{"id":2649,"date":"2025-08-25T13:37:15","date_gmt":"2025-08-25T11:37:15","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2649"},"modified":"2025-08-31T23:04:49","modified_gmt":"2025-08-31T21:04:49","slug":"118-zufall-und-zuversicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/118-zufall-und-zuversicht\/","title":{"rendered":"118: Zufall und Zuversicht"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"0a4792aba575580e87365566c60f50c0\">J\u00f3ndere Mor\u00e9aval hatte Schwierigkeiten, den Worten seiner <em>h\u00fdardora<\/em> zu folgen. Das hatte mehrere Gr\u00fcnde: Die junge Frau war ihm schluchzend um den Hals gefallen, kaum dass er einen Fu\u00df auf den Boden gesetzt hatte, um eilig nachzusehen, wen sein Pferd da um ein Haar unter die Hufe bekommen h\u00e4tte. Aus dem Redeschwall, der auf ihn einprasselte, heftiger als der sonderbare sanddurchsetzte Regen, drangen vor allem die Worte \u201aT\u00edjnje&#8217;, \u201aL\u00e1as&#8217; und \u201aVater&#8217; hervor. Und immer wieder: Wasser! Wasser!<\/p>\n<p data-p-id=\"35a1857fc37f29ae95bff06a6f3ffa75\">Mor\u00e9aval bem\u00fchte sich, seine Gedanken zu sortieren, denn er f\u00fchlte sich selbst reichlich benommen von seinem rasenden Ritt. Das wirklich seltsame Gewitter, in das er hineingeraten war, kaum dass er die Grenze zu <em>yarl<\/em> Grootplens Land \u00fcberquert hatte, der Wind und die Dunkelheit hatten das Reiten auf dem blitzschnellen Pferd nicht einfacher gemacht. Das Ross stapfte derweil seiner eigenen Wege, w\u00fcrde wohl allein in den Stall finden.<\/p>\n<p data-p-id=\"25b6e10106713053f6ecad29a4f550d4\">Dem Ritter dr\u00f6hnte der Kopf. Aus dem, was seine Dame ihm da unter hysterischen Tr\u00e4nen anvertraute, erschloss sich ihm nur, dass irgendetwas Schreckliches mit T\u00edjnje geschehen war. Bei den M\u00e4chten, war das kleine M\u00e4dchen in den Burggraben gefallen, oder im Badezuber verungl\u00fcckt? Was redete seine sonst so bed\u00e4chtige Dame da nur von Wasser und Flut?<\/p>\n<p data-p-id=\"59552e50e3eecbacdeb3d6c8e25ed9a6\">\u201eScht &#8230;&#8221;, versuchte er, sie zu beschwichtigen. \u201eGanz ruhig, Geliebte! Was ist geschehen? Was ist mit T\u00edjnje?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3dcba53c01ff4654403565ab9ae3f38a\">\u201eEin gro\u00dfes Ungl\u00fcck, Herr&#8221;, verschaffte sich die <em>opayra<\/em> Geh\u00f6r. \u201eWeh uns allen! Sie sind im Turm verloren, die Herrschaften!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"96831c7dd5ea6975a6e963a104cb926c\">\u201eWas?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5a37ab614981a50ada7c67c6d98c2167\">\u201eDie T\u00fcr ist verschlossen und unbeweglich. Und das Wasser &#8230; es klingt, als sei Wasser im Turm.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3d635c408d3e31e43e6aba413eb2b38c\">\u201eJ\u00f3ndere!&#8221;, schluchzte die Dame auf, \u201eJ\u00f3ndere, tu etwas! Du musst sie retten!&#8221; Ein niederzuckender Blitz unterstrich die Dringlichkeit in ihren Worten. \u201eVerfluchte Zauberei!&#8221;, stie\u00df sie hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"aa596d60ef40ae9b2cf6af9be2517bfe\">Mor\u00e9aval nahm seine <em>h\u00fdardora<\/em> in den Arm. Wie sie zitterte! So verst\u00f6rt hatte er die junge Frau nie zuvor erlebt. Aber solange sie in diesem Zustand war, bekam er wohl nichts aus ihr heraus.<\/p>\n<p data-p-id=\"ea9ce663e7e579e13da2ae8e0f6d8300\">\u201eIch hole T\u00edjnje aus dem Turm heraus&#8221;, versprach er ihr. \u201eBestimmt ist die T\u00fcr verzogen von dem Regenwetter und &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3f6eafae27164041eb9a237c97336a81\">\u201eDu verstehst nicht!&#8221;, fuhr sie ihn an. \u201eDer <em>Turm<\/em> ist voller Wasser, wie ein Regenfass! Sie werden alle darin <em>ertrinken<\/em>!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dcea9c95bbda684f2767241cad46d54a\">\u201eHerrin!&#8221;, mahnte die <em>opayra<\/em>. \u201eNun macht es nicht schlimmer! Solange die M\u00e4chte mit uns sind &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e10d4124db20f14b6fb6c45f76f217f2\">\u201eDie M\u00e4chte sind mir einerlei! Ich will mein Kind!&#8221;, fauchte die Dame, die sonst so sanftm\u00fctige und besonnene.<\/p>\n<p data-p-id=\"7c7798c7d51d3d1520445f3404d7b940\">Mor\u00e9aval hatte von alledem nur verstanden, dass das Kind im Turm in Lebensgefahr war. Er lie\u00df sie los und rannte zum Turm hin\u00fcber. Was immer da vor sich ging, es war wohl definitiv ein Notfall. Auf der Treppe des Hocheingangs w\u00e4re er beinahe ausgeglitten, so rutschig hatte der Sand die Stufen gemacht. Vor der T\u00fcr angekommen, konnte er allerdings auch nichts anderes feststellen, als dass die T\u00fcr unbeweglich war. Scherben von Dachschindeln lie\u00dfen darauf schlie\u00dfen, dass etwas das Dach besch\u00e4digt hatte, wahrscheinlich ein niederfahrender Blitz oder ein Windsto\u00df.<\/p>\n<p data-p-id=\"1eaaaa0766ba2baa2a87f37dfa3c2add\">\u201eHol sie da raus, J\u00f3ndere!&#8221;, weinte die Dame. Die <em>opayra<\/em> gab sich alle M\u00fche, sie zu beschwichtigen. \u201eDu musst die T\u00fcr aufmachen! Das Wasser &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"11c2196d3039cf0939d096b5e3f7ed20\">\u201eWas f\u00fcr Wasser?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aef81ca7f2b28b354f072b8c501f9dd7\">\u201eHorcht an der T\u00fcr, Herr! Dann h\u00f6rt Ihr es!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7bb2dc942b3bd41a9004ceedf9267b42\">Er tat, wie ihm gehei\u00dfen und zuckte zur\u00fcck. Hinter der T\u00fcr klatschten tr\u00e4ge Wellen heran. Das konnte nicht sein, aber es klang ganz danach.<\/p>\n<p data-p-id=\"e24d5beef354a394c2287b8a47a0d7e9\">\u201eWas ist hier los?&#8221;, rief der Ritter der <em>opayra <\/em>zu, denn aus seiner verst\u00f6rten Dame w\u00fcrde er nichts herausbekommen. Die hatte sich vor lauter Angst und Sorge nicht einmal gefragt, wo er denn so pl\u00f6tzlich wieder hergekommen war.<\/p>\n<p data-p-id=\"2ab12f431651de0159657c1b30ffecd3\">\u201eWir wissen es doch nicht, Herr! Einer nach dem anderen sind sie wohl hier im Turm verschwunden und fort gewesen! Das ist das Werk des Schwarzmantels, ganz gewiss! M\u00f6gen die M\u00e4chte ihn bestrafen! M\u00f6ge Nokt\u00e1ma den verdammten Kerl vertilgen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"683e1dab9cec9ff5d1826fde421d3460\">\u201eRedet keinen Unfug!&#8221;, rief er ver\u00e4rgert. \u201eHolt mir die <em>yarlay<\/em> her, und Werkzeug! Ein Stemmeisen brauche ich, und &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ead934d5e14c2aeee3ac18b4b3189f25\">\u201eAber sie sind doch da drinnen!&#8221;, entfuhr es der <em>yarlara<\/em>. \u201e<em>Alle<\/em> sind sie da drinnen und kommen nicht heraus und antworten nicht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"acd6b5d5dea31ee98ec39169db7e222d\">\u201eWer sind alle?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4ee234c89fe329d28ffccab17e75f0b2\">\u201eAlle eben! Die <em>yarlay<\/em>! Der <em>teirand<\/em> und die <em>teiranda<\/em>! Und die Kinder mit ihnen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"85ffabffb678c81229182d38e7d79555\">\u201eM\u00f6gen die M\u00e4chte uns beistehen!&#8221;, jammerte nun auch die <em>opayra<\/em>. \u201eAch, h\u00e4tte ich die M\u00e4dchen doch nicht aus den Augen gelassen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"af16ca5b12db1b414599b6b1e43d586b\">Mor\u00e9aval runzelte verwirrt die Stirn. Was war das f\u00fcr eine seltsame Geschichte?<\/p>\n<p data-p-id=\"3380f3ffa52ab2ea468952ef45018bb9\">\u201eHol sie da heraus, J\u00f3ndere! Sie kann doch nicht schwimmen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"69560420d1275d8f401877a91f01dfc1\">Er folgte dem Angstruf seiner <em>h\u00fdardora<\/em>, indem er Anlauf nahm und sich gegen die T\u00fcr warf. Aber er belie\u00df es bei diesem einen Versuch. Er w\u00fcrde nicht mehr damit erreichen, als sich die Schulter zu brechen.<\/p>\n<p data-p-id=\"6975efdc318ab246011885067b8a8a7f\">\u201eHolt ein paar starke M\u00e4nner&#8221;, wies er die beiden Frauen gegen das Gewittergrollen an. \u201eMit passendem Werkzeug! Was sind die alle in der Halle versammelt, wenn es hier nottut?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"47c7d5063776b370bbe3416489b4f33a\">\u201eAber Herr &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e6b5e7611bfcdcd17bf968d0b83b871d\">\u201eAugenblicklich! Und wenn wir den Turm einrei\u00dfen m\u00fcssen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"53076503176b1b853922c1a1137550be\">Die <em>opayra<\/em> lief los, so schnell ihre alten Beine sie trugen. Die <em>yarlara<\/em> blieb einen kurzen Moment ratlos stehen und kam dann langsam zu ihm die Treppe empor.<\/p>\n<p data-p-id=\"926b5c548ce403f462f8f204ca1e5a22\">\u201eDu holst T\u00edjnje, L\u00e1as und die anderen doch da heraus, nicht wahr?&#8221;, fragte sie, nun fast kleinlaut und furchtsam.<\/p>\n<p data-p-id=\"debdfea254e037a2014b5f9630c90921\">\u201eDas verspreche ich dir, Geliebte! Aber wie sind sie denn alle nur dort hinein geraten? Und was verschlie\u00dft diese T\u00fcr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"754ef9b0485ceae5288af3e47b48df9a\">Sie senkte den Kopf. Er neigte seine Stirn tr\u00f6stend an die ihre.<\/p>\n<p data-p-id=\"6c50b9562a3608c61d9fb97d968fa886\">\u201eEtwas &#8230; Falsches&#8221;, murmelte sie. \u201eErst hat es sich die Kinder geholt. Und dann alle anderen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bab01d852d6de446a5a3c6700d5ab4cb\">Der Ritter schauderte. M\u00f6glicherweise w\u00e4re auch er nun in diesem verschlossenen Turm verschollen, wenn er sich nicht abseits der Burg aufgehalten h\u00e4tte. Wenn ihn nicht die Blumensamen in die Irre gef\u00fchrt und vom Heimweg abgehalten h\u00e4tten. Die Blumensamen, mit denen T\u00edjnje ihre eigene G\u00e4rtnerei beginnen sollte. Diese Samen waren Beweis genug, dass die Damen den Schattens\u00e4nger zu Unrecht verfluchten. Aber was war tats\u00e4chlich geschehen? Er legte tr\u00f6stend beide Arme um die junge Frau und dr\u00fcckte sie an sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"ec3b5933e6aadfbc3fd1a3051bd958f4\">\u201eWir \u00fcberwinden diese T\u00fcr&#8221;, sagte er. \u201eMach dir keine Sorgen. Schau, selbst wenn der Keller voller Wasser ist, werden sie \u00fcber die Treppe bis weit nach oben geklettert sein. Sie sind in Sicherheit. W\u00e4re der Turm g\u00e4nzlich gef\u00fcllt, dann w\u00fcrde er \u00fcberlaufen. Ach nein: Er k\u00f6nnte gar nicht \u00fcberlaufen. Das Wasser m\u00fcsste l\u00e4ngst durch die Fensterscharten str\u00f6men. Es <em>kann<\/em> nicht so hoch steigen, ohne zuvor abzuflie\u00dfen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"502309fc8fce5cb9f09a3e0e2a69ae59\">\u201eAber warum antworten sie nicht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aa8dca4b536e31174c76cf9e77717fef\">\u201eWahrscheinlich h\u00f6ren sie uns nicht, wenn wir hier unten klopfen und drinnen das Wasser brandet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f3ab8787f8dbf839bd17708b066f8a8f\">\u201eUnd wo kommt das Wasser her?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aea696586c9251c81c16b2315b51cf34\">Ja, in der Tat, woher? Das war ein noch viel gr\u00f6\u00dferes R\u00e4tsel als die verschlossene T\u00fcr. Mor\u00e9aval fiel nichts Sinnvolleres ein, als dass sich just im Keller aus irgendeinem Grund eine Quelle Bahn gebrochen hatte. Das war l\u00e4cherlich, aber der Gedanke behagte ihm mehr als die Alternative, n\u00e4mlich dass etwas Ungeheuerliches geschehen war. \u201eNur ruhig, Geliebte. Hab Vertrauen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"02daaf3396fd1170a27d9d569794b7e6\">\u201eVertrauen? Worauf?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"92732a7ba1e0cd8ad239e7de078a0f4d\">Nun, das wusste er auch nicht so genau. Aber das musste sie nicht wissen. Es galt nur, sie abzulenken, bis die M\u00e4nner mit dem Werkzeug da waren. Behutsam zog er sie an sich.<\/p>\n<p data-p-id=\"388032607324d1d4a68a90707728b7fe\">\u201eEs wird alles gut&#8221;, versprach er. \u201e<em>Il ay&#8217;ra.<\/em>&#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"3a0b5674d18706fba1ed39b78343fd88\">Der Hieb, den der Chaosgeist vor den Kopf bekommen hatte, hatte das Wesen so \u00fcberraschend bei seinem Versuch getroffen, Alsg\u00f6r Emberbey zu erw\u00fcrgen, dass er sich dem Angreifer zuwandte. Von seiner Stirn tropfte etwas, das nach verschimmelter Gr\u00fctze aussah und Emberbeys Magen umdrehte.<\/p>\n<p data-p-id=\"00aee592c954133430bc3c8ccb69e412\">Osse stolperte einen Schritt zur\u00fcck und hielt das Brett abwehrend vor sich, mit dem er zugeschlagen hatte. Die Kreatur schien einen Augenblick lang in Erw\u00e4gung zu ziehen, ob es sich lohnte, den Knaben zu verfolgen. Dann wuchtete sie sich hoch und wankte dem Kind nach.<\/p>\n<p data-p-id=\"44bd995311095f7c62eff7be1cde884a\">Wie auf ein Zeichen hin lie\u00dfen die beiden anderen Kreaturen von dem alten Ritter ab und taumelten dem ersten Wesen nach. Alsg\u00f6r Emberbey sah das alles wie durch einen Schleier. Er sp\u00fcrte sein Herz schmerzhaft in seiner Brust und rang nach Luft. Er konnte sein Blut in den Ohren pochen h\u00f6ren.<\/p>\n<p data-p-id=\"c40474dc1d35050067c579125c79c3a2\">\u201eOsse?&#8221;, \u00e4chzte er irritiert und versuchte, sich aufzuraffen.<\/p>\n<p data-p-id=\"dd77631c0d5a79fbfc2e11f9a336492b\">\u201eNicht!&#8221;, rief Osse, seine Stimme kiekste vor Panik. \u201eBleib zur\u00fcck! Lass mich das machen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"65043b3875a9ec92782933b8a29a4c86\">Der alte Mann sank zur\u00fcck in den Sand. Eines der Wesen schaute sich nach ihm um, z\u00f6gerte und entschied sich dann, doch lieber dem Kind mit seiner l\u00e4cherlichen Waffe zu folgen. Osse ging Schritt um Schritt r\u00fcckw\u00e4rts, sein einer Arm schien merkw\u00fcrdig kraftlos. War er an der Schulter verletzt?<\/p>\n<p data-p-id=\"4ad35ae7d22df5d9f6c5dd9e863d2764\">\u201eOsse!&#8221;, rief der alte Emberbey. \u201eOsse, wie &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fe01ba87f6ba0ecba1fe74e81a75f2a1\">Und da war sein linkischer, ungeschickter Sohn auch schon \u00fcber seine eigenen F\u00fc\u00dfe gestolpert, st\u00fcrzte auf den R\u00fccken und lag da, hilflos wie eine Panzerkr\u00f6te. Die Kreaturen schw\u00e4rmten aus, um ihn von allen Seiten zu packen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f66c4ff85e81c5e4de1016550bfa686d\">\u201eOsse!&#8221; Alsg\u00f6r Emberbey rappelte sich hastig auf und taumelte voran. \u201eOsse!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"95c14a77311152db5c53085d2a5240b8\">Da lag er, sein Junge, sein Erbe, sein Fleisch und Blut, zu Fall gebracht von seiner eigenen Tollpatschigkeit, und er hatte nichts anderes, um sich zu verteidigen, als ein Brett! Emberbey zog sein Schwert. Nein, die Monster sollten den Jungen nicht haben! Nicht, wenn es einen den M\u00e4chten gef\u00e4lligen Weg hinter die Tr\u00e4ume gab. Die erste Kreatur hatte ihn fast erreicht. Osse packte sein Brett abwehrend mit beiden H\u00e4nden, und &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"8946def5a98775f5b4b4972c7760ad5a\">&#8230; aus dem diffusen Nebel heraus schnellte eine Eisenkugel, versenkte sich etwa dort, wo der Bauch der Kreatur sein mochte, und warf sie zu Boden. Merrit Althopian sprang mit einem f\u00fcr ein Kind geradezu bizarr bedrohlichen Kampfruf heran, riss seine Waffe mitsamt etwas glibberiger Masse, die zu den Ged\u00e4rmen der Kreatur geh\u00f6rt haben mochten, aus dieser heraus und zerschmetterte in derselben Bewegung der anderen das d\u00fcrre und m\u00fcrbe Schienbein. Mit einem \u00fcberraschten Laut ging das Wesen in die Knie.<\/p>\n<p data-p-id=\"5b0b30816204844ff5821b2678e19d34\">Emberbey erstarrte erschrocken. Dieser Knabe k\u00e4mpfte mit der Wut eines B\u00e4ren, der Anmut einer Katze und der Furchtlosigkeit eines Wahnsinnigen.<\/p>\n<p data-p-id=\"bcd1d124ef8a778cdf4f57d787462619\">Osse, gerade noch unbeweglich und augenscheinlich angsterstarrt, warf sich beh\u00e4nde auf die Seite. Sein Brett fuhr dem dritten Wesen zwischen die F\u00fc\u00dfe und brachte es zu Fall.<\/p>\n<p data-p-id=\"e28d5ae379e4dc542fddfbef64aea5d3\">Die <em>teirandanja<\/em> sprang grazi\u00f6s \u00fcber den Sand wie ein Lamm und schmetterte dem Ding etwas gegen den Kopf, das aussah wie ein St\u00fcck rotes Glas.<\/p>\n<p data-p-id=\"4ef1a5403c729638d8c3729d2011f4e5\">Das vierte Wesen z\u00f6gerte nicht lange. Es drehte sich um und tauchte dann mit einem Satz in den Sand hinein und verschwand. Die drei anderen taten es ihm nach. Sie krochen, so schnell sie es in ihrem verletzten und benommenen Zustand fertig brachten, hastig von den Kindern weg und gruben sich ein, schneller, als eine Maus in ihrem Loch verschwindet.<\/p>\n<p data-p-id=\"a5fc5b3beba9a4d9c722736d492db809\">Alsg\u00f6r Emberbey stand, ebenso schmerzerf\u00fcllt wie verwirrt, mit blanker Waffe da und brachte kein Wort heraus.<\/p>\n<p data-p-id=\"74ed6d714634e10eab318657ab2ac2a3\">Osse stemmte sich hoch, nahm sein Brett zur Hilfe. Offenbar war er tats\u00e4chlich verletzt. Der andere Junge betrachtete angeekelt das, was an dem altmodischen rostigen Streitflegel h\u00e4ngengeblieben war. Wo er den hergenommen hatte, mochten die M\u00e4chte allein wissen.<\/p>\n<p data-p-id=\"50d59275bd2fd6c7328751fb42f5edf5\">\u201eOsse!&#8221;, wisperte der alte Mann. Der Junge senkte den Blick vor ihm.<\/p>\n<p data-p-id=\"deb90d5453adf17d62958bdf2ba21cf2\">\u201eVater? Bist du unverletzt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f592627a4a1234fef9970c6164f3bbd8\">Der alte Mann nickte stumm. Ihm fiel nichts ein, was der Situation angemessen gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p data-p-id=\"346f20ec9b5bf8afe4d9617a7337cbc8\"><em>Bei den M\u00e4chten<\/em>, dachte Emberbey verst\u00f6rt, <em>er hat versucht, ein Monster zu erschlagen. Mit einem morschen Brett! Mein Sohn hat mit einem <\/em>Brett <em>einen Chaosgeist angegriffen!<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"9e5bd12481991ab64c5a820dbee66b73\">\u201eWo kommt ihr her?&#8221;, fragte er, um der Verlegenheit zu entgehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"1a77a82abc28c83a2c5c60d797d20a07\">\u201eDer Turm ist eingest\u00fcrzt, Vater&#8221;, sagte der Junge ernst. \u201eDann waren wir pl\u00f6tzlich hier.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9762dc534c1c747bb10121c67ed56978\">Die <em>teirandanja<\/em> hatte ihr Wurfgeschoss aufgehoben, ein Ding, das aussah wie ein faustgro\u00dfer Karfunkel. Der andere Junge, der Sohn von Althopian, der, der schon jetzt ein scharfer K\u00e4mpfer war, der es mit Ungeheuern aufnahm, versuchte beil\u00e4ufig, sein ramponiertes Streitzeug im Sand zu s\u00e4ubern.<\/p>\n<p data-p-id=\"ca08336213e43ac949ff3b3bd67ef56d\">\u201eDas war ein hervorragender Wurf, Majest\u00e4t&#8221;, lobte er dabei artig das M\u00e4dchen.<\/p>\n<p data-p-id=\"6d701c33e93dee2a48e49593f02a8175\">Manj\u00e9v von Wijdlant und Spagor sah alles andere als hoheitlich aus. Ihr Haar war zerrauft, ihr kostbares Kleid zerrissen, und sie hatte nur noch einen Schuh am Fu\u00df. F\u00fcr ein kleines M\u00e4dchen, das Monstern in die Augen gesehen hatte, wirkte sie bemerkenswert gefasst. \u201eManchmal&#8221;, gestand sie, \u201ewenn es geschneit hat, werfen J\u00e1ndris und L\u00e1as und ich uns mit Schneeb\u00e4llen. Wenn niemand zuschaut.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c59b031a2b6bcc836f44ded59e069642\">Der Schreck und der Schmerz, den der alte Mann gerade noch versp\u00fcrt hatte, verebbten ein wenig. So <em>absurd <\/em>erschien ihm die Situation, dass er den Angriff der Chaoswesen auf ihn selbst schon kaum noch als etwas sah, das ihm tats\u00e4chlich leibhaftig zugesto\u00dfen war. Das alles musste ein Fiebertraum sein.<\/p>\n<p data-p-id=\"8957fcbda8add43b409a295ed719e65a\">\u201eOsse?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"66cac8f42e95b36addc8df77b8e6118b\">Aber der Junge schwieg verlegen. Hinter seinen Brillengl\u00e4sern wich sein Blick dem des Vaters aus. Auch er war zerrauft und seine Kleidung unordentlich. Unter seinem G\u00fcrtel klemmte etwas Handtellergro\u00dfes aus Holz fest.<\/p>\n<p data-p-id=\"cb6bc7d34fb6f9cea40d20adebaccf2d\">\u201eMerrit Althopian&#8221;, sagte Emberbey, denn aus seinem Sohn war wohl nichts herauszuholen, \u201eerkl\u00e4r du es mir besser. Wieso seid ihr hier?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3f4724528c11673573e11d2d2144d5ce\">\u201eEs war der Fu\u00dfboden, Herr Alsg\u00f6r. Es war immer und immer mehr Sand im Raum, und irgendwann brach der Boden durch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ef231472e3e230072804fa050e3226eb\">\u201eJa, aber wie habt ihr <em>mich<\/em> in dieser Unendlichkeit gefunden?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ef16b3980f9bb7c7460f54f089bdecae\">\u201eWir sind einfach Osse nachgegangen, Herr Alsg\u00f6r.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a0711ffa6778b0a08d7be4ebf1bf1a0d\">\u201eWie konntest du mich finden?&#8221;, fragte der <em>yarl<\/em> eindringlich. \u201eWas hat dich geleitet?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f2313ec1c9db4ae179ac321b2a0f2f31\">\u201eIch wei\u00df nicht&#8221;, sagte Osse ehrlich. \u201eIch bin einfach losgelaufen. Ich wollte dich <em>finden<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4a5899a9ea84f07a95ef2c0f031f4952\">\u201eWie konntest du wissen, dass ich \u00fcberhaupt hier bin?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cd82d9e50ea2046457019e646385f673\">Der Junge zuckte die Schulter. Die andere konnte er wohl tats\u00e4chlich kaum bewegen. \u201eIch hatte mir gedacht, dass du mit den anderen gegangen bist. Das ist doch deine Pflicht, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"93284c18013dca59157b4cc169fc7a72\">Alsg\u00f6r kniff ertappt die Lippen zusammen. Osse war so arglos.<\/p>\n<p data-p-id=\"480854e3e9e80433afba3cb8ecbb2ee9\">\u201eWir haben es gehofft, Herr Alsg\u00f6r&#8221;, erkl\u00e4rte die <em>teirandanja<\/em>. \u201eWeil &#8230; ich habe meine Eltern geh\u00f6rt, und Merrit seinen Vater. Ihr und Herr Wa\u00fdreth &#8230; Ihr h\u00e4ttet meinen Vater doch nicht allein gelassen, oder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0ab7724581607cb482b8ba4a6ae9b63d\">Emberbey senkte den Blick. \u201eSie sind alle hier. Auch Altabete und Grootplen und ihre S\u00f6hne.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e3a9aeff6d975fdc38c9732a6399d120\">\u201eUnd T\u00edjnje? T\u00edjnje etwa auch?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"49908e68fda476a02bb4b23593765ba6\">Emberbey nickte.<\/p>\n<p data-p-id=\"d2d86e9912992f17b3f48825ff1bea8e\">\u201eOh nein!&#8221; Die <em>teirandanja<\/em> schaute sich nach den beiden Knaben um. \u201eWie konnte denn nur T\u00edjnje in den Turm gelangen? Wieso hast du ihr das <em>erlaubt<\/em>, Osse?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0d40e65aad9fee67ab713883c3f2322c\">\u201eSie wollte unbedingt mitkommen, Majest\u00e4t. Wir sind alle zusammen gegangen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a3fad309c858ad3bb9b605f555376cad\">\u201eDann lasst uns schnell weiter. Wir m\u00fcssen die anderen finden! Tijnje ist doch noch viel zu klein f\u00fcr solche Sachen.&#8221; Sie umfasste fest den roten Stein, z\u00f6gerte und fragte dann: \u201eWieso seid <em>Ihr<\/em> eigentlich nicht bei den anderen, Herr Alsg\u00f6r?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"58fb2b7e9731356471c4e540cb0ccf9c\">\u201eIch habe &#8230;&#8221; Er z\u00f6gerte. Sollte er es gestehen? \u201e &#8230; einen Ausweg gesucht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"13affb3c6f13f5745a28d052cec071f2\">\u201eHerr Alsg\u00f6r, wisst Ihr, wo wir hier sind?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"515df97390101ae0d8a4428f8b393719\">\u201eM\u00f6glicherweise ist dies hier ein Teil des Chaos. Es erscheint uns am wahrscheinlichsten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6ea795835d9ae4ce239b13e4c4f07445\">\u201eUnd diese Wesen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"018e4c366d5c50af8dc96a1bbf9546c7\">\u201eOffenbar haben die <em>b\u00e1chorkoray<\/em> doch nicht nur unsinnige M\u00e4rchen erz\u00e4hlt. M\u00f6glicherweise steckt so viel Wahrheit darin, dass es mindere Chaosgeister sind.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6eee2dd568633d041e09b110a22bc258\">\u201eDavon hat J\u00e1ndris erz\u00e4hlt, um mir und T\u00edjnje Angst zu machen.&#8221; Die <em>teirandanja<\/em> hinterfragte die Sache nicht, was Emberbey mit Erleichterung hinnahm. So musste er nicht versuchen, den Kindern den Wahnsinn auszureden. Es war ohnehin be\u00e4ngstigend, dass die drei nicht in Panik gerieten. Ob es nicht ihre erste Begegnung mit den Kreaturen war?<\/p>\n<p data-p-id=\"f275cb3e8ae3de85faae052110d291f4\">\u201eWir d\u00fcrfen nicht zu lange stehenbleiben&#8221;, sagte Merrit Althopian. \u201eDie Wesen sind wie hungrige Fische. Sie kommen aus dem Wasser zusammen, als ob sie Brotkrumen wittern. Wir k\u00f6nnen sie nicht besiegen, immer nur kurz verscheuchen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7cf725cd1c300e45754b26e3c7515ebd\">\u201eWohin wolltest du, um einen Ausgang zu finden?&#8221;, fragte Osse pl\u00f6tzlich. \u201eUnd warum alleine?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"413169702b1a80284bcb45bff6312cc2\">Alsg\u00f6r z\u00f6gerte. Pl\u00f6tzlich erschien es ihm feige und selbsts\u00fcchtig, sich auf den korrekten, den von den M\u00e4chten gewollten Weg hinter die Tr\u00e4ume gemacht zu haben, w\u00e4hrend die anderen beisammen geblieben waren, um nach den Kindern zu suchen. Nun hatten die M\u00e4chte ausgerechnet ihn die Kinder finden lassen, die Tochter seines Herrn, den Sohn desjenigen, den er als seinen Freund gelten lie\u00df. Die M\u00e4chte wollten es offensichtlich nicht. Sie wollten den alten Alsg\u00f6r Emberbey, den mit dem verpfuschten Leben, noch nicht gehen und seinem Dienst entsagen lassen. Nun hatte er die <em>Verantwortung<\/em>. Er musste die Kinder zur\u00fcck zu ihren Eltern bringen.<\/p>\n<p data-p-id=\"cae2aaba8783a42b743b4dcdc625a722\">Osse hatte dazu gar nichts gesagt. Er wartete.<\/p>\n<p data-p-id=\"e49f389932780cf14d37dd6992546951\"><em>Er hat mir das Leben gerettet<\/em>, dachte Emberbey. <em>Zumindest das, was hier als Leben gilt. Er hat mehr Mut bewiesen, als ich ihm zugetraut habe.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"513d23b46d7ed2315583c50ac28cb11b\">\u201eIch wollte &#8230; vorangehen&#8221;, erkl\u00e4rte der Ritter unbestimmt. \u201eEinen Ausweg suchen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e852c81938b7d6ad636fe72b0f2c0d68\">\u201eWir wissen, dass es einen Weg geben muss, Vater. Die M\u00e4chte haben uns ein Zeichen gegeben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5ede2a790a8ae66377f8087ddf61baff\">Er zog hervor, was er unter seinen G\u00fcrtel geklemmt bei sich f\u00fchrte. Alsg\u00f6r Emberbey staunte nicht schlecht, als er nun erkannte, dass es sich um ein St\u00fcck Baumrinde handelte. Dazu geh\u00f6rten ein St\u00f6ckchen und ein gro\u00dfes, lederiges Blatt, das Osse davon abgenommen hatte, um es besser transportieren zu k\u00f6nnen, und unter seinem Hemd verwahrt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"15e637c2dfd174eec32e648a423c9ffa\">\u201eIrgendwo au\u00dferhalb von diesem Ort&#8221;, sagte sein Sohn, \u201ehat ein Kind damit gespielt. Vermutlich an einem Gew\u00e4sser. Vielleicht hat ein Fluss es hierher gebracht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0ece80d4839e3b5ab3746358ec06aa43\">\u201eWenn wir diesen Fluss finden&#8221;, schloss sich Merrit Althopian an, \u201efinden wir vielleicht einen Weg zur\u00fcck in die Welt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c2791d4e508072e9eb2eca3dd704d702\">\u201eDas ist &#8230; eine sch\u00f6ne Idee&#8221;, sagte Emberbey so taktvoll, wie er es angesichts solchen Unfugs sein konnte. Andererseits &#8230; warum sollte er den Kindern diesen unschuldigen Einfall ausreden?<\/p>\n<p data-p-id=\"41cfbddc4bd34a7d9143bf906930f245\">\u201eIch kann gut schwimmen&#8221;, behauptete der Junge. \u201eUnd lange tauchen. Ich kann schon f\u00fcnf markierte Steine vom Grund des Weihers holen, ohne Luft holen zu m\u00fcssen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9fd94a6a056afe9e06a6f263a47d1201\">\u201eIch kann auch schwimmen&#8221;, f\u00fcgte die <em>teirandanja<\/em> hinzu. \u201eMein Vater hat es mir daheim am Meer beigebracht. Er sagt, das muss man k\u00f6nnen, damit man nicht sofort ertrinkt, wenn der Sturm wieder einmal ein Schiff umkippt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ae25b4a85efd9d34aea1977567631ad7\">Alsg\u00f6r Emberbey wusste, dass Osse nicht schwimmen konnte. Er hatte es nicht f\u00fcr n\u00f6tig gehalten, es ihm beibringen zu lassen. Wozu auch? Und trotzdem war sein Sohn bei seiner Herrin und seinem ungleichen Freund geblieben.<\/p>\n<p data-p-id=\"b4b228ccc493d281cf28f65d87fe45d4\">\u201eWas ist mit deiner Schulter, Osse?&#8221;, fragte er.<\/p>\n<p data-p-id=\"102fd763d5b59aa46926c398a5229f49\">\u201eEin Chaosgeist wollte mir den Arm ausrei\u00dfen&#8221;, antwortete der Junge beil\u00e4ufig. \u201eAber ich glaube, Isan kann es daheim wieder heil machen. Und wenn nicht &#8230; es ist der linke Arm. Ich werde immer noch eine Feder halten k\u00f6nnen, Vater. Das reicht doch aus f\u00fcr einen <em>maedlor<\/em>, oder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"730f9b4db91943281ff7c4ad49447afb\">Also doch. Die Kinder waren den Chaosgeistern bereits zuvor einmal entkommen.<\/p>\n<p data-p-id=\"906e6b3ab7eac8f5639aedf067a3b815\">\u201eKommt&#8221;, sagte Alsg\u00f6r Emberbey fahrig. \u201eMajest\u00e4t, geht nun Ihr voran. Vielleicht ist es der Wille der M\u00e4chte, dass Ihr den Weg zu T\u00edjnje Mor\u00e9aval findet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"657e7e7695c9cc74e5ca6197e9b1f967\">\u201eUnd zu J\u00e1ndris Altabete und L\u00e1as Grootplen&#8221;, f\u00fcgte Merrit Althopian mit gespenstischer Erwartung hinzu. \u201eIch habe mit beiden etwas zu regeln.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"db2bf7e88449e72971e392e51ff331bd\">Manj\u00e9v von Wijdlant und Spagor setzte sich so w\u00fcrdevoll in Bewegung, wie es mit nur einem Schuh und zerrissenem R\u00f6ckchen m\u00f6glich war. Der junge Althopian hielt seinen rostigen Streitflegel griffbereit und folgte ihr auf dem Fu\u00dfe, so, wie er es einmal in der Zukunft als ihr pers\u00f6nlicher Leibw\u00e4chter h\u00e4tte tun sollen, w\u00e4re es nach dem Willen des <em>teirand<\/em> gegangen. Osse packte sein Brett und streckte die Hand aus. Emberbey gab ihm das mysteri\u00f6se Kinderspielzeug zur\u00fcck. Der Junge steckte es wieder unter seinen G\u00fcrtel und folgte seiner jungen Herrin; wandte sich aber um, als er bemerkte, dass der alte Ritter ihnen nicht folgte.<\/p>\n<p data-p-id=\"91506ea6c6f86169bcf1cd3e3280de38\">\u201eKomm, Vater! Die <em>teiranday<\/em> werden froh sein, dass du uns gefunden hast! Die Chaosgeister kommen vielleicht zur\u00fcck, wenn du lange hier stehen bleibst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9639fe6df925dfeb459b60d2bc22bd0e\">Alsg\u00f6r Emberbey z\u00f6gerte. Dann ging er dem Jungen nach, bis er wieder an dessen Seite schritt. \u201eOsse?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"caa213ec478e866477f45fb0f1c0d38c\">\u201eJa, Vater?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3f14dcc84f7f28b80cb2b25017f01566\">Der alte Ritter z\u00f6gerte. \u201eDanke&#8221;, sagte er dann leise.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2649","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2649","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2649"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2649\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3701,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2649\/revisions\/3701"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2649"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2649"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2649"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}