{"id":2741,"date":"2025-08-25T14:13:24","date_gmt":"2025-08-25T12:13:24","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2741"},"modified":"2025-08-31T09:20:35","modified_gmt":"2025-08-31T07:20:35","slug":"155-die-tuer-gibt-nach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/155-die-tuer-gibt-nach\/","title":{"rendered":"155: Die T\u00fcr gibt nach"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"5f8ae23f621a9d77242967066780a019\">J\u00f3ndere Mor\u00e9aval holte noch einmal mit seiner Axt aus. Die T\u00fcr war zerhauen und blankes Holz splitterte so sehr, dass die halbe Treppe schon von Sp\u00e4nen bedeckt war. Aber sie gab und gab nicht nach.<\/p>\n<p data-p-id=\"094471f14ab7f84ae48780a580fd0bd4\">\u201eLass nicht nach&#8221;, bat seine <em>yarlara<\/em>. \u201eBitte, J\u00f3ndere! Bitte mach weiter!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7e6046164ebacfabe4e15485bfd8121b\">Weiter? Nat\u00fcrlich w\u00fcrde er weiter zuhauen, bis ans Ende des Weltenspiels w\u00fcrde er zuhauen, und nichts w\u00fcrde ihn davon abhalten k\u00f6nnen. Seine H\u00e4nde waren bereits wund und blutig und sein Schwei\u00df hatte alles, was zuvor an Wasser seine Gew\u00e4nder getr\u00e4nkt hatte, daraus hinaus gedr\u00fcckt. T\u00edjnje! Seine s\u00fc\u00dfe geliebte kleine T\u00edjnje! Er w\u00fcrde so lange die T\u00fcr zerhacken, bis er selbst tot umfiel vor Ersch\u00f6pfung, wenn es denn sein musste.<\/p>\n<p data-p-id=\"ca7700bb2b9c9ab561300f93f9531f0d\">Er trat einen Schritt zur\u00fcck, warf der widerspenstigen T\u00fcr einen hasserf\u00fcllten Blick zu, hob die Axt \u00fcber seinen Kopf und st\u00fcrzte mit einem letzten sinnlosen, halb wahnsinnigen Br\u00fcllen darauf ein.<\/p>\n<p data-p-id=\"99a938114ffbc7e818bb02300fa80676\">Das Axtblatt fuhr durch die T\u00fcr hindurch wie durch einen seidenen Vorhang. Nein, keine Seide \u2013 es war <em>Licht<\/em>, kaltsilbernes Licht, und dann klang Metall auf Metall. J\u00f3ndere Mor\u00e9aval f\u00fchlte sich von den F\u00fc\u00dfen gesto\u00dfen und r\u00fccklings hinaus auf den Treppenabsatz geworfen. Seine <em>h\u00fdardora<\/em> stie\u00df einen \u00fcberraschten Schrei aus und dann war Andri\u00e9r Altabete \u00fcber ihm, seinerseits eine Axt in H\u00e4nden, offensichtlich halb zu Tode erschrocken stolperte er durch Licht und Nebel und \u00fcber Mor\u00e9aval hinweg, schlug der L\u00e4nge nach hin. Die Axt, mit der er die T\u00fcr angegriffen hatte, entglitt ihm und klirrte die Treppenstufen hinab, ein seltsamer Klang in der Stille, die sich ausbreitete.<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"6c9d80c1d46c983c2326f1ad1c7befe4\">Wa\u00fdreth Althopian schrak auf wie aus einer tiefen Ohnmacht oder einem besinnungslosen Rausch, so pl\u00f6tzlich, als habe ihm jemand einen Eimer eisiges Wasser \u00fcber den Kopf gesch\u00fcttet. Noch bevor er recht zur Besinnung kam, packten ihn neuer Schrecken. Viel zu viel Schwung hatte er, konnte nicht mehr innehalten, und das Blatt seiner Axt fuhr mitten durch die T\u00fcr und das Holz zerbarst in Splitter und silberne Glutfunken, die aufstoben und ihm wie Aschefl\u00f6ckchen entgegen wirbelten.<\/p>\n<p data-p-id=\"d56d9b0ae50a55e71715f17b43ddcb01\">Im selben Moment krachte etwas <em>unten<\/em> im Turm, und ein vergleichbarer Wirbel von Silberflimmer, der sich bleigrau f\u00e4rbte, wirbelte im Inneren zu ihm hinauf und zog durch das Loch im Dach ab. Stimmengewirr begleitete dies, und eine gellende Kinderstimme schallte empor.<\/p>\n<p data-p-id=\"b78ef49fea114f003a215165aba83d56\">\u201ePapa!&#8221;, jubelte die kleine T\u00edjnje Mor\u00e9aval \u00fcbergl\u00fccklich. \u201ePapa!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cd643f8e11e981e1c77b5290a6a42557\">Althopian zog die Axt an sich heran. Die \u00dcberreste der T\u00fcr zerbr\u00f6selten wie m\u00fcrbes Papier. Der Ritter z\u00f6gerte kurz und wedelte dann mit der Hand den Staub fort. Dumpf, unwirklich klangen die Stimmen der anderen M\u00e4nner und Kinder, die der <em>teiranda<\/em> zu ihm empor. Aber die interessierten ihn nicht. Er wagte kaum, zu hoffen.<\/p>\n<p data-p-id=\"7593defede99c6c918f0def8f7e26467\">\u201eMerrit?&#8221;, wisperte er mit banger Stimme und trat ein.<\/p>\n<p data-p-id=\"35ad37929d026551bf6fd3d7032e82d4\">Letzte Fetzen des glimmenden Nebels verfl\u00fcchtigten sich, gerade noch hell genug, um das Turmzimmer des Rotgewandeten zu erhellen. Durch das zerst\u00f6rte Dach fiel mildes Mondlicht nieder, genau auf den gro\u00dfen Tisch im Zentrum der Stube. Darauf lagen sie, reglos und wild \u00fcber- und beieinander, so als h\u00e4tten sie einander umarmt und hielten sich bei den H\u00e4nden.<\/p>\n<p data-p-id=\"2f665b4c3853df0bb102c18db922c0f3\">Der Ritter neigte sich zaghaft \u00fcber die Kinder. Was war mit Merrit geschehen? Wie nach einer \u00fcblen Rauferei sah er aus, blutig und zerschrammt im Gesicht. Aber &#8230; er atmete. Althopian schlo\u00df die Augen und pries die Gnade der M\u00e4chte.<\/p>\n<p data-p-id=\"9e28618bb9aeebb42e50df7ebdf4941a\">Die <em>teirandanja<\/em> regte sich und st\u00f6hnte schmerzhaft. Der Sohn von Alsg\u00f6r Emberbey blinzelte zur geborstenen Decke empor. Seine Brille baumelte an seinem Ohr.<\/p>\n<p data-p-id=\"0625b5dc0d27488d0cebeda518edc18e\">\u201eVater&#8221;, murmelte Merrit. \u201eVater?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2cc09876a76e5f1c1ac3d57c8d8546e5\">\u201eAlthopian!&#8221;, rief jemand von unten, die Stimme seines Herrn, des <em>teirand<\/em>. Aber wie unwichtig war das nun. \u201eSeid Ihr hier? Seid Ihr oben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8a0b2ee1c5df75f5bab723e13b67cbfd\">\u201eMerrit!&#8221; Der Ritter strich, mit fest pochendem Herzen, dem Jungen das verschwitze Haar aus der Stirn. \u201eDu &#8230; bist zur\u00fcck.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7b7b43b8c209f2bdb446fab559394658\">\u201eIch lass dich doch nicht allein, Vater&#8221;, fl\u00fcsterte der Junge fiebrig. Althopian schluchzte erl\u00f6st auf. Er riss ihn an sich und dr\u00fcckte ihn an sein Herz.<\/p>\n<p data-p-id=\"f18776509de484ce95b3db55a0f35e10\">Die <em>teirandanja<\/em> jedoch erkannte die Stimme ihres Vaters unten im Turm. \u201ePapa!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"336cdd5c5964e72425bf3ab6f5417177\">Aus dem Stimmengewirr l\u00f6ste sich der erleichterte Aufschrei einer Dame. Manj\u00e9v von Wijdlant und Spagor strampelte sich unsanft unter Osse Emberbey frei, sprang vom Tisch herab, geriet ins Taumeln, fing sich wieder und rannte hinaus, ohne Althopian und die Jungen eines Blickes zu w\u00fcrdigen. Mit nur einem Schuh am Fu\u00df.<\/p>\n<p data-p-id=\"98a3047936d379b07cce82b21e091acb\">Osse rappelte sich m\u00fchsam auf. Einen kurzen Moment sa\u00df er da auf dem Tisch, r\u00fcckte dann seine ramponierte Brille zurecht und hielt sich mit schmerzhafter Miene die verrenkte Schulter. Nachdenklich betrachtete er einen Augenblick, wie Vater und Sohn in stiller, inniger Umarmung lagen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3bb5f03ed3f2cf2596d924c841916ebf\">\u201eWir haben das alles nicht getr\u00e4umt, Herr?&#8221;, fragte er dann leise. \u201eDas ist alles wirklich geschehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"35e6d514453e7667dd5d2a1544c460fb\">Althopian herzte und wiegte Merrit in seinen Armen. Der Junge lie\u00df es ersch\u00f6pft und benommen mit sich geschehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"986d6ae91925ae068f97718124fdccad\">\u201eNein, Osse Emberbey&#8221;, antwortete er unter Tr\u00e4nen. \u201eNein. Das alles war echt. Die Magier haben uns befreit. Sie haben euch zur\u00fcckgebracht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"24287ee9d2852398dbb1a29e66b11efd\">\u201eMeinen Vater auch?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f410af9cac6e6b2b33ed5bafa042e264\">\u201eIch bin mir sicher, er wartet unten auf dich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7a9681bb99bb3dababa8c211d63bf56a\">Osse hob den Kopf und horchte. Dort unten wimmelten Stimmen, Jauchzen und Lachen, eine unfassbare Erleichterung.<\/p>\n<p data-p-id=\"54bcdb4510f41632bf0466052898b686\">\u201eIch darf ihn nicht warten lassen&#8221;, sagte Osse pflichtbewusst. Althopian nickte ihm zu und wusste nicht, ob er weinen oder lachen sollte.<\/p>\n<p data-p-id=\"94fd8c3403d3e70e34889f605d1d4a86\">\u201eGeh nur, Osse Emberbey&#8221;, brachte er rau heraus. \u201eGeh. Und gib auf der Treppe acht, dass du im Dunklen nicht stolperst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3db659a700d69242c5874e1eaaeb9e39\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"7704aca312475e85783820f412bbb1be\">Was mit dem Krater geschah, war weniger spektakul\u00e4r, als ich es erwartet hatte. Es wirkte sogar unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig ruhig, angesichts dessen, dass derweil ein heftiges Erdbeben die W\u00fcste erzittern lie\u00df, so stark, dass es sogar Elos\u00e1l von den F\u00fc\u00dfen warf. Und dann begann der Sand am Rand des bodenlosen Loches zu rieseln und abzugleiten.<\/p>\n<p data-p-id=\"c02794cb0e0d65d4ac35191b40b207e1\">\u201eWeg vom Rand!&#8221;, empfahl Elos\u00e1l mir. \u201eSitzt auf!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cf14677b62dc53cb682e794a616835fb\">Meine Angst davor, mit dem Sand in die Tiefe gerissen zu werden, war weit gr\u00f6\u00dfer als mein Unbehagen, mich noch einmal auf den R\u00fccken des Einhorns begeben zu m\u00fcssen. Die goldene Stute Sonnenstrahl war immerhin so klug, dass sie sich ungefragt niederlegte, sodass ich halbwegs schnell auf ihren R\u00fccken klettern konnte. Elos\u00e1l schwang sich vor mir in den Sattel und brachte ihr treues Reittier dazu, in die Luft aufzusteigen und \u00fcber dem Abgrund zu kreisen.<\/p>\n<p data-p-id=\"abbfe6c20f489663d8f4ade07b7e503d\">\u201eWas seht Ihr?&#8221;, fragte sie mich. \u201eEure Augen sind im Dunklen besser.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a4cfcf3e211aa89b98184f0594185b25\">\u201eDer Sand st\u00fcrzt in die Tiefe,&#8221; sagte ich und zwang mich, nach unten zu schauen. \u201eImmer schneller und schneller, wie durch einen Trichter. Aber &#8230;&#8221; Ich stutzte. Aller Vernunft nach h\u00e4tte das Loch in der W\u00fcste dadurch eigentlich immer gr\u00f6\u00dfer werden m\u00fcssen. Stattdessen schien es sich nun aus der Mitte heraus <em>aufzuf\u00fcllen<\/em>. So als sprudele es aus einer Quelle empor, nur, dass statt Wasser fester Sand nachfloss. Das war sonderbar.<\/p>\n<p data-p-id=\"869e2c6c14a2b3cb43894d577c9ae886\">\u201eEtwas sp\u00fclt den Sand zur\u00fcck an die Oberfl\u00e4che.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"22338a50f0689547066aeb6b1091549a\">\u201eGut&#8221;, sagte sie. \u201eDann kommt das Wasser wohl auch wieder in die richtige Bahn.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f671bff6d8cf4693a073f25d349ac960\">\u201eDas ist alles sehr verwirrend&#8221;, meinte ich j\u00e4mmerlich. \u201eIch wei\u00df gar nicht mehr, was warum passiert und was ich tun soll.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"470029949ea10825bd540dba83894826\">\u201eGar nichts, Meisterin Salghi\u00e1ra. Wir haben alles getan, was wir bewirken konnten. Jeder von uns.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1db00f74ac789925f1eb9250b923f187\">\u201eUnd Eure Leute?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"10fe91b42a24d93879c4c96e399c1a32\">\u201eDort&#8221;, sagte sie und deutete hinab. \u201eDa kommen sie.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5b699f76426c9b8c5eaec9c957595dc3\">Der sprudelnde Sand warf Blasen, die nacheinander auftauchten und immer gr\u00f6\u00dfer wurden. Dann erkannte ich, dass es gar keine Blasen waren, keine luftgef\u00fcllten Beulen, sondern etwas Festes, etwas, das sich aus der Tiefe hervor k\u00e4mpfte. Der Sand perlte von der <em>maghiscal <\/em>der Ritter ab. Und dann brach das erste Einhorn durch die Sandoberfl\u00e4che, das blaue, wie ein Maulwurf. Es k\u00e4mpfte, als befreie es sich aus einem Morast und strampelte tapfer voran. Sein Reiter hatte sich auf seinem R\u00fccken zwischen den angelegten Fl\u00fcgeln zusammengekauert und schnappte jetzt nach Luft.<\/p>\n<p data-p-id=\"277fd294076bf9071972399cd222bd87\">Und dann war das n\u00e4chste frei, das orangene. Eines nach dem anderen kletterte aus dem Sandtrichter und galoppierte dann gegen den absackenden Boden an.<\/p>\n<p data-p-id=\"b88b298f833831171d8b378238db13a3\">Als das perlmuttfarbene Einhorn und sein goldwei\u00df ger\u00fcsteter Reiter erschienen, atmete Elos\u00e1l sichtlich auf. Ich war insgeheim \u00fcberrascht dar\u00fcber. War sie am Ende doch besorgt gewesen, dass es nicht gutgehen w\u00fcrde f\u00fcr die Regenbogenritter?<\/p>\n<p data-p-id=\"cb47073f40d7442bf81111ecccea93c0\">C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor schaute sich suchend um und entdeckte Sonnenstrahl \u00fcber sich. Er winkte Elos\u00e1l zu. Aber offensichtlich waren die Magier noch nicht am Ende mit ihrem Kampf. Anstatt selbst wieder emporzufliegen, verteilten die acht sich um den Rand der Senke herum.<\/p>\n<p data-p-id=\"e4247dc5887d945b0c64d7747585f946\">Elos\u00e1l nickte zufrieden und trieb Sonnenstrahl an. Die Stute wendete und galoppierte westw\u00e4rts, zur\u00fcck in Richtung Ciel\u00e1stel, wo immer noch das Wolkenportal \u00fcber dem Turm schwebte. Aber sein Glimmen hatte sich ver\u00e4ndert, pulsierte, war unruhig geworden. Etwa so, als tobe ein Gewitter in dem unheimlichen Reif.<\/p>\n<p data-p-id=\"c4784e2bfd5fbe258a52b1239ad2d17d\">\u201eWas tut Ihr?&#8221;, fragte ich verwirrt und schaute mich nach den <em>arcaval&#8217;ay<\/em> um. \u201eWieso lasst Ihr sie allein?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1be57f21c082c3528daad0ec0d60e034\">\u201eWeil es Euch und mir nicht gut bek\u00e4me, nun zu nahe dabei zu sein&#8221;, rief sie gegen den Windzug an, den Sonnenstrahls Fl\u00fcgel verursachten.<\/p>\n<p data-p-id=\"64f36e5306740a23499da896b9614bbf\">\u201eWobei?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9bba37350b6c52c197115fcb5d473392\">\u201eSie <em>versiegeln<\/em> nun das Loch!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05b83cffee2cabde5f13e7ed3ad0b6bb\">\u201eAber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"90ef1236ff416c4f0268f3464ed1f714\">\u201eDas ist nichts f\u00fcr Nokt\u00e1mas Diener. Schlie\u00dft die Augen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7124e81f3cef94bd95feacd93b7665df\">\u201eAber &#8230;&#8221; Ich unterbrach mich selbst. Was bildete ich mir ein, in einem solchen Moment einf\u00e4ltige Fragen zu stellen!<\/p>\n<p data-p-id=\"a0f3722c211bc0fd2d583511526532ae\">\u201eIst es gef\u00e4hrlich?&#8221;, konnte ich es mir dennoch nicht verkneifen.<\/p>\n<p data-p-id=\"6539815c5aa794755d80c75a22b32700\">\u201eNicht f\u00fcr den, der den Zauber wirkt. Aber m\u00f6glicherweise f\u00fcr Euer Augenlicht. Ihr k\u00f6nnt nicht Patagh\u00edus Glanz schauen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"abe8da28493d6157ccba009cfd065dc3\">\u201eOh.&#8221; Ich verstand und schirmte sicherheitshalber meine Augen mit dem Unterarm ab, w\u00e4hrend ich mich am Sattel festkrallte. \u201eWie &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a10a473103c3b4e6b270a1ccd46f5a21\">Weiter kam ich nicht, denn ohne Vorwarnung, aber v\u00f6llig lautlos flutete eine Welle von Hitze \u00fcber uns hinweg und nahm mir den Atem. Das dauerte nicht lang, einen Herzschlag vielleicht oder zwei.<\/p>\n<p data-p-id=\"610c5dc1c9592da8508cdaf18a58f5e1\">Dann war die Nacht wieder k\u00fchl.<\/p>\n<p data-p-id=\"c79d5f15e0c5bf55c17395b55306e9b8\">Elos\u00e1l gab einen seltsamen Laut von sich. Es dauerte einen Augenblick, bis mir klar wurde, dass sie vergn\u00fcgt <em>aufgejauchzt<\/em> hatte. Verdutzt wagte ich, wieder zu blinzeln. Was immer die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> getan hatten, offenbar war der Zauber gegl\u00fcckt.<\/p>\n<p data-p-id=\"bc2bd6d123273705a7bb64982b4a1fcc\">Aber der Wolkenring \u00fcber dem Ciel\u00e1stel &#8230; der flackerte und blitzte jetzt grell wie ein monstr\u00f6ses Stroboskop.<\/p>\n<p data-p-id=\"5cbfa360a09ab447b38ba5546eba7dec\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"47df4364351aa37e7a2d7d82b9e10b66\">Das Chaos zitterte, aber nun war es nicht mehr wie ein Erdbeben, Advon glaubte zu sp\u00fcren, wie unter seinen F\u00fc\u00dfen der Untergrund binnen weniger Wimpernschl\u00e4ge weich und z\u00e4h und dann fast fl\u00fcssig und sofort wieder steinhart wurde.<\/p>\n<p data-p-id=\"57784ca477244fb7616725c25477874a\">Der Nebel wurde zu einem wabernden Irgendetwas, das ihm im einen Augenblick den Atem nahm und dann wieder scharf und klar war, wie kalte Luft.<\/p>\n<p data-p-id=\"a5374c79e9d45bcb090b660a8ac20584\">Farbenspiel strauchelte, stand auf seinen vier Beinen nicht sicherer als er. Verst\u00f6rt flatterte das Einhorn mit den Fl\u00fcgeln.<\/p>\n<p data-p-id=\"46d303fe00a51d657969ccb9ec29c496\">\u201e<em>Papa!<\/em>&#8220;, rief D\u00fdamir\u00e9e, nein, sie rief nicht, sie kreischte schrill und wie in h\u00f6chster Not. Und ihr Vater, der Schattens\u00e4nger &#8230; der lag da nun da wie tot. D\u00fdamir\u00e9e hatte ihn an den Schultern gepackt und sch\u00fcttelte den schlaffen K\u00f6rper. \u201ePapa!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1e54dbff78bd310dfc82b41c52a4d7c7\">\u201eWir m\u00fcssen hier raus!&#8221;, rief Advon, denn nun kam noch etwas anderes hinzu, etwas wie eine \u00e4tzende Schwere, etwas, das er nicht mit Worten beschreiben oder mit seinen Sinnen erfassen konnte. Es war ein allumfassendes Entsetzen, eine grenzenlose Traurigkeit und Wut, die auf ihn einst\u00fcrzte. Offenbar hatte der Schattens\u00e4nger sie vor irgendetwas abgeschirmt, ein Schutz, der nun aber mit dem Magier zusammengebrochen war.<\/p>\n<p data-p-id=\"6b24f77beb3aee778b04ff995ddeb077\">\u201eD\u00fdamir\u00e9e! Sp\u00fcrst du das auch?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"50aad50835738bbc6c304dee575a6bb1\">\u201eEs ist schlimm! Es ist ganz, ganz schlimm! Wir m\u00fcssen weglaufen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c712c9eb55651aab1c580ddd953fd71d\">Das war eine gute Idee. Aber Farbenspiel trampelte und stieg und br\u00fcllte, so als n\u00e4hme er gar nicht mehr wahr, dass die Kinder neben ihm standen.<\/p>\n<p data-p-id=\"c7d7338ee68dc826762075082e28b0a6\">\u201eFarbenspiel!&#8221;, rief Advon, und der Nebel ringsum wurde zu farblosen Schlieren, die sich mit dem, kr\u00e4nklichen Schimmern zu einer gr\u00e4sslichen Textur vermischten. Etwas gelangte mit seinem Atem in seinen Hals, er wollte husten und es ausspucken, aber es war klebrig wie dicker Honig und haftete an. Auch D\u00fdamir\u00e9e japste nach Luft, warf sich \u00fcber ihren Vater und weinte w\u00fctend auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"83ce246e5d741b870eee989983480125\">Etwas dr\u00f6hnte in Advons Ohren. War es eine Stimme, ganz weit weg und entfernt, die schallend lachte und einen sonderbaren Singsang anstimmte, h\u00f6hnisch, wie um sie zu verspotten?<\/p>\n<p data-p-id=\"20b8552a3b79f25b57a7e0cc256f3f0a\">Das war egal. Es durfte ihn jetzt nicht ablenken, und sp\u00e4ter w\u00fcrde es keine Rolle spielen. Mochte die Stimme l\u00e4stern, solange sie wollte. Fest und fl\u00fcssig und Luft und Sand und mochten die M\u00e4chte wissen, was noch alles, st\u00fcrzte zusammen und vermengte sich zu einem Brei, zu einem Einzigen, zu einem Urspr\u00fcnglichen zu &#8230; Bei den M\u00e4chten, das Portal!<\/p>\n<p data-p-id=\"43e16c497026e7f637543ef41da0c402\">\u201eFarbenspiel!&#8221; Advon spuckte die Substanz des Chaos aus, die ihm zwischen die Z\u00e4hne geraten war. \u201eVerflucht, Farbenspiel, wir haben keine Zeit f\u00fcr Panik! Nimm dich gef\u00e4lligst zusammen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d9b0165eeabdd270f4ae28819e9af9a1\">W\u00e4re Farbenspiel aufgez\u00e4umt gewesen, h\u00e4tte er versucht, ihn beim Geschirr zu packen, aber der Hengst trug nun den Halteriemen, den sie aus den Z\u00fcgeln geknotet hatten. Advon wusste sich nicht anders zu helfen, als sein Leben zu riskieren. Er duckte sich unter den peitschenden Fl\u00fcgel durch, schnell von dem wild schwappenden, z\u00e4hen Boden empor und grabschte nach Farbenspiels M\u00e4hne und Schwingen. Einen Moment lang hing und strampelte er an der Seite des Einhorns. Das brachte Farbenspiel dazu, in einem kleinen Kreis auf der Stelle zu buckeln. Advon hing an der Seite des Einhorns, strampelte mit den Beinen und versuchte, sich auf seinen R\u00fccken zu ziehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"040c2bc9a8446b0000b85b40c1134ebb\">\u201eRuhig, Farbenspiel!&#8221;, rief er. \u201eRuhig! Je ruhiger du bist, desto schneller k\u00f6nnen wir weglaufen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"48ca4f1f043efea24117118ea4f9a11f\">\u201ePapa!&#8221; D\u00fdamir\u00e9e schien gar nicht zu bemerken, wie gef\u00e4hrlich nahe die scharfen Klauen des Hengstes ihr kamen. \u201ePapa &#8230; mir ist &#8230; so schlecht &#8230;&#8221;, h\u00f6rte er sie schluchzen. \u201eIch will zu Mama!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e82113d572acf13340b1ef85216fa090\">\u201eD\u00fdamir\u00e9e!&#8221; Advon stemmte sich mit einem \u00e4rgerlichen \u00c4chzen in die H\u00f6he. Schief und gebeugt kam er zu sitzen, aber auf dem verschwitzten Fell fand er kaum Halt. Immerhin schien es Farbenspiel zu bes\u00e4nftigen, dass er wieder einen Reiter trug. \u201eSteig auf! Wir m\u00fcssen weg!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6a2895c4a7f6d342ad01936a7272c43b\">\u201eAber mein Vater &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4dc033e165ba22b089a44254539831d7\">\u201eEr w\u00fcrde nicht wollen, dass du wegen ihm in Gefahr ger\u00e4tst!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"087d87b823d6e98038bfa4f3a3f26897\">\u201eWir m\u00fcssen ihn mitnehmen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c2d1ef515ea1a47bcfce8458eb1c773f\">\u201eUnd wie?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0c551dfdd23de3328e20e39c63a1ab21\">\u201eIch gehe nicht ohne ihn!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0383ed3c705d5ae2b7354e2395f457d3\">\u201eD\u00fdamir\u00e9e! Dein Vater ist der m\u00e4chtigste Schattens\u00e4nger aller Zeiten! Er wird allein fliehen k\u00f6nnen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9db6c5b88992e83f2a00a3bd4e5e71c0\">\u201eNein!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7deef6d9f5169bf434d99367550e044d\">\u201eAber &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"a465dbf04c571189f765873ef2a07228\">\u201eVersteh das doch, Advon!&#8221; Sie sprang auf, trat furchtlos auf das t\u00e4nzelnde Einhorn zu und hob flehend die H\u00e4nde. \u201eEr hat all seine Magie f\u00fcr die Menschen weggegeben! F\u00fcr seine Freunde und die unkundigen Kinder! Das schlimme Ding wird ein Chaosmonster aus ihm machen! Er ist wehrlos wie &#8230; wie ein Neugeborenes!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"87948cefddcccf38b6d94b0029db4bcd\">\u201eUnd deine Magie? Kannst du &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0e32f73d834e6a5e6f0f789496204473\">\u201eGal\u00e9ons Stein ist kaputtgegangen! Ich hab auch nichts mehr \u00fcbrig! Ich &#8230;&#8221; Sie begriff, was sie da sagte. Ihre Augen weiteten sich entsetzt und sie schlug sich die H\u00e4nde vor den Mund. Advon klopfte Farbenspiel den Hals. Wenigstens er, das war ihm klar, musste nun die Ruhe bewahren.<\/p>\n<p data-p-id=\"436ef16ef39a2b3952d0a055699230cc\">\u201eDann m\u00fcssen wir ihn irgendwie auf Farbenspiels R\u00fccken bekommen! Leg dich, Farbenspiel! Ich will, dass du &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"13e9b5006245d306d9c239398a3d97fb\">Ein Ruck fuhr durch den Untergrund, als h\u00e4tte jemand von unten mit einer riesigen Faust darunter geboxt. Das z\u00e4hfl\u00fcssige Gemenge, in das das Chaos sich verwandelte, platsche herab wie halbgetauter Schnee von einer Dachtraufe. Farbenspiel taumelte und knickte mit den Hinterl\u00e4ufen ein. Advons Herz schien ihm einen Moment auszusetzen, fast bef\u00fcrchtete er, der Bewusstlose sei dem Tier unter die Klauen gekommen.<\/p>\n<p data-p-id=\"769a61568bba85b6524316fd99fa9c02\">Halb liegend, verharrte der Hengst erstarrt und legte die Ohren so fest an, dass sie ganz in seiner M\u00e4hne verschwanden.<\/p>\n<p data-p-id=\"bda980d2319b7d7cb22f23c563423e3b\">\u201eNokt\u00e1ma!&#8221; D\u00fdamir\u00e9e kauerte sich \u00fcber ihrem Vater zusammen und versuchte, mit den Armen ihren Kopf zu sch\u00fctzen. \u201eNokt\u00e1ma, hilf uns! Nokt\u00e1ma, lass uns nicht hier allein!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"abeff96f3ce07386825c001a930fafb2\">Advon schloss sich an, aber er flehte im Stillen zu Patagh\u00edu. <em>Bitte<\/em>, dachte er in seiner Not, <em>bitte, Patagh\u00edu, schick uns Hilfe. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"0c8ef4cd7253cb97f3be3788cf6b7e22\">Aber konnte Patagh\u00edu hier sein, hier im Chaos? An einem Ort abseits des Weltenspiels, den das Widerwesen gerade jetzt neu zu gestalten begann. Die unheimliche Stimme &#8230; wenn das das Widerwesen war?<\/p>\n<p data-p-id=\"c5cac381f0a2150105cb2a24c3686dc7\">\u201eD\u00fdamir\u00e9e!&#8221; Advon hakte sich mit dem Bein unter den Z\u00fcgeln um den Einhornhals fest und neigte sich ihr zu. \u201eGib mir seine Hand! Wir m\u00fcssen ihn auf Farbenspiels R\u00fccken ziehen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"22067dba8235134e7e5bad8d8dc86bcc\">Wieder k\u00f6rperlose Trommelschl\u00e4ge, wieder <em>h\u00fcpfte<\/em> der Boden. Farbenspiel rollte seine Schlangenaugen und fletschte die Z\u00e4hne. Advon litt, aber er zwang das Einhorn unter seinen Willen. Gegen die Chaosgeister war der Hengst mutig gewesen, aber was waren die gegen das Widerwesen, gegen das sich vermischende Chaos? Wie musste sich das alles einem Tierverstand darstellen?<\/p>\n<p data-p-id=\"b5d4b8cd12dde1ec543363faefc38fdf\">Wenn sie lebendig dieses Abenteuer bestanden, dachte Advon, dann sollte Farbenspiel reich belohnt werden. Er versuchte, die Gedanken des Tieres zu erreichen, mit der Vorstellung von Futtertr\u00f6gen voller Honigkekse und saftigem gr\u00fcnem Gras. Dann begann er, an der Hand des Schattens\u00e4ngers zu zerren, die er gerade so eben erreichen konnte, wenn er sich waghalsig so weit aus dem Sattel neigte, wie es ging, D\u00fdamir\u00e9e zerrte an der anderen, w\u00fctende Tr\u00e4nen in den Augenwinkeln, w\u00e4hrend das z\u00e4hfl\u00fcssige Chaos sie immer weiter einspann wie ein klebriger Spinnenfaden, dicker und schwerer als ein Tau.<\/p>\n<p data-p-id=\"4fc3238016d2260140930869da56b190\">Yalomiro Lagoscyre war ein schlanker Mann, aber sein bewusstloser K\u00f6rper war so schlaff und unhandlich, dass er sich kaum vom Fleck bewegen lie\u00df. D\u00fdamir\u00e9e weinte vor Wut und gab ihr Bestes.<\/p>\n<p data-p-id=\"2edc71c766dec409890f5e832ab80737\"><em>Wenn wir doch nur einen Hebel oder so etwas \u00c4hnliches h\u00e4tten, <\/em>dachte Advon.<em> Wenn wir ihn doch in irgendwas Kleineres verwandeln und heben k\u00f6nnten!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"0c91312ec3fd20244546f788aca5b239\">\u201eH\u00f6rst du das auch?&#8221;, fragte er atemlos.<\/p>\n<p data-p-id=\"7e571c51bac29f13a841578b9446c9a3\">\u201eDass da jemand lacht und sich freut?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7e9fe45bde28a88937d9ff6097a815c9\">\u201eJa, genau!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c371891e9baddd2648c4276126bdec56\">Sie \u00e4chzte und umklammerte das Handgelenk des Schwarzgewandeten so fest, dann an ihren zarten Kinderfingern die Kn\u00f6chel hervortraten. \u201eDas ist das Widerwesen. Es freut sich \u00fcber das sch\u00f6ne neue Spielzeug&#8221;, verriet sie ihm. \u201eEs freut sich, dass wir ihm nicht entkommen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"089111e917c5d89a6290f1d61824b584\">\u201eWas will es mit uns?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"84990adcc51c1b6e4e99b25dfa25b681\">\u201eIch will es nicht wissen! Ich will zu meiner Mama!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b6a50df3bb15e510be7a3ad02769eb17\">\u201eK\u00f6nnen wir deinen Papa denn gar nicht wecken?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9d1d115a2d8bc551567e3c5c83b528fe\">\u201eNein. Hab ich schon versucht. Er ist nicht da!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"96831c7dd5ea6975a6e963a104cb926c\">\u201eWas?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d6d943c61b82526faa3b716a4ddc6cbc\">D\u00fdamir\u00e9e sch\u00fcttelte den Kopf. Vermutlich hatte sie nicht die Kraft, es ihm jetzt zu erkl\u00e4ren. Sie zogen und stie\u00dfen und schoben, aber er war schlaff und leblos wie ein erlegtes Wild. Farbenspiel zitterte. Advon war sich nicht ganz sicher, wie lange er ihn noch w\u00fcrde halten k\u00f6nnen. Und mit jedem Atemzug, so sah er mit Entsetzen, zog sich nun der Wolkenkreis um das Portal mehr und mehr zusammen, begleitet von dem dumpfen Trommeln, das das Chaos erbeben lie\u00df und sich anh\u00f6rte wie ein gewaltiges pochendes Herz.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2741","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2741","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2741"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2741\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3664,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2741\/revisions\/3664"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2741"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2741"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2741"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}