{"id":2735,"date":"2025-08-25T14:16:56","date_gmt":"2025-08-25T12:16:56","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2735"},"modified":"2025-08-31T09:18:55","modified_gmt":"2025-08-31T07:18:55","slug":"161-geschenke-fuer-galeon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/161-geschenke-fuer-galeon\/","title":{"rendered":"161: Geschenke f\u00fcr Gal\u00e9on"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"b23e75964953038be2f76bca102642bf\">Gal\u00e9on erwachte, als die ersten Sonnenstrahlen ihm das Gesicht w\u00e4rmten. Aber er hatte noch keine Lust, aufzustehen. Noch ein paar Augenblicke wollte er den Komfort genie\u00dfen, den ihm seine Flucht vor dem Widerwesen auf so unverhoffte Weise gebracht hatte. Wie lange hatte er nicht mehr in einem richtigen Bett geschlafen? Die Matratze, wahrscheinlich mit Schafswolle gepolstert, war zwar etwas klamm und muffig, aber dennoch das Luxuri\u00f6seste, das Gal\u00e9on je als Liegestatt verwendet hatte. Ganz zu schwiegen von der warmen Decke.<\/p>\n<p data-p-id=\"5bf9da3b6115dc7c24ff220917f247b0\">Und doch, er durfte sich hier nicht zu lange aufhalten. Dieser Ort war nicht gut f\u00fcr ihn. <em>Noch<\/em> nicht. Die Fragmente des roten Kristalls hatten sich entschieden, ihn herzubringen, ihm ein eigenes kleines Portal heraus aus dem Chaos geschaffen, zusammen mit einem Zauber, der ihm von einer unbekannten Macht \u2013 oder Erinnerung &#8211; intuitiv eingegeben worden war. Vielleicht vom Traumphantom, das ihm eine kleine Belohnung f\u00fcr seine M\u00fchen hatte g\u00f6nnen wollen.<\/p>\n<p data-p-id=\"c144d8bfc6b20d56d064f85ec0445870\">Gal\u00e9on seufzte bedauernd, \u00f6ffnete die Augen und blinzelte hinauf zum morgenblauen Himmel \u00fcber dem Loch im Dach. Ob es den Unkundigen eingefallen war, die Decke einzurei\u00dfen, oder ob irgendetwas mit Wucht von oben herabgefallen war, das w\u00fcrde er so schnell nicht erfahren. Ein Katapultgeschoss oder dergleichen hatte er nicht gefunden, wohl aber, am Boden verstreut um einen unheimlichen schwarzen Tisch, zw\u00f6lf bunt bemalte Fragmente von Deckenputz. Mit denen hatte er etwas zu tun.<\/p>\n<p data-p-id=\"ec3070b9bc882407bde5f9fe39918b04\">Er nahm bedauernd Abschied von der Matratze, ging hin\u00fcber zum Tisch und nahm sich den Rest von den Pfannkuchen, die auf einem kleinen Teller hinter der zertr\u00fcmmerten T\u00fcr gestanden hatten. Sie waren altbacken, kalt und voller M\u00f6rtelstaub und Holzsplitter, sodass der <em>b\u00e1chorkor<\/em> sich nicht vorstellen konnte, dass ein Unkundiger sie noch essen mochte. Aber es w\u00e4re eine Schande gewesen, sie zu verschwenden. Nat\u00fcrlich war Gal\u00e9on klug genug gewesen, nicht alles zugleich notd\u00fcrftig zu s\u00e4ubern und zu verschlingen. Das h\u00e4tte ihm nur Leibschmerzen gemacht und den Genuss verdorben.<\/p>\n<p data-p-id=\"f1d4cc567a814bb4dcd35367ef10a3b8\">Nachdenklich spielte und probierte er einen Moment geistesabwesend an den Scherben herum und erkannte dann, dass sie sich zu einem Bild zusammenf\u00fcgen lie\u00dfen. Er tat es und betrachtete dann nachdenklich das Abbild der g\u00fctigen <em>goala&#8217;ayra<\/em> im Kreise der todwunden Ritter.<\/p>\n<p data-p-id=\"9062da27a68315d7347a2fa2d781bb91\"><em>Du tr\u00f6delst, <\/em>mahnte das Traumphantom. Gal\u00e9on blickte auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"0430a0ca934d36f8bced47440b465fb6\">\u201eIst das die Rote Dame?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b869c894af32302a8eb6c9fc98f9cb17\"><em>Es ist <\/em>eine<em> Rote Dame. Nicht die, der der Stein geh\u00f6rte. Aber das bleibt sich gleich.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"218d8022ec34e2df0bb08e15a2849ad8\">\u201eIch verstehe nicht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"717962b6d3d1ea48cff39fd5db00bb8c\"><em>Das Bild da, das ist die Phantasie der Unkundigen, ihre Verehrung, ihr Trost. Nicht das, was schlie\u00dflich aus uns wurde. Und nun beeile dich. Hier im Turm bist du in der Falle. Du musst gehen, bevor die teiranday und ihre Leute auf die Idee kommen, sich hier n\u00e4her umzuschauen und den Schaden zu betrachten.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"3c2115473b446e55399d372a76a3438d\">Das klang einsichtig. Gal\u00e9on schickte sich an, das Bild wieder zu zerstreuen, aber das Traumphantom hinderte ihn daran. <em>Nein. Lass sie r\u00e4tseln und sich wundern. Solange niemand von dir wei\u00df, ist es gut. Sie werden es nicht wagen, das Bild zu entfernen und diesen Raum zu versiegeln. Vielleicht brauchen wir all das noch einmal.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"e7035a09c05b16acbb9fbd63ad995172\">\u201eWas soll ich sonst tun?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eb9bff315ed1577f0a0d17ef5ac0c818\"><em>Schau dich um und pack zusammen, was du glaubst, brauchen zu k\u00f6nnen. Viel wird es nicht sein. Mit meinen Kr\u00e4utern und Elixieren wirst du nichts anfangen k\u00f6nnen, und das meiste davon hat ohnehin \u00fcber all die Winter seine Kraft verloren. Die Phiole aus rotem Glas da links auf dem Bord, die k\u00f6nnte noch taugen. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"3a7ccc5118d4a063db55513e7b9e9b39\">\u201eWas ist da drin?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4e7321e909ebb5d9607cf80b48d58406\"><em>Fl\u00fcssige Gnade. Pack es ein. Ich lehre dich sp\u00e4ter das Rezept.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"ef15fb49f6d88c9a2d2a49054ea89096\">Gal\u00e9on schaute sich um, fand eine lederne Umh\u00e4ngetasche und tat, wie ihm gehei\u00dfen.<\/p>\n<p data-p-id=\"eae2f058187e541c14b8a9c12591d22d\"><em>In der Truhe ist Kleidung. Mit den Fetzen, die du am Leib hast, f\u00e4llst du hierzulande zu sehr auf. Es ist kalt hier, viel k\u00e4lter als in Aur\u00f3p\u00e9a. Nimm mit, was dir passt. Beeil dich.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"faa57af05669af7716addf468f41a3a8\">Es war bessere Kleidung aus feinerem Stoff, als Gal\u00e9on jemals am Leib gehabt hatte, allerdings war ihr Vorbesitzer wesentlich gr\u00f6\u00dfer und kr\u00e4ftiger gewesen als er. Vielleicht w\u00e4re sp\u00e4ter eine N\u00e4herin bereit, ihm die Gew\u00e4nder etwas anzupassen. In der Truhe fanden sich auch \u2013 Gal\u00e9on konnte sein Gl\u00fcck kaum fassen \u2013 ein warmer Wintermantel und feste Stiefel. Und ein Hut aus feinem roten Filz. Gal\u00e9on schn\u00fcrte seine neuen Sch\u00e4tze zu einem B\u00fcndel zusammen und raffte etwas Kleinkram zusammen, ein Schreibzeug, Federn, ein paar sch\u00f6ner Kristallbecher. Auch die zw\u00f6lf Splitter des roten Kristalls wickelte er sorgsam in ein vornehmes Taschentuch.<\/p>\n<p data-p-id=\"b7c84b55f6059e9d5f7762ac5f97fb75\"><em>Und nun geh. Verschwinde hier, so schnell du kannst und ohne dich noch einmal umzudrehen. Geh an den Ort, an den der Schattens\u00e4nger dich geschickt hat. Und nimm eine Schaufel mit.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"5473fbe959e7f5d67d1815c4dd08f8e2\">Yalomiro kam zu sich. Der pochende Schmerz in seiner Hand lie\u00df sich nicht l\u00e4nger ignorieren. Er \u00f6ffnete mit M\u00fche die Augen und schaute nach. Zwar war sein Blick immer noch tr\u00fcbe und unscharf, aber es war zwischenzeitlich nicht mehr dunkle Nacht. Die Sonne schien sich bereits \u00fcber den Horizont erhoben zu haben, aber vom Morgenlicht kam hier vorerst nur grauer Schatten an. \u00dcber ihm raschelten Baumwipfel, und hier und da rieselte Sand zu Boden, der sich auf den Bl\u00e4ttern gesammelt haben mochte.<\/p>\n<p data-p-id=\"3d436fa0c5d339e4da7ac1cf1eb3d643\">Der Schattens\u00e4nger hob den Arm und stellte fest, dass ein Pflanzentrieb dabei war, in seiner Hand zu bewurzeln. Yalomiro biss die Z\u00e4hne zusammen, zupfte ihn behutsam aus der Wunde heraus und sah, noch im Halbschlaf, benommen zu, wie die durchsto\u00dfene Hand sich langsam schloss. Dazu reichte die Kraft, die die Ranke ihm gegeben hatte. Verdorrt und abgestorben war sie nun, aber der kleine Ableger war gr\u00fcn, kr\u00e4ftig genug von seinem Blut und trug nun ein ganz klein wenig Magie in sich. Yalomiro scharrte mit der unverletzten Hand ein kleines Loch, setzte die Wurzeln hinein und versank wieder in einen tiefen, diesmal schmerzfreien Schlaf.<\/p>\n<p data-p-id=\"1504bda13eee047241f16c7e0b76d301\">Als er das n\u00e4chste Mal die Augen aufschlug, waren sein Blick und seine Gedanken klarer. Er setzte sich auf und blickte sich um. Wie er in diesen h\u00fcbschen kleinen, wenn auch vom Sand eingestaubten Hain geraten war, wie er \u00fcberhaupt aus dem Chaos heraus gefunden hatte &#8230; er wusste es nicht. Alles, was geschehen war, nachdem er die unkundigen Kinder, die drei Zukunftstr\u00e4ger der Unkundigen mit seinem Blut und der Nadel zur\u00fcck in ihr Schicksal geschickt hatte \u2013 das war ausgel\u00f6scht.<\/p>\n<p data-p-id=\"07b3176db31c94de4a9d7896123b8ad7\">Dunkel erinnerte er sich, dass Advon Ir\u00edsolor zu ihm gesprochen hatte. Und der Gedanke, ihm eine Pflanze als Lebensspender anzuheften \u2013 wenn auch ausgesprochen dilettantisch \u2013 das konnte nur D\u00fdamir\u00e9e gewesen sein. Die Kinder &#8230; gemeinsam waren die Kinder dem Widerwesen entwischt. Gemeinsam hatten sie ihn gerettet.<\/p>\n<p data-p-id=\"b22940df9128d71bb68c57c3816025ca\">Vielleicht hatte auch der junge <em>goala&#8217;ay<\/em> ein klein wenig dazu getan. Yalomiro schaute zu den Palmenwipfeln auf. Dazwischen zeigte sich morgenrosa Himmel, getupft mit ein paar harmlosen Sch\u00f6nwetterw\u00f6lkchen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3a4f74e88810024e84f1eb1717f4fc9f\">Es war vorbei. Die Gefahren waren abgewendet. Ovid\u00e1ols Wahnsinn, losgelassen auf das Weltenspiel, hatten die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> geb\u00e4ndigt. Und Salghi\u00e1ra &#8230; sicherlich hatte Salghi\u00e1ra ihren guten Teil dazu beigetragen. Allein, das stand fest, w\u00e4re es den Regenbogenrittern und der <em>faj\u00eda<\/em> nicht gegl\u00fcckt. Und das Widerwesen &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"fe1c621344934daec0c43e955b18c14f\">Nein. Es war doch noch nicht vorbei. Sie waren gerade rechtzeitig gekommen, um sein Spiel zu st\u00f6ren. Aber aufgehalten hatten sie es diesmal allenfalls f\u00fcr den Moment. Sie hatten die Aufstellung seiner Figuren durcheinandergewirbelt und die m\u00e4chtigen Spielsteine wieder beiseite gestellt, auf die Positionen, die ihnen zustanden.<\/p>\n<p data-p-id=\"56da7a010503f5d45b80fe485f53616a\">Yalomiro hatte keine M\u00f6glichkeit, es zu \u00fcberpr\u00fcfen. Aber er war sich sehr sicher, dass seine Mogelei gewirkt hatte. Meister Ask\u00fdn hatte ihn seinerzeit mehr als einmal gewarnt, dass es keinem Magier zustand, mit der Zeit zu zaubern, und Yalomiro hatte dieses Gebot immer gut und vern\u00fcnftig und den M\u00e4chten gef\u00e4llig gefunden. Wenn auch &#8230; <em>verlockend<\/em>. Sicher h\u00e4tte Meister Ask\u00fdn seinen Ungehorsam kopfsch\u00fcttelnd durchgehen lassen, angesichts des Notfalls und des Umstandes, dass im Chaos die Zeit ohnehin besch\u00e4digt war. Er h\u00e4tte es nicht gutgehei\u00dfen, aber <em>verstanden<\/em>. Und, nur der Form halber, eine Bu\u00dfe \u00fcber ihn verh\u00e4ngt, wie es Pflicht eines gewissenhaften Meisters war.<\/p>\n<p data-p-id=\"cba7e92f53fd89c2a8789a429786eb8d\">Nun, jetzt war <em>er<\/em> der Meister. Yalomiro fand, er konnte gegen sich selber etwas milder sein.<\/p>\n<p data-p-id=\"038727f502e78b321c32cdcc40c011a4\">Er schaute sich um. Der Zauberstab, den hatten die Kinder mitgenommen. Nachl\u00e4ssig lehnte er an einem Baumstamm, zusammengef\u00fcgt, aber was Magie betraf, so leer wie ein trockener Wasserschlauch. Yalomiro langte danach und widmete dem Artefakt einen pr\u00fcfenden Blick. Vielleicht w\u00e4re es nicht schlecht, f\u00fcr den Weg zum Ciel\u00e1stel einen Wanderstab zu haben. Danach mochte Elos\u00e1l entscheiden, wo und wie das Artefakt aufbewahrt werden sollte.<\/p>\n<p data-p-id=\"f488fb0944b0253c24a7c20fde268db8\">Er sa\u00df eine Weile ersch\u00f6pft da und sp\u00fcrte danach, wo dieses Abenteuer Wunden geschlagen hatte, wo es an Energie fehlte und wie lange es dauern w\u00fcrde, sich zu regenerieren. Mit nur einer Nacht w\u00e4re es nicht getan. Aber die n\u00e4chsten N\u00e4chte, die wollte er keinesfalls hier, so nahe an Patagh\u00edus Heiligtum verbringen. Er sehnte sich zur\u00fcck in den Wald, der die helle Sonne in gn\u00e4diges gr\u00fcnes Schimmern wandelte, und in die K\u00fchle und Sch\u00f6nheit von Nokt\u00e1mas Halle. Mit dem Weltenschl\u00fcssel, und falls Salghi\u00e1ra sich nicht in \u00e4hnlich desolatem Zustand befand wie er, sollte das kein Problem sein. Die Regenbogenritter mussten ihnen lediglich erlauben, eine T\u00fcr zu benutzen. Und dazu w\u00fcrde sich C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor, dieser unwirsche Kerl, doch wohl durchringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"85886a5ee6ceb2ff37b8cc19e03202be\">Und D\u00fdamir\u00e9e, die &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"bac3eb35465952ceba23ac0e91c7ad44\">Er schaute nachdenklich ins Leere. D\u00fdamir\u00e9e &#8230; die w\u00fcrde sich wohl nicht gern von Advon Ir\u00edsolor trennen. Die beiden Kinder hatten die M\u00e4chte zusammengef\u00fcgt, wie zwei Seiten einer M\u00fcnze. Zusammen waren sie m\u00e4chtig genug, um dem Widerwesen zu begegnen, was immer es als N\u00e4chstes f\u00fcr ein Spiel beginnen w\u00fcrde. Aber noch konnte es nicht so weit sein. Noch war D\u00fdamir\u00e9e ein liebes, kleines M\u00e4dchen. Noch war sie Salghi\u00e1ras und seine Tochter. Das Kind, das sie beide besch\u00fctzen mussten.<\/p>\n<p data-p-id=\"92f012ee1156f44502b547e7438277cd\">Der Schattens\u00e4nger dachte nach. M\u00f6glicherweise trieben Elos\u00e1l Ir\u00edsolor und ihren unwirschen <em>h\u00fdardor<\/em> gerade ganz \u00e4hnliche Gedanken um. Im Leben nicht w\u00fcrde C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor seinen Sohn laufen lassen, noch bevor dem ein Bart wuchs! Sicher nicht einmal dann.<\/p>\n<p data-p-id=\"2476c67af86105bcf8492b1df5c381cf\">Yalomiro zog die Tasche hinter seinem R\u00fccken hervor, warf einen Blick hinein und fand die Geige ordentlich an ihrem Platz. Zaghaft probierte er, ob die geschundene Hand wieder in der Lage war, ordentlich die Saiten zu greifen. Seine Finger waren steif und schmerzten noch, aber es war m\u00f6glich. Dann warf er einen pr\u00fcfenden Blick auf die Ranke, die zwischenzeitlich ein gutes St\u00fcck gewachsen war. Einen Augenblick spielte er mit dem Gedanken, schm\u00fcckte ihn aus und brachte ihn in Form. Dann rappelte er sich auf, packte die Geige wieder ein und griff nach dem unmagischen Stab, einer trefflichen St\u00fctze f\u00fcr einen fu\u00dflahmen Wanderer.<\/p>\n<p data-p-id=\"685fd6baa924940f8bcb65cfed90f01a\">Nun, dachte er, vielleicht konnte es doch nicht schaden, ein paar Tage hierzubleiben. Die N\u00e4chte mit Salghi\u00e1ra in der W\u00fcste zu verbringen, bis wieder genug Kraft da war. Den Kindern zuliebe.<\/p>\n<p data-p-id=\"3db659a700d69242c5874e1eaaeb9e39\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"177f6716a98799cd4d3f8830fa5b7037\">Offenbar schien es niemand allzu eilig zu haben, den Turm zu betreten. Tats\u00e4chlich schien die ganze Burg menschenleer zu sein. Woran das lag, erkannte Gal\u00e9on, als er einen letzten Blick aus dem Fenster warf. Von Norden n\u00e4herte sich eine Horde von Menschen, teils zu Fu\u00df, teils zu Pferd und in Begleitung von ein wenig Vieh. Waren das die Bewohner dieser Burg? Wieso, bei allen M\u00e4chten, hatten sie geschlossen das Geb\u00e4ude verlassen?<\/p>\n<p data-p-id=\"572ebaa2801f4eca60929899b6c8a22f\">Der <em>b\u00e1chorkor<\/em> lief eilig den Turm herab, wunderte sich \u00fcber die Au\u00dfent\u00fcr, die ebenfalls in Splitter und Kleinholz gehauen war und hoffte, dass er gerade nun niemandem in die Arme laufen w\u00fcrde. Bepackt mit seinen neuen Besitzt\u00fcmern und in seinen zerfetzen Gew\u00e4ndern, w\u00fcrde man ihn auf den ersten Blick f\u00fcr einen Pl\u00fcnderer halten. Das Bed\u00fcrfnis, herauszufinden, wie die Leute hier mit vermeintlichen Dieben verfuhren, hatte Gal\u00e9on nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"c1f4651f6f346d85acf2b86168310e9b\">Um dem Aufmarsch auszuweichen, der sich dem Haupttor n\u00e4herte, entschloss er sich, den Umweg durch den Burggarten zu machen und dort nach einem Durchschlupf zu suchen. Es musste einen geben, denn die G\u00e4rtner w\u00fcrden sicher nicht Dung und Gr\u00fcnschnitt aufw\u00e4ndig \u00fcber den gepflegten gro\u00dfen Haupthof karren. Au\u00dferdem w\u00e4re die Wahrscheinlichkeit gro\u00df, dass er im Garten eine Schaufel borgen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"ee98c963c2391cd1850cfa267ff11a67\">Tats\u00e4chlich hatte Gal\u00e9on Gl\u00fcck und fand einen Spaten mit wackligem Blatt, den jemand an die Wand gelehnt hatte, vielleicht, um ihn sp\u00e4ter zu reparieren oder wegzuwerfen. Der <em>b\u00e1chorkor<\/em> eilte zwischen Erbsenstangen und Kohlbeeten hindurch, lie\u00df den duftenden Garten mit Blumen, einer sch\u00f6nen Rosenlaube und Kr\u00e4utern hinter sich. Tats\u00e4chlich erahnte er am anderen Ende der Ummauerung eine kleine Pforte, die von innen verriegelt war. Aber bevor er sie erreichte, nahm er aus den Augenwinkeln eine Bewegung wahr. Dort, neben den Spalieren mit S\u00fc\u00dfbeeren, hockte ein kleines M\u00e4dchen und schaute ihn \u00fcberrascht an. Dann erhob es sich und klopfte sich die schmutzigen H\u00e4nde an ihrer adretten feinen Sch\u00fcrze ab, die sie sich ziemlich schief und vermutlich ganz allein umgebunden hatte. Sie trug ein bunt besticktes Nachthemdchen. Darauf, Schuhe anzuziehen, hatte sie ganz verzichtet,<\/p>\n<p data-p-id=\"fc145362c280a04535d565e453151888\">Gal\u00e9on blieb stehen. Er erkannte das kleine M\u00e4dchen aus dem Chaos, wahrscheinlich eine Spielgef\u00e4hrtin der <em>teirandanja<\/em>, wahrscheinlich die Tochter eines <em>yarl<\/em> oder ein Geschwister einer Edeldame. Es hatte gro\u00dfe dunkle Augen und braungelocktes Haar.<\/p>\n<p data-p-id=\"0bf5ae2b21b101552bcb39e018611c21\">\u201eWer bist du?&#8221;, fragte die Kleine, nicht feindselig, nicht misstrauisch. Sie war neugierig. \u201eDich kenn ich nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4e754de0a37cba630ba76408e7e8310f\">\u201eIch &#8230; bin ein <em>b\u00e1chorkor<\/em>&#8220;, sagte er vorsichtig.<\/p>\n<p data-p-id=\"e05139eae1d21558c491c95fcd36bd85\">Sie strahlte \u00fcbers ganze Gesicht und klatschte in die H\u00e4nde. \u201eOh, fein! Bist du gekommen, um uns am Abend sch\u00f6ne Geschichten zu erz\u00e4hlen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9b51192713c769c06a3941dd2b8724e4\">\u201eEigentlich bin ich nur gekommen, um einen Spaten zu leihen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"be2436219b2bcdf25dde8096a2792e78\">\u201eWillst du auch h\u00fcbsche Blumen pflanzen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0b28d5f26dedbde32ce90a204b084519\">Sie lie\u00df sich offenbar leicht ablenken. Gal\u00e9on hob verwirrt die Brauen. \u201eBlumen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"20bd7fa10833591343fb7df902329532\">\u201eKomm mal mit!&#8221; Sie winkte ihn mit verschw\u00f6rerischer Geste n\u00e4her. Gal\u00e9on \u00fcberlegte einen Moment. War das Kind etwa allein? W\u00fcrde es sich laut beschweren, wenn er sie nicht beachtete und einfach weiter lief? Oder w\u00fcrde sie sich bei jemandem beschweren, dass ein unh\u00f6flicher <em>b\u00e1chorkor<\/em> mit verd\u00e4chtigem Gep\u00e4ck aus dem Hintereingang gerannt war?<\/p>\n<p data-p-id=\"9dab03f2e3284c52b64b80d2c9413d13\">Er seufzte und folgte ihr zwischen die Spaliere. Dort hatte sie ein Halbdutzend irdener Blument\u00f6pfe aufgereiht. Offenbar war sie gerade damit besch\u00e4ftigt gewesen, Erde aus den locker gehackten Beeten zu klauben und hinein zu f\u00fcllen. Das hatte er nicht erwartet.<\/p>\n<p data-p-id=\"fc63d7fb6071fecb5a24f787fbd01821\">\u201ePapa und Mama schlafen noch&#8221;, plapperte sie vertraulich. \u201eAlle schlafen. Wir waren so m\u00fcde und alle haben noch so lange geredet und geredet &#8230; Aber ich konnte es einfach nicht abwarten. Papa hat mir n\u00e4mlich Blumensamen mitgebracht. Die hat mir ein M\u00e4dchen mit gr\u00fcnen Augen geschenkt, sagt Papa. Ganz lange schwarze Haare hat das M\u00e4dchen. Vielleicht kommt sie mit ihrem Papa einmal her und besucht Manj\u00e9v.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0a6affee2079e64703cc460a3ce96512\">\u201eTats\u00e4chlich?&#8221;, fragte Gal\u00e9on ratlos.<\/p>\n<p data-p-id=\"972e25a718917d5a09f4f16f5f092c22\">\u201eKomm, hilf mir. Du hast gr\u00f6\u00dfere H\u00e4nde als ich. Ich muss die T\u00f6pfe vollmachen, bevor Mama und Papa aufwachen. Und bevor der G\u00e4rtner kommt. Wir sollen n\u00e4mlich nicht im Garten spielen. Weil sonst so viele Beeren verschwinden. Aber das sind L\u00e1as und J\u00e1ndris. Nicht wir M\u00e4dchen. Wir sind artig. Meistens.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e5e1dcdf809219afd970d2f536c41795\">Gal\u00e9on grinste. Sie war niedlich, so quirlig und aufgedreht, wahrscheinlich vollkommen \u00fcberm\u00fcdet. Daf\u00fcr, dass sie vor kurzem noch im Chaos gewesen und von Monstern attackiert worden war, hatte sie sich bemerkenswert gut erholt. Er f\u00fcllte ihre T\u00f6pfchen mit Gartenerde. Sie strich sie glatt, bohrte mit dem Fingerchen jeweils ein Loch hinein und lie\u00df dann sorgsam einen einzelnen Blumensamen hinein, den sie sehr vorsichtig einem D\u00f6schen entnahm.<\/p>\n<p data-p-id=\"7bdfe3d514dcc06a7cbd0d916c76aa22\">\u201eIch hab b\u00f6se getr\u00e4umt, heute Nacht&#8221;, gestand sie dann unvermittelt.<\/p>\n<p data-p-id=\"d0106b84a9df1faf5c43a177c7211a14\">\u201eOh. Hattest du viel Angst?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7f61165f4deb8e5ab39c110d4e9628de\">\u201eJa. Sehr. Aber nicht ganz so arg. Die anderen waren ja bei mir.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"93a48e92ed33b14eba55cf147a88a272\">\u201eDie anderen Kinder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"00b570a05384704a8a9918dd63ceb340\">Sie nickte. \u201eL\u00e1as und J\u00e1ndris und Osse. Und Manj\u00e9v nat\u00fcrlich. Und Merrit. Merrit hat gek\u00e4mpft und die Monster mit seiner Dornenkugel verhauen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6f3c91434d0a55c2a4f2830f013b9e90\">\u201eWer ist Merrit?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4a8bb12dc73e93f3f8e0ac702a561f19\">\u201eDer Sohn von <em>yarl<\/em> Althopian. Er hat uns alle besch\u00fctzt. Obwohl L\u00e1as sagt, er sei ein Wiegenkind. L\u00e1as und J\u00e1ndris sagen manchmal gemeine Sachen. Aber das meinen sie gar nicht so. Nur manchmal sind sie bl\u00f6d. Ich finde, er hat seltsame Augen, so hell und blau.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9c727f40b02ecec8697aaaea7b9c3795\">Merrit Althopian also. Gal\u00e9on schauderte. Nun hatte sein Schicksal, sein unfreiwilliger Rivale also einen Namen, und noch war er ein Kind.<\/p>\n<p data-p-id=\"4262e0296d8a2e20013f10ea06bb3f04\">\u201eDas waren b\u00f6se Tr\u00e4ume, kleines M\u00e4dchen. Vor Tr\u00e4umen musst du dich nicht f\u00fcrchten. Am n\u00e4chsten Morgen sind sie fort. Und soll ich dir ein Geheimnis verraten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"de84ae910f582705a560e289951287ad\">\u201eOh ja, bitte! Geheimnisse sind toll. Wenn ich gro\u00df bin, werde ich Geheimkurierin!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d5ce55dadedef853ca31f273b6d2578c\">Er lachte. Dann raunte er ihr zu: \u201eWenn dich ein b\u00f6ser Traum \u00e4ngstigt, dann stell dir vor, alles h\u00e4ssliche und traurige darin sei wie eine Kerzenflamme. Du kannst es auspusten. Dann ist es weg.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"02f70733f13befc6f08d390b0f4cd5e9\">\u201eDas glaub ich nicht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9297760eb3eefc22d90f270fa6d2450d\">\u201eDas kannst du mir glauben. Hast du nie von der <em>f\u00e1njula<\/em> geh\u00f6rt, die Alptr\u00e4ume ausl\u00f6schen konnte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b2f75e16ee18da73e8ee544b6c75ddd1\">\u201eNein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d4c9ce9ae4345ab0b8da433245a58ee0\">\u201eWie dumm von mir. Nat\u00fcrlich hast du nichts davon geh\u00f6rt. Du bist das ja selber. Siehst du, so ein dummer, t\u00f6lpischer <em>b\u00e1chorkor<\/em> wie ich bringt das alles durcheinander. In meinem Kopf ist ein einziges Gewirr. Wie im Gemach der <em>opayra<\/em>. Ihr habt doch eine <em>opayra<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4d7cee5f8e149b776ee26eb88906b24f\">Dar\u00fcber lachte sie laut auf und schmunzelte dann verschmitzt. Sicher malte sie sich gen\u00fcsslich aus, welche Unordnung die vielleicht gestrenge Edeldame vor den Kindern verbarg.<\/p>\n<p data-p-id=\"824d1fea585cc67f81623c3f702734d0\">Das kleine M\u00e4dchen hatte ein kleines t\u00f6nernes Gie\u00dfk\u00e4nnchen mitgebracht, mehr Spielzeug als Gartenger\u00e4t. Sie w\u00e4sserte die T\u00f6pfchen und schaute dann erwartungsvoll darauf nieder.<\/p>\n<p data-p-id=\"c0c070a7d54d5ee44bda53cabaf69ab9\">Gal\u00e9on erhob sich. \u201eIch muss gehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f8a8653a41fcf34b5ed438d09a2098f1\">\u201eWillst du nicht sehen, wie die Blumen wachsen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"48fab0788f3013ce2ada7c8709e66077\">\u201eAber das dauert doch viele Tage! Und noch mehr, bis der S\u00e4mling zur Bl\u00fcte kommt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a40f1bc780f11ca587750fd5aff6d2ce\">Sie blinzelte verdutzt. \u201eAber es sind doch Zauberblumen, sagt Papa!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ff2b8c1542f33f18dc5f1fb350b0cb53\">\u201eAuch Magie&#8221;, entgegnete er belustigt, \u201ebraucht seine Zeit. Und du, kleines M\u00e4dchen, brauchst Geduld.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fd721bb2887439b4cb9e5644e21c43a6\">Sie machte ein entt\u00e4uschtes Gesicht. \u201eIch bin aber doch so neugierig!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5a08c56fec7cc43c7f18255c552aa0da\">Er z\u00f6gerte. Sie waren allein und unbeobachtet. Sie tat das Chaos als Traum ab. Er w\u00fcrde bald weit fort sein. Was konnte es schaden?<\/p>\n<p data-p-id=\"d7817dc62852301759ba9d6db7cd8dc8\">Der <em>goala&#8217;ay<\/em> legte vorsichtig eine Fingerspitze auf die Erde im kleinsten der T\u00f6pfe.<\/p>\n<p data-p-id=\"8f24df7a2be9459aa9bfd897c6382bb5\">Einen Moment geschah nichts. Dann k\u00e4mpfte sich ein kleiner, kr\u00e4ftiger Keim aus der Erde, warf \u00fcppige Bl\u00e4tter und einen schlanken Trieb mit einer schmalen Bl\u00fcte an der Spitze. Die entfaltete sich schwungvoll und stolz wie der Federschweif eines wei\u00dfen Prachtvogels. Unten aus dem Abzugsloch des T\u00f6pfchens tastete sich eine Wurzel heraus, fand keinen tieferen Grund, und das Wachstum kam zum Stillstand. Ein honigs\u00fc\u00dfer und zugleich k\u00fchler Duft verbreitete sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"2406ebab21436678becc4d7446ffd9c7\">\u201eBei den anderen Blumen&#8221;, mahnte er, \u201ebraucht es aber Geduld. Bring die T\u00f6pfe an einen Ort, wo sie Licht haben und niemand sie umst\u00f6\u00dft. Und gib ihnen gut zu trinken. Sie werden dann noch viel sch\u00f6ner.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3134bed915b925840a0aeb1ee472708f\">\u201eWie hast du das gemacht?&#8221;, fl\u00fcsterte das Kind.<\/p>\n<p data-p-id=\"566bdf918af2397ca88c70b8b91afc63\">\u201eBleibt das unser Geheimnis?&#8221; Sie nickte eifrig, und er fl\u00fcsterte: \u201eIch <em>wei\u00df<\/em>, was es mit solchen Zauberblumen auf sich hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"129105f285aa6c4ef56d9d845f4a3ca1\">\u201eBist du ein Magier? Wie Meister Yalomiro?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"529186978023332a14f9e4b072c0b582\">Gal\u00e9on erhob sich. \u201eNein. Nein, kleine <em>f\u00e1njula<\/em>. Ich bin nur ein bescheidener <em>b\u00e1chorkor<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d1c825e373f9b5abe64d3a489570b80b\">Sie musterte ihn skeptisch. Dann hielt sie ihm den kleinen Blumentopf entgegen. \u201eDa. Die ist f\u00fcr dich. Papa sagt, Meister Yalomiro sagt, die Blumen besch\u00fctzen uns. Dich sollen sie auch besch\u00fctzen. Damit du wieder herkommst und mir das M\u00e4rchen von der Alptraumauspusterin erz\u00e4hlst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"07b33759e52088874754d156b4cbb959\">Er nahm das Bl\u00fcmchen entgegen. Die Bl\u00fcte hatte die Farbe des strahlenden Mondes. Und er, er hatte nun wirklich keine Zeit mehr. Das Burgvolk kehrte zur\u00fcck und w\u00fcrde die ersch\u00f6pft schlafenden Unkundigen wecken.<\/p>\n<p data-p-id=\"eae341b4e83e465b031c9ebeec7ba070\">\u201eF\u00fcr dich, kleine <em>yarlaranda<\/em>&#8220;, versprach er, anger\u00fchrt von dem fr\u00f6hlich schillernden Seelenfunken, den er leise erahnte, \u201ebringe ich das n\u00e4chste Mal eine besonders sch\u00f6ne Geschichte mit.&#8221;<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2735","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2735","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2735"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2735\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3657,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2735\/revisions\/3657"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2735"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2735"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2735"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}