{"id":2693,"date":"2025-08-25T13:53:52","date_gmt":"2025-08-25T11:53:52","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2693"},"modified":"2025-08-31T22:53:28","modified_gmt":"2025-08-31T20:53:28","slug":"136-mehr-chaos-als-noetig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/136-mehr-chaos-als-noetig\/","title":{"rendered":"136: Mehr Chaos als n\u00f6tig"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"4bf4c6bd7cf8294786074074c3015627\">Etwas n\u00e4herte sich, lautlos, geschmeidig, brach durch den Nebel und war bereit, sie zu \u00fcberw\u00e4ltigen, wild entschlossen, kaltbl\u00fctig und bewaffnet. Farbenspiel schnaubte erschreckt und stellte ruckartig seine Fl\u00fcgel auf, ein Reflex, der einen Angreifer, der nicht damit rechnete, f\u00fcr wertvolle Augenblicke irritierte. Und tats\u00e4chlich: Die vier Gestalten, die sich wohl auf sie hatten st\u00fcrzen wollen, wichen hastig zur\u00fcck und starrten das bunte Einhorn mit solcher Verbl\u00fcffung an, dass es unter anderen Umst\u00e4nden komisch gewirkt h\u00e4tte.<\/p>\n<p data-p-id=\"de25b550b9ddd2172c78f476857d0801\">Advon sprang ebenfalls erschrocken zur Seite. Er hatte mit Chaosgeistern gerechnet, mit Ungeheuern, aber nicht mit dem hier. Die Ank\u00f6mmlinge schienen lebendige, echte Menschen zu sein. Unkundige M\u00e4nner. Und, zumindest die beiden, die ziviles Eisenzeug angelegt hatten und Schwerter f\u00fchrten, unkundige Ritter.<\/p>\n<p data-p-id=\"2edb0ad5522c5bcde6e0973086222867\">Der dritte Mann hielt eine Axt in H\u00e4nden und trug eine blaue Tunika aus Linnen, so als sei er \u00fcberst\u00fcrzt aus seiner Stube herausgelaufen, bevor er sich fertig hatte ankleiden k\u00f6nnen. Und der vierte war \u00e4hnlich bequem gekleidet, allerdings mit deutlich kostbareren, bestickten Stoffen und feinstem Leder angetan. Alle vier hatten bleiche, ersch\u00f6pfte Gesichter, und keiner von ihnen war nach der Mode Aur\u00f3p\u00e9as gekleidet, die zarte Farben und duftiges Tuch sch\u00e4tzte. Alles an ihnen wirkte grober, robuster und f\u00fcr den Moment nicht besonders akkurat. Sicher hatten die M\u00e4nner anstrengende Zeiten hinter sich. Vielleicht hatten sie K\u00e4mpfe ausgetragen, von einer Art, die sie sich nie h\u00e4tten tr\u00e4umen lassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"c9da8e18682df2204aa0e60c600657ac\">Und nun trat auch noch eine zierliche, blasse Dame mit aufw\u00e4ndig geflochtener, zerzauster Frisur, in pr\u00e4chtigem Gewand aus dem Nebel und starrte mit gro\u00dfen blauen Augen ebenso best\u00fcrzt wie verdutzt auf das gro\u00dfe bunte Tier.<\/p>\n<p data-p-id=\"3cbda5da83d083ca0088096e279537a9\">\u201eRuhig, Farbenspiel&#8221;, fl\u00fcsterte Advon. \u201eIch glaube, das sind keine Monster. Ich will nicht, dass du jemanden angreifst. Vorerst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b32eae4041a9ea18a7a5fb32e6168fb4\">Farbenspiel schnaubte und klappte die Fl\u00fcgel wieder ein. Sein Horn zeigte weiterhin in Richtung der Hinzugekommenen. Blitzschnell konnte er damit zusto\u00dfen, wenn es n\u00f6tig wurde.<\/p>\n<p data-p-id=\"beebfb8cf759ef904f438b8c48294445\">Einen Moment lang herrschte unangenehmes Schweigen. Die M\u00e4nner, bis auf den Vornehmen, wechselten rege Blicke und knappe Gesten miteinander. Der Edelmann trat schlie\u00dflich ratlos an die Seite der Dame und griff nach ihrer Hand. Und dann war es die Frau, die das Schweigen brach.<\/p>\n<p data-p-id=\"cfc57b10242d4faf3788a41fd9a775e7\">\u201eIch bin K\u00edan\u00e1 von Wijdlant&#8221;, sagte sie schlicht. \u201eHabt ihr unsere Kinder gesehen, an diesem schrecklichen Ort?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8efc49d77a3249298f2cfb2bf9c02831\">\u201eMajest\u00e4t&#8221;, antwortete Gal\u00e9on und verneigte sich dem\u00fctig. \u201eIhr seid die Ersten, die uns hier an dieser St\u00e4tte begegnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"47a7231883385bf122504632065f7727\">\u201e<em>Majest\u00e4t?<\/em>&#8220;, staunte Advon, ganz unbefangen.<\/p>\n<p data-p-id=\"a19bb274eddd7192ebdd571ea62bd7ab\">\u201eSie ist eine <em>teiranda<\/em>&#8220;, raunte der <em>b\u00e1chorkor<\/em> ihm zu. \u201eSei h\u00f6flich! Wijdlant ist ein <em>teirandon<\/em> jenseits des Montaz\u00edel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1c2cf589ce125c700a890bdde23fcdb4\">Advon stutzte. Er fragte sich, wie es eine <em>teiranda<\/em> aus solcher Ferne ins Chaos verschlagen haben konnte. Dann entsann er sich seiner Manieren und verneigte sich, wie er es bei seinem Vater und den Rittern beobachtet hatte. \u201eSeid gegr\u00fc\u00dft&#8221;, sagte er so f\u00f6rmlich, wie er es fertigbrachte. \u201eIch bin Advon Ir\u00edsolor. Und das hier ist Farbenspiel. Ihr m\u00fcsst keine Angst vor ihm haben. Er dachte n\u00e4mlich, ihr seid Chaosgeister. Jetzt ist er brav.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fc27a56ddaee67b4fc3a08b150012f07\">Die Dame l\u00e4chelte fl\u00fcchtig. Offensichtlich war sie die Rangh\u00f6chste in der Gruppe und damit die Wortf\u00fchrerin. \u201eDie Herren sind, den M\u00e4chten sei Dank, sehr weit davon entfernt, Chaosgeister zu sein. Dies hier ist mein <em>h\u00fdardor<\/em>, Asga\u00fd von Spagor. Das ist ein <em>teirandon<\/em> ganz im Norden, am Meer&#8221;, f\u00fcgte sie hinzu, bevor Advon fragen konnte. \u201eUnd die anderen Herren sind unsere getreuen <em>yarlay<\/em>. <em>Yarl<\/em> Altabete, <em>yarl<\/em> Grootplen und <em>yarl<\/em> Althopian.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"67b9899a6530d36a0b157c02824ac4cb\">Die Herren nickten bei Nennung ihrer Namen, blieben aber wachsamer, als nach Advons Meinung angebracht war. Sie schienen ihnen nicht zu trauen.\u201eIr\u00edsolor?&#8221;, fragte nun der ohne Eisenzeug und steckte sich die Axt unter seinen G\u00fcrtel. \u201eGeh\u00f6rst du zum Haushalt der <em>faj\u00eda\u00e9<\/em> des Ciel\u00e1stel?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d09aaee967ce11f2b69b25e875b8d74c\">\u201eElos\u00e1l Ir\u00edsolor ist meine Mutter.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"32950bc53235abb2350f5477851f1c68\">\u201eOh.&#8221; Der Mann schien \u00fcber diese Antwort sehr erstaunt zu sein. Aber er entspannte sich sichtlich. Seine Begleiter wirkten verst\u00e4ndnislos.<\/p>\n<p data-p-id=\"66133ad2cd363ee908091bc971cce702\">\u201eDie Chaoskriege&#8221;, warf er ihnen ein Stichwort zu. \u201eDie gro\u00dfe Schlacht. Die sch\u00f6nen weisen Magierinnen, die Patagh\u00edu dienen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"808bbe39827b03a1406562beffa2e926\">Das schien den M\u00e4nnern etwas zu sagen. Vielleicht eine vage Zuversicht zu wecken. Patagh\u00edus Name war gefallen. Das, so wusste Advon, gab immer Hoffnung, egal, worum es ging.<\/p>\n<p data-p-id=\"5bbd041e264444f2d96febd92c661ccb\">\u201eIch bin Wa\u00fdreth Althopian&#8221;, erkl\u00e4rte der mit dem blauen Gewand. \u201eEiner meiner Ahnherren war einige Monde lang der Gast der ehrenwerten <em>faj\u00eda\u00e9<\/em>. Vor vielen, vielen Wintern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e89773894f373417a465747619916246\">Ein unkundiger Ritter im Ciel\u00e1stel? Advon h\u00e4tte tausend Fragen hervorsprudeln k\u00f6nnen, aber sicher war das jetzt gerade nicht der passende Moment daf\u00fcr. Er kam auch nicht zu Wort.<\/p>\n<p data-p-id=\"3c83efd94996cbac58a52aac7adf7eaf\">\u201eKommt ihr aus Aur\u00f3p\u00e9a, du und dein &#8230; bei den M\u00e4chten, das ist wirklich ein <em>Einhorn<\/em>, nicht wahr?&#8221;, fragte der <em>teirand<\/em> ehrf\u00fcrchtig.<\/p>\n<p data-p-id=\"c8f73343b74010f2232b6f5b82f1be46\">\u201eJa, ist es. Er geh\u00f6rt mir. Wir sind vom Ciel\u00e1stel aus losgeflogen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b8c104359a9853f7d6ae418ef1f995d0\">\u201eUnd was machst du hier?&#8221;, wollte der Ritter mit dem gr\u00fcnen Wappenrock wissen. Seine linke Wange war bis zum Mundwinkel durch eine tiefe Narbe entstellt. Advon bem\u00fchte sich, nicht zu auff\u00e4llig hinzusehen. Sicher hatte der Mann einmal einen gef\u00e4hrlichen Kampf bestritten und es war niemand da gewesen, um seine Wunden spurlos heil zu zaubern.<\/p>\n<p data-p-id=\"99f67a04efd3ee05f57cce8b9cf8cd09\">\u201eWir suchen D\u00fdamir\u00e9e. Die muss irgendwo da in der Dunkelheit sein.&#8221; Advon zeigte nach oben, empor zu dem schrecklichen schwarzen Himmel. \u201eWir wissen nur noch nicht, wie wir dahin kommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3fdd0dc5af908f74bd9580f7f51e414e\">\u201eD\u00fdamir\u00e9e?&#8221; Der etwas beleibte Ritter mit gelbem Wappenrock und Scnauzbart runzelte die Stirn.<\/p>\n<p data-p-id=\"76e7f7ecd03729aec62822bd7a4e45e3\">\u201eDie Tochter von Yalomiro Lagoscyre&#8221;, brachte Gal\u00e9on sich geduldig in Erinnerung. Die Unkundigen hatten ihm keine Beachtung geschenkt, seit Advon gesprochen hatte. \u201eEin Kind, das <em>uns<\/em> abhandengekommen ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9addabcc406b7b90ad61c77ecbdf6e67\">\u201eLagoscyre?&#8221;, hauchte die Dame und riss schockiert die Augen auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"807710c4d5becf46d9be58454cbb504f\">\u201eSchon wieder dieser Kerl!&#8221;, polterte der mit der Narbe los. \u201ePfuscht der also auch hier herum und l\u00e4sst noch mehr Kinder verschwinden?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dfd0b86ffeeffc37bdfd50e2c8912131\">\u201eHerumpfuschen?&#8221; Nun war Gal\u00e9on irritiert.<\/p>\n<p data-p-id=\"73a27e7b8116ecf34e7bf6f181bf82f6\">\u201eUnd du? Wer bist du?&#8221;, lie\u00df sich nun endlich der <em>teirand<\/em> dazu hinab, den jungen Mann anzusprechen. \u201eWas hast du mit dem Jungen hier zu tun?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"28797d8816fce77fc0d26f9dd6b50693\">\u201eIch? Ich bin ein einfacher <em>b\u00e1chorkor<\/em> auf der Suche nach neuen Geschichten&#8221;, behauptete Gal\u00e9on. \u201eDie meine und wie ich in Gesellschaft des Jungen geraten bin, ist sicher wesentlich banaler als die Eure, Majest\u00e4t, edle Herren. Darf ich fragen, wie <em>Ihr <\/em>an diesen Ort gekommen seid und welchen Kindern Ihr nachsp\u00fcrt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1d038cf6637f3b841700565e02beb94c\">Ganz offenkundig lag es in Gal\u00e9ons Absicht, die Aufmerksamkeit der <em>teiranday<\/em> und <em>yarlay<\/em> abzulenken, um nicht selbst unn\u00f6tig ausgefragt zu werden. Advon legte Farbenspiel die Hand auf den Hals. Nun wurde es wirklich spannend.<\/p>\n<p data-p-id=\"66fde2856776f1e472ecd3b67907fe50\">\u201eNach meiner Tochter suchen wir&#8221;, erkl\u00e4rte die <em>teiranda<\/em>. \u201eUnd nach f\u00fcnf weiteren Kindern, das j\u00fcngste ein M\u00e4gdelein von f\u00fcnf, das \u00e4lteste ein Junge in seinem vierzehnten Sommer. Sie &#8230; nun. Es war Zauberei, die wohl von Meister Yalomiro gewirkt wurde.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3a70fe0b29cd59042d767918d460f510\">\u201eWie das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"51920dc0eee087c1665854f91f2c54e2\">\u201eZuerst sind drei der Kinder in einem verzauberten Turm verschwunden. Als wir uns daran machten, sie zu befreien, hat es uns hierher verschlagen. Und sp\u00e4ter wurden wir von den drei \u00fcbrigen Kindern und einem vierten der <em>yarlay<\/em> getrennt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"01b9c1488d224b8d80064afae9a0ed95\">\u201eGetrennt&#8221;, murrte der mit der Narbe halblaut. \u201eFeige weggelaufen ist der alte Fisch!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2ddc9e8fb270146b497b13e146d788ca\">\u201eEs steht dir nicht an, seine Tapferkeit zu schm\u00e4hen, Andri\u00e9r&#8221;, mahnte Althopian mit einer Sch\u00e4rfe, die Advon nicht einzuordnen wusste. \u201eNicht in seiner Abwesenheit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"187b42e5f67dcdc1428f69221e925cf3\">Der andere <em>yarl<\/em> gab einen ver\u00e4chtlichen Laut von sich, widersprach jedoch nicht. Der Schnauzb\u00e4rtige legte ihm beschwichtigend die Hand auf die Schulter.<\/p>\n<p data-p-id=\"a664363c98e4289ff1fd1734dcfa9dd7\">\u201eUnd dieser Turm&#8221;, fragte Gal\u00e9on weiter, \u201esteht der in Aur\u00f3p\u00e9a?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eda4bcb2cea6c455886be32277654962\">\u201eNein, nat\u00fcrlich nicht. Es ist der Wehrturm meiner Burg in Wijdlant.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6c9523a7b4d1755e7576f41c1ab75c69\">\u201eHat eines der Kinder m\u00f6glicherweise etwas aus diesem Turm bei sich, das &#8230; es nicht h\u00e4tte anfassen sollen? Etwas &#8230; nun. Etwas ziemlich Wertvolles, das in jenem Turm verborgen war?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0fed51897c229cc020ac1e0fe21faa1f\">Die <em>teiranda<\/em> wechselte einen stummen Blick mit ihrem <em>h\u00fdardor. <\/em>Dann erstarrte ihre Miene, so als sei ihr pl\u00f6tzlich ein Einfall gekommen.<\/p>\n<p data-p-id=\"c6a314f39e0aefe702fc60d123404950\">\u201eM\u00f6glicherweise&#8221;, sagte sie dann zaghaft. \u201eEs &#8230; sie k\u00f6nnten einen roten Edelstein bei sich f\u00fchren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"415ca965e4f8cfd4fb0cb2a8c4b88171\">Gal\u00e9on hob erstaunt die Brauen. Dann murmelte er halblaut einen Fluch, der sich in Gegenwart einer Dame ganz sicher nicht schickte.<\/p>\n<p data-p-id=\"e7ce45ddb0a2666ad5b923daf75530ee\">\u201eFolgt uns&#8221;, ordnete er dann an. \u201eWenn wir zu lange stehen, kommen die minderen Chaosgeister her, und das kann ich jetzt nicht brauchen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a3ddacb307d16a2bfa3f103642115f61\">\u201eWarum sollten wir dir folgen, <em>b\u00e1chorkor<\/em>?&#8221;, fragte der Schnauzb\u00e4rtige, halb emp\u00f6rt, halb belustigt. Anweisungen von Niedergestellten war er wohl nicht gewohnt.<\/p>\n<p data-p-id=\"673dabd09becc134b64637ad9495c571\">\u201eWeil ich glaube, dass wir auf unsere Weise auch eure Abk\u00f6mmlinge finden k\u00f6nnen. Advon, du suchst weiter nach D\u00fdamir\u00e9e. Die Menschenkinder sind f\u00fcr mich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05b83cffee2cabde5f13e7ed3ad0b6bb\">\u201eAber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f32775e5dfd373aebcc701de3b0ad5ab\">\u201eBei den M\u00e4chten, ich kam her, um das Chaos zu l\u00e4utern&#8221;, schimpfte Gal\u00e9on. \u201eNicht, um lauter verirrte Blagen einzusammeln!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"78b449a56fb262d7e9c49c08d2db194f\">Er setzte sich in Bewegung, ohne sich weiter um die Leute zu k\u00fcmmern. Die <em>teiranda<\/em> und die vier Herren schauten ihm entgeistert hinterher. Offenbar wussten sie nicht so recht, was sie von der Sache halten sollte, nachdem der <em>b\u00e1chorkor <\/em>sich so im statthaften Ton vergriffen hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"e946ca6871aa79d28832a66385eef6b3\">\u201eKommt&#8221;, rief Advon den Unkundigen zu. \u201eWir d\u00fcrfen hier nicht lange stehenbleiben. Verliert uns nicht aus den Augen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"39d83f70820972080caf16de7510aecb\">Dann schloss er eilig zu dem <em>b\u00e1chorkor<\/em> auf, der schon wieder geistesabwesend in die Leere blickte.<\/p>\n<p data-p-id=\"7a18ab242f33fabf68af612bc1ce19a1\">\u201eWieso hast du so ein schlimmes Wort gesagt?&#8221;, wollte er wissen.<\/p>\n<p data-p-id=\"345c886c17a1ed2ac3c887473db4c738\">\u201eHabe ich das?&#8221;, knurrte Gal\u00e9on.<\/p>\n<p data-p-id=\"523b3ab1911db6feaae7fd84c2de6ff3\">\u201eWas macht dich derma\u00dfen w\u00fctend?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7e62f3ae2ff98892c94242907d4ea913\">\u201eIch habe schon eine ganze Weile nicht mehr vor hochedlen Ohren erz\u00e4hlt. Sie werden es einem dahergelaufenen <em>b\u00e1chorkor<\/em> nachsehen. Sieh mich doch an! Wie der letzte Vagabund laufe ich einher. Wie stehe ich da?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3fdc1422b7e9c22d46e59448bb914173\">\u201eWarum sagst du ihnen denn nicht einfach, dass du &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7647e3fa842f0529c43ea40e90810045\">\u201ePst. Kein Wort dar\u00fcber vor den Herrschaften. Folgen sie uns?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e3be73aa45bb038003ad3b7a89ce8f8b\">Advon schaute sich um. Tats\u00e4chlich gingen die Leute aus Wijdlant nun in respektvollem Abstand hinter Farbenspiel her, die Dame in der Mitte, die M\u00e4nner wie eine Eskorte vor, hinter und an ihren beiden Seiten. \u201eJa. Sie kommen mit. Gal\u00e9on, was ist hier los? Was soll das mit den Kindern und dem verzauberten Turm? Das klingt wie ein M\u00e4rchen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"71293882eec0e3c8417c5cb5fab0a666\">\u201eIch w\u00fcnschte, es w\u00e4re eines. Wenn die Kinder in Wijdlant in einen Turm hineingegangen und hier ausgekommen sind, dann hat das Chaos noch mindestens ein weiteres Leck. Wenn D\u00fdamir\u00e9es Vater irgendwie darin verwickelt ist, dann muss er es auch wieder schlie\u00dfen, denn einen Schattens\u00e4ngerzauber kann ich nicht einfach aufheben. Wir m\u00fcssen die beiden schnell finden. Sp\u00fcrst du D\u00fdamir\u00e9es Gegenwart immer noch nicht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c27d0eb21f914ac96c54e77ba44a5367\">\u201eNein. Gal\u00e9on, warum bist du so sicher, dass ich sie sp\u00fcren <em>kann<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9ecd6ac045e051c145a06e180c29e0f5\">Der <em>b\u00e1chorkor<\/em> l\u00e4chelte fl\u00fcchtig, \u201eDas wirst du dir einmal selbst beantworten k\u00f6nnen. Wir suchen rasch die Kinder, die ihnen verlorengegangen sind. Bei den M\u00e4chten, ich habe nicht geahnt, dass <em>so viele<\/em> Unkundige hier herumstolpern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"df6aeebe95b2b2568353a5784b25c52d\">\u201eNicht? Aber hattest du nicht gesagt, du suchst hier nach Leuten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a7afdce6e21161dab3a53198e34f8168\">\u201eJa, aber nicht nach diesen. Ich suche nach derjenigen, die das Signal tr\u00e4gt. Und ich habe ein Versprechen einzul\u00f6sen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"34cd58b57c45db6a48a3b5c7ddb05e31\">\u201eVielleicht ist es eines der Kinder?&#8221;, schlug Advon vor.<\/p>\n<p data-p-id=\"c8deeaab09f9e546ab1a4b3da18f3054\">\u201eDas&#8221;, murmelte der <em>b\u00e1chorkor<\/em>, \u201em\u00f6gen die M\u00e4chte verh\u00fcten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"ebd71b0bbd2ab549e916cd890a37073f\">\u201eGute Nacht&#8221;, sagte ich. Mir fiel nichts Harmloseres ein, denn erschrecken wollte ich die beiden M\u00e4nner nun wirklich nicht. Trotzdem kieksten die zwei alarmiert auf und wirbelten mit entsetzten Mienen zu mir herum.<\/p>\n<p data-p-id=\"bd3344fe3706f459e6b6d4160ec0412f\">\u201eEntschuldigt. Ich wollte mich nicht anschleichen. Was ist da los?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1611f15e3ba8391ad9e315d73041d326\">\u201eWer bist du?&#8221;, fragte der J\u00fcngere der beiden. Ich sch\u00e4tzte ihn auf h\u00f6chstens Mitte zwanzig. Er schien gut betucht zu sein, wenn seine Aufmachung auch eher wirkte ein wenig wie eine Dienstkleidung oder Amtstracht. Der andere war etwa doppelt so alt, st\u00e4mmig, trug Arbeitskleidung mit Lederflicken und erinnerte mich ein wenig an den Stallknecht, den ich fr\u00fcher am Tag kennengelernt hatte. Er roch auch \u00e4hnlich, nach Leder und Tier.<\/p>\n<p data-p-id=\"c86c9d1f97f3ae018f501175e426610c\">\u201eIch bin hier zu Besuch&#8221;, sagte ich so vage wie m\u00f6glich und zupfte meinen Schleier zurecht. Es war abgesehen vom d\u00fcsteren Glimmen der Mauern zwar recht finster, aber in Gefahr bringen wollte ich die zwei nat\u00fcrlich nicht. In meine Augen schauen durften sie nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"41f35d9487b7b5b52fbe1ef8f16dedfa\">\u201eWas soll der Schleier?&#8221;, fragte er misstrauisch.<\/p>\n<p data-p-id=\"a36e70c88a04f331d54f33956f845fee\">\u201eSonnenbrand&#8221;, behauptete ich. \u201eIch sehe schrecklich aus. Was macht ihr hier?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b27c8de3e4013e5d0158b6c6a2c2c547\">\u201eWir? Ach ja.&#8221; Der junge Mann schien sehr verwirrt. Wahrscheinlich hatte der \u00c4rmste in den vergangenen Stunden mehr Unwirkliches erlebt, als ihm lieb sein konnte. Der Andere wirkte geradezu stoisch neben ihm. Vielleicht durfte er aber auch einfach nicht sprechen, wenn der Rangh\u00f6here redete. Oder er war so schockiert, dass ihm alles egal war \u201eWir sind Diener von <em>sinor<\/em> Sah\u00e1al\u00edr. Ich bin der f\u00fcr seine pers\u00f6nlichen Belange zust\u00e4ndige <em>maedlor<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"57a5f09c9f7c9c08f70e45985692295b\">\u201eUnd wo ist der <em>sinor<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d909111ee1f8ba89f8a9d38b4dcfa3c7\">\u201eIm Stall&#8221;, sagte der Knecht. \u201eMit der <em>sinora<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d9f9a64d995a70b65d90758b206209f6\">Im Stall? Nun gut. Vermutlich hatte die Zeit einfach nicht mehr gereicht, um eine formelle Audienz bei Elos\u00e1l und C\u00fdel\u00fa zu erbitten. Sicher waren sie vor dem Sandregensturm ins Geb\u00e4ude gefl\u00fcchtet und von allem, was seither geschehen war, ma\u00dflos verst\u00f6rt,<\/p>\n<p data-p-id=\"58f351084723f3cce82098f668cec09f\">Ich schaute auf die Lichtkuppel jenseits der H\u00fcgelkette, die man von hier aus erahnen konnte, zumindest mit nachtsichtigen Augen. Es sah wundersch\u00f6n aus, so als sei eine riesige Seifenblase aus Licht dort niedergegangen, ohne zu zerplatzen. Die Farben, mehr, als man sich nur vorstellen konnte, vermengten und vermischten sich kontinuierlich wie Schlieren auf einer schillernden \u00d6llache, nur viel schneller. Was sich unterhalb der Lichtkuppel tat, lie\u00df sich nur anhand des L\u00e4rmes erahnen, den der Wind in Fetzen herantrug. Es schallte grausig, nach Wut und Zerst\u00f6rung und Schmerz.<\/p>\n<p data-p-id=\"422b8bb693eed9601510292ad5d17adf\">\u201eEs sind die Regenbogenritter, nicht wahr?&#8221;, fragte ich.<\/p>\n<p data-p-id=\"b5b502932948f7306a7696080a9c4ca1\">\u201eM\u00f6gen die M\u00e4chte wissen, was sie da treiben&#8221;, murmelte der junge <em>maedlor<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"bae48379ff14b9a1f6d175c4d081b7db\">\u201eEs klingt gar nicht gut&#8221;, schloss der Knecht sich an.<\/p>\n<p data-p-id=\"c4a1e4554b12b64a4101a589e5c94a70\">Ich betrachtete das n\u00e4chtliche Farbenspektakel und schauderte vor dem metallischen Klirren und organischen Lauten, die entfernt an die Laute gewaltiger, exotischer Raubtiere erinnerten, die ich irgendwann einmal in Naturdokumentationen geh\u00f6rt hatte. Vielleicht hatten damals auch Dinosaurier \u00e4hnlich geklungen, wer wei\u00df? Ich versuchte, mir die Ausma\u00dfe dieser Schlacht gegen die Chaosgeister vorzustellen, und wurde den Gedanken nicht los, dass der arme C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor sich darin unglaublich verloren vorkommen musste. Wenn auch sicherlich nicht so planlos wie ich.<\/p>\n<p data-p-id=\"9410d4eaae60cf4f2279af30e6413a6d\">Im Gegensatz zu dem Get\u00fcmmel am Rand der W\u00fcste war es oben am Himmel immer noch absurd still. Vielleicht war das ganz gut so, denn so kamen die unkundigen M\u00e4nner nicht auf die Idee, in die H\u00f6he zu schauen und das unheimliche Wolkenportal, dieses <em>Loch <\/em>im Nachthimmel zu entdecken. Zu gebannt und besorgt beobachteten sie den lautstarken Kampf der <em>arcaval&#8217;ay<\/em>, der sich aus ihrem Verst\u00e4ndnis auf ein absurdes Naturschauspiel, einen blasenf\u00f6rmigen, vom Himmel gefallenen Regenbogen beschr\u00e4nken mochte.<\/p>\n<p data-p-id=\"6d12ca7f57a1c65cb95a2a685eaa944e\">\u201eSchaut! Da geschieht etwas!&#8221;, rief der Knecht pl\u00f6tzlich aus und deutete aufgeregt hin, so als w\u00fcrden wir es nicht selbst bemerken. Die Farbenkuppel ver\u00e4nderte sich. Es ist schwer zu beschreiben, was da vor sich ging. Sie schien <em>aufzuklappen<\/em>. Die wirbelnden Farben formierten sich neu, wie ein riesiger Vogelschwarm, sch\u00e4lten sich von dem, was sie eingeschlossen hatten ab und verst\u00e4rkten in einer zweiten Schicht den hinteren, der Stadt zugewandten Bogen. Eine Viertelkugel aus buntem Licht, die sich in die L\u00e4nge zog und sich in einer breiten Front neu formierte, zu einem \u00fcber dem Boden liegenden, geraden Regenbogen aus wirbelnder Farbe wurden, der in mir die absurde Assoziation mit einer gigantischen Sch\u00f6pfkelle weckte. Zum Gl\u00fcck war es zu weit entfernt, um Einzelheiten der Kreaturen zu erkennen, die nun ein markersch\u00fctterndes Gebr\u00fcll h\u00f6ren lie\u00dfen. W\u00e4re der Wind aus der anderen Richtung gekommen, h\u00e4tte man es wom\u00f6glich noch in Aur\u00f3p\u00e9a geh\u00f6rt. Die unkundigen M\u00e4nner neigten sich gebannt \u00fcber die Br\u00fcstung, um besser sehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f18e94e992aa134236dc17b8082d8a1e\">\u201eSie treiben sie!&#8221;, rief der <em>maedlor<\/em> mit kieksender Stimme zu. \u201eSie treiben sie <em>hierher<\/em>!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e48a4c45cb2f9e82c6913dce4a3587a2\">Meine Hoffnung, dass das Objekt am Himmel unbemerkt blieb, hielt nicht lange an. Daf\u00fcr sorgte ein unglaublich helles Licht, das urpl\u00f6tzlich und v\u00f6llig lautlos aus dem Wolkenring aufstrahlte und den gesamten Ciel\u00e1stel in blendendes Mondwei\u00df tauchte.<\/p>\n<p data-p-id=\"3db659a700d69242c5874e1eaaeb9e39\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"10fcd3b381696de6c1750b9bb61bea79\">\u201eK\u00f6nnen wir ihnen trauen?&#8221;, raunte Daap Grootplen.<\/p>\n<p data-p-id=\"bf6b9e3c3deef4c2bbb8763e36f2df2c\">\u201eBedingungslos. Wenn der Junge der Sohn der <em>faj\u00eda<\/em> ist &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"16a5694ede793947a9c726b06ccc274c\">\u201eBehauptet er&#8221;, gab Altabete zu bedenken.<\/p>\n<p data-p-id=\"65f514ba75c1bad10f95ef4f48e6c7eb\">\u201eAndri\u00e9r, der Junge hat ein <em>Einhorn<\/em> bei sich, das ihm aufs Wort gehorcht. Reicht dir das nicht als Beweis?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"383c434b0ca15a62a3f61c310b1e9a90\">\u201eHabt Ihr jemals mit den Regenbogenrittern zu tun gehabt, Althopian?&#8221;, fragte der <em>teirand<\/em> gespannt.<\/p>\n<p data-p-id=\"56376af7d008ecab480de89616b95b6a\">\u201eIch selbst nicht. So weit in den S\u00fcden bin ich nie gekommen. Aber ich habe die Geschichten geliebt, die \u00fcber sie erz\u00e4hlt wurden, aus den alten Tagen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eba36ad5e70b091e6850c07b05237169\">\u201eDass es sie \u00fcberhaupt noch gibt&#8221;, murmelte Grootplen. \u201eIch glaube, ich habe in meinem ganzen Leben nicht mit jemandem geredet, der einen mit eigenen Augen gesehen hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1c715bb3aee1b6a787b9a608c2968f39\">\u201eEs hei\u00dft, sie h\u00e4tten sich in ihrer Burg in der W\u00fcste verschanzt und gehen nur selten hinaus. Sie sind fast verschwunden aus dem Weltenspiel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8812e4299029e51d3bda4682406b0e80\">\u201eWer mag dieser junge Kerl sein? Die Regenbogenritter werden doch kaum <em>b\u00e1chorkoray<\/em> einlassen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"62a13b0303aa62a91fb8185c64bb0952\">\u201eHabt ihr gesehen, wie zerfetzt seine Kleidung ist? Selbst f\u00fcr einen <em>b\u00e1chorkor<\/em> scheint mir das seltsam und verd\u00e4chtig.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d968e998e72bd330bb680ffb023ddd17\">\u201eJa. In dem Aufzug l\u00e4sst ihn niemand in seinem Haus vorsprechen und vor einer Gesellschaft erz\u00e4hlen. Da stimmt etwas nicht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"92951af2fda0c3c5fbcf41902c70a02b\">\u201eWie gro\u00df&#8221;, fragte die <em>teiranda<\/em> nachdenklich, \u201eist die Wahrscheinlichkeit, an diesem Ort jemanden zu treffen, der von Meister Yalomiro wei\u00df?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"07615e8567d5c77760a282d37033b514\">\u201eIch w\u00fcrde meinen, sie ist absurd gering, Majest\u00e4t.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3d1e468c2882e86946ff5d7d70dbc076\">\u201eDann&#8221;, sagte sie, \u201ehaben die M\u00e4chte unser Flehen erh\u00f6rt. Wenn der Junge tats\u00e4chlich zu den Regenbogenrittern geh\u00f6rt, dann hat er gewiss F\u00e4higkeiten, mit denen er unsere Kinder entdecken kann. Ich vertraue ihm.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c45af3b4e636c3f94659a97a40cceef0\">\u201eNun&#8221;, sagte der <em>teirand<\/em>, \u201ees kann nicht schaden, wenn wir Verst\u00e4rkung haben, sofern die Chaosgeister zur\u00fcckkommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c3301297c295ed05e56ed62d4350ff46\">\u201eErwartet nicht zu viel von dem Mann, Majest\u00e4t. Ein schm\u00e4chtiger Bursche und offenbar in keiner guten Verfassung. Und unbewaffnet ist er ohnehin. Ein Chaosgeist w\u00fcrde ihn mit einer Fingerspitze umsto\u00dfen k\u00f6nnen, scheint mir.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5e5716079c675c2cecdef6c746b80cf0\">\u201eIch dachte an das Einhorn.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ab40b5c7478356c1c1d7ab787f4a9e14\">\u201eEin pr\u00e4chtiges Wesen&#8221;, stimmte Althopian gedankenverloren zu. \u201eAber jemand hat es zu hart geritten. Es ist voller Schwei\u00df und Schaum. Sicherlich haben die beiden eine \u00e4hnlich wunderliche Geschichte hinter sich wie wir.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1ec3a5001c4cf058e869e4db59c1eedb\">\u201eHei\u00dft es nicht, Patagh\u00edu selbst habe die Einh\u00f6rner ins Weltenspiel gesetzt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bdab5479b79508f57a729a45ff378316\">\u201eNie h\u00e4tte ich gedacht, mal selbst eines zu Gesicht zu bekommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b09afbf713f89d6db996ddb5c0623a1b\">\u201eNun lasst doch das Einhorn&#8221;, fuhr die <em>teiranda<\/em> ihnen \u00e4rgerlich ins Wort. \u201eLasst uns hoffen, dass wir bald unsere Kinder wieder in die Arme schlie\u00dfen k\u00f6nnen, und &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8db38a7d023edafd4caeaca559517240\">Weiter kam sie nicht. Lautlos und unerwartet leuchtete die Schw\u00e4rze \u00fcber dem Nebel auf und machte sie alle stumm, blind und taub. Das Letzte, was sie h\u00f6rte, war, wie der Junge den Namen des M\u00e4dchens rief.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2693","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2693","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2693"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2693\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3684,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2693\/revisions\/3684"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2693"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2693"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2693"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}