{"id":2739,"date":"2025-08-25T14:14:43","date_gmt":"2025-08-25T12:14:43","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2739"},"modified":"2025-08-31T09:19:57","modified_gmt":"2025-08-31T07:19:57","slug":"157-getrennte-wege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/157-getrennte-wege\/","title":{"rendered":"157: Getrennte Wege"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"72ec6680cd5595cd5c47d6fbc53e274c\">Er hatte seine Wanderung auf der Suche nach einem Ausweg ziellos angefangen, aber dann erregte etwas seine Aufmerksamkeit und begann, seine Schritte zu lenken. Gal\u00e9on lie\u00df es geschehen. Es war ohnehin egal, wohin er ging, denn hier gab es nichts mehr zu sehen oder zu unterscheiden. Einmal, in einer diffusen Vergangenheit in einer geregelten Welt, hatte er einen Maler bei der Arbeit beobachtet, der auf einer Palette Farben zu neuen Farben mischte. Das hatte er sehr interessant gefunden, und irgendwie erinnerte ihn das, was um ihn herum geschah, eben genau daran. Denn, das hatte Gal\u00e9on damals sehr schnell verstanden, wenn alle Farben, und Raum und Zeit und Verstand zusammenfielen und verstrudelten, dann w\u00fcrde nichts \u00fcbrig bleiben als eine formlose Suppe, oder noch weniger als das.<\/p>\n<p data-p-id=\"14bd3e1cad11a4b1cdbcbe490647d2b8\">F\u00fcr die Chaosgeister mochte das keine Rolle spielen. Die waren ohnehin bereits ein formloses Gemisch, und wenn das Widerwesen seine Dom\u00e4ne neu organisierte, dann w\u00fcrden sie vermutlich bestehen bleiben, so wie ein Knochen in einer Suppe zur\u00fcckblieb, w\u00e4hrend das Fleisch zerkochte.<\/p>\n<p data-p-id=\"69a19dd663e8bdd9545bec7fba155d51\">Gal\u00e9ons Magen gab ein Grummeln von sich. Kein Wunder, dass ihn der Gedanke an Suppe so besch\u00e4ftigte. Wann war es gewesen, dass er das letzte Mal etwas gegessen hatte? Er konnte sich kaum daran erinnern.<\/p>\n<p data-p-id=\"e0a431e60cd0cfe953d8c36b1736d19c\">Das Widerwesen war <em>zornig<\/em>. Im Grunde war das ein sehr gutes Zeichen, denn es bedeutete, dass ihm etwas ganz geh\u00f6rig misslungen war. Wenn es jetzt so sehr z\u00fcrnte, dass es seine Dom\u00e4ne nahm und walkte, wie ein Kind, das mit Ton spielte und Fig\u00fcrchen zusammenbuk und neu schuf, dann war es damit jedoch nicht fertig. Es war so zornig, dass es das Chaos regelrecht <em>durchknetete<\/em>, wie einen Brotteig.<\/p>\n<p data-p-id=\"2bb002c08e64a7c2505cf8ef3daf8192\"><em>Nimm dich zusammen,<\/em> schalt er sich. <em>Du wirst schon noch fr\u00fch genug etwas zwischen die Z\u00e4hne bekommen. Vorausgesetzt, du kommst hier heraus.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"d7d80fa898256cbea40fb28f9c0c0500\">Im Grund war es erstaunlich, wie leicht und unbeschwert er sich in dem brodelnden, flie\u00dfenden, sich vermischenden Chaos bewegen konnte. Er schien es zu durchpfl\u00fcgen wie ein Fisch das Wasser, es perlte an ihm ab wie Tropfen an den Bl\u00fcten einer T\u00fcmpelblume. Da war etwas um ihn herum wie eine zweite Haut, etwas \u00c4therisches, Gewicht- und Substanzloses, das er mit sich trug und das jeder seiner Bewegungen folgte. Es dauerte einen Moment, bis sich in ihm die Erkenntnis durchsetzte, dass er soeben seine eigene <em>maghiscal<\/em> entdeckt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"54d89b9ea85027da4cb16ff3bf3edc79\">Und dann fand er, was ihr zu sich geleitet hatte. Es war verzweifelt und k\u00e4mpfte im Chaos wie eine Maus, die in einen Siruptopf gefallen war.<\/p>\n<p data-p-id=\"505921072713e1c6ff31ed056eefb1c7\">\u201eWieso seid ihr noch hier?&#8221;, rief Gal\u00e9on und begann, zu rennen. Etwas W\u00fctendes, M\u00e4chtiges und doch Hilfloses stemmte sich ihm entgegen, aber er lief unbeschadet mitten hindurch, offenbar zur Verwirrung der Wesenheit.<\/p>\n<p data-p-id=\"bbbcd5a7377810fcd968846d69f23b52\">\u201eGal\u00e9on!&#8221;, jubelte D\u00fdamir\u00e9e. Das M\u00e4dchen war nassgeschwitzt, ihr Haar klebte ihr im Gesicht, und sie zerrte an etwas, dem Farbenspiel offenbar im Weg lag. Der Hengst hatte die Augen verdreht, hechelte mit weit aufgerissenem, fangzahnbewehrtem Maul und sch\u00fcttelte den Kopf, so als hielten ihn Fesseln und Z\u00e4ume am Boden.<\/p>\n<p data-p-id=\"475e0848d24aa038c18ac3ced418c97d\">Aber tats\u00e4chlich war es wohl Advon Ir\u00edsolors Wille. Der Junge war nicht minder verzweifelt und m\u00fchte sich ebenfalls ab. Beim N\u00e4herkommen sah Gal\u00e9on, dass die beiden versuchten, den reglosen K\u00f6rper von Yalomiro Lagoscyre auf den R\u00fccken des Einhorns zu ziehen. Der Schattens\u00e4nger war in tiefer Bewusstlosigkeit und dabei viel zu schwer und unhandlich f\u00fcr die beiden Kinder. Zumal das Widerwesen ihn seinerseits gepackt hatte und versuchte, ihn in den Chaosteig hineinzuzerren.<\/p>\n<p data-p-id=\"485c6816c2c35369d77851405385d693\">\u201eGal\u00e9on, bitte!&#8221;, rief Advon. \u201eHilf uns! Er ist schwer wie ein Sack Steine!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a1572aa0d2af28f3b0d5e48e34e7a799\">\u201eWas ist passiert?&#8221; Gal\u00e9on lief um das Einhorn herum. Das z\u00e4he Chaos wich vor seiner <em>maghiscal<\/em> zur\u00fcck. Er packte die Beine des schwarzgewandeten Magiers und versuchte, ihn anzuheben. Die Kinder zogen weiter und tats\u00e4chlich, nun ging es leichter. Aber wie erschreckend ausgelaugt, wie <em>unmagisch<\/em> f\u00fchlte der Schattens\u00e4nger sich an. Kl\u00e4gliche Reste der einst m\u00e4chtigen Silbermagie an seinem K\u00f6rper waren nicht intensiver als ein bisschen Schmutz an seiner Kleidung.<\/p>\n<p data-p-id=\"83b19fca0349c73db5a2b5972cfaba70\">\u201eWir haben f\u00fcr die Unkundigen alle Magie weggegeben&#8221;, sagte D\u00fdamir\u00e9e und griff ihren Vater an der Schulter. \u201eDein Stein &#8230; ich hab deinen Stein kaputt gemacht, Gal\u00e9on. Aber ich wei\u00df nicht, wie &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f324d9bf0a7692f433b12cfe5260bf9b\">\u201eNicht schlimm, D\u00fdamir\u00e9e. Du hast genug Magie \u00fcbrig, in dir drin. Sobald ihr hier heraus seid, musst du dich ausruhen. Ganz lange und fest musst du schlafen. Dann steigt neue Magie in dir auf, wie aus einer Quelle. Machst du das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0f5765bda376563983570424328064e7\">Sie nickte. \u201eUnd Papa? Kannst du ihn heil machen, Gal\u00e9on? Es ist so schwer und stickig hier &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a628cfeeb5dd9d00c679d9881b9a0b55\">\u201eBringt ihn einfach so schnell wie m\u00f6glich hier heraus, an einen Ort, an den ihn eine Weile niemand findet und er zu Kr\u00e4ften kommen kann.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7f931c4ac13e70eba8aa9b8ac12f2180\">\u201eIch wei\u00df so einen Ort&#8221;, sagte Advon. Der Junge hatte nun den G\u00fcrtel des Schattens\u00e4ngers gegriffen und zerrte ihn b\u00e4uchlings zwischen die Einhornfl\u00fcgel. Farbenspiel regte sich. Er wollte dringend aufstehen. \u201eSogar einen Wald mit echten B\u00e4umen! Da kommt niemand hin.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"564de35d47d07b15bb048ec4c14fa92e\">\u201eSehr gut. Advon, du hast nur noch wenig Magie \u00fcbrig. Bring damit D\u00fdamir\u00e9e und ihren Vater ins Weltenspiel zur\u00fcck. Und dann &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ea2f53d920e830c593109be12b41a88c\">\u201eDann?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"736bfd931a45b20d26f953ce3bd93072\">\u201eDann geh\u00f6rst du auch langsam dringend ins Bett. Deine Eltern werden sich Sorgen machen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7ce4505bcb69403e1052733be42f8639\">\u201eJa&#8221;, sagte der Junge gehorsam und verbl\u00fcfft \u00fcber diese Banalit\u00e4t. Das schmelzende Chaos tropfte von ihm ab.<\/p>\n<p data-p-id=\"a28035927adb93f31b588aaac2b5e439\">\u201eWas ist mit dem Fetzenmann?&#8221;, fragte D\u00fdamir\u00e9e und r\u00fcckte Arme und Beine ihres Vaters zurecht, wie sie es vollbrachte. \u201eVerfolgt der uns?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"16bd3c953817c7fbf64997e44a90afa5\">Gal\u00e9on b\u00fcckte sich nach dem Zauberstab, den die Kinder achtlos liegen gelassen hatten. Das daran klebende Chaosgeistblut machte das Werkzeug nicht brauchbarer, obwohl Advon den Silberstern eingesetzt hatte. Warum Ovid\u00e1ol das Fragment einst entfernt und gesondert bei sich getragen hatte, dieses Geheimnis hatte er hinter die Tr\u00e4ume genommen. Nun, wahrscheinlich hatte er es getan, f\u00fcr den Fall, dass das Werkzeug in die H\u00e4nde von Unbefugten fiel \u2013 was letztlich ja auch geschehen war.<\/p>\n<p data-p-id=\"f7eef18e85cf66522a3370d8f990f4e0\">\u201eNein. Der kann euch nichts mehr antun. Aber du solltest das hier mitnehmen, D\u00fdamir\u00e9e Lagoscyre. Wenn ihr es zur\u00fccklasst, war der ganze Wirbel hier m\u00fc\u00dfig. Lasst Eure Eltern entscheiden, wo es aufzubewahren ist. Und nun beeilt euch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cac856c1b0bfdc008389c6120596473e\">\u201eAber du kommst doch mit?&#8221;, rief Advon erschrocken aus. \u201eSchnell, sitz auf!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"87354ff80164938c7f41a88545fed213\">\u201eNein, Advon Ir\u00edsolor. Farbenspiel kann euch und ihn sicher tragen. Ich w\u00e4re eine zu gro\u00dfe Last, wenn ich noch mitk\u00e4me. Sein R\u00fccken reicht nicht aus f\u00fcr einen vierten Menschen. Abgesehen davon &#8230; ich habe ein anderes Ziel als ihr.&#8221; Er klopfte Farbenspiel den Hals, sprengte dabei ein wenig von seiner frischen <em>maghiscal<\/em> auf Beine und Fl\u00fcgel des Tieres. Der Hengst erhob sich staksig, ohne dass Advon ihn freigebannt hatte. Der Junge sagte nichts dazu, aber er, sie beide schauten Gal\u00e9on erschrocken und ungl\u00e4ubig an.<\/p>\n<p data-p-id=\"9901452993563a41895a79107af455c4\">\u201eAber du bist unser <em>Freund<\/em>&#8220;, beharrte D\u00fdamir\u00e9e und versuchte, den Stab so zu halten, dass er nicht st\u00f6rte. \u201eWir m\u00fcssen zusammen gehen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"db8a63830908e3ac091489a8c9b65b90\">\u201eIch bin euer Freund. Ich werde immer euer Freund sein. Aber ich bin ein <em>b\u00e1chorkor<\/em>, Kinder. Ich muss allein gehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bde707ee6494ac12287361258aa1c43d\">\u201eAber &#8230; wir sehen dich doch wieder, nicht wahr?&#8221;, fragte Advon leise. \u201eDu kommst doch zur\u00fcck nach Aur\u00f3p\u00e9a?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"27a0e959ec5f6ceb2f7a8a3d7ae68440\">\u201eUnd in den Boscarg\u00e9n?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"83fe4e47a8b8c424ce85a8f45efe0df6\">\u201eNat\u00fcrlich. Ihr wollt doch sicher eine Menge sch\u00f6ner Geschichten von mir h\u00f6ren, oder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"30ebff3a11860b5693e2b9f5bc62ff57\">Sie musterten ihn beide auf eine sehr sonderbare Weise. Auf die Art, wie wenn Kinder es genau sp\u00fcrten, wenn ein Erwachsener sie mit einem Versprechen zu etwas bewegen wollte. Wenn ihnen genau klar war, dass man versuchte, sie zu vertr\u00f6sten.<\/p>\n<p data-p-id=\"e8eac05ac6c62759196f7c5970a7877a\">\u201eGeht&#8221;, bat er sie. \u201eBringt euch in Sicherheit. Und &#8230; Advon Ir\u00edsolor, eine Bitte an dich. Die anderen Kinder, die Unkundigen, die d\u00fcrfen nicht erfahren, dass es mich gibt. Nicht, bevor ich ihnen selbst begegne.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d7e6032b581fc3b1ee0d5068f9cec69f\">\u201eIch versteh schon. Ich werde der <em>teirandanja<\/em> ganz bestimmt nichts von dir sagen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e4fd56990750810c8814168efca871f4\">\u201eDann fliegt. Kehrt zur\u00fcck ins Weltenspiel. Die neue Partie beginnt nicht ohne euch!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e9a2bc35dbe07dedc367aeb401781d94\">Er lie\u00df eine weitere Portion seiner eigenen <em>maghiscal<\/em> \u00fcber das Einhorn fluten, und Farbenspiel sprengte los, als habe man ihm ein Startsignal zu einem Rennen gegeben. D\u00fdamir\u00e9e warf sich geistesgegenw\u00e4rtig \u00fcber den K\u00f6rper ihres Vaters und versuchte, sich an den Fl\u00fcgelwurzeln zu halten. Advon klammerte sich am Hals des Einhorns fest und grub seine H\u00e4nde in die flauschige M\u00e4hne. Das Ganze sah bedenklich instabil und waghalsig aus, zumal Farbenspiel sich beim Emporpreschen in die Kurve legte und sich f\u00fcr einen atemberaubend steilen Winkel entschied, um das Portal zu erreichen. Gal\u00e9on h\u00f6rte ihn aufgeregt br\u00fcllen, buckeln und auskeilen, als das Widerwesen nach ihnen haschte, und die Kinder panisch kreischen. Dann war da ein <em>goldener Nebel <\/em>von Magie. Vermutlich <em>wollte <\/em>Advon mit aller Macht, dass niemand abst\u00fcrzte. Nur gut, dass der Schattens\u00e4nger f\u00fcr den Moment nicht mehr war als unmagisches, willenloses Gep\u00e4ck. Sicher h\u00e4tte es ihm nicht gefallen, unter den Bann eines <em>arcaval&#8217;ay<\/em> zu geraten, dazu noch unter einen so jungen!<\/p>\n<p data-p-id=\"dbcc95ea618a14b381122f9609fde609\">Gal\u00e9on schaute den Kindern und ihrem Reittier besorgt nach. Dann sp\u00fcrte er, wie sich das schwere, klebrige Chaos an ihm zu schaffen machte, versuchte, ihn zu umsp\u00fclen und einzuschlie\u00dfen, mitsamt der <em>maghiscal<\/em>, wie in magisches Harz. Der <em>b\u00e1chorkor<\/em> schaute sich um. Hatten die Unkundigen oder die Kinder noch etwas hier gelassen, was nicht in die Chaosmasse geraten durfte?<\/p>\n<p data-p-id=\"23b0074fccfeef1ff43c9248ec3ba836\">Ja, das hatten sie. Dort dr\u00fcben im Sand funkelte es rot. Gal\u00e9on sch\u00fcttelte den unsichtbaren Griff ab, ging hin und sammelte zw\u00f6lf rote Kristallscherben auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"59b17049b331014af8e07bef9a63795c\">Das Chaos erbebte. Diesmal war es ein besonders heftiger Schlag. Das, was er f\u00fcr das Widerwesen hielt, tobte und w\u00fctete, und das, was noch stabil genug gewesen war, st\u00fcrzte endg\u00fcltig ein und zum Mittelpunkt zusammen. Das Portal schloss sich so schnell, dass es kaum noch gro\u00df genug war, um ein Einhorn mit ausgespannten Fl\u00fcgeln hindurch zu lassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f7bec0ebe71fa62d9d9b47255ca8f9a0\">Der Mittelpunkt, das begriff Gal\u00e9on und staunte \u00fcber seine Gelassenheit, das war <em>er<\/em>. Dem Widerwesen war alles entglitten, das es erbeutet und zusammengesammelt hatte, offenbar nicht zum ersten Mal. Wenigstens ihn, den wollte es nun nicht gehen lassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"899fe64968d8a804934176ba68b154ca\">Gal\u00e9on legte das Dutzend Scherben ruhig in einem kleinen Kreis um sich herum aus. Dann hoffte er von ganzem Herzen das, wer auch immer das Werkzeug urspr\u00fcnglich erschaffen hatte, ihm wohlgesonnen sein w\u00fcrde.<\/p>\n<p data-p-id=\"dc31edd407aeafe13045efc066c842f0\">Da wogte das Chaos heran, das Widerwesen br\u00fcllte so schrill, dass er sich entsetzt die Ohren zuhalten musste. Und dann st\u00fcrzte er, tief, schnell und schmerzhaft, hinab wie damals, in den Brunnenschacht. Nur, dass es diesmal kein Seil gab, das ihn an ausgerenkten Armen stoppte.<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"a6965341cd74c49b2870737b17d9f070\">J\u00f3ndere Mor\u00e9aval trug T\u00edjnje ins Freie. Seine wild zuckenden Gedanken kamen langsam zur Ruhe, je l\u00e4nger er sie festhielt und ihr Herzchen schlagen h\u00f6rte und den M\u00e4chten dankte, dass es nicht nur ein kleiner kalter K\u00f6rper war, den der Turm freigegeben hatte. Dass sie aufgeregt auf ihn einplapperte wie ein Sturzbach und dabei r\u00e4tselhaftes Zeug \u00fcber ganz viel Sand und Nebel und gr\u00e4ssliche Monster berichtete, drang gar nicht zu ihm durch. Die M\u00e4chte hatten ihm sein Kind gelassen. Vater und Bruder seiner <em>h\u00fdardora<\/em> waren wohlauf. Seinen Freunden und deren S\u00f6hnen schien es gut zu gehen. Und seine <em>teiranday<\/em> und die <em>teirandanja<\/em>, die waren auch wieder da. Nun konnte er von der Verantwortung lassen. Alles war gut.<\/p>\n<p data-p-id=\"49a597dd89f02fb7f2269594128b0461\">Drau\u00dfen stand <em>yarl<\/em> Emberbey mit einem mageren, sch\u00fcchtern dreinblickenden Jungen. Das war wohl der Sohn, der, \u00fcber den der Ritter so selten ein Wort verloren hatte. Was war dem Knaben zugesto\u00dfen? Wer hatte ihn so schrecklich zugerichtet?<\/p>\n<p data-p-id=\"c8cf5de1fba20374e6d9e6d54f47114b\">\u201eOsse!&#8221;, rief T\u00edjnje. \u201eSchau, das ist mein Papa! Papa, das ist Osse. Er hat ein Monster verpr\u00fcgelt, das uns fressen wollte! Ganz feste!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4ecc354bc4d1c0938cc4eb56dbbb0ebc\">\u201eHast du das wirklich getan?&#8221;, fragte Mor\u00e9aval, um h\u00f6flich zu sein.<\/p>\n<p data-p-id=\"85554c06603d091de41304c6d3a4ffc4\">\u201eJa, Herr. Aber &#8230; es hat mir wenig gefallen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5d8b4644ceffc6a0cdb5dd8e112ac344\">Mor\u00e9aval wechselte einen raschen Blick mit Emberbey, dessen Gesicht unbewegt war wie immer. Dann warf er einen Blick auf den Burghof hinab.<\/p>\n<p data-p-id=\"dfa7f85bb7d6af3e1366c32f1c4f8060\">\u201eWas ist denn hier passiert?&#8221;, rief er aus und setzte T\u00edjnje ab.<\/p>\n<p data-p-id=\"ac9195e36a23f3c78dcd82749acb8656\">\u201eWas soll passiert sein?&#8221;, fragte Daap Grootplen, der immer noch nicht ablassen konnte von seiner Tochter.<\/p>\n<p data-p-id=\"14a9eb07b5ebcba25858281b5db42d58\">Mor\u00e9aval starrte auf den Hof. Sauber gefegt war er, ordentlich standen Ger\u00e4tschaften und Beh\u00e4ltnisse, und sogar die Feuerschalen, die zuvor Sand und Regen gel\u00f6scht hatten, waren noch da und spendeten Licht. Das Kopfsteinpflaster und die gestampfte Erde waren sauber gefegt.<\/p>\n<p data-p-id=\"d9f27c849fbefea2c3edac3af14363dc\">\u201eWo sind denn alle?&#8221;, fragte Altabete verwundert. \u201eDas ist ja menschenleer, und kein Ton zu h\u00f6ren!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bab6d72ebc96a4340f5f445600b1b3fc\">\u201eJa, Mor\u00e9aval&#8221;, schloss sich Asga\u00fd von Spagor an. \u201eWo sind die Leute?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d0af1728ceafc17404c75a18d8689372\">\u201eWo ist das Wasser, Herr?&#8221;, fragte die <em>yarlara<\/em> zur\u00fcck.<\/p>\n<p data-p-id=\"bc4e239718840966f3d3c9d777897b81\">\u201eUnd der Sand?&#8221;, fragte Manj\u00e9v. \u201eWo sind der Sand und die Tr\u00fcmmer?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a9f1f08009bc3c0a8d5835020a1a7acd\">So standen sie einen Moment ratlos, bis Wa\u00fdreth Althopian sagte: \u201eEs ist <em>nie geschehen<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"388b3a71c1fd0d1fd3e73ddffff7ae0a\">\u201eNein&#8221;, murmelte Mor\u00e9aval. \u201eDa war nur eine T\u00fcr. Eine ganz furchtbar verzogene und verklemmte T\u00fcr. Und ein Unwetter. Ich hatte die Leute bis zum Morgen aus der Burg geschickt, Herr. Wegen des Dings dort oben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eb2f7aa518f729e0575c30c7303775b8\">\u201eWelches Ding?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a7e225a72d27e01027522f5a7f065c16\">Sie schauten zum Himmel empor. Einige sachte Wolkenschleier zogen am Mond vorbei.<\/p>\n<p data-p-id=\"9100bfa56bf5ed5ec8711ebd8edfe667\">\u201eMajest\u00e4t&#8221;, sagte Mor\u00e9aval tonlos. \u201eMein Verstand hat offensichtlich gro\u00dfen Schaden genommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"414c83d0febac5b0f3e53cc8494df36d\">\u201eHaben andere es gesehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dcb24e1daa8c974726b420426b90b02a\">\u201eJa&#8221;, sagte die <em>yarlara<\/em>. \u201eIch. Und wahrscheinlich alle Schutzbefohlenen in und um die Burg.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ca39204049b0c363615335f5f1debe11\">\u201eDann&#8221;, sagte K\u00edan\u00e1 von Wijdlant, \u201ewird man uns wohl morgen davon berichten. Und sobald der Zimmermann wieder da ist, soll er das Turmzimmer verschlie\u00dfen. Mit Brettern und Eisen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a990cdf04080a568b157a823d09db181\">\u201eWarum lassen wir es nicht gleich zumauern?&#8221;, fragte Altabete.<\/p>\n<p data-p-id=\"a718053e9f34e2240e0aee74716b57b1\">\u201eIch bin dabei&#8221;, rief Grootplen. \u201eEigenh\u00e4ndig! L\u00e1as, du und &#8230;&#8221; Er unterbrach sich. Alle Erwachsenen wandten sich den Kindern zu. Da standen sie, die vier Jungen und das kleine M\u00e4dchen, und scharten sich um ihre <em>teirandanja<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"f32b74713f4456f1b9a9a63d87b21d20\">\u201eIhr ruht euch aus&#8221;, bestimmte K\u00edan\u00e1 von Wijdlant. \u201eBei den M\u00e4chten, ihr habt genug durchgemacht in dieser Nacht.&#8221; Sie strich sich die Haare aus dem Gesicht und bemerkte, dass etwas fehlte auf ihrem Kopf.<\/p>\n<p data-p-id=\"03bef255249db7bdac126f4647daed32\">\u201eUnd der Goldschmied, der soll neue Kronen machen, gleich morgen&#8221;, f\u00fcgte sie hinzu. \u201eDas weist Ihr an, edle <em>yarlara<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"260e1b9472520466cdf9ca2ae635df86\">\u201eWir haben noch die Steine&#8221;, rief T\u00edjnje fr\u00f6hlich und schwenkte ihr samtenes G\u00fcrtelt\u00e4schchen. \u201eBis auf einen. Der war schlecht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"705a08368f424b10ba942420b6767a2f\">\u201eDas macht wohl nichts, T\u00edjnje&#8221;, mahnte die <em>yarlara<\/em> das vorlaute Kind. \u201eAber Majest\u00e4t &#8230; wenn ein Stein fehlt, dann ersetzt ihn gern mit diesem. Ich glaube, der hat Euch und uns Gl\u00fcck gebracht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"75faa61a3b6de91f5f750f3d3253b21f\">Mor\u00e9aval sah, wie sie den magischen Opal in die Hand der <em>teiranda<\/em> legte. K\u00edan\u00e1 von Wijdlant bestaunte die G\u00fcte des Steines im Flackern der Fackeln. Und ihm entging nicht, wie die <em>teirandanja<\/em> L\u00e1as hinter ihrem R\u00fccken am \u00c4rmel zog, etwas zuzischte und dann einen kleinen Gegenstand zusteckte, der kurz golden aufblitzte.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2739","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2739","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2739"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2739\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3661,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2739\/revisions\/3661"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2739"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2739"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2739"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}