{"id":2982,"date":"2025-08-25T15:43:56","date_gmt":"2025-08-25T13:43:56","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2982"},"modified":"2025-09-01T21:51:59","modified_gmt":"2025-09-01T19:51:59","slug":"013-venghiar-trifft-ins-schwarze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/013-venghiar-trifft-ins-schwarze\/","title":{"rendered":"013: Venghi\u00e1r trifft ins Schwarze"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-image:url(&#039;https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp&#039;);--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column fusion-column-has-bg-image\" data-bg-url=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SL_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1992\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"3ec47582b78cd0deda527534f717d05f\">Gerade zur rechten Zeit hatte Venghi\u00e1r Emberbey hingeschaut, aufmerksam geworden durch das Geschrei der Leute. Wie gut meinten es die M\u00e4chte mit ihm, dass er just an einem Fenster gestanden hatte! Dem Fenster der Stube seiner kindlichen Weitbase, von dem aus der Blick in einem nahezu idealen Winkel auf das Geschehen im Hof fiel. Welche Vorsehung, dass er noch dazu genau das rechte Werkzeug in H\u00e4nden hielt! Konnten Nokt\u00e1ma und Patagh\u00edu ihm denn deutlicher zu verstehen geben, dass sie mit ihm waren und den gro\u00dfen Plan unterst\u00fctzten?<\/p>\n<p data-p-id=\"6c34daaae45bf03db0a5043181cffcb1\">Schade nur, dass der Pfeil, der f\u00fcr Ra\u00fdneta gedacht gewesen war, nun an den mysteri\u00f6sen Vagabunden verschwendet war. Nun, Ra\u00fdneta, dieses ungezogene G\u00f6r, hatte sich ohnehin nicht dort aufgehalten, wo sie h\u00e4tte sein sollen, n\u00e4mlich brav und still in ihrem Bett. So einfach h\u00e4tte er das widerliche Balg mit einem gezielten Schuss, vielleicht noch im Schlaf erlegt und dann mit dem Dolch die Wunde verwischt, so wie beim <em>eld-yarl<\/em>. All das still und diskret, w\u00e4hrend das tumbe Burgvolk nach dem <em>b\u00e1chorkor<\/em> suchte, der wohl zur Unzeit am verkehrten Ort aufgetaucht war. Oder steckte doch mehr dahinter? Wie war der Kerl auf die Idee gekommen, ausgerechnet das Kind als Geisel zu nehmen? Wie hatte er sie \u00fcberhaupt in dem ihm fremden, verwinkelten Geb\u00e4ude gefunden?<\/p>\n<p data-p-id=\"c68939fc97d50f31c6b6f462580468cd\">So konfus, so verwirrend sich die Sache darstellte, Venghi\u00e1r war zuversichtlich, dass ihm all das zupass kommen w\u00fcrde. Man w\u00fcrde stolz auf ihn sein. Ruhm und Ehre w\u00fcrde er erfahren, wenn es erst vollbracht war!<\/p>\n<p data-p-id=\"a64341e29915b2cf8d288b02e2788549\">Osse Emberbey, der k\u00fcnftige Herr des <em>yarlm\u00e1lon<\/em> an der Steilk\u00fcste, der Burg hoch auf den Klippen \u00fcber der Bucht, der w\u00e4re kein Hindernis, wenn der Moment kam. Das war einer, den niemals jemand erst nehmen w\u00fcrde, der wusste, wie ein Schwert zu f\u00fchren war. Oder ein Spie\u00df. Oder ein simpler Bogen wie der in seiner Hand, einer, mit dem man im Wald nach Rehen schoss. In Rodekliv hatten sie viel Wert darauf gelegt, dass er den Umgang damit erlernte.<\/p>\n<p data-p-id=\"b3c842d660eddf038559f2c122995e1a\">Wie meisterhaft er zielen konnte, hatte Venghi\u00e1r Emberbey bereits in seinem ersten Winter bewiesen, den er auf der Burg seines Gro\u00dfonkels verbracht hatte. Sechs oder sieben Monde, nachdem man ihn nach Westen geschickt hatte. Wie stolz war seine Mutter gewesen! <em>Ergreife die Gelegenheit<\/em>, hatte sie ihm gesagt, fordernd, fast befehlend. Ein bestimmender, keinen Widerspruch duldender Ton, den er eher von den Anleitern im Lernhaus gewohnt war. <em>Unsere Zeit ist nahe<\/em>, hatte sie gesagt, und dann hatten die <em>yarlay<\/em> ihn sehen wollen, ihn, einen Knaben von dreizehn Sommern. Was f\u00fcr eine Ehre! Was f\u00fcr eine Chance! Was f\u00fcr eine Berufung!<\/p>\n<p data-p-id=\"9228e70ebcd2089ce896d8a0ef083046\">Osse Emberbey, der ein wenig j\u00fcnger war als er selbst und in Virhav\u00e9t mit S\u00f6hnen der <em>vendyray<\/em> zu einer Schule ging, hatte Venghi\u00e1r schon bei ihrer ersten Begegnung gleicherma\u00dfen entsetzt wie belustigt. So unbeholfen, verweichlicht und sanft war der Weitvetter, ganz anders als die gleichaltrigen Knaben in Rodekliv, die mit ihm in dem Lernhaus waren. Albern anzusehen war der <em>yarlandor,<\/em> mit den kunstvoll mit Silberdraht eingefassten Glasscheiben vor den Augen, missgestaltet mit der h\u00e4ngenden Schulter, die weder die <em>doayra<\/em> [\u2248 Heilerin] mit ihren geschickten H\u00e4nden noch ein erprobter Knochenr\u00fccker aus Spagor wieder hatten richten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"2b601d8381c0ffa671b0cb5142fa5adb\">Osse Emberbey, das hatte Venghi\u00e1r auf den ersten Blick begriffen, war <em>l\u00e4cherlich<\/em>, einer, \u00fcber den sich die anderen Ritter und seine eigenen Waffenknechte mehr oder weniger offen mokieren w\u00fcrden. Verglichen mit den anderen angehenden Ritter oder auch nur die furchtlosen K\u00e4mpfer aus den Lernh\u00e4usern von Rodekliv und Ferocriv\u00e9 war Osse allenfalls ein Scherz, den die M\u00e4chte sich erlaubt hatten.<\/p>\n<p data-p-id=\"203bd9f0c6196b07c860d61ef78ee10e\">Doch dass die M\u00e4chte seinen Weitvetter zu so einer Jammergestalt gemacht hatten, bedeutete nicht, dass er nicht gef\u00e4hrlich werden konnte. Venghi\u00e1r wusste, dass es andere Schlachtfelder gab als jene, auf denen die Krieger mit Eisen und Blut k\u00e4mpften.<\/p>\n<p data-p-id=\"959eded486bc318e28ffba673c64dd0a\">Osse Emberbey mochte ein Kr\u00fcppel sein, aber einer, vor dem <em>mynstiray<\/em> und <em>maedloray <\/em>[\u2248 Beamten], vielleicht sogar der neue <em>konsej<\/em> [\u2248 Stadtrat] von Aur\u00f3p\u00e9a, in Acht nehmen w\u00fcrden. Venghi\u00e1r hatte bei einer Gelegenheit belauscht, wie Herr Alsg\u00f6r mit wohlverborgenem Stolz, aber nicht ohne die Wahrheit zu schm\u00e4lern, <em>yarl<\/em> Grootplen von den ausgezeichneten Zeugnissen berichtete, die die kenntnisreichen Herren und Damen in Virhav\u00e9t seinem Weitvetter ausstellten.<\/p>\n<p data-p-id=\"48292067472533ecf62f64ae3ae720e3\">Grootplen war damals mit seinem Knappen, dem Sohn von <em>yarl<\/em> Althopian zu Gast gewesen, w\u00e4hrend auch Osse zuf\u00e4llig einige Tage daheim verbrachte. Damals war das gelegentlich vorgekommen, denn Virhav\u00e9t lag nur wenige Tagesritte entfernt von Emberbey. Merrit Althopian und Osse waren w\u00e4hrend dieser Tage unzertrennlich gewesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ab8992dac87242ce9cc29c951b847f34\">Venghi\u00e1r hatte nicht so recht verstanden, was der schneeblonde Knabe mit den verst\u00f6rend blauen Augen an seinem l\u00e4cherlichen Weitvetter fand. Merrit war beh\u00e4nde, z\u00e4h und drahtig, einer, an dem die Anleiter in Rodekliv Gefallen gefunden h\u00e4tten. Von eben diesem Jungen hie\u00df es, er w\u00fcrde fr\u00fcher oder sp\u00e4ter sicherlich der erste unter den <em>yarlay<\/em> der <em>teirandanja<\/em> sein. Das interessierte auch Venghi\u00e1r. In Rodekliv lernte man schnell, n\u00fctzliche von erb\u00e4rmlichen Menschen zu unterscheiden. Eine Freundschaft, nun ja &#8230; zumindest eine Kumpanei w\u00fcrde hilfreich sein, sp\u00e4ter. Aber Venghi\u00e1r hatte schnell erkennen m\u00fcssen, dass es wenig brachte, um Merrit Althopians Aufmerksamkeit zu werben, solange Osse anwesend war.<\/p>\n<p data-p-id=\"5509df5daebb651b1bbd8ca2b4169b55\">Einmal hatte er die beiden auf dem Turm entdeckt, wo die schlecht gewartete, uralte Maschine stand. Damit hatte einst, w\u00e4hrend der Chaoskriege, der ruhmreiche Thorgar Emberbey sein <em>yarlm\u00e1lon<\/em> verteidigt, bevor es von der Seeseite vom Heer der <em>teiranday<\/em> von Spagor \u00fcberrannt werden konnte. Was f\u00fcr ein Kerl, was f\u00fcr ein Kriegsheld dieser Herr Thorgar gewesen sein mochte! Venghi\u00e1r sagte das laut, um sich ins Gespr\u00e4ch einzubringen, denn die zwei Jungen schienen lediglich hier heraufgeklettert zu sein, um die weite Aussicht \u00fcber die Bucht und das graugr\u00fcne, winterliche Meer zu bestaunen und miteinander zu schwatzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"7b429919699274d389aa4489e16e7a18\">\u201eEs sind eine Menge Leute dabei hinter die Tr\u00e4ume gegangen&#8221;, sagte Osse.<\/p>\n<p data-p-id=\"b53dfc51a29ac636f1ecf6c011368937\">\u201eWas war geschehen?&#8221;, wollte Merrit wissen.<\/p>\n<p data-p-id=\"bdb22babd7c30942e783fc2a261abeb8\">\u201eMein Ahnherr hat Dornbeeren\u00f6l ins Wasser sch\u00fctten lassen, f\u00e4sserweise z\u00e4hes Dornbeeren\u00f6l. Als die Schiffe aus Spagor in die Bucht eingefahren sind, hat er ein Brandgeschoss auf das Hauptschiff geworfen, hier mit der Maschine. Mit einem Schuss vor den Bug hat er es versenkt. Das Wasser soll tagelang gebrannt und gekocht haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cbedc11fee792611c086448166110c66\">Venghi\u00e1r hatte versucht, sich die brennende Bucht vorzustellen. Was musste das f\u00fcr ein Spektakel gewesen sein! Vom Meisterschuss des Herrn Thorgar in den Chaoskriegen waren eine Menge Geschichten und Lieder im Umlauf. Sogar in Rodekliv und Ferocriv\u00e9 erkannte man diese Leistung mit Hochachtung an.<\/p>\n<p data-p-id=\"e7adced8656c65b8100c0e213ff725fe\">\u201eOb meine Vorfahren auch so etwas Verheerendes getan haben?&#8221;, hatte Merrit gefragt. In seinem r\u00e4tselhaft hellen Blick hatte etwas gelegen, das Venghi\u00e1r nicht beschreiben konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"3a29b8417c9f1444d59d777843128b97\">\u201eIch denke, Herr Thorgar hatte einfach keine andere Wahl. Es hat das bestimmt nicht getan, weil er all die Leute umbringen wollte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a036a8fa7edcf2cbaf83a8acc4f4731b\">\u201eAber das waren seine Feinde!&#8221;, hatte Venghi\u00e1r gesagt. \u201eEr hat sie mit einer List in den Hinterhalt gelockt und besiegt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8f9ecd3eba5e5916558d373e6882fa8e\">\u201eIch denke nicht, dass er auch nur mit einem der Soldaten aus Spagor pers\u00f6nlich bekannt war.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"21b11a10ce70ed0cfaf311d87ff7d849\">\u201eIch f\u00fcr meinen Teil&#8221;, hatte Merrit gesagt und mit ehrf\u00fcrchtiger Neugier die Maschine untersucht, \u201ewill <em>niemals<\/em> etwas tun, was so viel Leid und Unheil bringt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c3e7529e4d742c0844253b0388389253\">\u201eUnd wenn deine <em>teirandanja<\/em> es dir befiehlt?&#8221; Venghi\u00e1r war gespannt gewesen, was er darauf antworten w\u00fcrde.<\/p>\n<p data-p-id=\"60640f5ba2e578536fe0005d7d3fabf7\">\u201eWird sie nicht. Manj\u00e9v von Wijdlant und Spagor wird nie etwas Furchtbares von uns verlangen.&#8221; Auf seine <em>teirandanja<\/em> lie\u00df Merrit nicht auch nur im Hauch Verwerfliches kommen. Das hatte Venghi\u00e1r schnell verstanden und fragte sich, wie ein solches Weib einmal ernsthaft \u00fcber ein so gro\u00dfes <em>teirandon<\/em> herrschen sollte.<\/p>\n<p data-p-id=\"511388d206b731200a80cc64567d694b\">\u201eUnd wenn doch wieder ein Krieg kommt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"40a6269f1cf8ce632a7fd8ef8547b423\">\u201eDas m\u00f6gen die M\u00e4chte verh\u00fcten, wenn die <em>mynstiray<\/em> es nicht vollbringen&#8221;, hatte Osse gesagt. \u201eKommt, lasst uns hinein gehen. Es ist kalt hier oben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c46af3687b941ca4066cf2f97c8b685a\">Venghi\u00e1r hatte sich \u00fcber die beiden gewundert. In Rodekliv wurde unentwegt von Kampf und Krieg und Ehre und Ruhm geredet. Jeder Junge brannte darauf, einst in den <em>Sieg<\/em> zu ziehen, den man ihnen versprochen hatte. Seit seinem f\u00fcnften Sommer hatte Venghi\u00e1r sich alle M\u00fche gegeben, es unter seinen Gef\u00e4hrten im Lernhaus zu Respekt und St\u00e4rke zu bringen. Mit respektablem Erfolg, denn unter den anderen jungen K\u00e4mpfern blickten zwischenzeitlich mehr zu ihm auf als auf ihn herab. Ganz besonders, nachdem sich herumgesprochen hatte, dass der <em>yarl <\/em>pers\u00f6nlich Interesse an ihm zeigte.<\/p>\n<p data-p-id=\"6ad97c48655873d4ed05c80e241375f0\">Ein paar Tage darauf hatte Venghi\u00e1r beobachtet, wie Merrit Althopian sich drau\u00dfen vor der Burg im Bogenschie\u00dfen versuchte. Das geh\u00f6rte zu seiner Ausbildung zum Ritter, und so m\u00fchte er sich damit ab, eine Zielscheibe aus geflochtenem Stroh zu treffen, die sie in einiger Entfernung aufgestellt hatten.<\/p>\n<p data-p-id=\"f14c7f3e024b6caabafab1f20ef27020\">Venghi\u00e1r hatte sich das eine Weile verbl\u00fcfft angeschaut. Es hie\u00df, Merrit Althopian zeige ein nahezu unfassbares Talent mit dem Schwert und allem anderen, was ihm in die H\u00e4nde fiel. Doch f\u00fcr Fernwaffen, das stellte Venghi\u00e1r verbl\u00fcfft fest, schien es ihm tats\u00e4chlich an Geschick zu mangeln. Zwar traf er die Scheibe, aber nie auch nur ann\u00e4hernd das Schwarze. Osse Emberbey stand neben ihm und gab ihm geduldig Ratschl\u00e4ge \u00fcber das richtige Zielen und Schie\u00dfen, die er irgendeinem gelehrten Buch entnommen haben mochte, denn selbst hatte er sicherlich nie einen Bogen in H\u00e4nden gehalten. Ob der Weitvetter aus dieser Entfernung sehen konnte, ob der andere, der <em>richtige<\/em> Junge, das Ziel <em>\u00fcberhaupt<\/em> traf, bezweifelte Venghi\u00e1r.<\/p>\n<p data-p-id=\"13052949373f095ffacf1adda19b0f12\">Das war Venghi\u00e1rs Gelegenheit, bei Merrit Eindruck zu schinden. Vielleicht w\u00e4re der fremde Rittersohn dankbar f\u00fcr eine Lektion von einem K\u00f6nner.<\/p>\n<p data-p-id=\"c5c4b0b3b77187e51ca57361ad1857ff\">\u201eLass mich mal versuchen&#8221;, hatte er gesagt und Merrit hatte ihm den Bogen bereitwillig \u00fcberlassen. Einen Pfeil, zwei und den dritten setzte er l\u00e4ssig ins Ziel und genoss den staunenden Blick des Rittersohnes. Fast bildete er sich ein, dass etwas Bewunderung dabei war. Beim vierten blickte er auf, riss die Waffe hoch und holte eine der Sturmm\u00f6wen vom Himmel, die kreischend um den Turm flogen. Ein Meisterschuss, mitten durchs Herz. Die \u00fcbrigen V\u00f6gel stoben kreischend davon, aufs offene Meer zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"5da34a582d4459146c6132f2c9e08398\">\u201eSo macht man das&#8221;, hatte Venghi\u00e1r gesagt. \u201eSoll ich dir zeigen, wie man es richtig anstellt? Zielscheiben sind doch f\u00fcr Wiegenkinder.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ba05de4ac26b8c9d5c6860fef67bdff8\">Doch die Reaktion der beiden anderen Knaben war anders als erwartet.<\/p>\n<p data-p-id=\"cd14bb3870ddc0f5e2720a5412132a46\">\u201eBei den M\u00e4chten, was machst du da?&#8221;, hatte Osse best\u00fcrzt ausgerufen und das leblose wei\u00dfe Federtier aufgehoben.<\/p>\n<p data-p-id=\"8ab974c147063e6cd9b421faea04462d\">\u201eWie bitte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7810eba7518a1fa596bc4d404d18fd06\">\u201eDas war gemein! Man darf Tiere nicht mutwillig t\u00f6ten. Nur um Schaden abzuwenden oder zur Speise!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"10d4658e2cf05d416fa36dfadad9d682\">Venghi\u00e1r war verwirrt. \u201eAber es war doch nur ein dummer Vogel!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f0d80e04de74bb217146bd111edec6f3\">\u201eWenn dich ein Wildwolf oder Waldb\u00e4r anf\u00e4llt, dann darfst du dich verteidigen. Oder wenn man das Fleisch braucht und ein Wild oder Vieh erlegt. Aber nicht einfach so&#8221;, hatte Osse so geduldig erkl\u00e4rt, als n\u00e4hme er an, Venghi\u00e1r sei zu dumm, um zu verstehen. \u201eDie M\u00e4chte haben die Tiere nicht ins Weltenspiel gegeben, damit Menschen sie sinnlos kaputtmachen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"31493181f9410918ef74419895823979\">\u201eVielleicht <em>hat<\/em> er ja Hunger?&#8221;, hatte Merrit boshaft \u00fcberlegt. \u201eVielleicht will er M\u00f6wenfleisch zum Abendessen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"728d5863440553abc7f8781b521e162f\">\u201eSeid ihr n\u00e4rrisch? Kein Mensch isst M\u00f6wenfleisch!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d9bee668f13f17a28af06bd915a4e3cc\">\u201eWir haben gesehen, dass der Vogel dich nicht angegriffen hat. Wenn Du sie nicht den M\u00e4chten ungef\u00e4llig abgeschossen hast, dann <em>musst<\/em> du sie jetzt essen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dfd0a7e87e00dd40594036020c94cd87\">\u201eDann lass uns den Vogel in die K\u00fcche bringen&#8221;, hatte Osse mit erschreckendem Ernst zugestimmt. \u201eVielleicht gibt es ein Gew\u00fcrz dazu, das den Geschmack etwas verfeinert.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4ff05e9993e27eaa05d1e3ef90d91fd5\">Da waren sie sich also einig, die beiden. Venghi\u00e1r hatte eine hei\u00dfe Wut gesp\u00fcrt. Nicht lodernd und tosend wie das todbringende Feuer des Herren Thorgar. Eher versengend wie rot gl\u00fchende Kohle. Wortlos hatte er Osse das leblose Federvieh aus der Hand und den Pfeil herausgerissen und war eilig davongelaufen, die steile, in den Felsen gehauene Treppe zur Bucht hinab. Nicht, dass die beiden noch auf die Idee kamen, das Federvieh wirklich der K\u00f6chin zu \u00fcbergeben. Auf dem Weg dorthin hatte er den Vogel die Klippe hinab geworfen. Als er den Strand erreicht hatte, taten sich bereits einige Kr\u00e4hen daran g\u00fctlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"1b6bb9c3149f29fe9956cc50f952e953\">Wie wohl h\u00e4tte der Alte, der, der noch die Herrschaft \u00fcber das <em>yarlm\u00e1lon<\/em> hatte, auf seine Tat reagiert? W\u00e4re er stolz gewesen auf die Fertigkeiten, auf den Funken, auf die Spur von Blut des Herrn Thorgar, der in Venghi\u00e1rs Andern pulsieren mochte? Oder h\u00e4tte er ihn um das Leben des unn\u00fctzen Vogels <em>getadelt <\/em>und streng zugesehen, wenn man ihm das Fleisch auf einem kostbaren Teller servierte?<\/p>\n<p data-p-id=\"7a8ca2911d6d08e1735580859d7892f3\">\u201eHaltet sie auf!&#8221;, rief Venghi\u00e1r Emberbey durch das Fenster seinen Schutzbefohlenen zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"4d903f83d41910fda25233c3750d7b2f\">Dann packte er den Bogen und rannte die Treppe hinab, zur\u00fcck auf den Hof.<\/p>\n<p data-p-id=\"705aa5f7463a547f4439f3cecdda2f1d\">Weit kommen w\u00fcrde der <em>b\u00e1chorkor<\/em> nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"fa8e9b0215e4c971de793635c337f2ec\">Im selben Moment krachte das Tor zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"60fe07177c71b042946427f67171e326\">Die <em>eld-yarlara<\/em> von Grootplen hatte zwei Kammern f\u00fcr die jungen M\u00e4nner bereiten lassen, beide mit frischen Strohmatratzen, sauberen T\u00fcchern und Decken und einem Waschgeschirr nebst erlesener Seife. Osse Emberbey genoss den Komfort. Seit er Iva\u00e1l verlassen hatte, hatte er mit den nicht immer so einwandfreien Betten in den Herbergen vorliebnehmen m\u00fcssen, mehrere Male auch einfach mit dem blanken Erdboden, immer dann n\u00e4mlich, wenn etwas den Reisezug so aufgehalten hatte, das die Etappe nicht zu schaffen gewesen war. Mehrfach war dies das unberechenbare Pferd des Kaufmanns gewesen, das Merrit bei dem \u00dcberfall im Wald offensichtlich so gut gefallen hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"39953652ca26a0f15af21392d9789203\">Er war versucht, dem Freund von diesem Pferd zu erz\u00e4hlen, von den Dingen, die er in all der Zeit gesehen, den Orten, die er besucht hatte. Doch daf\u00fcr w\u00e4re sp\u00e4ter noch genug Gelegenheit. Und so hatte er Merrit nur die wichtigsten Neuigkeiten von seiner Tante und betagten Gro\u00dfmutter in dem fernen <em>yarlm\u00e1lon<\/em> erz\u00e4hlt und sich im Gegenzug berichten lassen, wie es um den alten <em>yarl<\/em>, seinen Vater stand, und wie sich Venghi\u00e1r, der Weitvetter als Statthalter derer von Emberbey machte.<\/p>\n<p data-p-id=\"fbe821cdc572dcf7845f2a48065ef407\">\u201eIch mag Venghi\u00e1r nicht&#8221;, hatte Merrit unverbl\u00fcmt gesagt. \u201eEtwas in mir str\u00e4ubt sich gegen ihn.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"75a77efe764ae8e28a7e2d480c7c7a74\">\u201eDas ist nichts Neues.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"233d06f8f95f9a8e811d5843350c60bb\">\u201eAber ich wei\u00df gar nicht zu sagen, woran es liegt. Immer, wenn er in Wijdlant ist oder ich in Emberbey vorbeischaue, ist er artig zu den Damen, h\u00f6flich zu und respektvoll zu den Schutzbefohlenen. In Emberbey ist offensichtlich alles gut organisiert und den Leuten in den D\u00f6rfern geht es gut. Und er ist ein wirklich respektabler K\u00e4mpfer.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d9634caaf811c5824205e77524259100\">\u201eWenn meinem Vater zu Ohren k\u00e4me, dass Venghi\u00e1r sich ungeb\u00fchrlich benimmt oder als Schutzherr versagt, w\u00fcrde er es ihm streng tadeln.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fd559f7baf6f28580df0cb9828756539\">\u201eM\u00f6gen die M\u00e4chte noch lange geben, dass dein Vater ein Auge darauf hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f0fa7be480c6288bb8373fafc65947b8\">Osse seufzte. \u201eMerrit, mein Vater ist ein sehr, sehr alter Mann. M\u00f6gen die M\u00e4chte ihn in Frieden hinter die Tr\u00e4ume gehen lassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2fd88d5335ea38df41f6a9ea25e45225\">\u201eTrotzdem wird es gut sein, wenn du dich baldm\u00f6glichst nach Emberbey begibst und dir selbst ein Bild von der Sache machst. Wahrscheinlich erkennst du mehr dabei als wir anderen, die nur Zuschauer sind, denen man etwas vorspielt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d8cf0762a7b7977c9313ca302fc92c7a\">Osse wandte sich dem Freund zu. Merrit stand an der Waschsch\u00fcssel, verrieb zwischen den H\u00e4nden etwas Seife zu Schaum und s\u00e4uberte sich. Osse hatte sich bereits ein Nachthemd \u00fcbergestreift und war unter die warme Decke gekrochen, denn es gab hier im Raum kein w\u00e4rmendes Feuer. Licht spendete eine Laterne, in der eine von Dornbeer\u00f6l gespeiste Flamme vor sich hin flackerte. Schmuck und ansehnlich war Merrit in den vergangenen Sommern geworden. Osse \u00fcberlegte zerstreut, ob wohl andere <em>f\u00e1njula\u00e9<\/em> an dem gut aussehenden jungen Ritter Gefallen fanden, wenn doch die <em>teiranda<\/em> seine Gedichte fortwarf. Eine r\u00e4tselhafte Herzlosigkeit, die er der Dame gar nicht zugetraut h\u00e4tte. Er w\u00fcrde dringend mit Truda und T\u00edjnje dar\u00fcber reden m\u00fcssen, um zu erfahren, was es damit auf sich hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"1ebdcf99eb315722acb40258b3ceeebd\">\u201eWie meinst du das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9d0ed7e437dbb85734f9b09c3d726aca\">\u201eIch kann es nicht recht in Worte fassen. Er macht seine Sache recht gut. Zumindest laufen die Dinge in der Burg und der Dorfwirtschaft sauber, ohne dass jemandem Klagen zu Ohren gekommen w\u00e4ren. Unf\u00e4hig und dumm ist er nicht, dein Weitvetter, bei den M\u00e4chten, das ganz gewiss nicht.&#8221; Merrit griff nach einem nassen Lappen und wusch sich die Seife vom Gesicht und K\u00f6rper. \u201eAndererseits &#8230; ich habe kein gutes Gef\u00fchl. Immer wenn ich ihm begegne, bilde ich mir ein, er sagt und zeigt nicht alles, was andere wissen sollten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2020b72f750709e783a5f625f3c5acb2\">\u201eVielleicht bist du zu misstrauisch? Nur weil er aus Rodekliv gekommen ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"431b59fdeb6542d1788c492d8b38baf2\">\u201eManj\u00e9v und die anderen denken \u00e4hnlich. Sogar Truda wird nicht recht mit ihm warm.&#8221; Er z\u00f6gerte. \u201eWei\u00dft du nicht etwas von Ra\u00fdneta? Die Kleine ist doch st\u00e4ndig um ihn.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"96140eae49d5b2bb68bbe17a82a5dd2d\">\u201eSie ist ein Kind, Merrit. Ihre Briefe sind sehr schlicht, und sie wird wenig von dem erfahren, wie Venghi\u00e1r seinen Dienst versieht. Aber ich werde mich darum k\u00fcmmern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4b5dc5d54d539db19ab5dd32925daa02\">\u201eIch hoffe sehr, dass wir alle uns einfach irren und von Vorurteilen geblendet sind.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1881f9c05df170775a4bc5e499884130\">\u201eIn Rodekliv gibt es nicht nur Lumpenkerle. Und wir sind alle \u00e4lter und reifer geworden. Sicher schie\u00dft Venghi\u00e1r l\u00e4ngst nicht mehr aus Langeweile V\u00f6gel ab.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dd2276bf11a350ae8004d6d78ed56e3d\">\u201eM\u00f6gen die M\u00e4chte dir deinen Sanftmut anrechnen.&#8221; Merrit l\u00e4chelte ernst und streifte sich sein Nachthemd \u00fcber. \u201eJedenfalls wird es gut sein, wenn du zu deinem Vater zur\u00fcckkehrst und dir die Dinge aus der N\u00e4he betrachtest.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"92240f42118fbcaa2bb5f1733f8c1d15\">\u201eSobald das <em>vaspos\u00e1r<\/em> vorbei ist, werde ich mich darum k\u00fcmmern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0b52430f4d6e28ac0ae0fcf35ff861d4\">Merrit antwortete nichts darauf. Er l\u00f6schte die Laterne und schl\u00fcpfte unter seine Decke.<\/p>\n<p data-p-id=\"005c856f8c8504b9ce5d7041bc7bdc8c\">\u201eBist du aufgeregt wegen des <em>vaspos\u00e1r<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8d2da910bad3a22137783868fbf29a88\">\u201eBist du aufgeregt, dein Amt anzutreten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8f3d48d253a867db8011bd35294892ec\">\u201eNat\u00fcrlich. Aber ich habe zuerst gefragt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"06240d6bbc14b4c1a63369985dbcceb0\">\u201eIch habe noch nicht die Gelegenheit gehabt, mir die anderen &#8230; Mitbewerber genauer anzuschauen. Und was ich von den <em>b\u00e1chorkoray<\/em> \u00fcber deren Ruhm und Verdienste geh\u00f6rt habe &#8230; du wei\u00dft ja, was von diesem Geschw\u00e4tz zu halten ist.<em> B\u00e1chorkoray <\/em>erz\u00e4hlen viel, solange sie entlohnt werden. Wenn es danach ginge, dann w\u00e4re der <em>yarl<\/em> aus Ycelia gro\u00df wie zwei M\u00e4nner aufeinander und k\u00e4mpft mit einem Baumstamm anstelle einer Lanze.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2245fb97d429c84e07164bc9dc446894\">\u201eDie <em>teirandanja<\/em> ist nicht verpflichtet, den Sieger zu w\u00e4hlen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b08d4c225d722dc3bb7523ef86b0edfd\">\u201eUnd wenn sie es doch tut? Wenn ihr die M\u00e4chte &#8230; wenn ein <em>anderer <\/em>ihr Herz gewinnt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ab03ec183e8d6636ec15e883d86669c9\">\u201eWenn dem so w\u00e4re &#8230; was t\u00e4test du?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"34f2170d6d4e78f3348cafcf02a8b5ad\">\u201eIch wei\u00df nicht. Dar\u00fcber will ich mir keine Gedanken machen, bevor es unausweichlich ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"45d3d8e5fcf0eaa2c7f1d0e3b71e4cba\">\u201eWillst du, dass ich mit ihr &#8230; rede?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"16f6ed6cfae9a46a24d8d2f501399c58\">\u201eDu?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"695c51031866d51c8f8386f8576157c4\">Osse schaute in die Schw\u00e4rze. Er glaube, Merrits helles Haar schwach in der Finsternis zu erkennen. \u201eIch habe meine Zunge \u00fcber all die Zeit ebenso ge\u00fcbt wie du dein Waffenwerk. Vielleicht kann ich sie beraten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eaa85963622fb512d58345543347fd52\">\u201e<em>Beraten<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"27199584f8cb80b0337122d28355ab38\">\u201e\u00dcberzeugen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fe3bda9011077071aeb0ca6d0342ce7b\">Der junge Ritter lachte bitter. \u201eWenn mein Herz, meine Hingabe sie nicht \u00fcberzeugen konnte, wieso sollte deine Zunge es besser machen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fef85c1ac044879131668f0063963987\">\u201eDu hast recht. Was verstehe ich schon von dem, was in deiner Seele vorgehen mag, wenn du an sie denkst?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3bbb7816793536bd4ebd1836528c1e67\">Merrit schwieg einen Augenblick. Osse hatte gehofft, Merrit werde ihm etwas mehr erz\u00e4hlen und ihn in seine Gef\u00fchle einweihen. \u201eWas ist mit dir?&#8221;, fragte er stattdessen. \u201eIst dir in all der Zeit keine <em>h\u00fdardora<\/em> begegnet, von der du mir erz\u00e4hlen magst?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3d54b4db56a3a0dd5ec41a743a54a049\">\u201eNein. Keine einzige.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c77b7558af8eb3aa5061e81ef2b44d7c\">\u201eWas? Du warst viele Sommer lang in Iva\u00e1l, umgeben von den anmutigsten und edelsten <em>f\u00e1njula\u00e9<\/em> des Weltenspieles. Und da war keine dabei, die auch nur dein Interesse geweckt hat?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"11b9e51bf3c9866f0568b76fd2b4df8e\">Jetzt war es an Osse, zu lachen. \u201eIch war umgeben von weisen ehrw\u00fcrdigen Damen und Herren, ihren B\u00fcchern, Lehren und Wissen. Da war kein Interesse mehr \u00fcbrig f\u00fcr <em>f\u00e1njula\u00e9<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7a31e809a380844d07a064a7e3692939\">\u201eNicht einmal unter meinen Basen und deren Freundinnen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2d40103012d1005e0a5c69fc11543109\">\u201eIn Iva\u00e1l gibt es eine Menge gef\u00e4lliger junger Burschen, Merrit. Wer w\u00fcrde da schon ausgerechnet nach mir schauen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"62b79866af4c6097616f1f841c3e72d3\">Der junge Ritter lachte auf. \u201eNicht zu fassen. F\u00fcr <em>f\u00e1njula\u00e9<\/em> hat er keine Augen, aber schmucke Junker fallen ihm auf. Vielleicht ist es unser beider Schicksal, allein zu bleiben. K\u00f6nnte doch sein, oder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"72d18e56d37f6b46e4178121d340e9a2\">\u201eIch glaube nicht, dass die M\u00e4chte dir das Gl\u00fcck vorenthalten werden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b7580e8b440df69e89da9a6e69be90ca\">Nun seufzte Merrit Althopian.<\/p>\n<p data-p-id=\"3551588014bcb7cb6b9af3e42b74bbe6\">\u201eWenn wir \u00fcbermorgen in Wijdlant ankommen&#8221;, sagte er, \u201emuss ich dir unbedingt etwas zeigen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5b9996bf48587586a4f25b82ee212c29\">\u201eEtwas f\u00fcr das <em>vaspos\u00e1r<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"24a046320c41d65480d3a7e1557963c4\">\u201eJa.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a7c515b8aa356e82f8d069e66aa01ee4\">\u201eDann kann es nur dein neues Eisenzeug sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"845909b7a295f4e099472815e5ec0eb5\">\u201eNein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5a9fb0bcf08d91c2e201ccae0e92990b\">\u201eEin neues Schwert?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4e24dd7a5692d400e087ca61d5d2d1ce\">\u201eNein. Gar nichts Neues. Etwas recht altes. Etwas sehr wertvolles.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"228d6466412538165630ce1c116cc8d5\">\u201eDann&#8221;, scherzte Osse, \u201ehast du einen <em>Schatz <\/em>gefunden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dcf0a4c1eef8ce67160c0b571db1a09c\">Einen Moment musste er auf eine Antwort warten. \u201eJa&#8221;, sagte Merrit Althopian dann. \u201eEinen Schatz. Ich glaube, das k\u00f6nnte das richtige Wort sein.&#8221;<\/p><\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/scherbenlied-oder-die-suche-nach-dem-boesen-band-3\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-2982","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-03_scherbenlied"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2982","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2982"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2982\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4123,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2982\/revisions\/4123"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2982"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2982"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2982"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}