{"id":2694,"date":"2025-08-25T13:53:19","date_gmt":"2025-08-25T11:53:19","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2694"},"modified":"2025-08-31T22:53:54","modified_gmt":"2025-08-31T20:53:54","slug":"135-zu-viel-zugleich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/135-zu-viel-zugleich\/","title":{"rendered":"135: Zu viel zugleich"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"406137876ede5ac9c10bde12bccf1ed3\">D\u00fdamir\u00e9e rannte. Wie sie das fertig brachte, war ihr nicht klar, denn abgesehen von dem Oben und Unten, das sie selbst sich ausgesucht hatte, gab es immer noch nichts, das funktionierte wie ein Boden oder eine Stra\u00dfe. Aber das war nichts, um das sie sich nun Gedanken machen konnte. Die Musik hatte aufgeh\u00f6rt, ganz urpl\u00f6tzlich und mitten im Ton. Aber die Stelle, an der die letzte Note in der Dunkelheit entstanden war, die konnte das M\u00e4dchen nahezu sehen. Nun, <em>sehen <\/em>war nicht ganz das richtige Wort. Sie hatte sich <em>gew\u00fcnscht<\/em>, den Ursprung der Melodie zu finden, einen Punkt, an dem sie sich in diesem endlosen Etwas orientieren konnte. Nun war da ein magisches Glimmen im Finstern, gar nicht weit entfernt, aber auch Entfernung war nichts, was hier in der Schw\u00e4rze Bedeutung zu haben schien. Da war nicht eine Strecke von einem Punkt zum n\u00e4chsten, so als ob sie um den See herum oder von einem Baum zum anderen lief, im See tauchte oder auf dem Einhorn durch die Luft ritt. Vielleicht war es <em>Zeit<\/em>, die sie von ihrem Vater trennte. Aber hatte der ihr nicht erz\u00e4hlt, dass Zeit in den Schatten wenig Bedeutung hatte?<\/p>\n<p data-p-id=\"fde112079f179b03b78afadfe27ad551\">D\u00fdamir\u00e9e dachte sich all das in den schlichten Begriffen und Assoziationen ihres kindlichen Verstandes und kam nur zu einem brauchbaren Schluss: Nie hatte der Vater sein Spiel mitten in der Melodie unterbrochen. Etwas musste daf\u00fcr gesorgt haben, dass er nicht weiterspielen konnte. Und das durfte nicht sein. Niemand hatte das Recht, den Vater zu unterbrechen, wenn der seine magische Musik spielte.<\/p>\n<p data-p-id=\"ef712f71b12632e1a6aab6ce3b4b38be\">Vielleicht war es der b\u00f6se alte Mann. Vielleicht gefiel dem das sch\u00f6ne silberne Lied nicht, das sie durch die Schatten f\u00fchren wollte.<\/p>\n<p data-p-id=\"53f5d54eb41e93b7a26027b9366558b3\">D\u00fdamir\u00e9e sp\u00fcrte den letzten Ton und st\u00fcrzte darauf zu, so wie sie damals vom Baum gefallen war. Das war so pl\u00f6tzlich und schnell gegangen und hatte so weh getan. Die Mutter hatte die Schmerzen schnell weggeheilt, Schmerzen waren gar nicht so schlimm. Schlimmer war die Entt\u00e4uschung gewesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"067abbc081f4131c8c29e55b6f729127\">\u201eDer Baum hat mich heruntergeworfen&#8221;, hatte sie sich beim Vater beklagt.<\/p>\n<p data-p-id=\"3af71193841a41be6b3f0a2469470e15\">\u201eDas glaube ich nicht&#8221;, hatte der geantwortet. \u201eUnd wenn, dann nicht absichtlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"183b7ae3f7a790038c27dbcfc935144c\">\u201eMeinst du?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"63d6689d19378bf61c3772b4697f90d7\">\u201eB\u00e4ume, kleiner Stern, haben im Allgemeinen keine schlimmen Absichten. Dar\u00fcber sind sie erhaben. Du musst einfach mehr \u00fcben, dann geht es bald besser.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"454f465f613f901e6d9a6672974ff8ce\">\u201eDas kommt gar nicht in Frage!&#8221;, hatte die Mutter emp\u00f6rt aufbegehrt. \u201eDas n\u00e4chste Mal f\u00e4llt sie vielleicht nicht so weich! Diese Kletterei ist viel zu gef\u00e4hrlich!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8b81b15a795e3737c8ab7af88b273413\">Daraufhin hatten die beiden eine ganze Weile kein Wort mehr miteinander gewechselt. Das machten sie oft, wenn es Dinge gab, f\u00fcr die sie D\u00fdamir\u00e9es Verstand noch zu klein hielten und sich einbildeten, sie wisse nicht ganz genau, was die beiden in Wahrheit taten. Das M\u00e4dchen erinnerte sich daran, wie lebhaft ihre Mienen, ihre Augen miteinander diskutierten. Am Ende hatte die Mutter sich seufzend an sie gewandt und besorgt gemahnt: \u201eNimm nur B\u00e4ume mit starkem Buschwerk darunter. Versprichst du mir das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d7d0c854cc27a636e8123a23fd8174af\">Vielleicht war ihr gerade etwas ganz \u00e4hnliches geschehen. Vielleicht war sie zu unachtsam gewesen. Vielleicht musste sie mehr \u00fcben. D\u00fdamir\u00e9e st\u00fcrzte und hoffte inst\u00e4ndig, dass am Ende des Liedes etwas war, das sie auffing, so wie die B\u00fcsche nahe der Baumst\u00e4mme. Den Stab hatte sie nach wie vor in der Hand. Sie wunderte sich dar\u00fcber, wie leicht und griffig er geworden war, seit sie dieses unsichtbare Pulsieren um sich herum sp\u00fcrte.<\/p>\n<p data-p-id=\"3f6c73b76ac1b7b23dc6d9e8ad0e0537\">Und dann war sie genau dort, wohin das Lied sie gef\u00fchrt hatte, und was sie sah, machte ihr Angst. Angst war schlimmer als der Schmerz. Aber vielleicht h\u00e4tte sie auch Angst vor den B\u00e4umen bekommen, wenn sie das Klettern nicht ge\u00fcbt h\u00e4tte, brav am Boden geblieben w\u00e4re. So wie die Mutter es sich w\u00fcnschte, damit ihr kein Leid geschah.<\/p>\n<p data-p-id=\"64062c0ac4a70191e3b8dde705317bda\">Was f\u00fcr seltsame Gedanken angesichts des gr\u00e4sslichen Wesens, das da \u00fcber ihrem Vater kniete und mit ihm rang. Viel zu erkennen war davon nicht, denn als Licht, als sichtbares Licht gab es nur das magische Silberleuchten der Geige, so sch\u00f6n und rein und in Nokt\u00e1mas Finsternis weniger hell als ein kleines Talglicht, das schnell flackerte. Vielleicht, weil das Herz ihres Vaters so schnell pochte? Bestimmt f\u00fcrchtete er sich vor dem Wesen, da so etwas \u00c4hnliches zu sein schien wie ein Mensch, ein Mensch mit etwas zu langen Armen und Fingern, die die Arme des Vaters umklammerten. Aber das war nicht alles. Die Kreatur war auf eine sonderbare Weise <em>unvollst\u00e4ndig<\/em>. Nicht so, als habe ihr jemand Gliedma\u00dfen abgeschnitten und sie verst\u00fcmmelt. Es war weitaus seltsamer, denn es schien, als w\u00e4ren Fetzen ihres K\u00f6rpers einfach nicht vorhanden. Alles hing irgendwie aneinander, aber dazwischen klafften L\u00fccken, und das, was da war, bewegte sich, als ob das gar keine Schwierigkeiten machte. Wie konnte es sein, dass das Wesen in St\u00fccke gegangen war? Und wo war sein Rest?<\/p>\n<p data-p-id=\"f9cc25ade155c2148a15edbdd481daff\">Geige und Bogen hielt der Vater fest in seinen beiden H\u00e4nden, und genau das schien gerade das Problem des silber\u00e4ugigen Wesens zu sein. Es hinderte den Vater daran, zu spielen, konnte ihm die Geige aber auch nicht entwinden, denn dazu h\u00e4tte es zumindest einen seiner Arme loslassen m\u00fcssen. D\u00fdamir\u00e9e runzelte die Stirn. Das Wesen schien nackig zu sein, und das geh\u00f6rte sich doch wohl nicht! Es hatte nicht einmal mehr die vornehmen Gew\u00e4nder an, die der b\u00f6se alte Mann getragen hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"e9eda726d268b9ff5b21fe829be6b7d6\">Der Blick des Vaters zuckte zu ihr hin\u00fcber, glomm auf und war voller Entsetzen. Er sah den Stab in ihrer Hand.<\/p>\n<p data-p-id=\"b5972219da54cc910f5457b87abc2fe8\"><em>Wer bist du?,<\/em> fragte D\u00fdamir\u00e9e das St\u00fcckwesen, getrieben von einer tapfer-furchtsamen Neugierde. <em>Was machst du mit meinem Papa?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"7e664bb9f474da3064c55b3cce5a20fe\"><em>Der geh\u00f6rt jetzt mir, widerliches G\u00f6r<\/em>, antwortete die Stimme, in ihrem Kopf konnte sie sie ganz deutlich h\u00f6ren. <em>Ich will ihn haben!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"b0508fdef95932f6101e2eed2e261388\"><em>Hast du keinen eigenen Papa?<\/em>, fragte D\u00fdamir\u00e9e mitf\u00fchlend. <em>Das tut mir leid. Aber du kannst meinen nicht haben. Meine Mama braucht ihn, und ich auch.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"11429b22e0d0abaa077600739219efef\"><em>Ich brauche ihn dringender als ihr! Ich brauche ihn jetzt!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"d3558981d72f194943b8fa507fd6975f\"><em>Wozu?<\/em>, fragte D\u00fdamir\u00e9e. Sie hockte sich nieder, versuchte, dem Wesen in die Augen zu schauen. Sehr viel war von seinem Gesicht im Glimmen der Geige nicht zu erkennen, nur seine Z\u00e4hne, wenn es stumm die Lippen bewegte. Zumindest Z\u00e4hne und Lippen, die nicht abwesend waren.<\/p>\n<p data-p-id=\"67d9da9b300de6fe1cbabf4b30d54405\"><em>Ich will ihn mir anlegen, verdammtes G\u00f6r! Anziehen will ich ihn mir, und dann beenden, was zu beenden ist.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"d7c83b133e99ba1a716b8d6e3a7b1590\"><em>Du kannst meinen Vater nicht anziehen. Mein Vater ist doch kein Hemd! <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"f5be9efe35b1ad3be93e2e541ef0d0ed\"><em>Ovid\u00e1ol,<\/em> h\u00f6rte sie nun auch den Vater, eindringlich, unwillig, <em>nicht einmal du bist dazu in der Lage, Besitz von Menschen zu ergreifen! Kein Magier kann das! Es ist kein Platz f\u00fcr zwei lebendige menschliche Seelen in einem Leib!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"d9386fae25120ad7f491befb2ce9d77f\"><em>Dein Geist, Yalomiro Lagoscyre, der mag sich hinter die Tr\u00e4ume packen, oder wohin es ihn verschlagen mag. Ich brauche dein frisches Fleisch und deine Knochen und deine Kraft! Mit dem, was von mir geblieben ist, kann ich im Weltenspiel nicht existieren! Das hast du doch genau so geplant, oder etwa nicht? Du hast gewusst, dass meine K\u00f6rper sich im Schatten aufl\u00f6sen! <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"7d9d1eb2a7625186e54aa6ad2bd82b35\">Der Vater regte sich unter den H\u00e4nden des Wesens, aber es gelang ihm nicht, sich davon zu befreien. Es griff nur noch fester zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"97263a370f703d4683d23f3bfa4e8e36\"><em>Vielleicht h\u00e4ttest du mich wirklich einfach allein lassen sollen. Dein Plan w\u00e4re wohl aufgegangen, wenn dir nicht dein ungeratenes Balg da in den Weg gestolpert w\u00e4re. Tut sie das \u00f6fter? Hindert sie dich auch best\u00e4ndig, w\u00e4hrend du im Eta\u00edmalon Nokt\u00e1ma zu am\u00fcsieren versuchst, mit dem, was Ask\u00fdn dich gelehrt hat?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"8380e242f62ce241413b65cb532ddf66\">Die Kreatur lachte h\u00e4sslich, das machte Kopfschmerzen. D\u00fdamir\u00e9e sch\u00fcttelte sich. Aber &#8211; war das wahr? War sie daran schuld, dass das Ding den Vater hatte \u00fcberw\u00e4ltigen k\u00f6nnen? Das Wesen musste also der gemeine alte Mann sein, der Gal\u00e9on den Monstern vorgeworfen hatte. Warum er jetzt kein Greis mehr war, sondern ein Scherbenk\u00f6rper, das konnte sie sich nicht erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p data-p-id=\"0ffaac275d198393f743b0a8af300576\"><em>Du willst unbedingt den Stab haben, nicht wahr?,<\/em> fragte D\u00fdamir\u00e9e. <em>Du hast Advons Vater dazu gebracht, ihn stehlen zu wollen!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"a93df39fa3163d30d047a35bd13df84a\"><em>Der Stab ist mein Werkzeug! Ihr habt ihn mir gestohlen! <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"cf11b9c42dd5995c8d0b4e513f8923e8\"><em>Und wenn ich dir den Stab zur\u00fcckgebe?,<\/em> fragte sie. <em>Wenn du daf\u00fcr meinen Papa freil\u00e4sst?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"f1c90150d6f77efa3ccade35a8ad6540\"><em>Das w\u00fcrdest du tun?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"99d90e2efa4168bb43ebd43a3a48164f\"><em>Nur, wenn du ihn losl\u00e4sst.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"d8548cceada6531419ff12e326d6d4fa\">Der Vater schloss mit einem schweren Seufzer seine Augen. <em>Kleiner Stern, <\/em>wisperte er, <em>lass dich nicht auf so etwas ein.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"a2c05d4017bf5d48cee9edf6d4a3fade\">Das nackte Wesen im Finsteren z\u00f6gerte. Es war \u00fcberrascht. Dann l\u00e4chelte es unheilvoll mit seinem halben Mund.<\/p>\n<p data-p-id=\"93402151230f59d3208836db0573bd71\"><em>Das ist eine ausgezeichnete Idee, kleines M\u00e4dchen<\/em>, sagte es, nun mit einer seltsamen Freundlichkeit in der Stimme. <em>Ja. Ja, so werden wir es machen. Du hast deinen Vater sehr lieb, nicht wahr? Es gef\u00e4llt dir gar nicht, dass ich ihn gefangen habe, nicht wahr? <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"2783e90c61c965dab70d5b35199f861f\"><em>Du bist b\u00f6se, <\/em>sagte D\u00fdamir\u00e9e<em>. Du tust Leuten weh. Das ist gemein!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"afa570ed236e213ecc78c483472a227f\"><em>Nun, kleines M\u00e4dchen, wenn es nur das ist &#8230; wenn du brav bist und tust, was ich dir sage, vielleicht lasse ich mit mir handeln. Wir sitzen schlie\u00dflich alle hier in Nokt\u00e1mas Dom\u00e4ne fest, und die gro\u00dfe Herrin selbst scheint abwesend zu sein, wie ich es fast vermutet habe. Nun, ich sch\u00e4tze, sie hat es aufgegeben, sich um jede Albernheit zu k\u00fcmmern, zu der Magier sich hinrei\u00dfen lassen. Also? Kommen wir in Gesch\u00e4ft?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"bd38e0e631e181fd45e77c2c24ecd625\"><em>D\u00fdamir\u00e9e<\/em>, warnte der Vater. <em>Sei vorsichtig!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"02cf3ec09288307e72389a8d16fe806b\"><em>Ich hab dich lieb, Papa<\/em>, antwortete sie.<em> Du h\u00e4ttest ihm den Stab doch auch gegeben, wenn er mir wehgetan h\u00e4tte, oder?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"41843f3979fc53dc6a0027761dd5c589\">Sie f\u00fchlte seinen vertrauten, mit Silber durchsprenkelten dunklen Blick einen Augenblick auf sich ruhen. Und dann sp\u00fcrte sie sein L\u00e4cheln, ganz fl\u00fcchtig, heimlich und an der Aufmerksamkeit der b\u00f6sen Kreatur vorbei.<\/p>\n<p data-p-id=\"ced6a433e1562870156c1d85f950838a\"><em>Gut<\/em>, sagte das seltsame, unvollst\u00e4ndige Ding im Schatten. <em>Dann nimm ihm die verfluchte Geige aus den H\u00e4nden! Wer wei\u00df, was er damit alles anstellen kann!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"c2e488477101d652f97ed2329c006c58\"><em>Soll ich das machen, Papa?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"c61813d9401cc202fa4874703467189a\"><em>Ja. Nimm sie, kleiner Stern. Ich wei\u00df sie lieber in deinen H\u00e4nden als in seinen.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"45291fbe2ed5272b89f427cfd5a81c74\">D\u00fdamir\u00e9e griff nach dem Instrument. Es f\u00fchlte sich warm und lebendig an, aber in dem Moment, als sie es selbst ber\u00fchrt hatte, verlosch der Silberschimmer auf dem Holz.<\/p>\n<p data-p-id=\"c5f281313a0d679e9680b329b3117a91\"><em>Und nun gib mir den Stab heraus.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"9fa04dceda782798ae98d6dfa6638eef\"><em>Wenn du ihn zuerst freigibst!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"1923b0f050b8b9296b2f12d7fb04a464\"><em>Oh nein! Wo k\u00e4men wir denn hin, wenn unversch\u00e4mte kleine Drecksblagen den Erwachsenen Vorschriften machten! Erst den Stab!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"465d0102b21813799bbfd720171c2eff\"><em>Siehst du? Er will dich betr\u00fcgen, kleiner Stern<\/em>, warnte der Vater.<\/p>\n<p data-p-id=\"2bd5fefd8b9128e869d408de00451468\"><em>Aber er hat es mir versprochen!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"28a36d789ef39df3289ab86ccafb1e0d\"><em>Den Stab<\/em>, erinnerte Ovid\u00e1ol mit harter Stimme. <em>Sonst gibt es hier gar nichts! <\/em>Er lie\u00df den Arm des Vaters mit der nun leeren Hand los und streckte seine \u00fcberlangen Finger aus. Das M\u00e4dchen neigte den Stab in seine Richtung, und er fasste ihn an. Kaum hatte er das Holz ber\u00fchrt, begann der zerbrochene Kristall, m\u00fcde zu flackern.<\/p>\n<p data-p-id=\"6cdfbde75bd8a20ecc9e8195f21d853e\">Und bevor der Vater sich bewegen konnte, hatte Ovid\u00e1ol ihm den Zauberstab quer \u00fcber den Hals gelegt. Der Vater packte zu und versuchte, die Stange fortzudr\u00fccken, aber es gelang ihm nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"7496ebbf768610d23606a5f26cd17a61\"><em>He!, <\/em>rief D\u00fdamir\u00e9e emp\u00f6rt aus<em>. Du wolltest ihn loslassen!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"31f592b38a7e325a5da6638458064987\"><em>Ich habe es mir anders \u00fcberlegt. Ich hab dich reingelegt, dummes G\u00f6r!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"351cf4b3c28a6d0bd32d38f067299daf\"><em>Das ist gemein!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"9503bfbcc54258929af4d88cefae735d\">Das Wesen lachte. Der Vater wehrte sich, ohne gro\u00dfen Erfolg. <em>Ist das dein Niveau, Ovid\u00e1ol? Ist es eines gro\u00dfen Magiers w\u00fcrdig, Kinder zu betr\u00fcgen? <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"5efb4e7c7062e45d3c15465e96b2661a\"><em>Es ist gegl\u00fcckt, oder etwa nicht?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"462996cc076e90f9e947d6a3a453acee\">Der Vater gab seine Anstrengung auf. <em>Ovid\u00e1ol, <\/em>fragte er matt, <em>bei den M\u00e4chten, wer hat dich einst das L\u00fcgen gelehrt? Deine Meisterin war es damals sicherlich nicht.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"ac8cf6ea541208941de69a84e100df4b\"><em>Es ist eine einfache Einsicht, <\/em>gab das Wesen l\u00e4chelnd zur\u00fcck.<em> Man kommt damit weiter. Bei Unkundigen, und bei kleinen dummen Kindern sowieso.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"628456e3fe44f826eb814877c693be41\"><em>Ich will meinen Vater!, <\/em>rief D\u00fdamir\u00e9e, gerade, dass sie nicht w\u00fctend aufstampfte wie ein bockiges Kindlein<em>. Lass ihn aufstehen! Lass ihn los!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"6e835f6b82c5734eebf7ed62c8491b3b\"><em>F\u00fcr wie dumm h\u00e4ltst du mich, kleiner Stern?,<\/em> \u00e4ffte das Wesen den Schattens\u00e4nger im verbleibenden Widerschein des kr\u00e4nklich schimmernden Lichtes nach. <em>Schau, wie ich deinem anma\u00dfenden Vater die Kehle zudr\u00fccke. Wie ich in seinen entseelten Leib schl\u00fcpfe, wie ich es einst bei den l\u00e4cherlichen alten Leuten getan habe! Du sollst dabei sein, wenn Ovid\u00e1ol Eta\u00edmalar sich in neuem Glanz und Macht erhebt!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"3a2da5d1b77d97f2780e763b185786f4\">D\u00fdamir\u00e9e stand starr vor Grausen. Wie war es m\u00f6glich, dass Nokt\u00e1ma das alles in ihrer Dom\u00e4ne zulie\u00df? Wenn das hier die Schatten waren, wo war dann Nokt\u00e1ma selbst, um \u00fcber die ihren zu wachen wie eine weise und g\u00fctige Mutter? War Nokt\u00e1ma wirklich nicht da? Wer hatte ihr denn sonst die sch\u00f6ne warme Kraft gegeben?<\/p>\n<p data-p-id=\"33503143d39bec8eced9e7ae23f219f4\"><em>Nicht!,<\/em> rief sie aus. <em>Lass meinen Papa in Frieden! Was kann ich dir denn noch geben? Er muss doch zu meiner Mama zur\u00fcck! <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"c74a0e5cdd79a37227c303079e468288\"><em>Und du, kleines dummes G\u00f6r? Willst du etwa nicht zu deiner Mama zur\u00fcck? Oder zu dem unn\u00fctzen Bengel aus dem Ciel\u00e1stel, dem du sch\u00f6ne Augen gemacht hast, so jung du bist und unschuldig du tust?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"3d3c6609c78a545c92f677da81b9b1f6\">D\u00fdamir\u00e9e runzelte zornig die Stirn. Was musste dieses Wesen jetzt auch noch die Mutter und Advon ins Spiel bringen? Advon &#8230; wenn doch nur Advon hier w\u00e4re und ihnen beistehen k\u00f6nnte! Advon kannte die alte Frau und den alten Mann, die das Wesen bis vor kurzem noch gewesen war. Vielleicht h\u00e4tte er eine gute Idee, um sie alle zu befreien, damit sie weglaufen konnten, mit oder ohne den dummen Stab!<\/p>\n<p data-p-id=\"02b370a496dc02c9f08a5cf1c7513a2a\"><em>Ich hab keine Angst vor dir. Was willst du, das ich dir geben kann?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"5736570aad3c2537ec5a5f36aaa6c939\">Das bruchst\u00fcckhafte Wesen \u00fcberlegte.<\/p>\n<p data-p-id=\"06bdd16dab8ef977ab44c8cd6866a100\"><em>Dich, <\/em>sagte es dann<em>. Dich will ich haben. Ja, ich glaube, das w\u00fcrde mir gefallen. Dich k\u00f6nnte ich brauchen.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"b424ca4e3d414a160fa52e0fc5c743ba\">D\u00fdamir\u00e9e dr\u00fcckte die Geige an sich wie ihr Kuscheltier, das derzeit irgendwo im Ciel\u00e1stel herumliegen mochte. Armer kleiner Stern!, dachte Yalomiro. Ob sie ahnte, wie h\u00fcbsch ihr das glimmende Silber in den gr\u00fcnen Augen stand, wie Vollmondglanz in Baumkronen? Wie magisch und stark sie geworden war, wie eine Bl\u00fctenknopse zwischen zartem Fr\u00fchlingsgr\u00fcn? War das etwa das ganze Geheimnis gewesen? H\u00e4tte er sie all die vergangenen Winter nur ein einziges Mal mit sich in Nokt\u00e1mas Dom\u00e4ne f\u00fchren m\u00fcssen?<\/p>\n<p data-p-id=\"16dd960ebef8c78a356addde070c4f00\">Nein, dachte der Schattens\u00e4nger, w\u00e4hrend der harte, starre Stab \u00fcber seinem Hals ihm den Atem abpresste, w\u00e4hrend das fragmentierte Etwas, die Essenz, die letzten Reste des Verfluchten ihn hielten und sich so nahe am Ziel w\u00e4hnten. Das war es nicht. Die Dinge mussten zu ihrer Zeit geschehen. Nichts geschah <em>einfach so<\/em>. Nokt\u00e1ma hatte geduldig gewartet. Nun musste es sich auszahlen, Zug um Zug.<\/p>\n<p data-p-id=\"a20444ae41142062767282b7481b9f7f\">Das bedeutete aber mitnichten, dass Ovid\u00e1ol sich alles erlauben konnte!<\/p>\n<p data-p-id=\"927a6e384cf8a6bd08de53f958ec4c94\"><em>Was ma\u00dft du dir an!,<\/em> stie\u00df Yalomiro hervor, soweit der Zauberstab auf seinem Hals es zulie\u00df.<\/p>\n<p data-p-id=\"e146a60fde1c6d8813769ac09f198d4b\">Ovid\u00e1ol verminderte den Druck, aber nur ein St\u00fcckchen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3968c28cd49f0aadf061f6ff4d682dcc\"><em>In deiner Tochter ist Magie erwacht. Eine Gunst, die ihr wohl nur hier, in Nokt\u00e1mas Dom\u00e4ne zuteilwerden konnte. So viel frische, unverbrauchte Magie, so eine unbefleckte, saubere <\/em>maghiscal<em>. Noch ganz weich und formbar. So wenig Widerstand. So viele M\u00f6glichkeiten!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"2b931fcff400e3175034e10851a715bb\"><em>Ja, und?,<\/em> brauste Yalomiro auf. <em>Sie ist keine neun Sommer alt! Wie lange hat deine Meisterin dich angeleitet, bis du damals deine Magie kontrollieren konntest? Du wei\u00dft, dass es reifen muss! <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"6ffa411562f1f99f30842e6d0550e6ed\"><em>Reifen? Was ist Zeit? Was ist hier die Zeit? Ich mache sie zu meiner Sch\u00fclerin. Ich habe das Wissen, sie hat die Magie. Sie wird mir vielleicht bessere Dienste leisten als jeder Chaosgeist. <\/em>Ovid\u00e1ols \u00fcbriggebliebener Mund grinste anz\u00fcglich. <em>Wie lange hat das Weltenspiel nicht mehr von einer Magierin geh\u00f6rt, deren Macht und Liebreiz die m\u00e4chtigsten Herren um den Verstand brachte? Ich habe lange genug gelebt, Yalomiro Lagoscyre, um zu sehen, wie Lust und Verlangen Menschen, m\u00e4chtige Menschen zu willf\u00e4hrigen Trotteln degradierte. Eine sch\u00f6ne <\/em>camat&#8217;ayra<em>, die nach meinen Pl\u00e4nen wirkt und handelt, m\u00e4chtiger als die Rote Dame es dereinst war, wird mir dienen!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"5fc86659ef00a90f15cb05e4beb8a8cb\"><em>Ich will dir nicht dienen!,<\/em> protestierte D\u00fdamir\u00e9e verst\u00f6rt. Wie sollte sie auch verstehen, wovon der zerfallende Magier hier redete? Sie spielte mit Holzb\u00f6tchen am See und versuchte beharrlich, Windninchen in Gespr\u00e4che zu verwickeln. Sie hatte keine Vorstellung von dem, was Ovid\u00e1ol sich da ausgedacht hatte. Yalomiro wollte gar nicht dar\u00fcber nachdenken, so sehr stie\u00df ihn der Gedanke ab. Hatte das Leben in Aur\u00f3p\u00e9a den Verfluchten so sehr verdorben? Oder war Ovid\u00e1ol schon vorher mit den Abgr\u00fcnden unkundigen Lasters vertraut gewesen?<\/p>\n<p data-p-id=\"fe56f6f38cd5c7804769b1bf9419cdeb\"><em>Hast du nicht immer davon getr\u00e4umt, eine m\u00e4chtige Magierin zu werden?, <\/em>lockte Ovid\u00e1ol.<\/p>\n<p data-p-id=\"37f7d9796fa8819f87ac94bc60ac0ecf\"><em>Nein!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"2da0cedf4564f8db199173d857f67180\"><em>Soll man l\u00fcgen, M\u00e4dchen? C<\/em>amat&#8217;ayra\u00e9<em> h\u00e4tten zu meiner Zeit alles daf\u00fcr gegeben, meine Sch\u00fclerinnen zu werden. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"014d00a3ff18ad332ef8e74c0bb4694a\"><em>Ich will nicht von dir lernen, wie man zaubert. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"4cdc66afef65dc8c869d429465afb59c\"><em>Es wird dir ganz leicht fallen, du freches G\u00f6r! Ich werde mit der Stimme deines Vaters sprechen und aussehen wie er! Du wirst gar keinen Unterschied bemerken zwischen ihm und mir! Und wei\u00dft du, was wir beide als allererstes tun?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"6921433785f2aea864e65f983b316d0c\">D\u00fdamir\u00e9e schwieg finster.<\/p>\n<p data-p-id=\"349996b078d79c455354e1c139147270\"><em>Wir gehen zur\u00fcck ins Weltenspiel und verhindern, dass die Chaosgeister all die unschuldigen Unkundigen und die niedlichen Tierchen fressen und die sch\u00f6nen G\u00e4rten und Felder verw\u00fcsten. Das willst du doch, kleiner Stern, nicht wahr? Dir gef\u00e4llt es doch gar nicht, wenn Dinge kaputt gehen?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"1cc7165100a8bf6e5816eef7a802745e\">Yalomiro seufzte. Nun war es also Zeit f\u00fcr schmutzige Tricks und faule Versprechen.<\/p>\n<p data-p-id=\"d5bcdca9a6999c1f4986c62b7e743d10\"><em>Je schneller wir sind, <\/em>fuhr Ovid\u00e1ol fort, <em>desto eher k\u00f6nnen wir vielleicht noch verhindern, dass die Chaosgeister die sch\u00f6ne bunte Glasburg zerschlagen. Denk doch nur &#8230; wenn wir zu sp\u00e4t sind, dann kommen sie vielleicht sogar in den sch\u00f6nen gr\u00fcnen Wald und werfen die B\u00e4ume um und vergiften den See. Du magst ihn doch, den dunklen gro\u00dfen See? Und dann &#8230;<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"290b613425c3609a68fbebe1ee99472f\"><em>Nein! Nein, ich will das nicht!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"30b7d12373d5dd8dc58df08131b636c8\"><em>Wir k\u00f6nnen es zusammen verhindern. Dazu brauche ich den Stab! Mit der Magie deines Vaters kann ich sie kontrollieren. Doch du allein kannst keinen Chaosgeist besiegen.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"e3422f76c615280e7fe70769d74b3e04\"><em>Ich hab einen Chaosgeist mit einem Messer gestochen, <\/em>erz\u00e4hlte D\u00fdamir\u00e9e verwirrt.<em> Aber das darf Mama nicht erfahren. Weil ich doch keine scharfen Dinge anfassen darf!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"c6206720ed356e6e3ba18defeb9673ed\"><em>Vielleicht lasse ich dir sogar den verfluchten Bengel, wenn du nicht dauernd Widerworte gibst!, <\/em>lockte Ovid\u00e1ol listig.<\/p>\n<p data-p-id=\"10f6fcf20015c9a9f66e705631a10353\">Yalomiro wand sich unter dem Stab. Wenn der Verfluchte nun noch versuchte, D\u00fdamir\u00e9e mit dem Leben des anderen Kindes zu bestechen, dann gingen ihm offenbar langsam die Einf\u00e4lle aus. Bevor es auch mit seiner Geduld am Ende war, musste etwas geschehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"4b69ad22f6678ab7930834b4b1eb1c7a\"><em>Ich will, dass du meinen Vater in Frieden l\u00e4sst!, <\/em>beharrte D\u00fdamir\u00e9e stur.<\/p>\n<p data-p-id=\"1e3706753e6efc2f2dfabefa73b15c60\"><em>Ich will? Ich willichwillichwill?,<\/em> spottete Ovid\u00e1ol und drohte ihr mit einem zu langen Finger, dem das Mittelglied fehlte. <em>Haben deine Eltern dir nicht beigebracht, dass es mit Kindern, die zu viel wollen, schlimm ausgeht?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"872592a7fe9f614421a84ce00b34a56a\">D\u00fdamir\u00e9e runzelte b\u00f6se die Stirn. <em>Wei\u00dft du, was meine Mama immer sagt?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"aa2ac1d5cf36e319b5d30d6ab3c76a36\"><em>Nein. Was denn?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"80baad89fe97bd644273a208690825ee\"><em>Wenn man absichtlich Schlechtes tut, dann passieren einem auch schlimme Dinge. Irgendwann wird jemand kommen, der ganz furchtbar w\u00fctend auf dich ist, weil du so viele gemeine Sachen gemacht hast! Und &#8230; und der bestraft dich dann! Wie in den M\u00e4rchen!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"cc5f5b954897185f1f53c0b4f398c22e\"><em>M\u00e4rchen?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"fc12b7db1587a7588183c072001014a7\"><em>In Salghi\u00e1ras M\u00e4rchen, <\/em>sagte Yalomiro belustigt,<em> kommen die Schurken niemals mit Schandtaten davon. Am\u00fcsant, Ovid\u00e1ol, findest du nicht auch?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"7ff3d1dce43d15071a4be66f3ad43bfe\"><em>Schluss jetzt!<\/em> Ovid\u00e1ol verlor die Geduld. Mit einer \u00fcberraschend geschmeidigen Bewegung erhob sich der fragmentarische K\u00f6rper, und bevor Yalomiro es verhindern konnte, sp\u00fcrte er den Eiskristall kalt und hart auf seiner Stirn.<\/p>\n<p data-p-id=\"51fec28b54134b7c4df8e2ebfd0a7a15\"><em>Eines nach dem anderen. Zun\u00e4chst du, Yalomiro Lagoscyre.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"e91bd57b8cf70878ca31eeef8dd7a4b0\"><em>Du kannst mich nicht t\u00f6ten, <\/em>sagte Yalomiro ruhig. <em>Abgesehen davon ist dein Stab immer noch kaputt und dies hier ein Ort, an dem Magie nicht funktioniert, falls du es auf diese Weise versuchen willst.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"13d5caeb436cc094a4ebe4ff9b059561\"><em>Ich wei\u00df, wie ich ihn herrichten kann. Aber bis dahin ist Pr\u00e4zision gar nicht so wichtig. Ich muss nicht zaubern. <\/em>Er hob den Stab an und holte weit aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"427aaa2cf3d1ae61f8e43b9fbae0d210\"><em>Das, <\/em>merkte Yalomiro gelassen an, <em>ist brutal, barbarisch und ohne jeden Stil. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"8566c78808e66077423b13319c89e921\"><em>Nichtsdestoweniger t\u00f6dlich!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"ea79d547b9fb116792fc2dc6064caa57\"><em>Meister Ask\u00fdn w\u00e4re entt\u00e4uscht von dir. Und deine Meisterin h\u00e4tte sicher eine passende Strafe f\u00fcr dich ersonnen.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"bd7ce26200b0aabd6ebffcf6e718ea2c\"><em>Halt endlich den Mund!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"b51a59344ec9ef1222227f90a919eedc\">Yalomiro richtete sich ein St\u00fcck weit auf. <em>Womit haben sie dich damals diszipliniert, Ovid\u00e1ol Eta\u00edmalar? Wie hat deine Meisterin Ungehorsam geahndet? Wenn ich es als Knabe zu weit getrieben habe, hat Meister Ask\u00fdn mir einige Tage die Stimme versiegelt. <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"7367422a2488bf70e22632990bd73c03\"><em>Gut! Dann werde ich in seinem Sinne handeln und dich endg\u00fcltig zum Schweigen bringen!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"1690b478586aba4caf0b884d8ec87a6d\"><em>Wie haben sie dich bestraft, Ovid\u00e1ol? Womit wurdest du verflucht?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"87e2e112f3f1d8bf60f149b861f642b1\">Das Wesen br\u00fcllte zornig auf und schwang den Stab mit dem Kristall daran wie einen Streithammer, mit einer Kraft, der Yalomiros Stirn nichts entgegenzusetzen gehabt h\u00e4tte. Das funzelnde, k\u00fcmmerliche Restchen Magie in dem Kristall war daran, zu erl\u00f6schen.<\/p>\n<p data-p-id=\"aa5472a0aa64b5e2f6c67d7d40acfcd9\"><em>Nein!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"bf3318630401a0f06b0d7bfee05678e3\">D\u00fdamir\u00e9es Fingerspitzen streiften das Holz, als sie sich voller Wut in die Bahn des t\u00f6dlichen Hiebes warf. Ihre frische, ungeb\u00e4ndigte <em>maghiscal<\/em> sprang auf den Zauberstab \u00fcber wie ein Funke, und dann wurde es in Nokt\u00e1mas Dom\u00e4ne blendend hell.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2694","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2694","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2694"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2694\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3685,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2694\/revisions\/3685"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2694"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2694"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2694"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}