{"id":2977,"date":"2025-08-25T15:46:43","date_gmt":"2025-08-25T13:46:43","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2977"},"modified":"2025-08-31T00:58:40","modified_gmt":"2025-08-30T22:58:40","slug":"017-laas-und-jandris-und-die-liebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/017-laas-und-jandris-und-die-liebe\/","title":{"rendered":"017: L\u00e1as und J\u00e1ndris und die Liebe"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"SL_Thumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1992\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/SL_Thumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"0bfd201083fa44ec04ffce187284bc0a\">Osse d\u00e4mmerte langsam aus einem tiefen, traumlosen Schlaf hinauf. Die Ger\u00e4usche, die ins Zimmer drangen und sich auch durch die dicken Holzl\u00e4den und Wollvorh\u00e4nge nicht mehr d\u00e4mpfen lie\u00dfen, hatten den jungen Mann schlie\u00dflich aufgeweckt. Die morgendlichen Hahnenschreie hatte er wohl tats\u00e4chlich \u00fcberh\u00f6rt, denn vom Burghof klangen Stimmen und Alltagsger\u00e4usche hinauf.<\/p>\n<p data-p-id=\"0122cd211123918f80b2e87e446ea542\">Er erlaubte es sich noch einen Augenblick lang, liegen zu bleiben. In den kommenden beiden Tagen w\u00fcrde er wohl wieder mit einem Bett in einer Herberge vorliebnehmen m\u00fcssen. Immerhin, da er sich nicht mehr verkleiden musste und in hochedler Gesellschaft reiste, mit einer zus\u00e4tzlichen Decke und einem besseren Kissen. Wenn er erst in Wijdlant angelangt w\u00e4re, w\u00fcrde er mindestens einen Mond lang nicht mehr in einen Sattel steigen. Das nahm er sich vor, w\u00e4hrend er auf dem Schemel neben dem Bett nach seinen silbern eingefassten Augengl\u00e4sern tastete.<\/p>\n<p data-p-id=\"8b23a28268714a87fe16f8a5d5c1f6c9\">\u201eMerrit?&#8221;, fragte er verschlafen. Aber er bekam keine Antwort. Wahrscheinlich war der Freund l\u00e4ngst auf den Beinen und hatte sich leise fortgestohlen, um ihn nicht zu st\u00f6ren.<\/p>\n<p data-p-id=\"be74ac13221d5d1cff2b5f5f79e6409b\">Osse erhob sich, tastete sich zum Fenster vor und zog den Vorhang beiseite. Durch die schmalen Ritzen des Fensterladens schimmerte helles Licht, und als Osse ihn \u00f6ffnete und aufstie\u00df, erschrak er beinahe. Die Sonne hatte die s\u00fcdliche Mauerkrone l\u00e4ngst \u00fcberstiegen. Bei den M\u00e4chten, wie lang hatte er verschlafen?<\/p>\n<p data-p-id=\"fe4dc57bde8957f63d412a6e4fcb8562\">Unten im Hof waren einige Knechte damit besch\u00e4ftigt, einen kleinen Reisekarren vorzubereiten. An einem Balkengel\u00e4nder ganz in der N\u00e4he standen angebunden zwei der gro\u00dfen Kampfr\u00f6sser aus Wijdlant. Ein eifriger Stalljunge striegelte eifrig das Fell des Rappen, w\u00e4hrend ein \u00e4lterer sich um die Hufe des Braunen k\u00fcmmerte.<\/p>\n<p data-p-id=\"a12db8017485aece31f9a600770814f1\">Osse fand den Krug des Waschgeschirrs noch halb gef\u00fcllt vor und beeilte sich, sich in Ordnung zu bringen. Undenkbar, der <i>yarlara<\/i> nachl\u00e4ssig unter die Augen zu kommen! Gl\u00fccklicherweise wuchs sein Bart ohnehin nur k\u00fcmmerlich, sodass er nicht allzu viel Aufwand damit betreiben musste. Als er jedoch sein Gewand zur Hand nahm, das in der letzten Zeit getragen hatte, z\u00f6gerte er. Einen Moment hielt er den zweckm\u00e4\u00dfigen, wenn auch hochwertig verarbeiteten \u00dcberrock unschl\u00fcssig in den H\u00e4nden und warf dabei einen zweifelnden Blick in den Spiegel.<\/p>\n<p data-p-id=\"9947c8491e16deffbc05334942264d68\">Als er schlie\u00dflich sich auf den Weg zu den anderen machte, trug er wieder die honigfarbene Tunika mit dem aufgestickten Familienwappen, die er all die Sommer und Winter ordentlich und sauber gehalten hatte. Das f\u00fchlte sich besser, <i>richtig<\/i> an.<\/p>\n<p data-p-id=\"31bd6d967b445b58918b31e04b762260\">Im Wohnbereich der kleinen Burg begegnete er wenigen Menschen. Offenbar war der ganze Hausstand der Burg Grootplen mit den Reisevorbereitungen besch\u00e4ftigt. In der kleinen Halle fand er jedoch T\u00edjnje Mor\u00e9aval vor, die ein Halbdutzend junge M\u00e4dchen um sich versammelt hatte. Die j\u00fcngste war etwa in T\u00edjnjes Alter, die \u00e4lteste vielleicht ein oder zwei Sommer \u00e4lter als er selbst. Die M\u00e4dchen sa\u00dfen beieinander an einem Tisch und schienen ihm ungew\u00f6hnlich aufgeregt zu sein. Als er den Raum betrat, waren sie alle schlagartig still.<\/p>\n<p data-p-id=\"340fe93027ed9d9c053046d734003e57\">\u201eGuten Morgen, liebreizende <i>f\u00e1njula\u00e9<\/i>&#8220;, sagte Osse \u00fcberrascht. War er hier in eine geheime Besprechung hineingeraten? \u201eVerzeiht. Ich wollte euch nicht unterbrechen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"003d115a92c8c36169368020159d5c04\">\u201eDu st\u00f6rst nicht, Osse&#8221;, rief T\u00edjnje. Sie schien bester Laune zu sein. \u201eWir besprechen gerade die Einzelheiten f\u00fcr unsere Reise nach Wijdlant. Schlie\u00dflich will das gut geplant sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"45acdcf69a10278765709e45cbdfa076\">\u201eUnsere? Von wem reden wir hier?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8968367d14f714f4e4b61b03ac4c2b6b\">Einige der M\u00e4dchen kicherten. Eines der \u00c4lteren legte mahnend die Finger an die Lippen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f93c020f4245229c9e98c8a0f5384e1a\">\u201eNa, die M\u00e4dchen hier kommen mit uns nach Wijdlant&#8221;, erkl\u00e4rte T\u00edjnje. \u201eZum <i>vaspos\u00e1r<\/i>. Hast du das schon vergessen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e56e591876775b389456a8e6a45f3030\">\u201eNat\u00fcrlich nicht&#8221;, gab Osse zur\u00fcck. \u201eAber mir war nicht bewusst, dass ich mich neuerlich einer gro\u00dfen Reisegesellschaft anschlie\u00dfe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b3feab321cf9d53cbbdfe55b1998e9e8\">T\u00edjnje sprang von ihrem Sitz auf. \u201eWartet einen Moment. Ich muss kurz mit <i>yarl<\/i> Emberbey reden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"592141da1186dc88a5cbbf3fc5ed566d\">Sie hakte sich im Vorbeigehen bei ihm ein und bugsierte ihn aus der Halle hinaus auf den Hof. Dort war, wie Osse feststellte, L\u00e1as dr\u00fcben nahe der K\u00fcche von vier sichtlich erwartungsvollen und aufgeregten J\u00fcnglingen umgeben. Die jungen M\u00e4nner bemerkten ihn nicht. Ab und zu wurde etwas zu laut gelacht.<\/p>\n<p data-p-id=\"98a1fa4d0fd1482d884e36f494e06f05\">\u201eKommen die etwa auch mit?&#8221;, fl\u00fcsterte Osse.<\/p>\n<p data-p-id=\"cf06688d7ee529a6918ad22544b2d636\">\u201eJa&#8221;, erkl\u00e4rte T\u00edjnje. \u201e. Das sind alle jungen Leute aus der Burg, die hier und in der Gegend noch keine <i>h\u00fdardoray<\/i> gefunden haben. Meine Gro\u00dfmutter hat ihnen versprochen, dass sie alle zusammen als Gefolge zum <i>vaspos\u00e1r<\/i> begleiten k\u00f6nnen, um sich dort umzuschauen. So eine Gelegenheit kommt ja nun nicht alle Tage.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"33c6b3c65f7a7281445c67f54e603bb0\">\u201eEs ist sehr gro\u00dfz\u00fcgig von deiner Gro\u00dfmutter&#8221;, sagte Osse. \u201eUnd warum zieht das Gesinde nicht einfach auf eigene Faust los?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5fdae693c85796b394a2e8064222e2f2\">\u201eDenkst du, Gro\u00dfmutter w\u00fcrde nur mit euch Burschen losziehen, ohne ein wenig Hausgesinde, das sie begleitet?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a798c39d21885197dc7f0f83336936c3\">\u201eDu bist mit L\u00e1as, J\u00e1ndris und Merrit allein losgeritten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0dbdce592b5c3394318e71b73e4909c7\">\u201eIch bin es gewohnt, die drei Raufbolde um mich zu haben. Aber ich bin ja auch sehr duldsam. Meine Gro\u00dfmutter hat Stil und W\u00fcrde. Und Last mit dem R\u00fccken. Daher der Wagen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ba01f3f9bae40da46a4502f97ef919c5\">Osse schaute sich zu dem Gef\u00e4hrt um. Es war ein leichter Wagen aus Flechtwerk, eher eine S\u00e4nfte auf R\u00e4dern als eine Kutsche. So ein Karren wurde gew\u00f6hnlich von einem Pferd gezogen, das jemand an der Hand f\u00fchrte. Unter \u00e4lteren Herrschaften war das ein beliebtes Transportmittel f\u00fcr k\u00fcrzere Wegstrecken. Es hatte einen entscheidenden Nachteil: Besonders schnell reiste man damit nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"25c101fe2558fba21589333a7fe4c957\">\u201eSeit wann wei\u00dft du davon?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"56289b45f3442e76278091c33aa1f190\">\u201eSeit gestern Abend&#8221;, gestand T\u00edjnje. \u201eGro\u00dfmutter m\u00f6chte den jungen Leuten eine Freude machen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c3832d82e965c03dc47dd4c0b60ac4c3\">\u201eHaben wir denn wenigstens genug Reittiere f\u00fcr alle?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0c9886e1d251df84a88ec8326591147c\">\u201eNein&#8221;, gab T\u00edjnje zu. Wir haben kein Dutzend zus\u00e4tzliche Pferde oder Maultiere \u00fcbrig. Die w\u00fcrden uns aber auch nichts n\u00fctzen. Die meisten von den M\u00e4dchen k\u00f6nnen gar nicht reiten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8db2bb8a56bfee640a1985d113dd4f6b\">Osse schloss ern\u00fcchtert die Augen.<\/p>\n<p data-p-id=\"538c409438d3887b21fa567fba1107fe\">\u201eWir haben ein paar Packziegen&#8221;, versuchte T\u00edjnje, ihn aufzumuntern.<\/p>\n<p data-p-id=\"42f6be25005b6a24c0c5e4e4186350df\">Er seufzte. \u201eUnd wann geht es los?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dc722fb15e1610d33d3e01548aaa30ee\">\u201eSobald die Pferde fertig sind, das Gep\u00e4ck geladen und angespannt wurde.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b5bfb4994696f712266a3570583f26ca\">\u201eWissen J\u00e1ndris und Merrit schon davon?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8acccc2cbf16250dacfa44f435f59063\">\u201eJa. Begeistert waren sie beide nicht. Aber frag Merrit am besten selbst.&#8221; Sie l\u00e4chelte und deutete mit dem Kinn in Richtung Vorburg. \u201eIch denke, er hat bereits einen Plan. Und jetzt entschuldige mich. Ich muss den M\u00e4dchen erkl\u00e4ren, wie man sich in Gegenwart der <i>teirandanja<\/i> benimmt. Ich komme mit L\u00e1as zu euch.&#8221; Sie knickste vor ihm und eilte wieder zur\u00fcck ins Haus.<\/p>\n<p data-p-id=\"baaea3d5ebc79ba63240b19d5665c0ff\">Die Burg der Familie Grootplen thronte auf einem k\u00fcnstlich aufgesch\u00fctteten H\u00fcgel, der seinerseits von einer Steinmauer umgeben war. Dazwischen war Platz f\u00fcr einige St\u00e4lle und Holzbauten, in denen Gesinde lebte und sich kleinere Werkst\u00e4tten befanden. Das steinerne Hauptgeb\u00e4ude war einfach nicht gro\u00df genug f\u00fcr alles Burgvolk. Osse seufzte und machte sich auf den Weg vom inneren Burghof in die Au\u00dfenanlage. Hier war deutlich weniger Betrieb. Nur wenige Leute, die nicht bei den Reisevorbereitungen der <i>eld-yarlara<\/i> mithalfen, gingen hier ihrem Tagwerk nach. Der Schmied h\u00e4mmerte etwa auf dem Amboss zurecht, ohne von Osse Notiz zu nehmen. Zwei Kinder waren mit K\u00f6rbchen auf der Suche nach den Verstecken, in denen die H\u00fchner ihre Eier verbargen. Die Kleinen staunten den fremden Besucher mit gro\u00dfen Augen an, liefen aber verlegen davon, als er ihnen freundlich zunickte. Osse machte sich nichts daraus. Wahrscheinlich bekamen die Burgkinder \u00e4u\u00dferst selten jemanden zu sehen, der Augengl\u00e4ser trug.<\/p>\n<p data-p-id=\"ec536d92096e7b216ebf2c9ff753fac4\">Eines der Holzgeb\u00e4ude schien eine kleine Schenke zu sein. Jemand hatte mit greller Farbe einen krakeligen Bierkrug \u00fcber die T\u00fcr gemalt. Ein grober Tisch mit Holzb\u00e4nken war davor aufgestellt. Im Inneren wurde etwas gekocht, denn aus einem Abzug im Dach ringelte sich Rauch in die k\u00fchle Herbstluft.<\/p>\n<p data-p-id=\"594df9c5aeb3e48bb866ce6f80584895\">Genau dort traf Osse auf die beiden Ritter. Merrit hatte eine Tonsch\u00fcssel mit dampfendem Inhalt vor sich. J\u00e1ndris sah zerzaust und \u00fcbern\u00e4chtigt aus. Sein Napf war bereits leer. Allerdings eilte soeben eine junge Frau aus dem H\u00fcttchen, um ihm aus einem gro\u00dfen Kupferkrug nachzuschenken.<\/p>\n<p data-p-id=\"b09e1b23d22af3d0789b6f3537de8731\">\u201eDanke, Tridna&#8221;, murmelte J\u00e1ndris. \u201eDas war <i>wirklich<\/i> n\u00f6tig.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"216722791d5c53092c0e2c728a6d8cd1\">\u201eIhr m\u00fcsst vorsichtiger sein, Herr.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"78f683d2a6ee231b1411531492bea409\">\u201eAch was. Vorsicht &#8230; ich bin ein ruhmreicher K\u00e4mpfer der <i>teirandanja<\/i>, kein Weichling, der vor Wagnissen kuscht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6216d70049bf27b9e3cdd6f6d3908719\">\u201eDas mag ja sein, Herr&#8221;, sagte die <i>f\u00e1njula<\/i> f\u00fcrsorglich. \u201eAber ich hab schon unbezwingbare Recken gesehen, die ein Becher zu viel in die Knie gezwungen hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"faf812fdc269d9802a22febcae0b29c1\">\u201eDeine Becher&#8221;, erkl\u00e4rte J\u00e1ndris beif\u00e4llig, \u201esind <i>w\u00fcrdige<\/i> Gegner.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f180f05dd618dc187f347323a9824d79\">\u201eOsse!&#8221; Merrit winkte ihn heran. \u201eGesell dich zu uns. Hast du schon etwas gefr\u00fchst\u00fcckt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f8bad88a2ebe59571f8c30bc3a50f5f4\">\u201eNein. T\u00edjnje schickt mich her. Ich muss mit euch reden!&#8221; Osse n\u00e4herte sich seinen Freunden und nickte dem Schankm\u00e4dchen zu. Den <i>yarlandor<\/i> r\u00fcgte er: \u201eBist du etwa trunken, J\u00e1ndris Altabete?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f3349e6b5973816f2a165012ce2ca893\">\u201eNicht mehr lange. Und <i>noch<\/i> geht dich das nichts an, Eulengesicht. Setz dich!&#8221; Er grinste, r\u00fcckte beiseite und klopfte einladend auf die Bank. Osse nahm die Einladung kopfsch\u00fcttelnd an.<\/p>\n<p data-p-id=\"310d1d2b3f7c62d6a4ac8853e23fcbe8\">\u201eTridna, das ist Osse, <i>yarlandor<\/i> von Emberbey und demn\u00e4chst <i>mynstir<\/i> der <i>teirandanja<\/i>&#8220;, sagte Merrit. \u201eBring ihm bitte auch eine Suppe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4d87dffba45aeaea8bef7ad062aa189f\">Tridna stellte ihre Kanne ab. Sie mochte ungef\u00e4hr in J\u00e1ndris Alter sein, eine h\u00fcbsche, adrette <i>f\u00e1njula<\/i> von draller Statur. Sie hatte ein freundliches Gesicht. Ihr langes, kastanienfarbenes Haar war sie mit bunten B\u00e4ndern verziert und in einer abenteuerlichen Frisur eingeflochten. Hier und da steckte eine Herbstblume dazwischen. Ihre Augen waren braun und musterten Osse absch\u00e4tzend. Wahrscheinlich versuchte sie, ihn einzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"4f71ec50a3e59351ee4c635ea4882111\">\u201eHerr&#8221;, brachte sie dem\u00fctig, aber nicht sch\u00fcchtern hervor, \u201ew\u00fcnscht Ihr die speziellen Kr\u00e4uter, oder &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"835db543e25307690fe9febdaf06a710\">\u201eNicht n\u00f6tig&#8221;, unterbrach Merrit eilig. \u201eIch denke nicht, dass Herrn Osse sein Kopf so sehr plagt wie Herrn J\u00e1ndris. Er wei\u00df, Ma\u00df zu halten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"de727f62c231e0a0b7e34fee75092609\">J\u00e1ndris brummte etwas Unverst\u00e4ndliches und nahm einen Schluck aus seiner Schale.<\/p>\n<p data-p-id=\"d7c6500b0efbd221639c34fffca4e856\">\u201eEtwas einfaches&#8221;, bat Osse h\u00f6flich. \u201eVielleicht ein St\u00fcck Brot dazu, wenn es dir keine M\u00fche macht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8d10fcbdc10b565f4af61cba235a2dff\">Tridna verneigte sich erneut und wollte mit der Kupferkanne verschwinden. J\u00e1ndris griff rasch nach dem Henkel. Merrit grinste und wartete, bis das M\u00e4dchen fort war.<\/p>\n<p data-p-id=\"9afe132a7da0872878f4fb1e827fafc5\">\u201eDas hier ist <i>nicht<\/i> die Burgk\u00fcche&#8221;, stellte Osse fest, als sei allein am Tisch waren.<\/p>\n<p data-p-id=\"66c872ce2f9f50a1d5e582389103ef4b\">\u201eNein. Aber was die Speisen betrifft, die eindeutig bessere Wahl. Es sei denn, dich gel\u00fcstet es nach fadem Getreidebrei.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f776b8bf269366bd41d21c216a3b7974\">Osse hob die Brauen. \u201eVerw\u00f6hnt seid ihr also auch geworden. Was haben da nur f\u00fcr neue Manieren im Wijdlant Einzug gehalten? Wie lange ein <i>mynstir<\/i> euch das wohl noch durchgehen l\u00e4sst?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"25bd6d31c68b4534c8b275924c3982a5\">\u201eNoch ein Wort, Eulengesicht, und wir jagen dich zur\u00fcck nach Iva\u00e1l.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"63530edd28319cc678247d7c225cc0af\">Merrit lachte. \u201eEs ist ein Geschenk der M\u00e4chte, dass sie Tridna hergef\u00fchrt haben. Du selbst hast gestern den Met gelobt, den sie braut.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a3b7d7b437507a0275cf2e4a37066fa7\">\u201eAbends den Met&#8221;, erg\u00e4nzte J\u00e1ndris. \u201eUnd morgens das <i>Gegenmittel<\/i>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"88afbdfbefcb200e9c9c992d2e165879\">\u201eDann ist das hier also die Quelle, die L\u00e1as aufgetan hat?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c65a25ba10403b0008710b3359bc10c5\">\u201eEs w\u00e4re gut&#8221;, sagte Merrit ernst und nahm einen Schluck von seiner Suppe, \u201ewenn du das bis nach dem <i>vaspos\u00e1r<\/i> bei dir behalten w\u00fcrdest.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eb91ec2345d15834598e313109f49dec\">\u201eDu meinst &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2492a5af45db099ce65f8cb9907995cf\">\u201eGenau das. Und nun schau nicht so \u00fcberrascht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"46425f95cb41d59424e707104e453d97\">\u201eWo die Liebe eben Wurzeln schl\u00e4gt.&#8221; J\u00e1ndris grinste freundlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"dea9b8cfa918acacda012818ec758d77\">Osse schaute vom einen zum anderen. Es sah nicht so aus, als ob die beiden spa\u00dften.<\/p>\n<p data-p-id=\"a9d82ac54da9d07d90514e1b540fa19d\">Merrit neigte sich zu ihm hin\u00fcber. \u201eLass es meine Sorge sein, Osse. Wir m\u00fcssen nur das <i>vaspos\u00e1r<\/i> hinter uns bringen.&#8221; Er l\u00e4chelte verschw\u00f6rerisch. \u201eSei nur froh, dass dich all dieser Weiberkram nicht betrifft.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bdcbc94c8ba00bb9537b6960205552bd\">\u201eWei\u00df T\u00edjnje davon?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fa2483f9a1d1e5d646dde3a8e54532e5\">\u201eNat\u00fcrlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"23427cecee87a29f34bb25c0b24a1975\">\u201eUnd Herr Daap? L\u00e1as&#8217; Schwester? Die <i>eld-yarlara<\/i>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d85327e36fc201675608a205e20723f9\">\u201eNein. Nein. Und nein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"584d6a9fbe035980d1710b263ba7b608\">Osse entschloss sich, keine weiteren Fragen zu stellen. So \u00fcberraschend diese Neuigkeiten waren, es gab gerade Dringlicheres zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p data-p-id=\"306ca4f080b9fb207b67118c9ab1c111\">\u201eIch h\u00f6rte, die <i>yarlara<\/i> plane, einen gr\u00f6\u00dferen Tross mit lauter unerfahrenem, jungem Volk bei sich zu f\u00fchren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8336e77ba57206b042adc4d864c6467c\">\u201eEs h\u00e4tte uns nicht angestanden, ihr das auszureden. Immerhin sind T\u00edjnje und L\u00e1as hier, um sie nach Wijdlant zu geleiten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"14c0b04529d6a51e3e91e81a3adbd0e3\">\u201eAber es macht uns langsamer, als ich es ohne euch gewesen w\u00e4re.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ac9f55594ed33af110962f655b52a3e5\">\u201eAllenfalls den ersten Tag&#8221;, widersprach Merrit. In der Nacht setzen wir beide uns ab und reiten voraus. So gewinnen wir die Zeit, die all das Fu\u00dfvolk uns kostet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3435babf93ce7cecf729f958e9ffc164\">\u201eNur wir beide?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"014d8bd6408326e01ba9ea69cc2998bd\">\u201eJa&#8221;, best\u00e4tigte J\u00e1ndris. \u201eDas macht es noch sicherer f\u00fcr dich. Falls jemand auf deiner Spur ist, folgt er wom\u00f6glich der falschen Gruppe, bis er es bemerkt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d35e93e34fdca1cfb6be9e965af6c442\">\u201eAber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c302f531541ae4eb570a58ee1b5accab\">\u201eKeine Sorge&#8221;, sagte Merrit. \u201eIch werde nicht zulassen, dass dir jemand zu nahe kommt. Und wer immer dir arges will, er m\u00fcsste verr\u00fcckt sein, sich L\u00e1as und dem Trunkenbold hier gegen\u00fcber zu stellen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4f90de1d0cb842a617d217fc5cee435b\">\u201eHe!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"56a12c7d0bea760abed58bdd8939cf21\">Osse neigte sich vor. \u201eWie viel davon&#8221;, fragte er, \u201eist geplant und wie viel kommt euch gerade unverhofft in den Sinn?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9288c72b86df6d00b8dae377b04fc48b\">\u201eEulengesicht, vertrau uns einfach. Manj\u00e9v w\u00fcnscht, dass du wohlbehalten in Wijdlant ankommst, wo dir so leicht niemand mehr ans Leder kann. Ihr bester Gefolgsmann ist an deiner Seite.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a26ba5d6ee7fe0000f3509178fb5946e\">\u201eUnd warum schlie\u00dft sich der zweitbeste Gefolgsmann nicht auch gleich an? Reicht es nicht, wenn den Blutsverwandten keine Wahl bleibt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"25d79bc397a8a330eb0eb60cebe361e8\">J\u00e1ndris r\u00e4usperte sich verlegen. Doch noch bevor er etwas aussprechen konnte, kam Tridna herbei. Sie brachte Osse eine s\u00e4mige Suppe in einem deutlich wertvolleren Sch\u00e4lchen, fein verziert und mit frischen Kr\u00e4utern garniert. Da sie sich nicht umgehend wieder entfernte, nahm Osse an, dass sie sein Urteil \u00fcber die Speise zu h\u00f6ren w\u00fcnschte. Er kostete und war aufs Angenehmste \u00fcberrascht.<\/p>\n<p data-p-id=\"05f77d0c1944418edb25d3631d282311\">\u201eWo hast du gelernt, das zu kochen?&#8221;, erkundigte er sich. \u201eKommst du etwa aus For\u00e9tern?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8baa55036446877817afb971f5eadd11\">\u201eNein, Herr. Aber ich habe bei einer weitgereisten Speisemeisterin gelernt, die dort lange Zeit gedient hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3749856cf6bc1e4e2e2202f75621bb58\">\u201eDarin sind sehr teure Gew\u00fcrze&#8221;, sagte Osse. \u201eDiesseits des Montaz\u00edel schmeckt man sie nicht oft.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4e2454ee6542f223077f7578239241c0\">\u201eIch habe einen Vorrat f\u00fcr &#8230; besondere Gelegenheiten, Herr.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d22b5e12b34cf737a5c225cf85abb8c7\">Merrit und J\u00e1ndris schauten \u00fcberrascht zu ihm hin\u00fcber. Offenbar tischte Tridna ihnen nie so exquisite Gen\u00fcsse auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"39b53c23f6ca96443e359d4a17cfed9a\">\u201eWenn es dir gefiele, mehr davon zu bekommen, wenn du danach fragst&#8221;, fuhr Osse ruhig fort, \u201ew\u00fcrde es dich hier in Grootplen halten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e078ec74d30d284d2692304dd9ebf92e\">\u201eHerr&#8221;, sagte sie, \u201ees w\u00fcrde mich dort halten, wo man meine Suppen zu sch\u00e4tzen wei\u00df. Und alles andere, was ich bieten kann.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"116a711518aac33f9717cd4f39308cb8\">\u201eDen besten Met diesseits des Montaz\u00edel, wenn man Herrn L\u00e1as glauben darf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"db46c1e91cb27bab5cb057a2e763ac70\">Nun err\u00f6tete sie ertappt.<\/p>\n<p data-p-id=\"d2a862ff8bb0969ca3c7c8425393e286\">\u201eMach uns davon einen Krug fertig, den Herr Merrit und ich mit uns nehmen k\u00f6nnen. Wir haben wenig Zeit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e9a76c01aa56e49834fc56089ff0949c\">Tridna verneigte sich tief. Dann st\u00fcrmte sie zur\u00fcck in ihre kleine H\u00fctte.<\/p>\n<p data-p-id=\"f3a23508168fcba5b978d14e0d5b3b80\">\u201eBei den M\u00e4chten&#8221;, sagte J\u00e1ndris verbl\u00fcfft. \u201eIch h\u00e4tte nicht gedacht, dass du so ein Genie\u00dfer bist, Eulengesicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"821f4ca367b2cc25d75a35dea34b82ef\">\u201eNun, ist doch sicher in L\u00e1as Interesse, wenn seine &#8230; <i>h\u00fdardora<\/i> in Wijdlant zu tun hat, wo auch er sich aufh\u00e4lt. Nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2c165528442f1ba10793276dc761baa2\">\u201eDas wird er dir hoch ansehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2a76fdb548684b3bf97d7aad505feed6\">\u201eEs ist nicht n\u00f6tig dar\u00fcber zu reden.&#8221; Osse erhob sich. \u201eSchlie\u00dflich verbinde ich mit dieser ehrbaren <i>f\u00e1njula<\/i> nicht mehr als ihr Talent, Glutbeeren zu dosieren. Mehr geht mich nicht an.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0f3fb12e1d90285141ff62735c96d8f4\">Merrit grinste. \u201eNat\u00fcrlich. Glutbeeren. Aus For\u00e9tern. Zum <i>Fr\u00fchst\u00fcck<\/i>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"934802bb3a1f25c20c4698d3b006eab5\">\u201eSie hat die Gelegenheit gepackt, mich von ihrem K\u00f6nnen zu \u00fcberzeugen. Eine gewitzte junge <i>f\u00e1njula<\/i>. Offenbar traut sie euch beiden ein solches Urteil nicht zu.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d49d5b5da50ee00046d5c7d80d700961\">\u201eEs hei\u00dft&#8221;, brachte J\u00e1ndris gedankenvoll hervor, \u201edas Zeug w\u00fcrde gewisse &#8230; Begierden erwecken. Stimmt das wirklich, Osse?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"357b8c0ab11cd623dd13063823a1b5ab\">Merrit trat seinem Kumpan unter dem Tisch vor das eisengeschiente Schienbein. J\u00e1ndris tat einen halbherzigen Klaps \u00fcber den Tisch. Doch noch bevor die beiden eine halbernste Rangelei beginnen konnten, n\u00e4herten sich L\u00e1as und T\u00edjnje. Der h\u00fcnenhafte junge Ritter f\u00fchrte seine zierliche junge Nichte galant bei der Hand. Augenblicklich sprang J\u00e1ndris auf und verneigte sich, halb spielerisch, halb ernsthaft und immer noch ein wenig berauscht vor dem jungen M\u00e4dchen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f0623aa2e4cf7ee6e338417214b86be3\">\u201eSeid ihr soweit?&#8221;, fragte T\u00edjnje, ignorierte J\u00e1ndris geflissentlich und lie\u00df sich auf dem frei gewordenen Platz neben Osse nieder. Kopfsch\u00fcttelnd untersuchte sie die Reste in der Schale vor sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"bc7e5014b76dd503606e00580569dcc8\">\u201eWenn mein Ross gesattelt ist&#8221;, erkl\u00e4rte J\u00e1ndris eifrig, \u201edann k\u00f6nnen wir sofort los.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f6d834b9788cd4997801261db7e1410a\">\u201eSehr sch\u00f6n.&#8221; T\u00edjnje w\u00fcrdigte ihn w\u00fcrdevoll keines Blickes und wandte sich Merrit zu. \u201eIch hoffe, du hast genau im Kopf, was wir besprochen haben. Mach Manj\u00e9v keine Schande. Du wei\u00dft, wie wichtig ihr die Sache ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7d1c62418ddb9531580cc76306092ec7\">\u201eNichts l\u00e4ge mir ferner.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3e68cf6735402186dce81814eb9b04b1\">\u201eIch besorge dir eine Morgensuppe, T\u00edjnje&#8221;, erbot sich L\u00e1as, nickte den jungen M\u00e4nnern zu und verschwand in der Schankh\u00fctte, noch bevor jemand etwas antworten konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"7ab54d02b3f1363a817224187ee4c3b7\">\u201eKomm mit, Osse.&#8221; Merrit erhob sich. \u201eSchauen wir, wie weit mein Brauner und dein Muli sind. J\u00e1ndris, T\u00edjnje, wir warten beim Stall.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"483d1bc367c7b7a2905e0e29df8cf0e4\">\u201eLasst euch nur Zeit&#8221;, sagte J\u00e1ndris geistesabwesend und glitt auf Merrits Platz, gegen\u00fcber von T\u00edjnje.<\/p>\n<p data-p-id=\"4125b2acf4dd7a97475da0ffa1c175c8\">\u201eWir laufen nicht weg&#8221;, f\u00fcgte T\u00edjnje zerstreut hinzu und fuhr mit dem Finger \u00fcber den Rand der Sch\u00fcssel.<\/p>\n<p data-p-id=\"93c24c6a3ed17cbd4613548110e36443\">Osse schaute von einem zum anderen. Gestern am Abend war es ihm nicht aufgefallen, wahrscheinlich, weil die Gegenwart der <i>yarlara<\/i> von Grootplen es gehemmt hatte. Aber die Art, wie T\u00edjnje und J\u00e1ndris z\u00fcchtig und zugleich so innig Abstand zueinanderhielten, lie\u00df keine Fragen offen.<\/p>\n<p data-p-id=\"c19d42dffe19a32d82847328e6efb633\">Er wartete, bis Merrit und er genug Abstand vom Tisch hatten und raunte ihm dann zu: \u201eDas ist der Grund, weshalb wir zu zweit weiter reiten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"84a26c4939b5d4d705303c2cd439a734\">\u201eSeit ich ihn kenne, hat er nach keiner anderen geschaut. Ich &#8230; bin gl\u00fccklich f\u00fcr sie. F\u00fcr alle vier.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fda2761bebcb75916372b8685b176a80\">\u201eIch w\u00fcnschte, ich k\u00f6nnte gl\u00fccklich f\u00fcr &#8230; euch alle sechs sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6d8ccc6a04357c56f2f1c6a4e11e7298\">Der junge Ritter nickte still. \u201eKomm&#8221;, sagte er dann. \u201eWir holen deine Sachen.&#8221;<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/scherbenlied-oder-die-suche-nach-dem-boesen-band-3\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-2977","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-03_scherbenlied"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2977","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2977"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2977\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3650,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2977\/revisions\/3650"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2977"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2977"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2977"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}