{"id":2740,"date":"2025-08-25T14:13:57","date_gmt":"2025-08-25T12:13:57","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2740"},"modified":"2025-08-31T09:20:12","modified_gmt":"2025-08-31T07:20:12","slug":"156-seelenfunken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/156-seelenfunken\/","title":{"rendered":"156: Seelenfunken"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"b383d3d329ec857927d309607a6be224\"><em>Du hast deine Sache ausgezeichnet gemacht, <\/em>sagte das Traumphantom.<\/p>\n<p data-p-id=\"0f1ae70978a381d7d7648a67fe3331a7\">Gal\u00e9on h\u00f6rte es kaum, zu fasziniert war er von dem, was er sah. Das, was von den minderen Chaosgeistern geblieben war, Materie, die das Chaos aufgeweicht, verzerrt und unbrauchbar gemacht hatte, verschwamm und verflog im Rauschen dessen, was gerade hier mit Raum und Zeit vor sich ging. Das Traumphantom aber war umgeben von einem Schwarm wunderbarer, kostbarer und reiner Etwasse, f\u00fcr die Gal\u00e9on das richtige Wort fehlte. Er hatte noch so viel zu lernen.<\/p>\n<p data-p-id=\"af102008825d8b9342afc4cff77109c6\"><em>Wir haben dies die Seelenfunken genannt, <\/em>gab das Traumphantom ihm Auskunft. <em>Respektlos und grob. Aber wir brauchten einen Namen, den unsere Zungen aussprechen konnten.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"1f4cc38c0b0116581b80bce90983cdc8\">\u201eSind es &#8230; alle?&#8221;, fragte Gal\u00e9on. Er hatte davon gewusst, nat\u00fcrlich, die Kenntnis hatte schon lange in seinem Geist gelegen und war mit seinen Tr\u00e4umen und den Lehren des rotgewandeten Phantoms immer st\u00e4rker und greifbarer geworden. Aber es nun, hier, am schrecklichsten aller Orte zu sehen und zu begreifen, das war etwas, das ihn mit einem stillen, friedlichen Gl\u00fcck erf\u00fcllte. Einem Gl\u00fcck, das nur fl\u00fcchtig sein w\u00fcrde, vielleicht nicht mehr als eine kleine Belohnung, eine S\u00fc\u00dfigkeit, die ein zufriedener <em>mestar<\/em> seinem flei\u00dfigsten Sch\u00fcler zuteilte. Dies hier, das war noch nicht f\u00fcr ihn. <em>Noch <\/em>nicht. Zeit und Ort waren so verkehrt, wie sie nur sein konnten.<\/p>\n<p data-p-id=\"9c5fbeef99675254727e04533ce170bc\">Das Traumphantom fing mit der hohlen Hand sacht eines der strahlenden Lichtlein aus dem Schwarm und zeigte es ihm. Das Licht war anders, es flimmerte und schien etwas dunkler, kraftloser zu sein als die anderen. Aber es leuchtete. <em>Ja, <\/em>sagte das Traumphantom. <em>Sie sind vollz\u00e4hlig. Du hast keinen von ihnen zur\u00fcckgelassen. Sie haben alle deiner Geschichte zugeh\u00f6rt. Nun bin ich an der Reihe. Ich begleite sie nun an den Rand der Tr\u00e4ume.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"06786c9c5ff904df7b675d201d27bd51\">\u201eUnd dort?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"af209bcebff90e714f4437e9fc3cbb7d\">Das Phantom l\u00e4chelte und lie\u00df den kraftlosen Funken frei. <em>Das, mein Sch\u00fcler, ist nun nicht deine Sache. Um das zu ergr\u00fcnden, musst du zur\u00fcck ins Weltenspiel. Deine Geschichte ist noch nicht zu Ende erz\u00e4hlt.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"4f24651deaff5e5cc65be89f7d857399\">\u201eUnd wie komme ich zur\u00fcck von hier? Ohne dass das Widerwesen mich aufh\u00e4lt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a2ec2daceee305c21a89147b5a65bcd5\"><em>Das ist wiederum nicht meine Sache. Lass dir etwas einfallen. Wei\u00dft du, wohin dein Weg f\u00fchrt?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"a88139e71458348cf57ace95230a4323\">\u201eJa. der Schattens\u00e4nger hat es mir erkl\u00e4rt. Ich werde dort sein. Wenn ich hier heraus finde.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"df8c2f46ba44283cd78babd84344331b\"><em>H\u00fcte dich vor diesem Schattens\u00e4nger, mein gelehriger Sch\u00fcler. Mag sein, dass es ihm in den Sinn kommt, dich eines Tages zu \u00fcberlisten. Vielleicht &#8230; nein, ganz sicher wird er versuchen, mit dir zu handeln. Wenn auch nicht so, wie du es dir denkst.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"91a613fd75da84553180526db3741692\">\u201eIch werde mir anh\u00f6ren, was er einst zu sagen haben wird.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c3a5012d4f936f029a20cfbfd5eb00a7\"><em>Gut. Und nun geh. Wir haben beide hier nichts mehr zu tun.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"60f32ae7e173a185ef6ec335fe10bdec\">Gal\u00e9on z\u00f6gerte. Ihm brannten Fragen auf der Zunge, er verlangte nach Erkl\u00e4rungen. Nicht, was die Geschichten und die Seelenfunken und den Weg hinter die Tr\u00e4ume anging. Das alles war Wissen, das bereits in seinem Herzen geborgen lag und das es nun herauszusch\u00e4len galt, so wie ein Bildhauer ein Standbild aus rohem Stein hervorbrachte.<\/p>\n<p data-p-id=\"60320418278378a6b8fa3ed8e67cda8f\">Ob der Schattens\u00e4nger die <em>teirandanja<\/em> und ihr Gefolge hatte retten k\u00f6nnen? Das kleine M\u00e4dchen, das &#8230; das &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"d06c9edca4f9471397c51c84e90f3835\">Das Traumphantom z\u00f6gerte einen Moment. Dann trat es einen Schritt auf ihn zu und legte seine Stirn an die seine. Gal\u00e9on sp\u00fcrte die geisterhafte Ber\u00fchrung wie einen kalten Hauch, so als striche jemand mit einem Eiszapfen dar\u00fcber hinweg. Und zugleich st\u00fcrzte so viel auf ihn ein, so viele fremde Gedanken, Ideen und Erfahrungen, dass es ihn schier \u00fcberw\u00e4ltigte und anr\u00fchrte. So m\u00e4chtig war das, was sein Meister ihm da schenkte, dass Gal\u00e9on haltlos aufschluchzte.<\/p>\n<p data-p-id=\"3ba544fbdc473e29bc55485ae9e5d774\">So stand er einige Augenblicke und weinte die Tr\u00e4nen des anderen, des Toten, der ihn f\u00fchren und lehren w\u00fcrde, bis sein eigenes Schicksal erf\u00fcllt war. So lange stand er stille, bis ein Hilfeschrei, ein lautlose, sich durch das grausige Gel\u00e4chter des Widerwesens k\u00e4mpfte und ihn zur\u00fcck in die Wirklichkeit riss.<\/p>\n<p data-p-id=\"f4bfd601739a0203bc62bc4607e074c5\">Die Seelenfunken aber hatte das Traumphantom sicher mit sich genommen. Mochten sie hinter den Tr\u00e4umen ihren Frieden finden. Sie alle.<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"a12d09ad67da4bd53b7d666a95f62fe2\">Noch w\u00e4hrend sie hinunter st\u00fcrmte, zuckte es durch Manj\u00e9vs Gedanken, dass die Treppe eingebrochen war. Au\u00dferdem war es finster. Wann war denn die Nacht hinein gebrochen? Wie viel <em>Zeit<\/em> hatten sie im Turm verbracht?<\/p>\n<p data-p-id=\"5296edcb8b8fe490d176eb26982b947e\">\u201eManj\u00e9v!&#8221;, rief der Vater von unten \u00fcber das Lachen und Weinen der anderen hinweg. \u201eManj\u00e9v, bist du da?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d65efb82669073e0ce46336bdafe0d95\">\u201eIch komme, Papa!&#8221;, rief sie hinab. \u201eIch komme zu euch hinunter!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"17d2fc036052c5ab1086ce58d3c41f1f\">\u201eManj\u00e9v!&#8221; Das war die Mutter. \u201eManj\u00e9v, warte! Wir kommen! Wir kommen dir entgegen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"253c3f67b16672aab2a6880e1177a0d8\">Sie wollte weiter, h\u00f6rte dann vorsichtige Schritte auf der Holztreppe knarren und Licht flackern. Osse Emberbey hatte eine Kerze bei sich. Wie umsichtig, eine aus dem unheimlichen Turmzimmer mitzubringen.<\/p>\n<p data-p-id=\"dbff92b04c16733941511e9fccc2e6f9\">\u201eAchtet auf Eure Schritte, Majest\u00e4t&#8221;, sagte er. \u201eSoll ich vorangehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6de4690156b60a3eb38a137ded6ed740\">\u201eVorangehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7dee052d328a786c71e615d76e4592fa\">\u201eVielleicht sind Stufen besch\u00e4digt. Wenn <em>ich<\/em> st\u00fcrze, ist es nicht schlimm.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4e5640387a962d42b2cd4753eb70c311\">\u201eH\u00f6r auf, so zu reden, Osse Emberbey&#8221;, schalt sie ihn. \u201eH\u00f6r auf zu denken, du seist nichts wert!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8712aa8ed927b666192ef4cdba43b35b\">\u201eWie Ihr w\u00fcnscht, Majest\u00e4t.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2a6a431ba8fac3c39d13f105b59248f5\">Sie nahm ihm die Kerze aus der Hand. \u201eBleib hinter mir. Deine Brille ist kaputt. Wenn du stolperst, fange <em>ich <\/em>dich auf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"93b6c36fa9e92703a16b260b20d32e6f\">\u201eManj\u00e9v!&#8221; Licht n\u00e4herte sich von unten. Eine Fackel hatte Asga\u00fd von Spagor bei sich und leuchtete die Treppe aus. Die <em>teiranda<\/em> folgte ihm auf dem Fu\u00dfe. Etwa auf halber H\u00f6he des Turmes trafen sie sich. Dort, wo die Treppe gebrochen gewesen war, sa\u00dfen die Stufen unversehrt an ihrem Platz.<\/p>\n<p data-p-id=\"6a4b9898e7ec6ea1facfdc5d1174eb83\">Manj\u00e9v lie\u00df sich erleichtert in die Arme ihrer Mutter fallen. Wie herrlich, wie gut und befreiend war es, geborgen und umarmt zu werden. Manj\u00e9v schloss erl\u00f6st die Augen und begann, dasselbe sinnlose, z\u00e4rtliche Zeug zu fl\u00fcstern wie die <em>teiranda<\/em>. Sie h\u00f6rte, wie Osse leise an ihnen vorbei schl\u00fcpfte und auch, wie ihr Vater verdattert mit dem Fu\u00df auf die Stufen stampfte.<\/p>\n<p data-p-id=\"b09b8d11f1c8d069b78154b5fd33b009\">\u201eHaben wir all das nur getr\u00e4umt?&#8221;, fragte er verwirrt.<\/p>\n<p data-p-id=\"a286ec05c39b712b76d0d9368d5fff74\">\u201eNein&#8221;, antwortete die <em>teiranda<\/em>. \u201eDas war kein Traum.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1e3ea02879a71cb4be1a987394d7fb25\">\u201eAber der Sand, die Treppe, die T\u00fcren, all das &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7768ab6d0b98127a1b3291400d714661\">\u201eDas hat Meister Yalomiro gemacht&#8221;, wisperte Manj\u00e9v. \u201eIch wei\u00df es ganz bestimmt. Ich habe doch recht, Mama? Das ist doch Meister Yalomiros gute Zauberei, nicht wahr? Er hat uns doch gerettet?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a5f0a7d5c63e8f7108a0d303ec77ea11\">\u201eJa, mein Kind. Ja, das hat er.&#8221; Die Mutter schmiegte ihre Wange in Manj\u00e9vs Haar. \u201eEr hat uns sicher ins Weltenspiel zur\u00fcckgebracht. Wie auch immer es er bewirkt und was es ihn gekostet haben mag.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"37a9473e36c60bb164498b459070788b\">\u201eAber wie?&#8221; Der Vater fand einen Fackelhalter nahebei, steckte das Licht weg und lie\u00df sich dann verwirrt auf den Stufen nieder. Manj\u00e9v wandte sich ihm zu und lie\u00df sich umarmen und herzen. \u201eHat er das alles wieder heil gezaubert?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6abd588d73d9e727321a75547f0b38e6\">\u201eNein, Papa&#8221;, fl\u00fcsterte Manj\u00e9v und schmiegte sich an ihn. \u201eIch glaube, das alles &#8230; <em>wird gar nicht geschehen sein<\/em> .&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3db659a700d69242c5874e1eaaeb9e39\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"309392c629d5650ea9e1cbc736a5ad5b\">Am Fu\u00df der Treppe angekommen, fand Osse seinen Vater nicht sofort. Er war nicht unter den Menschen, die sich in erleichtertem Freudentaumel zusammengefunden hatten. Die kleine <em>yarlaranda<\/em> hing einem j\u00fcngeren Ritter mit dunklen Locken und in gr\u00fcngelbem Gewand um den Hals und dr\u00fcckte ihm fast die Luft ab mit ihrer st\u00fcrmischen Umarmung. Kein Zweifel, das musste der <em>yarl<\/em> J\u00f3ndere Mor\u00e9aval sein, den Osse noch nicht von Angesicht kannte. Dessen <em>yarlara<\/em> h\u00e4tte wohl gern ebenso ihre kleine Tochter an sich genommen, aber der <em>yarl<\/em> Grootplen, ihr Vater, hatte sie seinerseits umhalst und war \u00fcbergl\u00fccklich, sie vor sich zu haben. L\u00e1as Grootplen stand etwas verlegen dabei und wechselte verstohlene Blicke mit J\u00e1ndris. <em>Yarl<\/em> Altabete stand im T\u00fcrrahmen und betastete ungl\u00e4ubig das, was von der T\u00fcr \u00fcbrig war. Dann kniete er nieder und murmelte still vor sich hin. Osse dr\u00fcckte sich leise an ihm vorbei und fand Alsg\u00f6r Emberbey drau\u00dfen auf dem Treppenabsatz des Hocheingangs. Verwirrt schaute der alte Mann zu dem Wolkenring auf, der \u00fcber dem Turm kreiselte wie ein Reif bei einem Wurfspiel. Drumherum blinkten Sterne und Mondlicht schimmerte milde. Der Burghof lag friedlich da, nur Menschen waren nicht zu sehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"a0a0a6576d385f8e941919dfebcd1940\">\u201eEs ist noch nicht ausgestanden&#8221;, sagte er. Osse war nicht sicher, ob er bemerkt hatte, wer da zu ihm ins Freie getreten war.<\/p>\n<p data-p-id=\"1795d14be27aee48d3b494e55b667568\">\u201eDie Magierkinder sind an diesem sonderbaren Ort zur\u00fcckgeblieben&#8221;, best\u00e4tigte der Junge. \u201eBald ist es vorbei. Die M\u00e4chte haben fast gewonnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2fd98f1edd22cb7a4821e1fa1068b3ad\">Herr Alsg\u00f6r schaute ihn schweigend an.<\/p>\n<p data-p-id=\"306723541d95af29b40b05ea66030580\">\u201eWie beim Steinespiel&#8221;, stammelte Osse leise. \u201eWenn weniger als zehn Ungerade liegen, und &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"38d33ca3b961a64419227c9c7d9a630e\">\u201eIch frage mich, was die M\u00e4chte mit <em>dir<\/em> vorhaben, Osse&#8221;, sagte der alte Ritter.<\/p>\n<p data-p-id=\"a252d2f3c2cc27d0450dfda050e4634b\">\u201eWar ich unf\u00fcgsam, Vater? Habe ich dich besch\u00e4mt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1ef70255ecdee96caffb0aafc77284ac\">\u201eDu hast meinen Anordnungen nicht gehorcht, das zuerst. Du hast dich durch Leichtsinn in Gefahr gebracht. Du warst vorwitzig und unbotm\u00e4\u00dfig.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ce84f345c9ec4f94e57288384b8e90b7\">Osse senkte betreten den Kopf. Widersprechen konnte er seinem Vater darin nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"59500ab81f2f2d312bf93b87521bd9cf\">\u201eDu hast dein Leben f\u00fcr deinen Freund riskiert&#8221;, f\u00fcgte Herr Alsg\u00f6r hinzu. \u201eDu hast, deiner Schw\u00e4chlichkeit zum Trotz, h\u00f6chste Tapferkeit beweisen. Und offenbar hast du mit deinem Verstand die Achtung der <em>teirandanja<\/em> gewonnen. Und gleich im ersten Kampf hast du Schaden genommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"214869a6440f03c6566db0e37c55c4ef\">Osse tastete nach seiner Schulter. Der Schmerz war schon lange einer dr\u00fcckenden Taubheit gewichen. Unter seiner Hand war das Fleisch prall und geschwollen. Vielleicht w\u00fcrde es nie wieder ganz heil werden, selbst, wenn bald ein <em>doayror<\/em> darauf schaute.<\/p>\n<p data-p-id=\"9788cef43c59dd2de5346827612280da\">\u201eWas erwartest du zum Dank, Osse? Was soll ich mit dir machen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"82fa1519b010e669af32d943696c05c5\">\u201eWir sprachen \u00fcber Iva\u00e1l und Virhav\u00e9t&#8221;, erinnerte Osse ihn mutlos.<\/p>\n<p data-p-id=\"673cc5ed5e06197237d0d6fcd7dc416d\">\u201eDu gibst es also nicht auf. Was willst du damit, Osse?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3576647a13cc60ce69d59141af7cb9f0\">\u201eIch will dich stolz machen, Vater. Genauso stolz, wie dich vielleicht der Junge aus Rodekliv machen wird.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"594b4cf596ef9550a5d57f56ddcb2f9f\">\u201eDein Weitvetter. Es ist kein dahergelaufener Fremder, Osse. Es ist <em>Familie<\/em>, die zur\u00fcckkehrt. Ein Blutsverwandter.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c6b6836bc707a2439a65ccce17d7b042\">\u201eJa. Der wird sicher gut mit einem Schwert k\u00e4mpfen. Ich will auch etwas gut machen. Etwas, was kein Emberbey zuvor ausprobiert hat. Nicht einmal Herr Thorgar Emberbey, der Held der Chaoskriege.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0faaec5dec71d4bac0ab7b8b3a889007\">Alsg\u00f6r Emberbey schwieg einen Moment. Der Jubel im Turm wurde lauter. Offenbar waren die <em>teiranday<\/em> mit der <em>teirandanja<\/em> und Herr Wa\u00fdreth mit Merrit zu den anderen gesto\u00dfen. Lange w\u00fcrden sie hier nicht mehr allein sein.<\/p>\n<p data-p-id=\"87ac59279b045673f1ee5032e63d4b30\">Der alte <em>yarl<\/em> musterte Osse pr\u00fcfend. Dem Jungen war bewusst, was f\u00fcr ein j\u00e4mmerliches Bild er abgeben mochte. Aber er hielt dem gestrengen Blick stand.<\/p>\n<p data-p-id=\"93311e4ac7ddd7a2adbe962ce9b9111a\">\u201eMach mich stolz&#8221;, sagte der Vater. \u201eK\u00e4mpfe du mit scharfem Verstand, wie die Emberbeys vor dir mit scharfer Klinge k\u00e4mpften.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5cbfa360a09ab447b38ba5546eba7dec\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"8a6d8ebb768023e78750cb8fa3a193b1\">Ich hatte darauf bestanden, obwohl Elos\u00e1l gemeint hatte, dass es den Blick nicht mehr wert sei. Es gebe nicht viel zu sehen, und den Rittern sei es vielleicht unangenehm. Aber am Ende schien es ihr doch ganz recht zu sein, umzukehren und nachzuschauen, wie die Regenbogenritter ihr Siegel gesetzt hatten; ob es stark und stabil genug war. Und so trabte Sonnenstrahl in einem weiten Bogen zur\u00fcck in Richtung der ehemaligen Senke.<\/p>\n<p data-p-id=\"0ffb3f0ebed68bd0290793bd4714be44\">Elos\u00e1l schaute sich nach dem Wolkenportal \u00fcber dem Ciel\u00e1stel um. Dort flimmerte es immer st\u00e4rker. Mehr noch &#8230; ich hatte den Eindruck, als sei es in den letzten Momenten immer kleiner und enger geworden. Schloss es sich etwa? Hatten die Kinder und Yalomiro es ebenfalls geschafft und sich in Sicherheit gebracht? Waren sie es, die das Portal schlossen wie mit einem Zugband?<\/p>\n<p data-p-id=\"39021aab8c788aa9840a3250a258ea47\">Sie schien etwas ganz \u00e4hnliches zu denken, denn der Anblick machte sie offensichtlich nerv\u00f6s. \u201eIch will nachschauen&#8221;, sagte sie. \u201eIch muss sehen, ob Advon wohlauf ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"afd5ad782719de0a095033fc4eda2550\">\u201eIhr wollt hinauf fliegen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d21a086b1a781f8ec472fc0e33b1924f\">\u201eMit meinen Rittern, ja. Das Geflimmer beunruhigt mich. Sieht aus, als verl\u00f6re es an Halt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7bd556a692ec5b021102bd3086f79ba9\">\u201eIhr meint, die Kinder sind in Gefahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"32a08252819a7174b3995be13a57a06d\">\u201eIch hoffe, dass Euer <em>h\u00fdardor<\/em> sie l\u00e4ngst dort hinaus geholt hat. Das ist Eure Dom\u00e4ne.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5582196a7cdaf028330e547369ef4335\">\u201eKann ich mitkommen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bb0694ceae9d78ad66fbae98c0562e7a\">\u201eNein. Ihr &#8230; ihr m\u00fcsst hier bleiben. F\u00fcr alle F\u00e4lle.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8f7c36b7d82f2cd39f5030695e095480\">\u201eWas f\u00fcr F\u00e4lle?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4aa50421cce762fa6804246392e98364\">\u201eSchaut!&#8221;, lenkte sie mich ab und deutete in die Tiefe. \u201eDas wird sie halten, die Ungeheuer.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7646caa6aaeb60c10a0f85a037aaab28\">Der Krater war nicht mehr. Dort, wo zuvor hohe und kleinere Sandd\u00fcnen gewesen waren, die gen S\u00fcden in platte W\u00fcstenebene \u00fcbergingen, erstreckte sich nun etwas spiegelglattes, was ich im ersten Anblick verwundert f\u00fcr eine Wasserfl\u00e4che, einen See mitten im Sand gehalten hatte. Auf den zweiten Blick begriff ich, dass es eine riesige <em>Glasplatte<\/em> war, die anstelle der urspr\u00fcnglichen Senke lag. Dar\u00fcber waberte gro\u00dfe Hitze, aber die Luft war so trocken, dass ich davon husten musste. Das Feuer, das die Regenbogenritter hier gewirkt hatten, musste den letzten Rest von Grundwasser verdampft haben. Wenn ich mir vorstellte, was geschehen w\u00e4re, wenn sich all das n\u00e4her an Aur\u00f3p\u00e9a zugetragen h\u00e4tte, wurde mir eiskalt. Dann w\u00e4re die Stadt ausgel\u00f6scht worden.<\/p>\n<p data-p-id=\"c65b7a5ed38e8fd6192cf4fecdcf62b2\">Ob der Ciel\u00e1stel seinerzeit von den <em>arcaval&#8217;ay<\/em> auf eine \u00e4hnliche Weise errichtet worden war? Das w\u00fcrde das viele bunte Glas und die organischen Formen erkl\u00e4ren, woraus die Mauern der Burg gefertigt waren. Aber nun war nicht der richtige Zeitpunkt, um danach zu fragen,<\/p>\n<p data-p-id=\"92d2216af6a8a4c24aae17d29dd02582\">Am Rand der verglasten Sandfl\u00e4che rasteten die <em>arcaval&#8217;ay<\/em>, alle sieben, wie ich beruhigt feststellte. Sie waren von ihren Einh\u00f6rnern abgestiegen; einige der Tiere lagen ersch\u00f6pft im Sand, bei dem gr\u00fcnen richtete sein Herr gerade einige verknitterte Federn. Die anderen sechs sa\u00dfen und lagen im Sand, zerzaust, teils offenbar sogar etwas angesengt und sichtlich entkr\u00e4ftet. Elos\u00e1l landete, und C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor eilte heran. Ich beeilte mich, von Sonnenstrahls unbequemem R\u00fccken zu rutschen und bereute es sofort. Der Sand war so <em>hei\u00df<\/em>, dass ich es durch meine Schuhe hindurch sp\u00fcrte.<\/p>\n<p data-p-id=\"85cba253370f2829b6620aac91115df9\">\u201eElos\u00e1l! Was machst du hier? Im Ciel\u00e1stel bist du sicher!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dfd483a7798468d1192173826576ffdd\">Sie sch\u00fcttelte den Kopf, machte sich nicht einmal die M\u00fche, abzusteigen. \u201eIch brauche die Ritter. Ein letztes Mal noch. Das Portal am Himmel &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"674045533df8369959e1d52d64193f8e\">\u201eAdvon ist in Gefahr, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0358391a476f369b875de60926d52bea\">\u201eEs k\u00f6nnte sein. Ich hoffe es nicht. Aber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"183a6c68cc5d83d74c11daed066ccc13\">\u201eIch komme! Perlenglanz! Ich will ..&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4fb30e1d2c5c94e9eff9e57feca604d8\">\u201eNein. Du nicht. Du diesmal nicht, C\u00fdel\u00fa, <em>h\u00fdardor<\/em>, mein Geliebter. Diesmal nur ich und die Sieben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c51374fee2e45fe5a30b01f7e61c10af\">\u201eWenn unser Sohn in Gefahr ist, dann &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9fc821648a56176ec164b7893e4bd566\">\u201e&#8230; dann kannst du <em>diesmal<\/em> nichts daran \u00e4ndern, C\u00fdel\u00fa. Ich will, und mein Wille ist m\u00e4chtiger als deiner, dass du und Meisterin Salghi\u00e1ra hier wartet. Meisterin &#8230; wenn er versucht, mir zu folgen, seid so gut und haltet ihn zur\u00fcck.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b951dc47912fde7a02bba01f982b4bb7\">C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor warf mir einen verbl\u00fcfften, fast emp\u00f6rten Blick zu. Ich zuckte entschuldigend die Achseln. Was h\u00e4tte ich anderes tun k\u00f6nnen?<\/p>\n<p data-p-id=\"eeb74abf460427c3f206715089afbcf2\">Die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> rafften sich m\u00fcde und st\u00f6hnend auf. Diese Nacht hatte ihre Kr\u00e4fte fast g\u00e4nzlich aufgezehrt. Ich bezweifelte, dass sie einen weiteren Kampf noch \u00fcberstehen w\u00fcrden. Aber sie stellten keine Fragen. Ohne zu murren scheuchten sie ihre Einh\u00f6rner wieder auf die F\u00fc\u00dfe und stiegen auf. Der Goldene blieb stehen und schaute Elos\u00e1l mit einem flehentlichen Blick an. \u201eBitte, Elos\u00e1l &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"df7f6824de254ee2974bef73871fa0a8\">\u201eKomm zur\u00fcck, sobald der Ciel\u00e1stel wieder erstrahlt&#8221;, sagte sie sanft. \u201eWir werden wohl nicht mehr gegen Chaosgeister k\u00e4mpfen m\u00fcssen. Vielleicht ist alles schon in Ordnung, wenn wir dort ankommen. Bitte. Mach mir keine Sorgen, C\u00fdel\u00fa. Ich will euch nicht beide in Gefahr wissen, dich und Advon. Das w\u00e4re zu viel Schmerz.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7bdc6db2c18880ea79d77c40062310a4\">Sie nickte ihm zu und l\u00e4chelte z\u00e4rtlich, etwas l\u00e4nger, als es n\u00f6tig erschien. Vielleicht, dachte ich unbehaglich, w\u00e4re sie zu ihm gegangen und h\u00e4tte ihn umarmt und noch mehr mit ihm geredet, wenn ich nicht dabei gestanden h\u00e4tte. Das war eine unangenehmer Vorstellung. Dann wendete sie Sonnenstrahl und galoppierte los. Ihre sieben Ritter folgten ihr, wortlos und ohne sichtbare Regung. M\u00f6glicherweise waren sie so entkr\u00e4ftet, weil auch Elos\u00e1l langsam an ihre Grenzen stie\u00df. Perlenglanz stand neben seinem Herrn und wirkte verwirrt dar\u00fcber, dass er zur\u00fcckbleiben sollte. Diese Einh\u00f6rner hatten tats\u00e4chlich eine erstaunlich beredte Mimik, ungeachtet ihrer starrenden Schlangenaugen.<\/p>\n<p data-p-id=\"379bd8717c46e7e21cb982fffaf2da38\">C\u00fdel\u00fa schaute dem schwachen kleinen Regenbogen nach, der dezent am dunklen Nachthimmel verschwand. Dann wandte er sich mir zu und seufzte.<\/p>\n<p data-p-id=\"30fc61e476bd43c705883e33a4de3ffb\">\u201eSo begegnen wir uns also das erste Mal unter vier Augen, Meisterin Salghi\u00e1ra.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e598e4d274a752598be615f5304733bd\">\u201eJa&#8221;, sagte ich. Mehr fiel mir nicht ein. Das Schweigen war unangenehm. Dann setzte er an, etwas zu sagen, mehrfach, aber es kam ihm nicht \u00fcber die Lippen.<\/p>\n<p data-p-id=\"d18271b8758ac574543a5fad67a1a3e9\">\u201eSprecht&#8221;, sagte ich. \u201eIch h\u00f6re Euch zu. Nun, da der Verfluchte fort ist, sollten wir alle Missverst\u00e4ndnisse ausr\u00e4umen, meint Ihr nicht auch?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b7420b5b7c4078dcf1bf03d1a4c7f16d\">\u201eDarum geht es nicht&#8221;, sagte er leise. \u201eDamit hat der Verfluchte gar nichts zu tun. Es &#8230; ein kleines M\u00e4dchen, ja? Und eine <em>h\u00fdardora<\/em>, die hatte er dann auch?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b1e72e5f334dbc03eaecabb2a7279edc\">\u201eWer?&#8221;, fragte ich verwirrt.<\/p>\n<p data-p-id=\"ed6cabb7466175fa7c005f779918acaf\">\u201eEure Tochter hat mir erz\u00e4hlt &#8230; der unkundige Ritter. Der, der sie mir entrei\u00dfen wollte, als ich wie ein Verbrecher kam, um sie zu entf\u00fchren &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7bb37d9a763987582b409cc3da6f860e\">\u201eHerr J\u00f3ndere? Ja, der hat eine kleine Tochter, die er sehr liebt. Und eine nette <em>h\u00fdardora<\/em>. Seine Mutter lebt auch noch, n\u00f6rdlich von &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"59e387a3ebecb68e5d2f47f9b6fb0535\">\u201eSo viel Leid!&#8221;, brach es erschreckend intensiv aus C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor heraus. \u201eBei den M\u00e4chten, ich habe das nicht gewollt! Ich habe mich mitrei\u00dfen lassen, nicht bedacht, dass er ein <em>Mensch<\/em> war und &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1bbcb98249920c4d68e2cfe3c4ecf7ee\">Zu meiner Best\u00fcrzung fiel er auf die Knie, schlug er sich die H\u00e4nde vors Gesicht und begann zu weinen. Er klagte und schluchzte voller Qual, so es sich ihm lange, lange Zeit aufgestaut. Dabei war es erst vier Tage her, dass er mit J\u00f3ndere Mor\u00e9aval gefochten hatte. Und dann begriff ich, was los war. Du meine G\u00fcte! Der \u00c4rmste! Hatte er tats\u00e4chlich, seit er mit D\u00fdamir\u00e9e davongeritten war, geglaubt, er habe jemanden <em>umgebracht<\/em>?<\/p>\n<p data-p-id=\"419fe4b2d904101f520288b2666dde85\">\u201eMeister C\u00fdel\u00fa&#8221;, rief ich ihm zu. \u201eMeister &#8230; jener Menschenritter ist nicht tot.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"38049a72a8a0fe06e888fc4331d8a3c7\">Er schluchzte auf und schaute mich mit gro\u00dfen, ger\u00f6teten Augen fassungslos an.<\/p>\n<p data-p-id=\"6b0195819739de503f43e8a4e7905517\">\u201eMeister&#8221;, ich ging auf ihn zu, so weit ich das Gold seiner R\u00fcstung ertrug, \u201eihr habt den Mann nicht get\u00f6tet. Ihr habt ihn sehr ungl\u00fccklich mit Eurem Schwert getroffen und schwer verletzt, das schon. Aber Ihr habt ihn nicht auf eurem Gewissen. Seine Wunden sind bereits geheilt und er ist unterwegs zu seinen Lieben n\u00f6rdlich des Montaz\u00edel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1b6cf00133c52e090a45276dc16db5a1\">\u201eGeheilt&#8221;, sagte C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor tonlos.<\/p>\n<p data-p-id=\"65e270574cc29e1ad5ccbd29ef81656b\">\u201eNun ja. Er hatte Gl\u00fcck, dass der Kampf im Boscarg\u00e9n stattgefunden hat. Dort, wo heilkr\u00e4ftige Pflanzen wachsen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"396a15519ac04ec639a48852f50e954b\">\u201eSprecht Ihr die Wahrheit?&#8221;, fragte er rau. \u201eIhr treibt keinen grausamen Scherz mit mir?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"40645a66c752ae413366618f9594f43b\">\u201eNat\u00fcrlich. <em>Camat&#8217;ay<\/em> k\u00f6nnen doch nicht l\u00fcgen. Warum sollte ich Euch verspotten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2d4863ecccd403220b9de3a09c082845\">Er lie\u00df die H\u00e4nde sinken und starrte eine Weile in den Nachthimmel, in Richtung des Ciel\u00e1stel. Dann erhob er sich schwer. Sand rieselte von seiner R\u00fcstung herab.<\/p>\n<p data-p-id=\"91511cffc9f57a982d6882628a1d4cee\">\u201eEntschuldigt mich&#8221;, murmelte er. \u201eIch brauche einen Moment f\u00fcr mich, und um Zwiesprache mit Patagh\u00edu zu halten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8ad813ffeb4c2c521016c032dd576858\">\u201eKein Problem&#8221;, antwortete ich und f\u00fcgte, halb im Scherz hinzu: \u201eAber lasst Perlenglanz hier. Nicht, dass Ihr heimlich eurer <em>h\u00fdardora<\/em> nacheilt.&#8221; Er schaute mich stirnrunzelnd an, und um die Situation zu retten, plapperte ich weiter: \u201eMein <em>h\u00fdardor<\/em> w\u00fcrde das fertigbringen. Heimlich, dass ich es nicht merke.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6f88803ebfea06b492f4153614712811\">\u201eRegenbogenritter&#8221;, entgegnete er k\u00fchl, \u201ebrechen <em>niemals<\/em> ihr Wort.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7c6cc013100bb3612ea0507f8b22940e\">Bevor es noch peinlicher werden konnte, nickte ich ihm nur stumm zu. Er verzog die Lippen zu einem schiefen L\u00e4cheln. Dann dr\u00fcckte er mir Perlenglanzes Z\u00fcgel in die Hand und stapfte fort, auf die andere Seite der Glasplatte. Dort setzte er sich hin und starrte zu Ciel\u00e1stel hin\u00fcber.<\/p>\n<p data-p-id=\"8e760b3fb16d6e21077d197ed824881a\">Das Portal pulsierte und zog sich zusammen und weitete sich wieder. Es sah aus, als versuche es, sich zu schlie\u00dfen. Ich beobachtete das und streichelte geistesabwesend die samtige Einhornschnauze. Ob D\u00fdamir\u00e9e und Yalomiro \u2013 und Advon \u2013 irgendwo da drinnen waren? Und ob die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> unter Elos\u00e1ls F\u00fchrung etwas ausrichten konnten?<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2740","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2740","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2740"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2740\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3662,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2740\/revisions\/3662"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2740"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2740"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2740"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}