{"id":2992,"date":"2025-08-25T15:34:58","date_gmt":"2025-08-25T13:34:58","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2992"},"modified":"2025-09-01T09:38:03","modified_gmt":"2025-09-01T07:38:03","slug":"003-schattenspiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/003-schattenspiel\/","title":{"rendered":"003: Schattenspiel"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SL_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1992\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"59f5e0469dbc3deb0f298dcef5bb47ea\">Yalomiro <em>hatte<\/em> etwas gesehen, oder vielmehr: belauscht. Unfreiwillig, gewaltsam, ein Ohrenzeuge einer ebenso magischen wie grausamen Verschw\u00f6rung. Im Nachhinein und in der R\u00fcckschau wurde mir vieles von dem glasklar, was uns an jenem Abend so ma\u00dflos verwirrt und verschreckt hatte. Ich f\u00fcr meinen Teil glaube, dass &#8230; jemand &#8230; <em>sehr wohl wo<\/em>llte, dass Yalomiro alarmiert war. Zu anma\u00dfend, zu spektakul\u00e4r und doch so schlau hatte es seine <em>Botschaft<\/em> verk\u00fcndet, eine Herausforderung, der Yalomiro nicht widerstehen konnte. Und wir anderen auch nicht. Und die Unkundigen \u2013 die schon gar nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"5bcfcc0ef7654573084094253f41c93b\">Es war ein Sp\u00e4tsommerabend gewesen, als das B\u00f6se sich bemerkbar machte, auf brutale, raffinierte, <em>intelligente<\/em> Weise Yalomiros <em>Interesse<\/em> erregt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"82dfca17b0f4848e0d54f58dcc80f06e\">Vielleicht w\u00e4re die Sache anders ausgegangen, wenn wir nicht an jenem sp\u00e4ten Sommerabend vor dem Eta\u00edmalon, Nokt\u00e1mas Halle, dem Heiligtum der Lebendigen Nacht gesessen und Mensch-\u00e4rgere-dich-nicht gespielt h\u00e4tten. Oder zumindest ein Spiel, das dem sehr \u00e4hnlich war, denn an manche Feinheiten konnte ich mich nach all der Zeit nicht erinnern. Aber egal. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, so etwas wie einen geselligen Abend im Kreise der Familie zu gestalten.<\/p>\n<p data-p-id=\"27d84936c9c698855df28ccaac85214e\">\u201eEs macht wirklich viel Spa\u00df&#8221;, beteuerte ich. \u201eUnd es ist gar nicht viel dabei zu denken oder zu planen. Es ist reines Gl\u00fcck. Wir brauchen nur einen W\u00fcrfel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"947cb0a8d8c094f94db6b193c94da3f9\">Yalomiro schaute sich um und hob einen kantigen, marmorierten Kieselstein auf. Als er seine Hand wieder \u00f6ffnete, lag ein noch kantigerer W\u00fcrfel darin, dessen nat\u00fcrliches Muster sich zu den jeweiligen Augen angeordnet hatte. Der W\u00fcrfel hatte sieben Seiten. Aber wen k\u00fcmmerten schon Details?<\/p>\n<p data-p-id=\"baee46973fdee016519853989a1b3707\">\u201e<em>Darf<\/em> man mit magischen W\u00fcrfeln ein Gl\u00fcckspiel spielen?&#8221;, zweifelte Advon Ir\u00edsolor und betrachtete mit vertr\u00e4umtem, blaugoldenem Blick skeptisch das improvisierte Artefakt. Seit jenem Tag vor mehr als zehn Sommern, als Yalomiro nahe dem Ciel\u00e1stel ein kleines privates Portal f\u00fcr ihn und unsere Tochter gezaubert hatte, ging der zwischenzeitlich zu einem schmucken jungen Mann herangewachsene Regenbogenritter bei uns im Boscarg\u00e9n ein und aus. Wer ihm unvorbereitet begegnete, kam nicht umhin, ihn anzustaunen. Advon hatte viel von der feengleichen Anmut seiner Mutter geerbt, und wirkte &#8230; nun ja &#8230; <em>nicht ganz<\/em> wie ein Mensch.<\/p>\n<p data-p-id=\"250b80d247078340226838415732a1e8\">\u201eDas ist kein verzauberter W\u00fcrfel&#8221;, neckte D\u00fdamir\u00e9e ihn und zupfte an seinem r\u00fcckenlangen, goldblonden Haar. \u201eEs ist ein <em>gezauberter<\/em> W\u00fcrfel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"981847ffe3593f1c354eb40c97814712\">\u201eHauptsache, er funktioniert&#8221;, sagte ich und beschwor die Tischplatte vor uns so, dass sie ein Spielfeld zeigte, das <em>ungef\u00e4hr<\/em> so aussah wie das, an das ich mich erinnern konnte, wenn ich mir auch bei der genauen Anzahl der Felder nicht sicher war. \u201eUnd jetzt brauchen wir sechzehn Spielsteine, vier f\u00fcr jeden von uns.&#8221; Ich hatte eine Handvoll Olivenkerne mitgebracht, die ich vor ihnen auf den Tisch legte. \u201eZum Unterscheiden brauchen wir vier verschiedene Farben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7c8e5e8456d58d2c2883c7eb72fe40c1\">\u201eDas mache ich, wenn Ihr erlaubt, Meisterin Salghi\u00e1ra. Mit Farben kenne ich mich aus.&#8221; Advon griff sich die ersten vier Kerne. \u201eWelche Farbe w\u00fcnscht Ihr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e5ac309608d47fadd48146af9502ca0a\">\u201eIch wei\u00df nicht. Gr\u00fcn? Ich mag gr\u00fcn.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9883a61ef43389bf141097abd2fa4af5\">\u201eDann mach sie gr\u00fcn wie meine Augen&#8221;, forderte D\u00fdamir\u00e9e gut gelaunt.<\/p>\n<p data-p-id=\"73a1016331184ec5bd997c8f16b7d3aa\">\u201eUnd Ihr, Meister Yalomiro?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bfecc60061764bbee83ef3ad31cf7f75\">\u201eSchwarz. Ich denke, das passt zu mir&#8221;, sagte Yalomiro und spielte nachdenklich mit dem W\u00fcrfel, den er soeben erschaffen hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"42de7cc392086d0b905301c0a4b00239\">\u201eD\u00fdamir\u00e9e?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"510a9be717123a8aae7d85e3b3df90b6\">\u201eGlitzer!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9a5b909670f68a8eede9cd3543f445ca\">\u201eDas ist keine Farbe, D\u00fdamir\u00e9e.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"41c76ce9cdb69c09e12e8ebf59f1e58e\">\u201eEs sind <em>alle Farben zugleich<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"57d8905645c60f2bc8e09bc0df3a2f0a\">\u201eDas gilt nicht. Du kannst nicht mit allen Farben zugleich spielen. Du musst dich entscheiden&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"00d35cdc6017351e612fb5a94f20ad13\">\u201eDu kannst es nicht&#8221;, l\u00e4sterte sie z\u00e4rtlich und wickelte eine Str\u00e4hne ihres blauschwarz gl\u00e4nzenden Haares um ihren Finger.<\/p>\n<p data-p-id=\"475c03615da12ad82bd5aca0a97e1e07\">Advon Ir\u00edsolor, Sohn des Anf\u00fchrers der Regenbogenritter, C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor, und der <em>faj\u00eda<\/em> [\u2248 <em>feenartiges Wesen<\/em>] Elos\u00e1l zuckte die Achseln und beschwor die Olivenkerne gutm\u00fctig zu kleinen Farbfeuerwerken, die funkelten wie Diamanten. D\u00fdamir\u00e9e war entz\u00fcckt. Sie liebte alles, was schillerte und schimmerte, vom Morgentau bis zum Glanz von Nokt\u00e1mas Juwelen am Nachthimmel.<\/p>\n<p data-p-id=\"1d858d2f2704c053e7bb53decf503b72\">\u201eUnd du selbst, Abendkind?&#8221;, fragte Yalomiro h\u00f6flich.<\/p>\n<p data-p-id=\"a7a049b70dd22038742923aa8c036907\">\u201eAch, ich lasse sie einfach, wie sie von sich selbst aus sind. Und nun, Meisterin Salghi\u00e1ra? Wie geht Euer Spiel aus der anderen Welt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cc7e5f6331c52e485daf151f931427c1\">Ich versuchte, den dreien zu erkl\u00e4ren, dass das Ziel darin bestand, die Steine so schnell wie m\u00f6glich einmal um das Spielfeld herum zu bringen, immer unter der Gefahr, von den anderen Spielern aus der Bahn geworfen zu werden.<\/p>\n<p data-p-id=\"cc9a309403278c60359685dc1d1b36c5\">\u201eWenn ihr in die Zielfelder dort erreicht, seid ihr in Sicherheit. Wer als erstes eine sechs w\u00fcrfelt, f\u00e4ngt an.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aef193391cd10104c3fe87c5881cc656\">Yalomiro lie\u00df den W\u00fcrfel los und warf eine Neun. Mit dem siebenseitigen W\u00fcrfel, wohlgemerkt.<\/p>\n<p data-p-id=\"27d02f9b66e1d23df16ea488b28ef437\">Ich seufzte und lehnte mich auf der Bank zur\u00fcck. Seit es mich in diese Welt verschlagen hatte, hatte ich &#8211; wider besseres Wissen &#8211; immer wieder versucht, Dinge aus meiner Geburtswelt zuerst mit Yalomiro, sp\u00e4ter mit unserer Tochter D\u00fdamir\u00e9e und schlie\u00dflich auch Advon zu teilen, Spiele, M\u00e4rchen, Ideen &#8230; Das war komplizierter, als man h\u00e4tte denken sollen. Unkundige Dinge waren f\u00fcr einen magischen Verstand allzu oft zu kompliziert.<\/p>\n<p data-p-id=\"8e9a29aba55cd724f52ff1f664b84331\">Nach einigen Startschwierigkeiten gelang es, die Partie einigerma\u00dfen in Gang zu bringen. Aber es blieb z\u00e4h. Advon und D\u00fdamir\u00e9e schienen sich nicht ganz sicher zu sein, was genau denn nun das Unterhaltsame an dem Spiel sein sollte. W\u00e4hrend Advon h\u00f6flich war und sich bem\u00fchte, seine Langeweile nicht allzu deutlich zu zeigen, nahm ich deutlich wahr, dass D\u00fdamir\u00e9e lieber etwas anderes mit ihm unternommen h\u00e4tte.<\/p>\n<p data-p-id=\"abb3db0609535ebc0d3009f2d80eafa4\">Seit D\u00fdamir\u00e9e in ein Alter gekommen war, in dem sie begann, sich auf eine besondere Weise f\u00fcr ihren Freund zu <em>interessieren<\/em>, war Yalomiro wachsam geworden. Eine ebenso distanzierte wie argw\u00f6hnische Aufmerksamkeit, die mich immer wieder am\u00fcsierte. Wenn Advon bei D\u00fdamir\u00e9e sa\u00df, konnte mein <em>h\u00fdardor<\/em> [\u2248 Gef\u00e4hrte] sich kaum auf etwas anderes besinnen als darauf, ein scharfes Auge auf den jungen Magier zu haben. Sofern Advon diese v\u00e4terliche Eifersucht zur Kenntnis nahm, lie\u00df er es sich nicht anmerken. Ich denke nicht, dass er sich dessen gewahr war. Advon war unschuldig wie ein kleines Kind.<\/p>\n<p data-p-id=\"4cf5ad0761cad2245034bd0a0865cda5\">Aber diesmal war es anders. Yalomiro wirkte an diesem friedlichen Sp\u00e4tsommerabend so zerstreut, als sei er zwar k\u00f6rperlich bei uns, im Geiste aber ganz woanders. Ganz tief in seinem silbrig-braunen Blick flackerte es fahl und schwach. Ein Hintergrundrauschen aus unterschwelliger Magie.<\/p>\n<p data-p-id=\"d65719f1c823c96643d8972ed528f9b2\"><em>Geht es dir gut?, <\/em>fragte ich ihn lautlos. Ich musste ihn zweimal ansprechen, bevor er aufschreckte. Einen Moment lang wirkte sein Gesicht fremd. Die Zeit hatte ihn ergrauen lassen, doch daran, dass sein einst pechschwarzes Haar und Bart fast g\u00e4nzlich silberhell geworden waren, hatte ich mich l\u00e4ngst gew\u00f6hnt. Meinem Haar ging es nicht anders. Aber da war auch wieder diese M\u00fcdigkeit, diese Ersch\u00f6pfung, die mir das Herz schwer machte. Yalomiro war einst ins Chaos gegangen, um Menschenleben zu retten. Er hatte daf\u00fcr einen hohen Preis bezahlt und sich nie g\u00e4nzlich davon erholt. An manchen Tagen sah man ihm an, dass er schw\u00e4cher geworden war. Heute war einer davon.<\/p>\n<p data-p-id=\"1e27905694cbcb9d9dd8a7451a2a0207\"><em>Da ist etwas in der N\u00e4he, <\/em>sagte er. <em>Im Schatten. Ich lausche. H\u00f6rst du es denn nicht? <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"0e43b20ad2d4c9a35956897cb00c3972\"><em>Nein. Was? Ist es gef\u00e4hrlich?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"b9f90c1975e1ede1f67c0432612542e2\"><em>Nein. Es ist ganz leise, wie ein fernes Echo.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"a00c0128d5352488694597c1a97c0351\"><em>Ich verstehe nicht.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"df3c037f78467f4fae317a73d5b13268\"><em>Wie, als wenn man beim Aufr\u00e4umen etwas Belangloses wiederfindet. Vielleicht ein Fetzen eines Zaubers, der hier oder in der Halle einmal gesprochen wurde und nun aufwirbelt.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"3c3a794de29195137b1ab954ea724b95\"><em>Aufwirbelt?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"02082c737e30cf296a2af09f5f4d8cec\"><em>Wie Staub in einem Luftzug. Es ist nichts. <\/em>Er l\u00e4chelte mir zu. Das fahle Flackern verlosch und zog sich in den Silbersprenkeln in seinen dunkelbraunen Augen zusammen. Die waren immer noch so wie damals. Damals, als er mich angeschaut und in seine Seele hatte blicken lassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ef724f5429e8ba6e27e8847ed1a40684\">\u201eIch glaube, dieses Spiel w\u00fcrde Manj\u00e9v gefallen&#8221;, plauderte D\u00fdamir\u00e9e. \u201eWir sollten es ihr beibringen. Dann kann sie es mit ihren Freundinnen spielen. Das alte Steinespiel finden sie sicher l\u00e4ngst langweilig. Das ist f\u00fcr kleine Kinder.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2e51de74480e4a04b5b23efeb1a1eef8\">Vom Boscarg\u00e9n, unserem magischen Wald aus, war es nicht weit bis zu der gro\u00dfen Burg, in der Manj\u00e9v lebte, zumindest nicht wenn man, wie Advon, ein fliegendes Reittier beherrschte. Sein Hengst Farbenspiel, ein <em>Volaycorn,<\/em> ein eingeh\u00f6rntes, schlangen\u00e4ugiges Gesch\u00f6pf mit seifenblasenschillerndem Fell, der Statur eines riesigen Kaltblutpferdes und ausladenden Vogelschwingen, war auch jetzt in der N\u00e4he und graste friedlich am Ufer des Sees.<\/p>\n<p data-p-id=\"b6e4004b29f142093a99ca711464ebb9\">\u201eSie wird daf\u00fcr gerade wenig Sinn haben. Ihr <em>vaspos\u00e1r<\/em> steht an&#8221;, sagte Yalomiro und kickte einen von Advons Steinen vom Brett. Das gl\u00fcckte ihm <em>verd\u00e4chtig<\/em> oft. \u201eIn den D\u00f6rfern vor Hethrom redet man seit dem letzten Winter davon. Es m\u00fcsste bald soweit sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b644a0765aaa99172b65faf4a2ddc39f\">\u201eZum Herbstmond&#8221;, best\u00e4tigte Advon. \u201eSogar in Aur\u00f3p\u00e9a ist das ein Thema.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a4b0b758d3105d0fa3bf5a33eed86977\">\u201eIch bin neugierig darauf&#8221;, gab ich zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"30bdfe30f065c6efc310c4f8c1a6dd4a\">\u201eOb sie mich bei ihrem Turnier mitmachen lassen?&#8221;, sinnierte Advon.<\/p>\n<p data-p-id=\"f8d8136ff5c3df12a64f97eee08bcdbb\">\u201eWarum nicht? Solange du keine magischen Waffen verwendest und jemand dir ein gew\u00f6hnliches Pferd \u00fcberl\u00e4sst? Alles andere w\u00e4re etwas unfair den unkundigen Rittern gegen\u00fcber.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bf74db37a5998929d92ca7e8008dfc05\">\u201eWarum willst du ein <em>Turnier<\/em> mitmachen?&#8221;, fragte D\u00fdamir\u00e9e \u00fcberrascht. \u201eWillst du <em>Unkundige<\/em> beeindrucken?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"62f7721a907bd25380b83cd75be12572\">\u201eNaja. Vielleicht macht es Spa\u00df?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"34b1012986f9813baa0d6861f7647c43\">\u201eGegen Merrit Althopian hast du ohnehin keine Chance&#8221;, versetzte D\u00fdamir\u00e9e ungn\u00e4dig. \u201eManj\u00e9v sagt, er sei <em>unbesiegbar<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"499e60d037b00f6589e6f711987a9272\">\u201eMerrit Althopian &#8230;&#8221; Yalomiro nahm den W\u00fcrfel an sich, tat damit aber nichts, au\u00dfer ihn zwischen den Fingern zu drehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"72fef5859daca43778796dbcfdeff85d\">\u201eT\u00edjnje sagt, er sei in Manj\u00e9v verliebt&#8221;, tratschte D\u00fdamir\u00e9e weiter. \u201eAlle glauben, dass er ihr <em>h\u00fdardor<\/em> sein wird. Aber sie schweigt dazu. Sie redet mit niemandem dar\u00fcber. Auch nicht zu ihm. Die M\u00e4dchen sagen, sie spricht niemals unter vier Augen zu ihm.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"55cacf6ece337c810e96727e86ab9a7f\">\u201eDer arme Kerl.&#8221; Mein m\u00fctterliches Mitleid war geweckt. \u201eDas muss doch eine unertr\u00e4gliche Ungewissheit f\u00fcr den jungen Mann sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7d691d418b39909565483788aa161b1a\">\u201eVielleicht hat sie ein Einsehen, wenn er sich im Turnier ihrer w\u00fcrdig erweist. So ganz altmodisch, wie in den Romanen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6b44347b67b9c1c85a7ee6869eaa426b\">Ich schaute verwirrt zu Advon hin\u00fcber. Der junge Mann kannte sich gut aus, was verst\u00e4ndlich war. Als <em>arcaval&#8217;ay<\/em> musste er um die Sitten der unkundigen Ritter wissen.<\/p>\n<p data-p-id=\"9b7262189c45d3c5eef1bc4d5a4eec89\">\u201eHei\u00dft das etwa, Manj\u00e9v ist sowas wie eine Troph\u00e4e f\u00fcr den Sieger?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f94948ef38c9c37b8de25307198a7aa0\">\u201eNein, Meisterin, nat\u00fcrlich nicht. Das w\u00e4re ja schrecklich und den M\u00e4chten zuwider. Sie k\u00f6nnte sich genauso gut jemanden erw\u00e4hlen, der nicht einmal an dem Wettkampf teilnimmt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"042fc8e1fe2add4daae99500ad5f9334\">\u201eWarum veranstalten die <em>teiranday<\/em> dann diesen Wirbel? Wenn dieses Turnier den Ausgang f\u00fcr diese &#8230; Partnerwahl nicht beeinflusst?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1100406a9f8139cb3fc383c2c17101da\">\u201eSie m\u00fcssen das so tun&#8221;, kl\u00e4rte Advon mich auf. \u201eAlle jungen <em>yarlay<\/em> und <em>teirandoray<\/em> m\u00fcssen eine gleiche Chance haben, sich vor ihr zu pr\u00e4sentieren, damit sie unter allen ihres Standes ausw\u00e4hlen kann. Das ist wohl &#8230; Politik.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"af1cb70955895d7cc146147bc40d4f2a\">\u201eEs ist noch mehr dabei, Salghi\u00e1ra&#8221;, sagte Yalomiro. \u201eEs ist wichtig, dass die <em>yarlay<\/em> vor aller Augen ihre Kr\u00e4fte miteinander messen, damit-&#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"85cf6f8e7fa0f5947a33f6226df48e87\">Und dann geschah es. Mitten im Satz, aus dem Nichts schnappte Yalomiro nach Luft. Das Silber in seinen Augen flammte auf wie eine glei\u00dfende Wunderkerze, sein K\u00f6rper zuckte wie unter einem Peitschenschlag. Dann erstarrte er. Unbeweglich, nur leise zitternd und flach atmend sa\u00df er da. Seine Augen <em>brannten<\/em> in kaltem Silberfeuer.<\/p>\n<p data-p-id=\"d62f155f61b369c4ff6838247563ad90\">Ich sprang ver\u00e4ngstigt auf und lief um den Tisch herum. Yalomiro hatte noch nie in meinem Beisein einen solchen Anfall gehabt. Es sah scheu\u00dflich aus. \u201eYalomiro!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1b1105480e44202084bf935a978ff7bf\">\u201ePapa?&#8221; D\u00fdamir\u00e9e taste eilig nach seiner Hand, die so fest um den W\u00fcrfel gekrampft war, dass seine Kn\u00f6chel wei\u00df unter seiner Haut hervortraten. Doch als sie seine Finger ber\u00fchrte, zuckte sie mit einem Wehlaut zur\u00fcck, als habe sie sich an ihm verbrannt.<\/p>\n<p data-p-id=\"accfd5e62a4d0d0a875147e1cce6292b\">Das h\u00e4tte mich warnen sollen, aber zu sp\u00e4t! Ich hatte ihn schon bei der Schulter gepackt, um ihn zu r\u00fctteln und bereute es augenblicklich. Etwas fuhr in meinen Arm und durch mich hindurch wie ein Regen aus nadelfeinen Pfeilen. Ich schrie auf und sprang zur\u00fcck.<\/p>\n<p data-p-id=\"5aa487b14073c4aee769b0827d5255a5\">Yalomiro schien davon nichts zu bemerken. Er war wie gel\u00e4hmt. Ich neigte mich zu ihm vor und versuchte, ihm in die gespenstisch leuchtenden Augen zu blicken. Zugleich sp\u00fcrte ich, wie seine <em>maghiscal<\/em> [\u2248 Energiefeld um einen Magier] sich ver\u00e4nderte. Sie schien, um ihn herum zu kristallisieren und <em>spr\u00f6de<\/em> zu werden. Es war verst\u00f6rend, und es wirkte noch bizarrer inmitten der friedlichen Szenerie des n\u00e4chtlichen Waldes mit den raunenden Wipfeln, fl\u00fcsternden Wellen und melancholischen Abendliedern der V\u00f6gel.<\/p>\n<p data-p-id=\"c8724b70b894d00392adabfb60149c67\">\u201eMeister!&#8221; Advon war ebenfalls aufgesprungen. \u201eMeister! Kommt zu Euch!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3079f5f85d76ed39403219c977ad016b\">Aber Yalomiro war nicht ansprechbar. Er war kreidebleich, seine Lippen verf\u00e4rbten sich bl\u00e4ulich und bebten, doch es kam kein Laut hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"e430238af12ec276953643ce16f7d6a3\">\u201eMama&#8221;, wisperte D\u00fdamir\u00e9e \u00e4ngstlich, \u201ewas passiert da?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c2da51b3050c756e9428bdb3135e097e\">\u201eIch wei\u00df nicht! Ich habe ihn noch nie so gesehen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cd69d51c5c63544e5b2cf46763efdb81\">\u201eWir m\u00fcssen etwas tun!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2f2a7ff8c2af5ee2e04eb3e37ebef16d\">Aber was? Was immer da gerade geschah, es reagierte mit Yalomiros Magie und blockte unsere ab. Das war gef\u00e4hrlich, unkalkulierbar, f\u00fcr alle Beteiligten. Er zitterte immer st\u00e4rker. Es sah aus, als sei er daran, innerhalb von Augenblicken zu erfrieren.<\/p>\n<p data-p-id=\"175560067e661d79d562e1601aaa8001\">\u201eWir m\u00fcssen ihn da heraus holen! Etwas h\u00e4lt ihn gepackt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d50d5de5919a7593140a74a9e1b019cb\">\u201eMeister!&#8221; Advon streckte seine Handfl\u00e4che gegen Yalomiro aus. \u201eMeister &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0bb4c840f9812cf266b62ad89330e5e3\">\u201eAdvon, was hast du vor?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5fdd12f33a5b1986ecef8220a591ec39\">\u201eIch &#8230; ich will etwas versuchen. Meister &#8230; vergebt mir!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"22402d2da5c351166283fce6d5830c2f\">\u201eNein!&#8221;, brachte D\u00fdamir\u00e9e gerade noch hervor. Doch schon warf der junge Magier einen heftigen scharfen Zauber gegen Yalomiro, einen Schwall goldhei\u00dfer Magie, dessen Schockwelle selbst ich sp\u00fcrte, als fl\u00f6sse Feuer durch meine Adern, obgleich ihn nicht das Ziel war. Ich schrie und warf mich zur\u00fcck.<\/p>\n<p data-p-id=\"4536d4ad605ad6d8977ac514ecff3747\">Yalomiro wurde von der Bank in die H\u00f6he gerissen und einige Schritte weit durch die Luft geschleudert, so weit, bis die Au\u00dfenwand des Eta\u00edmalon den Sto\u00df stoppte. Er prallte mit dem R\u00fccken gegen die wei\u00df gek\u00e4lkte Wand und landete unsanft in dem Kr\u00e4uterbeet davor. Das hatte sicherlich ziemlich weh getan, aber statt eines Schmerzenslautes schnappte Yalomiro so heftig nach Luft, als h\u00e4tte man ihm einen Eimer eisiges Wasser ins Gesicht gesch\u00fcttet.<\/p>\n<p data-p-id=\"1b618949939b08cceac32986d52f061a\">Offenbar hatte Advons Feuer verpuffen lassen, was auch immer eisiges Yalomiro gepackt hatte, und das auf verst\u00f6rend brutale Art.<\/p>\n<p data-p-id=\"1175c5972e4788dcb0400dd0cbc51460\">Einen Moment lang war es still im Boscarg\u00e9n, abgesehen vom Abendlied der V\u00f6gel.<\/p>\n<p data-p-id=\"c8db62a3c2e6dacf607e9dcf96b95c10\">\u201eDu hast ihn nicht ernsthaft mit Feuermagie geschlagen?&#8221;, brachte D\u00fdamir\u00e9e schlie\u00dflich hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"ab95bfb29f51833b61cf6b1573670f5d\">\u201eWas h\u00e4tte ich denn tun sollen?&#8221;, stammelte Advon, offensichtlich bis ins Mark entsetzt \u00fcber seine eigene Tat. Im Boscarg\u00e9n, in Nokt\u00e1mas Wald Patagh\u00edus Magie zu entfesseln, das war &#8230; nun &#8230; frevelhaft.<\/p>\n<p data-p-id=\"613df395c1f7076b42f7f5e6725429d0\">\u201ePapa?&#8221;, fragte D\u00fdamir\u00e9e vorsichtig.<\/p>\n<p data-p-id=\"cf699514bf67d71122a662a967592072\">Er setzte sich auf und blinzelte in einer ganz absonderlichen Mischung aus Schmerz, Verwirrung und \u00c4rger. Aber zumindest hatte sein Gesicht nun wieder seine normale Farbe. Seine gerade noch verkrampfte Hand \u00f6ffnete sich. Der W\u00fcrfel fiel auf den Boden und zeigte eine harmlose Drei an.<\/p>\n<p data-p-id=\"52a65cadb056e2ab76910bdbac8f415a\">\u201eOh&#8221;, stotterte Advon und lie\u00df seine Hand wieder sinken. \u201eDas war nicht meine Absicht. Habe ich Euch verletzt, Meister?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9dcf1a2302d49c8947f45cf15faf31ef\">\u201eVerletzt?&#8221;, stie\u00df Yalomiro schwach hervor. \u201eBei den M\u00e4chten! Das reichte aus, um einen Chaosgeist zu zerschmettern!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7f34b8f61988d0ce6b3ab689e41d31ca\">\u201eIch wollte nicht &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1b5b158fc7a19b23f405e774a68d2fa6\">\u201eH\u00fcte dich, Abendkind!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"76e1eec06375ed4997f8ae79191369c3\">\u201eYalomiro!&#8221; Ich versuchte, ihn aufzuheben. \u201eWas war das? Was ist geschehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b7819dbeec6815535024a27a0b6946a8\">\u201eLasst mich. Nur einen Augenblick &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b4c3bc6284f865f4f3809d64455121f2\">Er griff nach mir. Seine H\u00e4nde waren noch kalt, und es brauchte meine und D\u00fdamir\u00e9es Hilfe, ihn wieder auf die Beine zu stellen. Einen Moment verharrte er, die H\u00e4nde auf die Tischplatte gest\u00fctzt und so wackelig auf den Beinen, dass ich f\u00fcrchtete, er werde jeden Moment wieder umfallen. Eine Weile stand er so da, die Augen geschlossen und wie au\u00dfer Atem. Dann richtete er sich w\u00fcrdevoll auf, zupfte einen zerknickten Thymianzweig von seinem Mantel und wankte ohne ein weiteres Wort ins Haus. Wir blickten ihm besorgt nach. Aber niemand wagte, ihm nachzulaufen.<\/p>\n<p data-p-id=\"7e350105fbebef8aeb51ea53efcc74eb\">\u201eDas ist unheimlich&#8221;, wisperte D\u00fdamir\u00e9e schlie\u00dflich und hob den W\u00fcrfel zwischen den verw\u00fcsteten Kr\u00e4utern auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"10fd38b4d05a6c239efd4fc5d05e804a\">\u201eBei Patagh\u00edu&#8221;, raunte Advon, \u201eIch <em>wollte<\/em> ihm nicht weh tun. Das m\u00fcsst Ihr mir glauben!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"30cf8b48a08e6496d743520a6161524c\">\u201eDu hast genau das Richtige getan. Ich habe das Gef\u00fchl, dass wir beide mit unserer Schattenmagie niemals zu ihm durchgedrungen w\u00e4ren. Du hast ihn aus dem Bann gerissen, indem du ihn niedergeschlagen hast.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8ee591aeb69281eb644a013f7ef1c967\">\u201eAber ich wollte ihn nur wachr\u00fctteln! Nie w\u00fcrde mir einfallen, den Meister anzugreifen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7feaa6d6d94d225c428766962c832a76\">\u201eDas ist dir gelungen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"873abc9c0cdbb1258e89ff6d024ff62b\">\u201eDu musst es noch \u00fcben&#8221;, sagte D\u00fdamir\u00e9e sanft und tastete ihn tr\u00f6stend an. \u201eDeine Kraft zu kontrollieren, meine ich, genauso, wie deine Eltern es immer wieder sagen. Du bist &#8230; nun, einfach viel zu stark.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"108f9f4b64bfa75218db0d11d8b4ff92\">Wir schauten zur T\u00fcr hin\u00fcber, und ein unbehagliches Schweigen breitete sich aus. Schier endlose Minuten verstrichen.<\/p>\n<p data-p-id=\"2a2ff58d16e491bceb846cff54ee2227\">Endlich kam Yalomiro aus dem Eta\u00edmalon zur\u00fcck. Er ging wieder aufrecht und hatte eine h\u00fcbsch mit verschn\u00f6rkelten Einlegearbeiten verzierte Schatulle bei sich. Die stellte er energisch mitten auf meinem Spielfeld ab.<\/p>\n<p data-p-id=\"1f19a2b37e890c7f91ee70d2d55382b7\">Advon setzte sich kleinlaut zur\u00fcck auf seinen Platz. \u201eMeister, ich wollte &#8230; es sollte keine Provokation sein. Ich wollte Euch nicht mit Heller Magie angreifen. Ich &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0cb662a6a20adf4941b7ee15af62ac83\">\u201e\u00dcber diese taktlose Frechheit reden wir sp\u00e4ter, Abendkind. Es gibt Wichtigeres.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eb7ef186fcde9e7c3bfb826d19c37077\">\u201eWas ist geschehen, Yalomiro? Hat dich etwas angegriffen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0059ff54e9303e8120d79dc839bb9c22\">\u201eIch glaube eher, mir wurde etwas an den Kopf geworfen. Bei den M\u00e4chten, ich h\u00e4tte nicht gedacht, dass eine &#8230; <em>Vision<\/em> sich so anf\u00fchlt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b7e74aa0cc855a75f0b8788809ee1dc2\">Wir starrten ihn \u00fcberrascht an. Visionen und Prophezeiungen waren etwas sehr Seltenes, selbst f\u00fcr Magier. Es war zwar vorgekommen, dass Nokt\u00e1ma oder Patagh\u00edu sich Sterblichen auf diese Weise mitteilten. Nach alldem, was ich wusste, geschah das aber niemals willk\u00fcrlich und ohne eine entsprechende geistige Vorbereitung, sofern man nicht im Zuge der Erkenntnis Verstand oder Leben verlieren wollte. Man musste die M\u00e4chte um Visionen <em>bitten<\/em>, und das hatte Yalomiro offenkundig nicht getan.<\/p>\n<p data-p-id=\"9cdbaa5cd7f489f4f11465a5326b04ca\">Er st\u00fctzte sich einen Moment auf dem K\u00e4stchen ab. Offenbar suchte er nach Worten. \u201eIch wei\u00df nicht, wie ich es euch erkl\u00e4ren soll. Habt ihr jemals unabsichtlich etwas Geheimes belauscht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3ab0639faf33176339ffe16b002137bd\">Advon und D\u00fdamir\u00e9e nickten zugleich, besannen sich und bem\u00fchten sich um Unschuldsmienen.<\/p>\n<p data-p-id=\"0b57b828f546c633506bb646cf17a9bf\">\u201eUnd was hast du &#8230; belauscht?&#8221;, erkundigte ich mich. \u201eHat es etwas mit dem Echo zu tun?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a8303cab7da9187c58612c03982b55e5\">\u201eWelches Echo?&#8221;, fragte D\u00fdamir\u00e9e verwirrt.<\/p>\n<p data-p-id=\"ea0398bfe1f1806a391847564559558d\">Yalomiro wandte sich zum Haus um. Die T\u00fcr stand offen. Am Ende des Korridors lag der Eingang ins Heiligtum, in Nokt\u00e1mas Halle. Wir folgten seinem Blick.<\/p>\n<p data-p-id=\"7a29234b7bac58f0cd352969eb0ad9b3\">\u201eVielleicht&#8221;, sagte er.<\/p>\n<p data-p-id=\"2a65161c7483ed243e44769314523f70\">\u201eUnd was hast du geh\u00f6rt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f57c2b739e5739084db189d23157bc71\">\u201eIch wei\u00df nicht. Es war viel zu viel zugleich und zu schnell, wie zehntausend W\u00f6rter mit nur einem Zungenschlag. Wir m\u00fcssen es entschl\u00fcsseln, solange es in meinem Geist nachhallt. Wir m\u00fcssen es &#8230; \u00fcbersetzen. Lasst mich etwas versuchen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cd07d99e7e3091d06245bc8dfeb1bf40\">\u201eWas hast du vor?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7b134c35c2ac79b7e987d845e6d9a989\">\u201eBist du vertraut damit, wie Magier das Weltenspiel spielen, Abendkind? Dann erkl\u00e4re es Salghi\u00e1ra und D\u00fdamir\u00e9e, denn von mir wissen sie es nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"58c252b551c0747e0d4b49e4e40911c2\">\u201eMagier spielen es ohne eigenen Willen&#8221;, sagte Advon, als frage man ihn eine Lektion ab. \u201eUnd ohne eigene Strategie. Man verbindet im Namen der M\u00e4chte seine Magie mit dem Spiel und l\u00e4sst geschehen, was kommt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"966ed5b9ba5f94f51adcad139db73df7\">\u201eUnd wer gewinnt dann?&#8221;, fragte D\u00fdamir\u00e9e.<\/p>\n<p data-p-id=\"9d059586a41d863c72eca4499711e425\">\u201eNiemand. Es geht nicht ums Gewinnen, sondern um Einsichten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"71e23747a2fb133174df0cdf8637ea27\">\u201eEtwa so wie Wahrsagerei mit einem Kartenspiel?&#8221;, fragte ich und erntete verwirrte Blicke.<\/p>\n<p data-p-id=\"b7372203b7cb141b6709d2fba661d889\">\u201eWie viele seltsame Dinge es aus deiner Welt noch zu erfahren gibt&#8221;, sagte Yalomiro sanft und \u00f6ffnete das K\u00e4stchen. Es enthielt die Figuren, die in dieser Welt f\u00fcr ein Brettspiel verwendet wurden, das sehr vage \u00c4hnlichkeit mit Schach hatte, sah man von den verwirrenden Regeln und dem chaotischen Spielbrett ab. Yalomiro hatte versucht, mich damit vertraut zu machen, aber ich war damit \u00fcberfordert gewesen. Menschen brauchten viele Jahre regelm\u00e4\u00dfiger \u00dcbung, um es zu erlernen.<\/p>\n<p data-p-id=\"be9f607f165867932d0f6fab5622764c\">\u201eDu hast das Brett nicht mitgebracht&#8221;, sagte D\u00fdamir\u00e9e.<\/p>\n<p data-p-id=\"088c228998d7800468d2182227b97018\">\u201eWir spielen mit Salghi\u00e1ras Brett.&#8221; Yalomiro begann, Figuren aus dem K\u00e4stchen herauszunehmen und sie willk\u00fcrlich auf den Feldern zu verteilen. Gefertigt warten sie teils aus Kristall, teils aus bl\u00e4ulichem Achat. Als Erstes holte er die wichtigste heraus, eine etwas gr\u00f6\u00dfere, aus Bergkristall geschnitzte Frau mit einer Krone. Andere Figuren repr\u00e4sentierten weitere Gestalten mit ihren \u00c4mtern und Aufgaben. Was sie darstellten, war zum Teil nur an sehr feinen Details zu erkennen. Es <em>h\u00e4tte<\/em> einen S\u00e4mann gegeben, einen <em>vendyr<\/em>, einen <em>maedlor<\/em> [\u2248 Beamter], einen <em>b\u00e1chorkor<\/em> [\u2248 Geschichtenerz\u00e4hler] &#8230; und so weiter.<\/p>\n<p data-p-id=\"4a53ec9a5176e5b1ae5a278ec97cc036\">Advon neigte sich fasziniert vor. \u201eWo habt Ihr dieses Spiel hergenommen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7c4e64f78cc72d0c37e10d1da283c206\">\u201eEs geh\u00f6rte meinem <em>ytra<\/em> [\u2248 Meister]. Wieso?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"57f0276934a4eb40acc3b84fbf71a14d\">\u201eDamit l\u00e4sst sich doch das Weltenspiel nicht spielen! Schaut doch hin!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"02904fed92513b4fdabb5650f96ae611\">Tats\u00e4chlich standen nun sechzehn Ritterfiguren auf dem Tisch. Yalomiro hob \u00fcberrascht die Brauen.<\/p>\n<p data-p-id=\"c3fbeec206fcd55d74373290c2d8bdd5\">\u201eZauberst du, Papa?&#8221;, fragte D\u00fdamir\u00e9e, w\u00e4hrend Yalomiro die Figuren zurechtr\u00fcckte. \u201eMachst du alle Figuren zu Rittern?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d7ab600111d231eba44f8eccebb48df2\">\u201eJa, es scheint so. Nicht willentlich, aber es passt zusammen. Sprachen wir nicht gerade \u00fcber Sinn und Zweck des <em>vaspos\u00e1r<\/em>, als es geschah?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4e464b3e7bdd2ff155bf6a50344d5b1c\">\u201eDas w\u00e4re doch ein sonderbarer Zufall.&#8221; Ich \u00fcberlegte, ob es nicht eher Yalomiros eigenes Unterbewusstsein war, das hier das Weltenspiel nach seinem Gutd\u00fcnken manipulierte. Es erschien mir absurd, dass eine Vision, oder was auch immer es gewesen war, unmittelbar auf ein beil\u00e4ufiges <em>Tischgespr\u00e4ch<\/em> aufsetzen sollte.<\/p>\n<p data-p-id=\"26ad36cab39719a01d01e0f124a2c4f9\">Yalomiro legte die Fingerspitzen aneinander und richtete seinen silbern schimmernden Blick verwirrt auf den sonderbaren Spielaufbau vor sich. \u201eVielleicht waren unsere Gedanken dazu ein Stichwort, ein Ausl\u00f6ser, auf eine Weise, die mir nicht klar ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b5e4ed76ad1661dd6e2d5a4269e4757d\">\u201eUnd wer f\u00fchrt welche Figur?&#8221;, erkundigte ich mich.<\/p>\n<p data-p-id=\"1b916d3849ab63432620439f48e30097\">\u201eKeiner von uns spielt irgendwen. Wir bewegen sie nach unserer Intuition. Ohne nachzudenken, ohne Strategie. Keine Regeln. Nur Zuf\u00e4lle. Oder Schicksal, wie man es nimmt. Du hast den W\u00fcrfel, mein kleiner Stern. Lasst uns Nokt\u00e1ma um einen Weisheit und Eingebung bitten und beginnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8a16254c46585f34a1ad575c00dede6a\">\u201eIch bin mir sicher, dass Nokt\u00e1ma <em>mir<\/em> nichts mitzuteilen hat&#8221;, gab Advon zu bedenken. D\u00fdamir\u00e9e trat ihn sacht vors Schienbein und neigte sich \u00fcber das Brett.<\/p>\n<p data-p-id=\"bfcff61d1c0b3c54dd86d88d6b9a2259\">\u201eDann bitte du bei Patagh\u00edu um Verst\u00e4ndnis. Das geht uns alle etwas an, wenn es die Unkundigen betrifft. Wenn du schon seine Magie hier gewirkt hat, kommt es darauf nicht mehr an.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"73a83d202865b5daf72a20a865d02468\">Wir schwiegen einen Moment. Magie loszulassen, war nicht einfach, aber sogar ich hatte es mit Yalomiros geduldiger Anleitung gelernt. Es kostete ein wenig \u00dcberwindung, die Kontrolle \u00fcber die eigene <em>maghiscal<\/em> abzugeben. Etwa, so, als balanciere man blind an einem Abgrund entlang, in der Hoffnung, am Grund warte ein weiches Kissen. Die Atmosph\u00e4re am Tisch wandelte sich. H\u00e4tte ich in diesem Moment ein Wort daf\u00fcr gebraucht, ich h\u00e4tte es f\u00fcr traumartig gehalten. Ja, <em>traumartig<\/em>. Die Wirklichkeit trat von uns zur\u00fcck. Alles, was nun geschah, war auf eine wunderliche Weise nicht echt.<\/p>\n<p data-p-id=\"7d0ea27eb29f95159e9db9f9514222e7\">D\u00fdamir\u00e9e warf eine F\u00fcnf, griff wahllos einen der achatenen Ritter, der ihr am n\u00e4chsten stand und r\u00fcckte die Figur \u00fcber die Mensch-\u00e4rgere-dich-nicht-Felder voran.<\/p>\n<p data-p-id=\"a9acc195b61d83cf96ebd5dc0ea3f31f\">Dann war ich an der Reihe und w\u00fcrfelte eine Zw\u00f6lf. Ich hinterfragte das nicht weiter und entschied mich f\u00fcr einen Ritter aus Kristall.<\/p>\n<p data-p-id=\"f4a432b7593b16b324800252251b40c8\">Yalomiro w\u00fcrfelte, eine Null, und ber\u00fchrte ebenfalls einen Kristallritter, ohne ihn zu verr\u00fccken. Stattdessen geschah etwas anderes. Die Figur wurde &#8230; dunkler, als verteile sich Rauch in ihrem Inneren.<\/p>\n<p data-p-id=\"964782350ec9654ef64971da7827a736\">\u201eMachst du das, Advon?&#8221;, fl\u00fcsterte D\u00fdamir\u00e9e. \u201eSpielst du mit den Farben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9a4da0618e83f5e31598ac4497d40411\">\u201eNein! Ich habe nichts damit zu tun.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a499137c8ef08639907b50b68a8297b2\">\u201eInteressant.&#8221; Yalomiro neigte sich vor und betrachtete den verf\u00e4rbten Ritter fasziniert.<\/p>\n<p data-p-id=\"b0c1cb707b2a4bb236d0f09fa9333740\">Wir spielten, bis Nokt\u00e1mas Juwel am Himmel stand und sich im See spiegelte. Und mit jeder Runde, mit jeder Aktion, mit jedem Zug wurde das, was auf dem Spielfeld geschah, zunehmend <em>unheimlicher<\/em>. Es war faszinierend und schauerlich zugleich.<\/p>\n<p data-p-id=\"1bff369d2ff5c09d9da5616aacbefb9c\">Unsere Magie vermengte und verselbstst\u00e4ndigte sich. Der W\u00fcrfel tat, was er wollte. Mal zeigte er absurd hohe Augen an, manchmal gar nichts, zwischenzeitlich \u00e4nderte er seine Form und wurde mal zu einer Kugel, dann wieder zu dem vieleckigen Steinchen, das er urspr\u00fcnglich gewesen war. Yalomiro schien das gar nicht zu bemerken. Er warf den Stein, w\u00e4hlte blind Figuren, und r\u00fcckte sie voran. Jene, die er ber\u00fchrte, wurden entweder nach und nach dunkler oder verf\u00e4rbten sich schlagartig in gl\u00e4nzendes Lackschwarz. Wenn D\u00fdamir\u00e9e, Advon oder ich am Zug waren, ver\u00e4nderte sich hingegen gar nichts. Dennoch f\u00fchrte es dazu, dass nach einer Weile eine \u00dcberzahl buchst\u00e4blich pechschwarzer Ritter auf dem Spielfeld unterwegs waren. Und die waren zweifellos darauf aus, Jagd auf zwei Figuren zu machen, die um die durchsichtige <em>teiranda<\/em> herum zogen und diese nicht erreichten, weil die dazu erforderlichen Augenzahlen nie passten. Diese beiden Figuren, beide aus Achat, hatten ihre urspr\u00fcngliche Farbe beibehalten. Es gelang ihnen immer wieder, den pechschwarzen H\u00e4schern um Haaresbreite zu entkommen. Doch am Ende waren beide umzingelt von den schwarzen Figuren und hatten keine M\u00f6glichkeit mehr, in irgendeine Richtung auszuweichen. Es sei denn &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"5537387090430932d4ac9839b290b977\">\u201eEiner von beiden m\u00fcsste den anderen schlagen&#8221;, wisperte Advon. \u201eDann w\u00e4re der Weg frei.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"779dbe6fa681f7472642122f7bd2c064\">Kaum hatte er das ausgesprochen, gab der W\u00fcrfel auf und zersprang in zahllose winzige Sandk\u00f6rner. Yalomiro schreckte erneut aus seinem D\u00e4mmerzauber hoch, als tauche er atemlos aus eisigem Wasser auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"1306be86716b4afb34367fd0feab98ba\">Im selben Moment verschwand alle magische Farbe vom Spielbrett. Kristallene und achatene Ritter, Kaufleute, Bauern, M\u00e4rchenerz\u00e4hler und so fort standen kreuz und quer um die <em>teiranda<\/em>-Figur verteilt.<\/p>\n<p data-p-id=\"0a06c3987da6936bf7f5d775ddb7733c\">\u201eNun&#8221;, sagte Yalomiro, fegte die \u00dcberreste des W\u00fcrfels zusammen und streute sie in den sachten Abendwind, \u201edas l\u00e4sst wenig Spiel f\u00fcr Interpretationen. Ich denke, die <em>teirandanja<\/em> sollte wissen, was mir &#8230; zugetragen wurde. Das <em>vaspos\u00e1r<\/em> ist &#8230; gef\u00e4hrlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1d0f065ab4bdfdab6fae7db8a7629d9f\">\u201eAber wir wissen nicht, wen die beiden lauteren Ritter darstellen sollen&#8221;, gab D\u00fdamir\u00e9e zu bedenken.<\/p>\n<p data-p-id=\"22e113a26a1c6861b5772368c86cbcd2\">\u201eLauterkeit ist ungef\u00e4hrlich. Mich beunruhigen auch viel eher jene, die pl\u00f6tzlich ihre Wappen wechselten. Und ich frage mich warum sie es taten. Worauf dieses <em>vaspos\u00e1r<\/em> hinauflaufen soll.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6e0f54ce8d276e5a6b347043e224bd17\">\u201eUnd f\u00fcr wen die Vision bestimmt war, wenn nicht f\u00fcr Euch&#8221;, erinnerte Advon und erhob sich eilig. \u201eIch hole rasch Farbenspiels Sattel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a7090f1ed859b262b9b1d6c00522c79d\">\u201eNein, Abendkind. Ihr beide, ihr bleibt hier bei Salghi\u00e1ra. Ich gehe allein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"19a06560a5d49b65c5756ba8be3236a4\">\u201eAllein?&#8221; Ich protestierte. Immer, wenn Yalomiro den Boscarg\u00e9n allein verlie\u00df, waren unerfreuliche Dinge geschehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"972f8489b994bc410b56d3ccdd5c5ee0\">\u201eEs geht allein die <em>teirandanja<\/em> etwas an, von dieser Sache zu erfahren. Es ist nicht n\u00f6tig, das wir uns mit mehr daran beteiligen als mir einer gut gemeinten Warnung.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bc7460aab71f99e2518073ecc15f0a91\">Niemand wagte, es auszusprechen. Aber wir alle dachten daran. Ich gab mir einen Ruck.<\/p>\n<p data-p-id=\"534eca9599c8715d0d4e891a43034986\">\u201eYalomiro \u2013 und wenn das eine Falle ist? Wenn das Widerwesen ist? Kehrt es zur\u00fcck?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f7ae038008e45b0ddb053eb40385d7da\">\u201eNein. Ich denke nicht. Diesmal ist es &#8230; entsetzlicher.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b75d943e2d359203a81761f0f23e8f77\">\u201eEntsetzlicher als das Widerwesen?&#8221;, fragte D\u00fdamir\u00e9e. \u201eWie soll das denn sein?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"35bce8e6345f6cc795d2ab04a7509243\">Er schaute uns an, seine Augen nun wieder hell von dem geisterhaften Silberschimmer.<\/p>\n<p data-p-id=\"f6c96ddadbc9c344231e635b1f96d8b6\">\u201eDiesmal, mein kleiner Stern, werden es <em>Menschen<\/em> sein.&#8221;<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/scherbenlied-oder-die-suche-nach-dem-boesen-band-3\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-2992","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-03_scherbenlied"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2992","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2992"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2992\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3647,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2992\/revisions\/3647"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2992"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2992"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2992"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}