{"id":2714,"date":"2025-08-25T14:04:48","date_gmt":"2025-08-25T12:04:48","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2714"},"modified":"2025-08-31T09:22:54","modified_gmt":"2025-08-31T07:22:54","slug":"147-treibholz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/147-treibholz\/","title":{"rendered":"147: Treibholz"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"7006971ce13284a9d7139b0abd867b88\">Der muskelbepackte Chaosgeist wich einen Schritt vor Merrit Althopian zur\u00fcck. Der Junge hatte nichts anderes getan, als den Stab sicher zu packen, so wie es ein erfahrener, ein erwachsener K\u00e4mpfer mit einem Stecken oder einer Stangenwaffe getan h\u00e4tte. Das Licht, das Yalomiro heimlich beschworen hatte und das nun oben in dem zerborstenen Kristall sa\u00df, glomm auf. Es strahlte klar und rein und hell im kr\u00e4nklichen Zwielicht. Der Stab leuchtete, als hielte der Knabe eine strahlende Laterne in der Hand.<\/p>\n<p data-p-id=\"c95f06e87003d0d1ce0d16813e368b32\">Die Chaosgeister sahen das Leuchten, hell und sch\u00f6n wie Nokt\u00e1mas Silbersterne, und tats\u00e4chlich: Sie erschraken davor. Einer nach dem anderen lie\u00df von den verst\u00f6rten Unkundigen ab. Soweit die Kreaturen sich auf den Beinen halten konnten, wichen sie ein wenig zur\u00fcck, machten Platz. Ihre Augen, starrend, blind, manche noch <em>erschreckend<\/em> lebendig, waren auf den Stab und das Licht gerichtet.<\/p>\n<p data-p-id=\"a551a41f9d89293d78d93305943c6a23\">Merrit Althopian erkannte, wie beeindruckt seine monstr\u00f6sen Gegner waren. Er trat mutig einen Schritt vor und schwang den Stab, so wie er es endlose Male nachgeahmt hatte, wenn er als kleiner Junge seinen Vater und dessen Waffenknechte bei ihren \u00dcbungen beobachtete; wahrscheinlich ohne zu ahnen, auf welchen Ernstfall die M\u00e4nner sich vorbereiten mochten. An seiner Technik gab es nichts auszusetzen. Die Ritter, die verwirrt zusahen, waren ganz unbewusst voller Anerkennung, das konnte Yalomiro sp\u00fcren. Die beiden \u00e4lteren Jungen erlaubten sich sogar eine Spur von Bewunderung, ungeachtet der absurden, albtraumgleichen Situation. Das Muskelmonster stolperte entsetzt einen Schritt beiseite, als Merrit mutiger wurde und mit dem Licht nach ihm stie\u00df. Alle anderen Wesen folgten synchron, wie hypnotisiert, der Bewegung des Lichtes. Das sah beinahe etwas lustig aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"bf42e8873c9ca479aec4a8c2a1b46fea\">Merrit versicherte sich mit einem bittenden Blick der Zustimmung seines Vaters, beschrieb einen weiten Bogen mit der leuchtenden Stange, und die Chaosgeister gerieten in <em>Aufruhr<\/em>. In den Boden zur\u00fcck fliehen konnten sie offenbar nicht, aber keiner war nun noch weiter als eine Mannsl\u00e4nge an die Menschen herangekommen. Wie fein das Lichtlein funktionierte, seinen Zweck erf\u00fcllte, zusammen mit jemandem, der trotz seiner Jugend genau wusste, was er tat. Yalomiro nickte Merrit zu und ging dann zu den Menschen hin, ohne die Chaosgeister weiter zu beachten. Dennoch fragte er sich fl\u00fcchtig, in wessen Gunst dieser au\u00dfergew\u00f6hnliche Junge stehen mochte. W\u00fcrde er einmal f\u00fcr Nokt\u00e1ma k\u00e4mpfen oder f\u00fcr Patagh\u00edu? Wozu formten die M\u00e4chte einen so \u00fcberlegenen, unkundigen K\u00e4mpfer? Was wussten sie, das geschehen w\u00fcrde?<\/p>\n<p data-p-id=\"292fafde9635069153e3304d05de01e2\">Die M\u00e4nner und die drei anderen Knaben standen immer noch sch\u00fctzend, wenn auch zunehmend ratlos um die <em>teiranda<\/em> und die M\u00e4dchen herum. Wer noch eine Waffe trug, hielt sie aufmerksam erhoben.<\/p>\n<p data-p-id=\"d70b76c9a2bc208e7ed5b1a63cbafa91\">\u201eGeh&#8221;, sagte Yalomiro zu dem jungen Rotgewandeten. Der war abwartend halb im Zwielichtnebel stehen geblieben und machte keine Anstalten, ihm zu folgen. \u201eIch k\u00fcmmere mich hierum.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e76fe78af16f7e34fac783e542db6725\">Der <em>b\u00e1chorkor<\/em> warf einen letzten, sehr sonderbaren Blick auf die kleine <em>teirandanja<\/em>, die sich immer noch \u00e4ngstlich an ihre Mutter schmiegte und die Augen vor all den widerlichen Kreaturen fest zusammengekniffen hatte. Dann wandte er sich ab und eilte fort, verschwand im Zwielicht. Irgendwo dort schrie der Verfluchte, mochte das Licht sich seiner erbarmen. Gl\u00fccklicherweise schienen die Unkundigen das gequ\u00e4lte Kreischen des halb aufgel\u00f6sten Magiers nicht wahrzunehmen. Ovid\u00e1ol hatte keine Stimme mehr, die unkundige Ohren h\u00e4tten h\u00f6ren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"a666e21a4f11f6b7f84360561e787a2f\">Yalomiro schauderte. Auch kam die pl\u00f6tzliche Eile des jungen Mannes verd\u00e4chtig vor; fast schien es, als liefe er vor etwas davon. Aber es war nun nicht an der Zeit, sich dar\u00fcber zu wundern. So schnell es ging, bevor das Widerwesen auf ihn aufmerksam wurde, galt es, die Menschen zu befreien. Zudem durfte er die Kinder nicht zu lange allein lassen! Advon Ir\u00edsolor schien ein bedachter, verantwortungsvoller Junge zu sein, der meistenteils den Anweisungen jener folgte, denen er vertraute. Aber D\u00fdamir\u00e9e &#8230; nun, vielleicht hatte das M\u00e4dchen etwas zu viel vom Leichtsinn seines Vaters geerbt. Er an ihrer Stelle w\u00e4re wohl l\u00e4ngst vom Einhorn abgestiegen, um sich heimlich heranzupirschen und seine Neugier zu befriedigen.<\/p>\n<p data-p-id=\"6394dd0dd87a8d9d082bcef2ebed433c\">Der Schattens\u00e4nger zog sich seinen Hut tief in die Stirn, lie\u00df das Licht auf dem Stab im Vorbeigehen heller aufscheinen und blieb bei den zusammengepferchten Menschen aus Wijdlant stehen. Merrit Althopian scheuchte mit offensichtlichem Vergn\u00fcgen Kreaturen beiseite, die ihm den Weg versperrten, erk\u00e4mpfte mit pr\u00e4zisen Gesten wertvollen Raum um sich und die anderen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ea72ccbccc56f1855073bc51b01fed70\">\u201eMeister Yalomiro!&#8221;, jubelte das kleine M\u00e4dchen, wollte wohl zu ihm laufen, aber die <em>teiranda<\/em> hielt sie fest. Daf\u00fcr befreite die <em>teirandanja<\/em> sich aus ihrem Griff, dr\u00e4ngte sich zaghaft zwischen ihren Vater und <em>yarl<\/em> Emberbey und schaute dann auf den verw\u00fcsteten Sand hinab. Sie sagte nichts, aber er sp\u00fcrte, wie sehr sein Erscheinen sie erleichterte.<\/p>\n<p data-p-id=\"5a2000e32ef377c8941320efe1a7b7b5\">Warum <em>sch\u00e4mte<\/em> sie sich? Was war geschehen?<\/p>\n<p data-p-id=\"65e742d2e5c5311a09143bf36628026a\">\u201eMeister Yalomiro&#8221;, fl\u00fcsterte K\u00edan\u00e1 von Wijdlant. \u201eBei den M\u00e4chten, Ihr seid es! Ihr habt uns gefunden! K\u00f6nnt Ihr uns f\u00fchren?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1f24762439cc3c4afa78188fba6e220d\">\u201eDas wird sich zeigen&#8221;, antwortete Yalomiro, \u201eWie seid Ihr hierher gelangt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0b12106c975ac8514bfdd87debc6b97f\">\u201eWenn wir das w\u00fcssten&#8221;, antwortete Andri\u00e9r Altabete missvergn\u00fcgt. \u201eIhr seid der Magier! Ihr m\u00fcsst diese Dinge kennen! Das hier habt doch Ihr zu verantworten!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"69515e4a23fe145191e4aee00a2f30d2\">\u201eNein. Ich denke, ich bin an allem Schuld&#8221;, kam es leise von der <em>teirandanja<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"10cbd9880e794abee208248c741850da\">\u201eWer sich hier f\u00fcr schuldig h\u00e4lt und wer es ist, interessiert mich vorerst nicht, Majest\u00e4t&#8221;, erwiderte Yalomiro mahnend. Die Bemerkung des M\u00e4dchens war interessant, aber f\u00fcr den Moment zu umst\u00e4ndlich. \u201eWir haben keine Zeit f\u00fcr Vermutungen und Reue. Was hat sich zugetragen? Osse Emberbey, sprich du zu mir! Ich brauche geordnete Worte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ef425cd54a73f23fd150383db039a5df\">Der Junge zuckte \u00fcberrascht zusammen. Sein Vater schien ebenso erstaunt dar\u00fcber, dass er, der Magier, das Wort an ihn richtete. Als bed\u00fcrfe es einer Erlaubnis, stie\u00df er den Jungen sacht an, und Osse trat vor. Wie sah er nur aus, der arme Kerl! Die Brille sa\u00df ihm verbogen und schief auf der Nase, er hatte Kratzer und Schrammen am K\u00f6rper und seine linke Schulter war kraftlos, wie verknickt. Etwas hatte ihn verletzt, zum Gl\u00fcck ohne ihn zu verst\u00fcmmeln. In seinen H\u00e4nden zitterte das, was von dem Brett \u00fcbrig war, mit dem er sein Leben und das seines Vaters verteidigt hatte. Alsg\u00f6r Althopian schien nicht zu wissen, wohin mit seinen H\u00e4nden. Sein Schwert hatte der alte Mann an Grootplens Sohn verloren. Yalomiros Blick blieb an dem splittrigen Holz h\u00e4ngen. Was war das?<\/p>\n<p data-p-id=\"1a867ef114306cf9b1fb9f89edc107ce\">\u201eDer Turm ist eingest\u00fcrzt&#8221;, stammelte der Junge, weit entfernt von klaren Worten \u201eUnter der Last des Sandes.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"293ebe824dfebaec3fdddf8a62ccda95\">\u201eSand?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c8cd33be05c18f8043a4f73618263c00\">\u201eJa. Pl\u00f6tzlich war alles voller Sand &#8230; und es wurde immer mehr &#8230; und dann haben die morschen Bodendielen nicht mehr gehalten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e26de6e47a04987c22de1bd46b8183ff\">\u201eGenau deswegen durften wir nie den Raum betreten&#8221;, warf J\u00e1ndris Altabete ein, der etwas vorlaut zu sein schien. \u201eWir dachten immer, der Fu\u00dfboden sei nur vorgeschoben. Und dann ging die T\u00fcr nicht mehr auf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"50c7355c2eae0705219e1318033d14bb\">\u201eAber wir h\u00e4tten Merrit Pfannkuchen unter der T\u00fcr durchgeschoben&#8221;, plapperte T\u00edjnje Mor\u00e9aval los. \u201eDamit er nicht verhungert. Und dann haben wir mit den sch\u00f6nen Kronen die Axt golden gemacht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"09f4f286ca434de62461b5d5aa66bd4d\">\u201eWas?&#8221;, fragte Yalomiro verwirrt.<\/p>\n<p data-p-id=\"7887b7764e98fca6c02d96bf82c78075\">\u201eWir nahmen an, damit Euren Zauber zerschlagen zu k\u00f6nnen&#8221;, gestand Wa\u00fdreth Althopian. \u201eEs war doch Euer Zauber, der die T\u00fcr versiegelt hielt, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"543bc481b2f11f863dc88398cd2761e7\">Yalomiro schaute von einem zum anderen und dann auf K\u00edan\u00e1 von Wijdlant und Asga\u00fd von Spagor. Dass die beiden ihre Kronen nicht trugen, fiel ihm erst jetzt in der allgemeinen Zerzaustheit der Unkundigen auf. An der Axt in Althopians H\u00e4nden schimmerten winzige Reste Gold, die sich in Schrammen und Scharten der j\u00fcngsten K\u00e4mpfe eingegraben hatten. Yalomiro reimte sich zusammen, was passiert sein musste. Dann konnte er es nicht mehr zur\u00fcckhalten. Er begann, zu lachen, sehr zur Best\u00fcrzung der Unkundigen. Merrit Althopian schien davon nichts zu bemerken. Aufmerksam vereitelte er jeden Versuch der Chaosgeister, sich erneut zu n\u00e4hern. Nichts konnte ihn ablenken.<\/p>\n<p data-p-id=\"eda2038bfffc9e5cce211b4716c5266f\">\u201eWollt Ihr uns jetzt verspotten?&#8221;, emp\u00f6rte sich Andri\u00e9r Altabete.<\/p>\n<p data-p-id=\"f518960d5b77b8a1917d5f2627a238a0\">\u201eIch?&#8221;, brachte Yalomiro hervor und rief sich zur Ordnung. \u201eAber nein. Ihr habt besonnen, tapfer und mit einer Klugheit gehandelt, die mir imponiert, Herr Andri\u00e9r. Aber es gibt Dinge, die ihr nicht wissen konntet. Gib mir das, Junge.&#8221; Er nahm Osse Emberbey das Brett aus der Hand. Welche Gunst der M\u00e4chte hatte dem Knaben dieses St\u00fcck Holz zur Verwahrung gegeben! Ein Anker, ein Magnet, ein vortrefflicher Ausgangspunkt f\u00fcr genau den Zauber, den er sich vorgenommen hatte, auszuprobieren. Das Brett war durchtr\u00e4nkt von Spuren dunkler Magie, ein St\u00fcck Treibholz, das mit ihnen ins Chaos geraten war, an das sie sich klammern konnten wie Schiffbr\u00fcchige,<\/p>\n<p data-p-id=\"b75fa4d1243428d9613fce856bf7ecdd\">\u201eEs begann also in Gor Lucegaths Turmzimmer?&#8221;, fragte er in Richtung der <em>teiranda<\/em>. Sie nickte. Und damit war auch das R\u00e4tsel ergr\u00fcndet, was damals, als er so \u00fcberst\u00fcrzt auf Salghi\u00e1ras Hilferuf hin die Burg verlassen hatte, den Sand in seinen Schuh gestreut hatte. Es hatte tats\u00e4chlich dort gelauert, wo einmal eine Passage zwischen dem Chaos und dem St\u00fcck davon war, das es damals dem Rotgewandeten \u00fcberlassen hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"f13dbaa031e629ce8eef72606e72afe1\">Welche Raffinesse hatte das Widerwesen besessen, bis jemand diese Falle best\u00fcckt und ausgel\u00f6st hatte! Mit welcher Pr\u00e4zision hatte es Dinge angesto\u00dfen und in Gang gesetzt! Nie h\u00e4tte Yalomiro es f\u00fcr m\u00f6glich gehalten, dass der Weltenspielverderber diese kleinen Details auch nur <em>wahrnehmen<\/em> w\u00fcrde, ohne ein Werkzeug, einen Sterblichen, der ihm innerhalb der Verg\u00e4nglichkeit Auge, Ohr und Verstand war, so wie einst der ungl\u00fcckliche Gor Lucegath. Ovid\u00e1ol Eta\u00edmalar, so viel stand ja nun fest, war <em>kein<\/em> Diener des Widerwesens gewesen. Der Verfluchte hatte immer auf eigenes Risiko gehandelt und w\u00fcrde das nun ewig bereuen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ef5e770d6f133cc394c4f99efa3fb158\">Yalomiro z\u00f6gerte. Und wenn es Zufall war? Nichts weiter als ein \u00e4u\u00dferst bizarrer Zufall?<\/p>\n<p data-p-id=\"183f12d4e897a69d6c762a98364e03b1\">\u201eDas spielt doch alles keine Rolle!&#8221;, brauste Asga\u00fd von Spagor aufgeregt auf. \u201eMeister Yalomiro! Bei den M\u00e4chten, steht uns bei! Bringt uns fort von hier!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5e435b76050961b93bfa027603241b9b\">\u201eIch werde sehen, was ich tun kann. Was ich Euch nicht versprechen kann, ist, wo es enden wird.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1684782150fee2e905780f524b1c194c\">\u201eWenn es nur an einem Ort im Weltenspiel ist&#8221;, sagte Alsg\u00f6r Emberbey dem\u00fctig. \u201eOder hinter den Tr\u00e4umen, einerlei. Bitte &#8230; bringt uns hier heraus.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0549660f97f9a9a81530a3a1f9b84854\">Yalomiro schaute von einem zum andren. K\u00edan\u00e1 von Wijdlant vermied es, ihn anzusehen. Die M\u00e4nner schienen unschl\u00fcssig, was zu tun war. Die S\u00f6hne von Grootplen und Altabete aber staunten ihn an, neugierig, gespannt und mit einer gewissen Hoffnung, die er nicht entt\u00e4uschen wollte. Die beiden befanden sich in einem Abenteuer, in dessen Anschluss sie viele weitere erleben wollten. Sie hatten noch nicht mit dem Weltenspiel abgeschlossen, so wie der arme, verbitterte <em>yarl <\/em>Emberbey.<\/p>\n<p data-p-id=\"69bc572be2b5d1bd930b1d1066491cb4\">Er zauberte das Licht beil\u00e4ufig erneut etwas heller, sodass die Kreaturen noch mehr vor Merrit zur\u00fcckschraken.<\/p>\n<p data-p-id=\"12d55f5f35f99940a775efe0146b34ec\">\u201eOsse Emberbey&#8221;, sagte er so beil\u00e4ufig, wie es ihm m\u00f6glich war. \u201eDie M\u00e4chte haben dir die Vorsehung verliehen, kluge Entscheidungen zu treffen. Wei\u00dft du, was das f\u00fcr ein Brett ist, das du mit dir tr\u00e4gst?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ef03c2b18edfac5fec0146890df856a7\">\u201eNein. Es &#8230; lag einfach herum.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"54f44b67a9a0c1d859440025e391e305\">Yalomiro legte das ramponierte Brett, einen <em>Tr\u00fcmmer einer verzauberten T\u00fcr<\/em> im Burgturm von Wijdlant, einem Ort, so unendlich weit weg vom Chaos, in die H\u00e4nde der <em>teirandanja<\/em>. Die Unkundigen aus der Reichweite des Widerwesens zu schaffen, das war das Dringlichste. \u00dcber das Was und Wo und vor allem \u00fcber das Wer nachzudenken, das hatte Zeit.<\/p>\n<p data-p-id=\"221b9e89bb694303893ebf16d6dc5224\">\u201eIch werde versuchen&#8221;, erkl\u00e4rte er sachlich und griff in seine Tasche, \u201eeinen Durchschlupf, einen Fluchtweg f\u00fcr Euch zu \u00f6ffnen, einen, der f\u00fcr <em>ujoray<\/em> gefahrlos zu passieren ist. Wie Ihr seht, bin ich in Eile damit, denn Ihr seid in h\u00f6chster Gefahr. Merrit Althopian, sorge du daf\u00fcr, dass die Chaosgeister Abstand halten, bis ich fertig bin.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"33cdef3ea605e03e0d225c36a51dbac3\">\u201eMeister, was ist das f\u00fcr eine Stange? Ist das eine Zauberwaffe?&#8221;, fragte der Junge fasziniert.<\/p>\n<p data-p-id=\"660458518eed503faa3e0c53b3d0d0a9\">\u201eNein. Es ist eher ein H\u00fctestab. Kannst du damit umgehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9043547cdcf0fd09d8bf9840047683ba\">Der Junge nickte ernsthaft und wirbelte den Stab spielerisch herum. Die Chaosgeister hielten respektvoll Abstand. Das war bemerkenswert. Der Sab schien sie so sehr zu t\u00e4uschen, dass sie gar nicht begriffen, dass ein kleiner Junge ihnen die Stirn bot.<\/p>\n<p data-p-id=\"80c763c73377a43a472e55ccf0a723f3\">\u201eWas sollen wir tun, Meister Yalomiro?&#8221;, fragte Wa\u00fdreth Althopian.<\/p>\n<p data-p-id=\"00026fa1a31b8edb72c55f9a2d4796fb\">\u201eDas Brett ber\u00fchren. Steckt Eure Waffen weg, die braucht ihr nicht, solange Euer Sohn den Stab in H\u00e4nden hat. Legt Eure H\u00e4nde auf das Holz und achtet sorgsam darauf, nicht loszulassen, egal, was passiert.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3bdf6104e6bc0c87472f98b8a315a4f6\">\u201eWie soll das funktionieren?&#8221;, fragte Asga\u00fd von Spagor misstrauisch. Doch die Pr\u00e4senz der Monster schien in der Wahrnehmung der Menschen in Gegenwart des Magiers immer mehr in den Hintergrund zu r\u00fccken. Nat\u00fcrlich klammerten sie sich in ihrer Hoffnung an das Unm\u00f6gliche fest, das der Magier vollbringen w\u00fcrde, einfach, weil Magie ihnen die L\u00f6sung f\u00fcr all ihre Probleme versprach. Das war einerseits r\u00fchrend. Andererseits setzte es Yalomiro unter Druck, denn mehr als ein Versuch w\u00fcrde ihm nicht zugestanden werden. Nicht, bevor das Widerwesen bemerkte, dass Magier in seiner Dom\u00e4ne anwesend waren. Es konnte nicht mehr lange dauern, bis es einschritt. Wahrscheinlich war es l\u00e4ngst alarmiert. Vielleicht aber lenkte Ovida\u00f3l Eta\u00edmalar es nicht mehr lange ab mit seinen grauenhaften Schreien.<\/p>\n<p data-p-id=\"63a8ba2d02baa9cc00d5bb2469bc71b5\">\u201eErinnert Ihr Euch an den verfluchten Talisman, den Ihr einmal in H\u00e4nden hieltet, Majest\u00e4t? Ein St\u00fcck Spiegelglas an einer Schnur?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b2f75e16ee18da73e8ee544b6c75ddd1\">\u201eNein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"16204db05b2b34b376447996b1d8bde0\">Nat\u00fcrlich erinnerte er sich nicht. Yalomiro seufzte. Genaugenommen war es seine eigene Magie gewesen, die einen Teil der Erinnerung des <em>teirand<\/em> und seiner M\u00e4nner ausreichend verwischt hatte, um ihren Verstand zu schonen. \u201eJedenfalls &#8230; ich habe etwas \u00c4hnliches vor. Haltet Euch bereit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"69c4a91c351a6ae828622e529d60570b\">\u201eWird das eine Abendt\u00fcre?&#8221;, fragte T\u00edjnje ehrf\u00fcrchtig.<\/p>\n<p data-p-id=\"94ae57734a5f6a544c999d1e5f05cbee\">\u201eAvent\u00fcre&#8221;, zischte L\u00e1as Grootplen.<\/p>\n<p data-p-id=\"994a9a2a48cddfd41b5f1579687a8318\">\u201eBitte&#8221;, mahnte Yalomiro. \u201eVertraut mir. Ihr auch, Herr Andri\u00e9r, was immer Ihr auch Arges erwarten m\u00f6gt. Ich werde ein offenes Ohr f\u00fcr Euch haben, sobald wir wieder in unserer Dom\u00e4ne sind.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"57c9a19d5625e97c5f52b4a0384d17de\">Die Erwachsenen z\u00f6gerten zweifelnd. Doch die Kinder lie\u00dfen sich nicht zweimal bitten. Yalomiro wartete, bis alle sich um das splitterige St\u00fcck Holz dr\u00e4ngten, danach griffen und ihn ratlos anschauten. Die vielen H\u00e4nde fanden gerade so eben Halt daran.<\/p>\n<p data-p-id=\"262d7860af35b84df0e49b61c43aa79d\">Einige dreiste Chaosgeister wagten sich vorsichtig erneut n\u00e4her heran. Merrit Althopian bemerkte es, ohne hinzuschauen und schwang den Stab gegen sie. Dann ber\u00fchrten auch seine Fingerspitzen das Brett. Ganz scheu und zaghaft lagen sie dicht bei denen der <em>teiranda<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"169f62a4a34a5859188bf9a20282c899\">Yalomiro wunderte sich \u00fcber die hei\u00dfe Welle von Unbehagen, die von dem M\u00e4dchen ausging und die nichts damit zu tun hatte, dass sie alle aus dem Weltenspiel herausgerissen waren. Aber er hatte keine Gelegenheit, sich darum zu k\u00fcmmern. Hastig versiegelte er seine Sinne gegen die wirren, panischen, zweifelnden, hoffnungsvollen Gedanken und Gef\u00fchle, die von den Unkundigen auf ihn einst\u00fcrzten. Dann nahm er das D\u00f6schen mit dem Sand aus der Tasche heraus, den sie vor unendlich langer Zeit \u2013 am fr\u00fchen Morgen \u2013 im Eta\u00edmalon aufgekehrt hatten. W\u00fcstensand, der nicht ins Chaos geh\u00f6rte, vermischt mit Staub und Schmutz von einem Fu\u00dfboden im Boscarg\u00e9n. Yalomiro schloss die Augen, flehte zu Nokt\u00e1ma und \u00f6ffnete den Beh\u00e4lt-<\/p>\n<p data-p-id=\"699564676db55d923403627df85dd147\"><em>Was treibst du da, Yalomiro Lagoscyre? Willst du mir etwa wieder Spielzeug stehlen?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"10f78833903d85ae3503f0c55f36ecb6\">Die Menschen, die vom Wasser aus den Toren Aur\u00f3p\u00e9as in die Ebene getrieben worden waren, schauten mit bangen Blicken hin\u00fcber zum Ciel\u00e1stel, w\u00e4hrend sich hier und dort Wasser in rei\u00dfenden, aber nicht allzu tiefen B\u00e4chlein \u00fcber die Wege w\u00e4lzte und sich mit dem Gef\u00e4lle zur W\u00fcste hin ergoss und nach und nach im Boden versickerte. \u00dcber der Burg schwebte die Finsternis wie ein Loch im Himmel, umgeben von dem unheilvoll schimmernden Ring, den der Regensturm zur\u00fcckgelassen hatte. Dieses Leuchten war im Wesentlichen daf\u00fcr verantwortlich, dass man die Burg vor dem Nachthimmel \u00fcberhaupt noch ausmachen konnte, denn das magische Glimmen der bunten Farben war komplett verloschen. Vage waren die Formen der hohen Mauern und der filigranen T\u00fcrme noch zu erahnen, aber den Glanz und das Leuchten hatte Pataghius Heiligtum verloren. Daf\u00fcr schwebte weiter im S\u00fcden etwas \u00fcber der W\u00fcste, zu niedrig, um ein Produkt von Patagh\u00edus Glanz oder Nokt\u00e1mas Juwelen zu sein, aber dennoch von einer m\u00e4chtigen Sch\u00f6nheit, flie\u00dfend und wabernd und bunt. Fast so, als h\u00e4tten die Farben sich zu einem Schwarm vereint und w\u00e4ren aus dem Ciel\u00e1stel ausgeflogen. Und dieses Leuchten entfernte sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"5fa8421b01d8cca3ca6241dd676c2212\">Ein paar besonders mutige (und ebenso aufgebrachte) Bewohner der Stadt entschieden sich dazu, den Dingen auf den Grund zu gehen. Nat\u00fcrlich hatten sie bei der Flucht aus der Stadt Pferde und Maultiere gerettet, so dass an Reittieren kein Mangel herrschte. Um den Stalldiener, der im Ciel\u00e1stel arbeitete, dort die Einh\u00f6rner pflegte und ausgerechnet an diesem schicksalhaften Abend nicht in der Burg gewesen war, hatten sich bereits einige M\u00e4nner und Frauen geschart, die sich die Sache n\u00e4her anschauen wollten.<\/p>\n<p data-p-id=\"e27ccc6f82f8a31e4b20094b51807f3b\">\u201eHab sowas noch nie erlebt&#8221;, beteuerte er eins ums andere Mal auf ihre Fragen. \u201eIst noch nie ausgegangen, das Licht. War immer bunt, auch nachts!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"983238d286cba5ad6194e1e583562547\">\u201eWas kann das bedeuten?&#8221;, fragte jemand.<\/p>\n<p data-p-id=\"a11eb9ba4ea77e8c64217686e300ba01\">\u201eKeine Ahnung! Sind ausgeflogen, alle miteinander! Haben sie nie gemacht! War immer einer von ihnen da!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"335960b44ba6418ddc78eddd94927ffd\">\u201eWas geht da vor? Das hat doch h\u00e4ngt doch alles zusammen, der Sandsturm, dieses Wolkenloch, dieser mordshelle Blitz &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aa8802f75ee8d0853df9807d37029ebb\">\u201eUnd das Wasser! Die halbe Stadt ist weggesp\u00fclt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f46fc0065ae3518ecc7db89cbf8f4d72\">Das war \u00fcbertrieben, denn die Mauern und die \u00fcberwiegende Zahl der steinernen H\u00e4user standen mit Sicherheit noch. Nur die verheerende Unordnung, die w\u00fcrde sich erst in ihren Ausma\u00dfen besichtigen und beseitigen lassen, wenn wieder Pataghi\u00f9s Glanz die Szenerie erhellte.<\/p>\n<p data-p-id=\"018443913f98c65c7c0f7593c966d6d8\">Doch der lie\u00df auf sich warten, und seit der Gong verstummt war, hatten sie alle ihr Gef\u00fchl f\u00fcr das voranschreiten der Zeit verloren.<\/p>\n<p data-p-id=\"0e202a91ef2497906dc204e4f673ed5b\">\u201eWas bringt es, zur Burg zu reiten, wenn ohnehin keiner da ist?&#8221;, fragte jemand. \u201eWie sollen die helfen, wenn sie weg sind?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0826d94b4de72eae77075a62df8b9435\">\u201eDie haben uns allein gelassen! Und dann ist die Stadt \u00fcberschwemmt! Das ist deren Schuld?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7653cea1cb65c51fd103d86be633084e\">\u201eDeren Schuld? Warum?&#8221;, fragte der Stalldiener begriffsstutzig.<\/p>\n<p data-p-id=\"4cdfe4531adb279aa9d03ff806c58977\">\u201eNa, ist doch deren Sache, sowas zu verhindern? Wozu haben die denn ihre Zauberkr\u00e4fte, wenn sie keine Katastrophe verhindern k\u00f6nnen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6d46b126ec3865bd04a5089daaa55bb2\">\u201eDenen hab ich nie getraut!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6bd970f686e05d0ba65e6503bc61c1f4\">\u201eUnd wenn sie nun ganz weg sind? Wenn sie die Burg verlassen haben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f65b01fdbca0d0c5398e69ffd1d429c4\">Unter den Umstehenden breiteten sich ungute Gedanken aus. Das sp\u00fcrte der Stalldiener. Die Sache bereitete ihm Unbehagen.<\/p>\n<p data-p-id=\"1187ee2ac8a26b8a17a9acd2930f4b0c\">\u201eSag mal&#8221;, wollte einer von ihm wissen, \u201eist wohl vollgepackt mit Sch\u00e4tzen und sch\u00f6nem Zeug, die Burg, oder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ea6153b6c5196520947ea9db66d02a89\">Der Stalldiener zuckte zusammen. Der Anlass dieser Frage lag auf der Hand, denn immerhin war er hier mitten unter dem Nachtvolk von Aur\u00f3p\u00e9a. Inmitten der verst\u00f6rten, besorgten, ver\u00e4rgerten Menge trieb sich auch einiges an zwielichtigem Volk herum. Dessen Interessen ver\u00e4nderten sich nicht, nur weil das Wetter verr\u00fcckt spielte und die W\u00fcstenstadt geflutet wurde.<\/p>\n<p data-p-id=\"275abafa562a5d864bfa3ccbbc43afeb\">\u201eNa ja&#8221;, antwortete er, denn Schweigen w\u00e4re ihm schlecht bekommen, \u201eGold eben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"470626571607ba5176e007a4cbaedb0d\">Der Fragesteller schnaufte ver\u00e4chtlich. \u201ePah! Gold &#8230; Was ist mit echten Reicht\u00fcmern? So wie&#8217;s da glitzert, ist doch sicher alles randvoll mit Klunkern und vornehmem Krempel, oder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b3d56678aa2ccc3d6f7a49202618610a\">\u201eGibt &#8216;ne Menge Edelstein&#8221;, gab der Knecht zu. \u201eDas meiste in den Mauern eingelassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0d306ddc171f3ffd39481d0378ebf26c\">\u201eGenug f\u00fcr uns alle?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2c4edccd078d596bd0b0ec3d2b4aa260\">Der Stallknecht lie\u00df seinen Blick \u00fcber die Menge schweifen. Die Angst war pragmatischem Interesse gewichen, zumindest bei jenen, die in H\u00f6rweite standen. Einige schauten sich bereits nach griffigen Steinen um, mit denen sich l\u00e4stiges Glas zerschmettern lie\u00df. Dann schaute er hinauf zu dem finsteren Loch am Himmel. W\u00e4ren sie tats\u00e4chlich so gierig, sich diesem Gebilde zu n\u00e4hern? \u00dcberwog die Gier die Vernunft, die Sorge um das eigene Leben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b26f9f245160f56bb4194b75a3fc5ddd\">\u201eSeid ja wahnsinnig&#8221;, knurrte der Stalldiener. \u201eWenn die Ritter zur\u00fcckkommen, geht&#8217;s Euch schlecht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3bd51dd85116ba6dc6738da11db72cfe\">Die, die sich zu einer Antwort herablie\u00dfen, taten es mit ver\u00e4chtlichem Lachen. Dann trabten die ersten los, auf der nunmehr matschigen Stra\u00dfe zum Ciel\u00e1stel. Der Stallknecht z\u00f6gerte kurz. Dann schwang er sich auf eines der geretteten Pferde aus dem Mietstall seines Bruders und folgte ihnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3db659a700d69242c5874e1eaaeb9e39\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"2dc9bf6c67a02e77808d732ef8bb805e\">Die Obstbauern in den H\u00fcgeln schauten nicht auf den Ciel\u00e1stel, und ihre Gedanken h\u00e4tten nicht weiter entfernt sein k\u00f6nnen von der Lust auf bunte kostbare Steine und erlesenen Zierrat. Es war schwer zu erkennen in der Nacht und abseits von dem schimmernden Wolkenring und dem leuchtenden Regenbogen, der sich s\u00fcdw\u00e4rts entfernte. Aber die Ger\u00e4usche waren beunruhigend, viel zu laut und zu &#8230; seltsam f\u00fcr eine so trockene Gegend.<\/p>\n<p data-p-id=\"825e3dc646fb738a16df3c5cf8c5ecac\">Es kam aus der Richtung von \u00daldaise Ti\u00e1ramal\u00e9s verbranntem Garten. Es war ein unheimliches, sattes Schmatzen und Ploppen. H\u00e4tten sie nicht ihr ganzes Leben am Rand einer trockenen W\u00fcste verbracht, vielleicht h\u00e4tten einige der Obstbauern an schlammiges Moor und darin aufsteigende Sumpfgase gedacht. So aber klang es, als mache sich etwas beunruhigend Gro\u00dfes \u00fcber etwas Durchweichtes her. Vielleicht ein monstr\u00f6ses Waldschwein \u00fcber einen Trog voll mit Eintopf.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2714","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2714","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2714"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2714\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3673,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2714\/revisions\/3673"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2714"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2714"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2714"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}