{"id":2981,"date":"2025-08-25T15:43:10","date_gmt":"2025-08-25T13:43:10","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2981"},"modified":"2025-08-31T00:55:10","modified_gmt":"2025-08-30T22:55:10","slug":"012-kartentricks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/012-kartentricks\/","title":{"rendered":"012 Kartentricks"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SL_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1992\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"98871a72d42e14967d60d80f5a29ce37\">Manj\u00e9v von Wijdlant und Spagor erwachte, als flauschiges Fell an ihrer Wange entlang strich. Sie schob es sacht mit der Hand beiseite, ohne die Augen zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"86282e2755e27a50a691de6386dda409\">\u201eTruda&#8221;, murmelte sie, \u201ehast du wieder die Katze eingelassen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d70ca3cd23548276d8ed3c8683cc0f54\">Truda reagierte nicht. Daf\u00fcr kitzelte etwas federzartes Manj\u00e9v an der Nase.<\/p>\n<p data-p-id=\"68047ce7d06bdf1b84ac95f08b4384ed\">Die <em>teirandanja<\/em> schlug die Augen auf und schaute hin. Neben ihr, auf dem \u00fcppigen weichen Kissen, im schwachen Schein der Nachtlaterne an der Wand neben dem Bett, hockte ein Eichh\u00f6rnchen mit seidig schwarzem Pelz.<\/p>\n<p data-p-id=\"fb8addb9d57804091643e2769a6b641a\">\u201eD\u00fdamir\u00e9e?&#8221;, wisperte Manj\u00e9v verschlafen.<\/p>\n<p data-p-id=\"941eba86c6c02842f85bafb956b2a380\">Das Eichh\u00f6rnchen blinzelte. Seine \u00c4uglein schimmerten silbrig-gr\u00fcn.<\/p>\n<p data-p-id=\"9974f2185567e59b10ab8d9b7f4de8e1\">\u201eWei\u00df dein Vater, dass du hier bist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"185dd1bdf70a33e21a7fe93d4d436524\">Das Tier deutete ein Nicken an.<\/p>\n<p data-p-id=\"353922b55cc247edda3a3931d0a39252\">\u201eAdvon ist auch hier?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"705c87d59616a6ce7b7130601b31c3fb\">Das Eichh\u00f6rnchen hopste vom Kissen und kletterte flink das Gest\u00e4nge des Betthimmels hinauf. Es wirkte ungeduldig. Die <em>teirandanja<\/em> schl\u00fcpfte unter ihrer Decke hervor und schlich am schlichteren Nachtlager ihrer jungen Hofdame vorbei. Truda Emberbey hatte f\u00fcr gew\u00f6hnlich einen leichten Schlaf, aber der Ausritt mit <em>yarl<\/em> Mor\u00e9aval fr\u00fcher am Tag hatte beide M\u00e4dchen ersch\u00f6pft. Der <em>yarl<\/em> hatte seine junge Herrin und deren Begleiterin zun\u00e4chst durch den herbstlichen Wald begleitet, bis es Truda in den Sinn gekommen war, das Gel\u00e4nde f\u00fcr das <em>vaspos\u00e1r<\/em> anschauen zu wollen, von Neugier getrieben. Der gutm\u00fctige Ritter hatte sich vom Schmeicheln der jungen Damen erweichen lassen und sie zu der Planwiese unweit der Burg gef\u00fchrt, wo Turnierbahn und Trib\u00fcnen errichtet wurden und erste Aufbauten bereits standen. Einige viel zu fr\u00fch angereiste G\u00e4ste hatten ihre Zelte in der N\u00e4he aufgeschlagen. Und so hatte die <em>teirandanja<\/em> unter dem wachsamen Auge des Ritters au\u00dferplanm\u00e4\u00dfig und huldvoll die Aufwartung weit gereister G\u00e4ste entgegengenommen, unter anderem die eines ehrgeizigen <em>yarl<\/em> aus den Eislanden von Ghelazia, der einen sch\u00fcchternen, st\u00e4mmigen Sohn vorstellte, der beim Anblick der jungen M\u00e4dchen err\u00f6tete wie eine Zerisie [<em>\u2248 kirschen\u00e4hnliches Steinobst<\/em>]und kein gerades Wort hervorbrachte. Truda hatte das drollig gefunden und den ganzen R\u00fcckweg lang noch dar\u00fcber gekichert.<\/p>\n<p data-p-id=\"c986ed4420097276f1e3c4467e74252f\">Manj\u00e9v griff sich ein \u00dcberkleid, das auf einer der W\u00e4schetruhen bereit lag, schl\u00fcpfte hinein und schlang sich einen G\u00fcrtel um. Kaum hatte sie ihre Schuhe am Fu\u00df und die T\u00fcr einen Spalt aufgeschwenkt, huschte das Eichh\u00f6rnchen voraus. Flink und lautlos hopste das Tier den Gang entlang und auf den Lichtschein zu, den die Lampe der beiden Waffenknechte warf, die den Zugang zu den herrschaftlichen Gem\u00e4chern bewachten. Anders als die Tagwache vertrieben die beiden sich die Zeit mit einem Kartenspiel, das weniger ger\u00e4uschintensiv war als der Knobelbecher ihrer Kameraden.<\/p>\n<p data-p-id=\"6f54bd04b94ab480c0e5a8ad156e5799\">Die <em>teirandanja<\/em> verharrte in der Dunkelheit des Flures. Sie kannte das Spiel, das nun folgen w\u00fcrde. Sie hatte es in den vergangenen Sommern mehr als einmal mit der geheimnisvollen Freundin gespielt, um unauff\u00e4llig die Burg verlassen zu k\u00f6nnen. Zwar h\u00e4tte sich niemand der <em>teirandanja<\/em> im eigenen Haus entgegengestellt. Doch m\u00f6glicherweise h\u00e4tten die braven M\u00e4nner aber l\u00e4stige Fragen gestellt oder ihr ihren Begleitschutz aufgedr\u00e4ngt. Beides konnten sie nun nicht brauchen.<\/p>\n<p data-p-id=\"54e76ea24d3acd65c8799a8ae4800849\">Das schwarze Eichh\u00f6rnchen sprang unvermittelt mit einem Satz auf das Tischchen, das die W\u00e4chter als Ablage nutzten. Es schnappte einem der verdutzten M\u00e4nner einen Teil der Karten aus der Hand und sprang damit am Wandteppich gleich daneben empor bis zu der Stange, an der er aufgeh\u00e4ngt war.<\/p>\n<p data-p-id=\"43da3c6d7db3218c8335fe5515ff3887\">\u201eNa sowas!Wo kommt das her?&#8221;, fragte der eine Wachposten \u00fcberrascht.<\/p>\n<p data-p-id=\"6fe6c9c2fec9414b0782028ad23d777f\">\u201eVon drau\u00dfen wahrscheinlich!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6c6aa058815feb301200dc0422655dd7\">\u201eWas will es mit den Karten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6e24d38e010aa3e2cebc2ffc4952f3a3\">Das Eichh\u00f6rnchen nahm die Karten zwischen die Vorderpfoten. Es sah aus, als l\u00e4se es in einem kleinen Pergament.<\/p>\n<p data-p-id=\"1e5372ad350a90d91578eddb4c7b8bcd\">\u201eUnd nun? Ich hatte so ein gutes Blatt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6637d0bac54c568139576e72df5b5ee0\">\u201eVielleicht hat es Hunger. He, du! Schau mal, was ich f\u00fcr dich habe!&#8221; Der W\u00e4chter holte ein in ein T\u00fcchlein eingeschlagenes P\u00e4ckchen hervor und f\u00f6rderte einen trockenen Zelten [<em>keksartiges Kleingeb\u00e4ck<\/em>] heraus.<\/p>\n<p data-p-id=\"d23c6841d6b3d865d6e2dcaf5439cebb\">Das Eichh\u00f6rnchen schnupperte und reckte sich vor. Der W\u00e4chter streckte, sehr zur Belustigung seines Kameraden, die eine Hand nach ihm aus und bot ihm auf der anderen die Nascherei an.<\/p>\n<p data-p-id=\"be59036ac52e34efed25e8ee5160b823\">\u201eKomm schon&#8221;, lockte der Mann. \u201eGib mir die Karten zur\u00fcck, daf\u00fcr bekommst du was S\u00fc\u00dfes.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ca7e2bf25ad61edc7d3916f1f72f4e3f\">Das Tier schien mir wiegendem K\u00f6pfchen ernsthaft \u00fcber dieses Angebot nachzudenken.<\/p>\n<p data-p-id=\"10317d0deb232e8a4e11638f21eef6ed\">\u201eWie possierlich&#8221;, sagte der andere W\u00e4chter. \u201eDas muss zahm sein. Bestimmt ist es einem Gaukler ausgeb\u00fcxt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8aeaee9800d1276193f027141edc1ae4\">\u201eSoweit ich wei\u00df, sind noch gar keine angereist. Nun komm schon, Tierchen, sei brav!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b9ea3a16c6e8e841b133f98af9c4a07d\">Das Eichh\u00f6rnchen stieg behutsam auf die leere Hand des Wachpostens, die Spielkarten fest im M\u00e4ulchen. Interessiert begutachtete es den Zelten.<\/p>\n<p data-p-id=\"256e1f2cd334174156745ca94a5fda52\">Dann schnellte es vor, landete \u00fcberraschend auf dem Kopf des Mannes und klammerte sich dort fest. Der Wachposten unterdr\u00fcckte einen Aufschrei, lie\u00df das Naschwerk fallen und versuchte, das Tier abzustreifen. Sicher f\u00fchlten sich dessen kleine scharfe Krallen unangenehm an. Aber das Eichh\u00f6rnchen war flink, glitt auf seine Schulter herunter und jagte an seiner Kleidung, Armen und Beinen auf und ab, die Spielkarten fest im Maul.<\/p>\n<p data-p-id=\"1830aa3e6d197302d9a234b997a688ad\">Der zweite W\u00e4chter sah einen Moment lang erstaunt zu und hatte dann alle M\u00fche, nicht in schallendes Gel\u00e4chter auszubrechen, so komisch sah das aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"6cc884fbdc5c53aa833973e6d2d1a4d1\">\u201eLach nicht so bl\u00f6d!&#8221;, schimpfte der Angefallene emp\u00f6rt. \u201eHilf mir! Das kratzt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"417a6d00a447fdf5036eb20f5a2bb2d4\">Die beiden waren abgelenkt, w\u00e4hrend das Eichh\u00f6rnchen mitsamt Kartenspiel wieder auf den Wandteppich floh und herausfordernd mit dem Schwanz winkte.<\/p>\n<p data-p-id=\"ce7ea1bbd81e9632a271491513649561\">Manj\u00e9v von Wijdlant und Spagor grinste und huschte die Treppe hinunter. Das war gelungen.<\/p>\n<p data-p-id=\"537b3aa794e2e12d5ffa26f0c8da3621\">Es bestand keine Notwendigkeit, in der Burg von Wijdlant mehr Wachen zu postieren als n\u00f6tig. Es gab nur wenige Stellen, wo T\u00fcren zu sichern waren. Die Familie wurde besch\u00fctzt, und nat\u00fcrlich der geheime Raum, in dem die wichtigen Dokumente und M\u00fcnzen lagen. Aber der war im Hauptgeb\u00e4ude der Burg, wo sich auch die Halle befand. Und nat\u00fcrlich war das gro\u00dfe Eingangstor beaufsichtigt. Aber das war kein Problem, denn um in den Garten zu gelangen, musste Manj\u00e9v nicht ins Freie. Das M\u00e4dchen w\u00e4hlte den Weg \u00fcber den alten Wehrgang der Au\u00dfenmauer, freute sich \u00fcber das Licht von Nokt\u00e1mas Juwel, das ihre Schritte g\u00fcnstig erhellte, und nahm dann die steile Treppe, die an der Innenseite der Mauer in den r\u00fcckw\u00e4rtigen Teil der Burg und den Garten f\u00fchrte. Das war der \u00fcbliche Treffpunkt, wenn der junge Regenbogenritter und die Schattens\u00e4ngerin inoffiziell in der Burg auftauchten. Das geschah zwar nicht regelm\u00e4\u00dfig, aber doch ab und zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"637f7f57c0f64927f92f8463e2cc9b3a\">Manj\u00e9v musste sich dort nicht lange umschauen. Unweit der Rosenlaube h\u00f6rte sie Advon Ir\u00edsolor schelten. Auch das gewaltige Tier an seiner Seite war im Mondschein nicht zu \u00fcbersehen. Als die <em>teirandanja<\/em> sich n\u00e4herte, h\u00f6rte sie das Mahlen seiner Z\u00e4hne.<\/p>\n<p data-p-id=\"76e1686451cd967ce8364d15f0acbf97\">\u201eMa\u00df- und z\u00fcgellos bist du&#8221;, schimpfte der junge Magier halblaut. \u201eIrgendwann wird das \u00fcbel ausgehen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4ae79ddd454df7c414d75e6a4e1b5e1c\">\u201eWas hat er denn gefressen?&#8221;, erkundigte Manj\u00e9v sich leise, indem sie sich dem Regenbogenritter n\u00e4herte.<\/p>\n<p data-p-id=\"6f18431bf19a5166a712b97f1037f603\">\u201eManj\u00e9v!&#8221; Advon wandte sich ertappt von seinem <em>volaycorn<\/em> ab und verneigte sich h\u00f6flich vor ihr. \u201eIch habe es leider erst bemerkt, als er es schon im Maul hatte. Einen S\u00fc\u00dfkohl hat er geraubt, der Gierhals. Ich hatte nur kurz nicht hingeschaut.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6901f3601af4518fa9c8b46218c6f33f\">\u201eS\u00fc\u00dfkohl ist scheu\u00dflich.&#8221; Sie t\u00e4tschelte dem geh\u00f6rnten Tier furchtlos den Hals. \u201eGut gemacht, Farbenspiel. Was verschafft mir die Ehre eures Besuches, Advon?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dcbd1ddec8773b47911ccd256c4d3cd9\">\u201eFreust du dich, uns zu sehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4c13442927a3f74104dcb9fd0be82711\">\u201eSelbstverst\u00e4ndlich. Es erscheint mir nur etwas beunruhigend, dass ihr im Verborgenen kommt, statt bei Tageslicht einfach das Tor zu benutzen. Und ich hatte Euch erst zum <em>vaspos\u00e1r <\/em>erwartet. Warum die Heimlichkeit?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e93071c49d435e676be31a1108bc3adf\">\u201eLass uns das an einem anderen Ort bereden.&#8221; Er unterbrach sich, als etwas im Laub am Boden raschelte, aber es war nur das Eichh\u00f6rnchen, das geschwind an dem Einhorn hinaufkletterte. Den Zelten hatte es im Maul wie eine Beute. \u201eLass mich dir beim Aufsteigen helfen. Wir fliegen ein St\u00fcck von der Burg weg. Es ist anstrengend, hier unbemerkt zu bleiben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"59a4f45d932ff047697779086cd295f8\">\u201eUnd wenn jemand bemerkt, dass ich weg bin?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f3df005997164ec89651bcd2fbcc69d6\">\u201eDu bist l\u00e4ngst zur\u00fcck, bevor Patagh\u00edu seinen Glanz entfaltet. Wir sind sehr achtsam. Darf ich dich bitten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"066cac1d33f85b65c5e5c0e40289663c\">Sie nickte ihm huldvoll zu, und ihr Herz klopfte in Vorfreude. Es war nicht das erste Mal, dass Advon mit ihr auf Farbenspiels R\u00fccken unter dem Himmel geflogen war und ihr das Weltenspiel so gezeigt hatte, wie ein Vogel es sah. Das war zwar nicht ausdr\u00fccklich <em>verboten<\/em>, aber von Elos\u00e1l und C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor gleicherma\u00dfen ungern gesehen. Sowohl die <em>faj\u00eda<\/em> als auch die Regenbogenritter wussten, dass Advon es damit nicht allzu genau nahm. Unkundige, so hatte Advon es ihr einmal erkl\u00e4rt, hatten auf dem R\u00fccken der <em>volaycornay<\/em> allenfalls in Notf\u00e4llen etwas zu suchen. Also bem\u00fchten sie sich darum, es diskret zu halten.<\/p>\n<p data-p-id=\"9211c1303239222ddb8696a2692af26e\">Kurz darauf sa\u00df die <em>teirandanja<\/em> mit zerzaustem Haar und rauschhaftem Entz\u00fccken sicher bei dem jungen Mann im Sattel. Das Eichh\u00f6rnchen hockte auf dem Hals den gefl\u00fcgelten Rosses zwischen den flaumzartgefiederten Ohren; Gegenwind wehte Manj\u00e9v seinen puscheligen Schweif entgegen. Da Farbenspiel in der Enge des Gartens keinen Anlauf zum Starten nehmen konnte, hatte er aufflattern m\u00fcssen wie ein gewaltiges Huhn und dabei viel Staub und Laub aufgewirbelt.<\/p>\n<p data-p-id=\"e1fda5143e1b4e83f8bb6964460b3180\">Manj\u00e9v fragte sich unwillk\u00fcrlich, wie viel Magie der junge Mann wohl daf\u00fcr aufwenden musste, dass niemand von dem Get\u00f6se auf den Plan gerufen wurde. Sie wusste, dass es zu Advons K\u00fcnsten geh\u00f6rte, mit seinem puren Willen daf\u00fcr zu sorgen, dass Menschen Dinge taten oder unterlie\u00dfen.<\/p>\n<p data-p-id=\"eb144c71a22461c9d1aa3106a197e440\">Nun galoppierte Farbenspiel lautlos am Himmel, umkreiste in Nokt\u00e1mas Schatten den hohen Turm und bog ostw\u00e4rts, in Richtung des Turniergel\u00e4ndes ab. Einige kleine Feuerchen lie\u00dfen erahnen, wo die ausw\u00e4rtigen G\u00e4ste ihre Zelte aufgeschlagen hatten.<\/p>\n<p data-p-id=\"18d910d1d0c916d8c5a38bfb664161db\">\u201eDort unten wird es also stattfinden?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"19aa4e9004b555a89d69d1f71bc0dd03\">\u201eJa. Du musst vorsichtig sein, Advon. In den Zelten schlafen Leute, die es gar nicht erwarten konnten, hierher zu kommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"acf67bfbe1180d285cc328b911b94db2\">Advon neigte sich vor und sp\u00e4hte interessiert hinab. Viel zu erkennen war aus dieser Entfernung im Mondschein nicht. Aber D\u00fdamir\u00e9e nahm mit ihren Sinnen sicherlich mehr wahr, als Manj\u00e9v sich vorstellen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"3ee4e9a12ccfecac76858f7cf120657f\">\u201eWer ist das denn, der sich hier so fr\u00fch eingefunden hat?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0629cfe9c1e9b4adbfb4c41edb5a7c65\">\u201eIch hab mir all die Namen nicht gemerkt, die Herr J\u00f3ndere genannt hat. Ein Herr mit einem Brautwerber aus Ycelia, denke ich. Einer aus Ghelazia, mit seinem Sohn. Ich glaube, dem gefiel Truda sehr. Und noch einer aus For\u00e1qu\u00e1ia, weit aus dem S\u00fcdwesten. Der war sehr h\u00f6flich, aber viel zu alt. Und noch einer aus dem Osten, der kein Wappen hatte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9ccba0cd4899f07209d3b269f9431304\">\u201eAha? Aus dem Osten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e8fd17a153b9588733ac1f127a77a49c\">\u201eMit dem haben wir nicht l\u00e4nger geredet. Er hat uns auch nicht angesprochen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"822a3a3c973b6796213cc528238b9975\">\u201eWoher wei\u00dft du dann, woher er kam?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"347b552290391e8ffba6971b9ba12ae4\">\u201eHerr J\u00f3ndere erw\u00e4hnte es. Der Mann ist mit seinen Leuten wohl schon seit ein paar Tagen zugegen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9752a4f1fbaa116536002ec2d01eb0f4\">\u201eOhne sich zu erkennen zu geben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"683f509e26756ccf42d3471f4cd418a8\">\u201eOh, das wird er getan haben. Zumindest dem <em>maedlor<\/em> gegen\u00fcber, der die Wappenrolle f\u00fchrt. Es ist aber sein Recht, ohne Namen zu wettstreiten. Sollte er siegreich sein, muss er sein Wappen vorzeigen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e2fb819dac62f3282f3078eafe1c2e11\">\u201eUnd wieso die Maskerade?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3b75dcd87ce29b659ab3f9635e8caca4\">\u201eM\u00f6glicherweise ist er ein Herr mit mehreren Br\u00fcdern, die ebenfalls antreten. Ein landloser <em>yarl<\/em>, oder einer ohne Erbe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"23ac80d334ce8b123ddb5b8d6f5ce224\">\u201eSchade. Es w\u00e4re gut gewesen zu wissen, wer das ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"25ebc060a39ea51dfcad8a1acd22bb3d\">Sie fanden eine kleine Lichtng in einem Birkenwald, wo Farbenspiel niedergehen konnte. Kaum hatte das Tier wieder Boden unter den Hufen, huschte das Eichh\u00f6rnchen hinab und verwandelte sich zur\u00fcck in seine menschliche Gestalt.<\/p>\n<p data-p-id=\"c9c1f4558697946f1360920558618211\">\u201eDeine W\u00e4chter sind R\u00fcpel&#8221;, beschwerte D\u00fdamir\u00e9e sich, steckte dem <em>volaycorn<\/em> den erbeuteten Zelten zu und strich sich ihr Gewand glatt. \u201eEiner hat versucht, mich am Schwanz zu packen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9f01fde2f56f1d240b42c7381626aa11\">\u201eIch w\u00fcrde sie daf\u00fcr r\u00fcgen. Aber wie sollte ich davon wissen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dca51734eda8845b54afbca30f31d189\">Die M\u00e4dchen umarmten einander. Farbenspiel machte sich unverz\u00fcglich erneut die Suche nach genie\u00dfbarem Gr\u00fcn, k\u00f6stliche Pflanzen, die er im S\u00fcden am Rande der W\u00fcste nicht vorfand. Advon warf einen Hauch Sommerw\u00e4rme in die feuchtfrische Herbstnacht hinaus, sodass die drei sich auf trockenem Moos niederlassen konnten, und beschwor ein helles Licht zwischen ihnen, das flackerte wie ein kleines warmes Feuer, ohne etwas zu verzehren.<\/p>\n<p data-p-id=\"e2001b1a46dbbcdfa19f3aa2ce4c3040\">\u201eDas ist ein Schutz&#8221;, erkl\u00e4rte er. \u201eSolange wir im Schein dieses Lichtes sitzen, wird uns niemand belauschen k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5e7c78e0575b143a61573c54ed67e0e4\">F\u00fcr die Schattens\u00e4ngerin waren solche Zaubereien nichts weiter Beachtenswertes. Aber etwas anderes erregte ihr Interesse \u201eWas hast du denn da angezogen?&#8221;, fragte D\u00fdamir\u00e9e Lagoscyre. \u201eIst das eine neue Mode?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8dc0770671d31b7a50d51b1bcb8c5169\">Manj\u00e9v schaute an sich herab. \u201eOh! Das ist ja gar nicht mein Gewand. Ich muss in der Eile und Dunkelheit Trudas Sachen erwischt haben.&#8221; Sie strich verlegen \u00fcber den honigfarbenen Stoff, fein bestickt mit dem Wappen der Familie Emberbey, auf dem drei Fische prangten. \u201eWie \u00e4rgerlich. Naja. Sie hat genug anzuziehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3d055166eb36d434ea6c95919e38425e\">\u201eWas ist mit Osse Emberbey? Wei\u00dft du, wo er ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c66f6f0f7b158f9acd12fda908bb2ab3\">\u201eMeine <em>yarlandoray<\/em> sind unterwegs, um ihn auf seinem Weg abzufangen und ihn zu bewachen. Es war gar nicht so einfach, alle zugleich gerade jetzt aus ihrem Dienst zu entfernen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d89fe2247d525cdc11738a9b65a487f7\">\u201eSind deine Eltern misstrauisch geworden?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"937ca2412e7a5633792b8dd71546b210\">\u201eNat\u00fcrlich. Die jungen Herren werden sich manche Tadel anh\u00f6ren m\u00fcssen, wenn sie wieder zur\u00fcckkehren. Ich hoffe, sie sind sp\u00e4testens \u00fcbermorgen wieder da. Mitsamt Osse.&#8221; Sie lachte verlegen. \u201eIch bin so froh, wenn er endlich dauerhaft hier ist und mir all diese l\u00e4stigen Dinge vom Hals h\u00e4lt. Und Truda erst! Sie hat ihren Bruder seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Aber nun ihr \u2013 was treibt euch in aller Heimlichkeit jetzt schon hierher?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1fd0bbfbd681762793ed67dc21570f0f\">\u201eIch hatte mich gefragt, ob es mir wohl gestattet w\u00e4re, an deinem <em>vaspos\u00e1r<\/em> teilzunehmen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"de4d7318bc82c65a1447dd773ea19f0e\">Das war ein Anliegen, mit dem Manj\u00e9v nicht gerechnet h\u00e4tte. Advon machte ein so harmloses Gesicht, dass es verd\u00e4chtig war. \u201eDu? Warum?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"901241e91e51280cd79f739d0bbecb93\">\u201eEr sieht nicht ein, dass die anderen jungen M\u00e4nner ihren Spa\u00df haben und er das Nachsehen haben soll.&#8221; D\u00fdamir\u00e9e Lagoscyre bem\u00fchte sich ebenfalls um eine unbewegte Miene. \u201eEr <em>langweilt<\/em> sich im Ciel\u00e1stel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"30f48cd8cec6a8cec9b794fa0c461ea3\">\u201eSo. Tats\u00e4chlich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3ea6b68e23645bf8dfb3156e30cf0949\">\u201eEs passiert dort nicht viel. Aur\u00f3p\u00e9a darf ich nach wie vor nicht betreten.&#8221; Advon grinste. \u201eZumindest nicht so, dass es jemand <em>bemerkt<\/em>. Und im Boscarg\u00e9n &#8230; nun, ich glaube, Meister Yalomiro ist zuweilen recht froh, wenn ich <em>anderswo<\/em> zu tun habe. Ich glaube, ich mache ihn <em>nerv\u00f6s<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"287ee52ec399939b1a26104b80ee9322\">D\u00fdamir\u00e9e knuffte ihn tadelnd vor die Schulter. Manj\u00e9v aber gen\u00fcgte diese Antwort nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"5828fab84a4548235ae5389805626420\">\u201eAdvon&#8221;, sagte sie, \u201ewas denkst du, was geschieht, wenn ein <em>Magier<\/em> den Wettstreit mit all diesen jungen M\u00e4nnern sucht? Niemand wird sich darauf einlassen wollen, und alle werden sich beklagen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ac58e7e2c7291acdb20545fc82b26714\">\u201eIch will ja mit niemandem wettstreiten. Nun, zumindest nicht um eines Sieges willen. Ich will einfach nur in der N\u00e4he sein, falls etwas &#8230; geschieht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"697b712751863dcaf9c64c826e4c0728\">Manj\u00e9v runzelte die Stirn. \u201eIhr verderbt mir nach und nach die Freude an meinem eigenen Fest mit eurer Schwarzmalerei. Erst Meister Yalomiro und nun ihr zwei. Habt ihr eine Vorstellung davon, wie viele Leute bereits dazu abgestellt sind, nur auf meine Sicherheit zu achten? Herr J\u00f3ndere ist schlimmer als ein scharfer Wachhund! Ich muss T\u00edjnje mehrfach t\u00e4glich bitten, ihren Vater mit irgendwelchem <em>Tochterkram <\/em>abzulenken, um ein paar Atemz\u00fcge lang unbeobachtet zu sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a2fd863bd30436a02181f34616648ac3\">\u201eDu sitzt gerade weit au\u00dfer Sichtweite deiner Burg, mitten in der Nacht in einem Wald, ohne dass das jemand verhindert h\u00e4tte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4ed46e4c9b72d890326ddf07782806d9\">Manj\u00e9v wollte aufbegehren. Zu gern h\u00e4tte sie darauf hingewiesen, dass es bei ihrer Entf\u00fchrung aus der bewachten Kemenate im Herzen der Burg schlie\u00dflich mit Zauberei zugegangen war. Aber ein Ger\u00e4usch unterbrach sie, ein kehliges Prusten. Farbenspiel stand mit hochgerecktem Kopf und zitternden Fl\u00fcgeln zwischen den B\u00e4umen und hatte seine Ohren aufmerksam aufgestellt. D\u00fdamir\u00e9e hob die Hand und legte den Finger an die Lippen. Beil\u00e4ufig zog sie sich ihr Schultertuch als Schleier \u00fcber.<\/p>\n<p data-p-id=\"98f2da0a5d31e6ef0694219c04a174cf\">Advon blickte sich um und griff an sein Schwert.<\/p>\n<p data-p-id=\"96c7c283f491ee15a67004d28266b5ba\">\u201eIst da jemand?&#8221;, fragte er in Richtung der B\u00fcsche hinter sich, zwischen den B\u00e4umen. Einen Augenblick lang geschah nichts. Dann entfernten sich Schritte, eilig, aber zu laut, als dass jemand sich M\u00fche geben w\u00fcrde, heimlich davonzuschleichen. Ein kleines Licht blitzte zwischen den Baumst\u00e4mmen auf. Eine auff\u00e4llige kleine Handlampe, die sicher nicht dazu beitragen sollte, die Anwesenheit ihres Besitzers zu verbergen.<\/p>\n<p data-p-id=\"d2f4ca6b33c66e904946e0e0d65b6743\">Der Regenbogenritter runzelte die Stirn. Dann wandte er sich wieder der <em>teirandanja<\/em> zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"8c77ad148a4dde5ffca1f7bf917ba998\">\u201eWillst du ihm nicht nach&#8221;, fragte Manj\u00e9v erstaunt.<\/p>\n<p data-p-id=\"5d76fd67958a58c11659bef276eaa410\">\u201eNein, wozu? Wer immer das war, wahrscheinlich haben <em>wir<\/em> ihn verst\u00f6rt. Geh\u00f6rt hat er nichts.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05b83cffee2cabde5f13e7ed3ad0b6bb\">\u201eAber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b827c531e4c9ee6c5071bf6e9ad8c12d\">\u201eWir sind nicht allein im Wald, Manj\u00e9v. Die Zelte sind nur ein paar Steinw\u00fcrfe entfernt.Das war einer von deinen G\u00e4sten oder deren Gefolge, der sich erleichtern wollte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"06da94c4693353e64b11c8ae13969ddf\">\u201eJa&#8221;, kicherte D\u00fdamir\u00e9e. \u201eUnd stell dir vor, der arme Kerl h\u00e4tte das arglos in Sichtweite von zwei Damen getan, wenn er uns nicht rechtzeitig bemerkt h\u00e4tte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"375d43cfa2a30fd35c32e27e2a75c69c\">\u201eEr wird sich \u00fcber Damen im Wald wundern, zu nachtschlafender Zeit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"71a93c76fa9c580e09dcf65f40d06c0e\">\u201eEr wird annehmen, dass er das nur getr\u00e4umt hat. Besonders, wenn er Farbenspiel gesehen hat.&#8221; Advon zwinkerte. Unter den B\u00e4umen bahnte sich as <em>volaycorn <\/em>einen Weg tiefer ins k\u00f6stliche Beeren tragende Geb\u00fcsch. Manj\u00e9v entspannte sich. Wenn die Magier so sorglos waren, dann hatten sie sicherlich Vorkehrungen getroffen, um diese Zusammenkunft wirklich geheim zu halten. Aber zu lange konnten sie sich damit nicht aufhalten.<\/p>\n<p data-p-id=\"95dfe557e7c12226c3c5e6a6c2e95737\">\u201eMeister Yalomiro schickt euch, damit nichts &#8230; Magisches geschieht, nicht wahr? Er hat mir von dem Brettspiel erz\u00e4hlt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"29a582a22889468a05eeba2aa24dc002\">\u201eWir alle haben gesehen, wie das Spielbrett au\u00dfer Kontrolle geriet. Es bahnt sich etwas an, Manj\u00e9v, und wir w\u00e4ren froh darum, wenn wir uns irrten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6f9f43584847af3cca3cf4391255fb6c\">\u201eAber warum mein <em>vaspos\u00e1r<\/em>? Das ist doch alles nur eine \u00fcbertrieben aufw\u00e4ndige Formalit\u00e4t! Als ob ich irgendjemanden von den Wettstreitern auch nur<em> ernsthaft in Erw\u00e4gung<\/em> ziehen w\u00fcrde.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4d039017415a70a403ae7847f143a004\">\u201eDann hast du also einen deiner <em>yarlandoray <\/em>gew\u00e4hlt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"56cfe1beaa81130114621709af1e5efa\">\u201eJetzt fangt ihr nicht auch damit an! Mir k\u00f6nnen sie allesamt gestohlen bleiben.&#8221; Sie runzelte die Stirn und f\u00fcgte dann leise hinzu: \u201eNein. Daf\u00fcr m\u00fcsste ich mich entschuldigen. So habe ich das nicht gemeint. Aber wieso macht ihr Magier so viel Aufhebens um eine belanglose Prachtfeier? Was hat das alles zu bedeuten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9f3ba5a94bfe4e02ecf18806d24f3c04\">\u201eWir wissen es nicht. Aber was sonst gibt es dieser Tage, das so viele Ritter an einem Ort zusammenf\u00fchrt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e2c609d79ee67fd408b46117cf63b85a\">\u201eEs ist nur eine Vorsichtsma\u00dfnahme, Manj\u00e9v. Wir werden so diskret und unauff\u00e4llig sein, wie es uns nur m\u00f6glich ist. Du wirst uns bei deinem gro\u00dfen Fest nur bemerken, weil du unsere Verkleidungen kennst. Und wenn wir uns am Ende geirrt haben, nun &#8230; dann hatten wir zumindest alle ein wenig Spa\u00df.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d719345fd6a2cbe44f41d96b40016d3c\">Die <em>teirandanja<\/em> schaute von einem zum anderen. Und dann hin\u00fcber zu Farbenspiel, der sich nun an einem der schlanken Birkenst\u00e4mme das vielfarbige Fell scheuerte.<\/p>\n<p data-p-id=\"8099bb398ca05d8968e81d4cfbf98193\">\u201eKannst du \u00fcberhaupt ein gew\u00f6hnliches <em>Pferd <\/em>reiten, Advon? Kannst du ein <em>nichtmagisches <\/em>Schwert f\u00fchren, ohne dass es ein Gemetzel gibt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1533b57759f42e94e2da603c0a3ada55\">\u201eIch habe noch ein paar Tage Zeit, das zu \u00fcben&#8221;, sagte Advon unbek\u00fcmmert.<\/p>\n<p data-p-id=\"15947169d761f33562b546054d12a168\">D\u00fdamir\u00e9e zuckte die Achseln. Manj\u00e9v seufzte.<\/p>\n<p data-p-id=\"da427efc7fa77b15a09cc1f72c7b5c19\">\u201eNun gut&#8221;, gab sie sich geschlagen. \u201eAber wie ihr das meinen und euren Eltern beibringt, das sei eure Sache.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"80e4bf996634ed3c02692ec0e291d22f\">\u201eGut&#8221;, stimmte Advon zu und schaute ein wenig \u00fcberrascht drein. Offenbar hatte er mit mehr Widerstand gerechnet.<\/p>\n<p data-p-id=\"24edd02bc810b397453863ae44deb850\">\u201eVielleicht&#8221;, fuhr Manj\u00e9v nachdenklich fort, \u201ekannst du mir <em>tats\u00e4chlich <\/em>einen Gefallen erweisen, wenn du beim Turnier mitmachst, Advon Ir\u00edsolor. Einen sehr gro\u00dfen, <em>ehrenvollen<\/em> Dienst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d14c428399528dc35d6ce383afb5590b\">\u201eWenn ich dir eine Freude machen kann, lass mich einfach wissen, was dein Herz begehrt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"43ecbd40b38d36f1b6400f1f4af43d88\">Manj\u00e9v richtete sich auf. Der Gedanke kam ihr, so klar und selbsterkl\u00e4rend, so offensichtlich wie das Strahlen der Morgensonne.<\/p>\n<p data-p-id=\"95d6deced3499f69c3620202be9d231c\">\u201eWas immer es ist? Bei deiner <em>Ehre<\/em>? Beim <em>Hellen Tag<\/em>&#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"4000c839e92c9c32d4842ceb86261b48\">D\u00fdamir\u00e9e Lagoscyre wandte sich ihr verwirrt zu. Dann erhob sie sich alarmiert. \u201eVorsicht, Advon! Nicht-&#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"bc7047fabb05ec196b8aa367ad894209\">Aber es war zu sp\u00e4t. \u201eSag es mir, Manj\u00e9v. Wie k\u00f6nnte ich einer k\u00fcnftigen <em>teiranda<\/em> einen Wunsch verwehren?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"80246bb5d4cf76653f228424ccdecce5\">\u201eGut&#8221;, sagte Manj\u00e9v entschlossen. \u201eDann will ich, dass du Merrit Althopian <em>besiegst<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"3d8ab57ab573435084c829ec1188ab39\">Sechs Tage war es nun her, seit D\u00fdamir\u00e9e und Advon auf Farbenspiel durch ihr magisches Portal in Richtung Ciel\u00e1stel geritten waren. Zeit, in der Yalomiro viel geschlafen und versucht hatte, seine <em>maghiscal<\/em> wieder aufzufrischen. Er hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass er sich so bald wie m\u00f6glich <em>selbst<\/em> auf den Weg nach Wijdlant machen wollte.<\/p>\n<p data-p-id=\"20020561a69390cd2aac6782c30f7ccd\">Nat\u00fcrlich wollte ich ihn begleiten &#8211; und hatte ein schlechtes Gewissen deswegen. Obwohl meine eigene Magie sich in all den Jahren um so viel verst\u00e4rkt und geordnet hatte, hatte ich doch niemals den Versuch gewagt, eine Tiergestalt anzulegen. Das war mir nie geheuer gewesen, und obwohl ich zwischenzeitlich in der Theorie wusste, wie man es anstellte, hatte ich es nie ausprobiert. Diese Verzagtheit r\u00e4chte sich nun, denn da mir diese entscheidende F\u00e4higkeit fehlte, w\u00fcrde ich mit Yalomiro durch die Schatten laufen m\u00fcssen. Einfach \u00fcber das Gebirge zu fliegen w\u00e4re diesmal nicht m\u00f6glich. Der andere Weg w\u00fcrde einige Tage dauern. Und noch etwas anderes machte mich unruhig.<\/p>\n<p data-p-id=\"7a27ddc3f273b60dbb3b72ca19346004\">Wenn wir beide den Eta\u00edmalon verlie\u00dfen, w\u00e4re Nokt\u00e1mas Heiligtum einige Tage verwaist. Zwar war nicht mit unmittelbarer Gefahr zu rechnen, aber Yalomiro hatte bereits wieder damit begonnen, zwischen den B\u00e4umen des Boscarg\u00e9n Magie wie ein Spinnennetz zu verweben, die die Unkundigen fernhalten sollte. Nun war er dabei, die Halle selbst zu sichern, damit niemand eindringen k\u00f6nne, der den Schutzbann im Wald \u00fcberwunden h\u00e4tte.<\/p>\n<p data-p-id=\"3c0dd198b0a9e96e766d21cfed1d7323\">Warum tat er das? Ich fragte mich, wer Interesse daran haben sollte, in den Eta\u00edmalon einzudringen. Von den Regenbogenrittern drohte keine Gefahr und im Heiligtum selbst gab es nicht einmal bewegliche Dinge, die einen Dieb verlockt h\u00e4tten. Was unsere pers\u00f6nliche Habe betraf \u2013 das Wertvollste, das sich im Haus befand, waren einige silberne Ger\u00e4tschaften und ein paar Edelsteine, mitdenen es magische Bewandtnis hatte. Nichts, f\u00fcr das es die M\u00fche wert gewesen w\u00e4re, so weite Wege zur\u00fcckzulegen und einzubrechen. Niemand rechnete mit Sch\u00e4tzen im Boscarg\u00e9n.<\/p>\n<p data-p-id=\"bc49fbf8a68103501670a4fa7dc49fde\">Yalomiro lie\u00df sich nicht anmerken, was ihn besch\u00e4ftigte. Er schaute nicht auf, als ich zu ihm in die Halle kam. Wie \u00fcblich zu dieser Stunde sa\u00df er auf dem Thron des Gro\u00dfmeisters, hatte ein Gewebe aus mild schimmernder Magie um sich gestrickt und lenkte Energie dorthin, wo L\u00fccken zu schlie\u00dfen waren. Er sang, aber sehr leise, geistesabwesend.<\/p>\n<p data-p-id=\"e1ac0f12c726420699e288f4aa836430\">Ich lie\u00df mich auf den Stufen zu der Estrade nieder und betrachtete das Flie\u00dfen und Pulsieren. Sogar das Netz war mit der Zeit weniger geworden, kleiner, dezenter. Auch in diesem Ritual zeichnete sich die Ersch\u00f6pfung ab, von der er sich niemals erholt hatte. Unter Nokt\u00e1mas magischem Licht schien selbst seine <em>maghiscal<\/em> sich zunehmend ein wenig zu tr\u00fcben, wie Metall, das mit der Zeit anl\u00e4uft.<\/p>\n<p data-p-id=\"2d756de8e5507f751bb4630a3a322d2b\">Ich tastete nach seiner <em>maghiscal<\/em> und verband meine eigene damit. Das Silberleuchten glomm ein wenig auf und wurde stabiler. Wir woben gemeinsam an dem Schutzzauber, so als fl\u00f6chten wir einen Zopf aus mehreren Str\u00e4ngen. All das geschah lautlos, abgesehen von Yalomiros wisperndem Lied, und es dauerte eine Weile, bis wir damit fertig waren. Dann sa\u00dfen wir einen Moment still da.<\/p>\n<p data-p-id=\"01b070032f7c0647743c8f7d0ae01cfc\">\u201eWenn die beiden sich nicht zu Umwegen haben hinrei\u00dfen lassen&#8221;, brach Yalomiro schlie\u00dflich das Schweigen, \u201esind sie wahrscheinlich heute Nacht in Wijdlant angekommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"183b7ae3f7a790038c27dbcfc935144c\">\u201eMeinst du?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ddfcd09088454686bde58c43e4724d7a\">\u201eIch danke den M\u00e4chten, wenn der junge Emberbey in Wijdlant ist, wenn dieses <em>vaspos\u00e1r<\/em> endlich entschieden ist. Wenn ich wei\u00df, woran wir sind.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"08373cde9fccec0a4d5a8d5cb47e92d6\">\u201eDu f\u00fchlst dich irgendwie verantwortlich, nicht wahr? &#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"990876bfd4dc8d83240d868683c90ab0\">\u201eIch h\u00e4tte mich niemals <em>einmischen <\/em>d\u00fcrfen. Es w\u00e4re mir wohler, wenn die Unkundigen ihre Belange allein regeln k\u00f6nnten. Ich s\u00e4he es gern zum Guten gewendet, bevor &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9b86db939b4a05e4d52769cdce6c024d\">\u201eBevor?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b4f08af4c2e16e7d341dd2910cfe1fee\">Er neigte sich zu mir vor. \u201eSalghi\u00e1ra &#8230; hast du schon einmal dar\u00fcber nachgedacht, was <em>nach uns<\/em> sein wird?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f542421836ebe0623c85fa110f7683fa\">Die Frage erschreckte mich. Er bemerkte das und machte es nicht besser, indem er hinzuf\u00fcgte: \u201eWir sind die letzten <em>camat&#8217;ay<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"227235dfa66ca72084373fddff912946\">\u201eD\u00fdamir\u00e9e &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d23cd5b61ba609339001cd3b22537759\">Er l\u00e4chelte m\u00fcde. \u201eWenn ich mir D\u00fdamir\u00e9e und Advon so miteinander ansehe, frage ich mich, ob die M\u00e4chte den beiden verlangen werden, sich zwischen Nacht und Tag zu entscheiden?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2f0790b9f41932f2716253b9e23cb161\">\u201eSicher nicht. Aber vielleicht k\u00f6nnte ihr Nachkomme <em>beides<\/em> sein?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f23edda0e1aa3d96112fb0d3695e8239\">\u201e<em>Nachkomme<\/em>?&#8221;, entfuhr es Yalomiro best\u00fcrzt. \u201eIst etwa-&#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"bd93dbfe7507a542fc2c7b8adca27597\">\u201eNein! Wo denkst du hin! Obwohl &#8230; die beiden sind jung und lieben sich. Es <em>kann<\/em> passieren. Und wir sollten uns h\u00fcten, es zu beeinflussen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4840b775358280292385dd2203874479\">\u201eSicher&#8221;, murmelte er kleinlaut. Das erheiterte mich ein wenig.<\/p>\n<p data-p-id=\"5e385916ea50bc1d90822b672df9cb9a\">\u201eYalomiro, denkst du denn, ich bemerkte nicht, wie eifers\u00fcchtig du bist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9a1c3bc3177613572253b44da4ea1591\">\u201eEifers\u00fcchtig? <em>Ich<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"917be65cebd98819d8308912428033ae\">\u201eJa, du. Als ob Advon Ir\u00edsolor dir D\u00fdamir\u00e9e abspenstig machen wollte. Du kannst sie nicht ihr Leben lang beh\u00fcten. Sie muss ihren eigenen Weg finden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"baabacd4d2d32401898e21257f6cfe07\">\u201eIch will lediglich, dass ihr nichts <em>zust\u00f6\u00dft<\/em>. Sie wei\u00df doch gar nicht, was es mit der Welt der Unkundigen wirklich auf sich hat. Sie kann sich nicht vorstellen, was alles geschehen mag, wenn Menschen au\u00dfer Kontrolle geraten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"121eb957a5803b15047c7eb543d7b7bd\">\u201eDann lass sie und Advon es herausfinden. Yalomiro, die beiden haben sich gut mit den jungen Leuten aus Wijdlant angefreundet. Wahrscheinlich verstehen sie dadurch mehr von den Unkundigen, als du ahnst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c7c2c5fac9d82483ab97e080e95c08ef\">\u201eWenn es nur bei der Freundschaft bleibt. Es ist nicht gut, wenn Magier zu nahe an den Unkundigen sind, Salghi\u00e1ra. Das haben Schattens\u00e4nger zu allen Zeiten beherzigt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1efd1de0128044d69e2452b024441da9\">\u201eWas ist denn schlecht daran, wenn Magier und Unkundige freundschaftlich miteinander umgehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f84a416e56e258223cd5700c373aa331\">\u201eInteressenskonflikte. Vielleicht nicht, was uns, D\u00fdamir\u00e9e und Advon betrifft. Aber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1f6fe2abb4c65e43b36867f3a0e94949\">Er unterbrach sich, hob die Hand, lie\u00df das symmetrische Lichtnetz zu Spiralen verwirbeln und betrachtete sie, als hoffe er, in dem ungewohnten Muster Antworten zu finden.<\/p>\n<p data-p-id=\"84d1bd6ed9f3c7910726ab0665e3f761\">\u201eMischt man einen Regenbogen mit Dunkelheit \u2013 was k\u00e4me dabei wohl heraus?&#8221; Er gab sich einen Ruck und erhob sich energisch. Das Magiegeflecht riss wie ein altes Spinnennetz und verging in glitzerndem Lichtstaub.<\/p>\n<p data-p-id=\"f239b9643ceaece05f6d08ed13233074\">\u201eAngenommen&#8221;, fuhr er fort, \u201ePatagh\u00edu und Nokt\u00e1ma lassen es zu, dass Advon und D\u00fdamir\u00e9e Farben und Schatten vermischen \u2013 was wird das Schicksal dieses <em>Letztgeborenen<\/em> sein?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3346bcb06ed6a2c6c2ae66175be09a99\">\u201eYalomiro&#8221;, sagte ich vorsichtig, \u201edas ist doch noch lange hin.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"17c40d42940b8d6effd527b84dfb730f\">\u201eIm Weltenspiel wird alles einmal ein Ende finden. Vielleicht haben die M\u00e4chte sich daf\u00fcr entschieden, das Spiel zu \u00e4ndern, die Figuren auszutauschen, neue Regeln zu erfinden, so wie wir es vor einigen Tagen mit deinem Spiel aus deiner Welt getan haben. Das muss wohl so sein, damit es nicht irgendwann &#8230; langweilig wird. Was vor so langer Zeit mit so vielen Magiern, mit Nachtgeweihten und den Farben des hellen Tages begann, das ist l\u00e4ngst vorbei.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"19defd8d58731803cee140ce906e9dec\">\u201eWovor f\u00fcrchtest du dich? Denkst du, D\u00fdamir\u00e9e und Advon w\u00fcrden ihr Kind sp\u00e4ter einmal nicht in einem den M\u00e4chten gef\u00e4lligen Sinn erziehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fff706c1f34f1791e611b247c756a1d8\">\u201eIch denke an etwas ganz anderes.&#8221; Er setzte sich zu mir auf die k\u00fchlen Steinstufen. \u201eWenn Patagh\u00edu und Nokt\u00e1ma auf diese Weise mit Magie spielen \u2013 was wird das <em>Licht<\/em> tun?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"660c5a0068be58b4dfbbe7c9141c10f0\">\u201eDas Licht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0885ced002496c43c040ff25abc63314\">\u201eDas Licht spielt <em>immer<\/em> mit. Wir neigen dazu, das zu vergessen, weil es ohne Unterlass dabei ist. Seine Anwesenheit, seine Entscheidungen, seine Z\u00fcge bemerken wir erst, wenn es uns nahe kommt. Wenn es <em>zu sp\u00e4t<\/em> ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aad71b82d92effdf49452fd4c936a586\">Das Licht &#8211; die <em>Rotgewandeten<\/em>. Einen, einen einzigen, von dem wir wussten \u2013 den gab es <em>vielleicht<\/em> noch. Wir wussten nicht mit Sicherheit, ob er seinerzeit den Weg aus dem Chaos heraus geschafft hatte. Vielleicht war er der Einzige gewesen, dessen sich das Widerwesen seinerzeit noch hatte <em>bem\u00e4chtigen<\/em> k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f43a3532b22bbdb8628205f239a9734e\">\u201eWas w\u00e4re die Option, die das Licht in diesem Spiel h\u00e4tte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"95df371b2329d8608ac02eb19262ba51\">\u201eIch wei\u00df es nicht&#8221;, antwortete Yalomiro. \u201eAber es ist m\u00f6glicherweise schon dort, wo der n\u00e4chste Zug geschieht.&#8221;<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/scherbenlied-oder-die-suche-nach-dem-boesen-band-3\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-2981","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-03_scherbenlied"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2981","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2981"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2981\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3638,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2981\/revisions\/3638"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2981"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2981"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2981"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}