{"id":2629,"date":"2025-08-25T13:26:51","date_gmt":"2025-08-25T11:26:51","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2629"},"modified":"2025-08-31T23:09:04","modified_gmt":"2025-08-31T21:09:04","slug":"108-salghiara-knuepft-ein-netz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/108-salghiara-knuepft-ein-netz\/","title":{"rendered":"108: Salghi\u00e1ra kn\u00fcpft ein Netz"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"9b350bc9a21662fadec3cdc378a8f074\">Der Ciel\u00e1stel ragte vor ihnen empor, und Advon schauderte vor dem Ort, den er so sehr liebte. Gewiss war es der Regen, der die Burg der <em>arcaval&#8217;ay<\/em> in das ver\u00e4ndert hatte, was er jetzt sah.<\/p>\n<p data-p-id=\"9ba234cbe6db312619f1759d320c36c1\">Sogar die beiden Menschen, der <em>maedlor<\/em> und der Maultierf\u00fchrer schienen irritiert \u00fcber die Ver\u00e4nderung zu sein, die die Festung durchgemacht hatte. Den alten Leuten in der S\u00e4nfte verbarg der Stoff der Vorh\u00e4nge den Blick, die sie wegen des peitschenden Regens aus Wasser und Sand geschlossen hielten. Der Junge h\u00f6rte sie miteinander reden. Und unabl\u00e4ssig flimmerten die Wolken, lautlos, unheimlich. Etwas, das kein Gewitter war.<\/p>\n<p data-p-id=\"5bf1f154fde4cd4f7bd2ec9a1de7f84f\">\u201eWas geschieht hier?&#8221;, fragte der junge <em>maedlor<\/em> beklommen. Als sie miteinander losgezogen war, hatte er noch eine gewisse Hochn\u00e4sigkeit zur Schau getragen, sogar mit dem <em>sinor<\/em> beraten, ob er es wirklich verantworten wollte, mit zwei kleinen Kindern und einem zerlumpten <em>b\u00e1chorkor<\/em> in das Haus der Magier zu ziehen, die er fl\u00fcsternd, aber dennoch respektlos als <em>Buntkerle <\/em>bezeichnete. Diese schm\u00e4hende Bezeichnung hatte Advon nie zuvor geh\u00f6rt und war recht verwirrt dar\u00fcber gewesen.<\/p>\n<p data-p-id=\"d7c9cf3043d446f9fe8da6d2f854d846\">Die alte Frau hatte den jungen Mann gescholten, und er war mit puterrotem Gesicht verstummt und hinter Farbenspiel her getrabt. Der Maultierf\u00fchrer enthielt sich eines Kommentars. Der Mann hatte ganz offensichtlich Angst und Anweisung, ungefragt stets zu schweigen. Immerhin hatte er wohl genug Vertrauen, um nicht in Panik zu geraten.<\/p>\n<p data-p-id=\"b58126455bf7194ef626ab06879c73a5\">Vielleicht h\u00e4tte es das unangenehme Schweigen etwas gelockert, wenn der <em>b\u00e1chorkor<\/em> sie mit einer Geschichte unterhalten h\u00e4tte. Aber der junge Mann schwieg ebenso still und gedankenvoll, und immer, wenn Advon \u00fcber seine Schulter zu ihm hinschaute, wurde er den Verdacht nicht los, dass er genau <em>wusste<\/em>, was hier passierte.<\/p>\n<p data-p-id=\"591e2a1d64aa7a81e21a3480845f8616\">Der Junge biss sich auf die Lippen und spornte Farbenspiel an. Vielleicht wusste der junge Mann sogar, wo all das hinf\u00fchren w\u00fcrde. Aber wollte er, Advon, das wirklich wissen?<\/p>\n<p data-p-id=\"4131b3b00577ed1b21e870326fbc51c1\">\u201eDas ist h\u00e4sslich&#8221;, beklagte D\u00fdamir\u00e9e sich. Das M\u00e4dchen versuchte, sich die klatschnassen Haare zu flechten, damit sie ihm nicht bei jedem Windsto\u00df von hinten oder der Seite ins Gesicht wehten. \u201eWarum ist das so?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"96831c7dd5ea6975a6e963a104cb926c\">\u201eWas?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c9a2cc4e4f13f0a30e10bfd77174d61c\">\u201eWarum sieht die Burg jetzt so tr\u00fcbe aus?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5fc50fd723fd672199453413273b65b8\">\u201eVielleicht, weil der Regen sie nass gemacht hat!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"30e7cb316a7c2b7e10cd5564d837386c\">\u201eWas soll das hei\u00dfen?&#8221;, fragte der <em>maedlor<\/em> hinter ihnen beunruhigt.<\/p>\n<p data-p-id=\"a7cd63fbad80cbe0fc55cb4bfaf05fa7\">\u201eIch wei\u00df nicht&#8221;, gab Advon zu. \u201eIch habe es zuvor noch nie so gesehen. Es muss mit dem Regen passiert sein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dfeabd4d5ad71f3e0e7a4c21c0d0cf60\">\u201eEs liegt an dem Regen&#8221;, sagte der <em>b\u00e1chorkor<\/em> ruhig. \u201eEr sp\u00fclt die Farben hinfort. Patagh\u00edu und Nokt\u00e1ma dringen nicht hindurch durch die Wolken.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3d10374e5b163a78ce6a02f01a968a9e\">\u201eWas ist das f\u00fcr l\u00e4sterliches Geschw\u00e4tz? Was sollte es geben, das die M\u00e4chte an irgendetwas hindert?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f78c62d56b517a1b66972c8f42922d75\">\u201eDas&#8221;, entgegnete Gal\u00e9on ruhig, \u201ewas immer dieses Wasser hergebracht hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1b194088b379697c7fc9a4f59e22916f\">\u201eSind wir sicher in der Burg?&#8221;, fragte der <em>maedlor<\/em> zu Advon hin\u00fcber, nun doch etwas kleinlauter. \u201eEs kann uns nichts Unheilvolles darin geschehen, wie du behauptet hast?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"123e219a1497e87a8f86fae6eed432da\">Advon zuckte die Achseln. \u201eIch wei\u00df nicht mehr. Ich hoffe nicht.&#8221; Er schaute sich erneut hilfesuchend nach Gal\u00e9on um. Vielleicht hatte der in einer seiner Geschichten einmal etwas \u00fcber einen Vorfall geh\u00f6rt, bei dem etwas Vergleichbares geschehen war. Immerhin war er erwachsen.<\/p>\n<p data-p-id=\"6a3de61361458e3db35e5b4e35f9057d\">\u201eIch denke, der Ciel\u00e1stel ist sicher und bietet Unterschlupf vor dem Regen und Sturm. Nicht besser oder schlechter als jedes steinerne Haus.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"053a1343fec78970040391699aee1c11\">Advon schauderte. Das klang nicht gut. Der Ciel\u00e1stel war der sicherste Ort des ganzen Weltenspiels, das hatten seine Eltern und die Sieben wieder und wieder best\u00e4tigt. Es war die Festung, die dem Ansturm der Chaosgeister getrotzt hatte, damals, in diesem schrecklichen Krieg, \u00fcber den er vor wenigen Gongschl\u00e4gen noch in dem dicken Buch gelesen und gelernt hatte. Viel besser, viel trutziger als ein schn\u00f6des Steinhaus, in dem Unkundige lebten.<\/p>\n<p data-p-id=\"24c5dd45e382ca600c49b0ddeb3cfe62\">\u201eIm Eta\u00edmalon w\u00e4ren wir jetzt auch sicher.&#8221; D\u00fdamir\u00e9e gab den Kampf mit ihren Haaren auf und lehnte sich m\u00fcde an Gal\u00e9ons Brust. \u201eDa regnet es nie rein. Und wenn das Netz gewoben ist, geschieht auch nicht Schlimmes.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3d51b50c116bee0348e5459a9236a5ca\">\u201eSchade, dass euer Heiligtum so weit fort ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fb9fb155f8f9f497b6598810b7a7dbfd\">\u201eJa. Aber wir k\u00f6nnen nicht hinfliegen. Wir m\u00fcssen die alten Leute in Sicherheit bringen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6f6e3cf1bb051d830e66a5fa9471b022\">D\u00fdamir\u00e9e hatte recht. Es war h\u00e4sslich. Das Geb\u00e4ude aus Glas und Kristall, das in Patagh\u00edus Glanz buntes Feuer verstr\u00f6mte und unter Nokt\u00e1mas Juwel nachts mystisch glomm wie Myriaden von Gl\u00fchw\u00fcrmchen, hatte zwar seine vertraute Form mit dem hohen mittleren und den sieben seitlichen T\u00fcrmen nicht ver\u00e4ndert. Aber es nun sah nicht mehr aus wie klares Glas, in dem sich das Sonnenlicht zu all den Farben brach, sondern wie Eis, zu dem eine Schmutzwasserpf\u00fctze gefroren war. Da waren keine Farben mehr. Der Regen hatte sie aus der Burg ausgewaschen wie aus einem schlecht gef\u00e4rbten Tuch. Das war nie zuvor geschehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"cd67fc92059d2d14afd10b1b1e932246\">\u201eWenn mein Papa hier ist&#8221;, sagte D\u00fdamir\u00e9e, \u201edann ist meine Mama bestimmt mit ihm gekommen. Vielleicht ist sie da drin. Das w\u00e4re gut &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e628f631e878afe869285e9b25a13ce5\">\u201eWir werden es gleich wissen. Ich w\u00fcnschte mir, mein Vater w\u00e4re auch dort. Ich w\u00fcnschte, wir w\u00e4ren <em>sofort<\/em> in die Burg zur\u00fcckgekehrt, nachdem ich dich in dem abgebrannten Garten gefunden hatte..&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"745b8b3a46b7dc0faf25e16d930d568f\">\u201eDann h\u00e4tten wir Gal\u00e9on nicht gerettet&#8221;, gab D\u00fdamir\u00e9e zu bedenken.<\/p>\n<p data-p-id=\"54ae1dc0a81b7f62851b1fc44e5b5026\">\u201eAber wir h\u00e4tten alle anderen von Sileda\u00fa und dem <em>sinor<\/em> warnen k\u00f6nnen. Und du h\u00e4ttest deine Eltern nicht verpasst. Und mein Vater, der w\u00e4re nicht in die W\u00fcste geritten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"16b1a3104121a7b9fcf21814beccf75d\">\u201eOder die schlimme alte Frau h\u00e4tte uns beide erwischt und es h\u00e4tte gar nichts ge\u00e4ndert. Der Regen w\u00e4re doch gekommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6f1458da2eef7058248a7baebe9bd5e4\">\u201eDas&#8221;, murmelte Gal\u00e9on, gerade so leise, dass sie es h\u00f6ren konnten, \u201eist nicht gesagt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"936e133306781db5d9d2ad6574485b66\">Die Kinder warteten, aber er erkl\u00e4rte nichts weiter. Der <em>maedlor<\/em> m\u00fchte sich, sein Pferd gleichauf mit Farbenspiel zu bringen. Dem war zwischenzeitlich die Laune daran vergangen, das Reittier des Unkundigen zu \u00e4rgern. Der Regen hatte seine M\u00e4hne verfilzt, die Fl\u00fcgel trug er nur halb ausgebreitet, um weniger Angriffsfl\u00e4che zu bieten. Das Einhorn war unwillig, weil es langsamer laufen musste, als er gekonnt h\u00e4tte.<\/p>\n<p data-p-id=\"7dfc6d6832f7520af74f0f2a51a0e294\">\u201eWas sollen wir tun?&#8221;, fragte der Mann. \u201eIch bin f\u00fcr die Sicherheit der <em>sinoray<\/em> verantwortlich. Welcher irre Gedanken sie auch dazu bewogen haben mag, bei diesem Wetter den Ausflug zu machen. Schon unter normalen Umst\u00e4nden war das eine Zumutung. Aber nun &#8230; hier geht es doch nicht mit rechten Dingen zu.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"789f721933f7a3c944848044500b5e02\">\u201eKommt einfach mit und habt Vertrauen. Ich bin sicher, dass meine Leute schon wissen, was zu tun ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b3472b093e20855a7294911a5ed86b0b\">\u201eHe!&#8221;, rief da der alte Mann in der S\u00e4nfte. Seine vom Alter abgemagerte, steife Hand schob den Vorhang beiseite. \u201eJunge!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b6b745fa92330365c7b39949bce69b3c\">Advon seufzte, lenkte Farbenspiel um und wartete, bis der duldsam schweigsame Maultierf\u00fchrer mit ihm gleichauf war. \u201eJa?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"041412cc957d91dcd77a2dcd9e5286e0\">\u201eBitte&#8221;, sagte Sah\u00e1al\u00edr, \u201eich m\u00f6chte, dass du etwas wei\u00dft und es der Gro\u00dfmeisterin, deiner Mutter ausrichtest, falls es mir selbst nicht mehr m\u00f6glich ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3bf4499918362bc4448101df929eb170\">\u201eGern. Aber warum sollte es nicht m\u00f6glich sein? Vielleicht m\u00fcsst Ihr Euch einen Moment gedulden, aber im Ciel\u00e1stel kann Euch selbst nichts zusto\u00dfen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"89386e80ee60862114dbd78b7b03301b\">Der alte Mann l\u00e4chelte. Advon sah, dass seine andere Hand die der alten Frau mit der verwaschenen Schminke und dem sonderbar schief an ihrem Kopf sitzenden Frisur hielt. Die Dame hatte die Augen geschlossen und den Kopf gesenkt.<\/p>\n<p data-p-id=\"83bb0531dddfc9850e4ace4931e5468b\">\u201eWir beide haben uns beraten&#8221;, sagte Sah\u00e1al\u00edr und meinte damit die Dame und sich. \u201eWenn \u2013 was die M\u00e4chte verhindern m\u00f6gen \u2013 noch etwas \u00c4rgeres geschieht als dies hier, dann bitten wir im Namen von Aur\u00f3p\u00e9a um eure Verzeihung.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fc03ff7accdd414b3936323ee308fa51\">\u201eVerzeihung?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b8264f531692431bf2e698422ba93741\">\u201eDeine Eltern werden wissen, wie ich das meine.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9c10a54fa92d8c0a38ce1509382f432b\">Gal\u00e9on begann, leise zu lachen, was ihm einen finsteren Blick des <em>maedlor<\/em> einbrachte. Der alte <em>sinor<\/em> schien best\u00fcrzt.<\/p>\n<p data-p-id=\"f835793891abde6c03d19474f0a57222\">\u201eIst etwas falsch daran?&#8221;, fragte er befremdet zu dem <em>b\u00e1chorkor<\/em> herauf.<\/p>\n<p data-p-id=\"89d22b0c0d888a3f6cd963ec862553fe\">\u201eNein. Es ist nur &#8230; komisch&#8221;, antwortete der <em>b\u00e1chorkor<\/em>. \u201eVergebt. Auch ich verstehe, wie Ihr es meint und was Ihr sagen wollt. Ist es nicht verr\u00fcckt, wie und unter welch merkw\u00fcrdigen Zeichen sich die Dinge f\u00fcgen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a928f8b5896b7f0434a924f697697d46\">Der <em>sinor<\/em> seufzte. Dann zog er den Vorhang wieder zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"cb70a549748ca32154bfd2404ce0d7bd\">\u201eDas war aber nicht nett&#8221;, sagte D\u00fdamir\u00e9e tadelnd. \u201eNun ist der alte Mann traurig.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9a85f9dfa1caddf867faedb1d2582bcc\">\u201eIch werde mich bei ihm f\u00fcr meine Frechheit entschuldigen. Zur gegebenen Zeit. Es kann nicht schaden, wenn er <em>ein wenig mehr<\/em> nachdenkt, bevor er f\u00fcr Aur\u00f3p\u00e9a spricht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b4f65fd93ed8cfa13b89b4d5d3f07d54\">Das Flimmern in den Wolken leuchtete auf, so grell, dass es sie f\u00fcr einen Moment blendete, Pferd und Maultiere scheuten, aber nicht ausbrachen. Farbenspiel schnaubte \u00e4rgerlich und trabte schneller. Der Ciel\u00e1stel war nur noch eine kurze Strecke von ihnen entfernt. Aus dieser Entfernung lie\u00df sich erkennen, dass niemand die immer offene Br\u00fccke bewachte.<\/p>\n<p data-p-id=\"bb726d86ee540157a8ca0b2b79d1a8c4\">Kein Torposten? Das, dies war Advon klar, war nicht gut. Es beunruhigte ihn auf eine seltsam schmerzliche Weise. Auf das Tor musste doch jemand aufpassen, gerade, wenn so unheimliche Dinge vorgingen wie dieser Regensturm. Es waren Chaosgeister entfesselt!<\/p>\n<p data-p-id=\"7e2cf73c68e7bdc436c89100075a6eff\">\u201eDu&#8221;, wandte der Junge sich an den Maultierf\u00fchrer. \u201eWei\u00dft du, wie man eine Zugbr\u00fccke bedient?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"b171105621bdc560f77be68e2eed315c\">\u201eIch verstehe nicht&#8221;, sagte Elos\u00e1l. Sie war verwirrt, und zugleich so alarmiert, wie sie es nur sein konnte, um dabei h\u00f6flich zu bleiben. \u00daldaise Ti\u00e1ramal\u00e9 streckte die Hand nach mir aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"5d1f271d8483322d5eeb099880dfbdd9\">\u201eDen Stab, Meisterin Salghi\u00e1ra. Es hat mich viel M\u00fche gekostet, ihn an diesen Ort zu bekommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2ccffe366a07bd435c462e4e682c8625\">\u201eEuch? Hie\u00df es nicht, diese Frau namens Sileda\u00fa h\u00e4tte den Gro\u00dfmeister dazu gebracht, den Stab zu stehlen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cca1b68644718fff3ccb6e9ad16c6fe2\">\u201eStehlen? Was f\u00fcr ein unschickliches Wort.&#8221; Der alte Mann grinste halb zahnlos. \u201eEin kleiner Botengang wurde ihm von der ehrenwerten Greisin aufgetragen, mehr nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"904399b067caf7bc393c0574784ae318\">\u201eVon Euch? Ihr habt C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor aufgetragen, meine Tochter zu stehlen, im Austausch gegen den Stab?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2438f6ec3e793cddb02bd7804c01683d\">Der <em>sinor<\/em> wandte sich sp\u00f6ttisch den sieben Regenbogenrittern zu. Die standen ratlos um ihn herum, nach wie vor mit gez\u00fcckten Waffen und in ihrem goldenen R\u00fcstzeug, aber mit ihnen ging etwas Be\u00e4ngstigendes vor. Sie alle schienen nach und die leuchtenden Farben zu verlieren, die sie in ihren Gew\u00e4ndern und der <em>maghiscal <\/em>trugen. Bei denen, die jeweils direkt nebeneinander standen, konnte ich schon kaum noch Unterschiede ausmachen, zu sehr verschwammen die Farben ineinander. Die Ritter schauten best\u00fcrzt, aber immerhin noch nicht panisch drein. Elos\u00e1l lie\u00df sich wieder auf ihrem Thron nieder und verschr\u00e4nkte die H\u00e4nde. Auch vor ihr schien der pl\u00f6tzliche Farbverlust nicht Halt zu machen, aber sie war deutlich st\u00e4rker als ihr Gefolge. W\u00e4hrend ihre Gew\u00e4nder und ihr Glanz mir erschienen, als d\u00e4mpfe etwas ihn, wie eine Decke oder ein Lampenschirm, schien der Goldglanz ihrer Augen sich zu verst\u00e4rken. Ihre <em>maghiscal<\/em> war gl\u00fchend hei\u00df, ich sp\u00fcrte sie selbst auf die Entfernung in meinem R\u00fccken, als s\u00e4\u00dfe ich ganz nahe an einem Kaminfeuer am Boden.<\/p>\n<p data-p-id=\"f25fb5c397033a4e31d436091ab78b4d\">\u201eC\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor hatte den Aufrag, den Stab zu holen. Das, was nicht in den Eta\u00edmalon geh\u00f6rte. Dass er mit einem Kind zur\u00fcckkam, das war eine l\u00e4stige F\u00fcgung, die ich nicht vorhersehen konnte. Dies ist keine Angelegenheit f\u00fcr Kinder.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"70881e6404705635d617aa1ec8d65e68\">\u201eWo ist sie?&#8221;, konnte ich mich nicht zur\u00fcckhalten. \u201eWo ist D\u00fdamir\u00e9e?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9ec8392da9e5c519b1ff9b709a76775d\">\u201eAn einem sicheren Ort, Meisterin Salghi\u00e1ra. Vielleicht bin ich in der Laune, es Euch zu verraten, wenn Ihr mir den Stab \u00fcberlasst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"846ac5680a860b852be4c8ee701f0623\">Ich erhob mich. Den Stab hielt ich fest umklammert in meinen schwei\u00dfnassen H\u00e4nden. \u00daldaise Ti\u00e1ramal\u00e9s aufklarender Blick haftete daran, halb begehrlich, halb gierig. \u201eWas, bei Nokt\u00e1ma, wollt Ihr damit? Das Ding ist entzwei, und das Material ist doch sicher nichts wert im Vergleich mit den Sch\u00e4tzen, die Ihr besitzt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a163c7ebcd91f770209634f6737f7b4f\">\u201eDann gebt es mir doch ganz einfach&#8221;, sagte er. \u201eWas wollt Ihr damit, wenn er doch nichts wert ist und zu nichts dient? So viele Winter habe ich danach gesucht!&#8221; Er st\u00fctzte beide H\u00e4nde auf seinen Gehstock und musterte mich und die <em>faj\u00eda<\/em> mit immer klarer werdendem Blick. \u201eIhr wollt doch wissen, wo Eure Tochter ist, oder nicht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cb63e76b3e05e08a50984bb2bc1e1067\">Ich sp\u00fcrte Elos\u00e1ls Blick, musste mich gar nicht zu ihr umdrehen. Ich wusste, wie angespannt, wie sprungbereit sie war. Hinter mir verdichtete sich Magie, fast schmerzhaft zu f\u00fchlen. Elos\u00e1l machte sich bereit, einen m\u00e4chtigen Bann einzusetzen, und was immer sie damit traf, es w\u00fcrde sich damit zerschmettern lassen. Vielleicht w\u00fcrde es mich treffen, bevor ich auf dumme Ideen kam, nun, da er D\u00fdamir\u00e9e ins Spiel brachte.<\/p>\n<p data-p-id=\"d2ff069698b8d282b63566d613cfbcd6\">Auch der <em>sinor<\/em> schien es zu sp\u00fcren, denn er hob seine rechte Hand gegen die Gro\u00dfmeisterin.<\/p>\n<p data-p-id=\"ed72c3368f447e2d06339f4c9a839981\">\u201eWenn Ihr so klug seid&#8221;, fragte sie gelassen, \u201ewisst Ihr dann auch, wo mein Sohn ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"91ab11847e5455f066356bb013b177b3\">\u201eNein. Euer Sohn interessiert mich nicht mehr. Er war tauglich, solange sich damit Euer <em>h\u00fdardor<\/em> gef\u00fcgig halten lie\u00df. Nun mag der Junge herumstromern, wo er will. Meinethalben kann er tun, was ihm beliebt. Es wird nichts mehr \u00e4ndern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"379be74932d31ffaedc7158787e27828\">\u201eDann wisst Ihr also, dass Advon tats\u00e4chlich weggelaufen ist&#8221;, sagte Elos\u00e1l. \u201eIch frage mich, woher.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7295bac6c871c2dc3a3fd365b2e176fb\">\u201eNun&#8221;, versetzte er mit feinem L\u00e4cheln, \u201evielleicht habe ich es von der ehrenwerten Sileda\u00fa erfahren. Eine wahrhaft ehrenhafte Frau.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1455adda219676120540bd0d244258f3\">\u201eSileda\u00fa!&#8221;, kam es von einem der <em>arcaval&#8217;ay<\/em>, aber ich konnte nicht mehr zuordnen, von welchem. War es der vormals Orangene oder der Rote gewesen? \u201eDann seid Ihr der Alten begegnet, als Ihr herkamt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bb7982fddec18ec35082d1dd9a6943de\">\u201eM\u00f6glich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1f94f7d494aecadf3b38d868f13db96b\">\u201eUnm\u00f6glich! Wie konnte sie unter unser aller Augen verschwinden?&#8221; Das war der Violette gewesen, aber das vermochte ich nur zu sagen, weil ich gesehen hatte, wie seine Lippen sich bewegten.<\/p>\n<p data-p-id=\"8aec576bcf12b79b2ce65df6db903570\">\u201eVielleicht&#8221;, mutma\u00dfte \u00daldaise, \u201eweil sie nicht so weit fortging, wie Ihr Euch dachtet. Vielleicht ist sie ganz in der N\u00e4he. Und nun gebt mir endlich den Stab, Meisterin Salghi\u00e1ra. Es ist nicht mitanzusehen, wie Eure Hand zittert, in der Ihr dieses edle Artefakt haltet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"67addf9ad98d5a5af43c23d05cfdd38e\">\u201eIch will es Euch nicht geben!&#8221; Ich legte auch meine zweite Hand um den silberschwarzen Stab. Das Artefakt f\u00fchlte sich tats\u00e4chlich nicht viel anders an als ein Besenstiel, so einer wie ich daheim benutzte, um den Korridor und die Zimmer im Eta\u00edmalon auszukehren, wenn Yalomiro oder D\u00fdamir\u00e9e gedankenlos Schmutz und Herbstlaub hineingetragen hatten. \u201eDieser Stab ist von einem Schattens\u00e4nger geschaffen worden. Kein Unkundiger hat das Recht, ihn in seinen Besitz zu bringen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"27db5e4e04547a57c338645af0d860da\">\u201eIch wei\u00df. Und nun gebt Ihn mir bitte, solange mich der Respekt noch gez\u00fcgelt h\u00e4lt. Ein Respekt, nebenbei bemerkt, dessen Ihr Euch nur sch\u00e4tzen k\u00f6nnt, da ich bei alledem, was geschehen ist, noch ein wenig Nostalgie versp\u00fcre, beim Gedanken an alte Zeiten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"839d0e7c12e0157fa824f4b22bf46855\">\u201eWie bitte?&#8221; Nun war ich v\u00f6llig aus dem Konzept gebracht. Der Alte trug eine best\u00fcrzend selbstsichere Miene zur Schau und schaute mir direkt in die Augen. Es schien ihm \u00fcberhaupt nichts auszumachen, mein unverschleiertes Gesicht zu sehen. Lag das an seinem fortgeschrittenen Alter, oder &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"4e2a9d41342162e2138df2aaa587b925\">\u201eEhrenwerter <em>sinor<\/em>&#8220;, fragte Elos\u00e1l k\u00fchl, obwohl sie nun g\u00e4nzlich zu gl\u00fchen schien, \u201eist Euch denn wohl klar, zu welchem Zweck der urspr\u00fcngliche Besitzer des Stabes ihn geschaffen hat? Welche ungeheuerlichen Dinge sich zugetragen haben? Wisst Ihr, was mit diesem Stab vollbracht wurde?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e788271a68a8eb6e3559307005a6dd40\">\u201eNat\u00fcrlich. Ich habe mich ausgiebig mit der Geschichte des Artefakts auseinander gesetzt. Schattens\u00e4nger haben in mehr als einer ihrer Schriften dar\u00fcber berichtet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ce4082ff7cdfb1b5c9461fb8ff609a21\">\u201eUnd wie&#8221;, erkundigte sich der Gr\u00fcne der der Gelbe, \u201ekonntet Ihr eine Schattens\u00e4ngerschrift entziffern? Nicht einmal wir sind dazu in der Lage!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8a6caa5309469b10816a8a269d172cc7\">\u00daldaise Ti\u00e1ramal\u00e9 seufzte. Offenbar hatte er mit so viel Begriffstutzigkeit der <em>arcaval&#8217;ay<\/em> nicht gerechnet. Aber mich durchfuhr die Erkenntnis, die sich bisher unterschwellig am Rand meines Verstandes bemerkbar hatte machen wollen, nun wie ein tiefer, alles umfassender Schock.<\/p>\n<p data-p-id=\"c46ce69b6a2f1d717b3242ba6022822b\">\u201eEr wei\u00df es und kann es&#8221;, sagte ich leise, \u201eweil er <em>meinesgleichen<\/em> ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9c79bbbbbc540e34e74fa146fda6aaa1\">Elos\u00e1l runzelte die Stirn. \u201eDas ist <em>unm\u00f6glich<\/em>, Meisterin Salghi\u00e1ra.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c428dd960b80acdd753a81715aef4951\">\u201eJa&#8221;, \u00e4ffte \u00daldaise die <em>faj\u00eda <\/em>nach. \u201eUnm\u00f6glich ist das, Meisterin Salghi\u00e1ra. Wie dumm von Euch. Ich? Ein Schwarzmantel? Ein Diener der dunklen Macht? Ein Leibeigener Nokt\u00e1mas? Wie sollte das sein? Ich lebe in einer Stadt, die zum einem Gro\u00dfteil aus Gold erbaut wurde. Schaut her!&#8221; Er griff in seine Tasche, zog eine Handvoll gro\u00dfer und kleiner Goldm\u00fcnzen hervor, rieb die klimpernden Geldst\u00fccke in seiner Hand und warf dann damit nach mir, genau vor meine F\u00fc\u00dfe. Zwei oder drei St\u00fccke trafen mich und f\u00fchlten sich an wie Funkenflug. Ich wich schmerzerf\u00fcllt zischend zur\u00fcck.<\/p>\n<p data-p-id=\"d6fe6426bd20779f399a24e7830d6ab3\">\u201eDann sagt mir&#8221;, begehrte ich auf, \u201ewie ihr mich ansehen und nicht den Verstand verlieren k\u00f6nnt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"75a8ba5f4578a028a1b2c27a8057f8db\">\u201eIst das nun Eitelkeit oder Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung? In Aur\u00f3p\u00e9a gibt es mehr als genug Weibsbilder, die Euch an Begehrsamkeit \u00fcbertreffen. Ihr seid l\u00e4ngst zu alt und unansehnlich, um mein Auge und meine Lust zu entfachen. Sch\u00e4tzt Euch gl\u00fccklich, dass es mit Eurem Fluch nicht weit her ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"30ae6f54ae59dd5a3c4f44537b5c8951\">\u201eWas ist das f\u00fcr eine unversch\u00e4mte Rede gegen eine Dame?&#8221;, emp\u00f6rte sich einer der nun beinahe gleichfarbigen Ritter. Ich war tats\u00e4chlich ein wenig verletzt. Aber das war nun nebens\u00e4chlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"cebabc652b6d44438be29818c41fba2a\">\u201eUnd der Regen?&#8221;, fragte Elos\u00e1l. \u201eHabt Ihr denn mit dem Regen auch nichts zu schaffen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2844e3e58e06315c2806ed7183248dbb\">\u201eNein. Der Regen aus dem Norden, der kommt gerade zurecht, aber nicht durch mein Wirken. Wie sollte ich denn Macht \u00fcber das <em>Wetter <\/em>haben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"95816fec29e6ba4383eb3b47104c790b\">Ich fing einige ratlose Blicke der Regenbogenritter auf. Sie sahen immer j\u00e4mmerlicher aus, verblassten und wurden dabei doch nicht unsichtbar. Ich f\u00fchlte mich unweigerlich an meine Schulzeit erinnert, an den Kunstunterricht, als wir mit Wasserfarben Bilder malen mussten. Das Wasser f\u00fcr die Pinsel &#8230; nach einer Weile nahm es eine \u00e4hnliche tr\u00fcbe, nicht wirklich benennbare Farbe an. Ganz \u00e4hnlich wie der Ciel\u00e1stel selbst, der unter dem Regenfall immer mehr nach graubr\u00e4unlichem Milchglas aussah. Was immer die Wolken kontrollierte \u2013 sofern Patagh\u00edu es zur Kenntnis nahm, war wohl kein Ankommen dagegen.<\/p>\n<p data-p-id=\"91f287143effce0bbd2535ec37f12983\">\u201eEs scheint&#8221;, sagte Elos\u00e1l und neigte sich vor, \u201edass Ihr nach alledem nichts weiter seid als ein unkundiger, alter, machtloser Mann mit unversch\u00e4mten Anspr\u00fcchen. Wenn Ihr zusammen mit Sileda\u00fa all diesen Aufwand betrieben habt, nur um aus irregeleiteter Habgier und wirrer Begeisterung f\u00fcr die schrecklichen Tage dieses &#8230; Andenken in Eure N\u00e4he zu bringen, dann verratet uns wenigstens, was Ihr damit vorhabt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c0355c3c23f42ffdf59d1eeafd6cc613\">\u201eEben das, wof\u00fcr er bestimmt ist&#8221;, sagte \u00daldaise \u00fcberrascht, so als habe er nicht mit einer derma\u00dfen dummen Frage gerechnet. \u201eIch will damit Chaosgeister z\u00e4hmen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f41ab0fdcaed55e15bf06db62b06c157\">Einen Augenblick lang war es totenstill. Nicht ein Atemzug von einem der sieben Ritter oder der <em>faj\u00eda<\/em> war zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p data-p-id=\"e07f1a44d8028dae19b7e0c26d6e8152\">\u201eChaosgeister&#8221;, kam es dann von dem, der vermutlich der Indigofarbene war. \u201eWelche Chaosgeister?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"119f59d1d53d2f65d98ebea484be8f76\">\u201eJene Chaosgeister&#8221;, erkl\u00e4rte \u00daldaise Ti\u00e1ramal\u00e9, \u201edie zurzeit ihre Bande abwerfen und sich auf den Weg machen, etwas mehr &#8230; Spannung in das Weltenspiel zu bringen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"54e1f24cb7bed167966e2876be02a339\">\u201eChaosgeister?&#8221;, rief Elos\u00e1l aus. \u201eAus dem Norden? Im Regen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4073e504cba99e0d5e53433055f5e03d\">\u201eNein. Aus dem S\u00fcden. Aus der W\u00fcste.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"78a19b4d73b28dd5ce81afb74113fe9f\">Aus der W\u00fcste? Jener W\u00fcste, die ich dort durch das Fenster im Flimmern und Glei\u00dfen des Wetterleuchtens sah, jene W\u00fcste, in der Yalomiro und C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor umherirren mochten, um die Kinder zu suchen?<\/p>\n<p data-p-id=\"b7ac709c34818c3e9dfc7075adbecc12\">\u201eChaosgeister.&#8221; Elos\u00e1l sagte das ganz ruhig, ganz sachlich. Es schien die <em>faj\u00eda<\/em> nicht im Geringsten zu \u00fcberraschen, und das war das Allerschaurigste an der ganzen absurden Situation. \u201eJemand hat also die Chaosgeister unter unseren Augen entfesselt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7aa96a69d70e3484eb3c0ce29639b124\">\u201eNicht jemand.&#8221; Der alte Mann verneigte sich bescheiden. \u201eIch. Und das <em>ganz ohne Magie<\/em>. Nun aber k\u00e4me es mir sehr zupass, lie\u00dfe sich das, was ich in Gang gesetzt habe, ein klein wenig lenken.&#8221; Er wandte sich ruckartig zu mir. \u201eDen Stab, t\u00f6richtes Weibsbild! Andersweltwesen! Verzagte Unkundige mit geliehener Magie! Beschmutze den Stab nicht mit unf\u00e4higen H\u00e4nden!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c41b9e5e9e6ec4f7d6cfb1d13da64d73\">Er schnellte vor und griff nach mir, beziehungsweise nach dem Stab. Aber noch bevor er mich erreichte, zuckte ein goldener Magieimpuls an mir vorbei, verbl\u00fcffend schwach, aber doch fest genug, um \u00daldaise Ti\u00e1ramal\u00e9 umzurei\u00dfen und ein paar Schritte \u00fcber den glatten Boden schlittern zu lassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"fd997c102079b65529f2b3f56fc41df3\">\u201eZu mir!&#8221;, rief Elos\u00e1l, offenbar selbst erschrocken dar\u00fcber, wie wenig ihr Bann bewirkt hatte. Die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> st\u00fcrmten auf sie zu; im Vorbeirennen packte mich einer von ihnen schmerzhaft am Oberarm und wollte mich mit sich zerren. Der Schmerz zeigte mir, dass ihre <em>maghiscal<\/em> noch nicht ganz erloschen war. Aber es war nur ein ganz kurzes Zucken, etwa so, als h\u00e4tte ich einen aufgeladenen Wollpullover ber\u00fchrt.<\/p>\n<p data-p-id=\"c4202216e620d0ecaa1a5ef920228ffa\">Die <em>arcaval&#8217;ay<\/em>, die <em>faj\u00eda<\/em>, sie verloren ihre Magie in ihrem eigenen Heiligtum. Wie konnte das sein? Lag es m\u00f6glicherweise daran, dass sie nicht vollz\u00e4hlig waren? Dass der Platz an Elos\u00e1ls Seite leer war?<\/p>\n<p data-p-id=\"497464a183a8afea6c8d547f95027699\">\u00daldaise war schon wieder auf den Beinen. W\u00e4hrend die Sieben sich sch\u00fctzend um Elos\u00e1l herum aufstellten, kam er auf mich zu, mit einer gespenstischen, lauernden Grazie, die absolut nicht zu einem Greis passte. Er hatte es nicht eilig. Aber ganz offensichtlich war ich sein Ziel.<\/p>\n<p data-p-id=\"ba5f014f56498404800557054bfbece6\">Yalomiro, dachte ich. Wie soll ich das denn fertig bringen? Wie soll ich denn hier, an diesem Ort, diesen dummen Stab verteidigen? Wir brauchen dich!<\/p>\n<p data-p-id=\"721332022666f42b117c8ffc179cec3d\">\u201eVersucht es nicht&#8221;, h\u00f6hnte \u00daldaise. \u201eDer Ciel\u00e1stel ist ungesch\u00fctzt. Die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> k\u00f6nnen dir nicht helfen. Und h\u00e4ttest du mir den Stab freiwillig schon im Stall \u00fcberlassen, dann w\u00e4re all das mit ein bisschen weniger Peinlichkeit verlaufen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"495b9826a2a9700bea2614d56645593e\">\u201eFreiwillig&#8221;, h\u00f6rte ich mich sagen, \u201ebekommt ihr den Stab nicht. Und &#8230; und die<em> arcaval&#8217;ay<\/em> auch nicht! Die <em>camata&#8217;ay<\/em> haben gelobt, dieses &#8230; Ding zu h\u00fcten, damit nie wieder jemand damit Unheil anrichtet!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e48610ea24b40151d98b6142533d022b\">\u201eMeisterin!&#8221;, rief Elos\u00e1l aus, und ich wusste, dass hinter mir sieben kampfbereite Ritter standen, denen die Magie regelrecht ausgelaufen und zu einer undefinierbaren, gr\u00e4ulichen Nicht-Farbe verschmolzen war.<\/p>\n<p data-p-id=\"e6f984e16138d3f9953194ebc205ef4f\">\u201eDie Ciel\u00e1stel ist also ungesch\u00fctzt?&#8221;, fragte ich, w\u00e4hrend mein Verstand panisch versuchte, mir den Mund zu verschlie\u00dfen.<\/p>\n<p data-p-id=\"aa184ce19b02dff391205bf44583d4b3\">\u201eSolange es regnet&#8221;, antwortete \u00daldaise, \u201esieht es schlecht aus mit Patagh\u00edus Unterst\u00fctzung. Magie aus Feuer und Farben ist bedauerlicherweise nicht sonderlich wetterfest, scheint mir.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"667a4aa27a6589be4a62456ff02465d0\">\u201eDann bin ich wohl in der Verantwortung&#8221;, redete ich weiter und l\u00f6ste meine linke Hand von dem Stab.<\/p>\n<p data-p-id=\"25f5e76a1ac8928b17f833082ee569a0\">\u201eDas ist Anma\u00dfung&#8221;, sagte der <em>sinor<\/em> und kam gelassen n\u00e4her. \u201eGib mir nur den Stab.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"766fceeb645545406438ed29271777da\">Ich konzentrierte mich auf meine <em>maghiscal<\/em>. Tats\u00e4chlich. Ich konnte sie wieder sp\u00fcren, nun, da ich darauf achtete. Ich atmete tief ein und besann mich auf das, was ich so lange ge\u00fcbt und gelernt hatte. Darauf, was Yalomiro mir in grenzenloser Geduld beigebracht hatte. Sogar den Spickzettel hatte ich vor Augen. Ich sp\u00fcrte die Magie in meiner Hand, k\u00fchl und silbrig und vertraut. Ich formte und verbarg sie gerade lange genug, bis \u00daldaise Ti\u00e1ramal\u00e9 bis auf Griffweite an mich heran war.<\/p>\n<p data-p-id=\"dff184bfeab7f8efa65a3a7c8992776c\">Dann warf ich das Silbergespinst von mir, lie\u00df den Faden so schnell durch Patagh\u00edus Halle zucken, wie es ging und spann, ohne nachzudenken, das magische Netz um mich, die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> und Elos\u00e1l herum.<\/p>\n<p data-p-id=\"50c60a911f3fca4dd964646b124a16c3\">\u00dcberraschenderweise schien Patagh\u00edu nichts dagegen zu haben.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2629","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2629","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2629"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2629\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3709,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2629\/revisions\/3709"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2629"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2629"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2629"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}