{"id":2712,"date":"2025-08-25T14:06:07","date_gmt":"2025-08-25T12:06:07","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2712"},"modified":"2025-08-31T09:22:18","modified_gmt":"2025-08-31T07:22:18","slug":"149-wasser-feuer-blut-und-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/149-wasser-feuer-blut-und-zeit\/","title":{"rendered":"149: Wasser, Feuer, Blut und Zeit"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"095b067e3c49c7bdc55690dd5fd3c702\">Ich hatte mir bislang nur sehr vage Vorstellungen davon gemacht, was die Chaosgeister letztlich sein mochten. Wie sie aussehen w\u00fcrden, wie gro\u00df sie waren, wie schnell und wie zahlreich. Yalomiro hatte zwar gesagt, dass es sich schlichtweg um Monster handele. Anders als zu erwarten gewesen w\u00e4re, waren es also keine obskuren, \u00fcbernat\u00fcrlichen Gespenster, sondern fleischliche, physisch existierende Wesen. Ich stellte mir sehr verschwommen darunter so etwas \u00c4hnliches vor wie \u00fcberproportional gro\u00dfe Raubtiere, die m\u00f6glicherweise etwas bizarr aussahen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ac055a025a71025d81c046b4f5330232\">Nichts hatte mich darauf vorbereiten k\u00f6nnen, was sich uns tats\u00e4chlich mit einer ohrenbet\u00e4ubenden, entsetzlichen Ger\u00e4uschkulisse n\u00e4herte. Es war schon lange zu h\u00f6ren, bevor es in Sicht kam, und sich dann im Widerschein des magischen Regenbogenschimmers \u00fcber den Grat der die Senke umschlie\u00dfenden H\u00fcgel hinweg w\u00e4lzte.<\/p>\n<p data-p-id=\"55606c797522788c6de96b762ee57883\">Die Kreaturen waren riesig! Zumindest fielen mir die gr\u00f6\u00dferen Exemplare zuerst ins Auge, jedes Einzelne gewaltiger als ein Elefant \u2013 das gr\u00f6\u00dfte Lebewesen, das ich jemals vor mir gehabt hatte, in einem Zoo und aus sicherer Distanz. Dass sich zwischen diesen Giganten auch eine Menge wesentlich kleinerer Wesen bewegte, fiel mir in meinem Entsetzen zun\u00e4chst gar nicht auf, denn die schiere Gr\u00f6\u00dfe der Kreaturen war nicht einmal das Besorgniserregendste. Es stimmte so vieles an ihnen nicht! Viel zu viele sahen nicht einmal aus wie Tiere oder, um es neutraler zu formulieren: Lebewesen. Manche erschienen mineralisch oder metallisch, andere sahen einfach aus wie separate Gliedma\u00dfen, Tentakel oder Gebisse, die ein Eigenleben entwickelt hatten. Es war ekelerregend, surreal und auf eine ganz sonderbare Weise faszinierend. Obwohl mich schieres Grauen ergriffen hatte, konnte ich einfach nicht wegschauen.<\/p>\n<p data-p-id=\"4eb45d82dceb539c6fb9690a3a03439e\">Und nat\u00fcrlich bewegte sich keines von ihnen einfach wie ein Mensch oder Tier. Das Absonderlichste, was ich in all dem Get\u00fcmmel bemerkte, war eine Art Tausendf\u00fc\u00dfler mit mehreren aneinanderh\u00e4ngenden Leibern, der wie auf Kufen dahinglitt. Der Sand spr\u00fchte unter dem, was auch immer er zur Fortbewegung nutzte.<\/p>\n<p data-p-id=\"12f5718ab6689ae4d068f00cacc9da87\">Diese verst\u00f6rende, in gro\u00dfen Teilen absto\u00dfende Stampede ergoss sich nun in die Senke, und zwischen ihnen wuselten, kullerten und schl\u00e4ngelten sich die \u00fcbrigen Kreaturen, wie Miniaturausgaben der gro\u00dfen Wesen. Nun &#8230; die kleineren hatten immer noch das Format gro\u00dfer Hunde oder Raubkatzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"d11d0f8b5faace2a3c5042eaba689745\">Und dann h\u00f6rte ich die Stimmen der Ritter in der Luft, den Schwingenschlag der Einh\u00f6rner. Die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> schrien und feuerten ihre Reittiere und die Wesen an, die sie vor sich her trieben. Es waren so <em>viele<\/em>! Sie flogen dicht und schnell und kurvten umeinander herum wie gro\u00dfe Starenschw\u00e4rme, die sich zum Flug in den S\u00fcden sammelten und dabei ungef\u00e4hr ein ebensolches Get\u00f6se von sich gaben. Als der Ritterschwarm \u00fcber uns war, war das fast noch verst\u00f6render als die Monster, denn statt kleiner, wendiger Vogelleiber waren da pl\u00f6tzlich die gro\u00dfen, massigen Einh\u00f6rner und stampften in der Luft \u00fcber uns hinweg, wirbelten mit einer solchen Pr\u00e4zision durcheinander, dass nirgends kaum eine Handbreit Platz zwischen ihnen zu sein schien. Hufschlag war nicht zu h\u00f6ren, nat\u00fcrlich nicht. Daf\u00fcr erzeugten die zahllosen riesigen Fl\u00fcgel, das metallische Klappern des R\u00fcstzeugs, der Waffen und das Geschrei der Ritter ein be\u00e4ngstigendes Dr\u00f6hnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"04da7f977ab26214e6b352a1bc2e6fda\">Der L\u00e4rm, das beinahe psychedelische Licht \u00fcber uns, die schiere Erkenntnis, welche Masse sich da \u00fcber unseren K\u00f6pfen bewegte, w\u00e4hrend eine Welle aus absurden Ungeheuern auf uns zu walzte \u2013 all das war eine Reiz\u00fcberflutung, die ein nichtmagisches Wesen vermutlich au\u00dfer Gefecht gesetzt h\u00e4tte. Bei mir reichte es immerhin aus, um mich sprach- und bewegungslos zu machen. Die Monster w\u00fcrden uns \u00fcberrennen und den Einh\u00f6rnern sicher im gleichen Moment einfallen, dass sie, den Naturgesetzen folgend, flugunf\u00e4hig h\u00e4tten sein m\u00fcssen. Sie w\u00fcrden abst\u00fcrzen und uns unter sich begraben.<\/p>\n<p data-p-id=\"90d993f303129df84b3ff51ff07b8cb7\">Elos\u00e1l nahm meine Schockstarre zur Kenntnis. \u201eWartet&#8221;, rief sie mir zu. \u201eNoch nicht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"57fb4af8eeb7f9ba77963978d02c2874\">Noch nicht was? Was h\u00e4tte ich denn Voreiliges tun k\u00f6nnen? Wir standen am s\u00fcdlichen Rand der Senke, die Wesen st\u00fcrmten auf uns zu, und wenn ich nun h\u00e4tte wegrennen m\u00fcssen, h\u00e4tte ich weder rechtzeitig nach links oder rechts gekonnt, ohne von ihnen niedergetreten zu werden. Denn so schnell und massig, wie sie heran fluteten, w\u00fcrden sie \u00fcber die Senke hinweg str\u00f6men und weiter in die W\u00fcste laufen.<\/p>\n<p data-p-id=\"be344a351b76fcc91af12bbdba136a2e\">\u201eHaltet das Wasser fest!&#8221;, beschwor Elos\u00e1l mich. \u201eWartet! Wartet!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"74c19af61c0676fbd93b3370a13e5bb8\">Aus dem Farbgewimmel l\u00f6ste sich ein einzelner Ritter mit seinem Ross, im Sturzflug glitt er nieder und \u00fcber unsere K\u00f6pfe hinweg. Ich erkannte Wei\u00df mit Gold und ahnte, eher als ich es sicher wusste, dass es C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor sein musste. Ich sah das Einhorn bedrohlich nahe auf mich zukommen, zog den Kopf ein und kniff die Augen zusammen. Es galoppierte so dicht \u00fcber mich hinweg, dass ich mir einbildete, seinen Atem zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p data-p-id=\"0b3023845b6e15a36edb5ef9e80e24f2\">Das Wasser festhalten &#8230; wie lange denn noch? Ich hatte, ohne so recht zu wissen, wie ich es fertig brachte, meine Magie in den W\u00fcstenboden versenkt und das Grundwasser herbei beschworen. Aus meiner <em>maghiscal<\/em> war dazu eine Art Strohhalm geworden, zugleich hielt ich das Wasser gepackt, als h\u00e4tte ich es mit den H\u00e4nden aus einem Eimer gesch\u00f6pft und wagte nun kaum, mich zu bewegen. Wie leicht h\u00e4tte ich es versch\u00fctten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"c574a37e214d5f9f989c396065f4a88f\">So kalt und klar und gut war das Wasser &#8230; und so entsetzlich schwer zu packen!<\/p>\n<p data-p-id=\"bb53c6770c476e7edcd0ef3cd5ee285d\">\u201eIhr macht das hervorragend!&#8221;, rief Elos\u00e1l aufmunternd. Ihre <em>maghiscal<\/em> war ganz nahe, hatte sich um das Wasser geschlungen wie ein Netz. Ich sp\u00fcrte das wie eine leichte Spannung, es kribbelte. Daran merkte ich, wie nerv\u00f6s auch sie wohl war. Aber in ihrer Stimme, mit der sie mir Motivierendes zurief und mich lobte, lag eine Gelassenheit, die mir imponierte. Hatte sie denn gar keine Angst?<\/p>\n<p data-p-id=\"260e46fa9994964ab76f98bd90d96344\">Wo auch immer sie urspr\u00fcnglich hergekommen, wie sie auch aus einer anderen, einer \u00e4u\u00dferen Welt in dieses Weltenspiel gelangt war \u2013 Patagh\u00edu hatte sich jemanden erw\u00e4hlt, der besonnen und machtvoll f\u00fcr ihn einstand.<\/p>\n<p data-p-id=\"7b2197649101943293833765d7c9c4ca\">Die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> formierten sich neu. Sie flogen nun wild kreuz und quer \u00fcber der Senke hin und her, bildeten eine Art Gitter, unter dem die Wesen nicht mehr ausbrechen konnten. Dann h\u00f6rte ich links und rechts neben mir schwere K\u00f6rper niedergehen und traute mich, zu blinzeln. Ich fand mich flankiert von zwei <em>arcaval&#8217;ay<\/em>, der eine feuerrot, der andere strahlend orange wie die untergehende Sonne. Zerrauft und abgek\u00e4mpft sahen beide aus. Doch trotz alldem, was sie in den vergangenen Stunden erlebt und geleistet haben mochten, schienen sie keinesfalls zu schw\u00e4cheln. Beide hatten ihre Lanzen zur Hand und gen Norden gerichtet. Vermutlich bildeten sie entlang der Senke mit den \u00fcbrigen f\u00fcnf und C\u00fdel\u00fa eine Barriere, welche die Chaosgeister nicht so einfach durchbrechen konnten. Ich sp\u00fcrte, dass eine separate Magie sich zwischen ihren Waffen ausspannte wie &#8230; ja, ein bisschen wie ein Weidezaun, der unter Strom stand. Die bunte Magie des hellen Tages knisterte an mir vorbei wie ein kunterbunter Lichtbogen.<\/p>\n<p data-p-id=\"e1b15da6b5d82ba321e5f114be59632c\">\u201eAlles in Ordnung?&#8221;, h\u00f6rte ich C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor rufen. \u201eElos\u00e1l, bist du wohlauf?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"435bce914334023df8441fb25c926e14\">\u201eBleibt zur\u00fcck!&#8221;, antwortete sie ihm, gebieterisch, aber doch mit einem liebevollen, besorgten Unterton in ihrer Stimme. \u201eIhr m\u00fcsst sie nur eine kurze Weile halten!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0b9ff55f1c911a0cea5839e7e81c73c6\">Die ungez\u00e4hlten anderen Ritter flitzten, st\u00fcrzten und stiegen \u00fcber der Senke hin und her. Ab und zu versuchte eines der Monster, hochzuspringen und nach ihnen zu haschen, einem gelang es tats\u00e4chlich, eines der Einh\u00f6rner aus der Luft zu schlagen, ein olivgr\u00fcnes. Es trudelte, aus der Balance gebracht, abw\u00e4rts und verschwand mitsamt seinem Reiter in einem tobenden, geifernden Pulk. Ich zuckte zusammen, schrie wohl auch auf und war dankbar, dass all das weit genug fort geschah, dass ich keine Einzelheiten sah. Elos\u00e1l st\u00f6hnte, leise, beherrscht. Ganz zweifellos versp\u00fcrte sie Schmerz.<\/p>\n<p data-p-id=\"3284c33a35fe1a099a74c455f82f68cc\">Die <em>arcaval&#8217;ay<\/em>, die von Norden nachdr\u00e4ngten, trieben die Nachhut der Wesen in die Senke. Die Kreaturen stauten sich auf, als die nachdr\u00e4ngenden mit Wucht hinzukamen, ohne dass die vorderen ausweichen konnten. Der Schwarm \u00fcber uns schloss sich erneut zu einer Kuppel zusammen, wie ich sie von den Mauern des Ciel\u00e1stel aus in der Ferne hatte beobachten k\u00f6nnen. Die Chaosgeister br\u00fcllten und bewegten sich durcheinander, bemerkten wohl, dass sie in keine Richtung mehr fortkamen. Wie gro\u00dfe Fische, die jemand in einen kleinen Badezuber geworfen hatte, schoss es mir durch den Kopf. Das wirkte so &#8230; absurd! W\u00e4re es nicht so monstr\u00f6s, so gro\u00df, so verst\u00f6rend, es w\u00e4re &#8230; mitleiderregend.<\/p>\n<p data-p-id=\"02dc200298421212bcf08d539063376f\">\u201eWir brauchen Feuer, C\u00fdel\u00fa!&#8221;, rief Elos\u00e1l. \u201eBitte &#8230; ich kann das nicht allein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5ca9e6c855fdacef44b404dd3d9c87fe\">\u201eFeuer?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"01be3740a0faa2176782ea1009cd813e\">\u201eMeisterin Salghi\u00e1ra beschw\u00f6rt Wasser. Wir brauchen Hitze! Viel Hitze &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"119d6d55b0d9438b2ffd87471397030d\">Ich schaute zu ihr hin\u00fcber. Sie kauerte weit genug weg von mir, sodass wir unsere Kr\u00e4fte hatten auff\u00e4chern und unter der Senke verteilen k\u00f6nnen. Der Violette und der Indigofarbene waren an ihrer Seite, weiterhin im Sattel. C\u00fdel\u00fa war abgestiegen, aber sein Einhorn wich ihm nicht von der Seite. Ich sah, wie er zu ihr hin\u00fcber eilte und mir einen ganz sonderbaren, fast vorwurfsvollen Blick zuwarf. Er stellte keine Fragen, wusste wohl ganz genau, was er zu tun hatte. Sicher zauberten sie nicht das erste Mal gemeinsam. Er kniete sich zu ihr nieder, griff um sie herum und legte seine goldgepanzerten H\u00e4nde auf ihre zierlichen wei\u00dfen Finger, ber\u00fchrte den Boden. Sie legte den Kopf zur\u00fcck und schmiegte ihre Wange an seinen Helm. Trotz des Metalls zwischen ihnen sah das z\u00e4rtlich, vertraut und liebevoll aus. Was h\u00e4tte ich darum gegeben, wenn nun auch Yalomiro bei mir gewesen w\u00e4re. Fast versetzte mir Neid einen Stich, der meine <em>maghiscal<\/em> ganz kurz flimmern lie\u00df. <em>Nein<\/em>, tadelte ich mich selbst. <em>Mit Wasser kann Yalomiro nicht helfen. Das hier ist mein Meisterst\u00fcck.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"e0847bf1b4649f1dc11b30596cda6442\">Und dann stutzte ich.<\/p>\n<p data-p-id=\"d7d4261b6cce7c8b0c0525e02580b5a2\">Elos\u00e1l konnte das <em>nicht allein<\/em>? Sie brauchte C\u00fdel\u00fas Hilfe f\u00fcr ihren Feuerzauber? Aber was, wenn er nun nicht hier gewesen w\u00e4re? Was \u2013 und wie viel hatte Elos\u00e1l geplant oder selbst bewirkt? Improvisierte sie und verlie\u00df sich auf ihr Gl\u00fcck?<\/p>\n<p data-p-id=\"2d0885af3f52c77e4b4818a4fc2be3fa\">Die Monster r\u00f6hrten, glucksten, tobten und kreischten. Die Fl\u00fcgelschl\u00e4ge der Einh\u00f6rner wurden immer hektischer und schneller, die koordinierte Flut zunehmend zu einem wilden Geflatter. Wo kamen all diese Regenbogenritter eigentlich her? Wie konnten es so viele sein, so un\u00fcbersichtlich viele, und wie lange w\u00fcrden sie die Chaosgeister noch zusammentrieben und am Ausbrechen hindern? Und &#8230; war dies wirklich der Ort, um sie zur\u00fcckzutreiben, einen Durchgang aufzusto\u00dfen in eine andere Welt, in eine Dom\u00e4ne, an einen Ort, der nicht existieren sollte?<\/p>\n<p data-p-id=\"d6eff99451e34c718eae4c8f74f47abb\">\u201eMeisterin Salghi\u00e1ra!&#8221;, rief C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor, \u201eseid Ihr bereit?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ed29e461d779b6cf7958f839249bb577\">Bereit? Nun ja. Ich hatte keine Ahnung, was genau ich machen und was daraufhin geschehen w\u00fcrde. Ich hatte sozusagen nur ein bisschen fehlgeleitetes Wasser in der Hand, etwa so viel, wie in einen Baggersee gepasst h\u00e4tte. Etwa in zweifacher Burgturmtiefe, unter diesem Sand befand es sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"222e91757cc70fa9642b4c22fddba3b3\">\u201eBereit!&#8221;, rief ich zur\u00fcck und versuchte, unbek\u00fcmmert zu wirken. Vor den Regenbogenrittern wollte ich mir keine Bl\u00f6\u00dfe geben, keinen Grund f\u00fcr sie, <em>camat&#8217;ay<\/em> zu bel\u00e4cheln oder zu verspotten. Meine Stimme klang fremd, so als geh\u00f6rte sie nicht zu mir.<\/p>\n<p data-p-id=\"0fa33a56299e92269e6fb6ec3299ac48\">Und dann zuckte Elos\u00e1ls Magie, und es f\u00fchlte sich ganz \u00e4hnlich an wie heute Mittag, als Yalomiro und ich durch die T\u00fcr in den Ciel\u00e1stel gestolpert waren und das Gold uns den Atem genommen hatte. Die mit Nokt\u00e1mas Gaben unverbindliche Kraft des Hellen Tages drohte, mich zu versengen. Aber das durfte nicht geschehen. Nicht jetzt. Nicht hier. Und nicht so.<\/p>\n<p data-p-id=\"90ba10def131d74951b8dba5a00084b2\">Ich lie\u00df meine <em>maghiscal<\/em> aufglei\u00dfen, schleuderte das Wasser mit Wucht nach oben durch den Boden und <em>sang<\/em>, so heftig und w\u00fctend, wie ich konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"c3d19d9abcff032341410176320c0cc3\">Einen Lidschlag sp\u00e4ter <em>explodierte<\/em> die Senke mitsamt den Chaosgeistern wie ein riesiger Geysir aus Matsch, Sand und kochend hei\u00dfem Wasserdampf.<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"9080ff04e87676075abfb7dfc05999e8\">\u201eMeister Yalomiro!&#8221;, rief Manj\u00e9v erschrocken aus. Ausgerechnet sie war es, die nach dem Schrecken als erstes wieder zu Worten fand. Die Erwachsenen waren instinktiv zur\u00fcckgezuckt, sogar die Ritter, die in ihrem Leben schon oft beobachtet haben mochten, wie sich jemand weit schlimmer an irgendetwas Scharfem oder Spitzem verletzte.<\/p>\n<p data-p-id=\"1c2c12fe648c871640ec53d238f87f18\">\u201eZur\u00fcck&#8221;, zischte Yalomiro zwischen den Z\u00e4hnen. \u201eEs ist alles in Ordnung. Und, bei den M\u00e4chten, lasst das Holz nicht los, sonst ist all das hier m\u00fc\u00dfig!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3b13caa5e6625ba7143f6da6357cfd71\">\u201eAber Ihr habt Euch weh getan!&#8221;, sagte T\u00edjnje mitleidig. \u201eUnd da kommt fl\u00fcssiges Silber aus Eurer Hand heraus!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"940000bb8500d0ffac9242f1f42dccbf\">\u201eIch wei\u00df&#8221;, keuchte er, w\u00e4hrend rasender Schmerz durch seine Hand, seinen Arm, seinen ganzen K\u00f6rper pulsierte. Das Blut, das aus der Wunde quoll, verband sich mit den magischen Staubpartikeln aus der Wirklichkeit, dem W\u00fcstensand, vermischt mit Schmutz aus dem Eta\u00edmalon, der den Weg in Gor Lucegaths altes Turmgemach gefunden hatte und die Menschen umschlossen hatte wie die Gespinste winziger Spinnen, ganz leicht und sacht. Im Grunde ein sehr einfacher Zauber, fast derselbe, mit dem er vor absurd lang vergangen erscheinender Zeit Salghi\u00e1ras Weltenschl\u00fcssel mit der Einhornfeder verbunden hatte, die im Boscarg\u00e9n am Boden gelegen hatte. \u201eNicht schlimm.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"575fe4f4c83f3ce140a037b4fd45d394\">\u201eMeister Yalomiro&#8221;, dr\u00e4ngte K\u00edan\u00e1 von Wijdlant, \u201ewas zaubert Ihr da? Was wird geschehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5d6947bc3d8396788a8be44649164c25\">\u201eIch &#8230; heile&#8221;, sagte er und rang mit sich. Das Gold nahm ihm die Kraft, nicht nur ihm, sondern jedem Zauber, den er im Weltenspiel zur\u00fcckgelassen hatte. \u201eIch &#8230; \u00f6ffne die T\u00fcr!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2d6a08cfa6cc64954b56ae002619d824\">\u201eAber die T\u00fcr gibt es nicht mehr!&#8221;, sagte Wa\u00fdreth Althopian. \u201eDer Turm ist eingest\u00fcrzt, mit allem, was an Bauten darinnen war!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"30c5275251e60dc179d035e7581f85e3\">\u201eDas hier&#8221;, wisperte Yalomiro und tippte mit der unversehrten Hand auf das Brett, \u201e<em>ist<\/em> die T\u00fcr. Zumindest ein St\u00fcck davon. Von allem, was ins Chaos gerissen wurde, hat Osse Emberbey das Beste geborgen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fb8009b6d740d730e7fbc265ec425017\">\u201eIch?&#8221;, fl\u00fcsterte Osse. \u201eAber das war Zufall.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fe46415a370885abae6fa1de70abb3dc\">\u201eNein, Junge&#8221;, sagte sein Vater leise. \u201eEs gibt keinen Zufall. All das hier ist Wille und Wirken der M\u00e4chte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4464be0c7a9a62f99be606f6fe741f4c\">\u201eAber die T\u00fcr&#8221;, beharrte Andr\u00eder Altabete, \u201each was \u2013 der ganze Turm, der ist jetzt hin\u00fcber!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dc83e230ba5c9b239e8136ec2a579995\">\u201eJetzt&#8221;, \u00e4chzte Yalomiro. \u201eAber ich \u00f6ffne die T\u00fcr nicht <em>jetzt<\/em>!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"445801e413b68ea52561a1aed5a525a3\">\u201eWas soll das hei\u00dfen?&#8221;, fragte <em>yarl<\/em> Grootplen.<\/p>\n<p data-p-id=\"47b0b11dba8846240a3dba9250c2b8af\">Yalomiro richtete sich st\u00f6hnend auf. Ihm wurde schwindelig, so als habe er in k\u00fcrzester Zeit bereits viel zu viel Blut verloren. Nun, so verkehrt war das nicht. Die Verbindung zu der nicht mehr existierenden T\u00fcr in Wijdlant, an der er all die verst\u00f6rten Unkundigen aus dem Chaos herausziehen musste wie an einer Leine, kostete viel, viel zu viel Kraft. Der Zauber, den er wirkte, war ein Wagnis, vielleicht sogar eine Mogelei. Aber was tat das in einem Spiel, in dem T\u00e4uschung und Trug zu den Regeln geh\u00f6rte? Sein Plan war gegl\u00fcckt, aber wie lange mochte er halten? Und w\u00fcrde seine Kraft ausreichen?<\/p>\n<p data-p-id=\"878fbbf0fa643eef82e89d0311fa34ce\">Das Widerwesen beobachtete, zuerst voller Wut, dann voller Interesse. Es w\u00e4re ihm ein Leichtes gewesen, die fragile Verbindung zu kappen, aber das tat es nicht. Es schien sich vielmehr daran zu erg\u00f6tzen, wie er sich selbst \u00fcbersch\u00e4tzte und scheitern musste, wenn die Unkundigen nun nicht genau das taten, was notwendig war.<\/p>\n<p data-p-id=\"2c800058367d805a8b9f5c7b122b3b18\">Ganz am Rande des Geschehens regte sich etwas. Die minderen Chaosgeister schienen, im Gegensatz zum Widerwesen, nach und nach das Interesse an den Menschen zu verlieren. Es wurden immer weniger. Sie hatten ein neues Ziel gefunden und strebten darauf zu wie Motten einer Flamme, wie die sch\u00f6nen Nachtfalter mit den samtenen Fl\u00fcgeln Nokt\u00e1mas Juwel in einer Sommernacht. Mochten die M\u00e4chte diesem sonderbaren jungen Rotgewandeten gn\u00e4dig gesonnen sein!<\/p>\n<p data-p-id=\"3025d09da970a09ff4ba0942347fff20\">\u201eIch kann Euch die Erinnerungen an das, was ihr hier erlebt habt, nicht nehmen&#8221;, murmelte Yalomiro tr\u00e4ge. \u201eObwohl es besser f\u00fcr Euer aller Verstand w\u00e4re. Zu viel ist im Weltenspiel geschehen, um es als Traum abzutun. Dennoch &#8230; versprecht mir, nur untereinander dar\u00fcber zu reden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dff3b06554741c7b5c3d5ad84f568162\">\u201eWarum?&#8221;, wollte L\u00e1as Grootplen wissen.<\/p>\n<p data-p-id=\"db00d944099ce46e34ec6394abe441e2\">\u201eWeil man Euch alle f\u00fcr verr\u00fcckt halten wird. Kein Schutzbefohlener m\u00f6chte einen wahnsinnigen Schutzherrn \u00fcber sich wissen. Behaltet diese Schw\u00e4che f\u00fcr Euch, wenn Ihr die Dinge bewahren wollt, wie sie sind!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8b5400152c2f67cfd6911d8df5020c8e\">\u201eDas klingt vern\u00fcnftig&#8221;, gab Andri\u00e9r Altabete zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"ef7492a74e34c3fd4ba699abdfc3927d\">Yalomiros Blick begann, sich einzutr\u00fcben. Wenn nicht jetzt, dann w\u00e4re es zu sp\u00e4t.<\/p>\n<p data-p-id=\"ffad22a5b49c1a6927d030f00df18667\"><em>Ein Herzschlag nur, Nokt\u00e1ma, <\/em>flehte er<em>. Ein einziger Herzschlag nur!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"7c61c6b2cc39ffd60c5a7c9b58048ad4\">Er begann, mit letzter Kraft zu singen und zurechtzubiegen, was Raum und Traum und Zeit verzerrt hatte. Das Widerwesen beobachtete fasziniert. Es verh\u00f6hnte ihn und spottete, aber daf\u00fcr hatte er nun keinen Sinn. Solange er lange genug singen und die Unkundigen an der Leine f\u00fchren konnte &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"3db659a700d69242c5874e1eaaeb9e39\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"31c8502778b424bec53e22f39e30abb9\">Sah\u00e1al\u00edr hatte sich von dem jungen <em>maedlor<\/em> und dem Maultierf\u00fchrer mit seinem Stuhl hinaus auf den Hof tragen lassen. Die <em>sinora<\/em> hatte es, gest\u00fctzt von den beiden, ebenfalls ins Freie gezogen. Sie schaute hinauf zu der Schw\u00e4rze hinter dem schimmernden Ring am Himmel. Er hatte seinen Lesestein zur Hilfe genommen, in der Hoffnung, irgendwelche Details auszumachen, aber das war nat\u00fcrlich m\u00fc\u00dfig gewesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"834ae6792abd592cc6c591d42791cbb0\">\u201eSie sind alle fort&#8221;, sagte die <em>sinora<\/em>. \u201eEs ist kalt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"73c70d5c4bc8b39962405f3218496c00\">Er nickte, z\u00f6gerte dann kurz und l\u00f6ste den Tuchg\u00fcrtel, den er \u00fcber seinem Gewand trug. Nachdem er sich nicht erheben konnte, war es unerheblich, ob er einen trug, und sie konnte damit ihr kahles Haupt ein wenig bedecken.<\/p>\n<p data-p-id=\"cf88963b96851c10dfeedec9717ab062\">\u201eGegen die K\u00e4lte&#8221;, sagte er sachlich, noch bevor sie die Geste missverstehen konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"c1ac208a09c7cb88049150b7f836820f\">\u201eOb sie wiederkommen?&#8221;, fragte sie und schlang sich das Tuch, warm von seinem alten gebrechlichen Leib, um Kopf und Stirn.<\/p>\n<p data-p-id=\"df35f01534a2c0d901d300480633621b\">\u201eSo, wie die geritten sind, brechen die sich Hals und Bein&#8221;, grummelte der Maultiermann, ohne gefragt worden zu sein. \u201eM\u00f6rderisch, sich auf solche Viecher zu setzen, noch dazu als Weibsbilder.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"59eda9f5b2a57c4064174c9b586a12f1\">\u201eBitte&#8221;, tadelte Sah\u00e1al\u00edr. \u201eWo sind deine Manieren?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"75e03e0aacfb980e26504bb827f97ba3\">Der Mann brummte etwas Unverst\u00e4ndliches. Seinen Respekt vor dem gebrechlichen <em>sinor<\/em> aufrechtzuerhalten, fiel ihm wohl zunehmend schwer. Sah\u00e1al\u00edr war es egal, solange er sich friedlich benahm. Was sollten nun noch Unterschiede in Stand und W\u00fcrden f\u00fcr ein Gewicht haben? Letztlich waren sie alle unkundige, machtlose Menschen, verlassen von den M\u00e4chten, die hier aus der Entfernung \u00fcber sie gewacht hatten. Mit der <em>faj\u00eda<\/em> und ihrer schwarzgewandeten Begleiterin war das Heiligtum des Hellen Tages nun von s\u00e4mtlicher Magie verlassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"380c2d4329ea1d00f6d9b17b05b22564\">Hatte es nicht seit jeher gehei\u00dfen, dass jener Tag, an dem alle Magier zugleich den Ciel\u00e1stel verlassen w\u00fcrden, das Schicksal von Aur\u00f3p\u00e9a und des Weltenspiels besiegeln w\u00fcrde?<\/p>\n<p data-p-id=\"5065ce4184e175f1bc504cfc52778db7\">Der <em>maedlor<\/em> hatte sich wieder auf die Mauern gewagt, um das verst\u00f6rende Licht \u00fcber der W\u00fcste zu beobachten, nachdem das Glei\u00dfen verloschen war. Es entferne sich gen S\u00fcden, hatte er ihnen in den Hof hinunter gerufen, wobei seine Stimme entlang der hohen gl\u00e4sernen W\u00e4nde reflektierte. Es verlagere sich \u00fcber die W\u00fcste und tobe kunterbunt umeinander, sodass es einem schwindelig w\u00fcrde.<\/p>\n<p data-p-id=\"c639b0605769df5d41a9bbbf24bbe8e7\">Sah\u00e1al\u00edr seufzte und schaute wieder bang zu dem Wolkenreif empor, diesmal ohne seinen Lesestein. Hatten die <em>arcaval&#8217;ay <\/em>nicht nur die Burg verlassen, sondern machten sie sich auch auf, das Weltenspiel aufzugeben? Was gab es im S\u00fcden? Welches Ziel steuerten sie an?<\/p>\n<p data-p-id=\"1741e1aec7b0056d1a0cb32c8c542288\">Die <em>sinora<\/em> schien etwas \u00c4hnliches zu denken. \u201eWenn sie nicht zur\u00fcckkehren&#8221;, fragte sie leise, \u201ewas wird dann aus der Burg?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dad0a76d983e547c03bd45e31813ce12\">\u201eNun&#8221;, entgegnete er, \u201edas ist nach wie vor Patagh\u00edus Heiligtum.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ff31501b3c62e3ed2736f1e003c40f74\">\u201eSelbst, wenn seine Diener fortgegangen sind?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b6c5c1ccdfbf2581c6ea8202de722821\">\u201eIch wei\u00df, woran du denkst. Aber ich glaube nicht, dass wir Fremde hier hinein lassen sollten. Wir &#8230; m\u00fcssen die Burg gegen Eindringlinge bewachen lassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c5f3e96287dab153ceb342b3e102dbe9\">Sie lachte lautlos auf. \u201eWir? Du und ich? Ob es uns noch m\u00f6glich sein wird, so etwas lange zu bestimmen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"33b33fe7a3a0a5fae7818c850d558b1a\">Sah\u00e1al\u00edr schaute zu ihr hin\u00fcber. Im Licht der Laterne erkannte er nicht viel von ihrem Gesicht, aber sicher war es so kummervoll wie ihre Stimme.<\/p>\n<p data-p-id=\"71a018f53ba1b61094cde7ffde2ea97d\">\u201eEs werden die n\u00e4chst\u00e4lteren folgen, aus der Stadt&#8221;, sagte er. \u201eWer immer das ist. Das m\u00fcssen wir herausfinden, sobald &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8e5afa1481150ab24ebbe3c68deb3e77\">\u201eJa&#8221;, murmelte sie. \u201eSolange wir noch k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ad2998ad0cdf4424cd5e4e16b6ec764f\">\u201eHe!&#8221;, rief der <em>maedlor<\/em>. \u201eDa kommt jemand! Auf der Stra\u00dfe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"99a297a0ea8eaf96ce995a8c5f1f4f7a\">\u201eAuf der Stra\u00dfe? Hierher?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"892a9db8ea4281be6e1f8725a4c41c5a\">Sie erahnten schemenhaft, wie er auf der Mauer in Richtung des \u00f6stlichen Tores lief, um von dort besser schauen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"32e3bc02c79b0c34645192067314a869\">\u201eReiter!&#8221;, rief er dann. \u201eReiter aus Aur\u00f3p\u00e9a.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"53673a4d5f326ed5859ffbeeda2ec30e\">\u201eVielleicht sucht man uns!&#8221;, sagte sie und fasste aufgeregt nach seinem \u00c4rmel.<\/p>\n<p data-p-id=\"843d028c7e4b9868a962902c7f1a240b\">\u201eStadtw\u00e4chter?&#8221;, rief der <em>sinor<\/em> zweifelnd.<\/p>\n<p data-p-id=\"a0b145627093c2447fe7ccc332ece8d6\">\u201eDas wei\u00df ich nicht, Herr. Ich sehe nur Fackeln in der Ferne. Sie sind viel zu weit weg.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a4b524c02d5c89137d8c43e74f87bea8\">\u201eSollen wir die Zugbr\u00fccke wieder runterlassen?&#8221;, fragte der Maultierf\u00fchrer.<\/p>\n<p data-p-id=\"fadb97c9ea0ca655bb553dc5d0de87b9\">\u201eNein&#8221;, entschied Sah\u00e1al\u00edr. \u201eNicht, bevor wir wissen, wer da kommt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f269ccedc94e5757ed9135d4a7e703f1\">\u201eWer da kommt? Leute aus Aur\u00f3p\u00e9a, nat\u00fcrlich! Unsere Leute.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8b304d1c135c578f191c32493e2e3487\">\u201eUnsere Leute \u2013 in der Nacht&#8221;, gab die <em>sinora<\/em> zu bedenken. \u201eVielleicht zwielichtiges Volk.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bb273528e3f93df9511349360e3954dc\">\u201eVielleicht auch nicht.&#8221; Der Maultierf\u00fchrer schien gekr\u00e4nkt. \u201eKann doch keiner was daf\u00fcr, dass es nicht hell wird.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0a2f9d6c11ae2d13af402d7e0258189f\">Der <em>maedlor<\/em> setzte dazu an, noch etwas hinab zu rufen, aber dazu kam er nicht mehr. Ein ohrenbet\u00e4ubender Knall, zugleich mit einem gewaltigen Donnern und Krachen schallte unvermittelt durch die Nacht und brachte die Mauern des Ciel\u00e1stel zum Erbeben, sodass es klang wie eine gro\u00dfe, m\u00e4chtige Glocke.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2712","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2712","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2712"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2712\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3670,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2712\/revisions\/3670"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2712"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2712"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2712"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}