{"id":2695,"date":"2025-08-25T13:52:48","date_gmt":"2025-08-25T11:52:48","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2695"},"modified":"2025-08-31T22:54:14","modified_gmt":"2025-08-31T20:54:14","slug":"134-rot-heisst-stehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/134-rot-heisst-stehen\/","title":{"rendered":"134: Rot hei\u00dft stehen"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"bea467a74481850ed0e487aad05fdccb\">Der Boden unter ihnen war eiskalt und steinhart. Die pl\u00f6tzliche Wucht, mit der der Untergrund sich ver\u00e4ndert und sie alle niedergeworfen hatte, lie\u00df die Kinder f\u00fcr einen Augenblick in eine Schreckstarre fallen. Dann stemmte L\u00e1as Grootplen sich als Erster wieder auf alle Viere.<\/p>\n<p data-p-id=\"d1892489c7e87759f479e456fe021c58\">\u201eWas war das?&#8221;, h\u00f6rte Osse die <em>teirandanja<\/em> wispern.<\/p>\n<p data-p-id=\"61ab6d58003e32b2260c7ee5feac632b\">\u201eIch wei\u00df nicht. Der Sand \u2013 ich glaube, der Sand ist zu Fels geworden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e4740fc5c4a85f17facd4015b48924ed\">Osse blinzelte. Bei dem Sturz war ihm seine Brille halb von der Nase gerutscht. Durch das Glas, das an seinem Platz war, konnte er ganz deutlich den Sand in einzelnen K\u00f6rnern erkennen und strich z\u00f6gernd mit der Fingerspitze dar\u00fcber. Aber er zeichnete damit keine Linie hinein. Der Sand war nicht nur verfestigt, er war <em>erstarrt<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"114f0c6f28bd0061584eadbb51a62c58\">\u201eIch will zu meiner Mama&#8221;, murmelte T\u00edjnje tonlos. Dass das kleine M\u00e4dchen nicht weinte, kam Osse gespenstisch vor. Er setzte sich auf und sah, wie J\u00e1ndris sich ihrer z\u00e4rtlich annahm und sie vorsichtig auf die F\u00fc\u00dfe stellte.<\/p>\n<p data-p-id=\"6e1564287ac204300e99a170ab830a03\">\u201eWir sind ja schon dahin unterwegs&#8221;, versicherte er ihr sanft. \u201eEs ist gar nicht mehr weit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"99122ac0b7eddf6c7c16a11593893762\">Merrit Althopian stand ebenfalls wieder auf. Sein eisblauer Blick huschte alarmiert hin und her. Dann bot er unschl\u00fcssig der <em>teirandanja<\/em> seine Hand, um ihr aufzuhelfen, aber sie griff nicht zu. Ohne ihn zu beachten, stellte sie sich wieder hin.<\/p>\n<p data-p-id=\"5657c0925f38c4447cbad4a537d164ba\">\u201eBist du unversehrt, Vater?&#8221;, fragte Osse und r\u00fcckte seine Brille zurecht.<\/p>\n<p data-p-id=\"50aa0456e0eb990895072946c8837739\">Alsg\u00f6r Emberbey \u00e4chzte schmerzvoll und rappelte sich auf, antwortete aber nicht. Vor seinem Sohn wollte er sich wohl nicht die Bl\u00f6\u00dfe geben, dass das Alter ihm mehr und mehr zusetzte.<\/p>\n<p data-p-id=\"5b2cc48032b082e8dd058f828172047e\">\u201eH\u00f6rst du die Musik noch, T\u00edjnje?&#8221;, fragte die <em>teirandanja<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"c54fca1106f810d390900add1710b5b4\">T\u00edjnje schniefte und lauschte. Dann sch\u00fcttelte sie den Kopf. J\u00e1ndris dr\u00fcckte sie tr\u00f6stend an sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"491fd3560c1a2c3e8452516e8ca2f3cf\">\u201eNa wunderbar&#8221;, \u00e4rgerte sich L\u00e1as. \u201eDann sind wir jetzt v\u00f6llig verloren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"490b64a3d3a88300159af4c6b211069a\">\u201eEs hat eben aufgeh\u00f6rt. Vielleicht &#8230; vielleicht macht der Musikant einfach eine Pause!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2dc6e4ee3320e449ef4dde215ef8197f\">\u201eWeil ihm jemand ein Bier gebracht hat, was? Das ist doch alles Unfug! Wir haben uns endg\u00fcltig verirrt! Wir kommen hier nie wieder heraus!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aec3342af8dc1435b4c3189f3fc886b8\">\u201eIch kann doch nichts daf\u00fcr!&#8221;, brach es aus T\u00edjnje heraus, eine Spur <em>zu <\/em>zornig. L\u00e1as wich erschrocken vor der Kleinen zur\u00fcck, was angesichts gro\u00dfen, kr\u00e4ftigen Jungen unfreiwillig komisch aussah.<\/p>\n<p data-p-id=\"6bc997c62b10d403e4d0f44b9b0ffe1c\">\u201eDu kannst nichts daf\u00fcr&#8221;, tr\u00f6stete J\u00e1ndris mit einem warnenden Blick in L\u00e1as Richtung. \u201eFehlt ja noch, dass ausgerechnet du hier etwas falsch gemacht h\u00e4ttest.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"80be35106e78b1f6ccc9d5e89a0a1641\">\u201eIch will nicht, dass ihr b\u00f6se mit mir seid&#8221;, brachte die Kleine j\u00e4mmerlich hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"5ea090fc54347ea325d305c3f3bcfb8b\">\u201eNiemand ist b\u00f6se mit dir&#8221;, wagte Osse, selbst etwas zu sagen. \u201eVielleicht kommt die Musik ja wieder. Oder du h\u00f6rst die Erwachsenen. Oder &#8230;.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"06e07bd1617d69ef879d74d473953ed7\">\u201eStill!&#8221;, mahnte Merrit. Er kniete nieder und ber\u00fchrte den erstarrten Boden mit den Fingerspitzen. Dann legte er sein Ohr daran, verzog das Gesicht vor der K\u00e4lte und horchte.<\/p>\n<p data-p-id=\"ea59b9b09bc9055bca771ab234ff7ab4\">\u201eWas h\u00f6rst du, Althopian?&#8221;, fragte Alsg\u00f6r Emberbey ungeduldig, w\u00e4hrend die anderen Kinder Merrits Tun gespannt verfolgten.<\/p>\n<p data-p-id=\"7ab31fea0e8fae09e375eca9b8b7e6e3\">\u201eDa ist etwas&#8221;, wisperte der Junge. \u201eIn die Tiefe. Ganz leise.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"01c40f049bfacc78858008f6aef44db6\">J\u00e1ndris folgte seinem Beispiel. Kurz darauf lauschten alle Jungen am Boden. Die <em>teirandanja<\/em> z\u00f6gerte einen Moment. Dann schloss sie sich an. Nur T\u00edjnje tat nicht mit. Stattdessen griff sie zutraulich ausgerechnet nach <em>yarl<\/em> Emberbeys Hand. Der alte Mann lie\u00df es geschehen, offensichtlich peinlich ber\u00fchrt. Osse wusste, wie unangenehm es ihm sein mochte, denn er vermied es, das kleine M\u00e4dchen dabei anzuschauen.<\/p>\n<p data-p-id=\"1d744df25eee75d79f230cc79268ce58\">\u201eWas ist es?&#8221;, fragte er stattdessen knapp. \u201eIst die Musik nun etwa in die Tiefe gedrungen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"151cf1ef75ed8fa839acf24f36210230\">\u201eNein. Ich denke, es sind die Chaosgeister. Es schabt und kratzt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fff48f828908a43294559c01fb6625c7\">\u201eDann weiter. Wir d\u00fcrfen nicht stehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fe195e3d47d91a9a325d944d47149ea8\">\u201eAber meine F\u00fc\u00dfe sind kalt und tun weh!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4437f8224d1f9249bcfe0f7442307bd2\">Emberbey seufzte und hob T\u00edjnje dann auf seinen Arm. Osse kam aus dem Staunen nicht heruas. Er konnte sich nicht erinnern, wann sein Vater einmal Truda umhergetragen hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"1e907b6e196417b28d6fa0e60630fb6b\">\u201eWohin?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4437014b1740287a6b7ea0132ed3e2b3\">\u201eIst das nicht egal, Altabete? Weg von hier, bevor sie den Sand aufbrechen wie die Maulw\u00fcrfe. Es scheint den M\u00e4chten zu gefallen, und hier einherzutreiben wie ungezogene Kinder einen Taubenschwarm aufjagen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"01a00ea204e15a08e0e2c3da7d317163\">\u201eNein&#8221;, widersprach Merrit heftig. \u201eDie M\u00e4chte jagen uns nicht. Die M\u00e4chte <em>wachen <\/em>\u00fcber uns!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"90ab2c954f26d3a952676808f95b85c5\">\u201eWoher willst du das wissen? Hat die Rote Dame dir das gesagt? B\u00f6se Zauberei ist das alles, Althopian!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ea1dd2a688d4e9236ca88319119db750\">\u201eWelche Rote Dame?&#8221; L\u00e1as war verdutzt.<\/p>\n<p data-p-id=\"9e0fd07486b42fb3b79b7e48645ca5af\">Osse hielt den Atem an. Wenn sein Vater nun unbedacht Merrits ehrf\u00fcrchtigen Traum von dieser weisen rotgewandeten Frau den gro\u00dfen Jungs vorwarf, dann w\u00fcrde es nicht gut enden. Wenn einer der beiden spotten w\u00fcrde, um Merrit zu uzen, dann w\u00fcrde es ihn b\u00f6se verletzen. Und den Sp\u00f6tter vermutlich auch, denn Merrits Hand legte sich fest um den Griff seiner Waffe.<\/p>\n<p data-p-id=\"de6198f3c6a2e72d8c5fe31f13ccafef\">\u201eWir versuchen es noch einmal mit dem Stein&#8221;, schlug Osse rasch vor und stellte sich so an Merrits Seite, dass er L\u00e1as den Weg versperrte.<\/p>\n<p data-p-id=\"b47c0b9642937a1d8ce1274c1da2df06\">Die <em>teirandanja<\/em> hob das Schiffchen auf und legte den Stein hinein. Beides war ihr zuvor aus der Hand gefallen. Das Lichtlein im Stein glomm immer noch, aber das Boot bewegte sich nicht von der Stelle, obwohl sie geduldig eine Weile warteten.<\/p>\n<p data-p-id=\"b2948fbe442eb80c5dd9aba7dff7988f\">\u201eVielleicht kann es auf dem harten Boden nicht mehr fahren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4078122c6bf8adeb04ca2682b9e035d3\">\u201eOder wir sind am Ziel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3505dcb411ed2cd91266e0f385f0d024\">\u201eAm Ziel?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cfd9f2615060eadb339547d8b26a9d4a\">Osse nickte. Seine Eingebung kam ihm ganz nat\u00fcrlich vor. \u201eT\u00edjnje h\u00f6rt die Musik nicht mehr. Das Boot hat angehalten. Vielleicht wollen die M\u00e4chte nicht, dass wir uns von hier wegbewegen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"81d4702fb35cde2f7a980128db7b6e51\">\u201eAber unter uns graben sich die Chaosgeister an die Oberfl\u00e4che! Denkst du etwa, die M\u00e4chte wollen, dass sie uns erwischen, wenn sie uns beh\u00fcten, Eulengesicht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"641a511627c9c832b28483fac446dad5\">\u201eNein. Aber vielleicht erwarten sie, dass wir ihnen <em>vertrauen<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"10af7f60e96859fb57fba64ab5e4628f\">\u201eDu kannst ja hier sitzen bleiben und dich auffressen lassen, Eulengesicht&#8221;, z\u00fcrnte L\u00e1as. Nun, zumindest schien er nicht mehr an der Roten Dame interessiert zu sein. \u201eIch sehe zu, dass ich weiter komme. Komm mit, J\u00e1ndris! T\u00edjnje?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"26cfe725c8ea770197569af5d836b840\">Aber die beiden antworteten nicht. T\u00edjnje hatte sich schl\u00e4frig an <em>yarl<\/em> Emberbeys Brust gekuschelt. J\u00e1ndris schien noch zu z\u00f6gern.<\/p>\n<p data-p-id=\"3e306a6356f19f25d81ae9486b1dc6e2\">\u201eSeid ihr etwa <em>Feiglinge<\/em>?&#8221;, stichelte Merrit m\u00fcde. \u201eWollt ihr etwa bis in alle Ewigkeit herumlaufen, statt auf die Zeichen zu h\u00f6ren?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b2788bfe0873f9eaadef9ce1c85f7b3c\">\u201eMajest\u00e4t, das ist unvern\u00fcnftig!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1b74af6c09831b8bf9a0e1d13b008b06\">\u201eWas willst du hier denn mit Vernunft? Hier ist nichts, wie es sein soll. Zuhause, da k\u00f6nnen wir mit Vernunft etwas anfangen. Vernunft funktioniert hier nicht!&#8221; Sie hob das Boot mit dem Stein darin auf und nahm den Karfunkel heraus. Das Lichtlein gl\u00fchte unvermindert.<\/p>\n<p data-p-id=\"a2906ed88839844b1770f550968c50b0\">\u201eSolange das Licht leuchtet, sind wir auf dem richtigen Weg. Nicht wahr, Merrit? Ich glaube, das Licht im Stein ist wie ein Kompass. Vielleicht so einer, wie ihn Magier benutzen, wenn sie Abenteuer in seltsamen verzauberten Gegenden erleben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"035510e66e03e59415df3ab81dafcef4\">\u201eKeiner von uns ist ein Magier&#8221;, gab J\u00e1ndris zu bedenken.<\/p>\n<p data-p-id=\"38447fded5a5104eb3bca60f89aaca70\">\u201eNa und? Deswegen kann es doch trotzdem funktionieren? Osse hat doch auch mit dem Brett einen Chaosgeist verpr\u00fcgelt, obwohl er kein Krieger ist!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9924ebc50ef117c1aa3cbd96fdc41957\">Das brachte ihm ganz unversehens anerkennende Blicke von L\u00e1as und J\u00e1ndris ein, die ihm \u00e4u\u00dferst unangenehm waren.<\/p>\n<p data-p-id=\"e146a4f411757f9b440f9cf3dd568345\">\u201eWenn die M\u00e4chte mit uns sind und uns Hilfe senden&#8221;, sagte er verlegen, \u201edann wird uns der Stein vielleicht ein Zeichen geben. Patagh\u00edu, Nokt\u00e1ma, oder das Licht, einerlei!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"397f044f43cf1822c8d5135f93327062\">Kaum hatte er das ausgesprochen, schwoll das winzige Lichtlein in dem Stein j\u00e4h an, so als habe jemand es mit einer Flamme befeuert. Der rote Schein erfasste sie und ver\u00e4nderte die Farbe des Zwielichtes ringsum. Alles schien pl\u00f6tzlich wie in klaren, roten Wein getaucht.<\/p>\n<p data-p-id=\"d96bc86f1e67586a0b01055c74a262c6\">Die <em>teirandanja<\/em> war die Erste, die ihre Sprache wiederfand. \u201eDas ist sch\u00f6n&#8221;, sagte sie vertr\u00e4umt. \u201eSo &#8230; warm. Ich friere gar nicht mehr.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"218ff3e0260169ebc4f33b949c92cbaa\">\u201eEs ist Zauberei&#8221;, lie\u00df <em>yarl<\/em> Emberbey h\u00f6ren. \u201eWie hast du das gemacht, Osse?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0cff5080c0744a893547322ca6aca951\">\u201eIch wei\u00df nicht&#8221;, gab der Junge verbl\u00fcfft zu. \u201eAber es ist tats\u00e4chlich sch\u00f6n. Es ist so warm. So wie &#8230; wie &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b8861d5f474a6ff2f2ee86b07a570f09\">Er konnte nicht weiter sprechen. Etwas stieg von seinem Herzen auf und verschloss ihm die Kehle. Rasch wandte er Osse sich von seinem Vater ab, damit der es nicht bemerkte, und wandte sich Merrit zu. Sein Freund schwieg. Aber er hatte keine Gewalt \u00fcber seine Tr\u00e4nen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b6b3e9acdc5ad53eae682323d550e62a\">\u201eDu sp\u00fcrst sie auch, nicht wahr?&#8221;, wisperte er nur. \u201eDeine Mama? Unsere M\u00fctter h\u00e4tten sicher gewollt, dass die Rote Dame uns hilft!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"519c12372f89a635a7a390b7accb7f18\">Osse nickte. Und dann war es auch um ihn geschehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"a9e2a129068f95d0ad9b7599a358b53e\">\u201eWas machst du da?&#8221;, fragte Advon, w\u00e4hrend er hinter Gal\u00e9on her durch das Zwielicht wanderte. Sein Zeitgef\u00fchl hatte er l\u00e4ngst verloren, und dass es sich bei der Ein\u00f6de aus kaltem hartem Sand unter dem schwarzen Nichts um das Chaos handelte, konnte er sich auch schlecht vorstellen. Nachdem er die Chaosgeister in der W\u00fcste gesehen und von seinen Eltern die Geschichten \u00fcber das tobende Wasser und die Feuerst\u00fcrme an den Grenzen des Weltenspiels geh\u00f6rt hatte, hatte er Hektik, Krach, Gefahren und ein Gewimmel erwartet, das einem den Verstand zu rauben drohte. Keine beklemmende Langeweile.<\/p>\n<p data-p-id=\"2821d60aaff6ac5e662fafaa6fd062a8\">Gal\u00e9on war von Zeit zu Zeit einfach still stehen geblieben und hatte ins Leere geblickt, als k\u00f6nne er dort etwas sehen, das nicht da war. Dass Advon mit Farbenspiel dabei neben ihm wartete, schien er nicht wahrzunehmen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f95487bd9871f54a90d05dddc9308e22\">Immer, wenn Gal\u00e9on eine Weile so verharrt hatte, wechselte er beim Weitergehen die Richtung und schien sich nicht daran zu erinnern, was er getan hatte. Auch jetzt war er so in Gedanken, dass er zusammenzuckte, als Advon ihn kurzerhand am Hemd packte und festhielt.<\/p>\n<p data-p-id=\"875f804fe62df2f97a9986860670e7cf\">\u201eKannst <em>du<\/em> etwas h\u00f6ren?&#8221;, fragte er, ohne auf die Frage des Kindes zu antworten.<\/p>\n<p data-p-id=\"7309f0017142683193026274a22469f0\">\u201eNein. Sollte ich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3c9c3b63b1725ca0975f508f18022aa0\">Gal\u00e9on zuckte die Achseln. \u201eNun ja, ich hatte erwartet, dass du D\u00fdamir\u00e9es Stimme h\u00f6ren kannst und herausfindest, wo sie ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d842f90e33817004ea11de67dacb28b4\">\u201eWieso sollte ich sie denn h\u00f6ren? Sie wei\u00df doch gar nicht, dass wir hier sind. Sie hat keinen Grund, nach uns zu rufen.&#8221; Er lie\u00df den <em>b\u00e1chorkor<\/em> wieder los und f\u00fcgte hinzu: \u201eOder glaubst du, sie schreit, weil die Monster sie jagen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9bb3cc5fde6f190d823c92edd3ee4fb1\">\u201eDie Monster, die ihr etwas anhaben k\u00f6nnten, werden gerade von deinen Eltern und den <em>arcaval&#8217;ay<\/em> hierher zur\u00fcckgejagt. Wir m\u00fcssen D\u00fdamir\u00e9e finden, bevor es so weit ist. Gegen die echten Chaosgeister sind wir machtlos.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"72bfde964955c5e60c2c9ef94129db36\">\u201eUnd deswegen suchst du das Signal, von dem du geredet hast?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e986928e2ec26a88f6857e94a5c55a07\">\u201eNein. Das Signal suche ich, weil ich verhindern muss, dass diejenigen, die sich sonst noch hier aufhalten, zu Schaden kommen. D\u00fdamir\u00e9e ist <em>deine<\/em> Mission.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a5093748ba77f6a64a2b453b3a12a9d9\">\u201eMeine Mission?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ba096112442acd35783af838bed901ca\">\u201eJa. Alles, was du zu tun hast, ist sie zu finden und zu verhindern, dass ihr etwas Schlimmes geschieht.&#8221; Der junge Mann l\u00e4chelte fl\u00fcchtig. \u201eFarbenspiel wird dir bestimmt dabei helfen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7ec08546297329ea02f06bd1a0f8f2cc\">\u201eFarbenspiel?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"52301f960bb4e549762cfeb6d155d6de\">\u201eFarbenspiel ist dein Werkzeug. Und dein Gef\u00e4hrte. Ihr seid unzertrennlich, du und er.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"35dca11acbd6e9f85cad66179aef3189\">\u201eUnd du?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"00b7181f2034e14ae679e14d3bde7cc6\">\u201eIch? Nun &#8230; ich erledige das \u00fcbrige.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2879bcb00485917e34c8e9d1d75e22c8\">Advon z\u00f6gerte einen winzigen Moment. Was mochte das \u00dcbrige sein? Wer au\u00dfer ihnen mochte noch hier umherirren und auf Gal\u00e9ons Eintreffen warten? War das nun der richtige Moment, um danach zu fragen? Aber wann, wenn nicht jetzt, konnte er es so rundheraus tun?<\/p>\n<p data-p-id=\"5d7e084e588b4fdde2addee5b7eeb861\">\u201eWer hat <em>dich<\/em> auf deine Mission geschickt, Gal\u00e9on? Und seit wann wei\u00dft du, dass du eine hast?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"73445dc87b0105d07102ab0f6640953b\">\u201eWas wei\u00dft du \u00fcber die Magie, die die M\u00e4chte ins Weltenspiel gegeben haben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"22399becc1ce7bd6c8dca330b701020b\">\u201eDu meinst, was ich \u00fcber die<em> arcaval&#8217;ay <\/em>und die <em>camat&#8217;ay<\/em> wei\u00df? Na, alles eben. Patagh\u00edu hat Mama und ihre Schwestern ins Weltenspiel gesetzt, damit die Regenbogenritter die Chaosgeister im Chaos halten.&#8221; Advon unterbrach sich und schaute sich um. Wenn es danach ging, hatte die Sache ja nicht gerade viel genutzt, immerhin war hier gerade kein Chaosgeist weit und breit. Dies war ein von allen Geistern verlassenes Chaos. \u201eUnd Nokt\u00e1ma hat so etwas \u00c4hnliches mit den Leuten von D\u00fdamir\u00e9e gemacht. Und dann ist ein verr\u00fcckter Schattens\u00e4nger gekommen und hat die Chaosgeister freigelassen, und &#8230; das wei\u00dft du doch alles! Du erz\u00e4hlst den Leuten doch bestimmt immerzu Geschichten von den M\u00e4chten und dem Widerwesen und dem Weltenspiel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f8a863c6dac66409e5524f8a63ae05da\">\u201eSchattens\u00e4nger, Regenbogenritter, <em>faj\u00eda\u00e9<\/em> &#8230; und?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fe0329f53c84a266dc3cdc05c1f7ec07\">\u201eUnd was?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"792e19cd03783992ebf928fea217cea6\">Gal\u00e9on blieb stehen. \u201eUnd vielleicht die Magier, von denen selbst <em>faj\u00eda\u00e9<\/em> und Regenbogenritter vor den Ohren von Kindern nicht reden. Und ich verstehe, warum das so ist. Aber es macht mir die Sache wirklich nicht leicht. Es ist so <em>unn\u00f6tig<\/em>. Es hat doch gar keinen Zweck, es zu verheimlichen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"96831c7dd5ea6975a6e963a104cb926c\">\u201eWas?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"54519a2f62fda832b3621b6c4abb69d8\">\u201eDu bist jung und unschuldig und beh\u00fctet, Advon Ir\u00edsolor. Im Ciel\u00e1stel gab es keinen Grund, dir davon zu erz\u00e4hlen. Vielleicht hielt deine Mutter es nach all der Zeit auch f\u00fcr m\u00fc\u00dfig. Vielleicht hat Ovid\u00e1ol auch schwer daran gearbeitet, sie abzulenken. Aber &#8230; ist dir nie die Idee gekommen, dass auch das <em>Licht<\/em> seine Diener hat?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"081604aef5d4cc75c8ca6000ecbba6bc\">Advon tastete verunsichert nach Farbenspiels Hals. Der Schwei\u00df darauf von dem anstrengenden Flug war l\u00e4ngst zu zartem Reif gefroren und sa\u00df im Zwielicht glitzernd an den Spitzen seiner M\u00e4hne. Die Ungeheuerlichkeit, die Gal\u00e9on ihm da gerade in den Kopf gesetzt hatte, war verst\u00f6rend. Trotzdem versp\u00fcrte Advon weniger Unbehagen, als vern\u00fcnftig gewesen w\u00e4re. Stattdessen erfasste ihn urpl\u00f6tzlich eine sehr seltsame Ehrfurcht.<\/p>\n<p data-p-id=\"5a362ab060cd9db5db1a1bc2f6bad199\">\u201eDu bist ein vom <em>Licht<\/em> erw\u00e4hlter Magier?&#8221;, fragte er ehrf\u00fcrchtig.<\/p>\n<p data-p-id=\"a123453f9d8602219610e6fd8e32b116\">\u201eNein. Noch nicht. Vorerst bin ich nur ein kleiner <em>b\u00e1chorkor<\/em> mit mystischen Tr\u00e4umen und einer groben Vorstellung von kleinen n\u00fctzlichen Zaubereien. Ich muss mich meines Meisters w\u00fcrdig erweisen, bevor ich mich allen Ernstes zu den Magiern z\u00e4hlen d\u00fcrfte. Deshalb bin ich hier.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aa2c52591464608d48eedfd337c209db\">\u201eDu hast einen Weg ins Chaos ge\u00f6ffnet!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"42e524dfcbb94467a240ab9751a2a225\">\u201eNein, habe ich nicht. Das Portal war l\u00e4ngst offen, wie auch immer das zugegangen ist. Alles, was ich gemacht habe ist, D\u00fdamir\u00e9es Mutter dazu zu bringen, den Sturm so zu b\u00e4ndigen, dass er uns nicht in der Luft zerfetzt, und dich zu bitten, mich auf Farbenspiel hier hinauf und hinein zu bringen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ac31d71bab355bb767aab473df342b7c\">\u201eNein.&#8221; Advon schob energisch den Gedanken beiseite, der <em>b\u00e1chorkor<\/em> h\u00e4tte all das hier lediglich inszeniert, um ein Einhorn als Reittier zur Verf\u00fcgung zu haben. \u201eGal\u00e9on, das glaube ich nicht. Du hast mich doch nicht wirklich austricksen wollen! Du &#8230; bist doch wirklich mein Freund, oder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3313579ef283293ae9a33b3e1ca40fab\">\u201eIch musste nicht tricksen, Advon Ir\u00edsolor. Du hast doch dasselbe Ziel wie ich. Das Weltenspiel hat uns auf diese wunderliche Art zusammengef\u00fchrt, damit wir einander helfen und gemeinsam wirken.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6b4b3ccad95a80bc9893b1ced2f5359a\">\u201eUnd wie lange wei\u00dft du von deiner Mission?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bff5e7a966bbc45f06bb736ad91c1040\">\u201eL\u00e4nger, als ich gedacht habe. Aber ich bin wohl etwas schwer von Begriff und musste mich erst mit \u00daldaise Ti\u00e1ramal\u00e9 anlegen, um es zu verstehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3ebc2d2de4c5ed975b4a64bf287f58ac\">\u201eUnd was ist nun deine Mission?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9349f3408826bbfe4c933291858e4012\">\u201eIch will &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"12bb3842444becd6ffd8924e23f5e0bd\">Farbenspiel schnaubte. Advon legte den Finger an die Lippen, und Gal\u00e9on verstummte. Das Einhorn reckte den Hals vor und bl\u00e4hte die N\u00fcstern auf. Dann begann es, mit der Vorderklaue zu scharren, und bleckte die Z\u00e4hne.<\/p>\n<p data-p-id=\"3db659a700d69242c5874e1eaaeb9e39\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"0c7e445ce12235b54cc92751d4f46d0f\">Die Musik, die sich in Wa\u00fdreth Althopians Verstand eingeschlichen hatte, war verstummt. Aber sie hatte ihren Zweck erf\u00fcllt. Indem er den herrlichen Kl\u00e4ngen nachgegangen und die anderen ihm gefolgt waren \u2013 sicher nicht, ohne sich Gedanken \u00fcber seine Zurechnungsf\u00e4higkeit zu machen \u2013 waren sie sicher von dem Sandh\u00fcgel hinab und wieder in das Zwielicht hinein gelangt; zur\u00fcck in eine Art gn\u00e4diger Blindheit, die die verst\u00f6rende, abscheuliche Schw\u00e4rze von ihnen verbarg. Einen Augenblick lang hatte Althopian damit gez\u00f6gert, den anderen einzugestehen, dass er nichts mehr h\u00f6rte. Er h\u00e4tte sie in alle Ewigkeit, oder bis zum n\u00e4chsten Angriff der Chaosgeister dort herumf\u00fchren k\u00f6nnen, ohne dass sie es in Frage gestellt h\u00e4tten. Aber das w\u00e4re ihm unehrenhaft vorgekommen, und so wandte er sich dem\u00fctig an seine <em>teiranday<\/em> und die beiden <em>yarlay<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"0b3122d03dd22d0434c9674f87ea2b3d\">\u201eEs ist verstummt. Oder aus Reichweite meines Geh\u00f6rs, Majest\u00e4t.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"430687222170cb4815cf64736815184d\">Grootplen seufzte h\u00f6rbar, aber es kam kein Vorwurf.<\/p>\n<p data-p-id=\"909e3b9cc7658de9bb347a1933139c95\">\u201eEs ist gut, Herr Wa\u00fdreth. M\u00f6glicherweise ist, was immer Ihr vernommen habt, nur oben auf dem H\u00fcgel zu h\u00f6ren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6ccaeb94851e358fb760c30b0f347dc3\">\u201eUnd dann&#8221;; erg\u00e4nzte der <em>teirand<\/em> die Worte seiner <em>h\u00fdardora<\/em>, \u201ewar es vielleicht ein \u00fcbler Trug, der uns erneut in die Irre f\u00fchren sollte. Gehen wir weiter.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"93c1e6c18450c28289be9ae9e3e70a91\">Sie setzten sich wieder in Bewegung. Kalt war ihnen, das Laufen auf dem gefrorenen Sand m\u00fchsam und unbequem, denn der Boden passte sich nicht mehr ihren Schritten an. Am meisten schienen die <em>teiranday<\/em> zu leiden, K\u00edan\u00e1 von Wijdlant mit ihren d\u00fcnnen bestickten Damenschuhen und Asga\u00fd von Spagor mit seinem legeren Schuhwerk. Doch nicht nur der Boden war kalt. Der Frost stieg von dort hinauf und drang ihnen durch die Gew\u00e4nder bis auf die Haut, denn hier gab es nichts, was sie irgendwie h\u00e4tte aufw\u00e4rmen k\u00f6nnen. Von daher, so redete Althopian es sich ein, war es das vern\u00fcnftigste, wenn sie in Bewegung blieben. Aber wie lange noch? Irgendwann w\u00fcrden sie so ersch\u00f6pft sein, dass sie schlafen mussten. Und dann w\u00e4re es nur Zufall, ob die Chaosgeister im Nebel sie \u00fcberw\u00e4ltigten oder sie erfrieren w\u00fcrden. Das w\u00e4re dann vielleicht doch der Weg hinter die Tr\u00e4ume, nach dem Alsg\u00f6r Emberbey gesucht hatte. Ach, der arme alte Alsg\u00f6r &#8230; Man musste ihn zu nehmen wissen, dann kam man gut mit ihm aus und wusste einen loyalen Freund an seiner Seite. Dass das Weltenspiel ihm so zugesetzt hatte, und schlie\u00dflich der Verlust seiner Gef\u00e4hrtin &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"b852586b322374506f2791cf2ee8abb4\">Wa\u00fdreth Althopians Gedanken schweiften ab. Das Verh\u00e4ltnis von Alsg\u00f6r zu seiner Dame war zweckgetrieben und dies niemals ein Geheimnis gewesen. Die Dame hatte bei ihm Sicherheit und ein standesgem\u00e4\u00dfes Zuhause gefunden, er die Hoffnung auf einen sp\u00e4ten Nachfolger. Respektvoll und zuvorkommend behandelt hatte er die Dame und vielleicht sogar auf seine schroffe Art Zuneigung zu ihr empfunden. Er selbst aber, Wa\u00fdreth Althopian, er und seine <em>h\u00fdardora<\/em> &#8230; bei den M\u00e4chten, wie sehr hatte er die Dame geliebt und ihr alles Gl\u00fcck der Welt schenken wollen. Seine Dame &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"b97d7179209e065cc6cf0383ec7fe98e\">Althopian seufze bei der Erinnerung. Fast konnte er das Duftwasser riechen, mit dem sie sich die Haare gewaschen hatte, fast sp\u00fcren, wie sie duftig und seidig seine Wangen ber\u00fchrten, wenn sie Stirn an Stirn und Arm in Arm lagen und sich geschworen hatten, einander niemals allein zu lassen. Wenn er nun nicht vor aller Augen in Tr\u00e4nen ausbrach. Wenn sie doch wenigstens Merrit finden w\u00fcrden, den, der ihm von ihr geblieben war. Wenn \u2013<\/p>\n<p data-p-id=\"c470be0c3f4e84840455ee55514d462a\">\u201eScht!&#8221; Andri\u00e9r Altabete bedeutete ihnen, zu warten und zu schweigen.<\/p>\n<p data-p-id=\"231a3044bbbc37c9e9be401aaace156f\">Dann bedeutete er ihnen mit den knappen Gesten, die <em>yarlay<\/em> f\u00fcr eben solche F\u00e4lle verwendeten, in denen sie nicht laut reden konnten, was er bemerkt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"3d46643089acfa05a880c8168d58abb0\"><em>Pferd<\/em>, deutete er ihnen an.<\/p>\n<p data-p-id=\"d4e823c2a90ecc38330c6514db2eeafc\">\u201ePferd?&#8221;, wisperte der <em>teirand<\/em> verst\u00e4ndnislos. \u201eWo soll denn hier ein Pferd herkommen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3064702deb1f52047fae488f34ea5a20\">Daap Grootplen verdrehte die Augen, fassungslos \u00fcber die Sorglosigkeit seines Herrn. Die <em>teiranda<\/em> legte ihrem <em>h\u00fdardor<\/em> rasch ihre Finger vor den Mund.<\/p>\n<p data-p-id=\"84282a2f6e69a21538b50d47197daa03\">Tats\u00e4chlich. Nicht weit von ihnen, aber tief im Nebel, scharrten Hufe und schnaubte etwas, etwas, das ziemlich gro\u00df sein musste. Ein berittener Chaosgeist? Oder, so absurd das sein mochte, ein einfaches Pferd, das irgendwie ins Chaos geraten war, das arme, unschuldige Ding?<\/p>\n<p data-p-id=\"5bf506a4702db1917a2a60f71b93948e\">Die drei Ritter lie\u00dfen ihren <em>teirand<\/em> stehen. Wenn es eine Gefahr auszukundschaften und abzuwehren galt, dann war das ihre Sache. Mochte der Asga\u00fd von Spagor seine <em>h\u00fdardora<\/em> sch\u00fctzen und die ernsthaften Gesch\u00e4fte ihnen \u00fcberlassen. So kam er ihnen wenigstens nicht in den Weg.<\/p>\n<p data-p-id=\"428a49c267d9a7ef58188b9466f3a877\">Andri\u00e9r Altabete, Daap Grootplen und Wa\u00fdreth Althopian packten ihre Waffen und stie\u00dfen tapfer in den Nebel vor.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2695","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2695","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2695"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2695\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3686,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2695\/revisions\/3686"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2695"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2695"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2695"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}