{"id":2978,"date":"2025-08-25T15:46:01","date_gmt":"2025-08-25T13:46:01","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2978"},"modified":"2025-11-15T19:09:16","modified_gmt":"2025-11-15T18:09:16","slug":"016-phantome-und-legenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/016-phantome-und-legenden\/","title":{"rendered":"016: Phantome und Legenden"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SL_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1992\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"151c1bcb1097bf3b94e824f2e8d4d9d0\">Als Nokt\u00e1mas Juwelen g\u00e4nzlich verblasst waren, aber noch bevor Patagh\u00edus Glanz das Weltenspiel g\u00e4nzlich erhellte, hatten sie die Burg weit genug hinter sich gelassen. Das graue Streitross hatte, wie Gal\u00e9on es geplant hatte, brav in dem Waldstreifen am Rande der Salzgrasebene gewartet und ihn und das kleine M\u00e4dchen brav und schnell weiter nach S\u00fcden getragen, allerdings querfeldein. Durch die D\u00f6rfer zu reiten, die sich am Rand der gro\u00dfen Weide wie ein gebrochener Ring um die Landzunge mit der Bucht schlossen, das w\u00e4re zu riskant gewesen. Er war ohnehin schon zu weit von seinem urspr\u00fcnglichen Plan abgewichen.<\/p>\n<p data-p-id=\"36d61e6773ad68715acc92b0181a6ce6\">Nun ging er neben dem Pferd her und f\u00fchrte es am Z\u00fcgel. Er hatte dem Kind den Sattel \u00fcberlassen, wo Ra\u00fdneta Emberbey sich b\u00e4uchlings ausgestreckt hatte. Ihr zerkn\u00fclltes, halb gen\u00e4htes Kleidchen und der ausgestopfte L\u00e4mmerbalg st\u00fctzten ihre Brust. Der <i>b\u00e1chorkor<\/i> hatte seinen Mantel wie eine zerschlissene, aber leidlich w\u00e4rmende Decke \u00fcber sie gebreitet und schob das Kind ab und zu behutsam zurecht, wenn es im Schlaf abzugleiten drohte. Dass sie unter diesen Umst\u00e4nden und in dieser Position \u00fcberhaupt schlief, bewirkte ein sanfter Zauber, den er mit seinem wundersamen M\u00e4rchen \u00fcber die Samtbl\u00fctenweber gewirkt hatte. Den wollte er so lange als m\u00f6glich aufrechterhalten. Es w\u00fcrde anstrengend genug werden, Ra\u00fdneta Emberbey zu beruhigen und zu tr\u00f6sten, sobald sie erwachte, begreifen w\u00fcrde, dass sie zuvor nicht getr\u00e4umt hatte und sie ihren geliebten Vater nicht wiedersehen w\u00fcrde. Nicht auf dieser Seite der Tr\u00e4ume.<\/p>\n<p data-p-id=\"0095c10696f0511856659e42d28ad2d2\">Das Traumphantom ging nun neben ihm. Gal\u00e9on wusste gar nicht so genau zu sagen, wie lange die Gestalt ihn bereits begleitete, denn sie hatte noch nicht zu ihm gesprochen. Der geisterhafte Blick des K\u00f6rperlosen lag nachdenklich auf dem schlafenden Kind, Gal\u00e9on war sich nicht so sicher, ob er f\u00fcr seine Entscheidung Tadel oder Lob ernten w\u00fcrde, Aber das war einerlei. In seinem Herzen f\u00fchlte es sich richtig an, wie es geschehen war. Doch war das nicht nebens\u00e4chlich, beil\u00e4ufige Menschenangelegenheiten angesichts dessen, was sich ihm nun offenbart hatte und sich ganz bestimmt nicht mit schn\u00f6dem menschlichen R\u00e4nkespielen erkl\u00e4ren lie\u00df?<\/p>\n<p data-p-id=\"6add44bfb4863742ca58a7306538d872\"><i>Du verlierst Zeit<\/i>, sagte das Traumphantom endlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"668a92e90c48f12200f972854a60e518\">\u201eDie hole ich wohl schnell genug wieder auf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0dcd19bda0f4a57fd36b897aeb5531ec\"><i>Und du riskierst es, dass dich jemand &#8230; aufh\u00e4lt.<\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"c8f85fedb7db1d1de53df6d97debe90b\">\u201eWarum sollte jemand sich einem wie mir in den Weg stellen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6260d32538a633033d9a5c9341598308\"><i>Vielleicht, weil sie mit jedem Herzschlag, den du vertr\u00f6delst, einen dringlicheren Grund daf\u00fcr bekommen. W\u00e4hrend du das M\u00e4dchen nach Althopian bringst, statt schnurstracks auf schnellstem Wege nach Wijdlant zu eilen, wird dich die Kunde von deinem Diebesgut \u00fcberholen. Sie werden Ausschau halten nach einem leichtsinnigen <\/i>b\u00e1chorkor<i>, der den alten Emberbey bestohlen hat. Dieser Venghi\u00e1r Emberbey hat sicher schon seine Leute ausgeschickt und eine verlockende Belohnung ausgesetzt.<\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"7b8c69529c815e18184512103c8885a2\">Gal\u00e9on zuckte die Achseln. Der urspr\u00fcngliche Plan hatte vorgesehen, von Emberbey aus nach Westen, zur Burg des <i>teirandon<\/i> Spagor und dar\u00fcber hinaus nach Virhav\u00e9t zu eilen. Vier Tagesm\u00e4rsche w\u00e4ren das gewesen. Von dort aus w\u00e4re Gal\u00e9on per Boot auf dem R\u00edflu\u00edr bis nach Altabete gereist, relativ sicher und schnell auf dem Wasser. Alsg\u00f6r Emberbeys Amtssiegel musste, so schnell wie m\u00f6glich, in die H\u00e4nde von Asga\u00fd von Spagor gelangen.<\/p>\n<p data-p-id=\"2d49b9f11fe4b0a74bb1075dfc9c02e8\">Nun, solange Venghi\u00e1r Emberbey sie nicht hatte, war alles in Ordnung. Dass der mit seiner Tat alles nun noch viel komplizierter gemacht hatte, als es ohnehin schon war, war schlimm genug.<\/p>\n<p data-p-id=\"3f1cc10d19e56b3362e80dea31c03aa7\">\u201eIch werde nicht allzu lange tr\u00f6deln&#8221;, versicherte Gal\u00e9on. \u201eAber das M\u00e4dchen muss zuerst in Sicherheit sein. Wa\u00fdreth Althopian ist der einzige Mensch, der f\u00fcr Alsg\u00f6r Emberbey jemals so etwas wie ein echter Freund war. Es wird ihm Ehre und Anliegen sein, die kleine <i>yarlaranda<\/i> sicher nach Wijdlant zu ihrem Bruder zu bringen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0946caa3d4d275a74342d0594bdc7b22\"><i>Wa\u00fdreth Althopian darf nicht erfahren, was tats\u00e4chlich geschehen ist.<\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"e38acf61623c390cebbc8df79037eaa5\">\u201eNicht von mir. Ich wei\u00df. Aber die Kleine ist ja nun nicht blind und taub.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fb847e8022eab237ebd82ca9cbf56713\"><i>Du hast ihr gesagt, dass du es getan hast. Wie willst du es ihr erkl\u00e4ren? Willst du dich ihr etwa offenbaren?<\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"43d4a64569fdcb734ec0a0aafc23883e\">\u201eDas werde ich entscheiden, wie die M\u00e4chte es f\u00fcgen. Solange sie mich nicht ausfragt, werde ich mich wohl herausreden k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2dbaf18285d312e6d9f820000c290d6d\"><i>Du machst es dir schwerer als n\u00f6tig.<\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"4fd267395fa63f2a9830f15d5a3d0cc5\">\u201eMag ja sein. Aber zumindest hat Venghi\u00e1r Emberbey kein Blut an seinen H\u00e4nden. Nun &#8230; noch nicht. Und das Kind ist in Sicherheit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d77d22fc1a87ef1d9173a9cae0956ebe\">Das Traumphantom seufzte. Gal\u00e9on schaute unverwandt zu ihm hin\u00fcber. \u201eIch wei\u00df von noch einem, den einmal das Schicksal eines Kindes nicht unger\u00fchrt lie\u00df.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"74a78e1868485100ad23061261f66f7a\"><i>Ich will dir deine F\u00fcrsorge f\u00fcr das kleine M\u00e4dchen nicht absprechen. Aber es macht mir Sorgen, was daraus erwachsen kann.<\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"dcb2191348ceb0a1c8520f1374951ef5\">Noch immer war kein Wort zu der <i>Ungeheuerlichkeit <\/i>gefallen. Nun, vielleicht musste Gal\u00e9on selbst das Traumphantom auf das Unsagbare ansprechen.<\/p>\n<p data-p-id=\"19be6e75040bb86622678b7c39a45e3c\">\u201eWas will der Schwarze Meister hier? Wo kommt er her? Und was hat er mit Venghi\u00e1r Emberbey zu schaffen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"92a67e6d2ca2216cfe526ea3ebbb7b43\"><i>Woher er kommt? Aus welchem Versteck auch immer, in dem er sich vor der Zeit hat verkriechen k\u00f6nnen. Mit welcher List auch immer er sich vor unseresgleichen und dem Licht selbst verbergen konnte. <\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"e89585b8c66892592626862d9a4a29fa\">\u201eEs ist mehrere Menschenleben her, dass er im Weltenspiel so viel Leid und Unfrieden gebracht hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7e39f8d8e5bcf2c498566caac41a4519\"><i>Es hat ihn niemand hinter die Tr\u00e4ume gehen sehen. <\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"454420a1bbcca408a1a88347e50e254b\">\u201eOvid\u00e1ol Eta\u00edmalar, der Verfluchte Schattens\u00e4nger, hat sich auch am Licht vorbeigemogelt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"012446d6ff86e350e73ddf532a601451\"><i>Der Schwarze Meister hat aber keine Menschenk\u00f6rper gebraucht, um sich zu erhalten. Er hat einen anderen, viel schrecklicheren Weg gew\u00e4hlt. Und niemand hat es gewagt, sich ihm in den Weg zu stellen.<\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"eba9327eff359739c466bd878b00d2ae\">Oh. Wusste das Traumphantom mehr, als es gewillt war, ihm zu verraten?<\/p>\n<p data-p-id=\"beb1ede1c3c80d515c9cab2350e88a06\">\u201eIch nehme an, du willst mich im Unklaren lassen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e3bc7e2390f53f54c31d60ea935ff8d4\"><i>Ich halte dich nicht davon ab, die Wahrheit herauszufinden. Aber noch bist du nicht so weit, die Geheimnisse zu erfahren. Ich darf dir nicht alles sagen. Das war meine Geschichte. Du musst dir zun\u00e4chst deine eigene erz\u00e4hlen. Vorsicht, das Kind!<\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"885476a0c34017e73b657b8e97fba886\">Gal\u00e9on schob Ra\u00fdnetas K\u00f6rper behutsam wieder zur\u00fcck auf den Sattel. Das M\u00e4dchen murmelte vor sich hin. Unverwandt schaute der junge Mann zu seinem geheimnisvollen Mentor hin\u00fcber.<\/p>\n<p data-p-id=\"6b085e4a5f4cb8f770f88d683abef9e6\">\u201eIch wei\u00df, welches Leid er dir bereitet hat&#8221;, sagte er sanft. Aber das Traumphantom schien nicht gewillt, weiter ins Detail zu gehen. Wer wusste schon, welche Schweigegebote das Licht ihm auferlegt hatte. Gal\u00e9on hatte noch so viel zu lernen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b82c100abcff8b43ee97919aa65c9f7b\"><i>Du kannst es nicht ungeschehen machen. Aber nun bist du auch in Gefahr. Nicht allein durch Venghi\u00e1r Emberbey und diese Machtspielchen, in die ihn die Herren von Ferocriv\u00e9 und Rodekliv eingespannt haben. Sobald der Schwarze Meister herausfindet, wer, oder vielmehr: Was du bist, wird er nicht eher ruhen, als dass er dich zur Strecke gebracht hat. <\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"4fc1eb34bb5876d95e4b5b2d2f47c01f\">\u201eWas soll ich tun? <i>Nachdem<\/i> ich das Kind in Sicherheit zur\u00fcck zu vertrauensw\u00fcrdigen Unkundigen gebracht habe?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"205c2567a354a90882d0920d41f8685a\"><i>Du siehst zu, dass du so schnell wie m\u00f6glich die Amtsinsignie zur\u00fcck zu den <\/i>teiranday<i> bringst. Und dann solltest du daf\u00fcr sorgen, dass die Schattens\u00e4nger im Boscarg\u00e9n so schnell wie m\u00f6glich von dem erfahren, was hier passiert ist. <\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"c488635c3370831b2c8ac5d663ecf852\">\u201eDu willst die Schattens\u00e4nger in diese Sache hineinziehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e43a39d6c3c7263515fdf1563fb4148b\">Das Traumphantom z\u00f6gerte. Es schien \u00dcberwindung zu kosten, es auszusprechen.<\/p>\n<p data-p-id=\"5b912daececab86c98f3da04b1561317\"><i>Wenn es jemanden gibt, der dem Schwarzen Meister im Weltenspiel ebenb\u00fcrtig ist, dann ist es kein anderer als Yalomiro Lagoscyre. Es ist unvermeidlich, dass beide fr\u00fcher oder sp\u00e4ter einander gegen\u00fcberstehen. Ihresgleichen. Es wird entsetzlich enden, f\u00fcr beide. Und m\u00f6glicherweise auch f\u00fcr uns. <\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"7c180b2c96abf2ec4e79ebd7509c6f38\">\u201eWie meinst du das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"75d03f4a186595aa2df1e429604b9405\">Der K\u00f6rperlose brauchte eine Weile, um die richtigen Worte zu finden. Gal\u00e9on wartete geduldig. Er kannte die Geschichte seines Mentors aus der Welt zwischen dem Weltenspiel und der Welt hinter den Tr\u00e4umen, soweit es dessen eigene Lebensspanne, sein Wirken im Weltenspiel betraf. Er wusste, wie der Schwarze Meister den m\u00e4chtigen Rotgewandeten verf\u00fchrt, gepeinigt und gebrochen hatte. Der Schwarze Meister, ein Schattens\u00e4nger, dessen Schuld, dessen Verrat an Nokt\u00e1ma, der eigenen Schutzmacht so immens war, dass seinesgleichen keinen anderen Rat gewusst hatte, als ihn zu versto\u00dfen und seinen Namen zu tilgen.<\/p>\n<p data-p-id=\"04d8bab6165114537899b517685c1270\"><i>Unseresgleichen, <\/i>sagte das Traumphantom, <i>ist machtlos gegen den Schwarzen Meister, solange wir nicht wissen, welche Pl\u00e4ne er verfolgt. Offensichtlich ist, dass er erneut das versucht, was er anfangs getan hat. Er k\u00e4mpft nicht mit Magie. Er k\u00e4mpft mit <\/i>Menschen<i>. Venghi\u00e1r Emberbey ist vielleicht das erste, das einfachste und doch effektivste seiner neuen Opfer. <\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"c639896234e991d86a7c79ac77d554a0\">\u201eOpfer?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cbbdf337ff9dbb325efe151bf3155b2b\">Das Traumphantom l\u00e4chelte freudlos. <i>H\u00e4ltst du diesen verf\u00fchrten jungen Empork\u00f6mmling jenseits aller kindischen Machtphantasien und aufgestauter Wut f\u00fcr <\/i>gef\u00e4hrlich<i>? <\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"4f80edd388d55a65376ba0e1dbccdd62\">\u201eMenschen sind gef\u00e4hrlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"45602c198bda626d26a552c07c311888\"><i>F\u00fcr andere Menschen.<\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"b4794612f3238654c52b699c677372e8\">\u201eReicht das etwa nicht aus? Wenn die <i>yarlay<\/i> in Ferocriv\u00e9 und Rodekliv den jungen Mann irgendwie dazu benutzen, die Macht in Emberbey zu ergreifen, indem er seine Verwandten aus dem Weg r\u00e4umt, ist doch recht offensichtlich, was sie im Schilde f\u00fchren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"067d954d8722a62100f54340413a9a3f\"><i>Tats\u00e4chlich?<\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"665599860d7ffe9684bcae9a260eee47\">\u201eDas <i>vaspos\u00e1r<\/i> von Manj\u00e9v von Wijdlant und Spagor steht unmittelbar bevor. Der junge Osse Emberbey wird bei dieser Gelegenheit die Nachfolge seines Vaters antreten. Venghi\u00e1r Emberbey wird versuchen, das zu vereiteln. In Rodekliv und Ferocriv\u00e9 kann es nicht von Interesse sein, dass die Familie Emberbey ihre Macht in Wijdlant noch mehr festigt. H\u00e4tten sie einen Verb\u00fcndeten, w\u00e4re das sicher eine feine Sache.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"30e79de866820d398b941c7b314100a7\"><i>Was du nicht sagst. <\/i>Das Traumphantom wirkte milde am\u00fcsiert.<\/p>\n<p data-p-id=\"4b9b6b7870a444fc5cf42bdb86198530\">\u201eWahrscheinlich war das auch der Grund f\u00fcr Venghi\u00e1r Emberbeys Abwesenheit. Vielleicht ist sein Plan aus irgendeinem Grund misslungen. Oder er hat sich auch halbem Weg anders besonnen und ist umgekehrt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a3eb51824b0e5abf46f5888dd92d0c8e\"><i>Der Schwarze Meister hat ihn unterwegs eingesammelt, <\/i>versetzte das Traumphantom. <i><\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"8b2804b9da347b50fc0599ac8200a942\">\u201eEingesammelt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ce753c2881370e1b62000bdba7a47d42\"><i>Kennst du diese menschliche Eigenheit, beim Spiel zu schummeln? In einem unbewachten Moment beim Steinespiel einen unbemerkt auf ein anderes Feld zu r\u00fccken, auf eine Position, die mehr Erfolg verspricht?<\/i><i><\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"13367b7d25f0e2d3c2d2eac65e89f01e\">\u201eWelches Interesse h\u00e4tte der Schwarze Meister, sich in das Machtgef\u00fcge von Wijdlant einzumischen? Wenn der Namenlose tats\u00e4chlich so m\u00e4chtig ist, dass nur ein anderer Schattens\u00e4nger ihn b\u00e4ndigen kann, dann sind diese Ritterspiele rund um die <i>teirandanja<\/i> aus seiner Sicht doch, nun &#8230; Kindereien.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"46363033472fdda297c0965eef86362d\"><i>Das kommt darauf an, was das Ziel ist. Dass er so pl\u00f6tzlich aus dem Nichts zur\u00fcckkehrt, ist so oder so nicht gut. Venghi\u00e1r Emberbey und dessen Ambitionen passen ihm wohl gut in den Plan. Und doch ist der junge Mann nicht mehr als ein Schwert in seiner Hand. Was sage ich &#8211; nicht mehr als ein Stock, den er am Wegesrand aufliest und benutzen wird, solange er nichts Besseres zur Hand hat. <\/i><i><\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"f330bf6178a5461d81885caab345f1c0\">Gal\u00e9on dachte einen Moment lang nach. \u201eUnd was k\u00f6nnte er wollen? Was will er hier und jetzt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bdf76fa5bc06d14a59662b9a2484a36a\"><i>Ich wei\u00df es nicht. Ich habe nie verstanden, was ihn bewegt und angezogen hat. Macht? Ehrgeiz? Am\u00fcsement? Was immer er im Sinn hatte, es war etwas anderes, als man von den Schwarzm\u00e4nteln erwartet h\u00e4tte. Was unseresgleichen von ihnen erwartet h\u00e4tte. Und die <\/i>faj\u00eda\u00e9 <i>und <\/i>arcaval&#8217;ay <i>schon gar nicht. <\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"2d087c73d7b47d1b802b19f55f3798ab\">Gal\u00e9on warf einen nachdenklichen Blick auf das Kind. Wie friedlich, wie ersch\u00f6pft die Kleine schlief. Wie w\u00fcrde es werden, wenn sie aufwachte? Er seufzte. Solange sie bei ihm war, gab es keine M\u00f6glichkeit, ihre Reise zu verk\u00fcrzen. Aber bis sie die Grenze nach Althopian erreichten, w\u00fcrde es mindestens zwei Tage dauern. Vielleicht etwas weniger, wenn er das gro\u00dfe graue Kampfross sp\u00e4ter irgendwie zumindest zeitweise zum Galopp bringen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"5be6e082218a8ace060a8a4034d808c6\">\u201eSoll ich dann nicht besser direkt \u00fcber den Montaz\u00edel in den Boscarg\u00e9n reisen und Meister Yalomiro und die seinen warnen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6fe783d788b01f2400e83a152d33f9e6\"><i>Nein. Das dauert viel zu lange. Au\u00dferdem wird Yalomiro Lagoscyre sich vielleicht gar nicht mehr im Eta\u00edmalon aufhalten, bis du dort w\u00e4rest. Es w\u00fcrde mich wundern, wenn er nicht seinerseits auf dem Weg zum vaspos\u00e1r w\u00e4re.<\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"fe72382c4504512b4861d25a555381a5\">\u201eWarum?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"80c98f11ecb0e6242800a51b7bb8fb83\">Nun lachte das Traumphantom auf. <i>Yalomiro Lagoscyre interessiert sich ebenso sehr f\u00fcr Unkundige wie der Schwarze Meister. Der entscheidende Unterschied ist, dass seine Faszination f\u00fcr die Unkundigen auf einem gewissen <\/i>Wohlwollen<i> gr\u00fcndet. Das Schicksal von Manj\u00e9v von Wijdlant und Spagor besch\u00e4ftigt ihn. F\u00fcr den Schwarzen Meister jedoch sind Menschen nicht mehr als Spielzeug.<\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"817f56125cc461c122d8f50e1847d7b0\">\u201eAlso \u00fcbergebe ich die kleine <i>yarlaranda<\/i> so schnell wie m\u00f6glich in die Obhut von Wa\u00fdreth Althopian, reise so schnell wie m\u00f6glich nach Wijdlant, ohne mich um das zu k\u00fcmmern, was der Tod von Alsg\u00f6r Emberbey hinter mir f\u00fcr eine Welle an Wirrnissen ausl\u00f6st, gebe die Kette weiter und warte darauf, dass die Schattens\u00e4nger auf diesem Fest auftauchen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b3713b5a284ea4948f537bbcfd4a3035\"><i>Du w\u00e4rest schon auf halbem Weg dorthin, wenn du sofort nach Virhav\u00e9t gegangen w\u00e4rest. <\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"e49f6a3f79d60a4f590056ff4aa8a59c\">\u201eDann w\u00e4re das kleine M\u00e4dchen nun hinter den Tr\u00e4umen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bb8a8bafefa61f8e681f173128ecc6a1\"><i>Nun, wer wei\u00df, ob das sich nicht zum Vorteil wenden wird.<\/i><\/p>\n<p data-p-id=\"490b40f436a5bc6b68a69f622d0af1b2\">\u201eMit wem redest du da?&#8221;, murmelte Ra\u00fdneta Emberbey schlaftrunken, und das Traumphantom verwischte wie ein fl\u00fcchtiger Gedanke.<\/p>\n<p data-p-id=\"3b097ed8e8e87f2b1fc80945a1a680ea\">\u201eEs ist nichts&#8221;, sagte Gal\u00e9on rasch und legte seine Hand auf ihre Schulter, um sie zu beschwichtigen. Vorsichtig legte er einen Hauch von Magie \u00fcber sie. \u201eEs ist alles in Ordnung.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c18cfb9b9e7b05d890432b33be6039a1\">\u201eGar nichts ist in Ordnung&#8221;, sagte sie und versuchte, sich aufzusetzen. Das feine Tuch und das Kuscheltier drohten, dabei herunterzufallen, aber Gal\u00e9on griff rasch zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"540dea1f7c7702216f071d292a8f7b0b\">\u201eNein&#8221;, stimmte er zu. \u201eDu hast recht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"02a632a4f81b1dbc1d9a3323fa641309\">Sie schauderte. Aber irgendwie gelang es ihr, den Schmerz zu z\u00fcgeln, der sie sicherlich \u00fcberkam, w\u00e4hrend sie zu akzeptieren hatte, dass sie nicht in ihrem h\u00fcbschen Bettchen aufwachte, sondern in einem klammen, herbstmorgengrauenkalten Wald, und nun ein Waisenkind war.<\/p>\n<p data-p-id=\"1a9e28b1ff9a138e8466ee522684d52c\">\u201eDu hast das Recht, viele Fragen zu stellen&#8221;, kam er ihr zuvor. \u201eAber es w\u00e4re mir lieb, wenn du dich mit dem Notwendigen zufrieden geben w\u00fcrdest, bis wir in Sicherheit sind.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e9046b917481599b22da270f0267bd10\">\u201eDu bist ein Magier&#8221;, unterstellte. \u201eWie in den ganz alten Geschichten und B\u00fcchern und Bildern. Du hast irgendwie gemacht, dass der Pfeil dich nicht get\u00f6tet hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ae44eb59ac08731cfaa2ce8c8bac04a8\">\u201eDas ist richtig. V\u00f6gelchen &#8230; wei\u00dft du, was ein <i>goala&#8217;ay,<\/i> ein Rotgewandeter ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a798731f7d81931ba6ce45fe93af29bb\">\u201eNein. Von denen hat meine <i>opayra<\/i> nie gesprochen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"339a74460feac928da47fcba36219609\">\u201eDas ist gut.&#8221; Er warf ihr einen aufmunternden Blick zu. \u201eDu musst keine Angst vor mir haben, V\u00f6gelchen. Ich bin auf deiner Seite.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3fc3b3bfeb7aeeb71ee2bd978a1f1d0a\">\u201eWarum hast du nicht sofort gesagt, dass du ein Magier bist? Warum bist du als <i>b\u00e1chorkor<\/i> verkleidet und hast dich in die Burg schleichen wollen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"186b561fbcf39d4feffe550b365ca821\">\u201eIch bin nicht verkleidet. Ich <i>bin<\/i> ein <i>b\u00e1chorkor<\/i>. Und ich bin nicht geschlichen. Ich habe am Tor vorgesprochen, wie es die H\u00f6flichkeit erfordert.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ace7ba16b07451e19cf3888ca01ef106\">\u201eMein Vater ist hinter den Tr\u00e4umen&#8221;, sagte Ra\u00fdneta und krallte ihre H\u00e4nde in Tuch und Kuscheltier. \u201eDu warst das.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2872581f31462481314ec9ccd4dfbc79\">\u201eJa. Aber nicht so, wie du dir das vorstellst. Ich habe ihn nicht umgebracht. Seine Tage waren einfach aufgebraucht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6f6310b506e2d12fbd003e9bd463302b\">\u201eHast du das gewusst, als du an unser Tor gekommen bist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d1d5a83ddacbff8a07a0c320582280eb\">\u201eJa.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cf75610ba6d7a7e0b00e42145830de18\">\u201eWoher? Wer hat dir das gesagt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0c9bdbd2f898157ae296b2a30a4d48f0\">\u201eDas, kleines V\u00f6gelchen, ist etwas, das ich dir nicht erkl\u00e4ren kann.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0e682fe7e7c0632af0cd6ee7a5a987fc\">\u201eUnd was hast du mit meinem Vater gemacht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"34f11d2a4d251c1f36e1811fd8628e45\">\u201eIch war bei ihm. Nicht mehr und nicht weniger.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"93b77f3c0be058d5363dcc6d210890e0\">Sie schaute eine Weile mit tr\u00fcbem Blick vor sich hin. Gal\u00e9on beobachtete sie unverwandt. Die Beherrschung des kleinen M\u00e4dchens beeindruckte ihn, vermochte aber den Seelenschmerz darunter nicht zu verbergen.<\/p>\n<p data-p-id=\"246d268b5aa8c8f084b6590d569fe2c1\">\u201eDann hat Venghi\u00e1r meinen Vater also <i>nicht<\/i> get\u00f6tet&#8221;, stellte sie fest, versuchte, die Verwirrung der vergangenen Nacht zu ordnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"fc620d8e47ea440c9d6de9e57a9ae65c\">\u201eNein. Aber das war Zufall. Dich h\u00e4tte es nicht gerettet, wenn du nicht auf mich geh\u00f6rt h\u00e4ttest und mir gefolgt w\u00e4rest. Warum sonst h\u00e4tte er mit einem Bogen in dein Zimmer laufen sollen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3180041a434b491ab4ea40240350fb96\">Sie gr\u00fcbelte.<\/p>\n<p data-p-id=\"1214e9bc9ba414af58a08b14a5ef5614\">\u201eWarum?&#8221;, fragte sie dann. \u201eIch meine, ich habe ihm doch gar nichts getan. Wenn er im Haus ist, versuche ich immer, ihm aus dem Weg zu gehen. Und wenn wir doch einmal zusammen sind, spricht er kaum mit mir.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"da6c77844d3b905f5b0ff05bd09cb940\">\u201eDu bist die Tochter deines Vaters. Mehr braucht es nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"82b3f4ed1ddda12c9482f63aa6c01587\">\u201eIch will zu meinem Bruder&#8221;, sagte sie kl\u00e4glich. \u201eUnd zu meiner Schwester. Ich hab Angst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5d69049289904ff5c014d05093da9c96\">Gal\u00e9on f\u00fchrte das Pferd zu einem nahe gelegenen umgest\u00fcrzten Baumstamm. Damit wurde es ihm leichter, selbst in den Sattel zu steigen. Das Pferd war brav und lie\u00df es geschehen. Die Last des Kindes und des schm\u00e4chtigen Mannes war geringer als die eines Ritters in Eisenzeug. Es kannte den Weg.<\/p>\n<p data-p-id=\"da28b74183b80791737634b012563872\">\u201eWenn wir uns beeilen&#8221;, versprach er, \u201esind wir bald auf dem Land von Wa\u00fdreth Althopian. Dort kannst du dich ausruhen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"2e15768db85b5a423eff453facad77c1\">In der Burg auf der Klippe \u00fcber der Bucht herrschte Trauer. Die Burgbewohner hatten den Leichnam von Alsg\u00f6r Emberbey aus dem blutbesudelten Bett geborgen. W\u00e4hrenddessen hatten Venghi\u00e1r und seine Leute Steinwurf f\u00fcr Steinwurf und v\u00f6llig vergebens die Salzkrautebene nach dem <i>b\u00e1chorkor<\/i>, der kleinen <i>yarlaranda<\/i> und dem gestohlenen Pferd durchsucht.<\/p>\n<p data-p-id=\"25dd73994fc2fbe2bd7856e973f02ccf\">An dem seltsamen Besucher, den Venghi\u00e1r Emberbey von seiner Reise mitgebracht hatte, nahm von den anderen niemand Ansto\u00df. Als der Schwarzgewandete den jungen Mann mitsamt seinem Ross aus seinem Bann entlassen und sie beide zum Suchtrupp gesto\u00dfen waren, hatte keiner der M\u00e4nner \u00fcberfl\u00fcssige Fragen gestellt. Der Schwarzmantel hatte sich ungefragt als alten Bekannten von Venghi\u00e1r vorgestellt und ihnen angeboten, bei der Suche behilflich zu sein. Hinterfragt hatte das niemand, und Venghi\u00e1r hatte keine Gegenrede gewagt. Aber so sehr sie sich auch m\u00fchten, Gestr\u00e4uch und hohes Gras mit Spie\u00dfen durchstocherten und die Schaf- und Ziegenherden in der Morgensonne zum stummen Missfallen der verwirrten Hirten in Unordnung brachten \u2013 es war nichts zu finden.<\/p>\n<p data-p-id=\"2f93df8be35f91c83c3e6369efa16904\">\u201eNie im Leben&#8221;, hatte Venghi\u00e1r Emberbey geknurrt, als sie ihre Suche sogar durch die angrenzenden W\u00e4ldchen ausgeweitet hatten, \u201eist die kleine Kr\u00f6te heil und im Sattel entwischt! Sie kann doch unm\u00f6glich fort sein!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"feaa4b336d3b047f3a205e7934a6992c\">\u201eWie schlau ist die Kleine?&#8221;, hatte der Schwarzgewandete gefragt. \u201eWird sie im Zweifel zur Burg zur\u00fcckkehren, wenn das Pferd davongelaufen ist und sie sich f\u00fcrchtet?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"69c9a32d555bf05f70bd979e257e971c\">\u201eDann h\u00e4tten wir sie l\u00e4ngst finden m\u00fcssen! Und den <i>b\u00e1chorkor<\/i> auch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5941ba9abded7e42a1940a7392fde0b1\">\u201eIch f\u00fcrchte, wir werden hier weder einen toten <i>b\u00e1chorkor<\/i> noch ein orientierungsloses Kind finden. Und das Pferd ist vermutlich auch verloren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7566ada0b30e1ecfd03c62377c5158cd\">Venghi\u00e1r Emberbey seufzte entnervt. \u201eDen Gaul m\u00f6gen die Wildw\u00f6lfe hole und das Balg gleich dazu. Aber wie, bei allen Chaosgeistern, kann sich eine Leiche in Luft aufl\u00f6sen? Und das in so kurzer Zeit?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ebbbb9100c0075ff74f9135dd6ffefe1\">\u201eEr hat sich nicht in Luft aufgel\u00f6st. Er wird einfach aufgestanden und weiterspaziert sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7e83e3a5cec0a1d6156f4cce87df3879\">\u201eObwohl ihn mein Pfeil glatt durchbohrt hat? Das ist l\u00e4cherlich! Das w\u00e4re &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5ae8dcba0f92d6f833acecba5a9dd3b7\">\u201eJa?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"001ac3b6c3e583b7f508d0aac30872da\">\u201eNichts.&#8221; Venghi\u00e1r schnaubte. Bei alledem, was er seit dem Vorabend erlebt hatte, mehrere Tagesritte entfernt von hier, gab es keinen Anlass mehr, sich \u00fcber Magie zu wundern.<\/p>\n<p data-p-id=\"17c2b44b924252f992fb61b909ae3e56\">Aber wo, bei allen M\u00e4chten, kam ein echter Magier her, hier in diese Gegend? Im \u00e4u\u00dfersten S\u00fcden, im fernen Aur\u00f3p\u00e9a, ja, da sollte es noch Regenbogenritter und eine <i>faj\u00eda<\/i> geben. Aber Schwarzm\u00e4ntel? Venghi\u00e1r Emberbey war nie zuvor jemandem begegnet, der seinerseits mit einem der mysteri\u00f6sen Schattens\u00e4nger zusammengetroffen war. Die Existenz jener Magier, die behaupteten, Nokt\u00e1mas Diener zu sein, galt seit langer Zeit als Legende. Im Osten, in Rodekliv, glaubte man gar nicht mehr daran. Zumindest sprach man nicht dar\u00fcber.<\/p>\n<p data-p-id=\"bf9241489e2b613847ccfc439a6f6b8d\">Ob der Schwarzgewandete tats\u00e4chlich ein \u00fcberlebender Schattens\u00e4nger war? Oder gab er nur vor, einer zu sein, und arbeitete mit raffinierten Gaukeleien, wie ein Taschenspieler?<\/p>\n<p data-p-id=\"540d769f639953e511c3017d75d066c9\">Nein, schalt Venghi\u00e1r Emberbey sich. Kein Gaukelspiel konnte einen Mann samt Pferd \u00fcber eine so weite Entfernung von einem Ort zum n\u00e4chsten versetzen. Das hatte er am eigenen Leib erlebt!<\/p>\n<p data-p-id=\"425da403162bd11075153228ad0f57f4\">Unverrichteter Dinge waren sie zur Burg zur\u00fcckgekehrt. Und tats\u00e4chlich schien der mysteri\u00f6se Schwarzmantel \u00fcber die Gabe zu verf\u00fcgen, sich nach Belieben bemerkbar und unsichtbar zu machen, denn nachdem sie das Tor durchquert hatten, waren nur noch Venghi\u00e1r selbst und seine verwirrten Knechte da. Der Schwarzgewandete und sein feines Edelpferd waren verschwunden. Offenbar hatte er an der Mauer kehrtgemacht.<\/p>\n<p data-p-id=\"0b6c0255afea0b5e3931b89f1bd5d815\">Venghi\u00e1r fand das Burgvolk in tiefer Trauer und Tr\u00e4nen vor. Dass sie ohne das entf\u00fchrte Kind heimgekehrt waren, versetzte Gesinde und Hausverstand noch mehr in Unruhe. Die <i>opayra<\/i> rang die H\u00e4nde und versuchte, ihn nach dem Verbleib des Kindes auszufragen. Venghi\u00e1r winkte ab, lie\u00df sie stehen und \u00fcberlie\u00df es den anderen, sich um die verst\u00f6rte Leute zu k\u00fcmmern. Er selbst musste schauen, wie die Lage im Haus war.<\/p>\n<p data-p-id=\"33227c0eb8c083f50def7cb5d3b0f39c\">Alsg\u00f6r Emberbey lag nun, gewaschen und mit seinen besten Gew\u00e4ndern angetan, aufgebahrt in einem der k\u00fchlen Kellergew\u00f6lbe unter der Burg. Die <i>doayra<\/i> hatte ihr Bestes getan, die Wunden zu versorgen und zu verbergen, soweit das an einem toten K\u00f6rper noch m\u00f6glich war. Dank des schummerigen Lichtes aus drei \u00d6llampen neben ihm sah man nicht, wie wenig Erfolg sie damit gehabt hatte. Einige der Weiber und \u00e4lteren Knechte hielten Wache bei ihrem ehemaligen Herrn. Venghi\u00e1r scheuchte sie fort und behauptete, allein von seinem geliebten und wohlwollenden Gro\u00dfonkel Abschied nehmen zu wollen.<\/p>\n<p data-p-id=\"5e97da7148764ba53e2cc6e18d7cb59d\">Kaum war das Gesinde bek\u00fcmmert, aber gehorsam verschwunden, war er nicht mehr allein.<\/p>\n<p data-p-id=\"450c6ec2a000071b34dcbd85160058fe\">\u201eWieso das Gemetzel?&#8221;, fragte die warme, freundliche Stimme im Schatten.<\/p>\n<p data-p-id=\"faab8569d76d8e6ecefb4473f086c140\">\u201eWer hat Euch hereingebeten?&#8221;, fl\u00fcsterte Venghi\u00e1r, nur m\u00fchsam beherrscht.<\/p>\n<p data-p-id=\"8cf5e1f2a71632276f2b56a812571981\">Der Schwarzgewandete trat an die Totenbahre heran. \u201eDer alte Mann war bereits tot, als Ihr herkamt. Wo ist der Unterschied?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c73215a696e61a57363df3fc376b0446\">\u201eGanz einfach. Es verschafft mir Zeit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5d6b2668219fbd596c2c94a4646ea155\">\u201eZeit?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b1ffdf9a81c470f480a9dabc2ec1fdad\">Venghi\u00e1r Emberbey schaute \u00fcberrascht auf. \u201eVersteht Ihr denn nicht? Wenn ein <i>yarl<\/i> vom Alter dahingerafft wird, folgt ihm auf dem Fu\u00dfe der \u00e4lteste leibliche Nachkomme.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6dcbff17862bb9885907a81111415ab0\">\u201eOsse Emberbey. Der durch eine F\u00fcgung der M\u00e4chte Eurem Plan entkommen ist. Oder sollte ich sagen, den Interessen, die <i>yarl<\/i> Rodekliv an Euren Bem\u00fchungen hat?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3888d6555cafe193ab479ede968dad3f\">\u201eDas sei dahingestellt. &#8212; Wenn das Leben eines <i>yarl<\/i> allerdings durch einen Mord beendet wird &#8230;.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c120c32592ade32f378802d98f352dab\">\u201eIst dann nicht desgleichen der \u00e4lteste Sohn der Erbe?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ac70d2575707f1673f6e82cbfad33bab\">\u201eNein. Nicht, bis die Bluttat nicht aufgekl\u00e4rt und bei Bedarf vor einem <i>yarlp\u00e9nar<\/i> verhandelt wurde.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2011799393b006ae2d6d0d80b5c6ebba\">\u201eUnd wozu soll das gut sein?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f8992a60ddb32f086720cdd2a27730ee\">\u201eIst das nicht offensichtlich? Um sicherzustellen, dass der Mord nicht vom eigenen Sohn begangen oder beauftragt wurde nat\u00fcrlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2a31f4c29bd1b07c0eda19f65fd2bc4f\">Der Schwarzgewandete runzelte die Stirn. \u201eSeit wann ist das so?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8fa4d473ea2cba8068da9ec3621dfef5\">\u201eSeit den gro\u00dfen Verhandlungen nach den Chaoskriegen, nachdem in den Wirren die V\u00e4termorde \u00fcberhandgenommen hatten. Bei den M\u00e4chten, jedes kleine Kind wei\u00df das, sogar die dummen Bauernb\u00e4lger! Wie k\u00f6nnt Ihr davon nicht wissen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"56704ab1ea4cac82c35aeca0e7cfc93c\">\u201eIch &#8230; war eine Weile fort&#8221;, antwortete der Schwarzgewandete geistesabwesend und neigte sich interessiert \u00fcber den Toten. \u201eAber wie dem auch sei: Indem Ihr dies hier wie einen Mord gestaltet habt, steht Osse Emberbey nun bis auf weiteres seine Ehre und sein Erbe nicht zu?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7b06f47d81e761e5c096350f0d36c10b\">\u201eJa. Und wenn ihm etwas zust\u00f6\u00dft, <i>bevor<\/i> die Sache gekl\u00e4rt ist, wird er weder sein Amt antreten noch die Herrschaft \u00fcbernehmen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0f5830b66052499c175abbb101f67756\">\u201eDas alles wird Euch wenig n\u00fctzen, Herr Venghi\u00e1r&#8221;, sagte der Schwarzgewandete ruhig.<\/p>\n<p data-p-id=\"9b5f63c75bc0a3bf1c3e4fd858fbecd5\">\u201eWas sagt Ihr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a3d6a779e605c5ac9352b2ace933b2d0\">\u201eZum einen: Osse Emberbey ist \u00fcber jeden Verdacht erhaben, seinen Vater aus dem Weg haben zu wollen. Der junge Mann m\u00fcsste sich doch nicht die M\u00fche machen, das Risiko eingehen und das Herz beschmutzen, nur um ein paar Monde Vorsprung auf etwas zu bekommen, das ihm in den Scho\u00df fallen wird. Selbst wenn Ihr nun versuchen w\u00fcrdet, ihm mithilfe Eurer Verbindungen einen Mordauftrag anzudichten, alle <i>yarlay<\/i>, die die Familie und die Verh\u00e4ltnisse derer von Emberbey kennen, w\u00fcrden Euch <i>auslachen<\/i> f\u00fcr diesen absurden Verdacht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a626da67b5916ddbf1e3bb69fe1e1502\">Venghi\u00e1r verschr\u00e4nkte die Arme. \u201eNun, vielleicht findet sich derjenige, der den <i>b\u00e1chorkor<\/i> losgeschickt hat. Wenn ich auch nicht glauben kann, dass Ebbmo Ferocriv\u00e9 sich dahinter verbirgt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e4834a9f38d4fa5df7695268fad7bbdb\">\u201eHerr Venghi\u00e1r, ohne Eure Bem\u00fchungen kleinreden zu wollen: Denjenigen, der diesen <i>b\u00e1chorkor<\/i> geschickt hat, werdet ihr nicht aufsp\u00fcren. Und wenn, dann entz\u00f6ge der sich der Gerichtsbarkeit jedweden <i>yarlp\u00e9nar<\/i>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"75ba715226d38a85a6b17bc520ff9084\">\u201eWoher wollt Ihr das wissen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e7f47019c3a199239f5e9b148658c14f\">\u201eGlaubt es mir einfach.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3f447a5e340cee4b910cfc4fb31edd4d\">Venghi\u00e1r seufzte. \u201eWie dem auch sei, ob der Alte nun rein zuf\u00e4llig verreckt ist, w\u00e4hrend der <i>b\u00e1chorkor<\/i> im Raum war oder ob da doch Gift oder sonst etwas Unsichtbares und ein haneb\u00fcchenes Motiv im Hintergrund steht \u2013 wir m\u00fcssen den Kerl finden. Und das Balg, bevor es irgendjemanden zu viel erz\u00e4hlt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"865aa09e11aced3330e5adeab38e5ea3\">\u201eWas soll sie erz\u00e4hlen? Der <i>b\u00e1chorkor<\/i> hat sie sich als Geisel geschnappt und zusammen mit dem gestohlenen Pferd seine Flucht absichern wollen.&#8221; Der Schwarzgewandete l\u00e4chelte. \u201eOder hat eure entz\u00fcckende Weitbase einen Grund zu der Annahme, dass Ihr ihr ans Leben wollt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d8d0df0b8a3bbe7b3408a794c1bf3af9\">Der junge Mann schnaubte \u00e4rgerlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"53a87f657d99816c38883a6f15b6f211\">\u201eUnvern\u00fcnftig war es allemal. Dass Euer Weitvetter Euch im Wege ist, das glaube ich gerne. Aber ein unschuldiges M\u00e4gdelein, das noch mit Puppen spielt? Und gibt es da nicht noch eine zweite Schwester, die zwischen Euch und der Nachfolge st\u00fcnde?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9295ac2a4542c1a0a2322be4266b4f9f\">\u201eIhr kennt Euch gut aus.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"358f0ee40ef59d24721dd67bbf267c95\">\u201eHat <i>yarl<\/i> Ferocriv\u00e9 etwa f\u00fcr die beiden M\u00e4dchen auch bereits eine Verwendung gefunden? Zumindest f\u00fcr die \u00e4ltere, die bald erbl\u00fchen wird?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7bc69296c69062c158779634386782d4\">Venghi\u00e1r blickte trotzig auf das Gesicht seines Gro\u00dfonkels. Bei den M\u00e4chten, selbst im Tod sah der alte Mann so streng und unerbittlich aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"039060c2596764a65006614bad13bdf0\">\u201eIch schlage vor&#8221;, fuhr der Schwarzgewandete fort, \u201eIhr k\u00fcmmert Euch darum, dass Euer Gro\u00dfonkel hier, m\u00f6ge er hinter den Tr\u00e4umen niemandem mehr im Weg sein, auf schnellstem Wege eine ehrenvolle Bestattung nach den hiesigen Gebr\u00e4uchen erh\u00e4lt. Und dann tut Ihr genau das, was ich Euch sage.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5ca97d8bebcde95d68c9a56f99465d92\">\u201eUnd wenn nicht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d011a9749027f9a885f6df51ffda5159\">\u201eIch w\u00fcrdet mir ernsthaft Widerworte geben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ad1bf02530926263d1c835f5a3e83d3e\">Das sagte der Schwarzgewandete mit einer so widerlichen Mischung aus Belustigung und Sch\u00e4rfe, dass der junge Ritter schauderte. Wortlos senkte er den Blick.<\/p>\n<p data-p-id=\"66be516a0a31a6ae0767c827b2b3d3f0\">\u201eWenn diese tragische Sache mit Herrn Alsg\u00f6r nicht geschehen w\u00e4re \u2013 w\u00e4ret Ihr zum <i>vaspos\u00e1r<\/i> gereist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4270373d700283e9a517d4131d7904ab\">\u201eSicher. Ich h\u00e4tte meinen Gro\u00dfonkel dorthin begleitet. In drei Tagen w\u00e4ren wir aufgebrochen. Aber nun, da das <i>yarlm\u00e1lon<\/i> in Trauer ist &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4bc077a31deebf2db02b55f9fc501df1\">\u201eDavon muss vor der Zeit niemand erfahren. Ihr nehmt Euch ein oder zwei vertrauensw\u00fcrdige, verschwiegene Helfer, und brecht wie geplant zum <i>vaspos\u00e1r<\/i> auf. Ihr solltet die Zeit bis dahin nutzen, Euer Eisenzeug zu polieren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4b78101b79b8e525d138dfe5e8c7dfa6\">\u201eMein <i>Eisenzeug<\/i>? Aber ich kann doch nicht &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"06448628ad0b3692fc48345297d1b8ac\">\u201eIhr werdet. Keine Sorge. Ihr seid f\u00e4higer und gewandter, als so mancher ehrgeizige Mitbewerber, der ein Auge auf die <i>teirandanja<\/i> geworfen hat. Ich will Euch so nahe wie m\u00f6glich bei Eurem Weitvetter wissen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5185ac0c5eba50a56af8158692d2ae81\">\u201eUnd der <i>b\u00e1chorkor<\/i>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8188b46b40d09f60db68134114422413\">\u201eDen Rotgewandeten last meine Sorge sein. Dem, Herr Venghi\u00e1r, seid ihr nicht gewachsen. Das ist &#8230; etwas Pers\u00f6nliches.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8ff224e1ccb5a52616b1489b0ce927ed\">\u201eWas meint Ihr mit <i>Pers\u00f6nliches<\/i>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ff93e721b5086f92cf1e5b362bf682bc\">Der Schwarzgewandete tippte auf die Brust das Toten, dort, wo sein Herz war, zerschnitten und zerstochen und nur notd\u00fcrftig geflickt. \u201eIch wei\u00df&#8221;, sagte er r\u00e4tselhaft, \u201enach wem ich suchen muss. Ich kenne dieses Zeichen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cfd9013aca02261b59adb497d1f462e7\">Nun war Venghi\u00e1r restlos verwirrt. Der Schwarzmantel l\u00e4chelte liebensw\u00fcrdig und verneigte sich. \u201eWerdet dieses K\u00f6rpers ledig&#8221;, sagte er, \u201eund brecht alsbald nach Wijdlant auf. Ich werde Euch finden, wo auch immer Ihr seid.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bee64c2a814bef61acb840a73cd1b0ca\">Der Ritter schauderte. Das klang nach einer Drohung ebenso wie nach einem Trost. Der Magier wandte sich ab und verschwand. Er trat einfach in den Schatten hinter der Totenbahre und war fort.<\/p>\n<p data-p-id=\"1ddf5bcfde1ff0998517b362a893bebc\">Erstarrt, aber nicht so erschrocken, wie es statthaft gewesen w\u00e4re, blieb Venghi\u00e1r noch ein paar Atemz\u00fcge lang stehen. Dann hatte er es sehr eilig, wieder aus dem Keller heraus und ins Freie zu kommen.<\/p>\n<p data-p-id=\"e1761fbb75562f9f96500af6276963b2\">Zwischenzeitlich war die Morgensonne aufgegangen. Das Treiben auf dem Hof war indes fast zum Erliegen gekommen. Es w\u00fcrde wohl dauern, bis die Leute sich an diesem furchtbaren Tag des Verlustes wieder auf ihre Pflichten und Aufgaben besannen. Der junge Ritter lehnte sich ersch\u00f6pft an die T\u00fcr und erlaubte sich einen Augenblick, die W\u00e4rme zu genie\u00dfen. Doch dann mischte sich ein Ger\u00e4usch in die ungewohnte Morgenstille.<\/p>\n<p data-p-id=\"601820fd2460c42378af6432628cea68\">Ein Flattern in der H\u00f6he, leise und doch so anders als die gewohnten Fl\u00fcgelschl\u00e4ge der M\u00f6wen, die zu dieser fr\u00fchen Stunde noch tr\u00e4ge auf den Mauern und Klippen hockten. Venghi\u00e1r Emberbey schaute hinauf zum Turm, wo die Kriegsmaschine stand und ein kleiner Verschlag, in dem Brieftauben gehalten wurden. Von dort oben stieg ein kleiner Schwarm von einem Halbdutzend V\u00f6geln auf, kreiste, golden angestrahlt von Patagh\u00edus Glanz, eine Runde um den Turm und drehte dann s\u00fcdw\u00e4rts ab.<\/p>\n<p data-p-id=\"bd2d0f1c3687afcce6c4a063b87c2de0\">Venghi\u00e1r Emberbey starrte ihnen mit offenem Mund und kaltem Entsetzen nach.<\/p><\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/schattenherz-oder-die-ergaenzte-seele-band-1\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2978","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2978","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2978"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2978\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4581,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2978\/revisions\/4581"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2978"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2978"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2978"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}