{"id":2689,"date":"2025-08-25T13:56:14","date_gmt":"2025-08-25T11:56:14","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2689"},"modified":"2025-08-31T22:52:13","modified_gmt":"2025-08-31T20:52:13","slug":"140-elosal-reitet-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/140-elosal-reitet-aus\/","title":{"rendered":"140: Elos\u00e1l reitet aus"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"1677e86662f8a6e9a2b73fb92785c934\">Aur\u00f3p\u00e9a war menschenleer. Innerhalb der Stadtmauern hielt sich niemand mehr auf, sah man von ein paar Katzen, Ratten und verirrtem Gefl\u00fcgel ab, das es im letzten Moment in h\u00f6her gelegene Stockwerke und auf D\u00e4cher geschafft hatte. Innen an den Mauern hatten sich Unrat, Tr\u00fcmmer und weggesp\u00fclter Hausrat gestaut. Es w\u00fcrde viele, viele Tage dauern, um diese Unordnung zumindest oberfl\u00e4chlich zu beseitigen.<\/p>\n<p data-p-id=\"88b84ff0d44f79547501397cc28db12e\">Immerhin: Die Mauern hatten gehalten. Das Wasser war durch die Tore abgeflossen und hatte aus der sanften Anh\u00f6he Furchen herausgewaschen, Hohlwege, die nun an die gro\u00dfe \u00dcberschwemmung gemahnten, und war anschlie\u00dfend im sandigen Boden versickert.<\/p>\n<p data-p-id=\"865ccdf79bf4ddc3c767bdf0418f9328\">Die Bewohner und Besucher von Aur\u00f3p\u00e9a, die in dieser furchtbaren Nacht erst vom Regensturm, dann von der gro\u00dfen Flut \u00fcberrascht worden waren, beschauten sich aus sicherer Entfernung von den Stadtmauern, wie das Wasser und das eine oder andere kleinere Tr\u00fcmmerst\u00fcck vorbeischwamm. Dann leuchtete das Licht auf, versetzte abermals alle in Panik und alles Gold, das in Aur\u00f3p\u00e9a verbaut war, glei\u00dfte auf wie feurige Blitze in eisigem Wei\u00df.<\/p>\n<p data-p-id=\"136fc23c0ee81ea91a6b93f92571b8b4\">Oben in der Stadt, da sprudelte das Wasser nur noch in schmalen Rinnsalen aus dem alten Brunnen, bis es mit einem letzten knappen Gluckern versiegte und die Mauern des Palastes des <em>konsej<\/em> zu vibrieren begannen.<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"3a2cde0e7609869c3e5f252f0c6bde41\">Als Elos\u00e1l Ir\u00edsolor wieder zu sich kam, hatte sich das Weltenspiel ver\u00e4ndert. Die <em>faj\u00eda<\/em> lag auf dem R\u00fccken, starrte in die H\u00f6he und schauderte. Der zentrale Turm des Ciel\u00e1stel, der mit Patagh\u00edus Halle unter seinem Dach, war durch eine S\u00e4ule aus blendendem, k\u00fchlen Licht nach oben verl\u00e4ngert, ein Licht, das mitten durch das Wolkenportal hindurch ragte \u2013 oder von dort herniederfiel.<\/p>\n<p data-p-id=\"af42f2193428a14c448ed1d1488e6c2d\">War dies das Licht des Nachthimmels, ein Widerschein von Nokt\u00e1mas Juwel und Sternenschleier? Derma\u00dfen hell? Das konnte doch nicht sein? Aber doch, was immer es war, es verletzte sie zwar nicht, aber es f\u00fchlte sich auch nicht besonders angenehm an. Es passte nicht mit Patagh\u00edus Glanz zusammen. Also kam es wohl in irgendeiner Weise aus dem Schatten. Bei den M\u00e4chten, was ging dort nur vor?<\/p>\n<p data-p-id=\"88ebf232103756d340d32ebe7fc4259a\">Die <em>faj\u00eda<\/em> wandte sich st\u00f6hnend ab und kroch dann aus dem Licht heraus, zur\u00fcck ins Geb\u00e4ude, von dem Sims weg in die Sicherheit der bunten Glasburg. Dort lie\u00df sie sich matt auf den Stufen der Wendeltreppe nieder, lehnte sich mit dem R\u00fccken an die Wand und f\u00fchlte sich leer und unfassbar ersch\u00f6pft.<\/p>\n<p data-p-id=\"f67a05d48f0841efb97740340fe7ecda\">Aber nein! M\u00fcdigkeit, Ersch\u00f6pfung, das konnte sie sich jetzt nicht erlauben! Sie durfte jetzt nicht rasten, nicht ausruhen, C\u00fdel\u00fa und die<em> arcaval&#8217;ay<\/em> allein lassen! Etwas war geschehen, etwas Wichtiges, etwas von so starker Magie, dass es sich nur durch das Eingreifen der M\u00e4chte erkl\u00e4ren lie\u00df. Aber was hatte es zu bedeuten? Stand es gut f\u00fcr sie \u2013 oder waren sie besiegt worden?<\/p>\n<p data-p-id=\"06fe35c1b1d08946e46f1a96f2ca23e0\">Elos\u00e1l schloss die Augen und versuchte, die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> zu finden. Sie sp\u00fcrte hinaus in die Ebene, dort, wo der Kampf unvermindert andauerte, wenn er sich auch ver\u00e4ndert hatte. Hatten die Regenbogenritter zuvor versucht, den Chaosgeistern den Weg nach Aur\u00f3p\u00e9a abzuschneiden, bewegten sie sich nun nicht mehr auf der Stelle. Sie hatten die Richtung gewechselt. Die W\u00fcste! Ja, sie trieben die Monster zur\u00fcck in die W\u00fcste, weg vom Ciel\u00e1stel, weg von den H\u00fcgeln, weg von der Stadt, wo viel zu viele verst\u00f6rte Menschen waren. Was sollte die Unruhe in Aur\u00f3p\u00e9a? Was geschah dort drau\u00dfen in der Stadt, das die Unkundigen aus den sch\u00fctzenden Mauern hinaus trieb?<\/p>\n<p data-p-id=\"bd1819432136786f34cff3be21a4c011\">Elos\u00e1l versuchte, die Ritter zu sp\u00fcren. Patagh\u00edu hatte seine sch\u00fctzende Hand \u00fcber die Sieben gehalten. Viele, viel zu viele von den \u00dcbrigen waren erneut den Chaosgeistern zum Opfer gefallen. Elos\u00e1l sp\u00fcrte jeden der gefallenen Ritter wie eine frische Wunde in ihrer <em>maghiscal<\/em>. Aber noch war sie stark genug. Noch konnte sie etwas bewirken. Solange den Sieben nichts zustie\u00df, lie\u00dfen sich alle Wunden heilen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3e390b832d474e387399d16685b9a0ee\">C\u00fdel\u00fa war nun bei ihnen. Was immer zwischenzeitlich geschehen war, er hatte sich auf seine Pflicht besonnen und war nun bei ihnen, f\u00fchrte sie an, hatte sicherlich auch einen Plan bei dem, was er tat. Das war gut. So konnte sie ihren Blick einen kostbaren Moment lang von den K\u00e4mpfern abwenden und sich um die <em>camat&#8217;ayra<\/em> k\u00fcmmern. Die bemerkenswerte Frau, die den Regensturm gebannt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"ca65c4c51b361665f4acafbcf8d002bc\">Elos\u00e1l sp\u00e4hte \u00fcber die Schulter zur T\u00fcr auf den Sims hin. Da war es hell, zu hell, so hell, dass alle Farben \u00fcberstrahlt wurden. Hier konnte sie vorerst nichts ausrichten.<\/p>\n<p data-p-id=\"b9320e113f504a273fe854d5de5cc4f4\">Was nun?<\/p>\n<p data-p-id=\"badedcd21429c818c8e71010ba03f8ad\">Advon! Bei den M\u00e4chten, wo war der Junge hin? Sie hatte ihn mit dem kleinen Schattens\u00e4ngerm\u00e4dchen in die Sicherheit seines Schulzimmers geschickt. Danach hatte sie ihn buchst\u00e4blich aus den Augen verloren, w\u00e4hrend ihr Blick die Regenbogenritter gef\u00fchrt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"8cf11cb29f1a134f68e78c1e64daf8db\">Ob er gehorsam gewesen war und mit dem M\u00e4dchen Zuflucht gesucht hatte? Hatte dessen Mutter ihrem Sohn so sehr vertraut, dass sie sich selbst an dem Kampf beteiligt hatte, nachdem sie ihr Kind in sicherer Obhut wusste?<\/p>\n<p data-p-id=\"85f2ff5f4e8e637c70f96beb6a426e94\">Elos\u00e1l verzog die bleichen Lippen zu einem kraftlosen L\u00e4cheln. Ganz sicher nicht. Sie kannte ihn gut genug, ihren Sohn, um zu ahnen, wo er nun war. Sie h\u00e4tte es genauso getan. Sicherheitshalber, und nur f\u00fcr den Fall, dass sie sich irrte, schleppte sie sich die Treppe hinauf in Patagh\u00edus Halle.<\/p>\n<p data-p-id=\"369f45b055a5006d457fb08712e3ce3c\">Nat\u00fcrlich war niemand mehr hier. Nur das Schmusetier, das dem kleinen M\u00e4dchen geh\u00f6rte, sa\u00df auf C\u00fdel\u00fas Thron, fehl am Platz und einsam, so als habe es jemand dort in gro\u00dfer Eile zur\u00fcckgelassen. Die <em>faj\u00eda<\/em> hob das abgegriffene, offensichtlich hei\u00df geliebte Spielzeug auf und dachte nach. Es w\u00fcrde gef\u00e4hrlich werden. Nie zuvor hatten sie alle gemeinsam den Ciel\u00e1stel verlassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f2deed8f5c579a88ec4a1e38617a4250\">Aber es hatte auch nie zuvor eine solche Gefahr gedroht.<\/p>\n<p data-p-id=\"3db659a700d69242c5874e1eaaeb9e39\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"d641777d7abc0529ebe105e7f190f40a\">Der junge <em>maedlor<\/em> und der Knecht waren Hals \u00fcber Kopf von der Burgmauer hinab \u00fcber den Hof und zielstrebig in den Stall gefl\u00fcchtet. Da mir kurzweg nichts Besseres einfiel, hatte ich mich ihnen angeschlossen. F\u00fcr einen ganz knappen Moment war mir dabei der Gedanke gekommen, dass ich am Morgen mir nicht h\u00e4tte tr\u00e4umen lassen, dass ich heute so viel Zeit in einem Stall verbringen w\u00fcrde. Zeit &#8230; wie viel Zeit war eigentlich zwischenzeitlich vergangen? Seit dem Losbrechen des Sandsturms hatte ich keine Orientierung mehr anhand des Sonnenstandes oder der Position des Mondes. Wie lange war ich schon hier in einem Heiligtum, wo ich beim besten Willen nichts zu suchen hatte?<\/p>\n<p data-p-id=\"2d1fd3e72d0c32e0a9ff69aac6f886de\">Details. Die Tageszeit war wahrscheinlich das letzte, was jetzt irgendeine Bedeutung hatte. Es gab wichtigere Fragen. Wo waren alle anderen gerade?<\/p>\n<p data-p-id=\"fd1b1a0bf38de13e0cc84e87e0ec367a\">Elos\u00e1l! Die <em>faj\u00eda<\/em> oben auf dem Turm war dem Lichtschein so nahe. Brauchte sie Hilfe? H\u00e4tte ich eigentlich den ganzen weiten Weg die Treppe wieder hinauf hetzen sollen, um nachzusehen? Oder war sie selbst diejenige, die das Strahlen ausgel\u00f6st hatte und es w\u00e4re vern\u00fcnftiger, Abstand dazu zu halten?<\/p>\n<p data-p-id=\"2b502876f706daed4371239a9920b253\">\u201eKomm!&#8221;, rief mir der <em>maedlor<\/em> ungeduldig zu. \u201eKomm rein hier!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9a668cd5180a3c44dabcdf094f632772\">Die Stallt\u00fcr stand weit offen. Die M\u00e4nner rannten dort hinein, als k\u00f6nnten sie dort dem blendend hellen Licht entrinnen, das durch das Himmelsportal strahlte und die Burg in blankes wei\u00dfes Licht tauchte. Die beiden taumelten, stolperten, es war ein Wunder, dass sie ohne gr\u00f6\u00dfere Unf\u00e4lle die Treppe auf der Mauerinnenseite hinab in den Hof bew\u00e4ltigten. Vielleicht w\u00e4re es naheliegender gewesen, gleich ganz aus der Burg zu fl\u00fcchten, aber die geschlossene Zugbr\u00fccke war in der Eile und Panik un\u00fcberwindbar. Sie waren gefangen. Oder in Sicherheit, wie man es nahm. Wahrscheinlich hatten sie davon eine andere Vorstellung als ich.<\/p>\n<p data-p-id=\"07c190bb5b7fd467a458e295b83cfb48\">Ich hatte es nicht ganz so eilig und lie\u00df mir etwas mehr Zeit mit den Stufen. Das Licht war so unglaublich glei\u00dfend, dass ich ein seltsames Nachstrahlen vor Augen hatte, als ich in den halbwegs durch seine massiven W\u00e4nde abgeschatteten Stall betrat. Darin war es allerdings auch nicht allzu dunkel, denn die Fenster \u00fcber den Verschl\u00e4gen, die an normalen hei\u00dfen Sonnentagen f\u00fcr angenehmes Schummerlicht sorgen mochten, wirkten nun fast wie grelle Leuchtk\u00f6rper. Ich hatte in dieser Welt niemals einen derart lichtdurchfluteten Innenraum betreten.<\/p>\n<p data-p-id=\"b527ed2d640eb3c3ae3c55ca2ae89c99\">Im Vorraum sa\u00dfen ein uralter, vornehmer Mann und eine glatzk\u00f6pfige alte Dame mit wild verschmierter Schminke. Die teuren Gew\u00e4nder der beiden waren unordentlich und nass, und doch strahlten sie mehr W\u00fcrde aus, als man h\u00e4tte erwarten k\u00f6nnen. Beide sch\u00fctzten ihre Augen mit beiden H\u00e4nden vor dem hellen Licht. Der <em>maedlor<\/em> versuchte hektisch, seinem Herrn zu erkl\u00e4ren, dass ein gewaltiges wei\u00dfes Feuer vom Himmel gekommen sei, um das Weltenspiel zu vertilgen.<\/p>\n<p data-p-id=\"2b8246748aa65e39ebdc0420c8e2f595\">Das waren dann wohl dieser <em>sinor<\/em> Sah\u00e1al\u00edr und die Dame, die <em>maedlor<\/em> und Knecht hierher begleitet hatten. Ich nutzte die Gelegenheit, unbemerkt an ihnen vorbei zu schl\u00fcpfen und hinten in den Stall zu laufen. Dort randalierten wiehernd und r\u00f6hrend mehrere Tiere. Solche absonderlichen Laute hatte ich nie zuvor geh\u00f6rt, und als ich nachschaute, stellte ich fest, dass es Maultiere waren, die nun gemeinsam mit \u00daldaise Ti\u00e1ramal\u00e9s bedauernswertem Pferd hier untergestellt waren. Der Knecht m\u00fchte sich, die ver\u00e4ngstigten Tiere zu bes\u00e4nftigen. Dass die ihm wichtiger waren als der vornehme Ratsherr und seine Begleitung, lie\u00df tief blicken.<\/p>\n<p data-p-id=\"4fa1b460c8b819c878d3d2daade7e683\">Ein einziges Einhorn stand in seinem K\u00e4fig und schaute sich das Spektakel an, das seine entfernten Artgenossen veranstalteten. Es war die Stute mit dem goldblonden Fell, die Elos\u00e1l Ir\u00edsolor geh\u00f6rte. Neben den Reittieren der Regenbogenritter war mir das gefl\u00fcgelte Gesch\u00f6pf fast zierlich erschienen; nun, im Angesicht des gew\u00f6hnlichen Pferdes gegen\u00fcber wurde mir bewusst, wie gro\u00df es tats\u00e4chlich war. Als ich mich seinem K\u00e4fig n\u00e4herte, wandte es sich mir zu und musterte mich mit aufmerksam aufgestellten Ohren. Sein gelber Reptilienblick war \u00fcberraschend beredt, fast als wollte es seinen Unwillen \u00fcber die nerv\u00f6sen Tiere mitteilen.<\/p>\n<p data-p-id=\"da221b84736d40324330eb79db8aa45e\">Ich konnte nicht widerstehen und streckte meine Hand nach der fast wei\u00dfen Samtschnauze aus. Wie wundersch\u00f6n die Stute war! D\u00fdamir\u00e9e w\u00e4re sicher begeistert, wenn sie dieses Tier sehen und streicheln konnte. Vielleicht w\u00e4re es ihr sogar m\u00f6glich, sich mit ihm sinnreicher zu unterhalten als mit den geduldigen Windninchen, Fischen und V\u00f6geln. Das Einhorn sah aus, als wisse es ganz genau, was mir an Gedanken durch den Kopf ging.<\/p>\n<p data-p-id=\"28285408b060b3023ba9c08ed8ce9b17\">Wie mochten solche Tiere in dieses Weltenspiel geraten sein? Nach allem, was ich wusste und von Yalomiro \u00fcber die Jahre gelernt hatte, gab es hier keine Tiere, die sich im Wesentlichen von denen unterschieden, die mir vertraut waren. Sicher, meist gab es graduelle Abweichungen, die ich als exotische Arten einer g\u00e4ngigen Gattung akzeptieren konnte. Aber was mochten sich die M\u00e4chte bei Einh\u00f6rnern gedacht haben? Gab es irgendwo wilde Herden davon? Ich hatte Fragen!<\/p>\n<p data-p-id=\"6be3a757f7e37b9c5c6f99ca2d94a74f\">\u201eMeisterin Salghi\u00e1ra?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"267930c8100f5b3b1de4c28c7cf46b4a\">Durch die hintere Stallt\u00fcr war Elos\u00e1l in den Stall gekommen, unbemerkt von den Menschen im Vorraum. Sie war bleich, ausgezehrt, bewegte sich schwankend und warf einen verwunderten Blick auf den Pferdeknecht, dessen Anwesenheit sie sich wohl nicht erkl\u00e4ren konnte. Der Mann war von den panischen Mulis so abgelenkt, dass er das Erscheinen der <em>faj\u00eda<\/em> zun\u00e4chst \u00fcberhaupt nicht bemerkte. Kein Wunder. Sie strahlte nicht mehr so wie zuvor. Das grelle Licht schien sie geradezu ausgeblichen zu haben. Ihr Gesicht wirkte schmal und ihre Wangen hohl. Tiefe Schatten lagen unter ihren Augen in ihrem bleichen Gesicht. Bei alledem war sie weiterhin von einer atemberaubenden, \u00e4therischen Sch\u00f6nheit. Sie hatte D\u00fdamir\u00e9es Kuscheltier im Arm.<\/p>\n<p data-p-id=\"c151d5103bebf04ca54151c4e9e43118\">Ich besann mich, lief zu ihr und wollte sie instinktiv greifen und st\u00fctzen, aber sie sch\u00fcttelte den Kopf und hob abwehrend die Hand.<\/p>\n<p data-p-id=\"61bd4ec7c2f7626f434e36aea6c92f2c\">\u201eEs ginge nicht gut aus&#8221;, scherzte sie matt. \u201eEure <em>maghiscal<\/em> ist bei Weitem zu stark f\u00fcr mich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"72abecc07f6e26125316d48a8d2e28a1\">\u201eMeisterin, was ist geschehen? Kommt das Licht von Euch?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"56f057555793d6137f6eaf10de83d3a7\">Sie warf einen zerstreuten Blick zu dem Unkundigen mit seinen Maultieren und schlurfte auf mich zu. \u201eNein. Aber &#8230; ich erkenne das Licht. Ich habe es schon einmal gesehen. Aber da war es &#8230; gem\u00e4\u00dfigter.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"63c5382cf6ac0aefd590cfd8174dbd71\">Mehr an Erkl\u00e4rungen schien ihr das nicht wert zu sein. Ich wartete, bis sie vor mir stand. Sie bemerkte die \u00fcbrigen Menschen vorn im Vorraum.<\/p>\n<p data-p-id=\"09e6bf323589bdf7a9c94d03a9c36528\">\u201eDie sind alle aus der Stadt gekommen. Ich glaube, es ging um eine Audienz oder so etwas.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"47549fbd3d02b53939025e00d2f1dd87\">Sie l\u00e4chelte ersch\u00f6pft. \u201eAdvon ist nicht hier, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b2f75e16ee18da73e8ee544b6c75ddd1\">\u201eNein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3997b23894506b84204693c084a9b257\">\u201eIch hatte ihn bei seinem geliebten Einhorn vermutet. Dann brauche ich wohl auch nicht zu fragen, wo Eure Tochter ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"69f111420a8037317e4cdef590001b19\">\u201eNein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a5ef0f574b2593cd04b7c9a9be9db356\">\u201eSind sie beieinander?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5421009e6ba7a511c507750aaf02c27e\">\u201eIch &#8230; f\u00fcrchte nicht. Aber mein <em>h\u00fdardor<\/em> und der sonderbare Geschichtenerz\u00e4hler &#8230; Advon ist jedenfalls nicht allein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"606e3458babbbe1394ad8478ba60cd73\">Sie nickte. Ich \u00fcberlegte, ob ich ihr sagen sollte, dass Advon und sein Ross durch das Portal geflogen waren, kurz bevor das Licht aufgeflammt war. Oder ahnte sie das schon von selber? Sie streckte mir das Spielzeug entgegen. Ich griff z\u00f6gerlich zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"858ec4fe02a4e33118927f5816b07c5b\">\u201eMein <em>h\u00fdardor<\/em>&#8220;, sagte sie und legte die Hand an die goldene K\u00e4figt\u00fcr, \u201ef\u00fchrt die Ritter an.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7209f9ba61bfcb2bde93502816a4874e\">\u201eJa, das habe ich mir gedacht. Es scheint, als ob sie die Chaosgeister in der Ebene treiben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2bd5622d219bde1c1d677af2a5509f7f\">\u201eSie locken sie mit einem K\u00f6der.&#8221; Sie z\u00f6gerte kurz. \u201eBegleitet Ihr mich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e421a4830323d590de39b9cd749b8e3e\">\u201eBegleiten? Wohin? Wie?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3ffa0dbfa621093eb3467f25b240a4ea\">\u201eSonnenstrahl wird uns tragen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"30b3d586d3a3081740dded9c49d46d8c\">Sie meinte wohl das Einhorn, denn die Stute schnaubte erwartungsvoll und l\u00fcpfte die Fl\u00fcgel.<\/p>\n<p data-p-id=\"b2d70bbb90f08ebd0fe11b659d9eb670\">\u201eIhr wollt dahin <em>fliegen<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9a427f9522e9006ed23495ea0feacccb\">Sie nickte. \u201eUnd es w\u00e4re mir wohl, es nicht allein zu tun. Oder habt Ihr H\u00f6henangst?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"42663072c2a04087c56ebe565fc72b9a\">\u201eEs hat mich einmal ein Drache durch die Luft getragen&#8221;, entschied ich mich f\u00fcr die vage Wahrheit. Sie hob die Brauen.<\/p>\n<p data-p-id=\"df90cd9c9de9969661654ae5afec214f\">\u201eMein <em>h\u00fdardor<\/em> hielt es f\u00fcr eine gute Idee.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"588a6966f9f40c12bfee0fa53cb82c3c\">\u201eEuer <em>h\u00fdardor<\/em> scheint ein einfallsreicher Mann zu sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6c61a6a1aa282f60757b1303caef76ea\">\u201eWisst Ihr, wo er ist? Wo meine Tochter ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"47edddfc16d6066dc1c718e18d9c0b51\">\u201eNein. Nicht mit Sicherheit. Aber finden wir einen, findet sich alles andere.&#8221; Sie blickte auf und r\u00e4usperte sich. \u201eHe! Du da, bei den Maultieren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e83f016084016c032109d8123c57a8a0\">Der Pferdeknecht zwischen seinen brummenden und quietschenden Tieren h\u00f6rte sie nicht sofort. Ich ging hin\u00fcber, griff mir einen Besen und klopfte damit gegen die Gitter, bis ich seine Aufmerksamkeit hatte. Aufgeschreckt drehte er sich um, bemerkte die <em>faj\u00eda<\/em>, lie\u00df aber allen geb\u00fchrenden Respekt vermissen. Wahrscheinlich erkannte er die abgek\u00e4mpfte Magierin nicht als das, was sie war. Er starrte verwirrt und war offensichtlich nicht darauf vorbereitet, was sie als N\u00e4chstes sagte.<\/p>\n<p data-p-id=\"899eaf70dd44a46def7c3f40c157afde\">\u201eDu scheinst eine gute Hand f\u00fcr Tiere zu haben. W\u00fcrde es dir etwas ausmachen, mir das Einhorn zu satteln?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5cbfa360a09ab447b38ba5546eba7dec\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"9e18511f692d3b1ef720a841c1c432c1\">Die Menschen in den H\u00fcgeln beobachteten atemlos, wie sich die wirbelnde Masse aus Farben gen S\u00fcden entfernte, ebenso wie das unertr\u00e4gliche, unwirkliche und unheimliche Br\u00fcllen, R\u00f6hren und Kreischen, das unm\u00f6glich von lebendigen Wesen kommen konnte. Die Obstbauern, die sich noch vor wenigen Tagen gro\u00dfe Zukunftspl\u00e4ne um den Anbau von exotischen Samt\u00e4pfeln gemacht hatten, begriffen, dass sie f\u00fcr den Augenblick wohl mit dem Leben davongekommen waren und am n\u00e4chsten Morgen vielleicht damit fortfahren konnten, sich bescheiden um schn\u00f6de Palmbeeren und S\u00fc\u00dffeigen zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p data-p-id=\"cd39307119332daf69ee94681d163420\">Dann war das Leuchten \u00fcber sie hinweg gebrandet und hatte die H\u00fcgel, die G\u00e4rten, die B\u00e4ume taghell erleuchtet, alles ringsum in ein scharfes, \u00fcberhelles Licht getaucht und bewirkt, dass Schw\u00e4rme von Prachtv\u00f6geln trompetend aus den B\u00fcschen, wo sie wegen des Sandregensturms Unterschlupf gesucht hatten, in den Himmel aufgestoben waren. Das war beinahe ebenso ohrenbet\u00e4ubend gewesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"a13c4a152b2accb7d623f4edcbf6a81e\">Unter dem grellen Licht stach der H\u00fcgel mit \u00daldaise Ti\u00e1ramal\u00e9s abgebranntem Garten unheimlich zwischen den anderen hervor. Was dort geschah, war aus der Entfernung nicht zu erkennen. Aber es klang unheilvoll.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2689","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2689","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2689"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2689\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3680,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2689\/revisions\/3680"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2689"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2689"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2689"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}