{"id":2697,"date":"2025-08-25T13:51:51","date_gmt":"2025-08-25T11:51:51","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2697"},"modified":"2025-08-31T22:54:55","modified_gmt":"2025-08-31T20:54:55","slug":"132-wunsch-und-wut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/132-wunsch-und-wut\/","title":{"rendered":"132: Wunsch und Wut"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"d33f9be4de4e3c328844ecd6bb173f67\">Die Burg war ger\u00e4umt. Mor\u00e9aval hatte von den Mauern aus beobachtet, wie Hofbedienstete und Gesinde, vom Wiegenkind bis zu Greis, jeder mit dem N\u00f6tigsten bepackt, in einer langen Prozession die Burg verlassen und auf der bergan f\u00fchrenden Stra\u00dfe fortgezogen waren. Danach war er selber noch einmal durch all die Geb\u00e4ude gelaufen und hatte sich davon \u00fcberzeugt, dass niemand aus Ungehorsam oder Bequemlichkeit seinen Befehl missachtet hatte. Die beiden Spitzbuben, die er bei dieser Gelegenheit dabei ertappt hatte, wie sie sich in den Gem\u00e4chern der <em>teiranday<\/em> und im Audienzzimmer nach Wertsachen umschauten, waren ihm entwischt, hatten aber wohl kaum Beute gemacht. Mor\u00e9aval rief ihnen Verw\u00fcnschungen nach, bis auch sie au\u00dfer H\u00f6rweite waren. Sie zu verfolgen lohnte sich nicht. Er hatte sie erkannt und w\u00fcrde nach ihnen suchen lassen, sobald er wieder Zeit f\u00fcr solche banalen Untaten hatte. Weit kommen w\u00fcrden sie nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"a5a5be5667e52dc8f084fafaa8f6c105\">Der Ritter leuchtete mit seiner Lampe den verlassenen Raum aus, um sich zu vergewissern, dass er leer war. Die Puppenburg im Vorzimmer, mit der T\u00edjnje so gern spielte, stand da, als warte sie nur auf die R\u00fcckkehr der beiden M\u00e4dchen, die der Turm verschlungen hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"ad136d9b9dfde1d57e9589a38b85bbe4\">Mor\u00e9aval schritt mit schweren Gedanken durch die Halle, in der gerade noch so viel Betriebsamkeit geherrscht hatte. An einem Fenstertisch war eine halb gespielte Steinespielpartie aufgebaut. Ein grobes Bilderbuch lag daneben und wirkte fehl am Platz. Er nahm es zur Hand und fragte sich, wer darin gelesen haben mochte. Vielleicht seine kleine T\u00edjnje?<\/p>\n<p data-p-id=\"5a2566d081cc003fe5f23697a34b136a\">Was mochte sich hier zugetragen haben, bevor er die Burg erreicht hatte?<\/p>\n<p data-p-id=\"0fd095e225f566c0c288a9631636e3fc\">Als er zu seiner <em>h\u00fdardora<\/em> zur\u00fcckkehrte, die immer noch im zwischenzeitlich nur noch feinen, aber nadelspitzen Hagel stand, lag die Burg von Wijdlant still und verlassen im Finsteren, abgesehen von ein paar Laternen, die der Wind noch nicht gel\u00f6scht hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"6a7dd811288ac926c81bc9e7162c7e36\">Sie betrachtete geistesabwesend den kostbaren Edelstein, der da im Mauerloch lag.<\/p>\n<p data-p-id=\"0c2cd53a80e31dce1a9c27d5800fa0ef\">\u201eZu welcher Macht m\u00fcssen wir flehen?&#8221;, fragte sie, als er hinzukam. \u201eWer wird meinen Wunsch anh\u00f6ren?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a59b18df4af48212e48478c23c7b6273\">\u201eIch denke, zu Nokt\u00e1ma&#8221;, sagte er und legte seine Arme um sie. \u201eEs kommt von den Schattens\u00e4ngern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"20c9a77d617e5f3be04a3edd43af7c65\">\u201eDann ist die T\u00fcr durch Nokt\u00e1mas Macht versiegelt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2c8c62fbf01bd9a91baf759bc2e456e9\">\u201eSie wird sie f\u00fcr uns \u00f6ffnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0b851c7964f55042ef08cc4ece00c277\">\u201eWarum hat er dir einen so vielfarbigen Stein gegeben?&#8221;, wollte sie wissen.<\/p>\n<p data-p-id=\"cc96acd1f3016ad546de710a49b9c338\">\u201eDen hat seine <em>h\u00fdardora<\/em> ausgesucht. Sie meinte wohl, er w\u00fcrde deinen Geschmack treffen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f7de9e66d2612034afd2d331ec1798da\">\u201eDiese Steine&#8221;, sagte sie leise, \u201esind Patagh\u00edus Geschenk. Alle farbigen Steine sind das. Hast du das nicht gewusst?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8ecc95a59fe02af63a629ed23ef0a295\">\u201eNein. Wer sagt das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3fd9b932039fdbc59a52bcfe40297a0b\">\u201eAlles Bunte geh\u00f6rt dem hellen Tag. Das hat meine Gro\u00dfmutter erz\u00e4hlt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e1f4f01db214e3fe44b6cdbead587253\">\u201eVielleicht kann auch Patagh\u00edu die T\u00fcr \u00f6ffnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7d85d30c34bd01a4119494c1e8162605\">\u201eUnd wenn beide uns nicht anh\u00f6ren?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d153e9548c91fb3b03f827ef460ef04d\">Mor\u00e9aval seufzte. Warum mussten Frauen immer nur alles so kompliziert machen?<\/p>\n<p data-p-id=\"28e688f434cfc0d57bc3cbeb59292fc6\">\u201eIch werde das Licht bitten&#8221;, sagte sie leise, und Mor\u00e9aval \u00fcberlief es kalt.<\/p>\n<p data-p-id=\"ddef4691fa1f2fb436d0e0cae9b3a5a2\">\u201eDas Licht? Warum, das Licht, Geliebte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b44e00234c8c765865b4c3d520ace4da\">\u201eWeil das Licht st\u00e4rker ist als Patagh\u00edu und Nokt\u00e1ma zusammen. Hast du es nicht auch so gelernt? Das Licht \u00fcberwindet beide.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"88259de87bf3f3740a8cd1870f529a04\">\u201eGeliebte, das ist &#8230;&#8221; Er unterbrach sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"77cdccd3b4be815bf152a779f3041d86\">\u201eWenn es noch nicht zu sp\u00e4t ist&#8221;, sagte sie leise, \u201emag ich das Licht dem\u00fctig bitten, T\u00edjnje nicht zu nehmen, und sie zu uns zur\u00fcckzubringen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"31ea0cabd61b536e1859d47638678755\">\u201eMit dem Licht soll man nicht handeln&#8221;, mahnte Mor\u00e9aval. \u201eDas hat mein Vater immer gesagt, bevor &#8230;&#8221; Er unterbrach sich und verbat sich das Entsetzen, das er empfunden hatte, als man den Leichnam seines guten Vaters nach tagelanger Suche entdeckt und geborgen hatte. Die Mutter hatte nicht gewollt, dass er, der Sohn, ihn so sehen sollte, wie man ihn vorgefunden hatte. Damals hatte J\u00f3ndere Mor\u00e9aval lange gebraucht, um seinen Frieden mit dem unbestechlichen und unbefangenen Licht zu finden.<\/p>\n<p data-p-id=\"06813438893060a2a16af357601e84cf\">\u201eIch handele nicht. Ich habe einen Wunsch zu tun, f\u00fcr andere. Und ich w\u00fcnsche&#8221;, sagte sie dem\u00fctig, \u201edass das Licht entscheiden m\u00f6ge, diese T\u00fcr aufzusto\u00dfen und alle zu retten, die dahinter gefangen sind, nach Patagh\u00edus und Nokt\u00e1mas Gnade. M\u00f6gen die M\u00e4chte freigeben, was in Not ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8aba4192d3e35432c27b83d6eae14ebc\">Sie knieten beide still und flehend vor dem Stein und warteten. Aber nichts geschah. Mor\u00e9aval hatte erwartet, dass der Stein in irgendeiner Weise auf den Wunsch reagieren w\u00fcrde, aber es geschah nichts. Absolut nichts.<\/p>\n<p data-p-id=\"8525d9a572f9ebbe1315111f005a3cd9\">\u201eSicherlich&#8221;, sagte die <em>yarlara<\/em> schlie\u00dflich bitter, \u201ehat der Schwarzmantel dich verspottet. Verflucht m\u00f6ge er sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c52973b4a7806ed17698a0a699be35d5\">\u201eGeliebte!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fb86eba8fe7dd7ad0ec891638622ab36\">\u201eAll dieses Getue und der Aufwand, den wir betrieben haben! Und bringt es uns unsere Tochter, meinen Vater zur\u00fcck?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a20978a73b71c4980a9982171c877f04\">\u201eSicherlich machen wir irgendetwas falsch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3878d954906ad96f1695fa04fe6e7cc6\">\u201eHat er dir eine Anleitung gegeben?&#8221;, fuhr sie ihn zornig an.<\/p>\n<p data-p-id=\"263a6580b76d9e978d01bc3d95a404ed\">\u201eNein, aber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c3167a33855feb4b3c1bf49773aefd45\">\u201eUnser Kind, mein Vater, deine Freunde und ihre S\u00f6hne sind da drin, eingesperrt und in Not, und nicht einmal Magie kann sie befreien? Nicht einmal ein Mittel, das die M\u00e4chte in die H\u00e4nde der Magier gelegt haben, um so etwas zu verhindern?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3bd66a8cd676c4812d234e9278773d33\">\u201eGeliebte, ruhig! Du sprichst im Groll! Lass uns &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f80eba84a54aec58d8a547cc5177b348\">\u201eIch w\u00fcnschte&#8221;, rief sie in gequ\u00e4ltem Zorn aus, \u201edass das Widerwesen selbst sich seine verdiente Beute holt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"57083ceb19c1772cbb77072dc415d061\">Ob er zu sp\u00e4t kam? Oder w\u00e4re noch genug Zeit, um zu den anderen zu sto\u00dfen und die Kreaturen zur\u00fcck in die W\u00fcste zu scheuchen, hinein in das Feuer und dar\u00fcber hinaus, ins Chaos zur\u00fcck, von wo aus sie sich befreit hatten?<\/p>\n<p data-p-id=\"fba9d573d1a26f18ba6a22f7f5237b83\">Und was dann? Was danach? Wie war es nur m\u00f6glich gewesen, dass die Wesen sich den Weg freibrachen und in das Weltenspiel eindrangen? Wieso hatte niemand von ihnen es gemerkt?<\/p>\n<p data-p-id=\"de028fc860cf6e0c242a1f345f7c3cd6\">Und war es nur hier so gewesen? Oder war genau jetzt, gerade zur gleichen Zeit, auch im Norden, am Meer, oder im Eis dasselbe geschehen, und sie kamen von allen Seiten zugleich, um die Unkundigen zu umzingeln und das Weltenspiel zu verheeren?<\/p>\n<p data-p-id=\"a48a1dc4f67cd8c1e6bebc8198818ec2\">Nein. Unwahrscheinlich. Wenn Ovid\u00e1ol nur die beiden greisen K\u00f6rper zur Verf\u00fcgung gehabt hatte, dann war die Senke in der W\u00fcste der Tunnel unter der magischen Grenze hindurch. Dort, wo er seine Menschenk\u00f6der f\u00fcr die Kreaturen des Widerwesens ausgelegt hatte, war der einzige Ort, durch den sie hatten entwischen k\u00f6nnen. Nicht einmal der m\u00e4chtige Ovid\u00e1ol, der verfluchte Schwarzmantel, konnte an mehreren Orten zugleich sein.<\/p>\n<p data-p-id=\"aeb4c996c692406555fb66cb14f11b9d\">C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor rief sich selbst zur Ordnung, w\u00e4hrend Perlenglanz auf das gespenstisch bunte, schillernde Lichtspiel zujagte, das sich viel zu nahe bei den H\u00fcgeln \u00fcber die W\u00fcste gesenkt hatte. Der Hengst war aufgeregt, witterte wohl sowohl die Ausd\u00fcnstungen der Monster als auch die Erinnerung an jenen anderen Kampf, damals, so lange her, so weit zur\u00fcck, und mochte sich wundern. Er war weder voll gesattelt, noch trug sein Herr das R\u00fcstzeug und die Waffen, die er nun ben\u00f6tigt h\u00e4tte. Halb ausgestattet und in Eile, so wie ein Kind, das zu sp\u00e4t zur Schule kommt, und in der Hast die H\u00e4lfte seiner B\u00fccher und das Pausenbrot verga\u00df, so kam C\u00fdel\u00fa sich vor.<\/p>\n<p data-p-id=\"087b82ce612108e09d2ce8e37b00101b\">Ob Elos\u00e1l, seine Geliebte, seine Einzige, dem Wahnsinn lange genug etwas entgegenhalten konnte? Ob dieser merkw\u00fcrdige <em>b\u00e1chorkor<\/em>, der sicherlich nicht zuf\u00e4llig in Aur\u00f3p\u00e9a aufgetaucht war, auf Advon achtgab? Wer zum Geier war der Kerl, der so einfach in diesen Kampf hineingeschneit war und Dinge wusste und beherrschte, die einem Unkundigen nicht zustanden?<\/p>\n<p data-p-id=\"cb81d07f44045d65fcceafbc0e70e902\">In wessen Namen und Interesse war er unterwegs?<\/p>\n<p data-p-id=\"29ca54b3c4aa943d35f2cca1432c9654\">Advon, der Junge, sein Sohn, der ebenso wehrlos war wie jedes einzelne andere Menschenwesen, das den Chaosgeistern zum Opfer fallen w\u00fcrde, wenn die <em>arcaval&#8217;ay <\/em>nicht siegreich waren! Was war das gewesen, was er gesp\u00fcrt hatte, als er den Jungen in den Armen hielt? Etwas war mit Advon geschehen, hatte in ihm Kr\u00e4fte angesto\u00dfen, die zuvor definitiv nicht da gewesen waren. C\u00fdel\u00fa hoffte fl\u00fcchtig, dass es das war, f\u00fcr das er es hielt, und war sich zugleich bewusst, dass es Advon auf gar keinen Fall n\u00fctzlich sein w\u00fcrde, nicht jetzt. Nicht, wenn niemand da war, der ihn lehrte, es zu tragen.<\/p>\n<p data-p-id=\"1bea5135f90c300f222415faf4e6cde6\">Mochten die M\u00e4chte geben, dass er sich nicht get\u00e4uscht hatte. Mochten die M\u00e4chte es Elos\u00e1l gestatten, den Jungen darin zu unterweisen, wie er das z\u00fcgeln und kanalisieren konnte, was ihm zur Unzeit offenbar wurde.<\/p>\n<p data-p-id=\"a3ac6bd42489292b15038510764186f0\">Und mochten die M\u00e4chte den anma\u00dfenden Schattens\u00e4nger besch\u00fctzen, der derweil den Verfluchten daran hindern w\u00fcrde, noch mehr Unruhe zu stiften. Der Plan des Schwarzgewandeten war ebenso tollk\u00fchn wie pragmatisch. Wenn es ihm gelang, den Verfluchten jenseits des Weltenspiels in Nokt\u00e1mas Reich festzuhalten, als habe er ihn kurzerhand in einen Schrank gesperrt, dann war ihnen hier, den K\u00e4mpfern in der Chaosgeisterschlacht, ein unberechenbares \u00c4rgernis genommen. Mochten die Schwarzm\u00e4ntel sich um ihren eigenen Kram k\u00fcmmern. Hier galt es, das Weltenspiel zu bewahren!<\/p>\n<p data-p-id=\"f37b5e085c45de9dfa83182c125b0f3f\">Wenn nur dem kleinen M\u00e4dchen nichts geschah, das in all der Verwirrung gleich mit in die Falle ihres Vaters gegangen war.<\/p>\n<p data-p-id=\"fe487a020bf0ca390608214cd84ebfd8\">C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor konnte sich unter den Schatten nichts vorstellen, denn nie zuvor hatte eine <em>faj\u00eda<\/em> oder ein Regenbogenritter Nokt\u00e1mas Dom\u00e4ne betreten, so wie niemals ein Schattens\u00e4nger oder gar ein unkundiger Mensch die flammenden Farben des Hellen Tages anschauen konnte. Aber wenn er davon ausging, dass es sich mit der Dunkelheit \u00e4hnlich verhielt, dann w\u00e4re das M\u00e4dchen darin wohl in Sicherheit, so wie die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> unversehrt durch jedes Feuer gehen konnten.<\/p>\n<p data-p-id=\"5d492e7488848782a0c18e7b9414c349\">Zumindest hoffte er das von Herzen. Er hatte das Schattens\u00e4ngerm\u00e4dchen lieb gewonnen. Bei Advon durfte es wohl noch etwas anderes sein, das ihn mit dem anderen Kind binnen so kurzer Frist verkn\u00fcpft hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"c4250e00fa8ec47aea1723855dc27c75\"><em>F\u00fcr Elos\u00e1l<\/em>, dachte der Goldene. <em>F\u00fcr Advon. F\u00fcr diese Welt, die <\/em>mich<em> gerettet hat!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"94e1e65ffc58058ac3fd02d97b785950\">Perlenglanz preschte energisch voran. Sie \u00fcberflogen eine Schneise der Verw\u00fcstung, die die Chaosgeister hinterlassen hatten, gesprenkelt von Blut und dem, was von jenen geblieben war, die ihnen nicht standgehalten hatten. C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor zwang sich, nicht hinab zu schauen, wo ihre \u00dcberreste versprengt waren. Hier eine zerdr\u00fcckte Goldr\u00fcstung, dort ein Helm, durch dessen Visier entf\u00e4rbte Augen gen Himmel starrten und Splitter von Lanzen, und Federn, so viele Federn, sogar einen ganzen Fl\u00fcgel, schon halb bedeckt vom fallenden Sand und Eis bemerkte der Goldene aus den Augenwinkeln. Hier und da lagen \u00dcberreste von Chaosgeistern herum, aber kein einziger, den das am Vorankommen gehindert h\u00e4tte.<\/p>\n<p data-p-id=\"c9f103eaa7fc9c87b97f795564ff09a1\">Jeder in diesem Kampf gefallene Ritter war ein Teil von Elos\u00e1ls Lebenskraft und magischer Energie, untrennbar miteinander verwoben. Und doch, noch schien ihre St\u00e4rke auszureichen, denn das bunte Gl\u00fchen \u00fcber der W\u00fcste war hell und wunderbar, ein n\u00e4chtlicher, kuppelf\u00f6rmiger Regenbogen, mit dem sie die Kreaturen in Schach hielt.<\/p>\n<p data-p-id=\"1d3f66d72e6699289be02739b164664c\">Blanke Wut verdr\u00e4ngte seinen Ekel und Zorn. Der Sand w\u00fcrde alles bedecken und wenn sie siegten, dann w\u00fcrden die Leiber derer, die Chaosgeister zermalmt hatten, verschwinden.<\/p>\n<p data-p-id=\"e9b95755b2e4bffdf658b6f124f8fe8b\">Wenn nur die Sieben bestanden &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"e3b9209ad8e0b0ce50b4e1506195658a\">Beim letzten Mal waren es <em>Dutzende<\/em> von Schattens\u00e4ngern gewesen, die vor Ort, am Rande der Schlacht, ihren Abtr\u00fcnnigen gehetzt und von seinen Kreaturen und Gefolge getrennt hatten. Es waren auf beiden Seiten unkundige Ritter aus allen Winkeln des Weltenspiels dabei gewesen, mitten bei den <em>arcaval&#8217;ay<\/em>. Die, die es nicht \u00fcberlebt hatten, die waren hinter die Tr\u00e4ume gegangen, nicht in Patagh\u00edus Dom\u00e4ne, wo sie auf ein neues Erwachen warteten.<\/p>\n<p data-p-id=\"ef2c1dea66e57854c45e2fbeaf003545\">Es waren f\u00fcnf <em>faj\u00eda\u00e9<\/em> gewesen. Elos\u00e1ls Schwestern, die weise und g\u00fctige Tene\u00e1stre, die sich vor ihn gestellt und als erste gefallen war &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"eea2e39f6a88f22518b3e42622995f04\">All das war diesmal nicht da, denn niemand hatte es kommen sehen. Diesmal waren sie auf sich gestellt, die <em>arcaval&#8217;ay,<\/em> die letzte <em>faj\u00eda<\/em>, eine merkw\u00fcrdige Frau, die Hagel machen konnte, ein mysteri\u00f6ser <em>b\u00e1chorkor<\/em>, dessen Motive niemand kannte und ein einzelner \u00fcberheblicher Schattens\u00e4nger. Mitten darin die Kinder. Was dachten sich die M\u00e4chte dabei? Und was tat das Widerwesen damit?<\/p>\n<p data-p-id=\"e445988ff49c6d85e33247c3513867de\">Und er, er erlebte all das Grauen nun erneut. Er, der damals unversehens buchst\u00e4blich mitten in die Schlacht hineingest\u00fcrzt war. Vielleicht war es diese kleine Verwirrung, dieser verbl\u00fcffte Moment des Z\u00f6gerns gewesen, der den K\u00e4mpfern von damals zum Sieg verholfen hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"4429a142e605c4f957009e8000322cd3\">Ob seine Maschine noch da war, irgendwo weiter s\u00fcdlich, unter dem ewigen Sand?<\/p>\n<p data-p-id=\"30467b55985e1525cb3e16cfd79f72ac\">Ein kleiner Chaosgeist, ungef\u00e4hr so gro\u00df wie ein Elefant, aber mit sechs Gliedern, die er bewegte wie ein Seehund seine Flossen, bahnte sich seinen Weg durch den Sand. Er war schwerf\u00e4llig, nicht schnell genug, hatte den Anschluss an die anderen Biester verloren. Ein Nachz\u00fcgler, so wie er einer war.<\/p>\n<p data-p-id=\"20c78367b3b29e839b418a8df28a5b27\">\u201eHe!&#8221;, br\u00fcllte C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor und lenkte Perlenglanz in den Sinkflug. \u201eUnget\u00fcm!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3ba541d5319970bdb691674186f46d60\">Das Wesen h\u00f6rte ihn, denn es hatte gro\u00dfe runde Ohren an einem vergleichsweise l\u00e4cherlich kleinen Kopf am Ende eines langen Halses. Es schaute sich zu dem fliegenden Ritter um, ohne anzuhalten.<\/p>\n<p data-p-id=\"583df868b5f96ddbe598cfb7ef361f63\">\u201eIch <em>will<\/em>, dass ihr verschwindet!&#8221;, stie\u00df C\u00fdel\u00fa hervor und dem Wesen sein flammenflackerndes Goldschwert genau zwischen die dumm dreinschauenden Glotzaugen. Die Kreatur br\u00fcllte auf, verlor die Kontrolle \u00fcber den Kopf, der herabsank. Sie stolperte \u00fcber ihren eigenen schlaffen Hals, \u00fcberschlug sich und blieb dann \u00e4chzend liegen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b8018c8bd557b74d2b39ca45862c656c\">Der Goldene sch\u00fcttelte Blut und Flammen von seiner Klinge ab. Ohne noch weiter nachzudenken, jagte er auf das Gemetzel vor sich zu und wurde Teil des verzweifelten Schwarmes. Zu seinem K\u00f6nig. Zu seinem Mittelpunkt. Nun konnte es losgehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"644f7eb46b466d4befaa456ae4f490b3\">H\u00e4tte C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor sich w\u00e4hrenddessen auch nur einmal zum Ciel\u00e1stel umgewandt, ihm w\u00e4re nicht entgangen, dass sein Sohn eigene Wege zum Abenteuer einschlug.<\/p>\n<p data-p-id=\"3db659a700d69242c5874e1eaaeb9e39\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"8589ab9ea9211d2da737c27cf045c0ec\">Etwas antwortete auf die Melodie, stimmte darin ein. Yalomiro spielte und erschauerte. Es war dem so \u00e4hnlich, was damals geschehen war, als er sein Lied f\u00fcr Salghi\u00e1ra gespielt hatte, als diese noch unkundig war und er sie mit sich in den Schatten nehmen wollte. Die Variation auf Salghi\u00e1ras und sein Lied, eines, das er nur f\u00fcr ihre Ohren spielte, wenn sie beisammen waren, hatte D\u00fdamir\u00e9e erreicht, hatte sie ber\u00fchrt und genau das bewirkt, was er sich erhofft hatte. Eine Schutzh\u00fclle aus magischen Noten hatte er um das Kind gewoben, damit es nicht in der Nacht zerfloss und zum ruhelosen Schatten wurde.<\/p>\n<p data-p-id=\"e1e8162ed7996d652ba50c7b536c9c36\">Aber dann geschah mehr als das. D\u00fdamir\u00e9e hatte begonnen, zu <em>singen<\/em>. Sie sang mit ihrem kleinen, klaren Kinderstimmchen vor sich hin, lautlos im Schatten, und ihm wurde hei\u00df und kalt. D\u00fdamir\u00e9e konnte <em>singen<\/em>. D\u00fdamir\u00e9e! Sie war <em>erwacht<\/em>!<\/p>\n<p data-p-id=\"b70067f058307871286dafeec1523fd5\">Dies w\u00e4re der Moment gewesen, indem er vor Nokt\u00e1ma niederfallen und sie h\u00e4tte preisen sollen f\u00fcr die Gabe, die sie dem M\u00e4dchen nun doch noch gew\u00e4hrt hatte. Aber dazu war beim besten Willen nicht der richtige Augenblick.<\/p>\n<p data-p-id=\"0edb1851ce17392deda99a35ccdef485\">Ovid\u00e1ol, wie immer er es fertigbrachte, war immer noch in seiner N\u00e4he, versuchte wohl, herauszufinden, auf welche Weise Yalomiros Lied in Nokt\u00e1mas Dom\u00e4ne wirken mochte. Mochte die Dunkle Macht geben, dass er nicht dahinterkam, was es damit auf sich hatte. Und mochten seine Sinne unempf\u00e4nglich sein f\u00fcr das Wunder, das sich gerade in D\u00fdamir\u00e9e offenbarte und von dem sie selbst wahrscheinlich gar nichts bemerkte.<\/p>\n<p data-p-id=\"90cba1640679bbb8407bd54c4047fe73\">Wieso war Ovid\u00e1ol immer noch hier und nicht von Nokt\u00e1mas Zorn verschlungen? Hatte er sich in all der Zeit doch noch Reste seiner einstigen grandiosen Magie bewahren k\u00f6nnen \u2013 oder m\u00f6glicherweise neu erlernt aus den B\u00fcchern, die er angeblich zusammengeklaubt hatte? Reichte seine Macht \u00fcber die kleinen Alltagszauber hinaus, die er wom\u00f6glich noch hatte wirken k\u00f6nnen?<\/p>\n<p data-p-id=\"20505b248dfbddaf5fca47e188db27ef\">Ob hier, im Schatten, die Erinnerungen und die F\u00e4higkeiten in ihm neu erwachten, mit denen Schattens\u00e4nger geboren wurden und die sie ohne willentliche Zauber beherrschten? Ob Ovid\u00e1ol Gedanken h\u00f6ren konnte?<\/p>\n<p data-p-id=\"ecd116c917d4c597e41b9ce36cbfa9f7\"><em>D\u00fdamir\u00e9e, <\/em>spielte er leise,<em> kleiner Stern, komm zu mir. Sei leise und komm her. Hangele dich am Lied entlang wie an einer Schnur. Erinnerst du dich an die Geschichte vom Garnfaden, die deine Mutter dir erz\u00e4hlt hat? Wie sie mich damals finden konnte, als wir in der seltsamen Burg gefangen waren? <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"32db12b6ae32614828af92cd811b20fb\">Diese Geschichte hatte er selbst erst von Salghi\u00e1ra erz\u00e4hlt bekommen, als sie gemeinsam im Boscarg\u00e9n angekommen waren und sie dort langsam zur Ruhe fand. Viele N\u00e4chte hatte sie damit verbracht, ihm von den Dingen zu berichten, die damals geschehen waren, die er w\u00e4hrend seiner Gefangenschaft in Pianmur\u00edt, der Dom\u00e4ne des Rotgewandeten, nicht selbst miterlebt hatte. Er war beeindruckt gewesen von der klugen Idee, die sie aus einer alten Geschichte ihrer Welt erlernt hatte. Es war ein klein wenig wie der Plan von H\u00e4nsel und Gretel, nur etwas haltbarer als Brotkrumen in einem Wald voller hungriger V\u00f6gel. Dagegen war das, was er hier tat, absurd. Er versuchte, D\u00fdamir\u00e9e an einer stummen Schnur aus Schall zu f\u00fchren.<\/p>\n<p data-p-id=\"840f7ef9c64716b9ec795d3459349422\">Aber D\u00fdamir\u00e9e schien ihn nicht zu verstehen, denn sie sang weiter. Wahrscheinlich war ihr nicht bewusst, wie ihre neugeborene Magie mit dem resonierte, was er in seine Musik kleidete, damit der Verfluchte es nicht fand. Sie musste \u00fcberw\u00e4ltigt sein und jubelte unbefangen \u00fcber ihre neue Kunst.<\/p>\n<p data-p-id=\"108d51b29d22e919e9e624f9e1b856ac\"><em>Leise, kleiner Stern, sei ganz leise! Sei still wie ein M\u00e4uschen und komm zu mir! Vielleicht kann er dich h\u00f6ren. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"f23f00b1729f5b8c4627358ef22b6efa\">Aber sie sang und wurde immer st\u00e4rker, selbstbewusster dabei. Sie fand Gefallen an dem, was ihr die Musik erm\u00f6glichte, und warum auch nicht? Aus ihrer Sicht mochte sich das, was sie erlebte, darbieten wie ein sonderbarer Traum ohne Bilder. Und was er hier tat, war nicht mehr, als sie mit seiner bedingungslosen Liebe, seiner Sorge und dem Wunsch, sie zu besch\u00fctzen und zu verteidigen, anzulocken. Woher sollte sie wissen, dass auch der Verfluchte, der Gef\u00e4hrliche, der, der ihr weh getan hatte und ihr ans Leben wollte, hier war? Sie hatte ein Lied gelernt und war begierig, es auszuprobieren. Mochten die M\u00e4chte geben, dass sie nicht auch noch den Stab bei sich f\u00fchrte.<\/p>\n<p data-p-id=\"536d4a3a4e87105928bb689d9c5625f0\"><em>Kleiner Stern, <\/em>flehte er,<em> bitte sei still! Komm einfach zu mir! Ich bringe dich zur\u00fcck ins Weltenspiel, und ich bringe dir viele, viele Lieder bei! Ich lehre dich, selbst welche zu schaffen. Aber bitte, ich flehe dich an, sei still!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"377b2e80081db823fc05789d3d82fc81\"><em>Was tust du da?,<\/em> fragte Ovid\u00e1ol, so lautlos und nahe bei ihm, dass Yalomiro erschrocken zusammenzuckte. <em>Was ist das f\u00fcr eine Magie, die du wirkst, ohne zu zaubern? Was ist das, was Nokt\u00e1ma dir in ihrem Reich gestattet?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"d40b59b4a786f62682b6930cc46f6c51\">Yalomiro sp\u00fcrte in die Finsternis. Ovid\u00e1ol war nahe, viel zu nahe. Das Lied zog ihn an. Er konnte es wahrnehmen. Was genau h\u00f6rte er? Nur die Geige, oder auch das unschuldige Kinderlied, mit dem D\u00fdamir\u00e9e irgendwo in Nokt\u00e1mas Reich ihre Angst hinfort sang?<\/p>\n<p data-p-id=\"a7f15763ea3ba70ea43ac709362d801a\"><em>Liebe, <\/em>antwortete er. <em>Nokt\u00e1ma hat mir Liebe erlaubt.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"6d89031153e9b1a7adad5c86e900010e\">War Ovid\u00e1ol fassungslos? Angeekelt? Fasziniert? Yalomiro wusste es nicht zu sagen. Auf jeden Fall hatte er den anderen verwirrt, und das war mehr, als er zu hoffen gewagt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"a9a9b9200b6ddfa73e585bfdb088ab0a\"><em>Welchen Handel bist du mit ihr eingegangen? Wieso hat sie dich auf so schm\u00e4hliche Weise betrogen, die Macht, der wir so ergeben waren? <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"c1fde9f058aed8314334f4b6a118a2c1\">Ovid\u00e1ols k\u00f6rperloses L\u00e4cheln war ganz deutlich zu h\u00f6ren. Es klang scheu\u00dflich in D\u00fdamir\u00e9es reinen Kindergesang hinein.<\/p>\n<p data-p-id=\"e6df1dee78cec47b83af4b526159d9d7\">Yalomiro wich zur\u00fcck. Ovid\u00e1ol kam n\u00e4her. Er streckte seine H\u00e4nde nach der Geige aus. Yalomiro duckte sich davor weg und erstarrte. Die Geige &#8230; sie wurde <em>sichtbar<\/em>. Die geleimten Stellen, dort, wo Salghi\u00e1ra das Instrument einst neu zusammengesetzt hatte, glommen silbrig auf, ein Sakrileg, etwas, das in den Schatten nicht h\u00e4tte m\u00f6glich sein sollen. Eine Energie, die hier nicht sein durfte.<\/p>\n<p data-p-id=\"f1c8880cc52dd12093e8aa9dc210f0ee\"><em>Nein, D\u00fdamir\u00e9e!, <\/em>dachte Yalomiro entsetzt. <em>Das darfst du nicht!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"bd7d454d48baace60ec0e56e233277f9\">Und Ovid\u00e1ol sprang auf Yalomiro zu, aus der Finsternis in das Schimmern der Geige, und das letzte, was Yalomiro sah, war eine menschliche Fratze mit stechenden Silberaugen und gebleckten Z\u00e4hnen, die der eines Chaosgeistes in absurder Weise \u00e4hnelte.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2697","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2697","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2697"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2697\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3688,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2697\/revisions\/3688"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2697"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2697"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2697"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}