch die Brauen. Nein, mit diesem seltsamen Mann stimmte irgendetwas nicht. Immer noch war kein einziger Gedanke zu h\u00f6ren, aber im Gegensatz zu dem leeren Schaf war es nicht so, als h\u00e4tte er keine. Es war einfach so, als habe der <em>b\u00e1chorkor<\/em> beschlossen, zu <em>schweigen<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"4042856f642f172928aec2862130ccfc\">\u201eIch kann es ihnen nicht geben. Es geh\u00f6rt ihnen nicht&#8221;, sagte er dann vage.<\/p>\n<p data-p-id=\"937bf8ebc970c5b5119513e9371a1fab\">\u201eAber dir geh\u00f6rt es? Den <em>camat&#8217;ay<\/em> geh\u00f6rt es?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"26c07eeb5707c7683db6b39e3b7d28f1\">\u201eWir&#8230; meinesgleichen k\u00f6nnen es vielleicht heilen. Und herausfinden, ob es noch mehr mit dieser Krankheit gibt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9f2cee1808c3c76816e3b329a2a8c8f0\">\u201eGibt es nicht. Dieses hier ist das einzige, das unter dieser&#8230; Krankheit leidet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"66fbbeb7b2d9acb5e17a2e397cda4b9e\">\u201eWoher willst du das wissen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1ea579397eb75c1c424ff23ab63a8a01\">Der <em>b\u00e1chorkor<\/em> lachte leise. \u201eIch bin weit gereist. Und ich habe viel Krankes gesehen im Weltenspiel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c505bb6c3936ad7360974a3106ab7f6f\">Yalomiro lie\u00df die Schultern h\u00e4ngen. \u201eWie dem auch sei&#8230; mein Meister ist der m\u00e4chtigste Schattens\u00e4nger unter diesem Mond. Wenn man dem Sch\u00e4fchen helfen kann, dann&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1337857d0787786f9b32668a65d6dc79\">\u201eDem Tier kann geholfen werden. Aber du kannst es nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"29935ee6d7fd2641288f06fc25663da2\">Der Junge z\u00f6gerte. \u201eWarum nicht?&#8221;, fragte er dann vorsichtig.<\/p>\n<p data-p-id=\"e3ec6c71f6b28edb025c4a714a6b8140\">Der <em>b\u00e1chorkor<\/em> kam n\u00e4her. Seine zusammengesuchte Kleidung schlotterte an seinem K\u00f6rper. Er wirkte abgerissen und erb\u00e4rmlich, aber es war etwas in der Art, wie er sich bewegte, wie er redete und seine Gedanken still hielt, das Yalomiro irritierte.<\/p>\n<p data-p-id=\"3aa921686e7735cb2446c52102ad2b1a\">\u201eWeil ich es tun werde&#8221;, sagte er dann sanft. \u201eWeil ich die Tollheit und Sieche beenden werde, die das kleine Kerlchen hier erfasst hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bf58285eb6216844a9871a43360edf77\">\u201eAber&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7276ed7ceaeb8ba7362e84799091d6b1\">\u201eStill. Die Ritter sind noch in der N\u00e4he, junger Schattens\u00e4nger. Und ich werde dich auch nicht bitten, es mir auszuh\u00e4ndigen. Ich bitte dich nur, es selbst entscheiden zu lassen. Klingt das gerecht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0a14add25183db91e423f85b58cebe3f\">Nat\u00fcrlich tat es das. Es klang gerechter als die <em>ujoray<\/em>, die es umbringen, als die Regenbogenritter, die es rauben wollten. Yalomiro trat einige Schritte beiseite, so dass das Lamm genau in der Mitte zwischen ihm und dem <em>b\u00e1chorkor<\/em> lag. Der hockte sich hin und streckte sacht die Hand nach dem Tier aus. Yalomiro tat es ihm nach.<\/p>\n<p data-p-id=\"29efabb3d5c05fc7353350922644de7e\">Das Lamm bewegte sich tr\u00e4ge, blickte von einem zum anderen. Und obwohl keiner von ihnen sprach, schien der <em>b\u00e1chorkor<\/em> seine Aufmerksamkeit zu erregen.<\/p>\n<p data-p-id=\"8efa45334c18e3ed335526c043a8a001\">St\u00f6hnend rappelte es sich auf und stelzte, mit steifen Beinen, auf den Erwachsenen zu. Und je n\u00e4her es ihm kam, desto graziler wurden seine Bewegungen. Am Ende tat es sogar ein, zwei zierliche Spr\u00fcnge und wedelte mit seinem zerfetzen Schw\u00e4nzchen.<\/p>\n<p data-p-id=\"7c8c49ad2a8b2c0f9904674bedfe2ec2\">Der junge Mann l\u00e4chelte, nahm es ohne Ekel auf den Arm und streichelte es. Mit gro\u00dfen Augen beobachte Yalomiro, wie das Tier sich an die Brust des Mannes kuschelte, die blicklosen Augen schloss und einen tiefen Seufzer ausstie\u00df.<\/p>\n<p data-p-id=\"9958368c3f4f063e7162cdb68d700afa\">\u201e<em>Ad&#8217;ree<\/em>&#8220;, fl\u00fcsterte der <em>b\u00e1chorkor<\/em> und hauchte dem B\u00f6ckchen einen Kuss zwischen seine winzigen H\u00f6rner.<\/p>\n<p data-p-id=\"7913d48e894361f4f5292f61bde099b3\">Yalomiro wartete.<\/p>\n<p data-p-id=\"76428955139ff5ae631acac7b4712213\">\u201eUnd wird es nun gesund?&#8221;, fragte er dann.<\/p>\n<p data-p-id=\"946e1546c1f27ded934b77b0ec204dfa\">\u201eNein. Aber es ist nicht mehr krank.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"26a70bcb7c5f1f0d724edc5c69a1abd0\">Der Schattens\u00e4ngerjunge verstand. Entsetzen erfasste ihn.<\/p>\n<p data-p-id=\"b6107575d787361af953b8e52e009aa0\">\u201eDu hast es get\u00f6tet&#8221;, stie\u00df er hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"075bc529a43df789eb9655e39ab41864\">\u201eIch wei\u00df nicht, ob ich das war&#8221;, sagte der <em>b\u00e1chorkor<\/em> und kam auf das Kind zu. Der L\u00e4mmerk\u00f6rper in seinen Armen war nun ganz schlaff und leblos.<\/p>\n<p data-p-id=\"92b7d2d19e9298652e9912533cb48171\">Yalomiro wich gegen den Zaun zur\u00fcck. \u201eAber&#8230; wie&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1dc515ffe9ef1123ed85dbad1c96d11b\">Der <em>b\u00e1chorkor<\/em> l\u00e4chelte. Er hielt Yalomiro den Kadaver hin. Wie bet\u00e4ubt griff der Knabe zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"6a25f7d3b0d0ac8fe5f9406e1047b323\">\u201eEs ist einfach gestorben. Ich habe ihm kein Leid angetan. Aber sei gewiss, es lag ein Fluch auf ihm, den deinesgleichen nicht h\u00e4tte brechen k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f69fdeb771ee625cd169f6ceaca48e5e\">Yalomiro starrte ihn wortlos an.<\/p>\n<p data-p-id=\"1a089950aa23502012b6a6e3daff414a\">Der <em>b\u00e1chorkor<\/em> neigte gr\u00fc\u00dfend den Kopf und wandte sich dann ab.<\/p>\n<p data-p-id=\"b5a0700c78d4ced473bfbc97752c707c\">\u201eWarte!&#8221;, rief Yalomiro. \u201eWas&#8230; ich verstehe das nicht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"173a56e75ba4ff66a4fb514bd2b18b54\">\u201eDann lass es dir von deinem Meister erkl\u00e4ren. Und ruf deine kleine Schwester herbei. Sie sollte nicht zu lange auf dem Dorfplatz schlafen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d7ef9db85e409797a137dff4e5a410d4\">Er \u00f6ffnete eine T\u00fcr im Gartenzaun und verschwand zwischen den B\u00e4umen. Yalomiro starrte ihm nach und wusste ganz genau, dass er ihm nicht folgen durfte.<\/p>\n<p data-p-id=\"82433d3a5823928f8e55dc9e476f2977\">\u201eAber wohin gehst du?&#8221;, rief er ihm nach.<\/p>\n<p data-p-id=\"ed50df06ec1448e3f8a4182949b989d0\">\u201eIch muss weiter&#8221;, antwortete es aus dem Dunkel. \u201eIch&#8230; nun, ich suche jemanden. Lebewohl, junger Schattens\u00e4nger. Ich denke, wir werden einander irgendwann einmal erneut begegnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"296e93aaf422fb0d03ccb7a68faf40a8\">Yalomiro stand da, das Lamm in den Armen, und starrte bet\u00e4ubt in den finsteren Garten. Kaum, dass der <em>b\u00e1chorkor<\/em> verschwunden war, begann in den Zweigen der erste Morgenvogel zu singen.<\/p>\n<p data-p-id=\"6543dd57851fbb066902e5b521160c90\">Yalomiro f\u00fchlte sich unwirklich, verwirrt, wie in einem Traum. Weder konnte er sich erkl\u00e4ren, wo dieser seltsame Mann so unerwartet hergekommen war, noch wieso das Lamm, um dessen \u00dcberleben er all die Zeit so gek\u00e4mpft hatte, ausgerechnet in dem Moment gestorben war, in dem er es ber\u00fchrt hatte. Seine Gedanken kreisten orientierungslos in seinem Kopf; und er f\u00fchlte sich mit einem Mal sehr m\u00fcde.<\/p>\n<p data-p-id=\"156a5df6d8e14e8f876ec9fc07c2312f\">Und im selben Moment packte ihn jemand von hinten an der Schulter.<\/p>\n<p data-p-id=\"4b90b58a87394c2c4879378069bcf993\">\u201eDa bist du ja!&#8221;, herrschte der gelbe Regenbogenritter ihn an und zerrte ihn herum. Yalomiro schrie erschrocken auf. In dem Moment, als die Hand des Ritters seine <em>maghiscal<\/em> streifte, entlud sich knisternd ein wenig Magie.<\/p>\n<p data-p-id=\"b101fd96979b888333eaebbb149f32fc\">\u201eWas f\u00e4llt dir ein, davon zu laufen?&#8221;, schimpfte der Ritter. \u201eUnd was hast du nun wieder mit dem Lamm angestellt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2461250412f5060473b195fb65a5254f\">\u201eGar nichts!&#8221;, rief Yalomiro entsetzt aus. \u201eLasst mich los!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c70ec96e1a833657da7ed57845cf035d\">\u201eDamit du wieder davon l\u00e4ufst?&#8221; Der Regenbogenritter griff nur noch fester zu und sch\u00fcttelte den Jungen. Er stand in seinen strahlend farbigen Untergew\u00e4ndern vor dem Kind, hatte wohl in aller Eile alle metallenen R\u00fcstungsteile abgelegt, um sich unbemerkt anpirschen zu k\u00f6nnen. Der andere, goldgepanzert und bewaffnet, n\u00e4herte sich nun wieder, hoch zu Ross, wie ein fernes Feuer. Es gab kein Entkommen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b2f74d5d4130e855b941ed9b2d6ec529\">\u201eWillst du uns wohl nun das Lamm geben?&#8221;, forderte der gelbe Ritter streng.<\/p>\n<p data-p-id=\"6ff1a04f11db186f49021976ee9a2acf\">Yalomiro wand sich unter der hellen Magie, die schmerzhafter war als das Gold, denn die \u00fcberm\u00e4chtige <em>maghiscal<\/em> des Ritters krallte sich in seine kindliche und st\u00f6rte diese auf, so als r\u00fcttle man Erbsen in einem becher. Es war unm\u00f6glich, einen Schild zu erschaffen, der ihm den erwachsenen Magier vom Hals hielt.<\/p>\n<p data-p-id=\"f5de994f15996a5a9d04fb60b68f050f\">\u201eNehmt es euch&#8221;, wimmerte der Junge. \u201eNehmt es weg&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3cbc779f1ce59824d537f110608ce298\">Er hob dem Ritter das Lamm entgegen, und der griff es bei einem seiner Beinchen und hielt es triumphierend in die H\u00f6he, so dass sein Gef\u00e4hrte sehen konnte, was er erbeutet hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"6e72a1d36d374e08c51dd0dda2e089ed\">Doch dann verengten sich seine goldschimmernden Augen und er betrachtete seinen Schatz genauer.<\/p>\n<p data-p-id=\"809538da26163db2a7fdfc140cee8c5a\">\u201eWo ist das <em>richtige<\/em> Lamm?&#8221;, zischte er dann.<\/p>\n<p data-p-id=\"3a1e1d987f7c8bc6afa03f6003079137\">Yalomiro riss sich los und kauerte sich, den Zaun im R\u00fccken, zusammen. \u201eWie bitte?&#8221;, stotterte er verst\u00e4ndnislos.<\/p>\n<p data-p-id=\"2f8eaa77b11df0748174c0d3976612c4\">Der Ritter hielt ihm den Kadaver vor die Nase. \u201eWo du das richtige Schaf versteckt hast, will ich wissen! Wo du das hier so schnell hergenommen hast interessiert mich nicht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b1a5b41b72f36c640d6027f3d782746c\">Yalomiro blinzelte verst\u00f6rt und erkannte dann, was der Ritter meinte.<\/p>\n<p data-p-id=\"1dc4330b255e086bd595a279f62c21b5\">Das Lamm, das da am rechten Hinterlauf vor seinem Gesicht in der schneewei\u00dfen Hand des Ritters baumelte, war zwar tot. Aber es sah so jammervoll und traurig aus, wie ein totes L\u00e4mmchen nur aussehen konnte, mit duftiger, gl\u00e4nzender Wolle, allerliebsten zierlichen Klauen und \u00c4uglein, die klarer waren als ein See unter dem Sternenschein, wenn sie auch in ihrer Todesstarre gebrochen dreinschauten.<\/p>\n<p data-p-id=\"dd71498458ca8f6ba9891dc3f954bd3d\">Der andere Ritter war nun bei ihnen und f\u00fchlte sich an wie ein gro\u00dfer Feuersto\u00df. Er schien nicht minder verbl\u00fcfft zu sein wie sein Kamerad.<\/p>\n<p data-p-id=\"973d29f28ab7dfaf5c54033d6a598324\">\u201eDas&#8221;, fl\u00fcsterte Yalomiro, \u201e<em>ist<\/em> das selbe Lamm.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c7ed84aedf9f948ede7adfb1b9f010e1\">Die Ritter schwiegen ihn an, und aus ihren Augen sprach zornige Verwirrung. Offenbar glaubten sie, man habe ihnen einen \u00fcblen Streich gespielt und sie betrogen.<\/p>\n<p data-p-id=\"2db88fdb48176ed03b5d96e0c6e29df7\">\u201eWas ist das f\u00fcr ein Blendwerk?&#8221;, fragte der Gepanzerte dann, sehr langsam und drohend. \u201eWas f\u00fcr einen frevelhaften Zauber lehren sie euch, da drau\u00dfen im Wald?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2c2e8f693c1cfb722055297911e80a3f\">Yalomiro zitterte. Es war ihm r\u00e4tselhaft, wie die Verwandlung des Schafes vonstattengegangen war. Er jedenfalls hatte nichts damit zu tun. Aber sollte er den Regenbogenrittern von dem <em>b\u00e1chorkor<\/em> erz\u00e4hlen? Kein Wort w\u00fcrden sie ihm glauben! Und selbst wenn&#8230; was w\u00fcrden sie mit ihm machen? W\u00fcrden sie ihn einfach so gehen lassen? <em>Konnten<\/em> sie ihn gehen lassen?<\/p>\n<p data-p-id=\"3e7c44930ae21aee460199c6fae83163\">Yalomiro begriff, dass dieser Vorfall weitreichende Folgen f\u00fcr den verbitterten Frieden haben konnte, den die Regenbogenritter mit den Schattens\u00e4ngern hielten. War es den Rittern zu verdenken, dass sie sich get\u00e4uscht und betrogen f\u00fchlten, da, wo sie offenbar sogar den Rat der Meister gesucht und all ihre Pl\u00e4ne nun von einem kleinen Jungen durchkreuzt fanden, der keine Ahnung hatte, was \u00fcberhaupt passiert war?<\/p>\n<p data-p-id=\"612a20cf658b05b1e53eadac9aace98d\">\u201eBitte&#8221;, wisperte Yalomiro, \u201eich wei\u00df es doch nicht&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e2151e979cb9e0b9410aa5a4f1cb2d4c\">\u201eHast du getan? Ist das dein Zauberwerk?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"74c6408872fd705654d0af5690572644\">Sollte er die Wahrheit sagen, der sie nicht glauben w\u00fcrden, die sie f\u00fcr eine billige Ausrede halten mussten? Oder sollte er l\u00fcgen und eine Tat auf sich nehmen, deren wie und wieso er nicht verstand? Sollte er sie darin best\u00e4tigen, dass er, nun&#8230; auf eine r\u00e4tselhafte Weise m\u00e4chtig war?<\/p>\n<p data-p-id=\"d7afee827e89620fbbb2f434af4c2ad3\">W\u00fcrden sie einem Knaben in seinem Alter abnehmen, dass er bereits den <em>Blick<\/em> beherrschte und nicht z\u00f6gerte, ihn zu benutzen, wenn er sich angegriffen f\u00fchlte?<\/p>\n<p data-p-id=\"55946a9b1a7b995ac5d8c4280cfedd8f\">L\u00e4cherlich. Der t\u00f6dliche Blick war kein Zauber, der sich <em>erlernen<\/em> lie\u00df. Erwachsene <em>camat&#8217;ay<\/em> hatten diese Gabe einfach. Schattens\u00e4nger waren tats\u00e4chlich in der Lage, buchst\u00e4blich mit ihren Blicken zu t\u00f6ten. Und sie entsetzten sich so sehr vor dieser ihnen ungewollt zugeteilten Magie, dass sie <em>geschworen<\/em> hatten, sie niemals einzusetzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"5d2e7c840ca48ee6b1d5c611093d3e00\">Ein metallisch schabendes Ger\u00e4usch schreckte den Jungen auf. Der himmelblaue Ritter hatte sein Schwert gezogen und schwang sich aus dem Sattel. Schritt f\u00fcr Schritt kam er auf Yalomiro zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"c0ec9c543e6e6698e8c3792b54b0709b\">Der Junge war zu entsetzt, um zu schreien. Nur ein ersticktes Ger\u00e4usch gab er von sich, als der Ritter weit ausholte und mit seiner Klinge zuhieb. Und dem L\u00e4mmerkadaver den Kopf abschlug.<\/p>\n<p data-p-id=\"921b94fa975efe30438c85c0b5b14b0e\">\u201eSicher ist sicher&#8221;, sagte er dann und strich sein goldenes Schwert am Gras sauber.<\/p>\n<p data-p-id=\"466edf2c1201d982bd9d299e723b46c5\">Yalomiro hockte, kreidebleich und am ganzen K\u00f6rper zitternd da und brachte keinen Laut hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"79ab97e4d927d11bd8233f1f99ac5dac\">Beide Ritter schauten ihn an, misstrauisch, absch\u00e4tzig. Offenbar waren sie sich nicht sicher, ob sie vielleicht bei der Gelegenheit auch ihm den Garaus machen sollten.<\/p>\n<p data-p-id=\"2fbfe39f3b56e71d4f76cbb353b31712\">\u201eNehmen wir ihn mit?&#8221;, fragte der Gelbe den Blauen. \u201eSollen sich die Herrin und der Gro\u00dfmeister um die Sache k\u00fcmmern?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"46c7c29fa879675d8ad75474bec37053\">\u201eWir k\u00f6nnen den Schattens\u00e4ngern nicht ihre Brut entf\u00fchren&#8221;, gab der Blaue zu bedenken. \u201eWillst du den Schwarzgewandeten einen Grund geben, Unfrieden zu suchen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"743f628d87d5272e6a02d5fecdc663b0\">\u201eHaben sie uns hiermit nicht genug Grund gegeben, an ihrer Wahrhaftigkeit zu zweifeln?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9c242bb9fe1d0df626bad349815cdc48\">\u201eNehmen wir ihn mit in den Wald und stellen wir seinen Meister zur Rede!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"37b3d03374e683a58715c0890389f4e0\">\u201eBitte nicht&#8221;, wisperte Yalomiro erschrocken. \u201eMein Meister hat mit alledem nichts zu tun&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ae492e639dec60322f1d9d117d64ac61\">\u201eDann gibst du zu, dass dies dein Werk war?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3d4737d5ef4993d4fed7cf382d488e20\">\u201eJa. Nein! Nicht so, wie es aussieht, es&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9e3f99ca183e6cdace9d3facfad3ef9d\">\u201eSchweig! Keine Ausreden! Es ist genug!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5920d046b468e06bdf61b91c27387505\">Der Blaue hob sein Schwert. Yalomiro wimmerte auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"490ec5ca23c3caf2bd80f6f70b13a136\">Jemand r\u00e4usperte sich. Und hinter dem Zaun kamen Schritte n\u00e4her.<\/p>\n<p data-p-id=\"a1af6c9dbc347883dfd9283a513a4706\">Die Regenbogenritter wichen ein wenig zur\u00fcck. Yalomiro wagte nicht, zu atmen. War der <em>b\u00e1chorkor<\/em> zur\u00fcckgekehrt, um ihm aus seiner Not zu helfen?<\/p>\n<p data-p-id=\"b6650f8264e23024343526f7a60cda42\">\u201eWir bedauern au\u00dferordentlich&#8221;, sagte Meister G\u00edonar und seine Gestalt sch\u00e4lte sich aus den Schatten der Limjenenb\u00e4ume hervor, \u201edass der Junge euch Unannehmlichkeiten gemacht hat. Gro\u00dfmeister Ask\u00fdn l\u00e4sst ausrichten, dass er sich f\u00fcr alle Ungezogenheiten, die dieser hier begangen hat, ausdr\u00fccklich und dem\u00fctig bei euresgleichen entschuldigt. Der Bengel wird streng bestraft werden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"780572b26728a61e2dfca48073c94a71\">Yalomiro w\u00fcnschte sich, der Boden m\u00f6ge sich auftun und ihn verschlingen. Welche Schande! Der Gro\u00dfmeister erniedrigte sich seinetwegen vor den Hellen Magiern.<\/p>\n<p data-p-id=\"314f5f07c24a6ecde57a3234be46a41e\">\u201eIst Euch bewusst&#8221;, fragte der Gelbe, dem es sichtlich unangenehm war, unger\u00fcstet vor dem Schattens\u00e4ngermeister zu stehen, \u201edass der Junge hier sich an <em>verbotener<\/em> Magie versucht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7fd19197e9faea403ecd53f7896f6c5d\">\u201eNein&#8221;, sagte Meister G\u00edonar ruhig. \u201eWir sind zwar allerlei Eigenm\u00e4chtigkeiten und Ungeheuerlichkeiten von ihm gewohnt. Aber ich halte es f\u00fcr absolut ausgeschlossen, dass ihm hier \u00fcberhaupt so recht klar war, was es mit dem verfluchten Lamm auf sich hatte, so wie unsere Meisterin und ihr Sch\u00fcler es sahen. Geschweige denn, dass er selbst mit <em>verbotener<\/em> Magie daran herum gepfuscht hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b782d0ab72b8321e9b9e3e8e343715c3\">\u201eDann seht selbst&#8221;, forderte der Blaue und deute mit dem Schwert auf das gek\u00f6pfte Schaf.<\/p>\n<p data-p-id=\"3817aec187fdbeba77218cab37bd1a12\">Meister G\u00edonar durchschritt selbstbewusst das Gatter, ohne Yalomiro eines Blickes zu w\u00fcrdigen, und betrachte das Tier einen Augenblick lang mit geringem Interesse.<\/p>\n<p data-p-id=\"507f239b0b7dda7a7e79a9c540ae7b3e\">\u201eIst es denn so unwahrscheinlich&#8221;, fragte er dann, \u201edass es der Tod selbst war, der den Fluch von dieser armen kleinen Kreatur nahm, und sie dabei in den Zustand versetzte, in dem sie sich befand, bevor der frevelhafte Zauber sie ergriff?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3abd32bfa050969efe05fc6e790826a1\">\u201eM\u00f6glich w\u00e4re das. Aber antwortet uns, Meister, wie kann es nur sein, dass ein derartiger Fluch <em>\u00fcberhaupt<\/em> auf ein Tier kam?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3fbf69fd31ab957ac959f59839645c01\">\u201eH\u00e4tte er besser einen Menschen ergriffen, edle Herren?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"358ba03247edd4fc7f87a0028dcdc1c7\">\u201eIhr wisst, wie wir das meinen, Meister. Es&#8230; was immer es war, das dieses Lamm verfluchte \u2013 es war, nun&#8230; es war Magie eines <em>Versto\u00dfenen<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3741e38c8168541e72093472db42be5d\">Meister G\u00edonar lachte h\u00f6flich, klang aber kein bisschen belustigt dabei. \u201e<em>Goala&#8217;ay<\/em>-Magie, ihr Herren? M\u00f6glich&#8230; und doch sehr unwahrscheinlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"64806d9395b0e0cd7937a6438910a488\">\u201eNun, offensichtlich hatte irgendetwas das Tier auf eine \u00e4u\u00dferst <em>st\u00fcmperhafte<\/em> Weise <em>unsterblich<\/em> gemacht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e7b97c40a807b70a0c8e50a8fc158e11\">\u201eDas sehe ich nicht. Es ist tot.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5ead0a0f5710b007e15a9396a248b761\">\u201eEs war die ganze Zeit tot. Und doch ging es unter den Unkundigen einher, offensichtlich in die Tollheit getrieben, unf\u00e4hig, zu sterben, was ihm auch zustie\u00df.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"591da2307ab2572ea28525bd974e71e8\">Yalomiro h\u00f6rte mit gro\u00dfen Augen zu. Ihm wurde \u00fcbel bei dem, was er <em>verstand<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"1dd8db5441fb89071fe7882a5da56a65\">\u201eIch denke, ihr Herren&#8221;, sagte Meister G\u00edonar, \u201edass da wohl vor langer Zeit jemand sehr ungeschickt mit etwas experimentiert hat, das wom\u00f6glich auf <em>goala&#8217;ay<\/em>-Magie gr\u00fcndete. Ich selbst kann mir nicht vorstellen, dass es auch nur einen Lichtw\u00e4chter im Weltenspiel gab, dem ein solches Ungeschick, eine solche L\u00e4cherlichkeit wie ein unsterbliches, vielleicht gar <em>den Tr\u00e4umen entrissenes<\/em> Tier gelungen sein soll. Nein, ihr Herren \u2013 es war entweder ein Missgeschick, das auf irgendwelchen uns ganz und gar unvorstellbaren Wegen durch r\u00e4tselhafte Umst\u00e4nde und ungezielt geschehen ist. Oder jemand hat mit <em>fremder<\/em> Magie gespielt. Und das, ihr Herren, war auf keinen Fall dieser kleine Ungl\u00fccksrabe hier.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"665e9496063b33dade02611cb108480f\">\u201eUnd wieso ist das Tier ausgerechnet nun doch gestorben, als er es geraubt hat?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c31561bf0ba2bae1488ea5c8a5d39eba\">\u201eHast du ein offensichtlich verfluchtes Gesch\u00f6pf entwenden und zu uns in den Boscarg\u00e9n bringen wollen, Yalomiro?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"479443cc5f7e86f8e70eac81257cd287\">Z\u00f6gern und leugnen war zwecklos.<\/p>\n<p data-p-id=\"4f615ef6e779d001069111442bb48157\">\u201eJa&#8221;, murmelte der Junge.<\/p>\n<p data-p-id=\"f17243a9006df55f1bf4724870bbeb0e\">\u201eUm uns alle in eine unbekannte Gefahr zu st\u00fcrzen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c366f1bc7600a9b369de35d4a2534b61\">\u201eNein. Um&#8230; um herauszufinden, ob man ihm helfen kann. Und damit die Unkundigen es nicht umbringen. Ich&#8230; ich hab doch nicht gewusst, dass es <em>unsterblich<\/em> war.&#8221; Er hob den Kopf und sagte erschrocken: \u201eBei den M\u00e4chten! Hei\u00dft das, es h\u00e4tte sogar die Flammen \u00fcberlebt und sei dabei wom\u00f6glich doch verbrannt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ab092c6d5fd60ce3d314bd628cf11cc6\">Meister G\u00edonar zuckte die Achseln und wandte sich wieder den Rittern zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"11e3649d5ed860739df074412bc27904\">\u201eH\u00f6rt ihr seine Worte, ihr Herren? <em>Mitleid<\/em> war es, t\u00f6richtes und kurzsichtiges kindliches Mitgef\u00fchl mit etwas, das in seinen Augen unschuldig an dem war, was es ver\u00fcbte. Er hat einfach nicht nachgedacht und hielt sich f\u00fcr \u00fcberklug mit seinen kleinen Zauberkr\u00e4ften.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"273a5767edbcb41162ba623923c0e140\">Die Ritter waren noch nicht ganz \u00fcberzeugt. Aber der Blaue steckte sein Schwert ein.<\/p>\n<p data-p-id=\"23baab493528a176e3f1586123ec8e5b\">\u201eUnd doch&#8230; es starb in seiner Gegenwart.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"313c5f30391dc9a7eed3f139c4550f54\">\u201eDas wird purer Zufall gewesen sein. Schattens\u00e4nger, ihr Herren, zumindest jene, die dem Kreis angeh\u00f6ren und im Eta\u00edmalon unter dem Gro\u00dfmeister wirken, t\u00f6ten nicht. Das wisst ihr, und wir halten uns an dieses Gebot.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a59b7240cec6cc6aa2eec93850bffb94\">\u201eDas haben wir gesehen&#8221;, knurrte der Gelbe.<\/p>\n<p data-p-id=\"457b595f62dbf276639c5f5c8e0a0c0a\">Meister G\u00edonars Augen flammten auf. Der Ritter murmelte etwas und hob beschwichtigend die Hand.<\/p>\n<p data-p-id=\"cd0b336856626be9e9fecc425a88409d\">\u201eVielleicht&#8221;, fuhr Meister G\u00edonar fort, \u201ewar es ganz schlicht die Magie unseres jungen Sch\u00fclers hier, die den Bann irgendwie ins <em>Ungleichgewicht<\/em> gebracht hat. Immerhin hat er das Tier eine ganze Weile an seiner <em>maghiscal<\/em> getragen. Ich denke, es wird uns noch gelingen, dieses R\u00e4tsel zu l\u00f6sen, wenn wir uns <em>eingehend<\/em> mit dem hier <em>besch\u00e4ftigt<\/em> haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1287c0ab48983743c219fbad3b6a1294\">Yalomiro schlug schuldbewusst den Blick nieder.<\/p>\n<p data-p-id=\"9affa1dfe37d7deccb362abcc83a00e6\">\u201eIhr meint, dass vielleicht Zauber, die er gewirkt hat, den Bann des Lamms gebrochen haben? So wie ein Steinwurf ein Glas brechen kann, dass er nur streift?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"80e53ab0db3c4b43d50b90247ad3f37c\">\u201eVielleicht. Vielleicht geschah es schon bei dem Trugzauber, mit dem er die Unkundigen t\u00e4uschen wollte, die dort hinten gespannt warten, dass ihre Scheiterhaufen abbrennen m\u00f6gen und die Vernichtung des Untieres feiern. Oder es war der <em>am\u00fcsante<\/em> Bann gegen die B\u00e4ume am Bach, der selbst euch edle Herren kurzzeitig zu Fall brachte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6da76c2ad0a4f29316f829603e26bb77\">Yalomiro grauste es. Woher wusste Meister G\u00edonar <em>davon<\/em>?<\/p>\n<p data-p-id=\"b53f6d9ccae95dce58905a8eee2a02ea\">\u201eIhr habt recht&#8221;, sagte der Gelbe reserviert. \u201eEs ist unwahrscheinlich, dass ein Knabe, der so m\u00e4chtig ist, dass es ihm im Vorbeirennen gelingt, B\u00e4ume zu beschw\u00f6ren, es n\u00f6tig h\u00e4tte, mit <em>fremder<\/em> Magie herumzupfuschen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bac208cc5d41a2b442c9968a8a92d214\">\u201eDann sind Eure ungerechtfertigten Zweifel beigelegt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aa78bbf33993fc2d6aa8f11720c1ede2\">Die Ritter wechselten stumme Blicke miteinander. Dann verneigten sie sich, und der Blaue stieg wieder auf, w\u00e4hrend der andere sich aufmachte, um seine R\u00fcstung zu suchen.<\/p>\n<p data-p-id=\"6c6335ab8ea07116e980066fd5881d94\">Kurz darauf erhoben sich beide Einh\u00f6rner \u00fcber den Obstg\u00e4rten in den Himmel, an dem die Morgend\u00e4mmerung aufzog.<\/p>\n<p data-p-id=\"f4fee1114c6a77f288a3bff201b2e144\">Yalomiro wagte eine ganze Weile nicht, zu reden. Doch dann hielt er es nicht mehr aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"f7e5d9075672a6e5b39a9d6beab81e17\">\u201eWie lange habt Ihr uns beobachtet?&#8221;, fragte er kleinlaut.<\/p>\n<p data-p-id=\"75ddc5504d75934d269531c054648da1\">\u201eSeit ihr den Eta\u00edmalon verlassen habt. Ich habe alles gesehen, Yalomiro Lagoscyre, von der kindischen Mutprobe mit der verbotenen M\u00fcnze bis hin zu eurem v\u00f6llig unsinnigen Ausflug ins Dorf der Unkundigen. Zu diesem Zeitpunkt wurde es etwas schwierig f\u00fcr mich, euch im Auge zu behalten, da ich mich bei aller Magie nicht dreiteilen kann.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cc711cbf1bdf59556516d15d18347457\">Der Junge sank in sich zusammen. Das alles w\u00fcrde sicher nicht angenehm werden.<\/p>\n<p data-p-id=\"da1db0f165911ed0071978ac98d6c771\">\u201eAr\u00e1ma\u00fa!&#8221;, rief Meister G\u00edonar. \u201eDu kannst kommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e4709d579caf50c19d5dd31f1ff968e9\">Einen Steinwurf entfernt raschelte es in einem Busch. Das kleine M\u00e4dchen arbeitete sich hervor und kam mit gesenktem Kopf eilig zu ihrem Meister gelaufen. Es g\u00e4hnte und rieb sich die m\u00fcde die Augen.<\/p>\n<p data-p-id=\"acd5c32789e1ca71a3b86fc6029064dc\">\u201eIch habe sie schlafend bei den <em>ujoray<\/em> gefunden&#8221;, fuhr Meister G\u00edonar fort. \u201eV\u00f6llig allein und schutzlos. Es hat mich ein wenig aufgehalten, sie hierher zu bringen und rechtzeitig wieder hier zu sein und durch die Schatten zu hetzen, nachdem du nach ihr riefst und ich nicht sp\u00fcrte, dass sie erwachte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dd35967bf97020ba1f2960c495891305\">\u201eMeister G\u00edonar hat mich durch die Schatten hergetragen&#8221;, berichtete Ar\u00e1ma\u00fa schl\u00e4frig.<\/p>\n<p data-p-id=\"25ac48049e9fdb62314d87c995446dfc\">\u201eEs tut mir leid&#8221;, sagte Yalomiro zerknirscht. Ar\u00e1ma\u00fa fasste tr\u00f6stend nach seiner Hand. Dann erblickte sie das entzweigeschlagene Schaf im Gras. Ihr Gesicht verdunkelte sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"56726228b0fc260a5455dec349ca42fb\">\u201eHabt Ihr den <em>b\u00e1chorkor<\/em> gesehen?&#8221;, fragte Yalomiro zaghaft.<\/p>\n<p data-p-id=\"6839cba8ce627aad0699e812d92a4da5\">\u201eDen Geschichtenerz\u00e4hler im Dorf? Ja.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4ad59da0a616b4aff52dcc9c5c205b5d\">Yalomiro sch\u00f6pfte Hoffnung, aber Meister G\u00edonar redete schon weiter. \u201eAber ich hatte keine Zeit, mir alberne M\u00e4rchen anzuh\u00f6ren, da es ja zu verhindern galt, dass ein gewisser anma\u00dfender Sch\u00fcler sich von ver\u00e4ngstigen Unkundigen beim Diebstahl eines <em>Ungeheuers<\/em> erwischen l\u00e4sst!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c63e87549ea2523c73df5a324e0dbb96\">Der Junge wollte etwas sagen, aber er besann sich eines Besseren. Meister G\u00edonar hatte das unheimliche Auftauchen des jungen Mannes also nicht miterlebt. Es hatte keinen Sinn, Dinge erkl\u00e4ren zu wollen, die der Meister nicht selbst gesehen hatte. Zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt.<\/p>\n<p data-p-id=\"c72d7809915bdf170384484de72a91ab\">\u201eKommt&#8221;, sagte Meister G\u00edonar und sang einen kleinen Zauber \u00fcber das tote Lamm. Ranken und Gestr\u00fcpp ringsum erhoben sich, umschlossen den kleinen K\u00f6rper und zogen ihn zu sich, hinab in ein kleines Grab unter dem duftenden Gras, wo es nun endlich ausruhen konnte. \u201eFalgr\u00e8d wird auf uns warten. Sein Rabenzauber war vorz\u00fcglich, aber ich hielt es f\u00fcr besser, ihn zur\u00fcck zu rufen. Ich wusste schlie\u00dflich bereits, was geschehen war.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0efa129dcc5044c6d65814aeb0fdc187\">Er nahm Ar\u00e1ma\u00fa bei der Hand und ging. Yalomiro blieb noch einen Augenblick m\u00fcde im Gras sitzen und versuchte, seine Gedanken zu ordnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f022d72c6d987389faf642f895a32752\">Dann stand er auf und folgte den beiden, ohne auch nur ein Wort zu sprechen.<\/p>\n<p data-p-id=\"c32c031b833d1df9fa72b5fbf8346bce\">Zur\u00fcck in den Boscarg\u00e9n. Dorthin, wo es keine Monster gab und keine fremde Magie.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/yalomiro-und-das-unsterbliche-lamm-spin-off\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-3083","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kg_yalo"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3083","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3083"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3083\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3630,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3083\/revisions\/3630"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3083"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3083"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3083"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}