{"id":2652,"date":"2025-08-25T13:35:52","date_gmt":"2025-08-25T11:35:52","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2652"},"modified":"2025-08-31T23:05:52","modified_gmt":"2025-08-31T21:05:52","slug":"115-verlorene-zeiten-verborgene-grenzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/115-verlorene-zeiten-verborgene-grenzen\/","title":{"rendered":"115: Verlorene Zeiten, verborgene Grenzen"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"9c7d3223734afedecd11249c97f9bd05\">Die Einh\u00f6rner im Stall wurden nerv\u00f6s. Ihre Unruhe \u00fcbertrug sich rasch auch auf die Pferde und Maultiere. So mischte sich in das sonderbare Ger\u00e4usch des auf das Dach regnenden Sandes und das Grollen aus den Wolken nun noch aufgeregtes Schnauben, Scharren und ab und zu das fremdartige Ger\u00e4usch, welches die gro\u00dfen gefl\u00fcgelten Tiere statt einem Wiehern von sich gaben.<\/p>\n<p data-p-id=\"fbe86573c1dea2982f8cae5e67e85b04\">Der <em>maedlor<\/em> und der Maultierf\u00fchrer schauten hinauf zum Turm, wo sich etwas zuzutragen schien. Es war so, als ob dort oben, am h\u00f6chsten Punkt des Ciel\u00e1stel, andersartiges Licht flackerte, das nicht zu dem stakkatoartigen Gewitter geh\u00f6rte. Beide M\u00e4nner schwiegen betreten. In beiden K\u00f6pfen mochten sich besorgte, verzagte Gedankeng\u00e4nge abspielen. Der Maultierf\u00fchrer war im Geist vielleicht bei seiner Familie in Aur\u00f3p\u00e9a, die in gro\u00dfer Sorge um ihn, aber hoffentlich in Sicherheit sein mochten. Ob der <em>maedlor<\/em> Familie oder Freunde, vielleicht eine <em>h\u00fdardora<\/em> in Aur\u00f3p\u00e9a hatte, wusste Sah\u00e1al\u00edr nicht. Es war auch nicht der richtige Zeitpunkt, ihn danach zu fragen. Der junge Mann war zu verst\u00f6rt und nestelte unabl\u00e4ssig fahrig an seinen Gew\u00e4ndern. Schon seit einer ganzen Weile hatte er keine hochtrabenden Bemerkungen gemacht.<\/p>\n<p data-p-id=\"a1d42d99684714575d646334d0b1ca8f\">Nun, wahrscheinlich hatte er sich auch nicht tr\u00e4umen lassen, diese Nacht zusammen mit zwei <em>sinoray<\/em> und einem einfachen S\u00e4nftenknecht im Heiligtum Patagh\u00edus zu verbringen, wenn auch nur in einem Stall.<\/p>\n<p data-p-id=\"6e2998f91f3fa91058ec28eacef2461a\">Die <em>sinora<\/em> sa\u00df neben dem alten Mann auf ihrem Schemel und hatte die Augen geschlossen. Das unnat\u00fcrliche Flackern be\u00e4ngstigte sie. Aber sie jammerte nicht, und falls sie weinte, dann so diskret und leise, dass er es nicht bemerkte. Sehen konnte er ohnehin nicht, nicht im dunklen Stall und nicht mit seinen halb erblindeten Augen.<\/p>\n<p data-p-id=\"5f6d80c12be7d1cafcc9b87ae9aa8d24\">\u201eMach dir keine Gedanken, Liebe&#8221;, versuchte er, sie aufzumuntern. \u201eWir sind hier sicher. Der Knabe h\u00e4tte uns nicht irgendwo gelassen, wo wir in Gefahr w\u00e4ren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c8b3627ef3950b9c6722cbbe8d5f6907\">\u201eEs ist ewig her, dass ich in einem Stall gewesen bin&#8221;, sagte sie nach einer Weile leise. \u201eUnd dann gleich hier, wo die sch\u00f6nen gefl\u00fcgelten R\u00f6sser sind.&#8221; Und dann, wieder einen Moment sp\u00e4ter: \u201eAls ich ein junges M\u00e4dchen war und auf dem Land wohnte, hatte ich ein sch\u00f6nes Pferd, ein hellbraunes. Wie oft bin ich mit meinen Freundinnen um die Wette geritten. Aber dann bin ich mit meinem <em>h\u00fdardor<\/em> in die Stadt gezogen. Da war kein Platz mehr f\u00fcr solche Vergn\u00fcgungen. Hattest du einmal ein Pferd, Sah\u00e1al\u00edr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1cce9517cb5606b8666d9a921d9b3981\">\u201eNat\u00fcrlich. Als ich ein junger Mann war, bin ich lange herumgereist. Ich war auf den gro\u00dfen Schulen. Ohne Pferd w\u00e4re ich nicht weit gekommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"423ad7412960a6714b0e4b22662ce439\">\u201eWas ist aus ihm geworden?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8074fa363de756268b57a5a92a4ff88d\">\u201eIch habe es verkaufen m\u00fcssen, um mein Studium in Iva\u00e1l zu finanzieren. Schade. Ein wohlhabender <em>vendyr<\/em> hat ihn genommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ec94dc6d160bfda5cb51c9126bc7e525\">\u201eWir h\u00e4tten gemeinsam ausreiten sollen&#8221;, redete sie nachdenklich weiter. \u201eIch wette, mein Pferd war schneller als deines.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b6644cdd0cca24d2dfdde5723dd2ed2d\">\u201eLiebe &#8230; als wir einander kennenlernten, mussten meine Knechte mich schon in den Sattel heben und f\u00fchren. Ich w\u00e4re eine Gefahr f\u00fcr jedermann zu Fu\u00df gewesen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"89d649e60e7d45490b03f66a905b1a0d\">Sie kicherte und verstummte dann wieder. Ob sie an ihr sch\u00f6nes Damenpferd dachte? Oder an all die verpassten Gelegenheiten?<\/p>\n<p data-p-id=\"1f821e3c4b365aa9e1e0b53a71bcadf3\"><em>Zeit<\/em>, dachte Sah\u00e1al\u00edr bedauernd, <em>kehrt nicht zur\u00fcck. Ich hatte reichlich davon, und doch nicht genug. Ob das der richtige Moment ist? Wann, wenn nicht jetzt?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"f15e1e9a2a9252b05667aa4d3d273ef7\">Sah\u00e1al\u00edr tastete vorsichtig neben sich. Ohne hinzuschauen, ohne etwas sehen zu k\u00f6nnen, suchte er nach ihrer Hand und legte die seine darauf. Wie zerbrechlich, wie d\u00fcnn und runzelig ihre Finger waren, kaum noch, dass ihre Ringe sich darauf hielten.<\/p>\n<p data-p-id=\"e20c3209fb179139daedfece542ef4cc\">Sie lie\u00df es geschehen, entzog ihm ihre Hand nicht. Stattdessen schmiegte sie wie beil\u00e4ufig, ihre Wange an seinem Arm. Sie lehnte sich an ihn, und w\u00e4re ihr Schemel etwas h\u00f6her gewesen, vielleicht h\u00e4tte er sogar ihre Stirn gesp\u00fcrt.<\/p>\n<p data-p-id=\"0dbc7ef7c84cb14a6325560b331bba06\">Was f\u00fcr eine sch\u00f6ne, wohltuende Spur von W\u00e4rme in dieser schrecklichen Nacht. Ach, mochte dieser Augenblick doch so lange anhalten, bis die Gefahr gebannt war.<\/p>\n<p data-p-id=\"7f02939130c010c4ebe6d0b97c6f6c57\">Und dann war es aus mit der Stille. Der <em>maedlor<\/em> und der Maultierf\u00fchrer wichen in den Vorraum zur\u00fcck, wurden von hochgewachsenen, fahlwei\u00dfen Gestalten zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Die Wesen brachten einen eigenartigen Schein mit sich, so als leuchteten sie aus sich heraus wie erl\u00f6schende Kerzenflammen. Im ersten Moment bef\u00fcrchtete der <em>sinor<\/em>, es handele sich um Chaosgeister, aber dann war recht schnell klar, dass es die Bewohner der Burg waren, die zu ihren R\u00f6ssern eilten.<\/p>\n<p data-p-id=\"bf91c244aab9bc2686872116fe61948b\">\u201eWer seid Ihr?&#8221;, wunderte sich einer im Vorbeirennen.<\/p>\n<p data-p-id=\"6e4d25072934c8296ecffe773952556d\">\u201eIch bin der Stadt\u00e4lteste von Aur\u00f3p\u00e9a!&#8221;, antwortete der <em>sinor<\/em> und fragte sich kurz erschrocken, ob er doch unbefugt hier war. \u201eIch bin Sah\u00e1al\u00edr &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"951c00f5d4eb6b0922ec5a9d6f915219\">\u201eGut&#8221;, sagte ein anderer der geisterbleichen M\u00e4nner. \u201eBleibt hier beieinander, Ihr und Euer Gefolge, und uns aus dem Weg. Wir haben zu tun.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c618f7afa54455df9110a61b5b279e7e\">Die <em>arcaval&#8217;ay<\/em>, denn niemand anderes konnte es sein, griffen sich aus der Sattelkammer Zaum und Z\u00fcgel und legten diese in Windeseile ihren jeweiligen Einh\u00f6rnern an. Niemand fragte nach den fremden Tieren im Stall, niemand verlangte nach einer Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Anwesenheit der vier Menschen. Sah\u00e1al\u00edr verfolgte das Treiben mit Entsetzen. Wenn die Magier es so eilig hatten und sich ihre Erscheinung so sonderbar ver\u00e4ndert hatte, dann ging hier gerade etwas sehr Ernstes vor. Vielleicht waren die Chaosgeister, von denen die Kinder berichtet hatten, bereits nahe.<\/p>\n<p data-p-id=\"5c5666b95beb3d5b5429be3598c00ef5\">Die <em>sinora<\/em> griff nun auch nach seiner Hand und hielt sie fest. Der <em>maedlor<\/em> und der Maultierf\u00fchrer dr\u00e4ngten sich ganz in den hintersten Winkel des Vorraums, um niemandem in der Quere zu sein. Kein Laut war von den beiden zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p data-p-id=\"8e4d2f34cfe4e310896282fee021fc78\">Fast genauso schnell, wie sie gekommen waren, hatten die Ritter ihre Einh\u00f6rner gesattelt und aufgez\u00e4umt. Einer nach dem anderen f\u00fchrte sein Ross ins Freie, stieg auf und ritt hinein in den Sandregen, hinauf in die Luft. Kein weiteres Wort war gefallen. Nur das verbliebene, goldene Einhorn schien verwirrt \u00fcber den Aufbruch seiner Artgenossen zu sein. Es rief mit gellender Stimme nach ihnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"d83f30927124dfbcdac179290385875f\">Der <em>maedlor<\/em> wagte sich zur\u00fcck an die T\u00fcr und schaute hinaus. \u201eWas machen sie?&#8221;, rief Sah\u00e1al\u00edr. \u201eKannst du etwas sehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"203b2ff0eb57fb8d1778955f893bc5f7\">\u201eSie kreisen&#8221;, antwortete der junge Mann, getraute sich sogar einen Schritt ins Freie. \u201eWie seltsam! Sie umfliegen die Burg in der Runde. Wie ein Reigentanz. Immer h\u00f6her hinauf und um den gro\u00dfen Turm!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"704a22e42e6b184dcb2b09a96e417988\">\u201eWarum?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"564474739a631f9bb3f7a67fbbbc7cd7\">\u201eIch wei\u00df nicht, Herrin! Vielleicht sehen sie von dort, aus welcher Richtung die Chaosgeister kommen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05b85fe254760507312232f931e8cf64\">\u201eHoffentlich h\u00e4lt das Tor&#8221;, murmelte der Maultiermann. \u201eIch geh nach meinen Mulis schauen.&#8221; Damit ging er nach hinten in den Stall und blieb dort vorerst. Wahrscheinlich suchte er bei seinen Tieren Schutz.<\/p>\n<p data-p-id=\"1988d9a2d546a68ac64980da411af806\">\u201eSie kreisen immer schneller&#8221;, berichtete der <em>maedlor<\/em>. \u201eSie galoppieren! Aber sie bleiben \u00fcber der Burg.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"384e9a9220e67cf6e6c78a87745e2e6e\">\u201eVielleicht ist gar nichts in Sicht. Es ist viel zu dunkel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cf5e4e3128a250400330cb2aed99aa7f\">\u201eOder&#8221;, murmelte die <em>sinora<\/em>, \u201esie warten auf ein Zeichen. Auf einen Befehl.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a58b4bf4ce827d626ece7f26a176af16\">\u201eEin Befehl? Zum Angriff vielleicht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5aa9ed49f6c2bb31ab3c5b8bc2ef948e\">\u201eM\u00f6glich. Wie viele sind es in der Luft? Ich habe sie nicht z\u00e4hlen k\u00f6nnen in dem Durcheinander.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7c64fb75d4a4c62f861c111dbbbacd10\">\u201eSieben&#8221;, kam die Antwort. Wahrscheinlich war es nicht ganz einfach, die fahlen Reiter zu z\u00e4hlen. Und sicherlich w\u00fcrden sie nicht eher angreifen, als dass ihr Anf\u00fchrer sich ihnen hinzugesellte. Denn der, der fehlte, das war ausgerechnet der Gro\u00dfmeister mit dem perlenwei\u00dfen Reittier.<\/p>\n<p data-p-id=\"7ba9c5787a42a1396206b415c232364b\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"9d8c653395a55466ba27006a12ab44ac\">K\u00edan\u00e1 von Wijdlant erhoffte sich, zu tr\u00e4umen, ein gewaltsamer, brutaler Traum, aber doch einer, in dem sie ertragen konnte, was mit ihr geschah, ohne vor Entsetzen den Verstand zu verlieren.<\/p>\n<p data-p-id=\"e4d8a70d08f17c6da4849d64b162b9f3\">Das Wesen hockte auf ihr, hatte knochend\u00fcrre Finger um ihren Hals gelegt und versuchte, ihr den Hals zuzudr\u00fccken. Das Gesicht, in das die wehrlose Frau dabei blickte, war entsetzlich, verzerrt und von einer ganz unnat\u00fcrlichen Farbe, gr\u00fcnlichgrau wie Schimmel auf Brot. Langes Haar, das aussah wie sich zersetzender Tang, fiel dem Wesen ins Gesicht und ber\u00fchrte dabei K\u00edan\u00e1s Wangen. Die Kreatur gab r\u00f6chelnde Laute von sich und w\u00fcrgte die <em>teiranda<\/em>, deren abwehrende H\u00e4nde Arme und eine Brust zu packen bekamen, die sich anf\u00fchlte sie ein aufgegangener Hefeteig.<\/p>\n<p data-p-id=\"80b7ac0cdbc7ddb840eb954b1ecc6726\">Dann zuckte etwas aus der Brust des Wesens hervor, begleitet von einem Schwall stinkender Fl\u00fcssigkeit. Es war die Spitze eines Dolches.<\/p>\n<p data-p-id=\"11a23c08e1f5f2b5a1130c0d7e38773b\">Der Griff des Monsters lockerte sich. Es warf einen verbl\u00fcfften Blick auf die Klinge, die es durchbohrt hatte, stand von K\u00edan\u00e1 auf und wandte sich um. Asga\u00fd, der den Dolch erschrocken losgelassen hatte, wich mit entsetzt aufgerissenen Augen zur\u00fcck. Unbeeindruckt von dem glatten Durchstich be\u00e4ugte das Wesen seinen Angreifer kurz und tappte dann auf ihn zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"d98bd871e71b7e2e49e16af000ce6213\">Und das, so erkannte K\u00edan\u00e1 von Wijdlant nun, war nur ein winziger Ausschnitt der irrsinnigen Szene, die weiterhin um sie tobte.<\/p>\n<p data-p-id=\"af563b94d980f86671c55dc2166d5fce\">Sieben oder acht vage menschen\u00e4hnliche Ungeheuer hatten sich aus dem Sand erhoben und auf die umherirrende Schar der Unkundigen gest\u00fcrzt. Abgesehen von blanker Mordlust scheinen sie keinen Antrieb daf\u00fcr zu haben, aber das reichte aus. Die Wesen sahen v\u00f6llig unterschiedlich aus; neben dem Aufgedunsenen gab es eines, das v\u00f6llig verkohlt zu sein schien und ein weiteres, das aus weniger Fleisch als frei sichtbaren Knochen bestand.<\/p>\n<p data-p-id=\"20ee8d41fe9685a66b0dee335c1d7159\">T\u00edjnjes Stimme schrillte scharf durch die sandgef\u00fcllte Leere. K\u00edan\u00e1 konnte es nachf\u00fchlen. Wenn sie selbst schon so entsetzt war, wie mussten die Kreaturen erst auf das kleine Kind wirken?<\/p>\n<p data-p-id=\"e928b84a5ac7ba6ff439d9b4187a19a4\">Aber niemand hatte gerade die Zeit, sich um das M\u00e4dchen zu k\u00fcmmern. Die M\u00e4nner hatten den ersten Schreck wohl \u00fcberwunden, nat\u00fcrlich, es waren gestandene Ritter, deren <em>Aufgabe<\/em> es war, Gefahren entgegenzutreten und sich nicht von Entsetzen zu kopfloser Panik treiben zu lassen. Allerdings waren die Herren nicht darauf vorbereitet, einen Kampf f\u00fchren zu m\u00fcssen. Zum Teil waren sie nicht einmal ordentlich ger\u00fcstet und bewaffnet. Nur Altabete, Grootplen und Emberbey hatten ihre Schwerter bei sich; Letzterer war durch die Brandwunde an seiner Hand darin behindert, das seine richtig zu f\u00fchren. Asga\u00fd, der ohnehin nur selten innerhalb der Burg bewaffnet herumlief, hatte seinen der Form halber getragenen Dolch gerade an das ekelhafte Wesen verloren. Selbst Althopian war in seiner Hausgewandung, hatte er doch in der Aufregung, seinen Sohn befreien zu wollen, sich nicht die Zeit genommen, sein Eisenzeug anzulegen. Allerdings hatte Altabete ihm geistesgegenw\u00e4rtig die Axt \u00fcberlassen, mit der der Ritter nun unter den Wesen w\u00fctete. Das kleinere Beil hatte er fallen gelassen, woraufhin L\u00e1as es erbeutet und mit erstaunlicher Kaltbl\u00fctigkeit dem verbrannten Wesen den halben Fu\u00df abgeschlagen hatte. F\u00fcr J\u00e1ndris war nichts anderes \u00fcbrig als sein h\u00f6lzernes Knappenschwert, das er mit w\u00fctenden Kampfschreien dem Halbskelett vor den fleischlosen Brustkorb hieb und es auf Altabete zutrieb, der die Gelegenheit nutzte und einen gezielten Streich nach dem Hals des Wesens f\u00fchrte. Es zu enthaupten gelang ihm jedoch nicht. Das Schwert fuhr durch das verrottete Material des K\u00f6rpers und schlug eine Wunde, die einen Menschen gef\u00e4llt h\u00e4tte.<\/p>\n<p data-p-id=\"1f199f772cbf6acb705356221bdd38c4\">K\u00edan\u00e1 tauchte, ohne daran zu denken, dass einer der Herren sie treffen k\u00f6nne, in das Get\u00fcmmel hinein und riss T\u00edjnje an sich. Die kleinen Finger des M\u00e4dchens gruben sich schmerzhaft in ihre Arme.<\/p>\n<p data-p-id=\"b9f4f15ca69bc2b1ccdc783f6e667fe4\">\u201eMama&#8221;, schrie die Kleine. \u201eMama!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"87cb679368d9149e75ff459a8d449ca5\">\u201eScht&#8230; ruhig, T\u00edjnje!&#8221;, beschwor die <em>teirandanja<\/em> sie \u00fcber das viel zu leise Klirren der verf\u00fcgbaren Waffen hinweg. \u201eKeine Angst! Dein Opa macht die schlimmen Monster weg!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"de845075d215fe4c01a55333678c3cc3\">Tats\u00e4chlich schlug Grootplen sich nicht schlecht. In Angesicht seines Alters und des Bauches, den er in den letzten Sommern angesetzt hatte, bewegte der Ritter sich immer noch geschmeidig und zielstrebig. Er hatte mit einem Wesen zu k\u00e4mpfen, das gewandter und flinker zu sein schien als die anderen und deutlich weniger abscheulich aussah als die anderen. Nun, wenn man davon absah, dass es ein Gesicht hatte, das so verzerrt aussah, als sei es geschmolzen und wieder erstarrt.<\/p>\n<p data-p-id=\"cf4c7b6f9d13920aa053dfa4d12f4514\">Das Schimmelwesen also hob seine H\u00e4nde und wankte auf Asga\u00fd zu, der mit schreckensbleichem Gesicht zur\u00fcckwich. Die Gestik des Monsters sah l\u00e4cherlich aus, zumindest dachte K\u00edan\u00e1 das. Es bewegte sich wie ein Erwachsener, der auf spa\u00dfige Weise ein kleines Kind sich f\u00fcrchten machen wollte. Doch beim <em>teirand<\/em> hatte es tats\u00e4chlich Erfolg damit, denn er war entwaffnet.<\/p>\n<p data-p-id=\"20bec299032abb5ea2e7ee23b9605c5b\">\u201eBleib weg!&#8221;, versuchte Asga\u00fd von Spagor es mit herrschaftlicher Autorit\u00e4t. \u201eVerzieht Euch dahin, woher ihr kamt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"847f13d7bc1a1ad597e50644d639c49c\">Doch das Monster verstand ihn entweder nicht oder hatte nicht im Sinn, dem Menschen zu gehorchen. Es taumelte geradewegs auf ihn zu und wurde erst durch Althopian gebremst, der ihm zuerst die Axt in den Bauch hieb und dann, als es fiel, den Dolch aus dem K\u00f6rper zog und seinem Herrn zuwarf. Allerdings hielt auch dies das Wesen nicht lange auf. Es gab einen w\u00fctenden, gurgelnden Laut von sich und wandte sich nun dem Ritter zu. Aber es griff nicht an. Keines griff mehr an. Sie z\u00f6gerten, erstarrten und schienen zu horchen.<\/p>\n<p data-p-id=\"2c128feea01a7112bd6add88e1f7e0eb\">Und dann war es vorbei. Die Wesen lie\u00dfen von den Menschen ab und rannten in alle Richtungen davon. Mit jedem Schritt, den sie sich entfernten, sanken sie tiefer in den Sand ein und verschwanden, als habe der Boden sie verschlungen.<\/p>\n<p data-p-id=\"bfc9ec7e71846734d40a0f2ad61429b3\">K\u00edan\u00e1 lie\u00df sich zu Boden sinken und wiegte T\u00edjnje in ihren Armen. Das Kind starrte mit weit aufgerissenen Augen vor sich hin. Nach der Mutter schrie es nicht mehr.<\/p>\n<p data-p-id=\"7f54628ab5b12fa909d6c6536c8d8152\">Die Ritter lauerten noch einen Augenblick, bis sie sich wieder entspannten. Der gesamte Kampf hatte keine drei\u00dfig Herzschl\u00e4ge gedauert.<\/p>\n<p data-p-id=\"390985ff6244cf6f90ad3d4981ff4150\">\u201eIst jemand ernsthaft verletzt?&#8221;, erkundigte sich Emberbey. Die M\u00e4chte, das wurde K\u00edan\u00e1 nun ganz klar, hatten den alten Mann vors\u00e4tzlich mit solcher Gef\u00fchlsh\u00e4rte versehen, damit er auch inmitten des Wahnsinns noch klar denken konnte. \u201eMajest\u00e4t? Seid Ihr unversehrt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"24c5da0a79dd625fa0bf2b5a29512bcc\">\u201eJa&#8221;, r\u00f6chelte sie. Ihr Hals schmerzte; sie sp\u00fcrte noch ganz genau, wo die Finger des Monsters zugedr\u00fcckt hatten \u201eEs geht schon. Asga\u00fd hat es schnell genug abgewehrt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e7ce65aab3152f5801f6f17dd2d6523b\">\u201eDas war ein tapferer Angriff, Herr&#8221;, lobte Althopian atemlos. \u201eWer h\u00e4tte gedacht, dass ich so etwas einmal von <em>Euch<\/em> zu sehen bekomme.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"67e64e7469d34c53ce55f9920239bbb0\">\u201eDanke&#8221;, sagte Asga\u00fd s\u00e4uerlich und kniete besorgt neben ihr nieder. \u201eAlles in Ordnung, Geliebte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f9d3149b21cf307fb23e0e85623921da\">\u201eMir geht es gut. Aber T\u00edjnje &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"11bb4af4a4dc28c2e1336e748d9e8575\">\u201eKomm zu mir, mein Kind!&#8221; Grootplen nahm das M\u00e4dchen hoch. \u201eOpa ist bei dir.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"af6c53d063d1bfc47f1b5534817b7b62\">\u201eNicht weinen, T\u00edjnje&#8221;, tr\u00f6stete nun auch L\u00e1as. \u201eVor solchen Biestern w\u00e4re ich auch erschrocken!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7091e5230e770977d396bab78fa03b84\">\u201eDu <em>bist<\/em> erschrocken&#8221;, kam es trocken von J\u00e1ndris, der mit angeekeltem Gesicht den abgetrennten halben Fu\u00df begutachtete. \u201eWas waren das f\u00fcr Dinger?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9e5a3023ff0247c2677ccc5c940af72d\">\u201eW\u00fcsste ich es nicht besser&#8221;, sagte Altabete, \u201edann w\u00fcrde ich denken, es seien Ausgeburten des Chaos gewesen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7f139793be1b45ad29cda5608a8d9d47\">\u201eChaosgeister?&#8221;, fragte der <em>teirand<\/em> best\u00fcrzt. \u201eDann sind wir hier &#8230; aber wie?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"462c1eb6ff43b337214526aa2a53f43a\">\u201eSeltsame Chaosgeister&#8221;, meinte Grootplen und stocherte mit seinem Schwert nach dem halben Fu\u00df, der noch in einem zerfledderten Strumpf steckte.<\/p>\n<p data-p-id=\"1df70bb62e89e16e5a666f2d3c766692\">\u201eWarum?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"31b6135af8c598a34db19b8effdfc102\">\u201eIch wei\u00df nicht, ob es Euch im Gewirr aufgefallen ist, Majest\u00e4t. Aber diese Dinger &#8230; nun, wie soll ich es sagen. Sie sahen aus wie von einem gefr\u00e4\u00dfigen Biest verdaut und ausgespuckt, aber zu einem gewissen Grad waren sie \u00fcberraschend z\u00fcchtig. Keines von ihnen war nackt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8fc1b825e675b0cecb96bc17e2d3f4ba\">\u201eJa, und?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"df7151517a37b06084ab082973e80054\">\u201eWozu sollte ein Chaosgeist <em>Kleidung<\/em> tragen? Woher solche genommen haben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6912358c889154a6e91c8ddccf103264\">\u201e<em>Mindere<\/em> Chaosgeister&#8221;, kam es Emberbey \u00fcber die Lippen. \u201eBei den M\u00e4chten, wenn da doch etwas dran ist &#8230;&#8221; Er runzelte die Stirn und sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eKommt. Wir m\u00fcssen weiter.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d5479b72bba59b5915364dd0cf01bcbb\">\u201eWohin? Wenn das Chaosgeister waren, dann sind wir &#8230;&#8221; Althopian z\u00fcgelte sich gerade noch, bevor er es aussprach, als er T\u00edjnjes ver\u00e4ngstigen Blick auffing.<\/p>\n<p data-p-id=\"133292eb700d56125ac881c730467eb2\">\u201eKommt&#8221;, forderte Emberbey nachdr\u00fccklich. \u201eWir sollten hier nicht bleiben. Sie kommen vielleicht mit Verst\u00e4rkung zur\u00fcck.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ccaafd9437e97f778c1ae47e3e1a1d4c\">\u201eDarf ich das mitnehmen?&#8221;, fragte J\u00e1ndris und tippte den Fu\u00df an.<\/p>\n<p data-p-id=\"b36874a4eb8ed60d0ee51119838eb8b4\">\u201eWas willst du damit?&#8221;, fragte L\u00e1as angewidert.<\/p>\n<p data-p-id=\"46f1a8ce82bbaaaf3f3f323576b62fe1\">\u201eVielleicht kann ich es einmal als Troph\u00e4e gebrauchen. Oder als Beweis, falls uns keiner glaubt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d13de79ea3dd7efd266584997cb03d3c\">\u201eSolange du es selbst tr\u00e4gst&#8221;, beendete Altabete das Gespr\u00e4ch. \u201eWohin wollt Ihr in der Leere, Emberbey? Lasst uns an Eurem Wissen teilhaben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"69839bb7fcf8d259b7d8c3133a0ccff9\">Der alte Ritter warf ihm einen k\u00fchlen Blick zu und setzte sich in Bewegung. K\u00edan\u00e1 folgte ihm als erste. Offenbar hatte der <em>yarl<\/em> zumindest ansatzweise einen Plan gefasst. Das war mehr, als alle anderen vorweisen konnten.<\/p>\n<p data-p-id=\"704ef88784555ee257dd4e6f7798cc71\">\u201eEs ist denkbar, Majest\u00e4t&#8221;, begann er, meinte aber die ganze Gruppe, \u201edass Ihr hier im Inland solche Geschichten seltener zu Ohren bekommt. Am Meer h\u00e4lt sich dagegen unter <em>b\u00e1chorkoray<\/em>, alten Frauen und Seeleuten die M\u00e4r, dass es m\u00f6glich ist, die Grenzen des Chaos zu \u00fcberschreiten, wenn die Umst\u00e4nde es so f\u00fcgen. Das Weltenspiel auf einem Weg zu verlassen, der nicht durch die Tr\u00e4ume hindurch f\u00fchrt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1564a44a8555fb8f49db1147ae8b65af\">\u201eIch wei\u00df&#8221;, mischte Asga\u00fd sich ein. \u201eDiese Geschichten fand ich stets \u00e4u\u00dferst packend.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7ade9f1df8b22c2c2ab21fcd3b34e377\">\u201eIch hab Angst&#8221;, wisperte T\u00edjnje.<\/p>\n<p data-p-id=\"3011bb89434bd0beb6d30d695f1b44c9\">\u201eDu musst keine Angst haben. Herr Alsg\u00f6r erz\u00e4hlt uns nur ein M\u00e4rchen&#8221;, versuchte Grootplen einen ziemlich widersinnigen Versuch, das Kind zu beruhigen. Angesichts des Erlebten war er wenig \u00fcberzeugend damit.<\/p>\n<p data-p-id=\"436edfa325382e0cba745115c4a4fb52\">\u201eWenn ich nun nur einmal annehme&#8221;, sagte Emberbey unger\u00fchrt, \u201ees sei ein F\u00fcnkchen Wahrheit daran, dann waren die Wesen, die uns gerade attackiert hatten, vielleicht einst tats\u00e4chlich Ungl\u00fcckliche, die es aus Dummheit oder F\u00fcgung ins Chaos verschlagen hat. Keine unnat\u00fcrlichen Kreaturen des Widerwesens, die im Chaos hausen und aus den Abf\u00e4llen geformt sind, die die M\u00e4chte verwarfen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"360c558affce3dceea4f53bbc965214a\">\u201eWie kommt Ihr darauf? Es k\u00f6nnten Chaosgeister sein, die uns irremachen wollen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bbf3fdddf1ebfc072797cd7ddaa50658\">Emberbey sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eNein, Junge. Ich flehe zu den M\u00e4chten, dass ich mich nicht t\u00e4usche. Die Kreatur, gegen die ich k\u00e4mpfte, trug jedenfalls Kleidung, die mir bekannt ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ad3be0144b59f6bbde0e7546017b9728\">K\u00edan\u00e1 staunte. Auch die anderen scharten sich n\u00e4her um den alten Mann.<\/p>\n<p data-p-id=\"ce7557663fc290119f4d913e10707d90\">\u201eEin Gewand&#8221;, fuhr Alsg\u00f6r Emberbey fort, ohne stehenzubleiben, \u201ewie es ein <em>keptyen<\/em> tr\u00e4gt, der f\u00fcr den <em>teirand<\/em> von Ov\u00e9stola ausf\u00e4hrt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cf70f2bc50e02155e3f1c63c4fb19f8f\">\u201eWie k\u00f6nnt Ihr so sicher &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1267317e9f72db2410504e61a35fcfcc\">\u201eMeine <em>h\u00fdardora<\/em>, m\u00f6ge sie hinter den Tr\u00e4umen ihren Frieden haben und kein Leid mehr erdulden, kam von Ov\u00e9stola. Ich habe oft mit Seefahrern von dort verhandelt. Das Wappen an seinem Wams, silberne Wellen auf gr\u00fcnem Grund, sprang meinem Blick entgegen wie eine Katze aus einem Versteck.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0be2454bcb5e4d15157b951c62cc93a7\">\u201eHerr Alsg\u00f6r&#8221;, sagte Althopian, \u201enun, wenn hier eine arme Seele aus Ov\u00e9stola sich zu nah ans Chaos gewagt hat, dann &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bcd14513f9619edf1d68a09b192522c1\">\u201eDann muss es hier eine Stelle geben, an der der R\u00fcckweg zu bew\u00e4ltigen ist. Ein Durchschlupf, durch den wir entfliehen k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f92a2d10e6dbc122b04ede8a7e2ebdc7\">\u201eWie aufregend!&#8221;, rief L\u00e1as begeistert. \u201eEin Geheimgang!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e5eaa531e337e8dd77bc0cbfe94413ff\">\u201eGut&#8221;, stimmte Altabete zu. \u201eDann lasst uns diese Hintert\u00fcr suchen, solange wir unbehelligt sind. F\u00fchrt Ihr uns an, Emberbey. Offenbar wisst Ihr um die Richtung.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7fbfc25238f0e7de560f35eb60df2bb7\">\u201eHerr Alsg\u00f6r&#8221;, sagte Asga\u00fd von Spagor, \u201ekorrigiert mich, wenn ich mich irre. Aber m\u00fcsste ein solcher Durchschlupf, wenn es ihn gibt und wir ihn finden, nicht geradewegs ins Meer f\u00fchren?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9e3e6d2a1ff1d4d27b931c96209a63b0\">\u201eJa.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e92b8a0a27c8ab84b42fb3399425b0f6\">\u201eAber dann werden wir <em>ertrinken<\/em>, sollten wir einen solchen Ausweg finden. Es ist nicht anzunehmen, dass Boote bereitstehen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d13dd9c9a5d2279c680c41216ce95b66\">\u201eDas stimmt. Doch ich bevorzuge es, vom Meer verschlungen hinter die Tr\u00e4ume zu gelangen, als hierzubleiben und \u00fcber die Zeit ebenfalls zu einem minderen Chaosgeist zu werden.&#8221; Er drehte sich um und schloss: \u201eIhr m\u00fcsst mir nicht folgen. Aber ihr werdet vergebens versuchen, mich umzustimmen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3731f6b26de484b3897cd548d4d270dc\">Alle waren stehen geblieben. Alsg\u00f6r Emberbey wartete einen Moment, drehte sich um und stapfte weiter.<\/p>\n<p data-p-id=\"c50d8557871052f17bb51b76c481ce0d\">\u201eHerr Alsg\u00f6r!&#8221;, rief K\u00edan\u00e1 ihm nach. \u201eVergesst Ihr nicht etwas?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6b4ffe946ebc05dbe4413cd38dc24c8f\">\u201eWas sollte das sein?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ba80261e3aa213832f454af4d3ee22cc\">\u201eEuer Sohn! Was ist mit Eurem <em>Sohn<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cebab66367d84e9489c2cf3288dd4a64\">Der alte Mann z\u00f6gerte. Dann ging er weiter.<\/p>\n<p data-p-id=\"1ff4d108167cb992bc300fd562279f63\">\u201eNun gut&#8221;, sagte die <em>teiranda<\/em> ersch\u00fcttert. \u201eDann trennen sich hier unsere Wege, denn ich werde nach meiner Tochter suchen.&#8221; Sie schaute sich um. Asga\u00fd von Spagor nickte ihr zu. Nat\u00fcrlich. Er war ihr Vater. Er w\u00fcrde um jeden Preis nach Manj\u00e9v suchen. Aber was war mit Altabete, Grootplen und den Kindern? Wenn sie nur die Wahl hatten zwischen dem freiwilligen Tod und der Leere voller Ungeheuer, was sollte sie ihnen raten? Was konnte sie erwarten?<\/p>\n<p data-p-id=\"33d44e3c80befcde5bcfc334e41e1a89\">Es war T\u00edjnje, die entschied. \u201eManj\u00e9v wei\u00df nichts von dem geheimen Weg&#8221;, sagte sie geistesabwesend an ihrem Daumen vorbei und kuschelte sich an ihren Gro\u00dfvater. \u201eUnd die Jungs auch nicht. Wir m\u00fcssen ihnen sagen, dass wir ins Meer schwimmen k\u00f6nnen, oder? Wir suchen sie und gehen alle zusammen. Das tun wir doch, oder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8b03119d4bf2c9d31c7e68ccd4c02111\">\u201eHerr Alsg\u00f6r! Kommt zur\u00fcck!&#8221;, rief Althopian. \u201eSeid Ihr <em>feige<\/em>? Wollt Ihr Euch aus der Verantwortung f\u00fcr Euer Fleisch und Blut stehlen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ce611a0211cc6fd407267a442bf09019\">Aber der alte Mann lie\u00df sich nicht beirren. M\u00fcde und traurig wanderte er \u00fcber den endlosen Sand fort und in das Nebellicht herein.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2652","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2652","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2652"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2652\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3704,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2652\/revisions\/3704"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2652"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2652"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2652"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}