{"id":2676,"date":"2025-08-25T13:43:36","date_gmt":"2025-08-25T11:43:36","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2676"},"modified":"2025-08-31T23:02:42","modified_gmt":"2025-08-31T21:02:42","slug":"123-immer-der-spur-nach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/123-immer-der-spur-nach\/","title":{"rendered":"123: Immer der Spur nach"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"47c17c68ecb4a9c0f1081ea3bb523e44\">Als der Lichtblitz verloschen war und Advon sich wohl sicher, dass der Effekt von Elos\u00e1ls Zauber vor\u00fcber, war der Junge aufgesprungen und, bevor ich ihn h\u00e4tte erwischen k\u00f6nnen, an mir vorbeigerannt. D\u00fdamir\u00e9e besann sich ungef\u00e4hr eine Sekunde lang, was sie tun sollte, flitzte dann hinter ihm her und tat so, als ob sie mich nicht h\u00f6rte. Es blieb mir nichts Anderes \u00fcbrig. Ich musste die beiden wieder einfangen. Nicht auszudenken, wenn sie ihren Eltern dort drau\u00dfen beim Kampf gegen Sileda\u00fa oder wer auch immer nun wirkte, in die Quere kamen und wom\u00f6glich von einem fehlgezielten Bann getroffen wurden.<\/p>\n<p data-p-id=\"42f51381e1631295c02fe24fbdebdb0a\">Aber die beiden waren gar nicht weit fort. Advon stand bei dem n\u00e4chsten Fenster, das sich drau\u00dfen nur einige Schritte weiter abw\u00e4rts in der Au\u00dfenwand des Turmes befand. D\u00fdamir\u00e9e dr\u00e4ngelte sich neben ihn, um ebenfalls hinaussehen zu k\u00f6nnen. Ich packte sie sicherheitshalber an der Schulter, \u00fcberlegte noch, ob ich das bei Advon auch verantworten konnte, und sah dann selbst \u00fcber die Kinder hinweg. Das Fenster bot einen seitlichen Blick auf den Sims, wenige Arml\u00e4ngen unter uns.<\/p>\n<p data-p-id=\"f8a9f14988105b1dba613d9847cf2863\">Elos\u00e1l war in einer seltsamen Pose erstarrt, aber immerhin stand sie noch auf ihren eigenen F\u00fc\u00dfen. C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor schien einen Nervenzusammenbruch zu erleiden. Was immer Elos\u00e1l dort an Magie wirkte, was hier drau\u00dfen noch nachhallte wie ein Hitzeschwall aus einem ge\u00f6ffneten Ofen, war wohl etwas so Furchtbares, dass es nicht nur den Jungen, sondern auch den Vater schockierte. Der <em>b\u00e1chorkor<\/em> stand dabei und wirkte unglaublich fehl am Platz.<\/p>\n<p data-p-id=\"b6379d3b02813bc011f43f70e4c99928\">Und Yalomiro &#8230; Ich erschrak. Vorhin noch war ich besorgt \u00fcber seine offensichtliche Entkr\u00e4ftung gewesen, aber nun war er offensichtlich auch <em>verletzt<\/em>. Die Ausl\u00e4ufer von Elos\u00e1ls Bann hatten ihn hier drau\u00dfen in voller Wucht getroffen. Wahrscheinlich machte es keinen gro\u00dfen Unterschied zu dem, was bei einem direkten Kampf gegen sie geschehen w\u00e4re.<\/p>\n<p data-p-id=\"0e44d707b0dd078cbf3a625b02e1ff99\">\u201ePapa!&#8221;, rief D\u00fdamir\u00e9e \u00fcberrascht auf. \u201eMama, ich glaube, Papa ist nicht wohl!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"573ed63f2bb06697b72a939c5f1b7b57\">\u201eNein, kleiner Stern&#8221;, brachte ich hervor. \u201eNein, ich glaube &#8230; er hat sich schlimm weh getan.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0660eecf22a1956c09a318edc463e7c1\">\u201eDann musst du ihn heilen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c0ef079a9530f1389ca82d04d7e9ddaf\">\u201eJa, Liebes &#8230; ja, das m\u00fcsste ich.&#8221; <em>Wenn ich k\u00f6nnte.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"0a9c1d9c3137c48c7fea606442913a9e\">Yalomiro lebte, nat\u00fcrlich lebte er. Mir wurde klar: Wenn nicht Gor Lucegaths grausame Markierung auf ihm gelegen h\u00e4tte, dann w\u00e4re es vielleicht um ihn geschehen gewesen. Aber vielleicht h\u00e4tte er sich anderenfalls gar nicht diesem Risiko gestellt. Ich wurde nicht schlau aus dem, was er tat. Vielleicht hatte er gar keinen Plan.<\/p>\n<p data-p-id=\"2b0561f969118b05c8096c435e0e34c9\">Und der Verfluchte, die alte Frau? Sileda\u00fa dachte offenbar dar\u00fcber nach, was sie als N\u00e4chstes tun sollte. Offenbar hatte ihr Elos\u00e1ls Zauber \u00fcberhaupt nichts ausgemacht. Aber warum nicht? War es nicht die Absicht der <em>faj\u00eda <\/em>gewesen, den Verfluchten in seiner makaberen Verkleidung zu besiegen?<\/p>\n<p data-p-id=\"d84662c10effc930fc1a790683f3bb52\">Und dann bemerkte ich ein Detail im Hintergrund der Szene, das sich <em>ver\u00e4ndert <\/em>hatte. Die \u00e4u\u00dferen Burgmauen zwischen den beiden vom Fenster aus sichtbaren Au\u00dfent\u00fcrmen lumineszierten. Ich blickte auf einen sanft wabernden Farbverlauf von Rot \u00fcber Orange nach Gelb.<\/p>\n<p data-p-id=\"bd9e33036bb43cff4259722c327b1d89\">\u201eAdvon&#8221;, fragte ich leise, \u201ewas genau hat deine Mama gemacht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"867dec12efa44d7d97dd377f31dc8443\">\u201eSie hat die Regenbogenritter losgeschickt&#8221;, erkl\u00e4rte er bedr\u00fcckt.<\/p>\n<p data-p-id=\"fb326164955a0e20bb38c7660968060d\">\u201eAlle sieben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9e27577af1202d1277d19f6f4f7fd067\">\u201eNein. <em>Alle<\/em>. Das Heer. Sie &#8230; ach&#8230; das kann ich nicht erkl\u00e4ren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bf528ece42432e957457ca6c6eb644ba\">\u201eIst deshalb die Burg wieder bunt?&#8221; Ich nahm an, dass sich rings um den Ciel\u00e1stel nun eine regenbogenfarbene Mauer zog, sich die Farben nach links und rechts au\u00dferhalb unseres Blickfeldes fortsetzten.<\/p>\n<p data-p-id=\"5e5d22801fb8d7156317276b4ae81636\">\u201eJa. Mama macht die Farben sichtbar. Aber das kann sie nicht lange. Sie ist ja ganz allein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"269702b01db67af77818622d55345f79\">\u201eSchaut mal.&#8221; D\u00fdamir\u00e9e deutete aufgeregt nach unten. \u201eMama, was macht Papa da?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e791d2090e433015458ed63249106b07\">Ja, was tat Yalomiro? Sileda\u00fa redete zu ihm, aber zu leise, als dass man es durch das Gewittergrollen bis hierher verstanden h\u00e4tte. Er hielt ihr den Stab entgegen, gef\u00e4hrlich nahe. Vielleicht h\u00e4tte sie ihn erhaschen k\u00f6nnen. Aber er schien sie damit reizen zu wollen.<\/p>\n<p data-p-id=\"c4581994c3021cbfa19e9b18558b21fc\">\u201eMeisterin&#8221;, fragte Advon, \u201ewas passiert, wenn Sileda\u00fa den Stab hat?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a4449a2a69a2dfaa5aae07472cf539bd\">\u201eIch glaube, Sileda\u00fa kann damit die Chaosgeister zwingen, ihr zu gehorchen. Oder zumindest dorthin zu gehen, wohin sie will.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4bf4f1ab2d181d7a0a13c06dbf31b691\">\u201eWie in der Geschichte von dem lustigen Fl\u00f6tenspieler, der all die Ratten aus der Stadt geholt hat, damit die Leute ihnen nichts antun?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d261342c2a2f5621f25b4088dcf4a1d3\">\u201eJa, wahrscheinlich genau s&#8230;&#8221; Ich stutzte. <em>Kannte <\/em>Advon etwa die Sage vom Rattenf\u00e4nger und deutete sie tierlieb um? Oder gab es in dieser Welt ein \u00e4hnliches M\u00e4rchen? Was w\u00e4re das f\u00fcr ein bizarrer Zufall!<\/p>\n<p data-p-id=\"1305d76e7cbce993b8e12b2bdf1a22e4\">\u201eSileda\u00fa will bestimmt, dass die Monster die Leute in der Stadt fressen&#8221;, dachte D\u00fdamir\u00e9e besorgt nach. \u201eAber es w\u00e4re besser, wenn jemand sie wieder in die W\u00fcste f\u00fchren und in das gro\u00dfe Loch jagen w\u00fcrde, oder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0239cc36c95d21320435abbb208d3bc3\">\u201eJa&#8221;, best\u00e4tigte Advon. \u201eDann m\u00fcssten die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> nicht gegen sie k\u00e4mpfen und Mama k\u00f6nnte aufh\u00f6ren, zu zaubern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"723790583a2dc8f4d6b365775a527b2c\">\u201eOb Gal\u00e9on den Stab benutzen k\u00f6nne?&#8221;, sinnierte D\u00fdamir\u00e9e.<\/p>\n<p data-p-id=\"0ca5ca768ac2698eafa48789325de7a3\">\u201eJedenfalls besser als Sileda\u00fa&#8221;, sagte Advon gedankenvoll.<\/p>\n<p data-p-id=\"7a7c958fa9ec764af3ad1162da68436b\">Was war das nur f\u00fcr eine sonderbare Obsession mit diesem <em>b\u00e1chorkor<\/em>, dass meine Tochter sich nicht einmal fragte, ob ihr eigener Vater m\u00f6glicherweise die Macht besitzen k\u00f6nnte, ein offensichtliches Schattens\u00e4ngerwerkzeug einzusetzen?<\/p>\n<p data-p-id=\"d000125ee002122d43e3f06616c03d08\">Yalomiro stand nun wieder aufrecht, hielt Sileda\u00fa den Stab fast spielerisch entgegen. Er w\u00fcrde ihn ihr nicht wirklich \u00fcberlassen, mir war das klar, aber C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor wohl nicht, denn offensichtlich wollte er sich soeben kampfbereit einmischen. Mir stockte der Atem.<\/p>\n<p data-p-id=\"34cfab436b22ec0defc17296cbf17be8\">Und dann lie\u00df Yalomiro den verfluchten Stab einfach vom Turm hinabfallen.<\/p>\n<p data-p-id=\"5fddb5a977f18b6b9fa1ed92eb6f0814\">D\u00fdamir\u00e9e holte \u00fcberrascht Luft, schl\u00fcpfte unter meiner Hand durch und st\u00fcrmte los. Die Treppe hinunter. Hals \u00fcber Kopf.<\/p>\n<p data-p-id=\"46f78d0248f5f24d4c9f197a8b751f86\">\u201eD\u00fdamir\u00e9e!&#8221; Ich wollte hinterher, aber Advon hielt mich auf. Er schickte sich an, D\u00fdamir\u00e9e nachzurennen, aber im Weglaufen rief er mir zu: \u201eVorsicht! Die Treppe ist glatt! Nicht rennen! Bleibt blo\u00df hier oben! Ich hole sie zur\u00fcck!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7a131669610674768ea9751cc6cc46cb\">Sprach&#8217;s und sprang ihr hinterher wie ein Windninchen.<\/p>\n<p data-p-id=\"6170e4a52a151ab536ce5256b7c16c15\">\u201eAdvon!&#8221; Ich schickte mich an, ihm nachzurennen, etwas, das ich mir nur dank meiner schattens\u00e4ngerischen F\u00e4higkeit, im Dunklen zu sehen, zutraute. Aber der Vorsprung, den die beiden mit ihrer kindlichen Agilit\u00e4t hatten, war jetzt schon zu gro\u00df. Und da war noch etwas anderes, das mich abrupt abbremsen lie\u00df.<\/p>\n<p data-p-id=\"e086263617e8e26cdec57433914a68a5\">Noch jemand st\u00fcrmte durch den Durchgang zum Sims in den Turm und <em>br\u00fcllte<\/em> vor Wut.<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"c15f937d9a576502194250a9362343d3\">T\u00edjnje rannte, so schnell ihre F\u00fc\u00dfe sie trugen. Sie schaute sich nicht um, dazu war keine Zeit. Sie musste weg, nur weg. Das merkw\u00fcrdige Licht und der feuchte Sand unter ihren F\u00fc\u00dfen machten ihr keine Angst mehr. Aber die Monster, die Monster waren schlimm. Vor denen musste man weglaufen. Aber sie wusste genau, wohin!<\/p>\n<p data-p-id=\"f2cc7a454ea8c139e414e622075ba9a6\">Das kleine M\u00e4dchen keuchte, so au\u00dfer Atem war es. Und doch ging es ihr nicht schnell genug bei der Jagd durch diese endlose Weite. Man sah nur wenige Schritte voraus, der Weg, den sie gekommen war, der verschwand hinter ihr, vielleicht f\u00fcr immer. Aber das war egal. Alles w\u00fcrde jetzt gut werden, alles, und &#8230; dann erwischte sie eine Hand am R\u00f6ckchen, zog daran und brachte sie zu Fall. T\u00edjnje schlug der L\u00e4nge nach hin und tat sich weh dabei, denn der nasse Sand war hart.<\/p>\n<p data-p-id=\"70b26f519fbfc8fff1778ed7c03243ef\">\u201eHab ich dich!&#8221;, japste L\u00e1as. Der Vater und der Schwertmeister legten gro\u00dfen Wert darauf, dass die Jungen ihre Ausdauer \u00fcbten, aber wer konnte schon mit einem flinken kleinen M\u00e4dchen mithalten? Der Junge war bleich vor Schreck und schnappte nach Luft.<\/p>\n<p data-p-id=\"9b242ae58ef677c120e1986b7b912f41\">\u201eLass mich los!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"20e9d32d26d20d66a8904ca1c123dbfe\">\u201eVater hat ausdr\u00fccklich gesagt, wir sollten stehen bleiben! Da kannst du nicht so einfach wegrennen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2d599abd1958a880490ee1c7061493ee\">\u201eLass mich los! Du tust mir weh!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ee8687d5c3df5b66ddcf8f524c20d1fc\">\u201eNichts da!&#8221; Er zog sie auf die F\u00fc\u00dfe und umklammerte sie so fest mit beiden Armen, wie er nur konnte, hob das strampelnde Kind vom Boden hoch und hatte alle M\u00fche, es zu b\u00e4ndigen. \u201eDu bleibst jetzt bei uns!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8a21709240719b3ae4a5a4b072cac181\">J\u00e1ndris hatte seinen Freund eingeholt. Er war noch mehr au\u00dfer Atem.<\/p>\n<p data-p-id=\"526c12e86d5fee96255391c35b391c8c\">\u201eDu kannst doch nicht einfach weglaufen&#8221;, stie\u00df auch er hervor. \u201eWas hast du dir dabei gedacht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2c87feacb333fd154a3f660a1cefc979\">\u201eLasst mich los! Ich muss weiter!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1e907b6e196417b28d6fa0e60630fb6b\">\u201eWohin?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"879357afe936dc334bccd3f44704a1c5\">\u201eZu Manj\u00e9v! Manj\u00e9v ist hier!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"55d8d2bcb61c968b206037ce554009ab\">\u201eUnsinn! Das bildest du dir ein! Aber die Erwachsenen, die sind jetzt weg!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b39aad8778770b21027a8b4b4ee9a70d\">T\u00edjnje runzelte b\u00f6se die Stirn und versuchte trotzig, L\u00e1as vors Schienbein zu treten. Aber das machte dem Jungen nichts aus. \u201eJetzt gib Ruhe, T\u00edjnje. Sonst m\u00fcssen wir dich festbinden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"40775521d1d2ce410e3bcad2f6ad8080\">\u201eDu hast gar kein Seil dabei!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"86c75de5ec44c62c4f2b114a0e1e4307\">\u201eIch nehme meinen G\u00fcrtel!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"020a6f564d255178b42f92c21fbde411\">\u201eDann rutscht dir deine Hose runter&#8221;, sagte J\u00e1ndris ernsthaft. \u201eAlso lasst den Bl\u00f6dsinn. T\u00edjnje, was ist in dich gefahren? Wieso bist du losgewetzt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"672b904e00e7738bbeed04d26852d265\">Das kleine M\u00e4dchen gab seinen Widerstand auf. \u201eIch hab Manj\u00e9v gesehen&#8221;, sagte es dann. \u201eGanz bestimmt. Sie ist hier!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0861972bcf331b9a174f209eb0e1a9fd\">\u201eGesehen?&#8221;, fragte L\u00e1as \u00e4rgerlich. \u201e<em>Getr\u00e4umt <\/em>hast du das wohl! Hier ist doch gar nichts! Und daf\u00fcr rennen wir wie die Narren ins Nichts hinein!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"278164773abe8267751f9b4060954fbb\">\u201eDas war dumm, T\u00edjnje, und leichtsinnig! Wie sollen wir denn jetzt die Erwachsenen wiederfinden?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b11004b4e3de7aa9b5dd67de8ee3ede7\">T\u00edjnje schwieg trotzig einen Moment. Dann konnte sie nicht mehr an sich halten und begann, zu weinen wie es nur ein kleines Kind konnte. Sie verzog greinend das Gesicht und schluchzte leise auf. \u201eGlaubt Ihr mir denn nicht?&#8221;, brachte sie hervor. Denn wenn nicht, was sollte sie tun, um die gro\u00dfen Jungen zu \u00fcberzeugen? Ganz deutlich hatte sie ihre Freundin Manj\u00e9v im Nebel erkannt, wohl nur fl\u00fcchtig und schemenhaft, wie aus den Augenwinkeln. Aber das war egal, war schon so oft genau so geschehen, wenn die M\u00e4dchen miteinander Verstecken gespielt hatten. T\u00edjnje w\u00fcrde Manj\u00e9v immer und \u00fcberall und im allerbesten Schlupfwinkel erkennen. T\u00edjnje war richtig gut beim Versteckspiel!<\/p>\n<p data-p-id=\"00c945b98a2f2cc61e10709053abb3ff\">\u201eWenn du sie gesehen hast&#8221;, \u00e4rgerte L\u00e1as sich, \u201ewieso hast du nichts gesagt und bist weggerannt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ca77cbd78726a5537816308071c0d4fa\">T\u00edjnje seufzte. Sie war noch nicht beredsam genug, um schnell die richtigen Worte zu sprechen. Wie konnte sie den beiden denn klar machen, dass es viel zu lange gedauert h\u00e4tte, den Erwachsenen zu erkl\u00e4ren, was geschehen war? Dass es schnell gehen musste, wenn sie die Vision nicht verlieren wollte? Im Nachhinein, das sah T\u00edjnje wohl ein, war es wirklich kein besonders kluger Einfall gewesen, kopflos loszurennen und dabei die Erwachsenen aus den Augen zu verlieren. Aber &#8230; Manj\u00e9v war so <em>nahe <\/em>gewesen, und dann hatte sie so lange laufen m\u00fcssen. Aber f\u00fcr all diese Beteuerungen fehlten ihr die Begriffe. Also schluchzte sie leise weiter und rieb sich mit ihrer kleinen Faust Tr\u00e4nen von der Wange.<\/p>\n<p data-p-id=\"ea778a8288f538687896dfa0462eacc6\">L\u00e1as setzte sie vorsichtig nieder. Dass sie nun so verzweifelt war, das hatte er nicht gewollt.<\/p>\n<p data-p-id=\"41bfe7a14a7d6b0ce9c69143ca75c853\">\u201eNun wein nicht&#8221;, sagte er reum\u00fctig. \u201eIch hab&#8217;s ja nicht so gemeint. Tut mir leid, dass ich so grob war.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"496402206cbff0c44aa68979c6c287b8\">\u201eWir sitzen trotzdem in der Klemme. Sie verliert die Nerven, und wir baden es aus. Was meinst du, was mein Vater mir f\u00fcr Vorhaltungen macht? <em>Falls <\/em>wir ihn jemals wiederfinden, versteht sich!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"565238bee0dd7701f3ba822e90b76aea\">\u201eDie werden sich bedanken, dass wir T\u00edjnje erwischt haben, bevor &#8230;&#8221; , er senkte die Stimme, \u201e<em>etwas <\/em>anderes sie erwischt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"46dcc726cf44bc06ea5bcc5afbc3f0e9\">J\u00e1ndris erhob sich wieder und legte dem weinenden kleinen M\u00e4dchen beschwichtigend die Hand auf die Schulter. \u201eH\u00f6r schon auf, T\u00edjnje. Die b\u00f6sen Monster tun dir nichts. Wir sind doch bei dir.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f2dfdb6a689a3ff10d95884057a0ee08\">\u201eIhr versteht das nicht!&#8221;, z\u00fcrnte das kleine M\u00e4dchen. \u201eIch hab Manj\u00e9v doch ganz deutlich gesehen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a78fb5b160b414defb1a27bf7d92bef0\">\u201eWann?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a5bf43906a5065e3fdd4a764156fccd4\">\u201eAls die Erwachsenen sich hingekniet haben! Als Herr Wa\u00fdreth zu reden begann. Da &#8230; da war der Nebel weg, ganz kurz!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e24166e6b12c258be47585d5df106ef7\">\u201eUnd da willst du Manj\u00e9v gesehen haben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4420259eff43700eec72a9c3495a460a\">\u201eJa. Will ich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7631e4b1d7f8998ec649fae47dda46f5\">\u201eWar sie allein?&#8221;, fragte J\u00e1ndris geduldig.<\/p>\n<p data-p-id=\"5353740514cbadce65f84447e78bb1ea\">\u201eNein, ich glaube nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b467219317afe7f14ef96f8731597891\">\u201eWas hei\u00dft, du <em>glaubst <\/em>nicht? Hast du jemand anderen bei ihr gesehen, oder &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"50a1a603ee9e84fa003203435eac664f\">\u201eDas war doch nur ganz kurz. Ich glaube, da waren noch andere, aber ich bin doch nur schnell losgelaufen, bevor sie wieder verschwindet. Aber da war es schon zu sp\u00e4t und der Nebel ist wieder zugezogen, und ich bin einfach weiter, und &#8230;und dann hat L\u00e1as mich festgehalten, und nun sind sie weg!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"931fab88049b404f581a9baa350ec5af\">\u201eDas wird mir alles zu durcheinander&#8221;, sagte L\u00e1as. \u201eKommt, wir gehen zu den Erwachsenen zur\u00fcck.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d7ddda5fabf5be8ba769f112b8b7bcb6\">\u201eGro\u00dfartige Idee. Und wie finden wir die jemals wieder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3e54c51f7a359bae2c2d185e649ff54b\">\u201eWir folgen einfach unseren Fu\u00dfspuren, du Trottel&#8221;, schnaubte L\u00e1as, nahm T\u00edjnje bei der Hand und stapfte los. J\u00e1ndris schaute sich verbl\u00fcfft um. Tats\u00e4chlich. Im nassen Sand zeichneten sich ganz deutlich die Spuren ab, die sie bei der wilden Jagd hinterlassen hatten. Er klatschte sich \u00e4rgerlich mit der flachen Hand vor die Stirn und folgte dem \u00e4lteren Jungen. T\u00edjnje weinte immer noch, aber nicht mehr wie ein trotziges kleines Kind, sondern so j\u00e4mmerlich, dass es die Jungen anr\u00fchrte.<\/p>\n<p data-p-id=\"2582dbf6dc16cf0aa46fc5347bc28732\">\u201eWie kann es sein, dass wir hier Spuren hinterlassen haben?&#8221;, fragte J\u00e1ndris schlie\u00dflich misstrauisch.<\/p>\n<p data-p-id=\"1331bc1250e3c7a58f4663fc2984a212\">\u201eWeil wir nicht \u00fcber den Sand geschwebt sind. Was denkst du denn sonst?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a952ffb4971efd94adc16b4c5da62d71\">\u201eIch traue der Sache eben nicht. Und wenn das wieder eine Falle ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cf16e2948a72063fc2e4d28e7df2c9a9\">\u201eDie Chaosgeister machen sich ganz bestimmt nicht die M\u00fche, unsere Spuren zu verwischen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4adfa310601f9e8f32c68da1375fb950\">\u201eIhr sollt nicht zanken&#8221;, schniefte T\u00edjnje. \u201eWenn wir hier zanken, dann freuen sich die b\u00f6sen Monster und wir finden Manj\u00e9v nicht, und Opa und die anderen auch nicht mehr.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6caee2578d3181a0b8bc82f9d02cc80c\">\u201eWer ist denn zuerst wegge&#8230;&#8221; L\u00e1as unterbrach sich und runzelte die Stirn. Dann heftete er seinen Blick wieder auf den Boden. Die Sicht reichte in dem Nebel nur wenige Schritte weit, sodass die Kinder sich besser nicht ablenken lie\u00dfen. Eine Weile ging das gut. Doch dann fand sich J\u00e1ndris in seinen Bef\u00fcrchtungen best\u00e4tigt.<\/p>\n<p data-p-id=\"47c7ad3d681c8ad044f52f19f91a1bcd\">\u201eIch sage doch, es f\u00fchrt in die Irre&#8221;, sagte er mit finsterem Blick auf den Boden. \u201eWir laufen im Kreis.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d268de4f50939308c5fa549549ef06d3\">\u201eAber wir sind doch ganz geradeaus gegangen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aaf3ea2c9426af073b030163ed702cde\">\u201eUnd wie erkl\u00e4rst du dir das da?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b72a33e70e803f95616733bdf145ca00\">Die Kinder schauten ratlos auf die Reihe an Spuren im Sand, die die ihren kreuzten. L\u00e1as versetzte den Abdr\u00fccken schlie\u00dflich einen \u00e4rgerlichen Tritt, und benutzte ein Wort, das die M\u00e4chte sicher b\u00f6se gemacht h\u00e4tte, und wenn nicht die, dann ganz sicher die <em>opayra<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"996ac0d59736359f6871d8261390e6ca\">\u201eIch bin ganz geradeaus gelaufen&#8221;, beteuerte T\u00edjnje eingesch\u00fcchtert \u00fcber die Wut, die sie an den beiden gro\u00dfen Jungs sp\u00fcrte.<\/p>\n<p data-p-id=\"69c72223b4a66a405c72c3d186407402\">\u201eDas sehe ich!&#8221;, knurrte L\u00e1as. \u201eUnd wir dir hinterdrein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"db4df428ec9553e82e39ef43be659a85\">\u201eUnd wenn das die Spuren von Opa und den anderen sind? Oder die von den b\u00f6sen Ungeheuern?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"59d48f63be5ed8090c519a762dc09c2b\">\u201eNein, sind sie nicht. Vater nimm t mich mit auf die Jagd, ich wei\u00df, wie man Trittsiegel deutet. Es sind drei Kinder hier entlang gekommen, keine Erwachsenen mit gro\u00dfen F\u00fc\u00dfen und Stiefeln, wie die <em>yarlay<\/em> sie tragen. Das hier waren wir selbst!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2ecdb8ee1c647038b60068552908cfd7\">\u201eNein, waren wir nicht&#8221;, rief J\u00e1ndris aufgeregt. Er hockte sich nieder und besah sich die Spuren aus der N\u00e4he. Sie waren zwar unscharf und hatten sich schon ein wenig mit Wasser gef\u00fcllt, aber das Gesicht des Jungen hellte sich auf. \u201eL\u00e1as, ich glaube, das waren <em>tats\u00e4chlich <\/em>Manj\u00e9v, das Eulengesicht und das Wiegenkind.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"997bf6e82bb6e1b98310a9d7e87426c3\">\u201eWoher&#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"59d3652594cae1eb274f0dcce0676f0f\">\u201eWeil wir drei alle unsere Schuhe am Fu\u00df haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d5f8a01ed4c18bdcbd35538ca5f07563\">\u201eHab ich euch doch gesagt!&#8221; T\u00edjnje kniete sich neben ihn und tippte in die Vertiefungen, die nackte Zehen in den Sand gedr\u00fcckt hatten. \u201eManj\u00e9v ist hier entlang gelaufen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0df65133b03365952066acde484c654f\">\u201eNun gut.&#8221; L\u00e1as beruhigte sich sichtlich. \u201eAber was machen wir? Laufen wir zur\u00fcck zu den anderen oder folgen wir denen hier? Und wenn das doch ein raffiniertes Trugbild der Chaosgeister ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"be536bd35a4956fa8e5e58d150681374\">Sie \u00fcberlegten einen Moment. Dann erhob T\u00edjnje sich energisch.<\/p>\n<p data-p-id=\"a6f13fa6e6e63672950a0aa13ec800b8\">\u201e<em>Ich <\/em>will zu meiner <em>teirandanja<\/em>&#8220;, sagte sie. \u201eUnd ihr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5b57a45b60c57165114e2c87bfe41aa9\">\u201eMit uns&#8221;, gab J\u00e1ndris schnippisch zu bedenken, \u201ehat sie noch kein Brot geteilt.&#8221; Aber das meinte er im Scherz. T\u00edjnje war sehr erleichtert, als die beiden Jungen sich der barf\u00fc\u00dfigen Spur zuwandten. Sie w\u00e4re allein weitergegangen, wenn die beiden gez\u00f6gert h\u00e4tten. Aber so war es nat\u00fcrlich weit besser. Sie fasste vertrauensvoll L\u00e1as Hand und tappte neben ihm her.<\/p>\n<p data-p-id=\"e3e7e334c4b28ab40f0400160634b310\">Die Spur verschwand nicht, obwohl J\u00e1ndris mehrfach unkte, dass all das viel zu einfach ginge und sie mit Sicherheit bald auf trockenen Sand sto\u00dfen w\u00fcrden, in dem man den Tritten nicht mehr folgen konnte. Stattdessen gelangten sie an eine Stelle, in der der Sand gro\u00dffl\u00e4chig aufgew\u00fchlt war und von der sich die drei Kinderspuren in Begleitung einer vierten, tieferen Spur entfernten, der bestiefelten Spur eines Mannes. T\u00edjnje fragte sich, ob Manj\u00e9v und die beiden anderen Jungen vielleicht auf den alten grimmigen <em>yarl <\/em>Emberbey gesto\u00dfen waren, der losgezogen war, um das Meer zu finden und nach Hause zu schwimmen. Sie hoffte, dass das so war und bat im Stillen die M\u00e4chte darum, dass auch Manj\u00e9v und Merrit zu ihren Eltern zur\u00fcckfinden mochten.<\/p>\n<p data-p-id=\"9783a0899335c64692cc24163571f1fc\">\u201eWir m\u00fcssen alle zusammen von hier fort&#8221;, lie\u00df sie J\u00e1ndris und L\u00e1as wissen. \u201eWir m\u00fcssen alle beisammen sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7866c93a3555e75fcd5fd7434177ccd3\">\u201eWas denkst du, was geschieht, wenn wir alle wieder zusammen sind?&#8221;, fragte J\u00e1ndris.<\/p>\n<p data-p-id=\"d57611fc95bdbe1ae3b1c8f5aabfe4f6\">\u201eDann gehen wir gemeinsam nach Hause.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"51be1388166a85d854a88bd0fbb09153\">Die Jungen wechselten einen vielsagenden Blick miteinander, T\u00edjnje bemerkte das wohl. Aber sie entschied sich, nicht zu fragen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3db659a700d69242c5874e1eaaeb9e39\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"7283fbbf77dd4d55b9e9fc5d1c816b7e\">Die <em>sinora <\/em>war es, als sei sie in einem Traum. Wie schlafwandelnd bewegte sie sich durch den Stall. Nachdem nach dem blendenden Lichtblitz, der durch die Mauern emporgezuckt war, ihr Augenlicht ihr wieder die Umgebung zeigte, hatten die Mauern des Stalles begannen, in einem zauberhaften, gr\u00fcngelben Schimmer zu pulsieren.<\/p>\n<p data-p-id=\"a5fcb610196dde90f9e015fd7a031b85\">Die Einh\u00f6rner, die einige Zeit zuvor reiterlos auf dem Hof gelandet und wie selbstverst\u00e4ndlich in den Stall getrabt waren, schnaubten unruhig. Der gr\u00f6\u00dfere Hengst, herrlich schimmernd wie eine kostbare Perle, war in den Mittelgang gelaufen, ohne den Menschen Beachtung zu schenken. Der Maultierf\u00fchrer hatte ihm ehrf\u00fcrchtig Platz gemacht, und auch der <em>maedlor<\/em>, der arme junge Bursche, der ganz offensichtlich mit seinen Nerven nicht mehr bei sich war und seine Berufswahl verfluchte, hatte sich in die hinterste Ecke verzogen. Das Einhorn stand nun vor dem K\u00e4fig, in dem das goldgl\u00e4nzende, zierlichere Tier wartete, und schnaubte es grollend an. Sie standen N\u00fcstern an N\u00fcstern und wirkten vertraut.<\/p>\n<p data-p-id=\"474f307bd8827b9c00530c1e9593822d\">Das andere Einhorn, das bunt schillernde, das dem kleinen Jungen geh\u00f6rte, stand bei ihr und Sah\u00e1al\u00edr, der immer noch Schwierigkeiten hatte, etwas zu erkennen. Das Licht hatte seinen ohnehin schwachen Augen mehr zugesetzt als den ihren. Das riesige Tier blickte durch das Tor mit aufmerksam gespitzten Ohren nach drau\u00dfen, als warte es auf etwas. Als <em>wisse <\/em>es etwas.<\/p>\n<p data-p-id=\"09377807ae0804e8ed893a598b1c93a3\">\u201eOb mit den Kindern alles in Ordnung ist?&#8221;, fragte die <em>sinora <\/em>und schaute ebenfalls hinaus. Oh, wie seltsam die Burg aussah. Jeder Turm, den sie von hier aus sehen konnten, leuchtete in einer anderen Farbe, und an den Mauern dazwischen verwirbelten die benachbarten T\u00f6ne miteinander. Als von den Turmspitzen all die Ritter, so unglaublich viele an der Zahl, in den Himmel emporgestiegen waren und sich zu einem n\u00e4chtlichen Regenbogen formiert hatten, war das Einhorn unruhig gewordern und hatte sehnsuchtsvoll gegrollt, so als wolle es mit ihnen mitlaufen. Aufgeregt gescharrt und seine Fl\u00fcgel ausgespannt hatte es. Aber &#8230; es war bei ihnen geblieben. Es <em>wartete<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"78dae74581bde33bc51ef749870afab4\">Die <em>sinora <\/em>streckte zaghaft die Finger nach ihm aus und strich \u00fcber das bunte Fell. Staubtrockener Sand rieselte davon zu Boden. Der K\u00f6rper des Gesch\u00f6pfes war viel w\u00e4rmer, als sie es erwartet hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"d03298cbd9aa83d35ed43affaa726ffe\">\u201eWollen wir die M\u00e4chte darum bitten&#8221;, sagte Sah\u00e1al\u00edr. Als die Ritter von der Burg weg gen S\u00fcdost geflogen waren, ein Spektakel, ein Schauspiel von unfassbarer Majest\u00e4t, hatte die <em>sinora <\/em>hatte ihn danach gefragt, aber nur zur Antwort bekommen, dass es schlimm stand, wenn Patagh\u00edu sein Regenbogenheer entsandte.<\/p>\n<p data-p-id=\"115eea62a75adb20260b2be76a7ab14d\">\u201eZuletzt&#8221;, hatte er erkl\u00e4rt, \u201eist das w\u00e4hrend der letzten Tage der Chaoskriege geschehen. Niemand h\u00e4tte gedacht, dass es jemals wieder n\u00f6tig sein w\u00fcrde, noch dass es noch einmal geschehen k\u00f6nne, nachdem die <em>faj\u00eda\u00e9 <\/em>fort waren, bis auf die einzige \u00dcberlebende.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"882138da14b3f6e9d9695af4790525f4\">Sie streichelte das nerv\u00f6se Einhorn, als h\u00e4tte sie den Ehrgeiz, es beruhigen zu k\u00f6nnen. \u201eWie k\u00f6nnen es so viele sein?&#8221;, fragte sie.<\/p>\n<p data-p-id=\"661e714ac9ee429c4f12845fd4997a88\">\u201eEs hei\u00dft, die <em>faj\u00eda\u00e8 <\/em>beschw\u00f6ren sie im Namen von Patagh\u00edu selbst, wenn gro\u00dfe Not herrscht. Dass die Gro\u00dfmeisterin allein dazu in der Lage ist, hat wohl niemand geahnt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fe7e5b8c50510edd81020f5791ae2229\">\u201eWas bedeutet das, Herr?&#8221;, fragte der <em>maedlor<\/em>, der sicher nicht damit gerechnet hatte, das Regenbogenheer einmal leibhaftig zu Gesicht zu bekommen. Sieben Magier waren vorhin noch im Stall gewesen, um ihre Reittiere zu holen. Wo all die anderen hergekommen und wie sie alle auf die T\u00fcrme gepasst hatten, das war f\u00fcr einen Menschenverstand nicht zu fassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b25c20874784c2dfb798074f70a1b72f\">\u201eIch bef\u00fcrchte&#8221;, erkl\u00e4rte Sah\u00e1al\u00edr der Runde, die das Schicksal hier im Stall versammelt hatte, \u201edass sie losgezogen sind, um die Chaosgeister zu besiegen, die der Junge erw\u00e4hnt hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a9899e0196db90c4891e6a6ab9ac02fc\">\u201eAch&#8221;, jammerte der <em>maedlor<\/em>. \u201eWas kann denn noch alles heute nur geschehen? Dieser Sandregensturm, Chaosgeister und nun noch das!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f0573f8c401105648cf3afde3755be4b\">Kaum hatte er das gesagt, erklang drau\u00dfen ein sonderbares Ger\u00e4usch, ein seltsam metallisches Schwingen, so als habe ein riesenhafter Lautenspieler eine Saite angeschlagen. Irgendetwas am Fu\u00dfe des Turms blitzte kurz in einem hellen, klaren Licht auf und verlosch. Das Einhorn streckte den Kopf vor und wagte sich einen Schritt ins Freie.<\/p>\n<p data-p-id=\"7977cca7cfa394700a6625f150c2410b\">\u201eWas war das?&#8221;, erkundigte Sah\u00e1al\u00edr sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"dc71586af0dc1486814b82da86541069\">\u201eIch wei\u00df nicht. Da scheint etwas vom Turm herabgefallen zu sein. Soll ich nachsehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0ea3d3d7f5385a005a13181654a20d02\">\u201eNein, tut das nicht, ehrw\u00fcrdige <em>sinora<\/em>!&#8221;, rief der <em>maedlor <\/em>aus. \u201eWer wei\u00df, welche Ungeheuerlichkeiten sich da drau\u00dfen zutragen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"355eb9d7c755ecb20cc75b933316fb34\">Sah\u00e1al\u00edr schaute in ihre Richtung. Im Glimmen der Mauern sah sie das Verlangen in seinen Z\u00fcgen.<\/p>\n<p data-p-id=\"e7655bdc79252da1bacaf6c74d89cc8d\">\u201eK\u00f6nnte ich mich bewegen&#8221;, sagte er, \u201emich triebe die Neugier.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0dea42e56bc468dbb0aaaa2af9051182\">\u201eAuch angesichts der Gefahr?&#8221;, fragte sie.<\/p>\n<p data-p-id=\"39bcd49e93a0881193e2cabb28b1fd4f\">\u201eWas soll denn nun noch passieren?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e5f9b3c2fd2000823515c9cb15518c54\">Sie l\u00e4chelte. Ja, was sollte noch passieren?<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2676","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2676","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2676"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2676\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3696,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2676\/revisions\/3696"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2676"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2676"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2676"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}