{"id":2674,"date":"2025-08-25T13:44:37","date_gmt":"2025-08-25T11:44:37","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2674"},"modified":"2025-08-31T23:01:18","modified_gmt":"2025-08-31T21:01:18","slug":"125-zeitverschiebung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/125-zeitverschiebung\/","title":{"rendered":"125: Zeitverschiebung"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"b729d139d1da5c811b9b9b9b38a55481\">Die alte Frau wich vor \u00daldaise Ti\u00e1ramal\u00e9 zur\u00fcck, aber sie war zu langsam und gebrechlich. Der Greis schritt an D\u00fdamir\u00e9e vorbei und schwang seinen Stock gegen die Dame, schlug zu und traf sie so hart vor die Brust, dass die <em>sinora<\/em> st\u00fcrzte wie ein Stein, und genauso stumm. Nicht einmal f\u00fcr einen Schmerzenslaut hatte sie den Atem \u00fcbrig.<\/p>\n<p data-p-id=\"8309fefe2bc660b2c211896b15a9fda9\">\u201eSah\u00e1al\u00edr?&#8221;, schrie \u00daldaise herausfordernd \u00fcber den Hof und blieb vor der wimmernden <em>sinora<\/em> stehen. \u201eBist du auch hier? Sieh her! Willst du mich nicht aufhalten, dummer alter Mann? Komm, hilf ihr! Lass dich hertragen! Oder lohnt sich das nicht mehr? Ist gar nichts mehr \u00fcbrig von deiner Moral, kein kleiner Rest mehr von Edelmut und Tapferkeit deiner Jugend? Ich warte, bis du hier bist!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"660945e45535ae8a849d86cf9668ec18\">Tats\u00e4chlich: Da dr\u00fcben am Stall bewegte sich etwas, aber es war nicht Sah\u00e1al\u00edr. Ein ihm unbekannter Unkundiger, wahrscheinlich einer der Dienstknechte des Stadt\u00e4ltesten, verschwand im Geb\u00e4ude und schrie dort in panischer Verwirrung unverst\u00e4ndliches Zeug. Wahrscheinlich war der alte <em>sinor<\/em> nicht in Reichweite der T\u00fcr, so dass er nicht selbst gesehen hatte, was dem tatterigen Weibsbild widerfahren war, das da lag und leise winselte.<\/p>\n<p data-p-id=\"d2d2b8e549dff192bbb12b43c4ab0fba\">Er rief sich zur Ordnung. Diese gebrechlichen Unkundigen, warum auch immer sie hier im Ciel\u00e1stel herumlungerten, w\u00fcrden ihm nicht weglaufen, zumindest nicht mehr schnell genug. Das hatte Zeit. Aber der Stab, den musste er haben. Und dann w\u00e4re der <em>b\u00e1chorkor<\/em> dran, den das Licht ihm auf den Hals gehetzt hatte. Dass der den Stern erbeutet hatte, das war ein \u00e4rgerlicher, ein dummer, ein unverzeihlicher Fehler. Aber nichts, was sich nicht korrigieren lie\u00dfe.<\/p>\n<p data-p-id=\"f906f5fdd6451694478a5931e83665ac\">\u00daldaise l\u00e4chelte grimmig, drehte sich um und wandte sich dem Schattens\u00e4ngerbalg zu. \u201eUnd nun zu dir, Ungestalt! Gib mir &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"26a9bd04738a4e68cccd00dad1e31c70\">G\u00e4nzlich unerwartet rammte ihn etwas mit der Wucht eines Schafbocks in den Magen. Eines Bocklammes, denn allzu stark war Advon Ir\u00edsolor nun einmal nicht. In Ermangelung einer Waffe hatte der Knabe sich selbst dem <em>sinor<\/em> entgegengeworfen und ins Wanken, aber nicht zu Fall gebracht. \u00daldaise Ti\u00e1ramal\u00e9 kr\u00fcmmte sich verbl\u00fcfft und schnappte nach Luft. Aber das Kind w\u00fcrde ihn nicht aufhalten.<\/p>\n<p data-p-id=\"ad749ee2cc58986d735c1f687969f6dd\">\u201eVerdammter Bengel&#8221;, \u00e4chzte der Alte und hob seinen Stab.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a3e008e9e86edae3d5b0d921141d6e2\">\u201eFarbenspiel!&#8221;, rief Advon schrill.<\/p>\n<p data-p-id=\"40617a8591368d458b9855cac1063478\">Und dann preschte das verfluchte Einhorn herbei, trompetend wie ein riesenhafter Prachtvogel, und mit weit ausgestellten Fl\u00fcgeln.<\/p>\n<p data-p-id=\"3e48619c2b110ee46240efedd57cd16a\">\u00daldaise blieb nichts anderes \u00fcbrig, als sich \u00fcber das M\u00e4dchen zu werfen. D\u00fdamir\u00e9e Lagoscyre kreischte, als er sie bei den Haaren griff und mitsamt dem Stab an sich presste. Das Einhorn kam viel zu dicht vor ihm zu stehen, stieg ob dieses Bremsman\u00f6vers auf die Hinterbeine, und messerscharfe Klauen trampelten keine Handbreit vor \u00daldaises Gesicht durch die Luft.<\/p>\n<p data-p-id=\"02df59e95db54bff3d298f7acf978bb8\">\u201eRuf deine Schindm\u00e4hre zur\u00fcck, Bengel! Oder ich werfe ihm das Balg hier zwischen die Hufe!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fe22d8f2d0a5ff9595bba6e17a8f7aec\">\u201eLass mich los, du b\u00f6ser alter Mann!&#8221;, schimpfte das M\u00e4dchen. \u201eDu tust mir weh!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7cd0fbb852837f2cffddee65a664d020\">\u201eHab keine Angst, D\u00fdamir\u00e9e!&#8221; Der Junge war erfreulich besorgt. \u201eFarbenspiel, ruhig! Ruhig! Niemanden niedertreten, h\u00f6rst du? Ich &#8230; ich <em>will<\/em>, dass du ruhig bliebst!&#8221;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ce7461a79ed2ad093f239d17afc14953\">\u201eAdvon!&#8221;, jammerte das M\u00e4dchen. \u201eDer Stab &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dd15acafbac8e01e2f654c7fc97f879e\">\u201e\u00daldaise!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"659bcb530465188320336bcb8156ffa3\">Der Greis schreckte herum. Jetzt war da auch noch der Goldene, in feuerflammender <em>maghiscal<\/em> erschien er am Turmausgang. Der Mann brannte, nicht nur in ungez\u00fcgelter Magie, sondern in schierer Wut. Drohend hatte er sein Schwert gez\u00fcckt, beeindruckend w\u00e4re das gewesen, h\u00e4tte \u00daldaise Ti\u00e1ramal\u00e9 noch Respekt vor ihm empfunden. Aber nun hatte er den Stab. Nun gut, es hing noch das Kind daran, aber das abzusch\u00fctteln w\u00fcrde ein Leichtes sein.<\/p>\n<p data-p-id=\"fda5313d40b3d9c91ea66643e8a3f2a1\">\u201eDu kommst zu sp\u00e4t, C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor!&#8221; Er riss den Kopf des M\u00e4dchens am Haar so weit nach hinten, dass es strauchelte und den Halt verlor, aber da er es festhielt. st\u00fcrzte es nicht hin. \u201eIch habe ihn! Ich habe das Artefakt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a963577d44475d1269e39daeb8749f95\">\u201eDu bist wahnsinnig!&#8221;, unterstellte der Goldene. \u201eLass los, \u00daldaise!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c6a7bb58a0034638fca707d0488c65b1\">\u201eWas denn? Das l\u00e4sterliche G\u00f6r oder den Stab?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05a87ba534e580d81b63f11c98d87176\">\u201eSpotte nur, \u00daldaise, Sileda\u00fa, Ovid\u00e1ol, wer immer du bist! Ich hole mir beides!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ceaf0e7206d1eb22c1d305d50d87f866\">\u201eTats\u00e4chlich? Deine <em>maghiscal<\/em>, C\u00fdel\u00fa, die l\u00f6st sich im Regen schon wieder auf. Willst du nicht besser wieder hineingehen und dich unterstellen? W\u00e4re doch schade, wenn ich den Stab gleich an dir und deiner Brut ausprobiere, oder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"219f81635669490c1342201d7906bd41\">Der Goldene z\u00f6gerte. Offenbar bemerkte er nun selbst, dass das Unwetter erneut begann, seine Magie zu verw\u00e4ssern. Er warf einen irritierten Blick auf seine Hand, aber der kurze Zweifel hielt ihn das nicht lange auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"9ca280aa10e4d1ba349a021feb1484a4\">\u201eMit blo\u00dfen H\u00e4nden&#8221;, knurrte er, \u201ebin ich einst hergekommen. Die reichen aus, um einem alten Mann den Hals zu brechen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ac61617511c42512b2b06123285bbf9e\">\u201ePapa!&#8221;, entsetzte sich Advon, aber der Goldene schien wild entschlossen. Im Vorbeigehen strich er seinem Sohn \u00fcber den Kopf.<\/p>\n<p data-p-id=\"13cd8794d51fb9c1e70c29fa20b9e516\">\u201eGlaubst du ernsthaft, ich habe Angst vor dir?&#8221;, h\u00f6hnte \u00daldaise. \u201eIch wei\u00df, von wo du einst hergekrochen kamst und dass Patagh\u00edu in einem Anfall von Verwirrung seine Gaben verteilt hat! Du bist der Gro\u00dfmeister, C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor, f\u00fcr Elos\u00e1l und ihre Kreaturen mag das reichen. Aber was du wirklich bist, im Angesicht des Weltenspiels, das ist &#8230; ein Witz!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"acc5318728c156df768814f78c6563a6\">\u201ePapa?&#8221; Advon schaute verwirrt von einem zum Anderen. Das M\u00e4dchen jammerte vor Schmerz.<\/p>\n<p data-p-id=\"5797c4250a3474fec7040e72f6cffe6b\">\u201eIch&#8221;, sagte der Magier dann rau, \u201ekann dar\u00fcber nicht lachen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"295adb0f457a79b1523145f657eb4dc2\">Und er holte aus, seine goldene Klinge glei\u00dfte im Schein seiner flackernden Feuermagie und den Blitzen, des niederzuckenden aus dem Gewitter und dem anderen, der in die Wolken empor schoss, ein Blitz, eiskalt und silbern wie blanker Stahl.<\/p>\n<p data-p-id=\"1401a15f720cea4851154a5d835f7292\">Aber das Schwert fuhr ins Leere. Denn \u00daldaise war &#8230; fort. Mitsamt dem M\u00e4dchen und dem Stab. Und die ersten dicken Hagelk\u00f6rner prasselten auf den Ciel\u00e1stel hinab.<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"0ed52a0885bdcd5b5284e08ce22307e2\">Das Boot ging vor Anker. Jedenfalls bewegte es sich pl\u00f6tzlich nicht mehr weiter. Es dauerte einen Moment, bis jemand es wagte, das zu kommentieren.<\/p>\n<p data-p-id=\"e574d4193e568f13480c13acd8509c04\">\u201eIst es &#8230; kaputt?&#8221;, fragte Manj\u00e9v.<\/p>\n<p data-p-id=\"e52b420acadfd76e02a6700d32ea0604\">Merrit kniete neben dem Schiffchen nieder und kniff die Augen zusammen. \u201eDas Licht ist noch da drinnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2e0169db8017b0235a9c01fc61b7eae7\">\u201eAber warum geht es dann nicht weiter?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"34b08d56ad617520255bbddf17cdedc7\">Die Kinder wandten sich dem <em>yarl<\/em> zu. Aber das taten sie eher aus H\u00f6flichkeit, denn dass die Erwachsenen meist keine Antwort auf Fragen hatten, \u00fcberraschte keinen der drei mehr. Zum Gl\u00fcck war Alsg\u00f6r Emberbey ehrlich genug, ihnen nicht einfach eine Behauptung f\u00fcr Wahrheit zu verkaufen.<\/p>\n<p data-p-id=\"dd8cbbb0dfe945b64e6e8e9e3b6b568d\">\u201eM\u00f6gen die M\u00e4chte geben&#8221;, sagte er stattdessen, \u201edass es nicht eine T\u00fccke der Roten Dame ist und uns in eine Falle f\u00fchrt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1ae4cf584a42f44445a8bf5c59e393dc\">\u201eWas hat die Rote Dame Euch eigentlich angetan?&#8221;, fragte Merrit ver\u00e4rgert. Offenbar hatte sein Fiebertraum ihn so beeindruckt, dass er jeden Zweifel an ihr f\u00fcr eine Schm\u00e4hung ansah.<\/p>\n<p data-p-id=\"58d03e80e3a7e1856ca7deb8207116df\">\u201eMir? Den M\u00e4chten sei Dank, ich bin niemals einer begegnet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a3ea2efed246395fc2d901e61751756f\">\u201eAber Ihr wisst, wer sie ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ec42dbd013280b1a83e1e92cbf5c2eb9\">\u201eSie und ihresgleichen?&#8221; Alsg\u00f6r Emberbey schien einen Moment zu \u00fcberlegen, ob etwas sagen sollte, entschied sich dann aber offenbar eines Besseren.<\/p>\n<p data-p-id=\"90d202947c6a57268311f85a9294cd4d\">\u201eDaf\u00fcr&#8221;, sagte er knapp, \u201eseid ihr noch zu jung. Und f\u00fcr Eure Ohren, Majest\u00e4t, sind diese b\u00f6sen Geschichten nicht bestimmt. Es ist lange Zeit vergangen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"77043b032ed9a1288fac72c8558b0561\">Merrit runzelte die Stirn. Ganz offensichtlich lechzte er nach einer Erkl\u00e4rung, war zugleich emp\u00f6rt dar\u00fcber, dass der <em>yarl <\/em>die Dame geringsch\u00e4tzte, und zu gut erzogen, um vorlaut zu sein.<\/p>\n<p data-p-id=\"a4063c25e496a8f79f65dbeb56c657ec\">Osse r\u00e4usperte sich. Manj\u00e9v vermutete, er wolle seinen Freund damit davon abhalten, seinem Vater schwierige Fragen zu stellen.<\/p>\n<p data-p-id=\"cad0b69852fab58732f21acdc0923654\">\u201eLasst uns warten&#8221;, sagte sie. Vermutlich war es das, was in dieser Lage von ihr erwartet wurde. Sie war die <em>teirandanja<\/em>. Ihre Getreuen durften untereinander nicht streiten.<\/p>\n<p data-p-id=\"f5455ef9291994757084bc68ca7bb94a\">\u201eAber wenn wir stehen bleiben, dann kommen die Monster zur\u00fcck.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"122025c1dcd5e7d4c04bfa4ae8b925a8\">\u201eGlaube ich nicht.&#8221; Sie versuchte, einen Scherz zum machen. \u201eVielleicht hat sich unten ihnen herumgesprochen, wie gut Merrit mit seiner Waffe umgehen kann. Und du mit deinem Brett. Und Ihr, Herr Alsg\u00f6r, mit dem Schwert. Die haben Angst vor uns.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0e0adda08635e5897b3f6bc9a02792fe\">\u201eDas&#8221;, murmelte der Ritter, \u201ebezweifle ich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"079ad0596796f0b7120bc5b9050ed88c\">Sie standen eine Weile herum, bis das Schweigen unangenehm wurde. Das Boot r\u00fchrte sich nicht voran. Ab und zu \u00fcberpr\u00fcften die Jungen, ob das Licht noch darin schien. Manj\u00e9v bebte vor Anspannung. Irgend etwas w\u00fcrde geschehen, das war sicher. Aber worauf wartete es?<\/p>\n<p data-p-id=\"96b6eca3959aa5924bcf2b7eb22c71b8\">So verging einige Zeit. Merrit hatte begonnen, angetrocknete Reste von Chaosgeistblut von der Dornenkugel zu knibbeln, die er zuvor \u00fcbersehen hatte. Damit war er allerdings sehr schnell fertig.<\/p>\n<p data-p-id=\"5537d3088cd42b3f558b0849d678926b\">\u201eWas Truda und Ra\u00fdneta wohl daheim gerade tun&#8221;, fragte Osse pl\u00f6tzlich nachdenklich.<\/p>\n<p data-p-id=\"b9fa29fa9992559f1c91a57e6a6ab50d\">\u201eDas Kleine wird wohl friedlich schlafen&#8221;, sagte Alsg\u00f6r Emberbey. \u201eUnd auf Truda gibt die <em>opayra<\/em> acht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"22095f23c7f1314760b372f0aa6d9fca\">\u201eOb sie uns vermissen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5fef953a4cf879a0216a0ca689080724\">\u201eDazu sind wir noch nicht lange genug fort, Osse. Sie erwarten uns erst in einigen Tagen zur\u00fcck.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ff0c35bbe408313c43f298528114967b\">Der Junge nickte stumm. Aber Manj\u00e9v horchte auf. An die kleine Truda hatte sie gar nicht mehr gedacht und konnte sich kaum etwas vorstellen, wenn sie daran dachte, dass bald ein weiteres M\u00e4dchen Teil ihres Lebens sein w\u00fcrde. Die <em>teirandanja<\/em> hatte schon in den vergangenen Monden begonnen zu ahnen, dass die Zeit des unbeschwerten Zusammenseins mit L\u00e1as und J\u00e1ndris bald weniger werden w\u00fcrde. Die Jungen waren bald zu alt, um sich mit den jungen M\u00e4dchen abzugeben. Und sie, sie w\u00fcrde vom Kind zur Dame werden.<\/p>\n<p data-p-id=\"04f14ec0f8a978f2eda5f984d4a22907\">\u201eOb Truda sich gut mit T\u00edjnje verstehen wird?&#8221;, fragte Manj\u00e9v. \u201eSchlie\u00dflich sollen die beiden meine Hofdamen sein. Ich f\u00e4nde es dumm, wenn sich mein Gefolge nicht vertr\u00e4gt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2925fd7998234e4c738db6477f2d2835\">\u201eTruda ist ein sehr wohlerzogenes und f\u00fcgsames Kind, Majest\u00e4t. Sie wird Euch keinen Anlass zum Tadel geben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2c707188507218121723b9a34308427c\">\u201eSpielt sie noch mit Puppen, Herr Alsg\u00f6r?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"916c61b8a238df0279ab64dbfbe990b1\">Der Ritter bedachte die <em>teirandanja<\/em> mit einem verwirrten Blick. Manj\u00e9v schaute ihn erwartungsvoll an, bis sie begriff, dass der Ritter vermutlich nicht wusste, womit sein kleines M\u00e4dchen sich die Zeit vertrieb.<\/p>\n<p data-p-id=\"06baa44eeb36736b91816659aa33f149\">\u201eSie besitzt eine Puppe&#8221;, antwortete Osse an seiner Stelle. \u201eEine mit einem geschnitzten Gesicht aus Holz und Z\u00f6pfen aus Pferdehaar. Meine Mut-&#8230; in Ov\u00e9stola machen sie die Spielzeuge so.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"98212ff23335113df7649570d0a9ac4c\">\u201eT\u00edjnje hat eine aus Stoff&#8221;, erz\u00e4hlte Manj\u00e9v, nur damit es nicht still war. Sie war sich durchaus bewusst, dass sicher weder den alten Mann noch die beiden Jungs Geplapper \u00fcber M\u00e4dchenspielzeug interessierte. Aber das banale Thema kam ihr gerade recht als Ablenkung. \u201eAls ich klein war, hatte ich eine mit einem ganz feinen Gesicht aus angemaltem Glas. Mein Vater sagte, sie k\u00e4me aus Aur\u00f3p\u00e9a. Die war sehr h\u00fcbsch. Sp\u00e4ter wollte ich keine mehr.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6fa25701b39ca854590a92b072074c9f\">\u201eWas ist mit der Puppe geschehen?&#8221;, erkundigte Merrit sich h\u00f6flich.<\/p>\n<p data-p-id=\"61c662c55327c89da0205c2846240da4\">\u201eJ\u00e1ndris hat sie entf\u00fchrt. Das ist drei Winter her oder so. Wir haben gespielt, ich w\u00e4re die sch\u00f6ne <em>teiranda <\/em>und J\u00e1ndris der furchtbare graue Ritter, der mir die Tochter rauben wollte. L\u00e1as war mein <em>yarl<\/em>, der den Schurken besiegen sollte.&#8221; Sie l\u00e4chelte, als sie sich an die Begebenheit erinnerte. \u201eDie <em>opayra<\/em> fand das gar nicht lustig. Jedenfalls durfte ich nicht mit ihnen, um meine Tochter, also die Puppe zu retten, als sie auf ihren Pferdchen im Wald verschwunden sind. Ich glaube, die beiden hatten eigentlich nur im Sinn, um die Wette zu reiten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0206e519d270ddd42713ebbb4584ab7e\">\u201eUnd?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"84a038ac2398f35c4c49b5bf84278040\">Die <em>teirandanja<\/em> zuckte die Achseln. \u201eDie beiden waren dann im Wald wohl so sehr in ihr Kampfspiel versunken, dass sie die Puppe dort zur\u00fcckgelassen haben. Mama hat ein wenig geschimpft, als die Jungs es bekannt hatten, aber sie haben die Puppe nicht wiedergefunden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d12a4f87b273990be6eb9565ab81d958\">Alsg\u00f6r Emberbey sch\u00fcttelte missbilligend den Kopf. Osse schien das peinlich zu sein. Er kontrollierte erneut das Lichtlein. Merrit aber sagte: \u201eWenn wir das hier hinter uns haben, Majest\u00e4t, dann ziehe ich los und suche Eure Puppe im Wald.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4b56c880448b6c78a8684bffe25db14c\">Damit hatte sie nicht gerechnet. \u201eWirklich? Das ist &#8230; sehr freundlich, Merrit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fde1160cc42c5de016dd0f72d06267e5\">\u201eSie ist bestimmt noch in Ordnung, wenn sie aus Glas gemacht ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b9404721af27ecba67264b84d5c41e10\">\u201eAber ich spiele doch gar nicht mehr mit Puppen, Merrit. Daf\u00fcr bin ich lange zu alt. Es &#8230;&#8221; Sie schaute verlegen zu ihm hin\u00fcber. Bei den M\u00e4chten, hei\u00df und kalt wurde ihr. Er war so artig und aufmerksam, und doch schauderte sie zur\u00fcck. Es zog sie zu ihm hin, aber es f\u00fchlte sich an wie etwas Verbotenes. Strenger verboten, als die <em>opayra<\/em> es h\u00e4tte tadeln k\u00f6nnen. Ach, h\u00e4tte sie doch nur die Worte, ihm zu erkl\u00e4ren, was in ihr vorging!<\/p>\n<p data-p-id=\"e988fedab5dbb2d366e264ff8ba42abc\">Ein schabendes Ger\u00e4usch schreckte sie aus ihren Gedanken. Alsg\u00f6r Emberbey hatte die Hand am Schwert und es ein St\u00fcck weit aus der Scheide gezogen. Der Blick des alten Ritters war aufmerksam auf den Nebel gerichtet.<\/p>\n<p data-p-id=\"75c91bc605a25698f8c280b704e6c941\">Merrit Althopian bemerkte es im selben Moment. Er zog die Kette seines Streitflegels zwischen den H\u00e4nden straff, wohl damit sie nicht klirrte, und hielt ihn zum Schlag bereit. Osse schaute von einem zum anderen. Dann griff er sein Brett.<\/p>\n<p data-p-id=\"4c10940c5e0284ef2a986371f63628e9\">Manj\u00e9v begriff. Offenbar hatte Emberbey etwas beobachtet, das im Nebel auf sie lauerte. Er legte den Finger an die Lippen und sie nickte ihm zu. Dann b\u00fcckte sie sich nach dem B\u00f6tchen mit dem Stein und hob beides auf. Wenn es die Chaosgeister waren, w\u00fcrde sie vielleicht wieder den Stein werfen m\u00fcssen. Leise trat sie beiseite, um Platz zu machen.<\/p>\n<p data-p-id=\"c37b5d270e4738837b19318379357230\"><em>Bitte, ihr M\u00e4chte<\/em>, flehte sie im Stillen. <em>Bitte lasst sie noch die Kraft haben, es abzuwehren.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"840f5db415944b51d0b993c7199beecd\">Ein Schemen, zwei, noch mehr verdunkelte den schimmernden Nebel. Und nun h\u00f6rte sie es auch. Ein Murmeln, leise, aber ganz verzerrt und mit einem sonderbaren Hall drang an ihr Ohr. Etwas kam. Osse neben ihr blinzelte nerv\u00f6s. Das Brett in seiner Hand zitterte. Emberbey war bereit, wachsam, mit der Erfahrung eines langen Lebens.<\/p>\n<p data-p-id=\"054033e81dc344687b4456abe880faf3\">Merrit Althopian aber l\u00e4chelte gespannt, erwartungsvoll. Gruselig sah das aus. Und kaum trat das erste Wesen aus dem Nebel empor, fuhr die alte Dornenkugel ungebremst auf es nieder.<\/p>\n<p data-p-id=\"3db659a700d69242c5874e1eaaeb9e39\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"5d072cb6d791d6c00dde7ca4af319893\">J\u00f3ndere Mor\u00e9aval \u00e4rgerte sich \u00fcber die vergeudete Zeit. Aufgeregt hatte die <em>opayra<\/em> den <em>mestar<\/em> ins Schulzimmer gescheucht, damit er all seine gelehrten B\u00fccher gleich zur Hand habe. Dort hatte Mor\u00e9aval dem alten Gelehrten geduldig aus dem Ged\u00e4chtnis erkl\u00e4rt, welchen Wortlaut die Anweisungen des Schattens\u00e4ngers gehabt hatten. Der hatte sich verbl\u00fcfft gezeigt und dann Dinge vor sich hin gestottert, die er aus alten Abhandlungen wissen wollte, die offenbar jemand geschrieben hatte, der nie von Angesicht zu Angesicht mit einem Magier zu tun gehabt hatte. Irgendwann hatte die <em>yarlara <\/em>genug von alledem gehabt und war herausgest\u00fcrmt, durch die Halle, in den Sandregen hinaus, was nat\u00fcrlich die Aufmerksamkeit der dort Versammelten erregt hatte. Aber konnte man es ihr verdenken? Sie hielt ein Wundermittel in der Hand, mit dem sie das Leben von T\u00edjnje, ihrem Bruder und Vater w\u00fcrde retten k\u00f6nnen. Was sollte sie da noch l\u00e4nger warten?<\/p>\n<p data-p-id=\"792e972e2982bfc810b1e005b3d7f8b8\">\u201eBleib zur\u00fcck!&#8221;, rief Mor\u00e9aval, bahnte sich einen Weg durch die neugierig aus der Halle str\u00f6mende Menge. \u201eGeliebte! Warte!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3d74e75e96f21cb032e3e4540564faa9\">\u201eWorauf?&#8221;, zischte sie ihn an, als er zu ihr aufgeholt hatte. \u201eIch wei\u00df, was ich w\u00fcnsche! Ich will mein Kind zur\u00fcck! Unser Kind!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"695b830f4299587ed1c4c29c43b3e391\">Er erwischte sie beim Arm. \u201eNun nicht unbedacht! Es ist nur der eine Wunsch darin, und der darf nicht f\u00fcr dich sein!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eaced2027124f04a7dabeb9815017245\">\u201eIst er es etwa nicht f\u00fcr dich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"48d721a46f3ebc85f6d908e2eaab29f7\">\u201eHerr J\u00f3ndere hat recht!&#8221; Der <em>mestar<\/em> \u00e4chzte hinter ihnen her. \u201eGlaubt mir, Herrin! Hinter solchen Wunderdingen steckt immer T\u00fccke! Die Schwarzm\u00e4ntel &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2e06c4ebea588e234b13432ebf37fe82\">\u201eDer Schwarzmantel hat diese T\u00fcr verschlossen! Und ich werde sie wieder \u00f6ffnen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8663dcc6216376c4b089bfccba59be7b\">Mor\u00e9aval packte ihr Handgelenk. \u201eDas ist ja recht und billig! Aber wir m\u00fcssen es klug \u00fcberlegen! Wir wissen nicht, was der Stein tut!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"85d737eaaffe276ae7b75e3595741931\">Sie erreichten den Turm, wo der Steinmetz und zwei andere M\u00e4nner in geradezu l\u00e4cherlicher Manier die Mauer neben der T\u00fcr mit Mei\u00dfeln und einer Hacke bearbeiteten. Nat\u00fcrlich war es ihnen in der kurzen Frist noch nicht gelungen, viel mehr herauszuschlagen als ein St\u00fcck Stein, nicht gr\u00f6\u00dfer als eine M\u00e4nnerfaust. Immerhin \u2013 sie hatten der Mauer Schaden zugef\u00fcgt.<\/p>\n<p data-p-id=\"239f3b7fe3fcefdb3cf212a0963fe3c9\">Die Menge scharte sich erneut um die Treppe, aber es waren weniger Leute als zuvor. Der <em>yarl <\/em>legte die Hand auf die T\u00fcr. Dahinter gluckerte und platschte es immer noch. Etwas anderes war nicht zu h\u00f6ren, keine Menschenstimmen, keine Ger\u00e4usche.<\/p>\n<p data-p-id=\"8af4402de06889ae2e811c30df78d887\">\u201eWir d\u00fcrfen nicht nur T\u00edjnje retten&#8221;, sagte er. \u201eEs sind noch mehr Menschen darin eingesperrt. W\u00fcnschen wir nur f\u00fcr die unseren, vielleicht bleiben die anderen verloren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"44a7f8a8186e6f8c9c35d70cc5a98d92\">\u201eUnd wenn ich mir einfach nur diese verdammte T\u00fcr aufw\u00fcnschte?&#8221;, fragte sie. \u201eWas ist so schwer daran?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5931488125e02fa0b08f822064f2437d\">Er war dem <em>mestar<\/em> einen fragenden Blick zu, aber es war die <em>opayra<\/em>, die entsetzt die H\u00e4nde vor den Mund schlug. \u201eWenn das Wasser losst\u00fcrzt, Herr&#8221;, sagte sie, \u201ewohin wird es flie\u00dfen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bd265f8eba6309ab6ffc485f6213b110\">\u201eNa, hinaus!&#8221;, sagte die <em>yarlara<\/em>, aber Mor\u00e9aval erbleichte. Dann trat er an den Rand der Treppe.<\/p>\n<p data-p-id=\"780a40b8c2e13ac699ce672acdf3d811\">\u201eIch gebiete euch&#8221;, rief er, \u201ein Abwesenheit der <em>teiranday<\/em> und zu eurer eigenen Sicherheit, die Burg zu verlassen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1ed0560db133e37e6c8c394c7d882007\">Verbl\u00fcfftes Schweigen legte sich \u00fcber die tuschelnden Schaulustigen. Dann brandete ihm Stimmengewirr entgegen. Der Ritter hatte M\u00fche, sich wieder Geh\u00f6r zu verschaffen.<\/p>\n<p data-p-id=\"54220c4bfe7919c3055a3fda8a939d3f\">\u201eIch will, dass jeder von euch seine wertvolle Habe packt und ihr alle, mitsamt allen Tieren, in Richtung meines <em>yarlm\u00e1lon<\/em> auf der Stra\u00dfe nach Osten bergan lauft. Niemand bleibt zur\u00fcck. Diese Burg muss vollst\u00e4ndig ger\u00e4umt werden!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1ae0644fb7ec6f709a200e9e700f11ad\">\u201eWarum?&#8221;, rief jemand zur\u00fcck. Das, was Mor\u00e9aval da verlangte, war au\u00dfergew\u00f6hnlich, eine Ma\u00dfnahme, die v\u00f6llig dem entgegenstand, wozu eine Burg bestimmt war. Die Mauern von Wijdlant zu verlassen hie\u00dfe, den besten Schutz aufzugeben.<\/p>\n<p data-p-id=\"8d076bbc8f5cf9935afc467953be6cf0\">\u201eWeil niemand wei\u00df, wie viel Wasser in diesem Turm gestaut ist! Wenn wir die T\u00fcr \u00f6ffnen, dann wird mindestens der Hof geflutet, und ich will nicht, dass Mensch oder Tier in Not ger\u00e4t. Und wenn es schlimm l\u00e4uft, so rei\u00dft das Wasser vielleicht die Mauern ein, und ich will mich nicht verantworten, jemanden darunter erschlagen zu finden. Packt eure Sachen, die Pferde und das Vieh, und geht voran, bis das Gewitter endet. Ich will keinen von euch vor morgen Abend wieder hier sehen.&#8221; Er schaute zum <em>mestar <\/em>und der <em>opayra<\/em> hin\u00fcber. \u201eWenn ich dann noch jemanden sehen <em>kann<\/em>. Bitte, macht es nicht schwer. Geht ihnen als Beispiel voran.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ff9960633dd27af38144ff9852a11e30\">Die beiden z\u00f6gerten. Die Menge murmelte beunruhigt untereinander.<\/p>\n<p data-p-id=\"1fdf3d7e19f61ed33455cc4f323e57e7\">\u201eM\u00f6gen die M\u00e4chte Euch den rechten Wunsch finden lassen&#8221;, sagte der alte Gelehrte und verneigte sich. Die <em>opayra<\/em> seufzte. Dann umarmte sie die <em>yarlara<\/em> und stieg die Treppe hinab. Auch der Steinmetz und seine Helfer legten ihre Werkzeuge weg, verbeugten sich und machten sich gehorsam daran, dem Auftrag ihres Herrn zu gehorchen. Wenig sp\u00e4ter brach in der Burg hektische Betriebsamkeit aus. Es war keine Panik zu sp\u00fcren, aber bedr\u00fcckte Eile.<\/p>\n<p data-p-id=\"c6020e67028f9761736e330b06f314a2\">Die <em>yarlara<\/em> wechselte einen traurigen Blick mit Mor\u00e9aval.<\/p>\n<p data-p-id=\"ffd526f1251a4d89a5bdf70d059e983b\">\u201eNein&#8221;, sagte sie, bevor er es aussprach. \u201eIch muss und werde es tun. Wir bleiben beisammen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e3fffb705fadc70a395211bbd01cd8fd\">Er nickte und beobachtete, wie sie den Opal in das von den M\u00e4nnern geschlagene Loch in der Mauer legte. Dann zogen sie sich unter den Torvorsprung der T\u00fcr zur\u00fcck, der ein klein wenig Schutz vor dem Sand bot, und umarmten einander innig.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2674","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2674","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2674"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2674\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3694,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2674\/revisions\/3694"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2674"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2674"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2674"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}