{"id":2633,"date":"2025-08-25T13:24:53","date_gmt":"2025-08-25T11:24:53","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2633"},"modified":"2025-08-31T23:10:32","modified_gmt":"2025-08-31T21:10:32","slug":"104-die-farben-verwaessern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/104-die-farben-verwaessern\/","title":{"rendered":"104: Die Farben verw\u00e4ssern"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"177f3411abede66d05dc1fdf54d223d7\">Ich hatte die Au\u00dfentreppe den Turm hinauf etwa zur H\u00e4lfte hinter mich gebracht, als der erste Blitz niederzuckte und den Ciel\u00e1stel f\u00fcr weniger als einen Wimpernschlag wieder in ein bunt funkelndes Farbenmeer tauchte. Doch diese kristallene Pracht verlosch augenblicklich, und im n\u00e4chsten Moment war mir wieder, als st\u00fcnde ich auf Stufen aus tr\u00fcbem, beschlagenen Altglas.<\/p>\n<p data-p-id=\"e78364e8e21aa72cad2cd18407e76e95\">Instinktiv hielt ich inne und begann, zu z\u00e4hlen. Aber auf den Blitz folgte kein Donner. Entweder, das Gewitter war sehr weit entfernt, oder es war gar keines.<\/p>\n<p data-p-id=\"65d28dfe2dfe6481f26a1bdc5be5bc03\">Ich klammerte mich an dem Stab fest und eilte weiter nach oben. So schnell wie m\u00f6glich wollte ich wieder in das Geb\u00e4ude hinein, auch wenn ich dort wieder von Gold umgeben sein w\u00fcrde. Der Regen machte die Stufen gef\u00e4hrlich rutschig, wenn ihre Oberfl\u00e4che auch angeraut war, sodass wohl niemand daran ausgleiten konnte. Doch ich traute der Konstruktion nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"a49fc25108ad60490bf9ff415b72cdfd\">Ein, zweimal sah ich die \u00fcbrigen Regenbogenritter auf den Mauern und den anderen Treppen, wahrscheinlich immer noch fieberhaft auf der Suche nach der alten Frau. Sie bemerkten mich zwar, k\u00fcmmerten sich aber nicht darum, was ich hier tat; aufgeregt wirkten sie und hektisch. Zwar verloren sie sich in dem riesigen, weitl\u00e4ufigen Geb\u00e4ude, aber ich musste unwillk\u00fcrlich an Ameisen denken, die in Unruhe gerieten, wenn etwas ihre Wege st\u00f6rte.<\/p>\n<p data-p-id=\"3b7e4a68a50501ba7f7e596ed41838cd\">Weiter, weiter! Schneller sein als der Indigofarbene mit dem alten Mann. Den w\u00fcrde die Treppe M\u00fche kosten, vielleicht w\u00fcrde es dem Ritter auch gelingen, ihn ein wenig aufzuhalten.<\/p>\n<p data-p-id=\"b7cb88666de503e7bd3c880bc49a3c2f\">Wieder ein Blitz, wieder war der Ciel\u00e1stel f\u00fcr einen winzigen Moment wieder ein Geb\u00e4ude aus Farben und Licht. Aber diesmal wartete ich nicht. Weiter, weiter &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"1be3bf570f13d36ab098114998e68507\">Ob Yalomiro und C\u00fdel\u00fa von dem Wetter \u00fcberrascht worden waren? Yalomiro mochte den Regen, aber ich war mir sicher, dass er dieses Wetter als ebenso seltsam und bedrohlich empfinden w\u00fcrde wie ich. Mir war nicht wohl bei dem Gedanken, dass er unter diesen Umst\u00e4nden m\u00f6glicherweise allein in der W\u00fcste umher irrte. Und D\u00fdamir\u00e9e &#8230; die Kinder! Ob D\u00fdamir\u00e9e und dieser unbekannte Junge es geschafft hatten, einen sicheren Unterschlupf zu finden?<\/p>\n<p data-p-id=\"990c8b931076a627800b249097e9bc5c\">Der Regen war unangenehm, auf eine sich verkehrt anf\u00fchlende Weise warm und schal. Er brachte \u00fcberhaupt keine Erfrischung, nahm nichts von der Schw\u00fcle aus der Luft. Ich w\u00e4re nicht so weit gegangen, ihn als <em>giftig<\/em> zu bezeichnen, aber doch weitestgehend als <em>ungenie\u00dfbar<\/em> f\u00fcr alles, was danach d\u00fcrstete.<\/p>\n<p data-p-id=\"ed4e287718d1cc8797e9b7de541da55b\">D\u00fdamir\u00e9e hatte stets gro\u00dfen Spa\u00df daran, wenn es im Boscarg\u00e9n regnete. Stundenlang konnte sie am See sitzen und sich daran erfreuen, wie die Regentropfen auf die Wasseroberfl\u00e4che trommelten, wie sich Wasser in den Bodenvertiefungen sammelte, wie Staub und Hitze von den Bl\u00e4ttern gewaschen wurden und die Pflanzen sich satt tranken. Sie freute sich ebenso, wenn die Wolken wieder aufrissen und die regennassen Wiesen zu funkeln begannen, als habe jemand winzige Diamanten darauf verstreut. Ich dachte daran, wie ich einmal mit ihr an der Hand kurz nach dem Regen durch den Wald gegangen war. D\u00fdamir\u00e9e hatte damals noch nicht sprechen k\u00f6nnen, hatte nur munter vor sich hin gebrabbelt und war mit ihren kleinen F\u00fc\u00dfchen in jede Pf\u00fctze hinein geh\u00fcpft. So versunken war sie gewesen, dass es mir unheimlich wurde. Sie matschte nicht im Schlamm, wie es andere Kleinkinder getan h\u00e4tten. Sie lie\u00df sich buchst\u00e4blich in das Wasser fallen.<\/p>\n<p data-p-id=\"4d2c4a04ce41c30412cfc3e0f10ea9d1\">Das war zu einer Zeit gewesen, zu den wir noch nicht geahnt hatten, dass Nokt\u00e1ma ihr keine Magie gegeben hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"4f420bc36f501a7fe516c7b2586f1251\">Nein, dieser Regen w\u00fcrde D\u00fdamir\u00e9e keine Freude bescheren. Hoffentlich war der Junge verst\u00e4ndig genug, dass er einen Unterschlupf f\u00fcr sie beide gesucht hatte. Hatte Elos\u00e1l eigentlich erw\u00e4hnt, wie alt ihr Sohn war? Ich war ohne es zu hinterfragen davon ausgegangen, dass er etwa gleichaltrig mit D\u00fdamir\u00e9e war. Aber was, wenn er j\u00fcnger war, ein kleineres Kind, das nicht verst\u00e4ndig genug war, um die Situation zu verstehen?<\/p>\n<p data-p-id=\"fd7653d736f132e9b229ed0b1b32c9fc\">Nein, dachte ich. Das h\u00e4tte Elos\u00e1l erw\u00e4hnt. Bestimmt war Advon schon viel \u00e4lter, ein verantwortungsbewusster Teenager vielleicht, der D\u00fdamir\u00e9e besch\u00fctzen w\u00fcrde. Zumindest hoffte ich das.<\/p>\n<p data-p-id=\"7e312ba6862d8ba6e5aa235561b177c6\">Zu meiner gro\u00dfen \u00dcberraschung erreichte ich den Eingang oben im Turm ohne weitere Hindernisse und schl\u00fcpfte durch den kunstvoll verschn\u00f6rkelten Torbogen. Im selben Moment blitzte es wieder, und aus den Augenwinkeln sah ich etwas aufschimmern, nicht glei\u00dfend bunt, sondern metallisch und kalt. Ich schaute \u00fcberrascht hin, aber der Lichtreflex war bereits verloschen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b5689044d59bde39cd341d037c5dca2e\">Hatte der Blitz den Stab ganz kurz aufleuchten lassen? Nein, unm\u00f6glich. Der unschmelzbare Eiskristall war zerst\u00f6rt und kaputt.<\/p>\n<p data-p-id=\"ac4dc88b4b5abd003c7ae5b710c2df5b\">Von Patagh\u00edus Halle trennte mich nur noch eine ausladende Treppe mit flachen Stufen. Offenbar hatte ich den Indigofarbenen und den <em>sinor<\/em> tats\u00e4chlich weit abgeh\u00e4ngt, weiter unten im Turm h\u00f6rte ich Stimmen. Ich packte den Stab und huschte damit in den Saal. Dort war es einladend hell. Das schmutzige Unwetterlicht schien nicht an der magischen Beleuchtung vorbei zu gelangen, die die <em>faj\u00eda<\/em> heraufbeschworen hatte. Ich konnte nicht ausmachen, ob und welche Lichtquellen sie dazu verwendete, aber war ein warmer, goldener Glanz, wie Abendsonne an Sommertagen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f487ead513a6248b728daacc0414264d\">Die Gro\u00dfmeisterin hatte mich erwartet. Sie sa\u00df nun auf einem der beiden Thronsessel und blickte mir unruhig entgegen. Als sie den Stab sah, erkannte ich f\u00fcr einen ganz kurzen Moment dieselbe Furcht in ihren goldenen Augen, die ich zuvor bei den <em>arcaval&#8217;ay<\/em> bemerkt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"4cdfb8088bdb9d1cbd7578286d6b0268\">\u201eWohin soll ich ihn legen?&#8221;, fragte ich. \u201eDer <em>sinor<\/em> \u00daldaise ist jeden Moment hier.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"014255995f6aece7a2a835fad920d8c5\">\u201eM\u00f6ge Patagh\u00edu es uns vergeben&#8221;, sagte sie. \u201eHier, einfach auf den Boden, Meisterin Salghi\u00e1ra. Ich will, dass jeder der meinen das Ding offen vor Augen hat, ohne einen Hinterhalt zu f\u00fcrchten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"01c7ee5195c5beffcffd0024a2542abe\">Ich legte den Stab nieder und erwartete halb, dass der pr\u00e4chtige Fu\u00dfboden irgendwie damit reagieren w\u00fcrde. Aber es geschah nichts dergleichen. Der Stab klackerte lediglich h\u00f6lzern-metallisch, als ich ihn hinlegte.<\/p>\n<p data-p-id=\"e5ff129556c6156a77b98ccab614c942\">Elos\u00e1l betrachtete den Stab nachdenklich einen Moment.<\/p>\n<p data-p-id=\"0ab61b5af6ba90dcfdbb4cf969bd8f6a\">\u201eEr ist tats\u00e4chlich kaputt&#8221;, sagte sie dann.<\/p>\n<p data-p-id=\"a8a49528bb7bb71030134767f3def46e\">\u201eNat\u00fcrlich. Yalomiro h\u00e4tte doch nie eine gef\u00e4hrliche Waffe in Euer Haus gebracht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"29e9cd5c430e89e3799f69efd40eae2b\">\u201eDoch, Meisterin Salghi\u00e1ra, das h\u00e4tte er getan, ebenso wie meinesgleichen nicht damit gez\u00f6gert h\u00e4tte, den Eta\u00edmalon zu erst\u00fcrmen, w\u00e4re es um Advon gegangen. M\u00f6gen die M\u00e4chte wissen, was Sileda\u00fa sich dabei gedacht hat. Es &#8230;&#8221; Sie z\u00f6gerte. Dann vergrub sie mit einem Seufzer ihr Gesicht in den H\u00e4nden. Ich stand einen Augenblick ratlos da, und mir wurde erneut klar, dass ich vermutlich niemals wirklich verstehen w\u00fcrde, was dieses Artefakt f\u00fcr die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> darstellen mochte.<\/p>\n<p data-p-id=\"805fa6a1f088a531cde0604858973f31\">\u201eSoll ich es irgendwie bedecken?&#8221;, fragte ich unbeholfen.<\/p>\n<p data-p-id=\"0db0d0665bec1e5486bc1c8f3159e3f7\">\u201eNein. Es geht schon. Sagt mir nur noch, wieso Ihr allein kommt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"27c4c99319046e4bb0e85b92473b6949\">\u201eDer Violette hat mich vorgeschickt. Er will die Einh\u00f6rner in den Stall holen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e48a0dfcd091f20e5d8b71181c0d0021\">\u201eBei den M\u00e4chten, die Einh\u00f6rner. Nat\u00fcrlich. Wo habe ich nur meinen Kopf.&#8221; Sie zwang sich ein L\u00e4cheln auf ihr feines Gesicht. \u201eNun, ich hoffe, er ist schnell wieder hier.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"569b9390396472b066abd996a9f2adbe\">\u201eDer Regen&#8221;, sagte ich. \u201eHabt Ihr den Regen bemerkt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ac25ec8199284120f45ec36e785ce8db\">\u201eNat\u00fcrlich. Es ist nicht gut, dass gerade jetzt dieses Unwetter gekommen ist. Wenn ich es nicht besser w\u00fcsste, es w\u00fcrde mich beunruhigen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cd01a697b5d80ee86b6fc9a2beb0cf0a\">\u201eDie Kinder.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"55cf74c605e5a29108aef5d62847dd28\">\u201eJa. Zu viel Sorge, zu viel Seltsames zugleich, um sich auf das Eine zu besinnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fdcf2d3eb72e70f8d0a54fe31f2fe2cb\">\u201eUnd was hat dieser <em>sinor<\/em> \u00daldaise mit alledem zu tun?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"619e241cf12c8fc3c491dfa89343015e\">\u201eIhr seid ihm begegnet?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cb50d8818276aa8078fbc293195d8d5c\">\u201eJa. Er kam just auf den Hof, als wir hinabgingen Kein besonders sympathischer Unkundiger. Eure Ritter scheinen \u00e4hnlich zu denken.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"59da42a0330c5a8321e9827742b3f95f\">\u201eMit alledem was sich zurzeit an verwirrenden Dingen zutr\u00e4gt&#8221;, sagte sie, \u201ehat dieser Mann am wenigsten zu tun. Abgesehen davon, dass ihm das Land geh\u00f6rt, auf dem wir &#8230; Spuren gefunden haben. Und wenn das kein Zufall w\u00e4re, dann ist all das andere nur Nebenhall von etwas Gr\u00f6\u00dferem. M\u00f6gen die M\u00e4chte unsere Kinder besch\u00fctzen. Und unsere <em>h\u00fdardoray<\/em>. Denn der Regen macht mir Angst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"b3fddafa534055788faa48ffa0d8a281\">Der Sand schien zu atmen. C\u00fdel\u00fa sp\u00fcrte keinen zuverl\u00e4ssigen Boden mehr unter den F\u00fc\u00dfen, als die W\u00e4nde der Senke sich hoben, sich aufzut\u00fcrmen begannen wie die eines tiefen Kraters und ihre Neigung so steil wurde, dass es unm\u00f6glich war, sich aufrecht zu halten. Der Sand verlor seine Festigkeit. H\u00e4tte C\u00fdel\u00fa in diesem Moment die Konsistenz jemandem beschreiben m\u00fcssen, er h\u00e4tte es am ehesten mit Schaum verglichen. Mit por\u00f6sem, staubigem, kr\u00fcmeligen Schaum.<\/p>\n<p data-p-id=\"45761b4f99b257c14911d8396dd8bb17\">Zugleich regnete es immer heftiger. Dort, wo der Regen auf den \u00fcberhitzten Sand prasselte, schien er augenblicklich zu verdampfen. Die Sandschleier vermischten sich mit den Dunstschwaden, wurden schwer und matschig.<\/p>\n<p data-p-id=\"c86fc4620336d83c897a43519cc111b1\">Und was immer unter den Steinpalmenpf\u00e4hlen lauerte, seine Augen leuchteten gespenstisch, und es bleckte im Finsteren seine Z\u00e4hne.<\/p>\n<p data-p-id=\"4ad8ef5946725ffa610c14da690adcd8\">C\u00fdel\u00fa war starr vor Entsetzen, aber nicht so lange, dass er sich seinem Schicksal ergeben h\u00e4tte. Der Ritter warf sich auf den Bauch und begann fieberhaft, im rieselnden Sand zu w\u00fchlen. Irgendetwas musste ihm dort doch unter die Finger geraten, was ein bisschen Halt bot. Die Senke h\u00e4tte sich niemals \u00fcber all die Zeit halten k\u00f6nnen, h\u00e4tte es nicht unter der Sandschicht irgendwelche festen Objekte gegeben, die ihr Struktur verliehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"fe7752a6f733dcf8cbe578e66d9004c7\">\u201eIch will&#8221;, knirschte er zwischen Sand und Regen, \u201eich will einen Halt finden!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"940e2bd97bb50f48c5c1a361b1f8b7ca\">Wie l\u00e4cherlich. Als w\u00fcrde es etwas nutzen, den Willen unbelebten Dingen aufpr\u00e4gen zu wollen, von denen er nicht sicher sein konnte, dass sie \u00fcberhaupt da waren.<\/p>\n<p data-p-id=\"51a008e270f4b1236a3beb2bbb38c85a\">Und doch \u2013 pl\u00f6tzlich war da etwas. M\u00fcrbe, aber z\u00e4h und gerade so beschaffen, dass er hastig seine Hand darum schlie\u00dfen konnte. C\u00fdel\u00fa griff zu und flehte zu den M\u00e4chten, dass was immer er da gepackt hatte, ihn w\u00fcrde halten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"2744ebed57f834bc0967a091b1131f55\">Tats\u00e4chlich rieselte der Sand weiter in den Abgrund, wo er sich jedoch nicht aufstaute und die Senke wieder zu f\u00fcllen begann. Irritiert erkannte C\u00fdel\u00fa, dass de Sand stattdessen an dem lauernden Wesen unter dem Holz vorbeifloss, wie Rauch durch einen Abzug. Der durch den Regen schwer und z\u00e4hfl\u00fcssig gewordene Sand rutschte klatschend hinterher wie kleine Schlammlawinen. Zur\u00fcck blieb eine Fels- und Schotterschicht, urspr\u00fcnglicher Boden aus Zeiten wohl, bevor der erste Regenbogenritter seinen Fu\u00df in dieses Weltenspiel gesetzt hatte, verschwunden unter dem in ungez\u00e4hlten Sommern und Wintern hierher gewehten Sand. Das, worin C\u00fdel\u00fa seine Finger festgekrallt hatte, war einmal organisch gewesen, eine uralte Wurzel, sie unter dem Sand die Zeiten \u00fcberdauert hatte und dies wahrscheinlich nur noch wenige Herzschl\u00e4ge lang durchhalten w\u00fcrde. Der gro\u00dfe Mann in seinem goldenen R\u00fcstzeug war mehr, als das im Ger\u00f6ll verankerte Holz halten konnte.<\/p>\n<p data-p-id=\"947d11d9368ee2a262bbd7d099396682\">Der Ritter versuchte, wieder auf die F\u00fc\u00dfe zu kommen, und schaute zum Himmel. Viel zu weit weg, h\u00f6rte er Perlenglanz br\u00fcllen und verfluchte sich selbst, das Tier festgebannt zu haben. Der Hengst h\u00e4tte ihn nun retten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-p-id=\"64f0991205c2b7fa0959e3e542a09389\">Recht geschah ihm das! H\u00e4tte er auf das Tier geh\u00f6rt, anstatt sich \u00fcber dessen Instinkte hinweg zu setzen, dann w\u00e4re ihm das hier gar nicht passiert.<\/p>\n<p data-p-id=\"f48d6200a4a53e33276724615f1c6db3\">Der Regen trommelte auf seinen Helm nieder, als wolle er ihn zus\u00e4tzlich nerv\u00f6s machen. C\u00fdel\u00fa blickte sich um. Hier und dort ragten unter der nassen Sandschicht Felsbrocken hervor, die aussahen, als lie\u00dfe sich daran heraufklettern. Aber der n\u00e4chste davon befand sich gerade ein kleines St\u00fcck weit au\u00dferhalb von C\u00fdel\u00fas Reichweite.<\/p>\n<p data-p-id=\"3dc6a740d952dd93049316cdb99f8b45\">Die Wolken flimmerten unheilvoll. Was war das nur? Das war beim besten Willen kein Wetter, wie C\u00fdel\u00fa es in dieser Welt oder anderswo erlebt hatte. Er spuckte erneut Sand aus und versuchte dann, sich vorsichtig, an der Wurzel hinaufzuziehen. Wenn es ihm gl\u00fcckte, seinen Fu\u00df dort hinauf zu setzen und sich dann zum n\u00e4chsten Felsen vorzutasten &#8230; mit etwas Geschick konnte das gelingen. Immerhin hatte der Boden aufgeh\u00f6rt, sich zu bewegen.<\/p>\n<p data-p-id=\"779a4f9122af9dc66455b05bbe7d01df\">Daf\u00fcr bewegte sich nun etwas anderes. In seinem Versteck unter den Pf\u00e4hlen r\u00fchrte sich etwas, etwas Abnormes, Ungeheuerliches. Durch den dichten Regenschleier konnte C\u00fdel\u00fa es erst erkennen, als es ihm schon viel zu nahe war. Der Ritter verharrte erstaunt mitten in der Bewegung und kniff die Augen zusammen. Das, was da auf ihn zukam, glich einer absurd langen, armdicken Schlange, aber es bewegte sich anders. Es wand sich nicht schl\u00e4ngelnd in seine Richtung, sondern kam geradlinig n\u00e4her, so gleichm\u00e4\u00dfig, als marschiere es auf winzigen Beinchen voran; ein Zwischending aus einem Tentakel und einem Tausendf\u00fc\u00dfler ohne erkennbaren Kopf. Es musste irgendwie mit dem lauernden Wesen unter dem Holz zusammenh\u00e4ngen, wahrscheinlich im wahrsten Sinne des Wortes.<\/p>\n<p data-p-id=\"bcb1909f33f65990675071f0af4a21e1\">Der Goldene fluchte und beeilte sich, zum Ansatzpunkt der Wurzel zu kommen. Das verlangte ihm Verrenkungen ab, die er mit seinem R\u00fcstzeug kaum bew\u00e4ltigen konnte. Der Regen schien immer fester zu werden, wahrscheinlich, um auch die letzten Spuren des Sandes in die Tiefe zu sp\u00fclen, und den Ritter gleich dazu.<\/p>\n<p data-p-id=\"311d49187313a70084af09f7da0d5bcf\">Ein Blitz zuckte nieder und blendete C\u00fdel\u00fa f\u00fcr einen Augenblick in einer seltsamen Helligkeit, ein Glei\u00dfen, das nicht, dem \u00e4hnelte, mit dem Patagh\u00edu sich \u00fcblicherweise zu offenbaren pflegte. Und gerade so, als sei dieser Blitz das Startsignal gewesen, regte sich das Wesen unter dem Holz. C\u00fdel\u00fa h\u00f6rte, wie die schweren St\u00e4mme sich gegeneinander verschoben und aufeinander krachten, so als n\u00e4hme jemand Brennscheite von einem gro\u00dfen Stapel herunter.<\/p>\n<p data-p-id=\"e1c199dadb4c924438ed92ca5ae960e6\">Der marschierende Tentakel war nun so nahe, dass der Goldene tats\u00e4chlich erkannte, dass er unz\u00e4hlige kleine Spinnenbeinchen hatte. F\u00fcr einen ganz kurzen Moment \u00fcberlegte C\u00fdel\u00fa, ob er versuchen sollte, sein Schwert zu ziehen und das Ding einfach auf eine weniger bedrohliche L\u00e4nge zu hacken, besann sich aber. Wenn er nun hier, in dieser instabilen und unkalkulierbaren Lage seine Waffe verlor, w\u00e4re es das wohl D\u00fcmmste, was ihm widerfahren konnte. Also beschloss er, das Ding vorerst zu ignorieren, und arbeitete sich weiter voran. Wenn es den Versuch wagen sollte, ihn zu packen, ben\u00f6tigte er eine feste Basis.<\/p>\n<p data-p-id=\"59f3aab5b3850886fc614c5c86e4a709\">Er schob sich b\u00e4uchlings weiter nach oben, aber das Gebilde kroch ihm geduldig und ohne Eile nach. Bei den M\u00e4chten, wie lang konnte es sein? Und w\u00fcrde es \u00fcberhaupt etwas nutzen, ein St\u00fcck davon abzuhauen? W\u00fcrde es nicht vielleicht einfach weiter nachwachsen, oder sich wom\u00f6glich verzweigen?<\/p>\n<p data-p-id=\"94b4a48a409c0c5da4eb40450b906dcc\">Immerhin schien Perlenglanz nicht in Gefahr zu sein. Er r\u00f6hrte und trompetete weithin h\u00f6rbar gegen das Regenrauschen an, aber offenbar griff ihn nichts an. Noch nicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"7579c94f4a557b543f1c0d664acd1987\">C\u00fdel\u00fa erreichte die Wurzel, setzte den Fu\u00df darauf und richtete sich vorsichtig auf alle viere auf. Er balancierte auf dem m\u00fcrben Holz und tastete um sich, nach dem n\u00e4chsten griffigen Stein.<\/p>\n<p data-p-id=\"f2143ec3c5ae425401c62209cc2c323c\">Das Wesen unten im Trichter bewegte sich heftiger. Die Holzpf\u00e4hle polterten seitlich weg. Das spornte C\u00fdel\u00fa an. Offenbar war er auf einem guten Weg, der Kreatur zu entwischen. Nun, ohne Gegenwehr bekommen sollte sie ihn nicht! Der Ritter warf einen Blick \u00fcber seine Schulter und erstarrte. Das, was da aus der Tiefe auftauchte, war absurd und entsetzlich. So eine Kreatur hatte er selbst in den Chaoskriegen nicht aus der N\u00e4he gesehen. Es war so bizarr und unm\u00f6glich, dass der Ritter f\u00fcr einen Augenblick \u00fcberhaupt nicht in der Lage dazu war, Entsetzen zu empfinden. Zu sehr war sein Verstand damit abgelenkt, zu verstehen, was es \u00fcberhaupt war, das da versucht hatte, Form anzunehmen und in den Bereich seiner Wahrnehmung einzudringen.<\/p>\n<p data-p-id=\"1d83d087dd11878e1ed3fe64977218fb\">Es war &#8230; schw\u00e4rzer als schwarz, hatte mehr oder weniger die Form eines Tannenzapfens und bestand ringsum aus in einem kr\u00e4nklichen, giftigen Licht schimmernden Glotzaugen, Rei\u00dfz\u00e4hnen und war umwogt von diesen Tentakeln, viele davon dick wie Taue, die meisten fein und duftig wie Einhornhaar.<\/p>\n<p data-p-id=\"0cbb9ad8397106537916813581c51ab3\">C\u00fdel\u00fa sah all das, und dann war sein Geist pl\u00f6tzlich blank und leer. Alles, was er sich gerade noch gedacht, geplant und zurechtgelegt hatte, verblasste vor der Erkenntnis, dass diese Kreatur ihn nun angreifen w\u00fcrde, und dass niemand, nicht einmal nicht einmal Patagh\u00edu selbst sie daran w\u00fcrde hindern k\u00f6nnen. Patagh\u00edu hatte keine Macht \u00fcber diese Gesch\u00f6pfe.<\/p>\n<p data-p-id=\"94ed470be864391c146b6f736ce74aec\">Dieses Wesen hatte Advon get\u00f6tet. Seinen geliebten, seinen unschuldigen, seinen unkundigen kleinen Sohn. Den, den er vor der Gefahr aus dem Norden hatte sch\u00fctzen wollen, indem er sein Herz beschmutzt hatte, w\u00e4hrend hier, im S\u00fcden, die Chaosgeister au\u00dfer Kontrolle gerieten. W\u00e4hrend er, w\u00e4hrend sie alle abgelenkt gewesen waren, ohne zu erkennen, dass die Wesen aus dem Chaos l\u00e4ngst an ihnen vorbeigeschlichen waren.<\/p>\n<p data-p-id=\"9ae9dabf1725f53f24d06457510ddce4\">Dieses Wesen w\u00fcrde ihn verschlingen, und dann w\u00fcrde es aus seinem geheimen Sandtrichter hervorkommen auf seinen zahllosen gef\u00fc\u00dften Tentakeln und es w\u00fcrde zum Ciel\u00e1stel kriechen, und wer wusste schon, ob es den <em>arcaval&#8217;ay<\/em> gelingen w\u00fcrde, ihm Einhalt zu gebieten.<\/p>\n<p data-p-id=\"c3a89c298092579e0434d028d9554e56\">Elos\u00e1l, Geliebte!, dachte C\u00fdel\u00fa. Es ist alles meine Schuld!<\/p>\n<p data-p-id=\"cc96765ba07597c891b716e1e6c0d7e2\">Einen ganz kurzen Moment lang lie\u00df er all das, seine Reue, seine Schuldgef\u00fchle, seine Verzweiflung auf sich einst\u00fcrzen. Das schwarze Wesen hatte alle in seine Richtung weisenden Augen auf ihn gerichtet und bleckte seine Z\u00e4hne mit mehr als nur einer gr\u00e4ulichen Zunge. C\u00fdel\u00fa schloss die Augen und atmete tief ein. Kraftlos hob er die Hand &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"a9bbb8f9522e8b9883a5366878e0a9b2\">Und schleuderte der Kreatur einen Feuerball entgegen, der hei\u00dfer loderte als ein glei\u00dfendes Feuer, hei\u00df genug, um in Asche zu verwandeln, was aus Materie bestand, hei\u00df genug, um es binnen eines einzigen Wimpernschlages zu zerst\u00f6ren und vom Weltenspiel zu tilgen, mit Patagh\u00edus unbezwingbarem magischen Feuer. Feuer, so furchtbar und alles verzehrend, dass selbst die Chaosgeister davon weichen mussten.<\/p>\n<p data-p-id=\"6359244663e5f1aab2b10b0c3fc397ab\">Zumindest war das C\u00fdel\u00fas Plan gewesen. Das jedoch, was er in seiner Hand geformt hatte, mit so viel hei\u00dfer Wut und Verzweiflung, dass er den Nachhall in seinen Adern sp\u00fcrte, verpuffte in einem j\u00e4mmerlichen Funkenregen, kaum eine Arml\u00e4nge von ihm entfernt.<\/p>\n<p data-p-id=\"cb62d7f40dea8fe39a35ae9e8ffdd044\">C\u00fdel\u00fa klammerte sich an den Stein, starrte verbl\u00fcfft auf seine Fingerspitzen und ben\u00f6tigte einen Augenblick, um zu begreifen, was geschehen war.<\/p>\n<p data-p-id=\"722c16324e7e977a2558895042abb622\">Der Regen prasselte h\u00f6hnisch auf seinen Helm. Das merkw\u00fcrdig warme Wasser war durch jede Ritze seiner R\u00fcstung gedrungen. Sein Unterzeug klebte ihm am K\u00f6rper, nicht nur vor Schwei\u00df.<\/p>\n<p data-p-id=\"bec6561ae63d108ae8be6c0fce76b283\">\u201eBei den M\u00e4chten&#8221;, wisperte C\u00fdel\u00fa tonlos. \u201eWasser. Verfluchtes Wasser!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"27f8051b0db86a2732bffe77f792f75a\">Gerade noch rechtzeitig bemerkte der Ritter einen zweiten Tentakel, der einen Umweg genommen hatte und nun von oben auf ihn zustrebte. C\u00fdel\u00fa lie\u00df den Stein los, kam taumelnd auf die Knie und hatte kaum genug Raum, sein Schwert zu ziehen. Zwar verfehlte er sein Ziel, aber zumindest funktionierte seine Waffe auch ohne Magie im Regen und glitt in den Stein wie in ein St\u00fcck Butter. Der eine Tentakel zuckte tats\u00e4chlich kurz zur\u00fcck, n\u00e4herte sich dann jedoch mit einer Zielstrebigkeit, die man f\u00fcr Neugierde h\u00e4tte halten k\u00f6nnen. Der Chaosgeist streckte weitere Gliedma\u00dfen aus und begann, sich auf eine wunderliche, kreiselnde Art voran zu bewegen, ohne durch die Neigung des Felstrichters beeinflusst zu werden. Als er sich von der Stelle l\u00f6ste, an der er urspr\u00fcnglich gehockt hatte, ert\u00f6nte ein ekelig-schmatzendes Ger\u00e4usch.<\/p>\n<p data-p-id=\"328fd2ac4cac30cd225f8706fa946b3e\">C\u00fdel\u00fa versetzte dem l\u00e4stigen Auswuchs, der nach seinem Fu\u00df tastete, einen w\u00fctenden Tritt mit der Ferse und zerquetschte dabei ein St\u00fcck davon zu einer stinkenden, triefenden Masse, allerdings, ohne es nennenswert zu bremsen. Den anderen, der sich f\u00fcr das Schwert interessierte, packte der Ritter, riss ihn vom Untergrund und schleuderte ihn ein St\u00fcck von sich, um die Klinge wieder zu befreien und sich halbwegs aufrecht hinzustellen, soweit das Gef\u00e4lle es erlaubte.<\/p>\n<p data-p-id=\"38bc738d7b0c7eac9eab51a7541df245\">Der Chaosgeist hatte keine F\u00fc\u00dfe, bewegte sich dennoch auf diese bizarre Weise voran und gab dabei ein grollendes Ger\u00e4usch von sich, als knurre ihm der Magen. Und damit nicht genug: So als sei der massige K\u00f6rper ein Korken gewesen, der ein Fass verschlossen hatte, quoll nun am Grund der Senke etwas heraus, nein, quoll nicht, <em>sprudelte<\/em> geradezu hervor wie eine Quelle. War das etwa noch mehr Wasser? Grundwasser?<\/p>\n<p data-p-id=\"67b8037635bfd9087c05fb241c3f4302\">C\u00fdel\u00fa versuchte es wider besseres Wissen erneut mit einem Feuerbann, aber es hatte keinen Zweck. Durch den Regen war er viel zu nass geworden, um effektiv zu zaubern. Ihm w\u00fcrde nichts anderes \u00fcbrig bleiben, als dieses monstr\u00f6se Ding mit dem Schwert zu bek\u00e4mpfen. Solange es hier in der Senke lauerte und er jeden Moment den Halt verlieren konnte, war es aussichtslos, an Flucht zu denken.<\/p>\n<p data-p-id=\"7b56adbc8a5f0a455baa7c7b68fb08ce\">Chaosgeister, das wusste C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor, waren unsterblich. Er w\u00fcrde es nicht besiegen k\u00f6nnen. Aber wenn es nur gelang, genug Abstand zwischen sich und das Wesen zu bringen, es zu verwunden, sodass es sich regenerieren musste. Das w\u00fcrde ihm die Zeit verschaffen, aus der Senke herauszuklettern, zu Perlenglanz zu rennen und die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> zu alarmieren. Zusammen w\u00fcrde es ihnen gelingen, zumindest dieses Wesen zur\u00fcckzuschlagen und zu versiegeln, um Advon &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"e4869a3792fcc6313db4ad0ad8e20ac7\">Er packte die Klinge fester und lie\u00df es herankommen. Und wenn es nicht das Einzige war? Wenn es noch mehr von diesen Dingern gab? Wenn Sileda\u00fa die Chaosgeister herbeigelockt hatte, mit Advon, seinem Advon, dem unschuldigen geliebten Kind als K\u00f6der? Wenn er in seiner Leichtgl\u00e4ubigkeit und Dummheit zugelassen hatte, dass die Chaosgeister erneut und diesmal endg\u00fcltig auf das Weltenspiel losgelassen w\u00fcrden?<\/p>\n<p data-p-id=\"7bc47efb159220ab58086f2082814334\">\u201eNein!&#8221;, knirschte C\u00fdel\u00fa. Der Chaosgeist war nun dicht vor ihm. Ein gezielter Schlag vielleicht, einer nur, der das Wesen so hart traf, dass es in den Abgrund zur\u00fcck kugelte und ihm die Zeit gab, zu fliehen &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"793ed89d0ce74ac19b98086d36bf10d0\">C\u00fdel\u00fa riss die Klinge hoch und br\u00fcllte den Chaosgeist an.<\/p>\n<p data-p-id=\"30b49197e6708fff776ea163c3153d65\">Der schien zu stutzen. Einen Moment hielt er in seiner Kreiselbewegung inne und blieb reglos stehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"6d16dd535a9338af13c84e7668ab6fe5\">Dann streckte es mit einem Ruck all seine Gliedma\u00dfen stocksteif in die Luft und lie\u00df sie mit einem ohrenbet\u00e4ubenden Kreischen alle zugleich auf den Ritter niedersausen, w\u00e4hrend ein neuerliches Glei\u00dfen scharfe Schatten durch den Regen schnitt.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2633","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2633","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2633"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2633\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3713,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2633\/revisions\/3713"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2633"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2633"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2633"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}