{"id":2990,"date":"2025-08-25T15:37:38","date_gmt":"2025-08-25T13:37:38","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2990"},"modified":"2025-08-31T00:57:23","modified_gmt":"2025-08-30T22:57:23","slug":"005-manjev-und-die-richtige-wahl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/005-manjev-und-die-richtige-wahl\/","title":{"rendered":"005: Manj\u00e9v und die richtige Wahl"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SL_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1992\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p>\u201eSchau mal her, Manj\u00e9v&#8221;, rief Truda Emberbey aufgeregt und eilte an den W\u00e4chtern vorbei, die die Gem\u00e4cher der <em>teirandanja<\/em> h\u00fcteten und sich dabei gar sehr zu langweilen schienen. Die beiden M\u00e4nner behielten den Zugang zum Korridor im Auge, zu dem nur die Familie, die <em>yarlay<\/em> und befugtes Gesinde Zutritt hatte. Aber abgesehen von Manj\u00e9v von Wijdlant und Spagor und ihrer j\u00fcngeren Hofdame hielt sich zu dieser Zeit niemand hier auf. Das Herrscherpaar und seine engen Gefolgsleute hatten s\u00e4mtlich andere, wichtige Dinge zu tun. In der Burg waren alle emsig mit den Vorbereitungen zugange. Sogar in der K\u00fcche wurden bereits haltbare Speisen gekocht, obwohl es bis zum Fest noch Tage dahin war.<\/p>\n<p data-p-id=\"75283d3a17d9cc09ffed1c66887c2a85\">In und um die Burg wimmelte es von ersten hochedlen G\u00e4sten und wichtigen, wohlhabenden Pers\u00f6nlichkeiten von nah und fern. So viel musste geregelt und organisiert werden, und ausgerechnet jetzt waren die drei <em>yarlandoray<\/em> des Hofes mitsamt der zweiten Hofdame abwesend.<\/p>\n<p data-p-id=\"73f0d3b645bec737201bcfb1baa4bbb3\">Im Fall von L\u00e1as Grootplen und seiner Nichte T\u00edjnje Mor\u00e9aval war das zu verzeihen, denn schlie\u00dflich sollte die ehrenwerte <em>eld-yarlara<\/em> den Weg zur Burg nicht allein bew\u00e4ltigen m\u00fcssen. Dass ihr j\u00fcngster Sohn und ihre Enkelin sie geleiteten, war geboten, da weder Herr Daap noch die <em>yarlara <\/em>von Mor\u00e9aval abk\u00f6mmlich waren. Aber J\u00e1ndris Altabete, das hatte sein Vater, der hochedle Herr Andri\u00e9r zerknirscht gegen\u00fcber seiner Herrin und ihrem <em>h\u00fdardor<\/em> gelobt, w\u00fcrde sich nach seiner R\u00fcckkehr daf\u00fcr verantworten m\u00fcssen, sich unter einem so billigen Vorwand vor seinen Pflichten gedr\u00fcckt zu haben. Dieser leichtfertige Strolch, der sein neues R\u00fcstzeug nur nachl\u00e4ssig verborgen hatte, und zwar unter seinem Bett. Bei seinem Plattner war er jedenfalls nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"bda6364717284abdc6027aff535e7700\">Viel unruhiger waren K\u00edan\u00e1 von Wijdlant und Asga\u00fd von Spagor jedoch dar\u00fcber, dass auch Merrit Althopian fort war. Aber gut, ein taugliches Ersatzpferd, das war ein Argument, und nirgendwo anders als auf den Koppeln seines Vaters w\u00fcrde er eines finden, das seinen Anspr\u00fcchen gen\u00fcgen w\u00fcrde. Sicher w\u00fcrden Vater und Sohn bald gemeinsam wieder eintreffen, denn auch Herr Wa\u00fdreth weilte derzeit nicht in Wijdlant.<\/p>\n<p data-p-id=\"4f6506ed96aae55c313d960f244ce8e1\">Es waren also noch einige Tage bis zum <em>vaspos\u00e1r<\/em>, und es waren noch l\u00e4ngst nicht alle G\u00e4ste angelangt, die sich angesagt hatten, um dabei zu sein. Doch auf auf der gro\u00dfen Planwiese vor der Burg hatten die ersten ihre Zelte aufgeschlagen. F\u00fcr all die Menschen und ihr Gefolge, die wegen ihr, Manj\u00e9v, der <em>teirandanja<\/em> anreisen w\u00fcrden, bot selbst die gro\u00dfe Burg nicht genug Platz. Nicht wenige der Angereisten hofften, dass die junge Dame sich nicht schon l\u00e4ngst f\u00fcr jemanden entschieden hatte, und rechneten sich eine gewisse Chance aus, selbst der Auserw\u00e4hlte zu werden. Doch Manj\u00e9v zeigte sich nicht. Die <em>teirandanja<\/em> hatte sich in ihr Gemach zur\u00fcckgezogen und verlauten lassen, unp\u00e4sslich zu sein. Nur Truda leistete ihr Gesellschaft, und das, obwohl es gerade jetzt so viel Aufregendes zu sehen gab, und so viele interessante Leute aus allen Winkeln des Weltenspiels anwesend waren. Die junge Hofdame machte keinen Hehl daraus, wie sehr sie bedauerte, dass ihre um f\u00fcnf Sommer \u00e4ltere Herrin sich nicht in die \u00d6ffentlichkeit wagte. Aber Manj\u00e9v lie\u00df sich nicht erweichen. Sie w\u00fcrde nicht eher ihre Kemenate verlassen, als es unbedingt sein musste. Sp\u00e4testens zum Abendessen, bei dem auch einige handverlesene hohe Herren und Damen mit ihren S\u00f6hnen und T\u00f6chtern mit an der Tafel sitzen w\u00fcrden. Bis dahin schickte Manj\u00e9v das junge M\u00e4dchen ab und an zu <em>yarl<\/em> Daap Grootplen, dem <em>mynstir<\/em> der <em>teiranda<\/em>, um zu erfahren, ob es etwas Wichtiges gab. In der Regel kam Truda mit dem Gastgeschenk eines neu Eingetroffenen zur\u00fcck.<\/p>\n<p data-p-id=\"829fb993538d0af9f61c60cb8f6a1abc\">Die Leibw\u00e4chter der <em>teirandanja<\/em> hatten ein W\u00fcrfelspiel ausgepackt und versuchten, so leise wie m\u00f6glich damit zu sein. Truda lief an ihnen vorbei und st\u00fcrmte in das Gemach, ohne anzuklopfen.<\/p>\n<p data-p-id=\"22db3bb65623d2f178f5c356ae75aa32\">\u201eWas ist es diesmal?&#8221;, fragte Manj\u00e9v von Wijdlant und Spagor, k\u00fcnftige <em>teiranda<\/em> eines gro\u00dfen <em>teirandon<\/em>, ohne allzu gro\u00dfes Interesse. In den vergangenen Tagen waren neben G\u00e4sten nach und nach immer mehr Geschenke eingetroffen. Viele Edelleute und <em>teiranday<\/em> aus allen Gegenden des Weltenspiels hatten ihre Abgesandten mit Pr\u00e4senten vorausgeschickt, wohl um ihre Chancen auf ein Wort, auf einen Blick mit ihr zu verbessern, denn ein wertvoilles Geschenk zwang sie, Manj\u00e9v, dazu sich pers\u00f6nlich daf\u00fcr zu bedanken &#8211; der erste Schritt zu einem Gespr\u00e4ch, das Grundlage f\u00fcr mehr sein konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"64af6a9730415625929b993d94f0352f\">\u201eEs kommt aus Iva\u00e1l&#8221;, sagte Truda, lie\u00df sich \u00e4u\u00dferst formlos neben ihrer Herrin auf die Bettkante fallen und \u00fcberreichte dem \u00e4lteren M\u00e4dchen eine fein verzierte Dose aus Alabaster. Jemand hatte mit einem winzigen Pinselchen zierliche bunte V\u00f6glein darauf gemalt. \u201eSchau doch mal rein, was drinnen ist!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"83daeb2a598e4b198be87793d5d8da22\">\u201eWar kein Schreiben dabei?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"013ab2a03ff7960dd77eec4180d24676\">\u201eWas? Ach ja &#8230; hier.&#8221; Truda holte achtlos ein Briefchen hervor, das sie in ihrem Ausschnitt verstaut hatte. Manj\u00e9v entfaltete es, warf einen uninteressierten Blick darauf, seufzte und legte es beiseite, ohne es zu Ende gelesen zu haben. Sie schrieben ja doch alle dasselbe, ganz so, als w\u00fcrden die <em>maedloray<\/em> der Gratulanten zwischen Virhav\u00e9t und Aur\u00f3p\u00e9a alle voneinander abschreiben. \u201eEine Aufmerksamkeit eines Edelstein-<em>vendyr<\/em>&#8220;, erkl\u00e4rte die <em>teirandanja<\/em>. \u201eWir nehmen es zur Kenntnis und zeigen uns k\u00fcnftigem Handel mit ihm gewogen. Notier das.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05a2583c26a050da7fbe6be2132a2484\">Truda seufzte, erhob sich, trat an das Tischlein bei der Bank in der Fensternische, wo ein Wachst\u00e4felchen mit Griffel lag, und f\u00fcgte einen weiteren Eintrag hinzu. \u201eIch w\u00fcnschte, Osse w\u00e4re hier und w\u00fcrde sich darum k\u00fcmmern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"516ef5771de033748c4ed8a9acc3e93c\">\u201eOh ja, ich mir auch&#8221;, murmelte Manj\u00e9v und schraubte das D\u00f6schen auf. \u201eIch bin froh, wenn er endlich bei uns ist. Ich habe gar keinen Sinn f\u00fcr dieses Zeug.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c5075e7ec0d3e15e9f1783546fe643ad\">\u201eWas ist es denn?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3136e1d0f02cf8a1fe876aa7ded0a60c\">Manj\u00e9v warf einen ratlosen Blick in das D\u00f6schen. \u201eIch glaube, es ist &#8230; bunter Staub.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"993c50692e930fd9ec85feab85b353aa\">Truda hob die Brauen. In Modedingen war das M\u00e4dchen weit besser informiert als ihre Herrin. Das Geschenk aus Iva\u00e1l erkannte das M\u00e4dchen sofort.<\/p>\n<p data-p-id=\"13c07f91b435824f6cd117f21fff959e\">\u201eDas ist ganz fein gemahlener Edelstaub&#8221;, kl\u00e4rte sie die <em>teirandanja<\/em> auf. \u201eDas machen sie mit den Resten, die beim Schmuckstein schleifen \u00fcbrig bleiben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dd0a8f911a2865c18400a6254ca8ddca\">\u201eUnd wozu braucht man das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"46d1d09f3ce8ce92c32de7fcd858c5d4\">\u201eDu machst dir einen Sud aus Linnenkrautsamen, l\u00e4sst ihn stocken, r\u00fchrst von dem Staub hinein und reibst ihn dir ins Haar. Das glitzert dann wie buntes Feuer.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9c173e2435588b84fd57ce4057ac21f0\">\u201eWoher wei\u00dft du so etwas?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3f58af6f12bf3ced0149dc4b5a9f004d\">\u201eDie Kammerdame von Tijnjes Gro\u00dfmutter, die schwarzhaarige aus Iv\u00e1al, hat mir das mal erkl\u00e4rt. Das ist etwas f\u00fcr sehr wohlhabende Damen. Du musst dich unbedingt mit ihr unterhalten, wenn sie die <em>eld-yarlara<\/em> von Mor\u00e9aval hierher begleitet. In Iva\u00e1l wissen sie wirklich alles \u00fcber solchen Zierkram.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"97fb578758802caafe3107483ee72ff0\">\u201eWenn ich mir den bunten Glimmer ins Haar schmiere, mache ich jemandem Hoffnungen, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f6d86d03f0d63fec46517d0577ae1751\">\u201eK\u00f6nnte wohl sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7811747f527da3c2cf303798e5108f34\">Manj\u00e9v z\u00f6gerte. Dann schloss sie das D\u00f6schen behutsam wieder. \u201eIch wette, es sieht bei Damen mit dunklem Haar viel besser aus als in meinem.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a7f4f5b0fc76a7543265ef493109a7d1\">\u201eDie Hofdame hat es oft f\u00fcr ihre vorherige Herrin benutzt&#8221;, redete Truda weiter. \u201eDu wei\u00dft schon, die Mutter von &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6178839fd7ce26d744584a7ee1e4b97f\">Manj\u00e9v gab es warnendes Schnauben von sich. Truda bemerkte wohl gerade noch rechtzeitig, in welche <em>gef\u00e4hrliche <\/em>Richtung das Gespr\u00e4ch abzugleiten drohte. Aber sie konnte sich nicht bremsen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3bb2ae59e63810630fd4b17712b0259b\">\u201eAlle Welt redet davon, dass <em>er<\/em> es sein sollte, Manj\u00e9v&#8221;, sagte sie behutsam.<\/p>\n<p data-p-id=\"b72c489ee6bf2fa120517d962872ddaf\">\u201eUnd da musst du auch noch mitplappern?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d314745a2152b7e02f8aa9672fe3a07e\">\u201eT\u00edjnje findet das auch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e00492338f28931fdd27681b31aeb72e\">Manj\u00e9v schaute finster auf den bunten gewebten Wollteppich vor ihrem luxuri\u00f6sen Bett. \u201eMir gef\u00e4llt es nicht, dass ihr beiden neben mir her redet&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bfeda5d484a4a82f68e00e34844739a2\">Truda erhob sich und ging hin\u00fcber zu ihrer eigenen Schlafstelle. Sie und T\u00edjnje hatten ihre Betten im gegen\u00fcberliegenden Winkel von Manj\u00e9vs Kemenate. Bald w\u00e4re es nicht mehr statthaft, wenn die jungen Hofdamen im selben Zimmer schliefen wie ihre Herrin und deren <em>h\u00fdardor<\/em>. Derjenige, den die M\u00e4chte, so es in deren Willen und Plan lag, w\u00e4hrend des <em>vaspos\u00e1r<\/em> zu ihr f\u00fchren w\u00fcrden.<\/p>\n<p data-p-id=\"834c590999853f8a2d1e9e4c036f8b67\">\u201eMerrit Althopian <em>verehrt<\/em> dich&#8221;, sagte Truda. Mehr Keckheit wagte sie nicht. Manj\u00e9v war so schnell so verstimmt.<\/p>\n<p data-p-id=\"53f394bc4a6c0ff1147c793e8bf5f801\">Manj\u00e9v schloss beide H\u00e4nde fest um das D\u00f6schen mit dem eitlen Haarpuder.<\/p>\n<p data-p-id=\"1ac63a4b04e2fa9f3d2a8b44061a51cc\">\u201eIch wei\u00df&#8221;, brachte sie tonlos hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"38cb25b2d097be9147f256a7fc480688\">\u201eIch verstehe dich nicht, Manj\u00e9v&#8221;, redete Truda vorsichtig weiter, nachdem die <em>teirandanja<\/em> eine Weile geschwiegen hatte und die Stille unertr\u00e4glich wurde. \u201eEr ist artig und hat gute Manieren. Er ist gebildet, sittsam und sauber. Selbst L\u00e1as gibt zu, dass er der Geschickteste unter ihnen ist. Und du musst zugeben: Er sieht auch noch \u00e4u\u00dferst schmuck aus.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a74bf09880fa9720f3d58bf05e396137\">\u201eWillst du ihn vielleicht haben, Truda? Oder T\u00edjnje? Ich w\u00fcrde euch alles Gute w\u00fcnschen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a1528459c65d4d3a4609c990dfa88114\">Truda schwieg einen Augenblick, sodass man fast meinen konnte, sie z\u00f6ge dieses Angebot ernsthaft in Erw\u00e4gung. \u201eSei nicht n\u00e4rrisch, Manj\u00e9v&#8221;, sagte sie stattdessen sanft. \u201eDu wei\u00dft doch, wie gut er f\u00fcr dich w\u00e4re. Und dass T\u00edjnje l\u00e4ngst nach .. einem anderen schaut.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"96fcf12b49f619d67ef4be19059f4934\">Manj\u00e9v seufzte tief. T\u00edjnje, in der Tat. Sie w\u00fcnschte sich, T\u00edjnje in diesem Moment bei sich zu haben. T\u00edjnje hatten die M\u00e4chte mit einem Gutteil mehr Feingef\u00fchl bedacht als das M\u00e4dchen aus Emberbey, die \u00e4ltere der beiden T\u00f6chter des ehrw\u00fcrdigen alten <em>yarl<\/em>. Sicher h\u00e4tte T\u00edjnje Truda nun sanft in die Schranken gewiesen, denn die beiden waren engste Freundinnen geworden. Aber T\u00edjnje war eben nicht da. Die treue Kindheitsgef\u00e4hrtin war mit den Junkern unterwegs. Nicht um ihre Gro\u00dfmutter zu geleiten, sondern um Osse zu warnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"a1c60de2c9ddae620f5bc829f5250b5d\">T\u00edjnje war begeistert \u00fcber den Auftrag gewesen und hatte es tats\u00e4chlich so zurechtgebogen, dass die drei jungen Ritter sich unabh\u00e4ngig voneinander von den Vorbereitungen f\u00fcr das <em>vaspos\u00e1r<\/em> hatten entfernen k\u00f6nnen. Als Geheimkurierin war das junge M\u00e4dchen \u00e4u\u00dferst geschickt. Manj\u00e9v hatte ihr daf\u00fcr versprochen, sich um die vielen T\u00f6pfe mit wei\u00dfen Blumen zu k\u00fcmmern, die T\u00edjnje in der ganzen Burg verteilt hatte. Dieses Versprechen hielt sie. Keine Nacht verging, in der sie nicht mit einem Krug Wasser die Blumen auf den Fenstersimsen tr\u00e4nkte. Dass bereits G\u00e4ste die herrlichen Pflanzen bemerkt und bewundert hatten, wusste Manj\u00e9v. T\u00edjnje w\u00fcrde auf dem Fest viele kleine Beutelchen mit Samen verteilen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f1e6ec86274de4b24c08691eb6079ee4\">\u201eIch denke&#8221;, sagte Manj\u00e9v und bedauerte, der glanzsicheren und lebenshellen Truda gegen\u00fcber so abweisend sein zu m\u00fcssen, \u201eich wei\u00df schon ganz gut, wer und was gut f\u00fcr mich ist. Und das muss nicht unbedingt derjenige sein, mit dem die ganze Welt, du und T\u00edjnje mich verkuppelt sehen wollt, nur weil er ein nettes Gesicht und halbwegs gute Manieren hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05b83cffee2cabde5f13e7ed3ad0b6bb\">\u201eAber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bb21eafb60bd07e21d9bef8788e08ae3\">\u201eIch will nicht dar\u00fcber reden!&#8221;, entfuhr es der <em>teirandanja<\/em>, und ehe sie sich beherrschen konnte, hatte sie das kostbare Puderd\u00f6schen zornig zu Boden geworfen. Ungl\u00fccklicherweise verfehlte sie dabei den Teppich. Betroffen schauten die M\u00e4dchen auf den schimmernden Staub zwischen den Scherben.<\/p>\n<p data-p-id=\"979f8a9e009ed250bb35898be3481548\">Manj\u00e9v schluchzte lautlos auf. Je n\u00e4her das <em>vaspos\u00e1r<\/em> kam, desto \u00f6fter brachte allein der <em>Gedanke<\/em> an Merrit Althopian sie derma\u00dfen aus der Ruhe, dass sie in Zorn geriet, Zorn, der nur ein paar Herzschl\u00e4ge anhielt und sie zutiefst besch\u00e4mte.<\/p>\n<p data-p-id=\"fa7326c1cdf780f68c48133ee5df9008\">\u201eBleib sitzen&#8221;, riet Truda vorsichtig. \u201eKeinen Windzug, und nicht mit deiner Schleppe da durch. Ich besorge ein Kehrblech und ein Sieb. Leg dich hin und r\u00fchr dich nicht, bis ich wieder da bin.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f80a3524d23aea0a607a6072e98f61e3\">Und schon war sie aus dem Raum geschl\u00fcpft, sichtlich dankbar daf\u00fcr, den Launen der <em>teirandanja <\/em>f\u00fcr den Moment zu entrinnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"aa8422d903c4dc98870a90b6c23081bd\">Manj\u00e9v zog die F\u00fc\u00dfe an sich und legte sich auf das Bett.<\/p>\n<p data-p-id=\"b5f6636d67dd975a6201c3f24395db16\">Was geschah nur um sie herum, und wohin sollte es f\u00fchren? Und wohin h\u00e4tte es gef\u00fchrt, w\u00e4re nicht vor acht Tagen der Schattens\u00e4nger aufgetaucht?<\/p>\n<p data-p-id=\"cca18ccad843ed0ceb2f3f853a61b13e\">Vor acht Tagen waren ihr Leben und die bevorstehenden Ereignisse zwar nicht minder kompliziert gewesen, aber es hatte lange nicht die Verunsicherung und Schwere gehabt, die nun dr\u00fcckend auf ihrem Gem\u00fct lag. Manj\u00e9v hatte unter strenger Aufsicht ihrer alten <em>opayra <\/em>ihren Lektionen \u00fcber die alte Vergangenheit des Weltenspieles beigewohnt und versucht, sich all die Wappen und Namen von hochedlen Familien einzupr\u00e4gen, die irgendwo anders ihre <em>yarlm\u00e1lon <\/em>und <em>teirandon <\/em>hatten. Das waren Dinge, \u00fcber die sie jederzeit gut Bescheid wissen musste, auch wenn sie jederzeit einen <em>maedlor<\/em>, ihren <em>mynstir <\/em>oder im Zweifelsfall sogar ein Buch befragen konnte. Es war ein langweiliger Nachmittag gewesen, und Manj\u00e9v hatte aufgeatmet, als es damit endlich zu einem Ende kam und der <em>mestar<\/em> die jungen M\u00e4dchen in die Freiheit entlie\u00df.<\/p>\n<p data-p-id=\"e9cb83340a0eed3df673cb44be8ea989\">\u201eKommt&#8221;, hatte T\u00edjnje vorgeschlagen. \u201eLasst uns nachschauen, was die Jungs machen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d48131ca5859693c2eeb545e194b1c34\">\u201eWas sollen sie schon tun um diese Zeit? Auf das Turnier werden sie sich vorbereiten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"840005caa4045babdb812c8f98672bed\">\u201eVielleicht sind sie schon fertig damit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"372ff90c7aa55bc74ab6e5be8768df40\">\u201eDann sind sie hoffentlich im Badehaus und werden all den Schmutz und Schwei\u00df los.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a9dacef41b2942ca4563caac9d068eaa\">Trudas Augen blitzten \u00fcberm\u00fctig auf. \u201eWollen wir nachschauen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"52ba011ef4cdfaa1994afb354a3e68a6\">\u201eDas geh\u00f6rt sich nicht&#8221;, sagte T\u00edjnje mit unbewegter Miene. \u201eEine junge Dame muss immer tugendhaft und sittsam und nicht neugierig sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"15f7822338daa2dd67c53aae3ea43158\">Das war eine so \u00fcberzeugende Nachahmung von Rede und Gehabe der <em>opayra<\/em>, dass die drei M\u00e4dchen unwillk\u00fcrlich kicherten.<\/p>\n<p data-p-id=\"f9ea02f07967b6c6b1fed0ce6472099a\">\u201eKommst du mit, Manj\u00e9v?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"edf0814d429ca699429fb0030dd69c67\">\u201eNein. Geht allein. Ich habe die drei ohnehin den ganzen Abend vor der Nase, da muss ich nicht noch ein Auge darauf haben, dass sie sich ordentlich waschen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8d5b1a2dbed3c1ebb6f7566d746950ce\">Truda und T\u00edjnje z\u00f6gerten der Form halber.<\/p>\n<p data-p-id=\"519fb23fae710818578670fc8d1645e7\">\u201eD\u00fcrfen <em>wir <\/em>nachschauen?&#8221;, fragte Truda dann.<\/p>\n<p data-p-id=\"19300034a24d97d4f6321e2cdbb749be\">Manj\u00e9v sch\u00fcttelte milde den Kopf. Dies waren Augenblicke, in denen ihr klar wurde, welchen Unterschied die f\u00fcnf Sommer ausmachten, die sie von ihren Hofdamen trennten. \u201eIhr neugierigen G\u00e4nschen&#8221;, tadelte sie. \u201eAber seid bedacht, dass sich niemand bei mir \u00fcber euren Vorwitz beschwert.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d0e806f3b75ee97341bae361c23c7968\">Die beiden verneigten sich und st\u00fcrmten kichernd und plappernd davon. Manj\u00e9v war allein zu ihrem Gemach zur\u00fcckgekehrt, hatte die W\u00e4chter gegr\u00fc\u00dft und die T\u00fcr hinter sich geschlossen, um einen kurzen Moment des Alleinseins zu genie\u00dfen.<\/p>\n<p data-p-id=\"156f738928e7a56d29dd208437c02a02\">\u201eMajest\u00e4t, bitte bleibt ruhig. Ich will Euch nicht erschrecken.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8c2d46c2094a391dd260d0fb211f81db\">Sie zuckte zusammen. Die Stimme hinter ihr war so unerwartet &#8230; und so vertraut. Zehn Winter war es her, seit sie sie das letzte Mal geh\u00f6rt hatte. Doch ihren Klang, diese sanfte W\u00e4rme und Zugewandtheit, die w\u00fcrde sie niemals vergessen.<\/p>\n<p data-p-id=\"c4a5ee98949c456c4beca262b3a04436\">Sie schickte sich an, sich freudig \u00fcberrascht umzudrehen, aber der Eindringling hielt sie zur\u00fcck. \u201eVorsicht, Majest\u00e4t. Schaut mir nicht ins Gesicht, wie Ihr es als Kind noch tun konntet. Es mag nun f\u00fcr Euch gef\u00e4hrlich sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c9025afdd1ade7784fb975c70743e9ee\">\u201eIch habe keine Angst vor Euch, Meister Yalomiro. Wie seid Ihr hier herein gekommen? Die T\u00fcr ist bewacht, und &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bab0acf6066182b7ae2cb2f831891fd2\">\u201e<em>T\u00fcren<\/em>, Majest\u00e4t?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"17f537fa39457df01cadf574144a3dd2\">Er klang belustigt. Und warum auch nicht? F\u00fcr einen Schattens\u00e4nger, einen m\u00e4chtigen Magier, war eine geschlossene T\u00fcr sicherlich nicht mehr als eine freundliche Empfehlung. Sie wandte sich zu ihm um und bezwang sich, ihn nicht direkt anzuschauen. Er sa\u00df auf T\u00edjnjes Kleidertruhe und hatte wohl gerade einen ihrer Blument\u00f6pfe angeschaut, die \u00fcberall im Zimmer verteilt standen. Er stellte die Pflanze beiseite, machte aber keine Anstalten, aufzustehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"8c796df74564e7fd3ff1a5b15408b9cf\">\u201eIch freue mich \u00fcber Euren Besuch. Was f\u00fchrt Euch her, Meister Yalomiro&#8221;, fragte sie und kam in den Raum hinein. Sie h\u00e4tte sich auf ihren prunkvollen, geschnitzten und mit Blattgold und Perlmutt verzierten Sessel niederlassen k\u00f6nnen. Aber das erschien ihr falsch. Also setzte sie sich auf Trudas Truhe, die Tijnjes gegen\u00fcber am Fu\u00dfende ihrer Schlafstelle stand. \u201eWissen meine Eltern, dass Ihr hier seid?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cc545987d147b2f06a4e1793c33117e0\">\u201eNein. Und es w\u00fcrde mich beruhigen, wenn sie vorerst nicht davon w\u00fcssten. Ich m\u00f6chte es so unkompliziert halten wie m\u00f6glich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6d6ea76809ee15ad02cb583fc77a68c1\">\u201eWarum?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"77279408d37b45c3026ad4c9d4748be1\">\u201eWeil das letzte Mal, als ich sie in ein \u00e4u\u00dferst vages Mysterium einweihen wollte, etwas Ung\u00fcnstiges geschehen ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9fc8177b4556e3868ab98b3d394209a3\">\u201eEin Mysterium?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6f1323d2a70ec1165457d595c6c80f6f\">\u201eIch bin hier, um Euch zu Vorsicht zu gemahnen, Majest\u00e4t. Uns wurde etwas R\u00e4tselhaftes offenbart. Es k\u00f6nnte eine ernstzunehmende Warnung sein. Und ich mag Euch und die Euren nicht in Gefahr sehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6355088e3c7fefe1517dbc5eebe10e9b\">Ihr Blick zuckte hoch zu seinem Gesicht. Nat\u00fcrlich hatte er seine Augen bestm\u00f6glich im Schatten seiner Hutkrempe verborgen und hielt den Kopf geneigt. Trotzdem erhaschte sie einen kurzen Eindruck. Wie grau er geworden war &#8211; und wie gef\u00e4llig er dessen ungeachtet immer noch aussah! Ihr Herz begann, schneller zu klopfen und eine unangemessene Hitze stieg in ihr auf. Sie schaute rasch beiseite und sp\u00fcrte, wie sie vor ihm err\u00f6tete. Bei den M\u00e4chten, was f\u00fcr eine Peinlichkeit! Geh\u00f6rte es sich denn f\u00fcr ein junges M\u00e4dchen, <em>Gefallen <\/em>an einem Mann zu finden, der vom Alter leicht ihr Vater h\u00e4tte sein k\u00f6nnen?<\/p>\n<p data-p-id=\"8bdbe36815ceb47605669ff820bf2fdc\">\u201eIch w\u00fcrde mich in ein gef\u00e4lliges Tier verwandeln, um Euch das zu ersparen&#8221;, sagte er sanft. \u201eAber dann k\u00f6nnte ich nicht zu Euch sprechen. Ich will mich hier nicht l\u00e4nger aufhalten, als erforderlich ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7c7a132743fa18f728cc27012e56a014\">\u201eWomit kann ich Euch dienen, Meister?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"09f03e21090ddd132487de18e26b04ef\">\u201eIch will mich kurzfassen. Wir erhielten aus dem Nichts heraus ein Zeichen, das sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf das <em>vaspos\u00e1r <\/em>bezieht. Es werden viele, viele hochedle Krieger hier in Wijdlant sein, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d1688394e75eeaa1566fdb1341db9e5d\"><em>Krieger?<\/em> Warum w\u00e4hlte er dieses schlimme Wort? Kriege waren lange, lange vorbei. <em>Yarlay <\/em>waren nicht mehr f\u00fcr Kriege da. Sie waren &#8230; W\u00e4chter. Besch\u00fctzer.<\/p>\n<p data-p-id=\"632eb5ee1d538a07361e0283d492d718\">\u201eIch wei\u00df nicht ganz genau, wie viele <em>yarlay<\/em> da sein werden. Aber es haben sich mindestens vier <em>teiranday<\/em> mit ihren S\u00f6hnen angek\u00fcndigt. Wenn Ihr den alten Benjus von Valvivant mitz\u00e4hlen m\u00f6gt, f\u00fcnf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d46dcaaa96d9fac7fe5bb4cb15407295\">\u201eMeine Tochter wei\u00df zu berichten, dass Ihr Euch noch nicht unter Euren eigenen Gefolgsleuten entscheiden konntet. Ist das wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fbd9877b9e2b28f94eb28b230a9b5357\">\u201eEs mag sein, dass meine Hofdamen etwas zu viel mit ihr und ihrem <em>h\u00fdardor<\/em> plaudern, wenn die beiden zugegen sind&#8221;, antwortete Manj\u00e9v schroffer, als es sich geb\u00fchrte. Musste er sie denn nun auch noch mit der Nase auf Merrit Althopian sto\u00dfen, dessen Gegenwart sich anf\u00fchlte wie eine Kerzenflamme?<\/p>\n<p data-p-id=\"5a7e4eb05f1f623894c80b1494320393\">\u201eEs geht mich nichts an, Majest\u00e4t. Und ich bin nicht hier, um Euch in die eine oder andere Richtung zu dr\u00e4ngen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"11341e3eb35253b9bf93475dd1cbc195\">Sie zwang sich dazu, nicht erneut zu ihm aufzublicken.<\/p>\n<p data-p-id=\"46ffb0a758a39805b6d0c992289196d9\">\u201eEs mag sich dennoch zutragen, dass es zwei sein werden, die Euch zu gewinnen versuchen, junge <em>teirandanja<\/em>. Und ebenso mag es sein, dass der eine es nur \u00fcber das Leben des anderen zu erlangen versucht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"539f87846d6c73a8f0ee1c28ee1409d6\">Sie z\u00f6gerte. Dann fasste sie sich ein Herz.<\/p>\n<p data-p-id=\"f1ce26c8d109e90b74588d8a8e530da9\">\u201eIhr denkt an Merrit Althopian nicht wahr? Ich &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2916b3089628e0c2e8c9b07f3cdb13d1\">\u201eEs ist interessant, dass <em>Ihr<\/em> an ihn denkt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"25295e489e1675c5e7392a437b8eb4e6\">Sie seufzte, so aussichtslos und schwer, dass es ihn wohl anr\u00fchrte. Er wartete einen Moment und fuhr dann sanft fort: \u201eEs steht mir nicht an, mich hier einzumischen. Das ist eine Sache, die ihr mit unkundigem Herzen kl\u00e4ren m\u00fcsst. Aber es ist nicht unbedingt Euer Herz, das hier zur Debatte steht, so nahe es zu liegen scheint.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e8ddadf3e3a4b4c46113f4ab33810b9c\">\u201eWas denn sonst? Diesen ganzen Aufwand veranstalten sie doch nur, damit ich einem <em>h\u00fdardor <\/em>einen Namen gebe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"074d204c922161f214b0dd4db288e57f\">Er neigte sich zu ihr vor. Sie sp\u00fcrte, wie sein freundlicher silbriger Blick auf ihr lag, als wolle er sie tr\u00f6sten und beruhigen, und es doch nicht zu verm\u00f6gen.<\/p>\n<p data-p-id=\"47608d020c735544632e173bba66337a\">\u201eIst Euch bewusst, wie gro\u00df und <em>m\u00e4chtig <\/em>Ihr seid, Manj\u00e9v von Wijdlant und Spagor? Wie viel Einfluss Ihr h\u00e4ttet, w\u00fcrdet Ihr Euch entscheiden, Euch in Dinge &#8230; einzumischen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"722545fc68f4661ccff57a6816f4baf8\">\u201eWas wollt Ihr mir damit sagen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"66a3a01f49c223ccda0a6859bcb00962\">\u201eIst es nicht offensichtlich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8c91b2fab099b68f7d06ebbf53884b58\">\u201eMeister Yalomiro &#8230; bitte werdet deutlicher. Ich bin nur ein einfaches M\u00e4dchen. Ich sehe nicht mehr, als meinen eigenen engen Kreis betrifft.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1908d6449dc1c42e3b159de8efe2117d\">\u201eDann lasst es mich anders formulieren. Stellt Euch nur vor, zwei M\u00e4nner w\u00fcrden um Euch &#8230; konkurrieren. W\u00e4re es wohl Euer Herz oder das, was eine Vereinigung mit dem <em>teirandon<\/em> von Wijdlant und Spagor bedeuten k\u00f6nnte? Was sp\u00fcrt Ihr bei diesem Gedanken?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1f293d33bcff9381e0a03550c84285fd\">\u201eBitte, Meister Yalomiro. Sagt mir einfach, was Ihr zu wissen glaubt. Dann kann ich Euch antworten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5d7642165424d51825230d90590845f2\">\u201eNun gut.&#8221; Er seufzte. \u201eLeider ist es so vage, wie es nur sein kann. Ich hatte gehofft, Ihr w\u00fcsstet die Antwort. Wir sahen viele hochedle Herren, die sich zu einer obsukren, verschleierten Gemeinschaft vereinten. Und zwei, die einander um Euretwillen das Leben nehmen w\u00fcrden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ef00e0d37738bb6642489fa0f2fc6d8d\">Und er erz\u00e4hlte ihr, wie ihn aus dem Nichts eine Ahnung, eine Vision getroffen hatte, so verwaschen und wirr, dass sie die M\u00e4chte beschworen hatten, es ihnen etwas klarer zu sagen. Sie verstand nicht viel davon und fand es beinahe absurd und ungeh\u00f6rig, dass sie schn\u00f6de <em>Spielfiguren <\/em>befragt hatten. Alles, was dabei herumgekommen war, war gewesen, dass sich eine Konfrontation zwischen zweien anbahnte, die nicht gut ausgehen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"4c282068f0280d34de56a0164420b990\">\u201eIhr wisst&#8221;, schloss er seine Rede, \u201ewas ich Euch damals \u00fcber Kampf und Krieg erz\u00e4hlt habe. Dinge k\u00f6nnen aus dem Ruder laufen, allzu schnell und in aller Unschuld.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"23befe408ced8030437ce1f4e5315507\">\u201eIch w\u00fcrde niemals mehr meine Gefolgsleute gegeneinander ausspielen&#8221;, sagte sie besch\u00e4mt. \u201eNicht so, wie es geschehen ist und wof\u00fcr ich mich heute noch sch\u00e4me. Und &#8230; die <em>yarlandoray<\/em> von Grootplen, Altabete und Althopian sind in den Sommern seither unzertrennliche Freunde geworden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"18d6086d198b87aa15de084e097f9656\">\u201eWetteifern Sie untereinander um Eure Gunst?&#8221;, fragte er. Sie musste eine Weile \u00fcberlegen, wie sie ihre Antwort formulierte.<\/p>\n<p data-p-id=\"c5cdd308998e3a2327cca7b0c0cb2f77\">\u201eNein&#8221;, behauptete sie dann fest. \u201eJ\u00e1ndris und L\u00e1as &#8230; die beiden scheinen ihre Wahl getroffen zu haben. Obwohl &#8230; offiziell wei\u00df ich davon nichts.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9239d612dae114af015c848dbd48534b\">Nun h\u00f6rte sie in seiner Stimme, dass er l\u00e4chelte. \u201eUnd wie sieht es mit der anderen Sache aus? Mit der Macht? Was ist mit diesem anderen Jungen? Dem Sohn von <em>yarl<\/em> Emberbey?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2b5bc585425a441ffa39c1d703b7097c\">\u201eOsse? Meister, ich wei\u00df, dass ich in Osse Emberbey einen treuen und unbestechlichen Freund an meiner Seite haben werde. Aber mein Herz &#8230; nein. Und au\u00dferdem hat er in all den Sommern in Iva\u00e1l und Aur\u00f3p\u00e9a sicher schon l\u00e4ngst jemanden ersp\u00e4ht, der ihm gef\u00e4llt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"82e5035da8454c6a87b798db32bb3452\">\u201eUnd dennoch wird Osse Emberbey bei seiner R\u00fcckkehr einen festen Platz ganz nahe bei Euch finden?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c8b6aeb7f7be835db02941053e9e4403\">\u201eOsse wird anl\u00e4sslich des <em>vaspos\u00e1r<\/em> die Nachfolge seines Vaters als <em>mynstir <\/em>antreten. Nat\u00fcrlich anfangs unter der Aufsicht von Herrn Daap, schlie\u00dflich ist er noch so jung. Aber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3c8fce08b17eeb4e3a4ad2cf681f5b48\">\u201eOsse Emberbey wird also Euer <em>mynstir<\/em> werden? Der <em>m\u00e4chtigste <\/em>Mann, gleich neben Euch und Eurem <em>h\u00fdardor<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ccb05d8c711946b4b876b595ea80000a\">\u201eIch w\u00fcsste keinen besseren f\u00fcr diese Aufgabe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3aafd289d6c330cd22acecb5e6d6591c\">\u201eHat Osse Emberbey einen Mitbewerber?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3c63cb20598bb9e12e9aed71e812ec17\">\u201eNein&#8221;, lachte sie, \u201enur einen Weitvetter, der &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c182f475079a977a9bea723977937f49\">\u201eWieso redet Ihr nicht zu Ende?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dd3493de6bef1cf6789bed843b4557fa\">\u201eEs ist &#8230; nichts&#8221;, hatte sie behauptet, wohl wissend, dass es unm\u00f6glich war, einen Schattens\u00e4nger anzul\u00fcgen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3e34e369160ff9ba22259da8e7ea9020\">Er wartete einen Moment. Aber sie schwieg. Nein, sie konnte ihm nicht sagen, was ihr durch den Kopf ging. Er w\u00fcrde es l\u00e4ngst wissen.<\/p>\n<p data-p-id=\"24e22e447d5511bc60fd07a54d3bbb83\">\u201eMajest\u00e4t?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3d2674156082d7cf9caf60b2ebd6b881\">Sie schaute zu ihm auf. Er hielt seinen Blick gesenkt, aber streckte seine Hand nach ihr aus. Eine Verwegenheit, aber das war ihr egal. Sie griff nach der seinen und f\u00fchlte eine W\u00e4rme, eine Zuneigung, die sich ganz fremd und doch so gut, so richtig anf\u00fchlte.<\/p>\n<p data-p-id=\"e9224e2c3aff4ffc28a9ded8691a27eb\">\u201eMajest\u00e4t &#8230; meine Tochter und &#8230; der <em>junge Mann aus Aur\u00f3p\u00e9a<\/em> werden es sich nicht nehmen lassen, Euch w\u00e4hrend des <em>vaspos\u00e1r<\/em> Gesellschaft zu leisten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4728177c67738041eb6153ee9eb78474\">\u201eIch w\u00e4re gl\u00fccklich dar\u00fcber, D\u00fdamir\u00e9e und Advon hier zu begr\u00fc\u00dfen. Aber was ist mit Euch und Eurer <em>h\u00fdardora<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"468510589d42c9604484cfdbb9709a9a\">\u201eWir werden da sein. Aber bis dahin ist es wichtig, dass Ihr aufmerksam seid. Es wird etwas w\u00e4hrend des <em>vaspos\u00e1r<\/em> geschehen. Unter Umst\u00e4nden wird es einen der jungen Herren aus dem Weltenspiel sein Leben kosten, vielleicht einen, den Ihr derzeit \u00fcberhaupt nicht in Gedanken habt. Es wird um <em>Euretwillen <\/em>geschehen. Und m\u00f6glicherweise ist es an Euch, es zu verhindern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bbe6747b3ca1591f7d73c3cda086041f\">\u201eAber wie?&#8221;, rief sie aus. \u201eBei den M\u00e4chten, niemand soll um meinetwillen Schaden nehmen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b406bd456a1ed1ddf0deb50507d508ef\">Er neigte sich zu ihr vor.<\/p>\n<p data-p-id=\"ea6756333b4c3c0208c305708e1cf1c6\">\u201eWenn es soweit ist&#8221;, sagte er leise, \u201e<em>bewegt <\/em>Euch. Verlasst die Position, in der alle Euch erwarten. Macht es so, dass sie einander nicht im Wege stehen. Um das andere &#8230; um all die Ritter unter demselben obskuren Banner &#8230; darum will ich mich k\u00fcmmern. Das scheint mir ein anderer Wettstreit zu sein als jener zwischen zwei Herren, die Euch nicht erreichen k\u00f6nnen, solange sie einander im Wege sind. Das mag etwas zwischen, nun &#8230; Magiern sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d2d2d99c49df423d62fb3ca0813dddfc\">Er erhob sich. Sie z\u00f6gerte einen Moment.<\/p>\n<p data-p-id=\"c0c5e18dffc6086fc15702d69e681259\">\u201eMeister Yalomiro? Darf ich Euch etwas fragen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f55874b24a576c5de07eab921868d8a5\">\u201eSelbstverst\u00e4ndlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f70cba1f0f9ad374dea43d36b50d5c12\">\u201eK\u00f6nnt Ihr mir sagen, wie &#8230; wie wahre Liebe sich anf\u00fchlt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c12fe636c754d20a63117932eb709675\">\u201eWieso nehmt Ihr an, dass ich das wei\u00df?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d38edbfa5f572b6fac85ec08567764ee\">\u201eWeil D\u00fdamir\u00e9e wei\u00df, dass Ihr es wisst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7525b4f04096000405e12599aee67c7b\">\u201eIst das ein Thema zwischen ihr und Euch?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"20aaf92420e860f52968e9021265b4c2\">\u201eManchmal. Nein &#8230; h\u00e4ufig. Sie &#8230; redet anders \u00fcber solche Dinge als meine Hofdamen. Oder meine Mutter. Und meist verstehe ich sie nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d1378f82f0285502258c3a74bc6e9d1e\">Er z\u00f6gerte. Dann setzte er sich noch einmal hin. \u201eNur Euer eigenes Herz kann es Euch sagen, Majest\u00e4t. Was mich und meine <em>h\u00fdardora<\/em> betrifft &#8230;&#8221; Er nahm T\u00edjnjes Blumentopf zu Hand. Dann zog er die Pflanze mit einem Ruck aus dem Topf hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"8134f0a1ad6b676731e623ce95629767\">Manj\u00e9v war erschrocken. Dann aber sah sie, dass das feine Wurzelwerk der Blume die Erde so durchdrungen und umschlungen hatte, dass sie g\u00e4nzlich mit ihr aus dem Tontopf gehoben worden war, ohne dass sich ein Kr\u00fcmel l\u00f6ste.<\/p>\n<p data-p-id=\"ad3867664eaaaa942e561f0a7573a937\">\u201eOhne die Pflanze&#8221;, sagte er, \u201ew\u00e4re die Erde karg. Ohne die Erde, w\u00e4re die Blume tot. Liebe ist &#8230; ein <em>Miteinander<\/em>. Eines nicht ohne das andere. Unzertrennlich. Eine Einheit. Etwas &#8230; Heiliges, das sich gegenseitig erh\u00e4lt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1d674d3647454e280e5dcae8a827dbd0\">\u201eBitte&#8221;, flehte sie, beunruhigt \u00fcber dar\u00fcber, wie die entwurzelte Pflanze in seiner Hand lag, \u201esetzt es zur\u00fcck. T\u00edjnje ist besessen von diesen Blumen. Ihnen darf nichts geschehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"54c2d190cda356838012b546a4e23a84\">Er brachte den Erdballen samt Blume sacht wieder zur\u00fcck in den Topf. Als er das Ganze zur\u00fcckstellte, sah es fast so aus, als gew\u00e4nne die Pflanze an F\u00fclle.<\/p>\n<p data-p-id=\"0132fcaa3515294fd52466de2de04022\">\u201eManchmal&#8221;, setzte er sanft hinzu, \u201ebraucht es allerdings eine ganz bestimmte Erde, damit gewisse Samen Wurzeln schlagen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"820be2a5115748dbb03cc411e07aa142\">\u201eDanke&#8221;, sagte sie. \u201eDarf ich mit meinen Eltern dar\u00fcber reden?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"314825636d5ce600d256490466f730e0\">\u201eNichts liegt mir ferner, als Euch das Wort zu verbieten&#8221;, hatte er geantwortet. \u201eAber Ihr selbst solltet wissen, wem Ihr von meinem Besuch erz\u00e4hlt. Und wem besser nicht. Wenn Ihr meinen Rat wollt &#8230; ich denke,. dass es unter euch jungen Menschen gerade besser aufgehoben ist als unter Erfahrenen, die eine \u00fcbergro\u00dfe Sache daraus machen k\u00f6nnten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bfad69e997dd3e4ccff8a5367f0351bf\">Sie nickte. Aber als sie den Blick hob, war da nur noch ein gro\u00dfer, grauschwarzer Rabe, der auf den Truhe hockte, sich vor ihr verneigte und dann mit raschem Fl\u00fcgelschlag durch das offene Fenster entschwand.<\/p>\n<p data-p-id=\"8565f7801123150215288ee428cd928f\">So war es gewesen, erst ein paar Tage war es her. Manj\u00e9v erlaubte sich ein leises Schluchzen und verbarg das Gesicht in H\u00e4nden, bis sie h\u00f6rte, wie Truda nach einer viel zu langen Frist mit dem Kehrblech zur\u00fcckkam und schweigend begann, Edelsteinstaub und die \u00dcberreste des D\u00f6schens wieder zusammenzuklauben. Die beiden M\u00e4dchen sprachen eine Weile nicht miteinander, bis die <em>teirandanja<\/em> begriff, dass es an ihr war, das Schweigen zu brechen.<\/p>\n<p data-p-id=\"991014c0ea603b3a58d4bc46a14ebd5f\">\u201eUnd wenn die M\u00e4chte mir einen <em>anderen<\/em> zeigen w\u00fcrden?&#8221;, fragte sie leise. \u201eEinen, dem mein Herz <em>zustrebt<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b35bb47d1677ba93b80c6d93b2ec0f24\">\u201eDas kann ich dir nicht sagen. Sie sind ja noch nicht einmal eingetroffen, all die jungen Herren aus den fernen <em>yarlm\u00e1lon<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f525322e1bb709daa8612a4d4eb055c3\">\u201eUnd wenn sie um mich k\u00e4mpfen?&#8221; Manj\u00e9v sagte das, ohne einen pr\u00e4zisen Gedanken damit zu verbinden.<\/p>\n<p data-p-id=\"6d63454ea587bc8bcb16b48793d11b6b\">\u201eDu musst nicht den nehmen, der das Turnier gewinnt, das wei\u00dft du. Das w\u00e4re ja unsinnig. Das Turnier ist f\u00fcr was anderes da.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"84e01cdb7254594c012ebb103cf851b9\">\u201eJa. Ja, ich wei\u00df.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"677bbcff6521022744245274b26d6f82\">\u201eDie Jungs freuen sich darauf. Sie sind es \u00fcberdr\u00fcssig, nur gegeneinander und mit ihren V\u00e4tern zu fechten. Das wird lustig.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1e5ea04509656d061ab0ca410fa9a3d2\">\u201eWorauf freust du dich dabei, Truda?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ddcdde7d5c354ae8d13811e8e257faba\">\u201eIch?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ec5dbea8e4b3da54ac7a217b367b39f4\">\u201eUnd wenn f\u00fcr dich ein <em>h\u00fdardor<\/em> dabei ist? Oder f\u00fcr T\u00edjnje?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6cde5151f85f97862dbba5b55df3878e\">\u201eDer wird wohl warten m\u00fcssen. Wir lassen dich nicht allein, bis du gl\u00fccklich bist. Und du wei\u00dft, f\u00fcr wen T\u00edjnjes Herz brennt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"219557428f41a16a4dd672e5c8be5980\">\u201eIch bin nicht gl\u00fccklich. Es ist so viel Schwere in meinen Gedanken.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"26614e2e2f14593f111084ac84824839\">\u201eDu f\u00fchlst dich gedr\u00e4ngt. So soll es nicht sein. Du sollst nur schauen, f\u00fchlen. Nicht entscheiden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3ed3c321d14d7b87ccb89ee7734da538\">\u201eWas ist mit Venghi\u00e1r, Truda? Wird er wohl auch &#8230; erscheinen und am Turnier teilnehmen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9a93ddfd3aa4d74cec46cef073016359\">\u201eNat\u00fcrlich. Denkst du, er wird sich das entgehen lassen? Allein, um Osse zu dem\u00fctigen, wird er mit dabei sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c168d400581adcc08c7c35a019471cae\">\u201eIch will das alles nicht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8ab840a84d43f56c8bf7d4c34e82964a\">Truda legte das Blech vorsichtig neben die Notiztafel und lie\u00df sich dann neben der <em>teirandanja<\/em> auf der Bettkante nieder. Vorsichtig, tr\u00f6stend sp\u00fcrte Manj\u00e9v die H\u00e4nde der J\u00fcngeren auf ihren Schultern.<\/p>\n<p data-p-id=\"a3dddf5fa61b39fa1848737559556b46\">\u201eVielleicht solltest du dich mit leichteren Dingen zerstreuen. Komm, lass uns hinausgehen. Das wird dir gut tun. Vielleicht ein Ausritt \u00fcber die Felder. Das bringt dich vielleicht auf andere Gedanken.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"79f149c0d97625ca6cec0648fae63559\">\u201eIst es daf\u00fcr nicht schon zu sp\u00e4t am Tag?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8fe8872567ba68b47cf4ec3b30317fa0\">\u201eAch was. Wir bitten Herrn J\u00f3ndere, dass er uns begleitet. Der ist bestimmt auch froh, wenn er mal etwas anderes zu sehen bekommt als all die anstrengenden Leute, zu denen er h\u00f6flich sein muss.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"91211c23a1d82e5f501dca3b89d4ae77\">Manj\u00e9v z\u00f6gerte kurz. Sie bezweifelte, dass Tijnjes Vater, jener Ritter, der am Hof als Leibw\u00e4chter der <em>teiranday<\/em> fungierte, mitten am Tag und angesichts der Umst\u00e4nde abk\u00f6mmlich sein w\u00fcrde. Dann gab sie sich einen Ruck und setzte sich auf. Truda hatte sicher recht. Wem n\u00fctzte es etwas, wenn sie hier in ihrem Gemach in Selbstmitleid zerfloss. Sie hatte zwar keine rechte Lust auf einen Ausritt. Aber vielleicht w\u00fcrde die Gegenwart des immer freundlichen und artigen Ritters sie in eine bessere Stimmung versetzen.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/scherbenlied-oder-die-suche-nach-dem-boesen-band-3\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-2990","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-03_scherbenlied"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2990","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2990"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2990\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3645,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2990\/revisions\/3645"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2990"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2990"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2990"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}