{"id":2636,"date":"2025-08-25T13:23:19","date_gmt":"2025-08-25T11:23:19","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2636"},"modified":"2025-08-31T23:11:32","modified_gmt":"2025-08-31T21:11:32","slug":"101-all-das-wasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/101-all-das-wasser\/","title":{"rendered":"101: All das Wasser"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"85d5dc8e8d04a514605380dfb6b40d30\">\u201eWieso ist hier so viel Betrieb?&#8221;, wisperte \u00daldaises pers\u00f6nlicher Tagediener dem anderen zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"16d75338916674559d53c2971217d2d2\">\u201eWoher soll ich das wissen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5f5d9233bbb1822c71c046337d0adb02\">Sie dr\u00fcckten sich unter den Arkaden vor den Geb\u00e4uden herum, die den Palast des <em>konsej<\/em> umgaben und beobachteten das gesch\u00e4ftige Treiben dort. Es war eine kleine Gruppe der Stadtw\u00e4chter anwesend, aber die fiel kaum auf inmitten der Bediensteten und des Personals der tatterigen <em>sinoray<\/em>, die nun den Ratssaal verlie\u00dfen, teils noch auf eigenen F\u00fc\u00dfen, teils getragen und gef\u00fchrt von \u00fcberaus geduldigen Helfern, die sie zu ihren S\u00e4nften und Wagen brachten.<\/p>\n<p data-p-id=\"5779057f13982ee2941ef4621149ba76\">\u201eWahrscheinlich wollen die alle in ihre H\u00e4user&#8221;, sagte der Zweite schlie\u00dflich. \u201eIst schon schlau. Sch\u00fcttet hier gleich wie aus Eimern!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8f47675a1e43a3e24cd5e2b961a9aa79\">Sie schauten hinauf zu den grauen Wolken, die \u00fcber dem Ratspalast hingen. Der Himmel war immer mehr und immer schneller zugezogen, seit sie in die Stadt zur\u00fcckgekehrt waren. Der Mietstallbesitzer war sichtlich erleichtert gewesen, seine kostbaren Tiere im Empfang nehmen zu k\u00f6nnen, hatte sie gleich in den Stall bringen und diesen sicher zusperren lassen. In den Stra\u00dfen hatte Gesch\u00e4ftigkeit geherrscht, die Leute hatten alles, was drau\u00dfen nicht ganz sicher stand und befestigt war, gesichert oder in die H\u00e4user geholt. In den Gasth\u00e4usern und Tavernen herrschte bereits Hochbetrieb, denn niemandem war danach, sich w\u00e4hrend des Unwetters im Freien aufzuhalten. Auch die Bauern und G\u00e4rtner vor der Stadt w\u00fcrden nun versuchen, ihr Vieh in die St\u00e4lle zu treiben und die empfindlichen Pflanzen zu beschirmen.<\/p>\n<p data-p-id=\"daf267fab5dd8ec697af4e7574233308\">Allzu besorgt war niemand, vielleicht einige der Reisenden aus anderen <em>teirandon<\/em>, die dieses Wetter nicht kannten, nicht aber die Bewohner von Aur\u00f3p\u00e9a. Unter ein Dach gerieten die Regenst\u00fcrme nicht. Ganz selten gab es w\u00e4hrend eines Unwetters Unf\u00e4lle oder Tote, und wenn, dann lag es durchweg an wirklich ung\u00fcnstig verketteten Umst\u00e4nden. Die Knechte wussten das. Regenst\u00fcrme waren zu ertragen.<\/p>\n<p data-p-id=\"3012ccb18f8c91bb766353e522d503a8\">Im S\u00fcden, unmittelbar \u00fcber der W\u00fcste, strahlte noch ein St\u00fcck vom W\u00fcstenhimmel, wo langsam die Abendd\u00e4mmerung aufzog. Das sah allerdings doch bedrohlich aus, denn die graue Wolkendecke hatte dort eine so exakte Kante, als habe sie jemand mit einem Lineal gezogen. Und die Wolken \u00fcber ihnen, die mehr und mehr Licht schluckten, fast schon so sehr, dass es eine Laterne gebraucht h\u00e4tte &#8230; die waren so sonderbar gleichm\u00e4\u00dfig und glatt, und in ihnen zogen etwas hellere Wolken wie Schlieren. So etwas hatten die beiden, die ihr ganzes Leben in Aur\u00f3p\u00e9a verbracht und in dieser Zeit mehrere Dutzend Regenst\u00fcrme erlebt hatten, noch nicht gesehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"01f971b6ea8764246267da12144a271f\">\u201eWir sollten auch irgendwo unterschl\u00fcpfen. Lass uns in die Taverne gehen, wo wir vorgestern waren. Da Bier da war gut.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fbeca8bfba2d3bb33288da889655f9cb\">\u201eDamit der Alte uns sofort aufsp\u00fcrt? Biste noch ganz gescheit?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2d1b5aa5c972e9aecbe19c8f75b1d0f6\">\u201eHat doch wohl genug zu tun mit dem Wetter! Wir sind doch nachher immer noch schnell genug!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2a2fe40df1c91b9f0f66aeb0b131599a\">\u201eJa, aber nicht ohne Lohn! Die Opale k\u00f6nnen wir ohnehin vergessen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4d68530dfeff77ed0e484436888a6d22\">\u201eUnd wie kommen wir da rein?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"88619e445a63aa6dd16d9431861e645f\">Gerade das war das Problem. Die T\u00fcr zum Brunnenraum war bewacht. Zwei Stadtw\u00e4chter, die sicher auch gern sicher in ihren H\u00e4usern oder der Unterkunft gewesen w\u00e4ren, wo jene ohne Familie wohnten, standen dort und betrachteten das sich lichtende Gewusel. Warum waren sie da? Hatte \u00daldaise sie dort postiert, weil er sich denken konnte, dass seine r\u00e4tselhaften Kostbarkeiten dort nicht so geheim waren, wie er es sich vielleicht gew\u00fcnscht h\u00e4tte?<\/p>\n<p data-p-id=\"6e7d4a0391e5e37a8c563a6688cffc9a\">Die beiden Knechte hatten auf dem Weg in die Stadt viel nachzudenken gehabt und das Geschehene St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck in der ihnen eigenen Logik aufgeschl\u00fcsselt. Dass \u00daldaise \u00fcber all die Zeit hinweg an einem unbekannten Ort gelebt hatte, nahmen sie noch am leichtesten hin. Wer wusste schon, wo der mysteri\u00f6se Greis untergeschl\u00fcpft war? An Geld mangelte es ihm nicht, es sprach nichts dagegen, dass er sich dauerhaft in den besseren Gasth\u00e4usern einmietete oder vielleicht bei wechselnden Gastgebern unterkam. Es erkl\u00e4rte schl\u00fcssig, warum sie damals den <em>b\u00e1chorkor<\/em> so umst\u00e4ndlich in den Brunnen hatten verschleppen m\u00fcssen, anstatt ihm ohne Aufwand und bequem in einem privaten Keller oder Hinterhof die Knochen zu brechen. Sogar eine geheime Liebschaft, sei es mit der gruseligen Alten in der Burg oder irgendeiner mutma\u00dflich wenig w\u00e4hlerischen, aber praktisch denkenden <em>f\u00e1njula<\/em> in Aur\u00f3p\u00e9a, wollten sie nicht ausschlie\u00dfen. Immerhin war es keine Schande, f\u00fcr ein gutes Entgelt, ein lockendes Erbe, gro\u00dfz\u00fcgig und duldsam \u00fcber \u00daldaises widerw\u00e4rtiges Wesen und sein greises Alter hinwegzusehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"6c287b55ebcdc3c4f5c1dab425de36bc\">Vielleicht, so war dem einen Knecht schlie\u00dflich seine schmutzige Phantasie durchgegangen, war das kleine M\u00e4dchen sogar die Frucht von \u00daldaises eigenen l\u00fcsternen Lenden, eine von der niemand erfahren durfte und die er aus irgendeinem Grund erst jetzt aus dem Weg hatte schaffen wollen. Sein Begleiter hatte angemerkt, dass \u00daldaise in seinem hohen Alter zwar selbst m\u00f6glicherweise noch in der Lage war, ein dummes Weibsbild zu schw\u00e4ngern, aber die alte Bedienstete der Regenbogenritter, in deren Obhut das G\u00f6r gewesen war, sicher nicht mehr dazu, etwas zu geb\u00e4ren. Und wenn, dann sicher nichts so gut Geratenes wie das Kind gewesen war. Das machte den ganzen Vorfall noch r\u00e4tselhafter. Doch da sie auch mit ihren abenteuerlichen Erkl\u00e4rungen nicht weiterkamen, waren die beiden am Ende doch nicht allzu ungl\u00fccklich \u00fcber das Eingreifen des verfluchten kleinen Kuchenvergifters. Es war weniger schlimm als der Verlust der versprochenen Opale, die \u00daldaise ihnen ganz sicher nicht geben w\u00fcrde. Ein Blick in die H\u00f6hle w\u00fcrde dem Alten gen\u00fcgen, um festzustellen, dass sie seinen Auftrag vermasselt hatten, und erkl\u00e4ren, warum sie nicht wie abgesprochen, auf ihn gewartet hatten.<\/p>\n<p data-p-id=\"1bd1917299d7a9cd4c16eb0b04439d10\">Nun, in \u00daldaises Hausrat, der hier im Brunnen lagerte, befanden sich vielleicht keine Opale. Aber sicher gab es anderes, das sich zu Geld machen lie\u00df. Wenn doch nur die beiden Wachposten nicht so hinderlich vor der T\u00fcr gestanden h\u00e4tten!<\/p>\n<p data-p-id=\"60a36af8733512d4e56a2d0f7cda3583\">Die ersten Regentropfen gingen nieder, ganz vereinzelt, hier und da. Der Platz um den Ratspalast leerte sich. Die <em>sinoray<\/em> und ihre Leute verzogen sich dorthin, wohin sie geh\u00f6rten.<\/p>\n<p data-p-id=\"eedfba17ded9bf6be210ef57d6256811\">Die beiden Knechte warteten. Dort, wo sie sich aufhielten, hatten sie einen guten Blick hinter den S\u00e4ulen hervor, ohne dass die W\u00e4chter sie selbst sehen konnten, sofern sie sich nicht auff\u00e4llig bewegten.<\/p>\n<p data-p-id=\"172bb75d2f3e9d7c9158fea0c3a289c8\">\u201eWenns hier anf\u00e4ngt zu sch\u00fctten&#8221;, grollte der Intelligentere, kriechen sie bestimmt im Palast unter.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b57db02f66fe210c97596fb39194a675\">\u201eLass uns in die Taverne&#8221;, bat der eine nochmals leise. \u201eWir holen uns das Zeug nach dem Sturm!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"21e2a70038b4d546d65ea49f97a976b0\">\u201eNach dem Sturm bin <em>ich<\/em> raus aus der Stadt&#8221;, knurrte der Erste. \u201eKannst dir dann ja den Rest holen und nachkommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3ba9f18f0ce21d529148080bb6b7c98e\">\u201eAls ob du was \u00fcbrig l\u00e4sst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"91f0defbecd324e498b03fc24a433226\">\u201eUnd wenn der Alte nerv\u00f6s wird, und mit seinem Kram abhaut? Der Oberalte hat doch wohl eine Stinkwut! Der alte Schinder wird wohl genauso schnell das Weite suchen wie wir!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1adc5642719fcacfde2b8172a6cb61c8\">\u201eWas mag da los sein? Was hat der Alte wohl auf dem Kerbholz?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"beb3faecc8680bc0643223f84b054b88\">\u201eGeht mich nix an. Wichtigen Dreck. Dreck von wichtigen Leuten!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ff3577a108505f7ca51700ba11e171df\">\u201eUnd wenn wir irgendwo anders was &#8230; besorgen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a5568c8c072d261709d09d8c67c917bc\">\u201eBist wohl auch scharf drauf, in die W\u00fcste zu kommen, was?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a73efab4e99453528810563a3d3ffe5e\">\u201eWenn du nicht &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"42069bb17d3da03f39bba0ed20460d35\">\u201eWenn ich nicht was?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e6cf5dab547ed2f807de66241e0af132\">\u201eWer hat denn mit der Fackel den Dornbeerbusch angez\u00fcndet? All die Aufregung war doch nur wegen dir! Hohlkopf!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2b146abc1026264f80df9e67c2bdcd28\">Zur Antwort hob der Beschimpfte drohend seine Faust, doch noch bevor es zur Handgreiflichkeit kommen konnte, ert\u00f6nte ein Get\u00f6se aus einer der Gassen, die den H\u00fcgel hin abf\u00fchrten, gefolgt von Geschrei und Stimmengewirr. Die W\u00e4chter vor der T\u00fcr wagten sich alarmiert ein paar Schritte unter den Arkaden hervor.<\/p>\n<p data-p-id=\"082397a016e809398d8e97cc156563d1\">\u201eHilfe! Helft!&#8221;, rief eine Frau und kam mit in auf dem zwischenzeitlich regenfeuchten Pflaster patschenden Schritten herangeeilt. \u201eDie S\u00e4nfte der <em>sinora<\/em>, meiner Herrin!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0a08d645a47ea52f86f4091be8b24ae2\">\u201eWas ist?&#8221;, rief der eine W\u00e4chter.<\/p>\n<p data-p-id=\"6289b49e516aa497f76bc694ff9f915a\">\u201eDas Maultier ist ausgerutscht und gest\u00fcrzt! Die S\u00e4nfte ist gekippt und steckt fest, und die <em>sinora<\/em> darinnen! Fasst mit an!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"746065b4763c26049b53af34097f9d80\">Die W\u00e4chter eilten los. Einer verungl\u00fcckten <em>sinora<\/em> zu helfen hatte Vorrang vor dem Wachestehen vor einer T\u00fcr zu einem unwichtigen Raum an einem menschenleeren Platz. Dem Stimmengewirr aus der Seitenstra\u00dfe nach zu urteilen, hatte das verunfallte Maultier eine gr\u00f6\u00dfere Karambolage ausgel\u00f6st. Sicher mussten sie es abschirren, damit es in der engen Gasse \u00fcberhaupt aufstehen konnte, bevor sie die <em>sinora<\/em> erreichen und sie aus der S\u00e4nfte befreien konnten. Zumindest schien der alten Frau nichts Schweres zugesto\u00dfen zu sein. Ihre aufgebrachte Stimme, mit der sie aus unerfindlichen Gr\u00fcnden nach ihrem Gewandschneider rief, schallte kr\u00e4ftig bis auf den Platz. So zog es auch die letzten verbliebenen Personen als Schaulustige an und lenkte die Aufmerksamkeit m\u00f6glicher Zeugen in angenehme Bahnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"e786ca2c11ce59ee3af34d70b8ad2d46\">\u201ePatagh\u00edu is&#8217; mit uns&#8221;, sagte der Knecht, der gerade noch vorgehabt hatte, dem anderen die Nase einzuschlagen.<\/p>\n<p data-p-id=\"c216ec81d594c9dee16244581dccd821\">Augenblicke sp\u00e4ter waren sie durch den nun stetigen Nieselregen zum Palast hin\u00fcber und durch die verwaiste T\u00fcr dort hinein geeilt. Unten im Brunnenraum war es zwar recht d\u00fcster, aber durch die Fenster ringsum fiel ausreichend Tageslicht ein, sodass sie sich orientieren konnten.<\/p>\n<p data-p-id=\"3b6f32b810d9359ec0d3bdb086e10f35\">Derjenige, der es so eilig gehabt hatte mit dem Raubzug, verlor keine Zeit. Augenblicklich begann er, die B\u00fccherstapel auseinander zu werfen, um an die Kisten darunter zu gelangen. Ein, zwei silberne Dinge steckte er sich gleich ein, ohne darauf zu achten, was es eigentlich war. Silber hatte fast keinen Wert gegen die Opale, die ihnen gegangen waren. Allerdings \u2013 wer konnte beweisen, dass \u00daldaise die kostbaren Steine \u00fcberhaupt besessen und es nicht nur behauptet hatte, um sie zu locken? Sicher war es vern\u00fcnftiger, sich mit etwas minderem Metall zu begn\u00fcgen, anstatt g\u00e4nzlich leer auszugehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"d774cc72bce964c0446730c15a9d2949\">\u201eHier war&#8217;n welche&#8221;, sagte der andere Knecht, der sich die Zeit genommen hatte, sich im Brunnen umzuschauen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b99429efbc0acbf812c329823387180f\">\u201eWas?&#8221;, fragte der erste und warf achtlos einen ledergebundenen Folianten beiseite.<\/p>\n<p data-p-id=\"d62db9195298959dd12a62c4b010488d\">\u201eDer Brunnen is&#8217; offen. Hier liegt Zeug &#8216;rum, Seile und Gurte. Und Laternen. Sieht aus, als war wer unten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"96609d0f9da1e387e1157fdf6c2dd672\">Sein Kumpan wurde aufmerksam, steckte eine silberne Dose ein, in der etwas vielversprechend klimperte, und besah sich die Entdeckung.<\/p>\n<p data-p-id=\"e7cfe4a53b473f515d758fded5291004\">\u201eSo was. Was die gerade jetzt da gesucht haben!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"51f5ec8df3ca13a3508d0b837a75b0c9\">Sie neigten sich \u00fcber die Brunnen\u00f6ffnung. Dort unten war nichts als ein finsterer Abgrund.<\/p>\n<p data-p-id=\"b9abd2cb7c62824f50a3cc1b8d4ca5d5\">\u201eH\u00f6rste das?&#8221;, fragte dann der Erste.<\/p>\n<p data-p-id=\"be0902555b0493c634c283c53344652a\">\u201eWas?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d074a8f245e7fe796aba07a7b1f62ec9\">\u201eNa, das Rauschen. Da unten ist Wasser.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"35a0b4bd4e309ffd631fa764d3abb68a\">\u201eNat\u00fcrlich is&#8217; da Wasser. Das ist&#8217;n Brunnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9357afff8d638e03d010c4d0b7b2aff4\">\u201eJa, aber so &#8230; viel?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6c6ddd33b226061fd3532e0b33f3af07\">Sie lauschten. Tats\u00e4chlich. Das, was vor zwei Tagen, als sie den <em>b\u00e1chorkor<\/em> hier hereingeworfen hatten, nicht mehr gewesen war als ein murmelndes Rinnsal, klang nun wie ein rauschender Wildbach, der zur W\u00fcste strebte, und sich anstaute. Wie eine Viehtr\u00e4nke, eine Quelle, die man in einen Trog umleitete. Das Wasser stand bereits recht hoch im Brunnen, dem Glucksen und Gurgeln nach zu urteilen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ab156c1ca8007030d74f187255b8e70b\">\u201eWohl vom Regen&#8221;, sagte der eine. \u201eWenn&#8217;s drau\u00dfen gie\u00dft, sammelt sich&#8217;s Wasser und flie\u00dft irgendwie runter.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8da234487f528ec5cd2e3929bb19d775\">\u201eSo schnell? So stark?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9f907904312aee2fff20eda592050221\">Sie schwiegen. F\u00fcr einen Moment hatten sie das Silberzeug g\u00e4nzlich vergessen, so unheimlich war ihnen das Rauschen und Pl\u00e4tschern aus der Tiefe.<\/p>\n<p data-p-id=\"7efb05ee5c24309f23b0ec6ceeea8b9d\">\u201eKomm&#8221;, sagte der Erste dann und wandte sich wieder der Pl\u00fcnderung zu. \u201eBevor die Br\u00fche bis hier oben kommt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"24afc0adbd27239333ea69751381aa1d\">J\u00f3ndere Mor\u00e9aval kam zu sich wie aus einem Traum. Der Ritter befand sich in einem Birkenhain am Kamm einer Anh\u00f6he, von wo aus er hinab auf eine Ebene blicken konnte, wo er vom Wind durchk\u00e4mmte und von peitschendem Regen durchn\u00e4sste Felder sehen konnte. Sein Pferd hatte sich entschieden, hier in ein etwas geruhsameres Tempo zu verfallen, eine vern\u00fcnftige Entscheidung, denn beim Versuch, von hier ins Tal zu preschen, h\u00e4tten sie beide sich mit Sicherheit den Hals gebrochen.<\/p>\n<p data-p-id=\"7437a42550bd276127668ce6342f5ae9\">Der Ritter st\u00f6hnte und streckte sich. Er war wohl fester eingeschlafen, als es ihm lieb gewesen war. Auf langen Ritten im Sattel einzud\u00f6sen war etwas, was jedem Ritter zuweilen auf ereignislosen Reisen widerfuhr. Die Pferde waren daran gew\u00f6hnt, wenn ihr Reiter keine Versuche sie zu lenken unternahmen, einfach geradeaus auf dem Weg vorw\u00e4rts zu trotten, bis sie an einen Abzweig kamen. Dort blieb ein gut dressiertes Pferd einfach stehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"9760d50af079ffcf046a7ad4e36b365d\">Mor\u00e9aval stemmte sich die H\u00e4nde in den R\u00fccken und verzog schmerzlich das Gesicht. Er sp\u00fcrte sein Ges\u00e4\u00df auf eine ganz unr\u00fchmliche Weise und kam zu dem Schluss, dass er sich wundgeritten haben musste. Das war ihm seit seiner Knappenzeit nicht mehr passiert. Auch der Rest seines K\u00f6rpers war steif und schmerzte. Bei den M\u00e4chten, wie lange hatte er geschlafen und wo hatte das Pferd ihn derweil hingetragen?<\/p>\n<p data-p-id=\"906eea3fb37e4c83216f151c21671a7c\">Ein Grenzstein nahebei brachte ihm erfreuliche Aufkl\u00e4rung. Demnach befand er sich im Grenzgebiet zum <em>yarlm\u00e1lon<\/em> von Daap Grootplen. Von dort waren es nur zweieinhalb Tagesritte bis nach Wijdlant, wo seine geliebte <em>h\u00fdardora<\/em> und seine s\u00fc\u00dfe kleine Tochter warteten. Ob die sich \u00fcber die Blumensamen freuen w\u00fcrde? Mor\u00e9aval war sich nicht sicher, ob das Kind bereits ausreichend Geduld f\u00fcr diese neue Besch\u00e4ftigung hatte. Aber wenn es dem Schattens\u00e4nger so wichtig war &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"130f410d6da796c921bcfe73eff194d4\">Der Schattens\u00e4nger!<\/p>\n<p data-p-id=\"e9d1d1fc251a4a7bdc4882d5d9b813e3\">Mor\u00e9aval z\u00fcgelte sein Pferd und entschloss sich, abzusitzen. Abgesehen davon, dass er ein dringendes Bed\u00fcrfnis versp\u00fcrte, wollte er sich \u00fcberzeugen, ob das Pferd noch das seltsame Hufeisen trug. Denn wenn er hier am Rand von Herrn Daaps Land war, dann musste er den Montaz\u00edel hinter sich gelassen und sogar das Gebiet von L\u00e9ur Tjiergroen zumindest am Rande gequert haben. Er erinnerte sich jedoch weder an die Passage \u00fcber den Montaz\u00edel, geschweige denn, auf irgendeiner Burg Rast gemacht zu haben.<\/p>\n<p data-p-id=\"ce93da1697af00e8d0d672bf133a011b\">Mor\u00e9aval erleichterte sich und fing sein Reittier wieder ein, das ein wohlschmeckendes Geb\u00fcsch gefunden hatte. Der Hengst war in erfreulich gutem Zustand, erhitzt zwar von der absurden Geschwindigkeit, die der Magier ihm angezaubert hatte, aber frei von jeglichen Blessuren oder Zeichen von Lahmheit. Sicher w\u00e4re auch das letzte St\u00fcckchen der Wegstrecke ebenso schnell hinter sie gebracht, sobald das Ross den Busch niedergebissen und seinen Hunger gestillt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"cc974abc5f6aed1d15b6b100d0aca3c9\">Das magische Hufeisen, dieser seltsame silberne Schuh, den der Schattens\u00e4nger ihm angepasst hatte, der hatte sich allerdings ver\u00e4ndert. Es war, als habe er sich stark abgenutzt. Statt eines filigranen Silbergeflechtes war es, als umschl\u00f6ssen nur noch feine Silberdr\u00e4hte den Huf.<\/p>\n<p data-p-id=\"3c5b35e0e451bee562bfab474b562cd9\">Wie schade. Die Magie verbrauchte sich also, die \u00dcberreste w\u00fcrden sicher gerade noch so ausreichen, um geschwind wie ein Sturmvogel in Wijdlant einzureiten.<\/p>\n<p data-p-id=\"a78233701b5d8ec71e4431d48347749c\">Mor\u00e9aval pfl\u00fcckte sich seinerseits ein paar Beeren und sch\u00f6pfte Wasser aus einem brodelnden B\u00e4chlein, das mit erstaunlicher Geschwindigkeit den Bergen zustrebte. Nun, wenn sich das Regenwetter hier schon eine Weile gehalten haben sollte, dann war es nur nat\u00fcrlich, dass das Wasser anschwoll. Mor\u00e9aval trank und blickte dann wieder hinab ins Tal. Daap Grootplens Land erstreckte sich in den gr\u00f6\u00dften Teilen \u00fcber schweren Lehmboden. Dort bei diesem Wetter hindurch zu preschen, w\u00fcrde auf eine entsetzliche Matschpartie herauslaufen. Hoffentlich hielt das Silbereisen noch so lange und blieb nicht irgendwo im Dreck stecken.<\/p>\n<p data-p-id=\"153e424bd002be69d5a9c9439992f32e\">Er schaute nachdenklich nach Norden. Wie lange mochte es hier schon so stetig regnen? Hier oben auf dem H\u00fcgel hielten die B\u00e4ume das Gr\u00f6bste von ihm ab, aber unten im Tal konnte es morastig und schwer passierbar sein. Eine Verz\u00f6gerung auf der letzten Etappe seines Weges, dem St\u00fcckchen vertrauten Landes, das ihn von seiner geliebten <em>h\u00fdardora<\/em> und dem Kind trennte.<\/p>\n<p data-p-id=\"f18c3998acb8a5d64696fc37dc53b778\">Sah es nur so aus, oder war es dort hinten in der Ferne, dort wo Wijdlant war, noch dunkler und die Wolkenmassen am Himmel massiver?<\/p>\n<p data-p-id=\"3db659a700d69242c5874e1eaaeb9e39\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"5a7d2657363f49d199c19bd57ff3c402\">Es f\u00fchlte sich seltsam an, so im Kreis nebeneinanderzustehen, die Reiterschilde \u00fcber dem Kopf, die die Kinder im Verlies gefunden hatten, und den gl\u00fchenden Eisenofen zu sch\u00fctzen, den sie mit dem alten Zeug gebaut hatten. K\u00edan\u00e1 von Wijdlant f\u00fchlte sich, als n\u00e4hme sie an einem urt\u00fcmlichen Ritual teil, so wie es die Menschen vor langer, langer Zeit zu Beginn des Weltenspiels vollzogen hatten, noch bevor sie gelernt hatten, H\u00e4user zu bauen und Getreide anzubauen. Damals, als alles ganz neu und die Verbindung zu den M\u00e4chten noch stark gewesen war.<\/p>\n<p data-p-id=\"95365b950a5a4563c1dd808f148e6adc\">Ihre Arme schmerzten vom Gewicht der Schilde, das sie nicht gewohnt war, und das unabl\u00e4ssige Rieseln und Prasseln des Sandes, der von der Decke regnete und dann \u00fcber die Schilde nach unten und hinter sie rieselte, klang nervenaufreibend in ihren Ohren. Asga\u00fd warf ein nerv\u00f6ses L\u00e4cheln zu ihr hin\u00fcber. Auch er zitterte langsam unter dem Gewicht des Schildes, von dem der Sand die letzten Reste der ehemaligen Bemalung herab schliff. In seinem legeren, bunt gemusterten Hausgewand mit dem wetterfesten Mantel dar\u00fcber und ohne den gewohnten Kronreif dar\u00fcber sah er wenig herrschaftlich aus. Aber er brachte sie zum L\u00e4cheln, so bedrohlich die Situation war.<\/p>\n<p data-p-id=\"8bf3054cbc6aa77baf675495d5f8d42c\">Ob die Schutzbefohlenen drau\u00dfen immer noch arglos waren, welche entsetzlichen Dinge im Turm vor sich gingen? Waren sie in der Burg sicher?<\/p>\n<p data-p-id=\"f0e90b0ce0c340ef2b860e01fba1281c\">Grootplen und Altabete zu ihren Seiten beobachteten wachsam, wie J\u00e1ndris mit einem alten rostigen Eisendolch, der jedoch einen Holzgriff hatte, ganz vorsichtig den Helm vorn\u00fcber kippte. L\u00e1as balancierte einen kleinen Faustschild auf einem Fetzen Leder, bereit, damit das fl\u00fcssige Gold aufzufangen, das m\u00f6glicherweise danebengehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p data-p-id=\"702ff7f1ea1a58ed7082675a357f53d4\"><em>Yarl<\/em> Emberbey hatte darauf bestanden, das Axtblatt zu halten, die wohl gef\u00e4hrlichste Aufgabe bei der Sache. Widerspruch hatte er nicht geduldet, nicht einmal von seinem eigenen <em>teirand<\/em>, und darauf verwiesen, dass seine alten H\u00e4nde ohnehin nicht mehr lange dienlich sein w\u00fcrden. Man k\u00f6nne am ehesten darauf verzichten, falls er sich versengen w\u00fcrde.<\/p>\n<p data-p-id=\"bbad44be539a05bf07dc7e1171d2b919\">T\u00edjnje schaute bang und gespannt zu, wie sich ein d\u00fcnnes Rinnsal Gold aus dem schmalen Visierschlitz des alten Helms ergoss. In ihrem Sch\u00fcrzchen barg das M\u00e4dchen zwei Dutzend bunte Edelsteine, die sie alle hatten retten k\u00f6nnen, bis auf einen, der zersprungen war und sich so als plumpe F\u00e4lschung aus einem minderen Material entpuppt hatte, die \u00fcber viele Generationen hinweg in der Krone von Wijdlant nicht aufgefallen war. Es war so still, dass man neben dem Knacken der Flammen und dem viel zu lauten Sandrieseln jeden Atemzug h\u00f6ren konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"8378b332f784451e0ad291fb6be257ed\">\u201eGenug!&#8221;, sagte Emberbey. \u201eNicht zu viel auf einmal!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e55ad848ced1f96284aab891db760871\">J\u00e1ndris kippte den Helm wieder zur\u00fcck, und Emberbey begann, das Gold vorsichtig \u00fcber der Klinge zu verteilen, indem er das Axtblatt vorsichtig hin und her schwenkte. Das abgenutzte Metall nahm einen warmen Glanz an.<\/p>\n<p data-p-id=\"f8e784fe721149f3cc8fb7dff434b3af\">\u201eWie lange wird es dauern, bis es erstarrt ist?&#8221;, fragte K\u00edan\u00e1 von Wijdlant.<\/p>\n<p data-p-id=\"d2e8a466e1c817a070ad4c58b46b5cdc\">\u201eEin paar hundert Herzschl\u00e4ge, Majest\u00e4t. Wir m\u00fcssen es Schicht f\u00fcr Schicht und von beiden Seiten aufbringen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"da63401e93c989e307dc39fb7dd84c2d\">\u201eZum Gl\u00fcck m\u00fcssen wird damit keine Bl\u00f6cke gie\u00dfen&#8221;, scherzte J\u00e1ndris.<\/p>\n<p data-p-id=\"4af558c102d5abbe807b62dbca0192de\">\u201eBl\u00f6cke?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7f5bf9d5c69ffea303cad7136c043699\">\u201eIn Aur\u00f3p\u00e9a, T\u00edjnje, da haben sie so viel Gold, dass sie Ziegelsteine daraus machen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"10286769912cab449e5b91fbf9a702a2\">\u201eSo viel Gold?&#8221;, staunte das Kind. \u201eDann sind da die H\u00e4user alle aus Gold?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2ab990946724da63d004c94d62318411\">\u201eNur die von den armen Leuten. Die Wohlhabenden schneiden daf\u00fcr Edelsteine zurecht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0073c083e79141d28f20ec3b8fb94b3b\">\u201eSohn&#8221;, tadelte <em>yarl <\/em>Altabete. \u201eDu redest Unsinn.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a270f54682515727b83fe5cce252aad0\">\u201eIch wei\u00df, Vater. Lustigen Unsinn f\u00fcr die Damen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"508f92702b2a812ab3dde71429b24083\">Andri\u00e9r Altabete seufzte und nickte. \u201eWenn du noch mehr Unsinn hast, uns zu erheitern in dieser misslichen Lage, nur zu. Aber wird nicht unachtsam mit der Schmelze.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2cbfa5f7ead65ffee4bf360bcde936e4\">\u201eMehr davon&#8221;, forderte Emberbey, der \u00fcber die Geschichten nicht l\u00e4cheln konnte. \u201eEs geht besser als gedacht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"260cd2ddaf2c65233c2724b5422a1536\">J\u00e1ndris kippte sacht den Helm. Im selben Moment erbebte der Turm erneut und eine so gro\u00dfe Sandlast klatschte nieder, dass die Erwachsenen mit ihrem Dach in die Knie gingen. Der Boden wurde ersch\u00fcttert, ein Spritzer Gold verfehlte die Klinge und landete auf L\u00e1as&#8217; Wange. Der Junge gab einen Wehlaut von sich und es roch f\u00fcr einen Moment nach versengtem Fleisch.<\/p>\n<p data-p-id=\"b4ab3d7b91405ad7e106d4ff8d9701c6\">\u201eVorsicht!&#8221;, rief J\u00e1ndris und stemmte seinen Hebel zur\u00fcck.<\/p>\n<p data-p-id=\"59d6b0ce453b32ea2fd6a9bb4d3a0a09\">\u201eL\u00e1as!&#8221;, rief Grootplen entsetzt aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"8ee0e3e27ff909b5088ce1eb306d09c4\">L\u00e1as \u00e4chzte und zischte vor Schmerz, aber er fing das restliche Gold mit dem Schildbuckel auf und kippte es zur\u00fcck in den Helm. Dann erst erlaubte er sich einen Wehlaut.<\/p>\n<p data-p-id=\"8482be61187c79b5b06546385d51ab80\">\u201eJunge!&#8221;, rief auch die <em>teirandanja<\/em> besorgt auf, aber T\u00edjnje war schon bei ihrem Onkel und wischte beherzt mit dem \u00c4rmel den Tropfen fort.<\/p>\n<p data-p-id=\"2d5073615e85439939804d59084394dc\">\u201eIch puste es weg, L\u00e1as&#8221;, sagte sie besorgt und tat es sogleich, k\u00fchlte die Wunde mit ihrem Atem. Yarl Emberbey r\u00fcckte mit der Axt ein St\u00fcck beiseite, damit sie Platz hatte, lie\u00df sich aber in seinem Tun nicht st\u00f6ren.<\/p>\n<p data-p-id=\"e12ac0b2375897469d5c496324a0b968\">\u201eAu weh&#8221;, sagte J\u00e1ndris. \u201eDas gibt eine fiese Brandnarbe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8292d932c7fe08c06ec4fda2bfbe4614\">\u201eLass sehen&#8221;, forderte Andri\u00e9r Altabete. L\u00e1as blickte mit w\u00e4ssrigen Augen auf. Vor den M\u00e4nnern und dem kleinen M\u00e4dchen weinen wollte er wohl nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"8e0565c6af3c2b1f832a37a5d36ac2c6\">\u201eFast an derselben Stelle wie bei mir&#8221;, sagte Altabete.<\/p>\n<p data-p-id=\"50aeead26f2fc3126a1d92ccfe3c6630\">\u201eSo schlimm?&#8221;, rutschte es L\u00e1as heraus, denn die Narbe im Gesicht des Ritters war entstellend.<\/p>\n<p data-p-id=\"f4c4998ba090ca38b7b4133e7803b3c3\">\u201eNein. Aber sobald wie m\u00f6glich m\u00fcssen wir es k\u00fchlen und es muss eine Salbe darauf. Kannst Du weiter helfen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c97497f1ccf976b52f39b5ade8d22861\">L\u00e1as nickte und betastete mit den Fingern die schmerzende Wange. \u201eNat\u00fcrlich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0e8b072ab6c1ca93fe058d792d56dfa3\">\u201eDann los, Sohn&#8221;, sagte Grootplen. K\u00edan\u00e1 von Wijdlant schauderte, wie nebens\u00e4chlich die Ritter das Ungl\u00fcck des Knaben nahmen. Sogar T\u00edjnje schien verwirrt dar\u00fcber. L\u00e1as nahm sein Leder und den kleinen Schild und hielt beides wieder Emberbey und der Axt unter.<\/p>\n<p data-p-id=\"b880ba87595646de2684ff84463f0571\">\u201eWenn der gute Magier wieder hier ist&#8221;, sagte die Kleine, \u201ekann er das bestimmt so heil machen, dass es keiner mehr sieht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3b6c6af91d88042b174d012c6f9d9775\">\u201eWenn der Magier sich jemals wieder hier blicken l\u00e4sst&#8221;, hielt Altabete murrend dagegen. \u201eAn diesem Ort sollte <em>niemals wieder<\/em> gezaubert werden. Wir sehen doch, wohin es f\u00fchrt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2cdfe137ed0584f8c0f53b0f117e20e9\">\u201eLasst uns weiter machen&#8221;, mahnte Emberbey. \u201eWenn die Erde weiter so bebt, st\u00fcrzen die Mauern. Dann brauchen wir uns um die T\u00fcr nicht mehr zu k\u00fcmmern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"892aa99d285670da3d1be42dabe654e6\">J\u00e1ndris kippte den Helm. L\u00e1as wich so weit zur\u00fcck, wie es m\u00f6glich war. Emberbey streckte die Axt vor. Dabei verschob sich der \u00c4rmel seiner Tunika ein St\u00fcck. K\u00edan\u00e1 von Wijdlant schauderte, als sie den Tropfen sah, der sich in den vom Alter d\u00fcrr gewordenen Unterarm des Ritters hinein gebrannt hatte. \u00dcber die Lippen des <em>yarl<\/em> war kein Laut gekommen.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2636","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2636","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2636"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2636\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3716,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2636\/revisions\/3716"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2636"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2636"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2636"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}