{"id":2647,"date":"2025-08-25T13:38:07","date_gmt":"2025-08-25T11:38:07","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2647"},"modified":"2025-08-31T23:03:57","modified_gmt":"2025-08-31T21:03:57","slug":"120-durch-die-wand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/120-durch-die-wand\/","title":{"rendered":"120: Durch die Wand"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"d4bc9a0c356bd9be905821ccbde6dc0c\">Den M\u00e4nnern, die J\u00f3ndere Mor\u00e9aval um sich geschart hatte, um den Turm ihrer eigenen Burg zu st\u00fcrmen, war die Sache schon nach wenigen beherzten Axthieben nicht mehr geheuer. Dass im Turm Wasser aufgestiegen war, das konnten sie alle h\u00f6ren. Nachdem sie begriffen hatten, dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit alle Edlen von Wijdlant und Spagor mitsamt ihren Kindern darinnen eingeschlossen waren, da waren hatten sie ihre Furcht vor dem ungeheuren Sandsturm vergessen, der sich in das Gewitter gemischt hatte. Das Burgvolk, die Knechte, die mit gro\u00dfer K\u00f6rperkraft versehen waren, der Schmied, der Steinmetz, der Zimmerer, jeder von ihnen hatte auf die T\u00fcr eingepr\u00fcgelt, bis Mor\u00e9aval ihren Anstrengungen ein Ende setzte.<\/p>\n<p data-p-id=\"a2d00a8998ca8e1503c169eed5ecc506\">\u201eGenug&#8221;, befahl der Ritter. \u201eEs hat keinen Sinn.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6754a1d16cfd0f6a1581b13a820b3025\">\u201eKeinen Sinn?&#8221;, knurrte der Schmied. \u201eDie Herrin und ihr Gefolge sind da drin!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"89b851659960eb0a137a274004db81b2\">\u201eEs hilft ihnen nicht, wenn wir alles Werkzeug zerschlagen! Wir m\u00fcssen etwas anderes versuchen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7d673bdf5f54a76bdf9b9de7fca5422a\">Das war ihnen einsichtig. Mor\u00e9aval selbst war ihnen als Vorbild vorangegangen und hatte an der alten Turmt\u00fcr eine Axt zerschmettert. Deren Blatt war entzwei gesprungen und hatte im Wegfliegen um ein Haar den <em>mestar<\/em> getroffen, der mit besorgter Miene zu nahe bei ihnen auf der Au\u00dfentreppe stand.<\/p>\n<p data-p-id=\"6b23fc39a8fdbf2c1e0dc9f3bc231e0b\">Mor\u00e9aval seufzte unwillig. Da standen sie, die Schutzbefohlenen, die Bewohner der Burg von Wijdlant, vom Greis bis zum Kind, mutma\u00dflich vollz\u00e4hlig, und schauten zu ihm und seinen Helfern hinauf. Dem Flackern des Wetterleuchtens schienen die zahlreichen Laternen entgegen, die sie mit hinaus gebracht hatten, denn offenes Feuer wurde sofort von Regen und dem hinab tropfenden Sand erstickt. Der Ritter f\u00fchlte sich wie auf einer B\u00fchne, w\u00e4hrend die Leute zum Hocheingang aufblickten. Auf ihre Weise erwarteten sie tats\u00e4chlich, dass er ihnen etwas vortrug.<\/p>\n<p data-p-id=\"ec181c6576674ebc9ca9af11b4bf2710\">\u201eEs ist ein Fluch&#8221;, wisperte der Steinmetz. \u201eDie T\u00fcr ist verzaubert.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"19faf8421ede1e774fc6163ae810583a\">\u201eDer Schwarzmantel muss es getan haben&#8221;, stimmte unabh\u00e4ngig davon eine Stimme aus der Menge hervor. \u201eEs soll einer in der Burg gewesen sein!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b991137aa39bc6ca016169ba8fdd4213\">\u201eBei den M\u00e4chten! Vielleicht haben die <em>teiranday<\/em> seinen Zorn geweckt, und das ist seine Rache!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1115eb52ea19e4d99f1feb2d5cfb348f\">Diese M\u00f6glichkeit diskutierten die Leute mit aufgeregtem Gemurmel, das so sehr anschwoll, dass es das Sandplatschen \u00fcbert\u00f6nte. Ab und zu tauchten einzelne Stimmen an die Oberfl\u00e4che des Raunens, die entweder den Schattens\u00e4nger verfluchten oder die M\u00e4chte um Beistand anriefen.<\/p>\n<p data-p-id=\"26f3f6f9e99f571b48fb40aaaa203906\">\u201eStill!&#8221;, rief Mor\u00e9aval ver\u00e4rgert. \u201eSeid ihr toll geworden? Warum sollte der Schattens\u00e4nger all die Leute in dem Turm einsperren?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a8787e53f04986d8d30b487249106e6b\">\u201eUnheil und Verderben! Von den Schwarzm\u00e4nteln ist nie Gutes gekommen!&#8221;, behauptete der Steinmetz, und der <em>mestar<\/em> nickte beipflichtend.<\/p>\n<p data-p-id=\"6ac9c74d2a403bb69b588e620d3f3e70\">\u201eUnsinn! Ich selbst kehre gerade aus dem Boscarg\u00e9n zur\u00fcck! Die <em>teiranda<\/em> hatte mich pers\u00f6nlich dorthin ausgesandt! Meister Yalomiro hat mit keiner Silbe erw\u00e4hnt, dass ihn hier irgendetwas ver\u00e4rgert h\u00e4tte!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"81c267d5b74102cd769d0702cd7761ea\">\u201eWarum sollte er auch?&#8221;, knurrte der Schmied. \u201eDer hat Angst vor Euch, Herr!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"96831c7dd5ea6975a6e963a104cb926c\">\u201eWas?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fec3589b4de5eaa90c98e9c5f74ef961\">\u201eIn Furcht ducken soll er sich vor dem tapferen <em>yarl<\/em>, der uns besch\u00fctzen wird!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"60c748682d861e5225b06073f24571ea\">Nun erklangen einzelne und dann immer mehr Hochrufe aus der Menge, die ihn wohl motivieren sollten. Mor\u00e9aval winkte den optimistischen Jubel ab, bis er verstummte. Die Leute waren offensichtlich v\u00f6llig durcheinander. Nun, ein Wunder war das nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"9fbcf1d7c1f43f2f12b7520fbcbfbf1e\">\u201eZeigt mir einen Mann mit Schwert und Lanze&#8221;, rief er ihnen zu, \u201eden besiege ich euch. Aber das da, das ist eine T\u00fcr, an der \u00c4xte zerschellen! Was soll ich da tun?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1885706f6654c24b00de684b5b09c868\">\u201eBesiegt den Schwarzmantel! Der hat die T\u00fcr verschlossen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"28a7b79265d5e07ad9a0090fdef722c1\">\u201eDas ist Unfug!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9ab780fa55b382d9181368962b2f0b85\">\u201eIhr k\u00f6nnt nicht leugnen, dass das hier Zauberei ist&#8221;, beharrte einer aus der Menge.<\/p>\n<p data-p-id=\"9b6c8423d1318bfbc1ab5565d4bc4e78\">\u201eNat\u00fcrlich nicht. Aber wie sie an diese T\u00fcr gekommen ist, das muss und werde ich kl\u00e4ren. Sp\u00e4ter. Erst will ich meine Tochter wieder in Armen halten!&#8221; Mor\u00e9aval wandte sich br\u00fcsk von der murrenden Menge ab und starrte hilflos die T\u00fcr an.<\/p>\n<p data-p-id=\"6add038d7255edd72077d57351018183\">\u201eFeuer&#8221;, entschied er dann. \u201eWir versuchen, sie wegzubrennen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bc9ad38f2a700eadf639b2c9ca9904a9\">\u201eDazu&#8221;, mischte sich der Zimmerer ein, \u201eist das Holz zu nass. Da brennt so schnell nichts.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"967f31e3254d26d91d5fb4d917527239\">\u201eHast du eine bessere Idee?&#8221;, schnappte der Ritter gereizt.<\/p>\n<p data-p-id=\"d1018263be09400ef3bab471fd8d5bfa\">\u201eVielleicht kann man sie auframmen&#8221;, meldete sich laut ein Bursche aus der Menge, aber der, der neben ihm stand, knuffte ihn tadelnd vor den Arm.<\/p>\n<p data-p-id=\"b899a27d5e2324ca0620b1057aab2b84\">\u201eBl\u00f6dsinn. Wie sollen die denn da oben Anlauf nehmen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cb81f39f5b78a8f0b0d67c86c6f438ff\">Mor\u00e9aval streifte den Sand fort, der sich auf seinem Kopf und Schultern ansammelte. Exakt das war der Sinn eines Hocheingangs \u2013 dass man mit einem Rammbock kaum heran kam.<\/p>\n<p data-p-id=\"403f9a3bb2168bfae7fd87a6b4d207f1\">\u201eIch reite zur\u00fcck&#8221;, beschloss er dann. \u201eEs hilft wohl nichts anderes. Jemand muss den Schattens\u00e4nger herholen. Nur der kann uns helfen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d80c57804c3eb268a1c7cd40b72cd63b\">\u201eAber das dauert Tage! Bis dahin halten die Herrschaften nicht durch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1f3ac0f092a6d95afd59ca985d965771\">\u201eUnd die Kinder schon gar nicht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"833efa34c510aa10b85e1781e8bccf29\">\u201eVielleicht steigt das Wasser weiter und sie ertrinken im Turm!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2be2568c6c8c58987e7a2e9df461c89c\">\u201eDie M\u00e4chte z\u00fcrnen uns!&#8221;, geriet jemand in den hinteren Reihen in Panik. \u201eSchaut doch nur! Es f\u00e4llt Erde vom Himmel!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"665fd972d4b9f2ebd673baf4c46ec282\">\u201eJemand r\u00fcttelt am Weltenspiel, und alles st\u00fcrzt um!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3d8c42a6f637f1c21b67783abf8bde65\">\u201eEs ist kein Zufall&#8221;, gab der <em>mestar <\/em>zu bedenken. \u201eDer Regen zog heute fr\u00fch auf. Da fiel noch Wasser, so wie es sein soll, und die <em>yarlay<\/em> und <em>teiranday<\/em> waren noch da.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bc3ef19501d1f3ab4ee9651994cb3eb6\">\u201eEs ist nur ein Gewitter!&#8221;, rief der <em>yarl<\/em> beschw\u00f6rend. \u201eIrgendwo wird ein Wirbelsturm Sand empor gerissen und mit den Wolken vermengt haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1b9095093cee1a8f898c82ca8c68be0c\">\u201eDas&#8221;, sagte der alte Mann voller unanfechtbarer \u00dcberzeugung, \u201eist unm\u00f6glich. Kein <em>forscor<\/em> hat jemals ein solches Ph\u00e4nomen beschrieben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"64e69c5373a27db148265bff80bbcb45\">Mor\u00e9aval runzelte finster die Stirn. Der <em>mestar<\/em> verneigte sich, noch bevor er aus Gewohnheit den jungen Ritter ob seiner Unwissenheit r\u00fcgen konnte. Das Stimmengewirr wurde immer lauter und eindringlicher. Sie erwarteten eine Entscheidung, eine Anweisung von ihm, dem einzigen <em>yarl <\/em>vor Ort. Vielleicht h\u00e4tten sie ihn schon beiseite gedr\u00e4ngt, wenn einer eine bessere Idee gehabt h\u00e4tte.<\/p>\n<p data-p-id=\"18623c6bf710c77e44ff41813d1dd85c\">\u201eSchluss jetzt!&#8221;, rief Mor\u00e9aval aus. \u201eIhr seid nicht hilfreich! Geht hinein! Bittet die M\u00e4chte um eine gute Idee, vielleicht n\u00fctzt das! Oder vielleicht ist jemand hier beherzt genug, statt meiner in den Boscarg\u00e9n aufzubrechen, egal, wie lange es dauert? Es w\u00e4re besser als nichts!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9c5ed7ae3a29f887a6044f7c5f0ea072\">Damit brachte er sie zum Schweigen. Sich \u00fcberschw\u00e4nglich f\u00fcr eine Mission im d\u00fcsteren Wald der unheimlichen Schwarzm\u00e4ntel melden wollte sich niemand.<\/p>\n<p data-p-id=\"35ad802b4371e74ef6ed5ff9fa9933a5\">Irgendwo begann, ein kleines Kind zu weinen, dem die ganze Sache wohl auch zu unbehaglich wurde. Mor\u00e9aval konnte das gut nachf\u00fchlen.<\/p>\n<p data-p-id=\"2bfd4405532f0a4bf1c19ef6130278ce\">\u201eGeht hinein&#8221;, bat er, nun wesentlich sanfter. \u201eEs ist niemandem geholfen, wenn ihr hier in diesem Unwetter steht und zuschaut. Wer eine Idee hat, mag vortreten. Ich werde alles ausprobieren, was Erfolg verspricht. Aber ich bitte euch, bewahrt die Ruhe. Was immer diese T\u00fcr geschlossen h\u00e4lt, es ist zumindest kein <em>b\u00f6swilliges<\/em> Zauberwerk des Schattens\u00e4ngers. Daf\u00fcr verb\u00fcrge ich mich euch!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"037bff6ea8ff4898fc8adcdd3c7c4e7b\">\u201eVielleicht hat er Euch get\u00e4uscht!&#8221;, rief jemand. \u201eIhr m\u00fcsst handeln!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4603a97e2ee57d43f913bf808e2078b6\">\u201eBei den M\u00e4chten!&#8221; Mor\u00e9aval lehnte sich \u00fcber das Gel\u00e4nder, am \u00e4u\u00dfersten Rande seiner Geduld. \u201eMeine Tochter ist da drinnen! Denkt ihr nicht, das w\u00e4re mir Antrieb genug?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"990cee485e4d0a7179c7ef94d9098edf\">Er bezweifelte, dass er sie damit \u00fcberzeugt hatte. Aber tats\u00e4chlich zog sich der gr\u00f6\u00dfere Teil des Burgvolks in die Halle zur\u00fcck. Nur eine Handvoll Leute harrte aus, die Mor\u00e9aval zum Gro\u00dfteil f\u00fcr Schaulustige hielt. Sogar der Schmied und der Zimmerer legten ihre noch unbesch\u00e4digten Werkzeuge ab und trollten sich murmelnd. In der Halle war es zumindest trocken und warm.<\/p>\n<p data-p-id=\"c21ce03b5b7092e0d97ef53c65419cc6\">Mor\u00e9aval legte die H\u00e4nde auf die T\u00fcr und lehnte die Stirn dagegen. \u201eT\u00edjnje&#8221;, fl\u00fcsterte er. \u201eHalt durch, mein Kind. Papa holt dich da raus!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"caa77adc98c6f9ebfc79e88c9722417b\">\u201eVielleicht k\u00f6nnte man <em>durch <\/em>die Mauer?&#8221;, meldete der Steinmetz sich sch\u00fcchtern. Der Ritter zuckte zusammen.<\/p>\n<p data-p-id=\"e431389d1d5ca07bc9e416f7c305a85d\">\u201eWas?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"264bf1c36f6891644dc26cc122e9e23a\">\u201eWir k\u00f6nnten versuchen, die Steine aufzuschlagen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f1ecdede84f0e822ea4b48ca959fa777\">\u201eWir haben nicht die Zeit, uns durch die Wand zu knabbern wie die M\u00e4use. Du wei\u00dft selbst, wie dick die Mauer hier am Fu\u00df ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"937375339e3c311f2c55a2b1dc24f56d\">\u201eNun, es geht vielleicht schneller als dass jemand mit dem Magier wieder hier w\u00e4re.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d1f9181250eae08e55cbc61e6f28b6a9\">Mor\u00e9aval \u00fcberlegte einen Moment. Nun, es war die sinnvollste M\u00f6glichkeit, die sich vorerst bot. Und sie w\u00fcrde die Leute besch\u00e4ftigt halten.<\/p>\n<p data-p-id=\"305ad817259b6771e347ba8332281561\">\u201eFang an&#8221;, gebot er und klopfte dem Mann auf die Schulter. \u201eIch schicke dir Helfer heraus.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"33ed215728c4e732ecbe732432e7a155\">Dann stieg er die Treppe hinab, dicht gefolgt vom <em>mestar<\/em>. Seine <em>yarlara<\/em> und die <em>opayra<\/em> hatten unten gewartet und schlossen sich ihm an.<\/p>\n<p data-p-id=\"7b537fc9de654d96eda0ba278e638194\">\u201eEs sieht nicht gut aus, nicht wahr?&#8221;, fragte die Dame leise.<\/p>\n<p data-p-id=\"379341d1a7cfee8590885617ad802db7\">\u201eSicher haben sie l\u00e4ngst versucht, die T\u00fcr von innen aufzubrechen. Wenn dein Vater es nicht geschafft hat, Geliebte &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"368018a66d0adbdae4acd0e159103937\">\u201eWollt Ihr Euch nicht wenigstens st\u00e4rken und erfrischen, Herr?&#8221;, erkundigte die <em>opayra<\/em> sich besorgt. \u201eIhr m\u00fcsst v\u00f6llig ersch\u00f6pft sein, nach der weitern Reise und dem Ritt &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"703ab773bf0bc352679c25abeab858d6\">Er sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eWozu? Ich werde hier drau\u00dfen doch sofort wieder schmutzig und nass.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ff9658ae2c6980a49bab1a41a74b6ef4\">\u201eLasst Euch wenigstens das Eisenzeug abnehmen&#8221;, empfahl der <em>mestar<\/em>. \u201eDas braucht Ihr gerade nicht. Und etwas essen und trinken solltet Ihr auch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a55a34bdd66a677ffdc324d23c1565e0\">\u201eJa&#8221;, stimmte die <em>opayra<\/em> zu. \u201eEs ist den Herrschaften nicht geholfen, wenn Ihr jetzt ermattet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"33b8594b443f2893773b0eff71ec4d44\">\u201eVergesst nicht, solange die <em>teiranday<\/em> und die <em>yarlay<\/em> abwesend sind, habt Ihr die Gewalt \u00fcber Wijdlant. Ihr m\u00fcsst besonnen sein!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"71e0028bce5217bbf45ccc9d28abfb2c\">Sie meinten es nur gut mit ihren Ratschl\u00e4gen, das wusste er. Doch all das brauchte er im Augenblick nicht. Um die <em>opayra<\/em> loszuwerden, bat er sie, ihm in der K\u00fcche eine Mahlzeit zu besorgen. Dass die Edeldame gegen eine solch profane Aufgabe nicht protestierte, bewies ihm, wie besorgt sie war. Den <em>mestar<\/em> schickte er los, in der Halle von Tisch zu Tisch zu gehen und Helfer f\u00fcr den eifrigen Steinmetz zu werben. Er selbst stieg m\u00fcde die Treppe zu seinem Gemach auf. Die <em>yarlara<\/em> folgte ihm schweigend, stellte ihre Laterne ab und nahm Licht f\u00fcr die Lampen im Raum. Dann schloss sie die T\u00fcr hinter ihnen und machte sich dann still daran, ihm die Schnallen seiner Ausr\u00fcstung zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p data-p-id=\"396520da9c48d731e4351c6e1bb7cf23\">\u201eDanke&#8221;, sagte er. \u201e\u00dcberall ist mir der Sand hingeraten und schmirgelt mir die Haut ab.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bd2ea51d3f9ec30ebb73c36a57435d2e\">\u201eDu solltest ein Bad nehmen&#8221;, riet sie leise. \u201eIch lasse jemanden Wasser anheizen, Liebster.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0b6d300539fc9f6b5755e56708475f8e\">\u201eVielleicht sp\u00e4ter. Nun ist das andere wichtiger. Ich mag die M\u00e4nner nicht unbeaufsichtigt lange an der Mauer herumklopfen lassen.&#8221; Er lie\u00df sich am Tisch nieder und sein Blick fiel auf T\u00edjnjes Bettchen. Um diese Zeit h\u00e4tte das kleine M\u00e4dchen darin liegen und von h\u00fcbschen unschuldigen Dingen tr\u00e4umen sollen. Eine Puppe aus einem mit S\u00e4gesp\u00e4nen gef\u00fclltem Stoffbalg mit Wollehaaren sa\u00df brav auf dem Kissen und erwartete die R\u00fcckkehr ihrer kleinen Besitzerin. Ein etwas zu gro\u00dfer Kranz von Bl\u00fcmchen hing dem Spielzeug schief auf dem Kopf.<\/p>\n<p data-p-id=\"2895ca516991c564658e3db17fdae447\">Mor\u00e9avals Augen verengten sich. Die Blumen sahen frisch aus, so als seien sie gerade erst aufgebl\u00fcht. Das war seltsam und erinnerte ihn an etwas. Er \u00f6ffnete seine G\u00fcrteltasche und holte die T\u00fccher hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"d1d0aca9010301cb72923ee494c1eed5\">\u201eDer Schattens\u00e4nger&#8221;, erz\u00e4hlte er nachdenklich und faltete das eine auseinander, \u201ehat mir Geschenke f\u00fcr euch mitgegeben. Hast du eine Dose oder ein Kistchen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b421718cb07d0bfdd338640c595263a5\">\u201eWas ist das?&#8221; Die Dame kam n\u00e4her, brachte ihm das gew\u00fcnschte und betrachtete verwirrt die feinen Kr\u00fcmel, die er sorgf\u00e4ltig in den Beh\u00e4lter f\u00fcllte, damit sie nicht verloren gingen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3de66594dd4654d49fdeac9bb78e7290\">\u201eBlumensamen. Offenbar hat er von einem Zeitvertreib erfahren, von dem T\u00edjnje uns bislang nichts erz\u00e4hlt hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5591682f28cccc2874c9811e84e0b6ca\">Sie l\u00e4chelte kummervoll. \u201eT\u00edjnje ist dem Magier zusammen mit der <em>teirandanja<\/em> begegnet. Sie war sehr beeindruckt. Ich wei\u00df nicht, ob das alles recht ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"79d904894e04621b5f9af710e9a7b655\">\u201eF\u00fcr dich gibt es auch etwas.&#8221; Er gab ihr das zweite Tuch in die Hand und hielt ihre Finger dabei etwas l\u00e4nger fest als n\u00f6tig. Sie schaute ihm in die Augen und ber\u00fchrte dann seine Stirn mit der ihren. Der Sand auf beider Haut st\u00f6rte die vertraute Z\u00e4rtlichkeit, und so l\u00f6sten sie sich wieder voneinander und sie wickelte die Gabe aus. Schweigend betrachtete sie den kleinen Opal, der im Schein der \u00d6llampe ein warmes, vielfarbiges Funkeln verspr\u00fchte.<\/p>\n<p data-p-id=\"8619fe86c8e9d6222f30be004a3f50eb\">\u201eBei den M\u00e4chten&#8221;, wisperte sie schlie\u00dflich. \u201eWie wundersch\u00f6n.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5339d2d994ef5b48039b2cb38330724b\">\u201eEs ist nicht nur ein Kleinod&#8221;, erkl\u00e4rte er. \u201eEr hat dazu ein M\u00e4rchen erz\u00e4hlt, von einem darin gefangenen Wunsch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a878366bbb467feb4b5b8d0ac205b06b\">Mor\u00e9aval begann seinen Bericht \u00fcber alles, an das er sich erinnerte. Mit jedem Wort, das er sprach, wuchs seine Verwirrung und die <em>yarlara<\/em> wurde bleicher und bleicher vor Staunen. Sogar die <em>opayra<\/em>, die mit einer Schale Eintopf und einem Brot hinzu kam und nur einen Teil der Geschichte mith\u00f6rte, schien ersch\u00fcttert.<\/p>\n<p data-p-id=\"acbc430b2edf8c4c0a46ad83cbcc680e\">\u201eBei den M\u00e4chten&#8221;, sagte die alte Dame. \u201eDas w\u00e4re ja die Rettung!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"edea60f821cd626fae66187e9bc64ba0\">\u201eIhr meint, ich &#8230; ich muss mir einfach nur w\u00fcnschen, dass die T\u00fcr aufgeht?&#8221;, fragte die <em>yarlara.<\/em> \u201eSo &#8230; so <em>einfach<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f60451d952520ced8d785037e1362a5e\">\u201eNicht zu voreilig&#8221;, mahnte Mor\u00e9aval. \u201eLasst uns den <em>mestar<\/em> befragen, damit wir blo\u00df nichts Falsches machen. Wenn es ausgesprochen werden muss, ist sicher von Belang, wie es formuliert wird.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1d53ca596868e799b8f3006b1c3f78a4\">\u201eJa&#8221;, sagte sie leise. \u201eWie in dem M\u00e4rchen von dem dummen <em>maedlor<\/em> und seinem klugen Knecht, das T\u00edjnje so gern h\u00f6rt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ac77c2469805771a7ced12e8883a06e5\">\u201eIch hole ihn her&#8221;, rief die <em>opayra<\/em> aufgeregt und schon war sie davon, mit einer Leichtf\u00fc\u00dfigkeit, die man ihr kaum zutraute. Die beiden lie\u00dfen sie laufen. Das, was ihnen durch den Kopf ging, war wichtiger.<\/p>\n<p data-p-id=\"f0f5ff2c94c95c4e99a9ffedbb695b15\">\u201eWei\u00dft du, was das bedeutet?&#8221;, fragte Mor\u00e9aval leise.<\/p>\n<p data-p-id=\"f751e10d2f6c730368ade0fef53145d8\">\u201eWas? Dass, wenn der Magier die Wahrheit sagt, wir mit einem Wunsch, mit einem Wink die Not beenden k\u00f6nnen, die so ausweglos schien? Es ist ein Wunder! Eine Gnade der M\u00e4chte!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d67d520026fe2779bb7b8212f8833eb1\">\u201eNein&#8221;, sagte Mor\u00e9aval nachdenklich, erhob sich und nahm T\u00edjnjes blumengeschm\u00fccktes P\u00fcppchen an sich. \u201eEs hei\u00dft, dass der Schwarzmantel <em>wusste<\/em>, was hier passiert ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"6026dab089250688f7d324b9e3be4eb7\">\u201eDu solltest uns in das Schulzimmer f\u00fchren&#8221;, schimpfte ich. \u201eDas hat mein <em>h\u00fdardor<\/em> nicht zum Spa\u00df gesagt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b43e627535328fd425ef32d8408de22d\">\u201eIch wei\u00df&#8221;, antwortete Advon Ir\u00edsolor ungeduldig. \u201eAber wenn wir von hier weg gehen, dann erfahren wir nicht, was passiert.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"10ed7395f92a758c52f50f1c74a5d007\">\u201eWir m\u00fcssen nicht immer alles wissen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d37fb213d06c9932a33330310436a8f2\">\u201eIch lasse meine Mama nicht allein!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"954d7217652fb765ffcd67fd90b158e5\">\u201eWenn wir nicht &#8230; was?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b094eb4ee4952d7f516b56c6b7515ea9\">Der kleine Junge hatte sich auf dem Thron niedergelassen, auf dem \u00fcblicherweise wohl sein Vater sa\u00df. Wie alles andere im Ciel\u00e1stel hatte sich der zuvor so beeindruckende kristallene Sessel in tr\u00fcbmattes, farbloses Glas verwandelt. Der vorhin noch so farbenpr\u00e4chtige, schwerelos wirkende Saal hatte allen Glanz verloren. Es war einfach alles durchsichtig und leicht eingetr\u00fcbt. Nur aus unmittelbarer N\u00e4he konnte ich noch die Konturen von W\u00e4nden, T\u00fcren und der Estrade mit den beiden Thronen erkennen. Alles verschwamm mit dem Unwetter. Zumindest fiel einem hier kein Sand mehr auf den Kopf.<\/p>\n<p data-p-id=\"bb5574fbbedba69c01267212d16aeecb\">D\u00fdamir\u00e9e b\u00fcckte sich und hob das Stofftier auf, das mir vorhin aus der Hand gefallen war. Sie schien sich nicht zu wundern, dass es hier war. Dann kletterte sie unbefangen auf Elos\u00e1ls Thron.<\/p>\n<p data-p-id=\"b44f0bf6d8ff30d5587dd866e78ae237\">\u201eD\u00fdamir\u00e9e!&#8221;, entsetzte ich mich.<\/p>\n<p data-p-id=\"74d5c337524a381c00e126339017e64b\">\u201eIst schon gut, Mama. Das ist nur ein Sessel aus Glas.&#8221; Sie rutschte pr\u00fcfend hin und her. \u201eRutschig&#8221;, sagte sie dann. \u201eWarum hat deine Mama kein Kissen, Advon?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cc098f819f93b8d71d1812a6d9bbc8a3\">\u201eSie braucht keines.&#8221; Er hatte die Beine angezogen und mit den Armen umschlungen. Bei n\u00e4herer Betrachtung wirkte er so traurig und m\u00fcde, dass ich keinen \u00c4rger empfinden konnte. Ein freundliches, gutherziges Kind mit gro\u00dfem Kummer. \u201eSie hat es immer genau so, wie sie es mag.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a3970544fbc666b5d8aad2fb2a5551a8\">\u201eWir sollen nicht hier sein&#8221;, dr\u00e4ngte ich. \u201eD\u00fdamir\u00e9e, dein Vater will, dass wir in den Boscarg\u00e9n fliehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3a5651eb15dfd4ad4f263a21ec516b5b\">\u201eIch dachte, wir sollen ins Schulzimmer?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"98d5a55735cb0c72fa0f76770283b339\">\u201eDa ist &#8230; eine T\u00fcr.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3f4d0c8556eaf60ff1f0e57edc107186\">\u201eWenn Advon hier bleibt&#8221;, entschied D\u00fdamir\u00e9e, \u201ebleibe ich auch hier. Ohne Papa gehe ich auch nicht zur\u00fcck.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a51577c3114b1237a90e973c7912213d\">Ich st\u00f6hnte innerlich. War es nicht ohnehin schon kompliziert genug? Musste D\u00fdamir\u00e9e ausgerechnet jetzt die Trotzphase nachholen?<\/p>\n<p data-p-id=\"15e3dda279bc7981b89d11dc293881af\">\u201eDein Vater will, dass wir nach Hause gehen, bevor &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4e7cd1312eeba1f2aa54dba9545a8fb6\">\u201eWollt <em>Ihr<\/em> das auch?&#8221;, unterbrach mich Advon Ir\u00edsolor ernst.<\/p>\n<p data-p-id=\"fae45f3565d42218da05dc27134e0c8f\">Ich z\u00f6gerte einen Moment.<\/p>\n<p data-p-id=\"c4ffc6c6eb5eebdbf29aee011152253c\">\u201eNein&#8221;, gab ich dann zu. \u201eGanz ehrlich? Ich will mich nicht wegschicken lassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d0f26b8d1fc130f95e79f7d2197a4f6b\">\u201eSie schicken uns weg, weil sie uns lieb haben&#8221;, fuhr er nachdenklich fort. \u201eAber hier sind wir sicherer, als wenn wir hin\u00fcber ins Schulzimmer gegen, wo Ihr die T\u00fcr beschworen habt. Hier ist Patagh\u00edu. Hier kommen keine Chaosgeister rein. Das hat Papa immer gesagt. Wenn mal etwas Schlimmes passiert, dann soll ich hierher gehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9e5e7574c9ae8a07d527593a9a929fc7\">\u201eIm Eta\u00edmalon ist es auch sicher&#8221;, wollte D\u00fdamir\u00e9e ihm wohl nicht nachstehen. \u201eDa drin kann nicht B\u00f6ses sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"848d4eb447f790d016de84ac781a0e05\">\u201eIch wei\u00df. In Nokt\u00e1mas Heiligtum sind wir bestimmt auch ganz sicher. Aber Nokt\u00e1ma will bestimmt nicht, das auf dem Weg dahin wieder ein schlimmes Monster kommt und einen von uns frisst. Gal\u00e9on ist doch nicht bei uns.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3b7e5f0240e14217f6d2231f5c705807\">\u201eOb Gal\u00e9on etwas passiert, da drau\u00dfen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b626112939759a4e35665daff47c81d5\">\u201eNein. Der k\u00e4mpft zusammen mit deinem und meinem Papa gegen Sile- &#8230; wer auch immer sie jetzt wirklich eigentlich ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6926d332bfe1a59ea9306b52be3493ed\">Ich gab auf. Die beiden waren sich einig. Wie konnte ich mich dagegen durchsetzen? Und im Grunde war der Junge ja im Recht und redete ganz vern\u00fcnftig. Bei genauerem Nachdenken, redete er <em>viel zu erwachsen<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"6fdfe06c7727153c81dfb89e017d1295\">\u201eIhr habt ja eine hohe Meinung von diesem Gal\u00e9on. Wer ist das eigentlich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8e85c8be5edb0dc0cff091189f06d64f\">\u201eEin <em>b\u00e1chorkor<\/em>&#8220;, erkl\u00e4rte Advon geitstesabwesend. \u201e\u00dalda- &#8230; also, die andere H\u00e4lfte von Sileda\u00fa wollte ihn umbringen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b4992fa9b012bea6e5bf4a7cd2b80a03\">\u201eEr kennt ganz viele sch\u00f6ne Geschichten&#8221;, erkl\u00e4rte D\u00fdamir\u00e9e. \u201eUnd er kann zaubern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d26c3b5550f0c174301830948e438b55\">\u201eWie bitte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4e7f52b9a88d5c141a58c7ee98bed367\">\u201eEr will es nicht zugeben, Mama. Aber ich habe es gesehen. Ganz bestimmt. Er hat die Chaosgeister in der W\u00fcste so lange weggebannt, bis wir in Sicherheit waren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"601c3208283b00e5fe6a83c17c04c5fd\">Ich lie\u00df mich auf der Armlehne neben D\u00fdamir\u00e9e nieder. Tats\u00e4chlich schien es nur ein kalter, unbequemer Sessel zu sein. Ich konnte ihn gefahrlos ber\u00fchren. D\u00fdamir\u00e9e rutschte in meine Richtung und kuschelte sich an. Wie gut das tat! Ich legte meinen Arm um sie, streichelte ihr sandiges Haar und genoss f\u00fcr den kurzen Moment ihre N\u00e4he. Endlich waren wir wieder vereint. Ich dachte nach. Wenn dieser sonderbare junge Mann tats\u00e4chlich magische Kr\u00e4fte hatte, dann hatte der Verfluchte m\u00f6glicherweise wirklich einen guten Grund, ihn aus dem Weg r\u00e4umen zu wollen. Es w\u00fcrde vielleicht sogar erkl\u00e4ren, warum dieser geheimnisvolle Eindringling so viel wusste. Aber wenn es doch offensichtlich weder Patagh\u00edu noch Nokt\u00e1ma gewesen waren, die ihm seine Kr\u00e4fte verliehen hatten, wie war er dazu gekommen? Von einem weiteren Schattens\u00e4nger h\u00e4tte Yalomiro doch erfahren! Sicher ging es den Regenbogenrittern nicht anders. Und das bedeutete &#8230; etwas, an das ich nicht zu denken wagte! Und ich kam auch nicht dazu, an dieser absurden Idee h\u00e4ngen zu bleiben.<\/p>\n<p data-p-id=\"5928a2f0c4820e7934c9430df98998ee\">\u201eEuer <em>h\u00fdardor<\/em> wird meine Mama doch besch\u00fctzen, nicht wahr?&#8221;, fragte Advon pl\u00f6tzlich und blickte mich eindringlich an.<\/p>\n<p data-p-id=\"0cb1135e2a46c51ceef44e00e0c3c19b\">\u201eAber wieso fragst du so etwas?&#8221; Ich lehnte mich zu ihm hin\u00fcber. Nat\u00fcrlich machte der Junge sich Sorgen, aber immerhin war sein Vater dort drau\u00dfen, um seine Mutter zu besch\u00fctzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f75a339183e391900c4652c180cd2fe2\">\u201eWird er?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"364d09d0db8e20b54dccf54994be019c\">\u201eNat\u00fcrlich. Aber warum machst du dir solche Sorgen? Wenn Sileda\u00fa wirklich der Verfluchte ist und keine Zauberkraft mehr hat, dann wird sie doch gegen deine Eltern, Yalomiro und &#8230; euren Freund nichts ausrichten k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c238c582ffc6d0e53873ba10a915e081\">\u201eAber darum geht es doch gar nicht. Meine Mama will doch nicht gegen Sileda\u00fa k\u00e4mpfen. Mit der wird mein Papa ganz alleine fertig.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"08f8b8f9d9edfab0d45e10384ec2af8c\">\u201eAber worum sorgst du dich denn dann?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"752567b23132904a92369cfc3b2fefdc\">Er zog die Schultern hoch. D\u00fdamir\u00e9e schaute mitf\u00fchlend zu ihm hin\u00fcber. Dann rutschte sie vom Thron herunter und setzte sich nebenan neben den Jungen. Die Art, wie sie f\u00fcrsorglich ihren Arm um ihn legte und sich ihm zuneigte, r\u00fchrte mich auf eine seltsame Weise an. W\u00e4re die Lage nicht so ernst gewesen, es h\u00e4tte niedlich und zugleich viel zu erwachsen ausgesehen. Advon versuchte offensichtlich, tapfer und beherrscht zu bleiben. Dann schluchzte er auf.<\/p>\n<p data-p-id=\"dff34eade79b80adf0e30b6379035a3b\">Im selben Moment zuckte Licht durch den Ciel\u00e1stel, unglaublich hell und hei\u00df, wei\u00dfgl\u00fchend wie die Sonne am Mittagshimmel. Das Leuchten stieg aus der Tiefe auf und flutete empor, als f\u00fcllten sich die gl\u00e4sernen Mauern damit. Die Hitze war so intensiv, dass ich nicht entscheiden konnte, ob es echte Temperaturen und inkompatible Magie war. Jedenfalls verschlug es mir den Atem, so heftig, als sei die Luft f\u00fcr einige Augenblicke weggedr\u00e4ngt und kaum noch genug zum Atmen. Der unerwartete Lichtblitz war blendend hell. Und w\u00e4hrend ich blind um mich tastete und keuchte, geriet der Ciel\u00e1stel in eine seltsame Bewegung, eine Vibration, die sich in den Thronsessel und von dort in meinen ganzen K\u00f6rper fortsetzte. Es war kein Erdbeben, daf\u00fcr war es zu zart, zu subtil. Es war vielmehr, als geriete etwas in <em>Schwingung<\/em>, und tats\u00e4chlich hatte ich ein seltsames, unwirkliches Ger\u00e4usch im Ohr. Ungef\u00e4hr so, als spiele ein Musiker auf einer Glasorgel, doch es war nur ein einziger, anschwellender Ton. Es war der Ciel\u00e1stel selbst. Patagh\u00edus Heiligtum <em>sang<\/em>!<\/p>\n<p data-p-id=\"211d72ba59c888b7807e777135297e3c\">Dann war wieder Atemluft da, und nach mehrmaligem Blinzeln konnte ich auch wieder sehen, auch wenn farbige Schatten durch meine Blickfeld schossen.<\/p>\n<p data-p-id=\"1aace63be43acaa3355848d2a5fede01\">D\u00fdamir\u00e9e schaute sich verwirrt um. Sie wirkte auf eine sonderbar abgekl\u00e4rte Weise entsetzt und fasziniert zugleich. Im Gegensatz zu mir schien sie jedoch keine k\u00f6rperlichen Nachwirkungen zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p data-p-id=\"49646a7f9fce295254a52978acac2c5f\">\u201eDas war meine Mama&#8221;, wisperte Advon.<\/p>\n<p data-p-id=\"3c2a9c49d68b5a1794abc6f720866abf\">\u201eWas hat sie getan?&#8221;, fl\u00fcsterte ich zur\u00fcck.<\/p>\n<p data-p-id=\"274dcf99b9ff261cc05bcd7375e341d7\">Er erhob sich, entschlossen, energisch.<\/p>\n<p data-p-id=\"284a3fd13b675ea254c2c7413638dc47\">\u201eSie k\u00e4mpft. Sie k\u00e4mpft gegen die Chaosgeister. Ganz allein.&#8221;<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2647","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2647","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2647"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2647\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3699,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2647\/revisions\/3699"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2647"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2647"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2647"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}