{"id":2678,"date":"2025-08-25T13:42:23","date_gmt":"2025-08-25T11:42:23","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2678"},"modified":"2025-08-31T23:03:39","modified_gmt":"2025-08-31T21:03:39","slug":"121-das-licht-der-roten-dame","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/121-das-licht-der-roten-dame\/","title":{"rendered":"121: Das Licht der Roten Dame"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"880402c47730cd3fd37ed461bf9de408\">\u201eMajest\u00e4t&#8221;, raunte Andri\u00e9r Altabete diskret, \u201ewas machen wir hier eigentlich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b7952b3887c47f18f5b46bc1148761c6\">Asga\u00fd von Spagor blickte sich verstohlen um. K\u00edan\u00e1 ging ein paar Schritte voraus, neben Daap Grootplen, der die kleine T\u00edjnje auf dem Arm trug. Das Kind war vor Ersch\u00f6pfung schl\u00e4frig geworden. Die beiden Jungs schritten voran, vollkommen ziellos und mit sinkendem Mut. Anfangs hatte J\u00e1ndris noch mehrfach versucht, L\u00e1as mit dem abgehauenen Monsterfu\u00df zu foppen, bis sein Vater dem Unfug Einhalt gebot. So konnten die Jungen sich nicht einmal mehr ablenken und schritten schweigend und abwesend voran.<\/p>\n<p data-p-id=\"fba1d86033c8f4bd1fa274e49c65c418\">Althopian sicherte die Gruppe nach hinten ab. Seine Gedanken waren offenbar l\u00e4ngst nicht mehr bei ihnen. M\u00f6glicherweise h\u00f6rte er immer noch die Stimme seines Sohnes. Oder er machte sich Vorw\u00fcrfe, Alsg\u00f6r Emberbey nicht zur\u00fcckgehalten zu haben. Der <em>teirand<\/em> wusste, dass die beiden M\u00e4nner eine tiefe, wenn auch seltsam distanziert erscheinende Freundschaft verband. Die Sorge und Verantwortung, die die beiden sich all die Zeit als seine W\u00e4chter, Lehrer und Besch\u00fctzer geteilt hatten, hatte die ungleichen Ritter verbunden.<\/p>\n<p data-p-id=\"28d83d30fa4331c00d7f9dad9c257ca5\">\u201eWir laufen&#8221;, fl\u00fcsterte der <em>teirand<\/em> zur\u00fcck und f\u00fcgte hinzu, nachdem Altabete sich damit nicht zufriedengab: \u201eIch wei\u00df, dass das keine befriedigende Antwort ist. Aber was sollen wir anderes machen? Sobald wir stehen bleiben, kommen die Chaosgeister sicher wieder.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"27c943ac1e69e58506e8fac8f536663c\">\u201eWir z\u00f6gern es also heraus&#8221;, sagte der Ritter. \u201eWenn wir hier bis zur Ersch\u00f6pfung ziellos herumlaufen, dann werden die Kreaturen uns am Ende doch erwischen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"46b26b9d4138f800b60be3d1010090fd\">\u201eSollen wir es etwa Emberbey nachtun und aufgeben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f995a65ea858dae92c5f808285953a8d\">\u201eVielleicht hat er seinen Ausweg gefunden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9fc8c0f5cacfbd4b8057de6e54d0dbdb\">\u201eVielleicht schleicht er auch best\u00e4ndig um uns herum. Ich vermag nichts zu sehen in diesem Zwielicht. Gerade, dass ich noch den R\u00fccken von Grootplen erkennen kann.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"80fc54c0197154439a2579a8cf242b69\">K\u00edan\u00e1 drehte sich zu ihnen um. Er hatte wohl nicht leise genug geredet. Sie blieb stehen und lie\u00df Asga\u00fd und Altabete herankommen. Althopian schloss zu ihnen auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"90f67ba15692a912edd6535d3b6c84cc\">\u201eWir m\u00fcssen uns beraten&#8221;, sagte sie ruhig. \u201eGrootplen! Kommt her!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"567bf739762a49c3cf1bc295b82195c8\">Grootplen hielt die beiden Jungen zur\u00fcck und setzte T\u00edjnje ab. \u201eHier&#8221;, h\u00f6rte Asga\u00fd ihn zu L\u00e1as sagen. \u201eBleib du einmal bei deiner Nichte, w\u00e4hrend wir reden. Bleibt in Sichtweite! Keiner geht weiter!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4ce4621b9d346ad1480318c4a1a4ecbe\">\u201eOpa&#8221;, protestierte T\u00edjnje.<\/p>\n<p data-p-id=\"5ba598f5f4f468f9f72774763bb60a59\">\u201eIch bin gleich wieder da, mein M\u00e4uschen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5690dbc879422ebbcd0d60e7c475e7c1\">Die <em>teiranda<\/em> scharte die f\u00fcnf M\u00e4nner um sich. Mit einem raschen Blick zur Seite vergewisserte sie sich, dass die Kinder au\u00dfer H\u00f6rweite waren. Dann wisperte sie: \u201eEs hat keinen Zweck. Ohne irgendetwas, das uns leitet, kommen wir hier nicht heraus. Wir m\u00fcssen es anders angehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0dd42fa9b92dacde29868d94bbfb4c08\">\u201eWas haben wir f\u00fcr eine Wahl?&#8221;, fragte Grootplen. \u201ePlanlos loslaufen wie Emberbey? Aufgeben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a40eb0941cc51fad7245cb7770fb8a97\">\u201eNein&#8221;, sagte sie. \u201eAber denkt doch einfach nach. Vielleicht k\u00f6nnen wir von hier aus nicht aus eigener Kraft entfliehen. Doch denkt Ihr nicht, dass wir derweil in Wijdlant vermisst werden? Mindestens Eure Tochter, Grootplen, wird sich fragen, wo Ihr und T\u00edjnje geblieben seid. Sicher suchen sp\u00e4testens morgen unsere <em>maedloray<\/em> auch nach Asga\u00fd und mir, sobald die <em>spreghenay<\/em> aus den D\u00f6rfern erscheinen. Wir haben kein Geheimnis daraus gemacht, dass es uns zum Turm gezogen hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"60a1b0b23a78eb812a30ae6076e7e9b4\">\u201eIch denke doch&#8221;, meinte Asga\u00fd eifrig, \u201edass es gen\u00fcgend Radau gegeben haben sollte, als der Boden eingebrochen ist und all der Sand fiel. Das m\u00fcssen sie doch geh\u00f6rt haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d224c9e1acf9df176b9e4ecddfc28721\">\u201eScht!&#8221; K\u00edan\u00e1 legte die Finger an die Lippen. \u201eLeise. Nicht, dass die Kinder beunruhigt werden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5da4a1325c27898f0b14b3192d390617\">\u201eUnd wenn?&#8221;, fragte Althopian m\u00fcde. \u201eAuch wenn man uns sucht, sie werden an der T\u00fcr scheitern. Und ob die T\u00fcr noch in den Turm f\u00fchrt oder in das, was davon \u00fcbrig ist, w\u00fcrde ich nicht ohne zu z\u00f6gern glauben, bei all dem Lug und Trug. Wir haben alles verloren, was uns wahr und echt erschien.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"385dfbc1ff72142b33ede4b0e406800f\">Altabete verschr\u00e4nkte die Arme und schaute nachdenklich zu seinem Sohn hin. L\u00e1as und J\u00e1ndris waren der kleinen T\u00edjnje aufmerksam zugewandt. Die drei tuschelten miteinander. Das kleine M\u00e4dchen stand still und blickte starr in das diffuse Licht, das \u00fcber dem endlosen Sand schwebte. Das arme Ding. Sie war noch viel zu klein, um zu begreifen, in was f\u00fcr einer absurden Lage sie sich befanden. Mochten die M\u00e4chte geben, dass all dies nur ein verwirrender Traum f\u00fcr sie blieb, bis es endete. Asga\u00fd seufzte und wandte sich dann wieder seiner <em>h\u00fdardora<\/em> zu. Wie gefasst, wie besonnen sie blieb. Was war es, dass sie nicht g\u00e4nzlich verzweifeln lie\u00df?<\/p>\n<p data-p-id=\"4bb1e04edfbac44e09e186bd40da0d78\">\u201eMor\u00e9aval wird eine L\u00f6sung finden&#8221;, sagte K\u00edan\u00e1. \u201eWenn er von der Sache h\u00f6rt, wird er sofort alles in Bewegung setzen, uns zu befreien.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"57f0497608b980f3591d1c58898580a1\">\u201eDas kann aber noch eine Weile dauern&#8221;, unkte Altabete. \u201eWer wei\u00df, wo der Bursche sich gerade herumtreibt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2132274fe44f2e3c026d26fc8c9d1920\">\u201eDann liegt es wom\u00f6glich nur an der Zeit. Und die werden wir herum bekommen. Mor\u00e9aval wei\u00df, dass ich dem Schattens\u00e4nger von Herzen vertraue. Er wird ein Mittel finden, mit ihm in Kontakt zu treten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aaa7cf8ed768658e72bb8a1cbc2e0ebf\">\u201eMit dem Schattens\u00e4nger? Der, der diese Falle aufgestellt hat?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a121b5e68a4ad5c30174ad3bbd9372e4\">\u201eAltabete! F\u00e4llt Euch etwas anderes ein? Wenn Magie im Spiel ist, wer sonst sollte dagegen etwas tun? Wisst ihr denn etwas, das die F\u00e4higkeiten eines Magiers \u00fcberstiege?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4257199bc6daa09597a550fcf453d70b\">\u201eNat\u00fcrlich&#8221;, kam es von Althopian, leise, m\u00fcde.<\/p>\n<p data-p-id=\"5e64e7bcbe452e8d38d09565ef323120\">Asga\u00fd wandte sich dem Ritter \u00fcberrascht zu. \u201eUnd das w\u00e4re?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c27ac47a3a12556c04f26ef7b1dcb8f8\">Althopian legte seine Axt ab und kniete nieder. \u201e<em>Bitte, ihr M\u00e4chte, bitte besch\u00fctzt mich<\/em>&#8220;, begann er die uralten Worte der Not und blickte in die Runde. \u201eIhr wisst, in welcher Lage wir sind.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e51221961af611f9754cd60c78af9610\">\u201eOh nein.&#8221; Grootplen sch\u00fcttelte missbilligend den Kopf. \u201eIhr werdet doch nicht ernsthaft erwarten, dass die M\u00e4chte etwas darauf geben, was jenseits des Weltenspiels geschieht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1432a1f24a3846cd938e40d01c512c6a\">\u201eWenn da etwas ist, was m\u00e4chtiger ist als ein Magier&#8221;, sagte Althopian, \u201edann die M\u00e4chte, die den Magiern die Macht verliehen haben. Habt Ihr es nicht auch so gelernt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"54c3e54b0a3f1468718a5ad49f577320\">\u201eAlthopian, wenn das hier das Chaos ist, dann ist das gerade der Ort, an dem die M\u00e4chte keine Macht haben. Die M\u00e4chte w\u00fcrden es nicht zulassen, dass Menschen hier &#8230; herein geraten. Wenn sie es verhindern k\u00f6nnten, dann w\u00e4ren wir nicht hier, sondern l\u00e4gen von Tr\u00fcmmern erschlagen und von Sand erstickt im Turm. Dann w\u00e4ren wir hinter den Tr\u00e4umen, wie es sich geh\u00f6rt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"95e52c053579ed11cbb249558354344b\">\u201eGut&#8221;, sagte Althopian. \u201e<em>Bitte geleitet mich durch die Tr\u00e4ume und lasst mich nicht im Chaos irren.<\/em>&#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"94173dc68f3d9f96ab09d066afc760cf\">\u201eVielleicht h\u00e4tten wir das aufsagen sollen, <em>bevor<\/em> wir in den Turm gegangen sind&#8221;, seufzte Grootplen.<\/p>\n<p data-p-id=\"c4719b08a421869e65bf0f9c2925b10b\">\u201eEs ist mehr, als uns sonst einf\u00e4llt&#8221;. Asga\u00fd f\u00fchlte sich verpflichtet, seinem getreuen Dienstmann zur Seite zu stehen. Er legte seinen Dolch ordentlich neben die Axt und fuhr fort: \u201e<em>Nimm mich unter deinen Schild, Patagh\u00edu, verh\u00fclle mich mit deinem Schleier, Nokt\u00e1ma<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"26cab2aea3179d37857baa890181ef4b\">Altabete seufzte. Dann schloss er sich an. \u201e<em>Nimm mich sacht vom Weltenspiel, Licht, und lasst nicht zu, dass ich zerbreche.<\/em>&#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"8c8c49112e193d0acc0d24fd3015b676\">\u201eGenau das&#8221;, sagte Althopian nachdenklich. \u201eEs sind nicht Patagh\u00edu oder Nokt\u00e1ma, die uns hie jetzt helfen k\u00f6nnen. Es ist das <em>Licht<\/em>, das uns hier herausholen muss.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6c971cc4157360d115011f5a28b32043\">Nun sahen sie ihn verbl\u00fcfft an. Der Ritter bemerkte es nicht. Er war vertieft in die Gedanken, f\u00fcr die er keine rechten Worte fand.<\/p>\n<p data-p-id=\"718e69db2923634c6e1ca90a90329c25\">\u201eWa\u00fdreth&#8221;, sagte Altabete, \u201ewir wissen alle, welch gro\u00dfen Verlust du erlitten hast. Aber es schickt sich nicht f\u00fcr einen Sterblichen, das <em>Licht<\/em> zu beschw\u00f6ren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"448037d3b7aa7cf1bed46216f212146e\">\u201eUnd wenn gerade das Unerh\u00f6rte den Ausweg br\u00e4chte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b27d37802c58d5df174611472fc368b5\">\u201eNun, dann ist Emberbey ja auf einem guten Weg.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d912075f161cff69def92556775403fd\">\u201eSeid nicht so zynisch!&#8221;, tadelte die <em>teiranda<\/em> und kniete ebenfalls nieder. \u201eEr hat ja recht. Wenn wir vom Weltenspielbrett gefallen sind, dann muss uns jemand aufsammeln. Wir geh\u00f6ren entweder zur\u00fcck ins Spiel oder hinter die Tr\u00e4ume. Es ist nicht recht, wenn wir &#8230; fehlen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ed47bd8d1dbfaa2c83ffd989fc7dd6fe\">\u201eFehlen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"48b5a454271321d8f4b10c33c0c88f8f\">\u201eJa. Habt Ihr Euren Sohn nicht gelehrt, hinabgefallene Steine aufzusammeln, wenn jemand ans Brett gesto\u00dfen ist? Selbst wenn sie aus dem Spiel waren, so m\u00fcssen sie doch zur\u00fcck. F\u00fcr die n\u00e4chste Partie.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7c39e84e49f3eac827b9b1256b9e58c5\">\u201eWollt Ihr damit sagen, wir flehen zu <em>jemandem<\/em>, der f\u00fcr das Licht aufr\u00e4umt und unter den Tisch gefallene Steine sucht?&#8221;, fragte Grootplen verbl\u00fcfft.<\/p>\n<p data-p-id=\"8008114be97dd4a5491dc1fa91fe9199\">\u201eKann es schaden?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dfe17c4fbd896dcca475b7d19306cc63\">\u201eAber das Licht wird uns nicht h\u00f6ren! Hier ist nichts, was dem Licht angeh\u00f6rt! Emberbey wird selbst vergebens danach suchen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f24e8e78c4f84add2b6f30d1943a67c4\">\u201eStreitet nicht! Was sollen die Kinder denken?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6adb6f8296185f276c0c93c6a8c5f968\">Asga\u00fd blickte hin\u00fcber, dorthin, wo die Kinder gerade noch gestanden hatten.<\/p>\n<p data-p-id=\"6a87d8cbffffc68d58e083a8a91119c0\">\u201eSei uns gn\u00e4dig, Licht&#8221;, sagte er matt.<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"6c11f4a6a46af1f91d0bf55225e01f32\">Manj\u00e9vs Gedanken drifteten umher wie Nebelschwaden. Nicht wie der dicke, kaltnasse Nebel, in dem man sich so leicht verirren konnte und die Erwachsenen nicht ohne Not das Haus verlie\u00dfen. Von solchem Nebel erz\u00e4hlte J\u00e1ndris manchmal gruselige Geschichten, von Wanderern, die sich im Moor verirrten oder in sonderbar fremden Gegenden wieder hervortraten. Das M\u00e4dchen wusste nun, dass es nichts Gr\u00e4sslicheres gab als die Chaosgeister, nichts Wunderlicheres und in seiner Stille und Weite Verst\u00f6renderes als diese seltsame Gegend.<\/p>\n<p data-p-id=\"30eb0129f4f3b11588b34f62a430da83\">Die Gedanken der <em>teirandanja<\/em> waren leicht und fl\u00fcchtig wie der Dunst \u00fcber den Feldern in der Morgend\u00e4mmerung, kurz bevor Patagh\u00edus Glanz sich nach einer kalten Nacht im S\u00fcden erhob und die Welt erw\u00e4rmte. Der lange, ziellose Weg hatte sie in einen sonderbaren Zustand irgendwo zwischen Ersch\u00f6pfung und Langeweile versetzt und ihren Geist in eine Tr\u00e4gheit geh\u00fcllt, die sie daran hinderte, \u00fcber etwas Greifbares nachzudenken. Vielleicht war das besser. Vielleicht hielt diese Bet\u00e4ubung sie bei Verstand.<\/p>\n<p data-p-id=\"25f9b748459c0ecd89f266a55d371c16\">Nun, da Alsg\u00f6r Emberbey bei ihnen war, f\u00fchlte die <em>teiranda<\/em> sich sogar etwas getr\u00f6stet. Zwar war es ausgerechnet derjenige Dienstmann ihrer Eltern, zu dem sie die geringste Sympathie versp\u00fcrte; dessen gestrenge, freudlose Art das Kind immer etwas eingesch\u00fcchtert hatte, ungeachtet dessen, dass er ihr gegen\u00fcber artig und dienstbeflissen war. Aber dass nun doch ein Erwachsener bei ihnen war, mehr noch, dass auch ihre Eltern und die anderen ebenfalls irgendwo mit ihnen an dieser St\u00e4tte waren, beruhigte das M\u00e4dchen. Nun hatten sie ein <em>Ziel<\/em>. Die Stimmen ihrer Eltern die sie, die des Vaters, die Merrit Althopian geh\u00f6rt hatte, waren nicht <em>g\u00e4nzlich<\/em> Betrug gewesen. Sie konnten sie finden.<\/p>\n<p data-p-id=\"04512854b111e1e6eedc9c6febc868d8\">Manj\u00e9vs nebelleichte Gedanken streiften den Sohn des anderen Ritters, des mutigen, gerechten <em>yarl<\/em> Althopian, schauderten und sch\u00e4mten sich davor. Dieser Widerwillen gegen den Jungen, gepaart mit einem Gemenge aus Dankbarkeit und etwas Mitleid, diese widerstrebenden Gef\u00fchle waren schwer zu ertragen. Sie juckten in ihrer Seele wie der Sand auf ihrer Haut.<\/p>\n<p data-p-id=\"5c2b908a00288ae0d41bd3da4df49248\">Osse Emberbey trug sein Brett, schlurfte mit gesenktem Blick und h\u00e4ngender Schulter schweigend vor seinem Vater her. Manj\u00e9v bemerkte, dass er versuchte, das unhandliche Ding ordentlich in der Hand zu halten wie ein Schwert. Aber vorerst musste er sich nicht eines weiteren Angriffs erwehren. Die Chaosgeister lie\u00dfen sie in Frieden. Vielleicht hatte Merrit recht, und sie griffen nur an, wenn man zu lange stille stand. Aber wie lange konnte ein Mensch laufen? Irgendwann w\u00fcrden sie zu ersch\u00f6pft sein, um in Bewegung zu bleiben. Und dann?<\/p>\n<p data-p-id=\"73714ec4bfa21238aa1d9a4f5eccc4a1\">Die <em>teirandanja<\/em> betrachtete den Karfunkel in ihrer Hand. Ob sie damit noch einmal einen schrecklichen Chaosgeist w\u00fcrde abwerfen k\u00f6nnen? Oder war ihr Treffer pures Gl\u00fcck und Zufall gewesen? Und was, wenn sie verfehlte? Merrit konnte seine Dornenkugel an der Kette wieder einholen. Aber was, wenn ihr der rote Stein aus der Kammer des Magiers abhandenkam? Dieses kuriose Ding, das ihr einen Lidschlag einer m\u00f6glichen Zukunft gezeigt hatte? Dieses &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"d2a1b0f1a4b7151772f9f6cbe95208f4\">Der Karfunkel leuchtete.<\/p>\n<p data-p-id=\"af0a3e8447c057731e5ff956741d7816\">Nicht grell und hell wie ein Feuer oder eine Laterne. Im Inneren des Steines meinte Manj\u00e9v, ein mattes, winziges Lichtlein zu erkennen. Doch so winzig es war &#8230; es war mit Sicherheit keine pure Einbildung.<\/p>\n<p data-p-id=\"ca07b3c67b80f1d49a55ea470c763ab3\">Sie blieb stehen und brachte damit die ganze Gruppe zum Halten.<\/p>\n<p data-p-id=\"d77d29c53e06ae925a4a6f1c6067efd1\">\u201eMajest\u00e4t?&#8221;, fragte Merrit Althopian.<\/p>\n<p data-p-id=\"93186cc539beb585f25cd6ac05e90406\">\u201eSchaut mal.&#8221; Sie hielt den Jungen und dem Erwachsenen den Stein hin. \u201eSeht ihr das auch?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7b51be2aff478a42309e03ca17ec6d69\">\u201eWas denn, Majest\u00e4t?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a40f570cd7162256ad78caacb5834a5d\">\u201eDas kleine Lichtlein. Nicht gr\u00f6\u00dfer als ein Wimpernhaar.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7dfcaa1d2593a214cdc7a7f5b30a79e1\">Herr Alsg\u00f6r beugte sich \u00fcber den Stein. \u201eJa, ich sehe es, Herrin. Was ist damit?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d9b58e80482116f2df69eb4b3e8311d2\">\u201eEs ist neu. Vorhin war der Stein noch ganz klar.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e17bf3e62589a8b8bea546f162aba184\">\u201eDas ist kein Licht&#8221;, sagte Osse und r\u00fcckte seine Brille zurecht.<\/p>\n<p data-p-id=\"c588fa920a7b848a3fad24ce9396d699\">\u201eNat\u00fcrlich ist es ein Licht&#8221;, widersprach Merrit. \u201eIch sehe es doch auch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"43b12c339fa6856563c73df5142f3227\">\u201eJa, aber es ist kein Licht. Es ist ein <em>Widerschein<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7a92eebe4f4d8be264b05cfe82e9d2f1\">\u201eIst das nicht das Gleiche?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6a7392a79db1331349d48449e021212f\">\u201eNein. Das ist, als ob ein Sonnenstrahl oder Kerzenschein auf einen Spiegel trifft.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f5a6d05118547f0a6c464bf8851ea66b\">\u201eDarf ich es n\u00e4her ansehen, Majest\u00e4t?&#8221;, fragte der Ritter.<\/p>\n<p data-p-id=\"373181c6ddb9d20b9b79815052f0f551\">Manj\u00e9v z\u00f6gerte einen Moment. Was w\u00fcrde wohl geschehen, wenn sie den Stein aus der Hand gab?<\/p>\n<p data-p-id=\"69c879b19ce01b0db44e7d1f8e3348c9\">\u201eSchaut es Euch an, Herr Alsg\u00f6r&#8221;, sagte sie dann artig und gab ihm den Stein. Zu ihrer gro\u00dfen Erleichterung ging das Leuchten dadurch nicht weg. Der Ritter pr\u00fcfte das Juwel eingehend.<\/p>\n<p data-p-id=\"86665f5274fa14fc04946e263df36b8c\">\u201eEr ist besch\u00e4digt&#8221;, sagte er dann und gab ihn ihr zur\u00fcck. \u201eEin Jammer. Ein so gro\u00dfer Edelstein, wo immer Ihr ihn hergenommen habt, w\u00e4re ein unfassbares Verm\u00f6gen wert.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dd9bc3701ce1013c94106f4038342cf8\">\u201eBesch\u00e4digt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a4adbab69b213800b9dda8dab8e99242\">\u201eEr hat einen Sprung im Inneren. Ich habe einst im Dienste Eurer Gro\u00dfeltern, m\u00f6gen sie hinter den Tr\u00e4umen ohne Sorgen sein, bisweilen f\u00fcr sie wertvolle Steine begutachtet. Ich wei\u00df, wie so etwas aussieht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e17d1e5760a6e80e7a1a52f1205b916c\">\u201eDas ist bestimmt passiert, als Ihr den Stein dem Chaosgeist an den Kopf geworfen habt.&#8221; Merrit schien beeindruckt. \u201eEntweder haben die Kreaturen ganz sch\u00f6n harte Sch\u00e4del. Oder Euer Arm die Kraft eines Katapults.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1df43c1f2e1aeeb9eba74802cfe0a5bc\">Er meine das gewiss als Kompliment, aber Emberbey r\u00fcgte ihn mit einem so strengen Blick, dass es den Jungen besch\u00e4mt zum Schweigen brachte. Osse lie\u00df sich den Karfunkel geben und betrachtete ihn von allen Seiten. Dann lief er damit ein paar Schritte hin und her.<\/p>\n<p data-p-id=\"43bafcc0def346312f705935b79443df\">Sie beobachteten ihn einen Moment, bis sein Vater ungeduldig fragte: \u201eWas machst du da, Osse?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"19f325d284e1fd5525b3d0ff75437268\">\u201eIch frage mich, wo das Licht ist, das den Widerschein ausl\u00f6st, Vater. Hier ist doch weder Sonne noch eine Flamme. Aber der Schein ver\u00e4ndert sich nicht, auch wenn ich den Karfunkel bewege.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"46396f929dfdec2f1cb13e726ba06a06\">\u201eDann zeigt der Stein uns Licht, das wir mit unseren Augen nicht sehen k\u00f6nnen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6855b9a4d9ad8c1edcd2eebc6c10404d\">\u201eEs scheint so, Merrit. Es ist sonderbar.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"48157abb03d3bc739f746a9431379718\">\u201eWarum sollte der Stein sich so verhalten?&#8221;, fragte Emberbey, der dem Urteil seines Sohnes wohl nicht ganz glaubte.<\/p>\n<p data-p-id=\"b50783f0d15e81bc3d85118d44e5b360\">\u201eDer Stein&#8221;, erkl\u00e4rte Manj\u00e9v, \u201ehat einem Magier geh\u00f6rt, Herr Alsg\u00f6r. Wir haben ihn aus der verbotenen Turmkammer.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d26c3b5550f0c174301830948e438b55\">\u201eWie bitte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bbfe4252553e1ca1c3eccf82a0331ccf\">\u201eMeine Mama sagt, in dem Turm hat einmal ein Magier gewohnt. Merrit hat in der Kammer den Stein gefunden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5ec16a54000fe67a3f1d7f293ac12759\">\u201eDann war die Rote Dame vielleicht doch kein Traum&#8221;, murmelte der Junge. \u201eVielleicht ist sie doch echt &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"64b8fd50cf754b32980ebcf22bc9ed90\">\u201eWelche Rote Dame?&#8221;, fragte der Ritter und sah nach Manj\u00e9vs Meinung pl\u00f6tzlich unn\u00f6tig verst\u00f6rt aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"b5f521a986fe74e604da95a0438ebf7e\">\u201eNachdem ich in dem Zimmer einge-&#8230; als die T\u00fcr hinter mir zugefallen war und ich nicht mehr heraus kam, hatte ich eine Weile geschlafen. Ich hab von einer g\u00fctigen sch\u00f6nen Frau in einem vornehmen roten Gewand getr\u00e4umt. Wahrscheinlich wegen dem alten Gem\u00e4lde an der Zimmerdecke. Und &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4ca9a32141aa96dc0d434fcacabe4065\">\u201eMerrit Althopian!&#8221;, unterbrach Alsg\u00f6r Emberbey hastig. \u201eWas f\u00fcr ein Verderben folgt dir und deinem Vater nach!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"83a9217a3b0e2619c007ee7d8c90da78\">Der Junge schaute best\u00fcrzt zwischen ihm und dem Stein hin und her, den Osse immer noch in der Hand hielt. \u201eDa war kein Verderben,&#8221; sagte er dann, fast ein wenig trotzig, wie um sich zu verteidigen. \u201eDie Rote Dame war gut zu mir!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"73f0e05a7ae2a335cd9b9038ac94ebfd\">\u201eAber du hast sie getr\u00e4umt, Merrit&#8221;, sagte Manj\u00e9v rasch. Irgendetwas lie\u00df sie ahnen, dass es nicht gut sein w\u00fcrde, wenn der Junge zu viel von seinem Traum preisgab. Dann sah sie zu Osse hin\u00fcber und war verwirrt. Er sah so &#8230; betroffen aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"cc09b64448267e402fd60f41e92086b0\">\u201eGibt es etwas \u00fcber den Stein, das wir wissen sollten, Herr Alsg\u00f6r?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"451147d90b2883277f7a2959077fd98a\">\u201eEiniges. Aber nichts davon f\u00fcr Eure Ohren, Majest\u00e4t. Nicht, bevor ich Eure Eltern dazu befragt habe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1a8a1d1114447eea2919f67aa13bd1a2\">\u201eGut. Dann lasst uns weiter gehen. Wir suchen sie.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9aae40963a93d85b5f82e4f594f5902b\">\u201eMajest\u00e4t&#8221;, fand Osse seine Sprache wieder, \u201eich frage mich, ob es eine Bedeutung hat, dass der Stein gerade jetzt angefangen hat zu leuchten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"03425c1223c1ee4bdd5269d3293f7f1d\">\u201eVorher war er noch nicht kaputt&#8221;, gab Merrit zu bedenken.<\/p>\n<p data-p-id=\"b184ad18d01bd65eb1af68fc2a96fc03\">\u201eVielleicht ist es jetzt der vorbestimmte Zeitpunkt.&#8221; Osse umfasste den Stein fasziniert mit beiden H\u00e4nden und bestaunte die kleine Reflexion, die so noch besser zu sehen war. Dann gab es ihn Manj\u00e9v zur\u00fcck. \u201eEntscheidet Ihr, was damit zu tun ist, Majest\u00e4t!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ed5c3dfb8c0c5bcaa073c9ae79cff464\">Sie betrachtete dieses winzige Leuchten im Stein. Was immer es war, es gefiel ihr besser als alles, was die bedr\u00fcckende Umgebung ringsum zu bieten hatte. Aber es brachte nichts, wenn sie es in der Hand hielt.<\/p>\n<p data-p-id=\"7ad305477a17aa66e7b1986efdb34177\">\u201eHerr Alsg\u00f6r &#8230; Ihr denkt doch auch, dass es Magie ist, oder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"989fde90d120b33fa30b483a2b1537ca\">\u201eIch w\u00fcnschte, ich h\u00e4tte es nie gesehen. Ja, Majest\u00e4t. Es kann nur Magie sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"18d056d06189de953a59748247fc9b35\">\u201eDir, Merrit, ist im Traum eine gute Rote Dame erschienen, nachdem du den Stein gefunden hattest?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a5d0e120dc88f8fa82ae929ce0f8400a\">Er nickte.<\/p>\n<p data-p-id=\"166a678852976001fcfb7a08aa769e17\">\u201eDann glaube ich, dass es eine gute Magie ist, oder zumindest eine, die uns nicht weiter in die Irre f\u00fchrt.&#8221; Sie \u00fcberlegte kurz, ob sie erz\u00e4hlen sollte, was der Stein ihr selbst gezeigt hatte, aber sie entschied sich anders. Das war im Augenblick nicht von Belang. Sicher w\u00e4re es vern\u00fcnftig gewesen, mehr aus Alsg\u00f6r Emberbey herauszubekommen, aber die <em>teirandanja<\/em> f\u00fcrchtete, er k\u00f6nne sie von ihrer zarten Hoffnung abbringen, wenn sie nach seiner Meinung fragte.<\/p>\n<p data-p-id=\"1c30ecc8ad944aa6aa471b7956eadf0f\">\u201eOsse, denkst du, es &#8230; es k\u00f6nnte so etwas wie ein Signal sein? So wie das Feuer auf den Leuchtt\u00fcrmen nachts f\u00fcr die Schiffe?&#8221; Manj\u00e9v hatte einmal das Leuchtfeuer von Virhav\u00e9t gesehen, auf einem dicken Turm, der h\u00f6her war als der der v\u00e4terlichen Burg und war davon \u00fcberaus beeindruckt gewesen. \u201eBringt er uns dahin, wo das unsichtbare Licht herkommt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e18bf45baf4e646ff81bb65ad8b1ea65\">\u201eNein, Majest\u00e4t. Das kann nicht sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8b270b6acd16e7da5c9cb6034578fae2\">\u201eWarum nicht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f4c827ae1a3a0c07c99f8392c94aa7bf\">\u201eWie wir den Stein in H\u00e4nden haben. Wohin sollte er uns leiten? Wir sind bereits da.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8a497827a0daa9536311098295d37625\">\u201eEs hat also gar keinen Sinn, ihn herumzutragen wie eine Laterne?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"17e1c6245615de42bc8cac0fce11f59b\">\u201eNein. Das habe ich gerade eben ausprobiert.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7dbc9ab5016dcba95e9ea826d8631520\">\u201eIch wei\u00df etwas!&#8221; Merrit h\u00e4ngte sich seinen Streitflegel um den Hals und steckte die Hand nach dem Stein aus. \u201eGib mir das B\u00f6tchen, Osse.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e5a04d7cb8e2c32c4a422fb61f356a59\">\u201eDas B\u00f6tchen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"13c34d2cfc8b3e6b92dcd8b239b4385b\">\u201eEs muss auch von irgendwo her zu uns gekommen sein, oder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"960915fda07b26ddeee91fb59ee310a9\">Er bekam das Gew\u00fcnschte, nahm aber nur den Rumpf des verlorenen Kinderspielzeugs. Den setzte er in den Sand und stellte den Stein darauf. Das Leuchten blieb, aber sonst passierte zu Manj\u00e9vs Entt\u00e4uschung nichts.<\/p>\n<p data-p-id=\"aed6b618c59de4a37843e80f1b63fc8e\">\u201eWie soll es fahren, ohne Segel und Wind?&#8221;, fragte Alsg\u00f6r Emberbey milde. \u201eWas erwartest du von diesem Spiel, Merrit Althopian?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"14bd84be56e131c0252952b22f89dc04\">\u201eWir m\u00fcssen es anstupsen, damit es f\u00e4hrt.&#8221; Osse legte sein Brett nieder.<\/p>\n<p data-p-id=\"f5a03359b3c612a4c60627e64a26da37\">\u201eK\u00f6nnen wir es anstupsen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c3b58d06f905553fe0eee534e1ee30bf\">Der Junge sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eNein, wir selber vielleicht nicht. Aber wir k\u00f6nnen jemanden bitten, es zu tun.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"467a7a7178b63bef98edca52f1763c4a\">\u201eAber wen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5db27fd95d4a5c683076e14306980f18\">\u201e<em>Bitte, ihr M\u00e4chte, besch\u00fctzt uns<\/em>&#8220;, begann Osse dem\u00fctig.<\/p>\n<p data-p-id=\"cd4625880469c815583a3579199af6aa\">\u201eOsse!&#8221;, entsetzte sich sein Vater. Der Junge verstummte erschrocken. Aber Merrit fuhr fort, und zwar mit eigenen Worten, Worten, die so noch nie in der Not gesprochen wurden.<\/p>\n<p data-p-id=\"819aba110b095881eb42c916c1efdde5\">\u201eIhr M\u00e4chte&#8221;, sagte er, \u201edanke, dass ihr uns das Lichtlein gegeben habt. Lasst uns jetzt damit dorthin finden, wohin wir nach eurem Willen gehen sollen.&#8221; Er machte eine Pause und f\u00fcgte dann hinzu: \u201eUnd haltet bitte die Chaosgeister von uns fern. Ich hab langsam keine Kraft mehr. Mir tun die Arme weh!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"745cfafd42e8f65da920cb72fc0e3988\">Manj\u00e9v kniete sich neben ihn.<\/p>\n<p data-p-id=\"199d546abe6f8a9ad972a02b443399d0\"><em>Bitte, ihr M\u00e4chte, <\/em>dachte sie,<em> ich will zu Mama und Papa! Bitte, bitte, wem auch immer der Stein geh\u00f6rt hat, lasst ihn gut mit uns sein und uns nicht wie ein Fahler Fuchs in die Irre f\u00fchren! <\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"50beb99d54f57d1559bc13f1b7285780\">Alsg\u00f6r Emberbey besah sich kopfsch\u00fcttelnd die drei Kinder. F\u00fcr ihn sah es wohl nicht anders aus, als h\u00e4tten sie begonnen, sich mit einem Spielzeug zu vergn\u00fcgen. Zumal das Boot sich nicht r\u00fchrte. Osse schaute entt\u00e4uscht drein. Merrit hatte die Augen geschlossen. Vielleich machten beide in Gedanken ihre eigenen Beschw\u00f6rungen aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"e18a0a0d3dbb1905714a5e56ccf0d95a\"><em>Bitte, <\/em>f\u00fcgte Manj\u00e9v hinzu. <em>Bitte, lasst uns weiter mitspielen. Holt uns zur\u00fcck ins Weltenspiel.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"8dccfdbdcbc4e9291dba7b73895de315\">\u201eWir sollten weitergehen&#8221;, sagte Herr Alsg\u00f6r. \u201eSonst kommen die Chaosgeister zur\u00fcck.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"785a0eddd4601e864a378869d71b1160\">Die Kinder erhoben sich entt\u00e4uscht. Osse nahm sein Brett wieder an sich, Merrit seine ramponierte Waffe in die Hand.<\/p>\n<p data-p-id=\"0b7b1e15cae8878ce489667928c6b3ae\">\u201eBitte&#8221;, wisperte Manj\u00e9v. \u201eIch vertraue euch. <em>Zeigt uns, wo das Licht herkommt!<\/em>&#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"892d964e2fec2feb272d2654f3a6b052\">Und das B\u00f6tchen setzte sich in Bewegung. Der Widerschein im Karfunkel begann seine Fahrt \u00fcber den Sand, als s\u00e4\u00dfe er auf einem Schlitten, gezogen von einer unsichtbaren Macht. Vielleicht die der Roten Dame.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2678","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2678","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2678"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2678\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3698,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2678\/revisions\/3698"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2678"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2678"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2678"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}