{"id":2696,"date":"2025-08-25T13:52:18","date_gmt":"2025-08-25T11:52:18","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2696"},"modified":"2025-08-31T22:54:35","modified_gmt":"2025-08-31T20:54:35","slug":"133-die-tiefe-am-himmel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/133-die-tiefe-am-himmel\/","title":{"rendered":"133: Die Tiefe am Himmel"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"416b4eba0a5710d04d6a36da343fd0ac\">Advon hatte sich so tief auf Farbenspiels Hals zusammengeduckt, wie es nur m\u00f6glich gewesen war. Sand und Hagel waren so auf ihn eingest\u00fcrzt, als besch\u00f6ssen ihn Heerscharen von winzigen Bogensch\u00fctzen mit nadelfeinen Pfeilen. Das war unertr\u00e4glich geworden, und er hatte sich nicht anders zu helfen gewusst, als den tobenden Elementen m\u00f6glichst wenig Angriffsfl\u00e4che zu bieten und sich zusammenzukauern wie ein \u00e4ngstliches Wiegenkind. Gal\u00e9on hatte ihn fest im Arm gehabt und so wahrscheinlich einen guten Teil des Chaossturms von ihm abgehalten. Farbenspiel hatte sich so m\u00fchsam bewegt, als galoppiere er einen unfassbar steilen H\u00fcgel hinauf, die Fl\u00fcgel nicht mehr benutzt, um er auf ihnen in der Luft dahinzugleiten, sondern als gebe er seinem massigen K\u00f6rper verbissen Schwung, um voranzukommen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f143a5d3e36a430838275a739b285f5d\">Und dann war es von einem Augenblick auf den n\u00e4chsten ganz still. Der Sturm versiegte. Farbenspiel tat noch zwei, drei Spr\u00fcnge, dann strauchelte und st\u00fcrzte er. Advon verlor den Halt und schlug auf harten Boden auf, so fest, dass es ihm m\u00f6glicherweise f\u00fcr ein paar Augenblicke das Bewusstsein nahm. Jedenfalls wurde ihm einen Moment schwarz vor Augen und blieb es so lange, bis Gal\u00e9on sich \u00fcber ihn neigte.<\/p>\n<p data-p-id=\"511c3523e893dd6451901d7597f534db\">\u201eHast du dir weh getan?&#8221;, fragte der <em>b\u00e1chorkor<\/em>, doch die Besorgnis in seiner Stimme war gering.<\/p>\n<p data-p-id=\"427413170002eaf06327ef3b986dbf26\">\u201eJa&#8221;, murmelte der Junge. Dann begann er, die K\u00e4lte wahrzunehmen, die nach seinem K\u00f6rper griff. Das war ihm zutiefst unheimlich, denn Advon hatte nie zuvor gesp\u00fcrt, wie sich Eis anf\u00fchlte. Am Rand von Soldes\u00e9r schmolz Schnee, bevor er den Boden erreichte. Advon Ir\u00edsolor hatte niemals gefroren und ahnte nun, dass auch Eis einem Regenbogenritter nicht wohlgesonnen war.<\/p>\n<p data-p-id=\"0445c3b4e9aa536bfb3a0db7c44bf897\">Der junge Mann half ihm auf die F\u00fc\u00dfe. Jetzt erkannte der Junge, dass die bodenlose Finsternis, die er gerade noch f\u00fcr Bewusstlosigkeit gehalten hatte, sich \u00fcber ihnen erstreckte, eine erschreckende, gleichf\u00f6rmige, farbenverschlingende Leere. Die Schw\u00e4rze war so unbegreifbar gro\u00df, dass das Kind zutiefst erschrak und schnell zu Boden schaute. Dort war steinharter Sand, von dem ein merkw\u00fcrdiges Schimmern ausging, diffus, ged\u00e4mpft und ohne sichtbaren Ursprung. Ringsum, so weit das Auge sah, erstreckte sich diese Weite. Advon war schon einige Male mit dem Vater in der W\u00fcste au\u00dferhalb der Sichtweite der H\u00fcgel gewesen, dort, wo es nur noch Sand gab. Dies hier erinnerte ihn ein wenig an diese Gegend, jedoch erstarrt, sodass kein Sandkorn sich vom anderen l\u00f6sen k\u00f6nnte. Neben ihm lag reglos das Einhorn. Sein seifenblasenschillerndes Fell wirkte fast schmerzhaft grell zwischen Schw\u00e4rze und Zwielicht. Der rechte Fl\u00fcgel stand steif in die H\u00f6he, der andere war unter dem Pferdek\u00f6rper abgeknickt begraben.<\/p>\n<p data-p-id=\"8d7f45621123747a37e963c211e444ad\">\u201eFarbenspiel!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c177df8d29933a0a70e73b4e14fc7d77\">Advon taumelte zu seinem Reittier hin\u00fcber. Dessen gelbe Reptilienaugen waren geschlossen, das Maul weit ge\u00f6ffnet, die Fangz\u00e4hne blitzten hervor, seine Zunge hing heraus. Farbenspiels duftige M\u00e4hne, der Schweif und die Beh\u00e4nge an seinen Fesseln waren pappig wie Fuchszahnschirmchen, die jemand in Wasser getunkt hatte. Das Einhorn regte sich nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"4ff4db5ded8f72b86cccdaaa386ab3fc\">\u201eFarbenspiel!&#8221; Advon kniete auf dem Eissand nieder und versuchte, den m\u00e4chtigen Kopf seines Rosses anzuheben. \u201eFarbenspiel! Bitte &#8230; bitte &#8230; beweg dich! Steh auf!&#8221; Er umschlang die Schnauze mit beiden Armen und warf Gal\u00e9on dann einen zornigen Blick zu. Wenn Farbenspiel bei diesem irrsinnigen Ritt ernsthaft Schaden genommen hatte, dachte der Junge, dann mochte Patagh\u00edu den <em>b\u00e1chorkor<\/em> bestrafen, sein Feuer senden und ihn verbrennen!<\/p>\n<p data-p-id=\"8b2789a314b60883aaa8967c171cfb9d\">\u201eLass ihn&#8221;, forderte Gal\u00e9on ruhig.<\/p>\n<p data-p-id=\"0ed8c15d592e6f5b9aee36342e20e513\">\u201eIch lasse ihn nicht zur\u00fcck!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c54ed869f9804fe0cbd49c2a464c4319\">\u201eEr hat sich verausgabt, um uns sicher her zu bringen. Er muss sich einen Moment ausruhen. Ihm geschieht hier nichts. Wir hingegen haben keine Zeit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8b4c7a149cffb617554c03026515a5c3\">\u201eAber &#8230;&#8221; Advon wollte etwas entgegnen, aber im selben Moment kam ihm in den Sinn, dass es kindisch und unreif w\u00e4re, sich nun mit dem <em>b\u00e1chorkor<\/em> anzulegen. Auch Farbenspiel schien so zu denken. Er schnaubte und blinzelte mit dem der Schw\u00e4rze zugewandten Auge. Advon fiel ein Stein vom Herzen. Er schmiegte sich an den Kopf des Tieres und koste es innig. Es lebte. Es hatte sich bei seinem Flug nicht selbst zu Tode gehetzt. Farbenspiel schnaufte. Dann schnappte er vertraut und behutsam mit seinen weichen Lippen nach Advons Haaren. Advon lie\u00df es geschehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"835e9b8cabf031f8054cfd67051e6208\">Gal\u00e9on wartete, bis der Junge sich wieder etwas gefasst hatte. Dabei schaute er sich ruhig in alle Richtungen um, bis sein Blick eine Richtung zu finden schien.<\/p>\n<p data-p-id=\"16776419cabf38995dccc142ea75275f\">\u201eWo sind wir hier?&#8221;, fragte Advon.<\/p>\n<p data-p-id=\"f77ee2cefe05d269c3f645eb57f3f171\">\u201eDas hier sollte das Chaos sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7fd60fd86beee51c67fb4afa163d9798\">Der Junge vermied es so gut wie m\u00f6glich, die Schw\u00e4rze anzuschauen, von der er nur wusste, dass es kein sternloses Firmament war. \u201eIch hatte mir das Chaos anders vorgestellt&#8221;, sagte er dann.<\/p>\n<p data-p-id=\"2fb45517345e31e3e06867e5569a1c97\">\u201eWie denn?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3d127605bb49af412b9b2c8f7ec5e96e\">\u201eAufregender. Das hier ist so &#8230; still &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"723a41327c749305365079b2bd8c5bcd\">\u201eEs ist in Bewegung. Mehr noch, es ist in <em>Aufruhr<\/em>. Allerdings ist hier gerade nichts mehr so, wie es sein soll. Es ist hier weit weniger langweilig, als mir lieb w\u00e4re.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e89c41eb527366b1889dfdf8ee2cb70d\">\u201eUnd wo ist D\u00fdamir\u00e9e?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a516829b7beaf9c3ac9cc47c30529d79\">\u201eWir finden sie. Aber zuerst m\u00fcssen wir weiter. Komm.&#8221; Er wandte sich ab und setzte sich in Bewegung, so sicher, als wisse er genau, welchen Weg er einzuschlagen hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"8fea78ae37c770a9e11c4926e5be37e2\">\u201eUnd wenn die Chaosgeister Farbenspiel angreifen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4f38f9e0cce7096a674ce05ac4b2e647\">\u201eDann kommt es darauf an, wie gut er und sie k\u00e4mpfen. Es sind nur mindere Geister hier, Advon. Mit denen wird er fertig.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3df206bfec6b6190e8272187f8aa644b\">Advon z\u00f6gerte. Es war ihm nicht wohl dabei, das entkr\u00e4ftete Einhorn einfach zur\u00fcckzulassen. Andererseits war D\u00fdamir\u00e9e in Gefahr.<\/p>\n<p data-p-id=\"d744268ee103bc806af80066dcb8f015\">Farbenspiel nahm ihm die Entscheidung ab. Er grollte, begann zu strampeln und wuchtete sich dann wieder hoch. Energisch sch\u00fcttelte er sich Eiskristalle aus dem Fell und versuchte dann, die Fl\u00fcgel wieder einzuklappen. Ein paar verknickte Federn waren dabei hinderlich. Advon half ihm dabei, sie zu sortieren, und ging dann Gal\u00e9on hinterher. Farbenspiel trottete ersch\u00f6pft hinter ihm her. Sicher hatte er jedes Wort verstanden. Ganz offensichtlich wollte der Hengst nicht allein zur\u00fcckbleiben.<\/p>\n<p data-p-id=\"3e04cd73f9188f7d4d14b64d3b8861db\">Gal\u00e9on wartete, bis die beiden zu ihm aufgeholt hatten.<\/p>\n<p data-p-id=\"34c4c164c745289cf76cbcef6c2e2585\">\u201eWenn das hier das Chaos ist, m\u00fcsste das Widerwesen dann nicht auch hier sein?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c23b4a6fae75876d4d4962817c369845\">\u201eEs <em>ist<\/em> hier, Advon. Und es wei\u00df auch, dass wir hier sind. Aber offenbar hat er gerade etwas anderes, womit es spielt. Es wird wohl noch fr\u00fch genug auf uns aufmerksam werden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"465e65661c99e0721f31b5a0be06e3b8\">\u201eErnsthaft? Wie kannst du so ruhig sein?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1e77b2d9ad4995860c20f70e63f22f1e\">\u201eIch bin nicht ruhig. Aber was bringt es, vorsorglich nerv\u00f6s zu werden? Wir haben beide unsere Aufgabe zu erf\u00fcllen, Advon. Du findest D\u00fdamir\u00e9e. Such nach ihr. Versuche, sie zu sp\u00fcren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7d859059ef98ec70b07c57bd148f977f\">\u201eSp\u00fcren?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"434136c6280f107c6a0363fa416acf50\">\u201eDu wirst sie bemerken, wo immer sie ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bb437c543ff8bb3e2fe803c72de1050e\">\u201eUnd was machst du?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"23a3dec823bd80eb5f1f48be5d13d890\">\u201eIch suche nach allem anderen, was hier nichts zu suchen hat. Ich versuche, wieder Ordnung ins Chaos zu bringen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6d6004de62d63abdaa53edce91225137\">Advon war verwirrt. F\u00fcr jemanden, der stets behauptete, nur ein einfacher <em>b\u00e1chorkor<\/em> zu sein, benahm Gal\u00e9on sich ausgesprochen seltsam. Seit der Konfrontation mit Sileda\u00fa auf dem Turm schien sich etwas mit der Pers\u00f6nlichkeit des jungen Mannes grundlegend gewandelt zu haben. Das war unheimlich. Der Junge wandte sich fragend Farbenspiel zu, aber der Hengst trottete nur ermattet \u00fcber den gefrorenen Sand. Seine Klauen klopften sonderbar dumpf auf der Oberfl\u00e4che.<\/p>\n<p data-p-id=\"92fcb572057db95c09786c830609a28b\">\u201eUnd woher wei\u00dft du, wohin du gehen musst?&#8221;, fragte Advon.<\/p>\n<p data-p-id=\"7eec6bc7dba73d5f056ff7d69f2edbe6\">\u201eIch folge einem Signal.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"185a1bf048fa88dd2a62b829d87be284\">\u201eEinem Signal?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f328a439e75c5747a6ff8acb3e6bfc5f\">Gal\u00e9on nickte. \u201eJemand war so umsichtig, ein Leuchtfeuer hierher zu bringen. Und nun komm. Wer zu lange steht, zieht Chaosgeister an. Und die k\u00f6nnen wir jetzt noch nicht gebrauchen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"ec06b463558d7fefa52c61f549b7a55b\">C\u00fdel\u00fa f\u00fchlte sich wie in einem kunterbunten Alptraum. Nachdem er den Schwarm erreicht hatte, war er eingetaucht in einen Wirbel von Farben, hei\u00dfer, goldstrahlender Magie und viel zu viel Blut und anderen schleimigen und klebrigen Substanzen, von denen er nicht wissen wollte, was es war.<\/p>\n<p data-p-id=\"39f7c30c611a7ff1d6695270fba015c4\">Die Regenbogenritter, die in un\u00fcbersichtlicher Zahl rings um ihn herum auf ihren Einh\u00f6rnern durch die Luft jagten, hatten ihn mit gro\u00dfem Jubel empfangen, sobald sie seiner gewahr wurden. Sie waren erleichtert, aber die Situation blieb ernst. Die Chaosgeister waren viel zu stark, und dort, wo sich ihnen die M\u00f6glichkeit bot, holten sie die Hellen Magier vom Himmel und l\u00f6schten sie aus. C\u00fdel\u00fa versuchte, den Gedanken zu verdr\u00e4ngen, was mit ihm selbst geschehen w\u00fcrde, sollten sie ihn erwischen. Er war in ihrer Mitte der Schw\u00e4chste, nur ein sterblicher Mensch mit etwas besserer Bewaffnung und Fertigkeiten als ein unkundiger Menschenritter, einer, der mitnichten unverwundbar war. Solange er im Ciel\u00e1stel war, machte die Zeit einen Bogen um ihn. Hier, au\u00dferhalb von Patagh\u00edus Heiligtum, war er das einfachste Opfer, das sie packen konnten.<\/p>\n<p data-p-id=\"b34ede92561da6a488f5acb15dce7e84\">Wo in diesem Schlachtenget\u00fcmmel wohl die Sieben waren? Hoffentlich weit, weit au\u00dferhalb der Reichweite der Monster.<\/p>\n<p data-p-id=\"e43b95284472e614308143af976973b9\">Perlenglanz k\u00e4mpfte ebenso verbissen, keilte mit seinen messerscharfen Klauen um sich, biss und stie\u00df sein Horn nach den Chaosgeistern, aber im Endeffekt schienen die Kreaturen den wehrhaften Einh\u00f6rnern nicht mehr Beachtung zu schenken als einem M\u00fcckenschwarm. Einmal erwischte ein aus dem Get\u00fcmmel in die H\u00f6he schie\u00dfender Tentakel den linken Hinterlauf des perlmuttfarbenen Einhorns und riss es ein St\u00fcck abw\u00e4rts, aber ein <em>arcaval&#8217;ay<\/em>, so zartviolett wie Fliederbl\u00fcten, kam ihm zu Hilfe, hieb den Fangarm durch wurde im selben Moment von einem anderen Monster mit Gliedma\u00dfen wie Krebsscheren gepackt. C\u00fdel\u00fa h\u00f6rte noch, wie sein goldener Brustpanzer knackte und dann war er schon vorbei, und Perlenglanz hetzte auf das n\u00e4chste Monster los.<\/p>\n<p data-p-id=\"0726184303e26064b455c23920e889bc\">Aber hier, inmitten des Kampfes, konnte C\u00fdel\u00fa Elos\u00e1ls Anwesenheit sp\u00fcren. Sie war \u00fcberall, sah durch die Augen jedes ihrer Ritter und kontrollierte das Geschehen, etwas, das so unglaublich komplex und schwierig sein musste, dass er es sich nicht im Ansatz vorstellen konnte. Aber bei alledem war er sich voll bewusst, dass Elos\u00e1l ihn nun auch in ihrem Blick hatte. Und dass sie den fliederfarbenen Ritter geopfert hatte, um ihn zu retten.<\/p>\n<p data-p-id=\"85c6c5060876ed4dc6c926ba3902563c\">C\u00fdel\u00fa jagte auf das Scherenmonster zu und stie\u00df das Schwert in eine Fuge seiner Panzerung, die verletzlich aussah. Der Chaosgeist br\u00fcllte und st\u00fcrzte auf die Seite. Der Goldene lie\u00df sich von Perlenglanz wieder in die H\u00f6he tragen und versuchte, sich einen \u00dcberblick zu verschaffen. Die Chaosgeister unter dem Schwarm zu attackieren w\u00fcrde dauerhaft nichts bringen, au\u00dfer die <em>arcaval&#8217;ay <\/em>unn\u00f6tig zu schw\u00e4chen. Die unsterblichen Chaosgeister w\u00fcrden sich regenerieren, w\u00e4hrend die Hellen Magier immer weniger w\u00fcrden. Es hatte dazu getaugt, die verstandlosen Monster auf dem Weg nach Aur\u00f3p\u00e9a zu bremsen, aber nun mussten sie sie wieder dorthin zur\u00fcck schaffen, wo sie keinen Schaden anrichten konnten.<\/p>\n<p data-p-id=\"0b02042db78514029de891122a5672bb\">\u201eHe!&#8221;, rief C\u00fdel\u00fa. \u201eKeine Attacken mehr! Alle nach Norden! Wir treiben sie zur\u00fcck!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0795c9df72ea929d67c124123a78f911\">Er musste seine Anweisung nicht wiederholen. Es gen\u00fcgte, dass sie auch nur einer der <em>arcaval&#8217;ay<\/em> vernommen hatte. Hatte einer seine Worte geh\u00f6rt, waren sie an aller Ohren gedrungen. Auf sein Kommando hin formierte sich der Schwarm und stieg auf, lie\u00df unter sich mehr oder weniger stark verwundete Chaosgeister zur\u00fcck, und begab sich mit einer atemberaubenden Pr\u00e4zision auf den Weg in Richtung Aur\u00f3p\u00e9a.<\/p>\n<p data-p-id=\"a0f10f075a3e84c3fad8f87724e29d0c\">Die Menschen in den H\u00fcgeln sahen das und gerieten so sehr in Panik, dass niemandem auffiel, dass der Sandregen von einem Moment auf den n\u00e4chsten aufgeh\u00f6rt hatte und die Gewitterwolken, die seit vielen Gongschl\u00e4gen den Himmel v\u00f6llig bedeckt hatten, sich vor Nokt\u00e1mas juwelenbesetzten Schleier zerstreuten.<\/p>\n<p data-p-id=\"3db659a700d69242c5874e1eaaeb9e39\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"5629a8bb5ae539afbb013e54d99aa54a\">Die <em>sinora<\/em> kam endlich zu sich. Lange, bedr\u00fcckend lange hatte das gedauert.<\/p>\n<p data-p-id=\"289c36384dd4a7a50b69905377eac02f\">\u201eLiebe&#8221;, fl\u00fcsterte Sah\u00e1al\u00edr erleichtert und strich ihr \u00fcber die Wange.<\/p>\n<p data-p-id=\"9384908ea2d05295675060f39459c32f\">\u201eWas ist geschehen?&#8221;, brachte sie benommen hervor und tastete um sich. Sie lag im Stallvorraum auf losem Stroh, etwas anderes hatten sie wohl hier nicht zur Hand gehabt, um der alten Dame ein halbwegs weiches Lager zu bereiten.<\/p>\n<p data-p-id=\"3678f1ba33edc0076cd7ac03a2432f58\">\u201e\u00daldaise hat dich niedergeschlagen, als du dem Kind helfen wolltest&#8221;, erkl\u00e4rte er. Er hatte sich m\u00fchsam in seinem Tragestuhl vorgebeugt, um sie erreichen zu k\u00f6nnen. Ob er von allein wieder aufrichten konnte, w\u00fcrde sich sp\u00e4ter zeigen und sicher r\u00e4chen. Auch sie, obwohl wider alle Wahrscheinlichkeit nicht ernsthaft verletzt, kam nicht allein hoch, dazu taten ihr die Knochen zu sehr weh. Auch ihr Kopf schmerzte offenkundig. Sie fasste sich an die Schl\u00e4fe, bemerkte dabei, dass ihre Per\u00fccke verschwunden war, und err\u00f6tete schamhaft.<\/p>\n<p data-p-id=\"5de8f4fcaf5a10b94c45d6861ad57b7e\">\u201eIch schenke dir eine neue&#8221;, versprach der Stadt\u00e4lteste. \u201eDie deine wird vom Sand und Hagel verdorben sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"107fd8f71da32080ff21af629e4ac1ca\">\u201eWas ist mit dem kleinen M\u00e4dchen?&#8221;, fragte sie verwirrt. \u201eWo ist \u00daldaise?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f88b5b0a5c9aea0391477789772f0024\">\u201eDer <em>maedlor<\/em> sagt, sie seien verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt.&#8221; Sah\u00e1al\u00edr richtete sich st\u00f6hnend wieder auf. \u201eAn allen Ecken ist hier Zauberei! Es macht mir Angst!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d6fde3d00264eee94cb8b2547d59b908\">\u201eLieber, wir sind im Ciel\u00e1stel&#8221;, erinnerte sie ihn und stemmte sich gegen ihren Schmerz an. Aufstehen wollte sie. \u201eWir sollten nicht hier sein. In der Stadt m\u00fcssten wir ausharren, bei denen, \u00fcber die wir zu wachen haben!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"50a7027ef6a27090f736630c9214fc55\">\u201eDie M\u00e4chte haben uns an diesen Ort geschoben. Aber wie es scheint, kommen wir zur Unzeit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bd5f4147c56439bdedfbddd5854d415a\">\u201eEs ist so still!&#8221; Sie zog sich m\u00fchsam an der Armlehne seines Sessels hoch und schaute sich um. Die Stalllaternen erhellten den Raum leidlich. Bei den Tierk\u00e4figen bewegte sich etwas. Das goldene Einhorn t\u00e4nzelte unruhig umher. Die Maultiere und die beiden Pferde hatten sich in die hintersten Winkel zur\u00fcckgezogen.<\/p>\n<p data-p-id=\"5089291517a1faf8556f80622b7720b1\">\u201eDie Regenbogenritter sind ausger\u00fcckt&#8221;, sagte der <em>sinor<\/em>. \u201eEs muss ernst sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b96d4d72336e97882b695fd94f541a27\">\u201eWo ist der <em>maedlor<\/em>? Und der andere Mann, der Maultierf\u00fchrer? Wo sind die beiden?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d65b615dfbfd89e6d6f8b5754726363c\">\u201eIch habe sie nach drau\u00dfen geschickt. Sie sollten auf den Mauern nachschauen, was vor sich geht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"23fd1b6c98358c5c31fbda4e9af77315\">\u201eEs ist so still&#8221;, st\u00f6hnte sie. \u201eIch glaube, es f\u00e4llt gar nichts mehr aufs Dach!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7842eb7535bd206ae520de29c59061bf\">\u201eSchon seit einer Weile nicht mehr.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f2e4df2a7668c28907867cd4dd98ddfc\">Die <em>sinora<\/em> schaute sich um, fand dann an die Wand gelehnt einen groben Schrubber und griff danach. Besser das als gar kein Halt. Sicher hatte sie seit Ewigkeiten kein solches Ger\u00e4t mehr in der Hand gehalten; seit vielen, vielen Sommern k\u00fcmmerte sich das Hausgesinde in ihrer Villa um all das. Nun wollte sie den Stiel als Behelfsstock nutzen. Sie humpelte hin\u00fcber zur T\u00fcr und schaute hinaus.<\/p>\n<p data-p-id=\"68d8edd690f7545843b35f5cfe56c924\">\u201eDer ganze Hof ist voller Sand&#8221;, berichtete sie. \u201eUnd die Mauern leuchten, als w\u00e4re Glut in ihrem, Inneren. Bei den M\u00e4chten, wie seltsam und sch\u00f6n das aussieht.&#8221; Sie z\u00f6gerte. \u201eNur der gro\u00dfe Turm ist finster. Das ist unheimlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"283a7ce502bdb362976054465e91cccc\">\u201eWir k\u00f6nnen nur warten.&#8221; Er gab ein mutloses Schnauben von sich. \u201eBei den M\u00e4chten, w\u00e4re ich doch nur zehn, zwanzig Winter j\u00fcnger. Was ist mit dem Unwetter? Mit den Wolken?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1b11ff15bdb694bec69711ea0558abea\">Sie schaute empor und antwortete eine ganze Weile nicht. Sie h\u00e4tte nicht die Worte gehabt, um ihm zu beschreiben, was sie sah.<\/p>\n<p data-p-id=\"a94a6037759d4026134c85b88d844832\">Unmittelbar \u00fcber dem Turm, hoch dar\u00fcber, schwebte ein ringf\u00f6rmiges Gebilde. Es wurde von den bunten T\u00fcrmen von unten angeleuchtet, in seinem inneren pulsierte das Wetterleuchten, aber es war keine Wolke. Dazu wirkte es zu massiv. Ab und zu reflektierte etwas darin, als fiele ein Lichtblitz auf Kristalle.<\/p>\n<p data-p-id=\"6741506c071104c00b75017523b6bbb9\">Die alte Dame schauderte. Der Ring sah aus wie Schaum, der zu Stein erstarrt und dann von einer Frostschicht \u00fcberzogen war, aber wenn dem so w\u00e4re, dann war er gewaltig und so schwer, dass es sogar unvorstellbar war, dass Magie ihn so hoch am Himmel hielt. Rings um das verst\u00f6rende, der Natur hohnsprechende Gebilde l\u00f6sten sich die Gewitterwolken langsam auf, und dort, wo sich bereits gr\u00f6\u00dfere L\u00fccken gebildet hatten, blitzten Sterne hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"5d11238e4b866e9a2addd195d5554b86\">Im Inneren des Ringes jedoch war nichts als absolute Schw\u00e4rze, ein bodenloser Abgrund \u00fcber ihr, entsetzlicher als alles, was die <em>sinora<\/em> in ihrem Leben jemals gesehen hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"5cbfa360a09ab447b38ba5546eba7dec\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"d3075f6b983d8df0d306d5b949fbeaa3\"><em>Gefrieren &#8230; verlieren &#8230; Regen &#8230; Eis&#8230;<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"f6daa7c4a1e64a67633c4dd3d1138ad1\">Aber da war kein Regen mehr und auch kein Eis. Es hatte sich aus-geeist. Hatte ich den Regen weggezaubert? Hatte ich das Gewitter zum Stillstand gebracht? Ich, Salghi\u00e1ra Lagoscyre, die unf\u00e4higste Schattens\u00e4ngerin aller Zeiten?<\/p>\n<p data-p-id=\"e17530a1ac6eb2da454df41bd9120870\">Ich konnte mich nicht mehr aufrecht halten, lag auf dem R\u00fccken und schaute hinauf in die gespenstische, bodenlose Schw\u00e4rze. Ich glaube, ich habe dabei sogar bl\u00f6de gekichert.<\/p>\n<p data-p-id=\"176d5cdd33f6a424e0e9b424a7f3815d\">Was machten die Schatten da oben am Himmel, <em>vor <\/em>Nokt\u00e1mas sternenbesetzten Schleier, von dem die Wolken abfielen wie Staub? Das war doch ganz verkehrt herum. Daheim, im Boscarg\u00e9n, am See, da lag der Widerschein des Sternenschleiers auf dem Wasser, und darunter war die Schw\u00e4rze, die Tiefe, die Bodenlosigkeit, die an Orte f\u00fchren mochte, die nie ein Mensch betreten hatte und auch nicht erreichen w\u00fcrde, denn niemand konnte so tief tauchen.<\/p>\n<p data-p-id=\"4dd4d187baee224724713d29f89ecbfe\">Was sollte die Tiefe am Himmel? Wohin ging es da? Sah ich dort Nokt\u00e1mas Dom\u00e4ne, sozusagen von au\u00dfen? Angenommen, ich h\u00e4tte Fl\u00fcgel \u2013 k\u00f6nnte ich durch dieses absurde Wolkenportal hindurch fliegen, wie es zuvor der <em>b\u00e1chorkor<\/em> und der Junge mit dem Einhorn getan hatten? Konnte ich von dort in die Schatten tauchen, und nach D\u00fdamir\u00e9e und Yalomiro suchen?<\/p>\n<p data-p-id=\"ec950293899e7f6b6a0d29df8cbae83e\">Yalomiro hatte mir mit sehr viel Geduld versucht beizubringen, wie ich eine Tiergestalt h\u00e4tte anlegen k\u00f6nnen. Er hatte mir das Ganze raffiniert schmackhaft machen wollen und mir davon vorgeschw\u00e4rmt, wie es sei, als Vogel fliegen zu k\u00f6nnen oder die n\u00fctzlichen F\u00e4higkeiten eines anderen warmbl\u00fctigen Tieres zu nutzen. Es sei ein sehr m\u00fchsamer und aufwendige Fertigkeit, hatte er zugegeben, aber behauptet, es w\u00e4re so lohnenswert, es zu versuchen.<\/p>\n<p data-p-id=\"6020ad4e93582c1b0aca61592e7f2908\">Weit gekommen war er damit nicht. Gescheitert war er an meinem winzigen Selbstvertrauen und daran, wie schnell ich mich selbst von Misserfolgen entmutigen lie\u00df. Ich glaube, er hatte es schlie\u00dflich aufgegeben, als er bemerkte, wie sehr ich mich selbst unter Erfolgsdruck setzte. Er hielt das wohl nicht f\u00fcr die geeignete Voraussetzung, um das Ziel zu erreichen, und h\u00e4tte es wahrscheinlich sp\u00e4ter noch einmal versucht. Nun bereute ich es, denn ich w\u00e4re liebend gern hinaufgeflogen, um mir die Sache genauer anzuschauen. Wenn D\u00fdamir\u00e9e irgendwo au\u00dferhalb des Weltenspiels war, dann konnte sie nur mit ihm in den Schatten sein.<\/p>\n<p data-p-id=\"77674ccb7b19b9550995bc7c6473bea4\">Ich setzte mich auf. Ovid\u00e1ol! In all der Aufregung und Anstrengung hatte ich gar nicht mehr daran gedacht, dass der Verfluchte bei alledem auch noch eine, wenn auch nur marginale Rolle innehatte. Wahrscheinlich hatte er den Wirbel ausgenutzt, um unverrichteter Dinge erneut zu fliehen. Was war schon ein Magier, der nicht mehr zaubern konnte, angesichts der Chaosgeister?<\/p>\n<p data-p-id=\"698b0d15d880c796b86c97d98fbd683d\">Ich schaute zu Elos\u00e1l hin und w\u00fcnschte mir, sie k\u00f6nnte mir ein paar erkl\u00e4rende Worte dazu geben, was genau sie dort gerade tat. Es sah immer noch unfassbar eindrucksvoll aus, obwohl sie unbeweglich und erstarrt war. Sie anzusprechen wagte ich nicht, wollte sie nicht ablenken \u2013 falls sie mich \u00fcberhaupt bemerken w\u00fcrde. Aber was konnte ich stattdessen sinnvolles tun, wenn der Regen vorerst gebannt war?<\/p>\n<p data-p-id=\"a7d4b5b3f449568767cee317ee891943\">Ich stand auf, ging so nahe, wie ich mich traute an den Rand des Simses heran und schaute hinab. Es war zwar dunkel, aber das war f\u00fcr Schattens\u00e4ngeraugen kein Problem. So sah ich auch schr\u00e4g gegen\u00fcber auf den bunt glimmenden Mauern zwei Gestalten stehen, unkundige Menschen offensichtlich, die vielleicht in der Burg Zuflucht gesucht hatten. Sie beobachteten gespant ein Spektakel aus schillerndem, wabernden Licht, das sich in der Ferne auft\u00fcrmte wie ein hinabgesunkenes, vielfarbiges Nordlicht. Mir war, als tr\u00fcge der Wind Fetzen von Kampfl\u00e4rm und unmenschlichen Schreien herbei.<\/p>\n<p data-p-id=\"88eb10f0e9ecd97fb0839840e77f623a\">Ob das Elos\u00e1ls Werk war? Und ob C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor darin eine Rolle spielte?<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2696","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2696","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2696"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2696\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3687,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2696\/revisions\/3687"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2696"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2696"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2696"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}