{"id":2628,"date":"2025-08-25T13:27:24","date_gmt":"2025-08-25T11:27:24","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2628"},"modified":"2025-08-31T23:08:43","modified_gmt":"2025-08-31T21:08:43","slug":"109-jenseits-des-weltenspiels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/109-jenseits-des-weltenspiels\/","title":{"rendered":"109: Jenseits des Weltenspiels"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"0e80b90070708682017fc9e4b3ad8b29\">\u201eManj\u00e9v! Manj\u00e9v!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b73df539db6a123e5bf6ca73f158d506\">K\u00edan\u00e1 von Wijdlant hatte die Stimme der <em>teirandanja<\/em> nun auch wahrgenommen und rannte darauf zu. Mit jedem ihrer Schritte wurde der Sand unter ihren F\u00fc\u00dfen h\u00e4rter, fester, f\u00fchlte sich am Ende gerade so an wie der Strand vor der Burg des geliebten <em>h\u00fdardor<\/em>, wenn die Ebbe da war und man zu Fu\u00df zu den Fischerbooten gehen konnte. Es war kein fester, stabiler Untergrund, sie sank nach wie vor ein wenig ein, aber es war lange nicht so anstrengend, wie durch den weichen, lockeren Sand zu gehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f45e2740218801642efff803031755f6\">\u201eMama! Papa!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"2f89441071e2b4a4ba92cd97a22f9978\">Manj\u00e9v war irgendwo da hinten, sie konnte nicht weit fort sein, wenn ihre Stimme schon bis ans Ohr der Mutter reichte. Aber wo war sie? Der helle Sand malte sich vor einer in alle Blickrichtungen scheinbar endlosen Leere ab, schimmerte unheilvoll. Woher kam dieses Licht? War es ein Gestirn, das hier leuchtete, oder war es ein Nebel hoch, hoch \u00fcber ihnen? Eine glatte, gleichf\u00f6rmige und leuchtende Wolkendecke dort, wo kein Himmel sein konnte?<\/p>\n<p data-p-id=\"243dad37bf9a33e36c40f8991a1af4d4\">K\u00edan\u00e1 von Wijdlant rannte, ohne nachzudenken. Sie wollte nicht nachdenken. Wenn sie anfing, nachzudenken, dann w\u00fcrde sie \u00fcber den irritierenden Gedanken stolpern, dass der Turm, der \u00fcber ihnen zusammengebrochen war, einen Durchmesser von weniger als vierzig Schritt gehabt hatte. Sie aber kam sich vor, als sei sie bereits quer \u00fcber einen ganzen Acker gelaufen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b1a638b451ffe70283fd49b575574bf1\">\u201eK\u00edan\u00e1!&#8221; Asga\u00fd stolperte hinter ihr her und holte sie mit M\u00fche ein. Die <em>yarlay<\/em> folgten ihm, sie h\u00f6rte, wie die M\u00e4nner und Kinder herbeirannten, h\u00f6rte das Matschen und Klatschen ihrer Schritte im klammen Sand. Asga\u00fd packte sie am Arm und brachte sie grob zum Halten.<\/p>\n<p data-p-id=\"7c7207aad932545dcaf546edecf05c11\">\u201eDas Kind!&#8221;, fauchte sie ihn an. \u201eUnsere Tochter!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ab75e060371e463077b8066416f20009\">\u201eJa, ich wei\u00df!&#8221; Er war au\u00dfer Atem. K\u00f6rperliche Anstrengungen war er nicht gewohnt. \u201eAber &#8230; wir d\u00fcrfen uns nicht aus den Augen verlieren!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d87d095a805d3bf94067ae05a6c84b7c\">\u201eJa, Majest\u00e4t&#8221;, stimmte Altabete zu und blieb neben dem <em>teirand<\/em> stehen, die vergoldete Axt immer noch fest in der Hand. \u201eDas ist kein rechter Ort!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a66bb68e171476f136a2ab7866926e8c\">\u201eWir m\u00fcssen beisammen bleiben&#8221;, empfahl auch Grootplen. Er hatte T\u00edjnje auf dem Arm, das kleine M\u00e4dchen klammerte sich vertrauensvoll an seinem Hals fest. \u201eWenn wir uns trennen, wer wei\u00df, ob wir uns verlieren!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5d8a47f8c0cc10790c1c5f16d7571c2a\">\u201eMama!&#8221;, forderte Manj\u00e9vs ver\u00e4ngstigte Stimme in der Ferne. \u201eMama! Papa! Kommt her!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5297ce60a0928197f2b88fc3a593cd71\">K\u00edan\u00e1 von Wijdlant spielte einen Moment mit dem Gedanken, sich einfach von Asga\u00fd loszurei\u00dfen, aber sie besann sich. Die M\u00e4nner hatten ja recht.<\/p>\n<p data-p-id=\"f60c1a128c8bf94c2a5c4376dd6554e1\">\u201eGut&#8221;, bestimmte sie. \u201eDann bleiben wir eben beisammen. Aber es ist kein Grund, Zeit zu verlieren!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c8f2b56078850cf88534f70bf76b5db3\">\u201eWie Ihr w\u00fcnscht, Majest\u00e4t.&#8221; Wa\u00fdreth Althopian, dem der Sturz aus der H\u00f6he wohl nicht mehr getan hatte als ein paar blaue Flecken, stapfte an ihr vorbei, eine kleinere Axt hielt er in der Hand, auf der Schneide klemmte ein unf\u00f6rmiges St\u00fcck Blattgold. \u201eHier entlang.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ceb3da29a919bc32d9e04930f24ece8b\">\u201eWo wollt Ihr hin?&#8221;, begehrte die <em>teiranda<\/em> auf. \u201eDort m\u00fcssen wir entlang!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1cf9eb402e715248b3a6ba83d1e096b1\">\u201eMit Verlaub, Majest\u00e4t, die Stimme <em>meines<\/em> Sohnes h\u00f6re ich von dort dr\u00fcben!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7f051163f3b6095e92931779b344f2d6\">\u201eHaltet ein!&#8221; Asga\u00fd von Spagor stellte sich seinem Ritter in den Weg und hob die H\u00e4nde. \u201eHier ist etwas nicht recht. Horcht. Manj\u00e9v ruft uns genau dort, wo Eure <em>teiranda<\/em> es sagt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"20eb0751f44518d9d0e64bce1e099789\">\u201eIch h\u00f6re nichts&#8221;, sagte J\u00e1ndris.<\/p>\n<p data-p-id=\"0410b8f1d6113fe7a31272d315a48137\">\u201eIch auch nicht&#8221;, gab Grootplen zu. \u201eNicht die <em>teirandanja<\/em> und nicht deinen Sohn, Wa\u00fdreth.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f05267d7835794482905479576f06977\">Dann wandten sich alle T\u00edjnje zu, die die Stimme ihrer Freundin zuerst geh\u00f6rt hatte. Das kleine M\u00e4dchen hob zaghaft den Finger. \u201eDa dr\u00fcben&#8221;, wisperte sie und zeigte ein gutes St\u00fcck an Althopian vorbei. Der Ritter runzelte die Stirn und lauschte in die Stille.<\/p>\n<p data-p-id=\"da7f3b4e10612a12571bccf409c85bdc\">\u201eAber er weint&#8221;, fl\u00fcsterte er dann. \u201eEr weint nach seiner Mutter &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"55cf4647eee3c5ebabb0428e381fb06b\">\u201eDa ist nichts&#8221;, beharrte Grootplen. \u201eDu bildest dir das ein.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5024f6c5dd7d109af16e3df3e8687735\">\u201eJa? So wie unsere Herrin sich die Stimme ihrer Tochter einbildet? Was ist mit dir, Alsg\u00f6r? Wo hat er sich verborgen, dein Sohn? Wo ruft er nach dir?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"da68604fbc6a5ba88bd5d7240d7d9f31\">Der alte Ritter senkte den Kopf. Er brauchte nichts zu sagen. K\u00edan\u00e1 von Wijdlant wusste einen Moment lang nicht, ob sie Mitleid mit ihm empfinden sollte. Wahrscheinlich w\u00e4re es dem Jungen nie in den Sinn gekommen, nach seinem Vater zu flehen. Oder Osse Emberbey war der erste von ihnen, der hinter den Tr\u00e4umen angelangt war.<\/p>\n<p data-p-id=\"edc83bdb0981f01d8887b34e37e380f9\">\u201eWas immer das hier f\u00fcr ein Ort ist&#8221;, schloss Altabete, \u201eer ist voller Trug und darauf aus, uns in die Irre zu f\u00fchren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e1f15aca924943a6818dfc9661f7f3df\">\u201eWie der fahle Fuchs?&#8221;, fragte T\u00edjnje furchtsam.<\/p>\n<p data-p-id=\"7b2568942e2be6562bc083c5ca364d72\">\u201eHier ist kein fahler Fuchs&#8221;, tr\u00f6stete J\u00e1ndris. \u201eVor dem brauchst du keine Angst zu haben. Den habe ich mir nur ausgedacht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"13304c962aabadec22f47e3ca5f59174\">\u201eMir w\u00e4re irgendwas von deinen Schauergeschichten lieber als das hier&#8221;, murrte L\u00e1as.<\/p>\n<p data-p-id=\"1ed8ed379825224e9fa43cb76c2899ef\">\u201eKommt weiter&#8221;, forderte Asga\u00fd. \u201eK\u00edan\u00e1, T\u00edjnje, Herr Wa\u00fdreth &#8230; lauscht weiter. Aber lasst uns zusammen bleiben. Wenn das hier ein Blendwerk ist, dann soll es uns nicht trennen. Die Kinder finden wir, auch ohne dass wir rufen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"94b7c4bb9cf6b5f2fcb001f449ec07f0\">\u201eUnd <em>wenn<\/em> wir nach ihnen rufen?&#8221; K\u00edan\u00e1 von Wijdlant horchte auf Manj\u00e9vs weit entferntes Weinen und ihr Herz schn\u00fcrte sich in ihrer Brust zusammen. Das Kind, ihr kleines M\u00e4dchen! Manchmal, in dunklen N\u00e4chten, wenn ihre Tr\u00e4ume sie ge\u00e4ngstigt hatten, hatte sie ebenso geweint. Die <em>teiranda<\/em> hatte es auch im tiefsten Schlaf geh\u00f6rt und niemals gez\u00f6gert, die geliebte Tochter zu tr\u00f6sten und in den Arm zu nehmen.<\/p>\n<p data-p-id=\"7194d763e23ade0dfeb6fb30c755471a\">Sie schaute verstohlen zu Asga\u00fd hin\u00fcber. Ihr <em>h\u00fdardor<\/em> bem\u00fchte sich um einen entschlossenen, stolzen Blick, aber dass auch er Manj\u00e9v h\u00f6rte und in Aufruhr dar\u00fcber war, das konnte er nicht verbergen. Vielleicht vor seinen M\u00e4nnern, sicher nicht vor ihr.<\/p>\n<p data-p-id=\"87b1fcebf0b8e2c3bfd3ffdc2eb849bd\">Wa\u00fdreth Althopian schien einen Moment mit sich zu ringen, ob er ihnen folgen und damit f\u00fcr sein Verst\u00e4ndnis in eine falsche Richtung gehen sollte. Aber so sehr die <em>teiranda<\/em> sich bem\u00fchte, sie konnte beim besten Willen keine Knabenstimme unter dem kr\u00e4nklichen Leuchten h\u00f6ren.<\/p>\n<p data-p-id=\"95de4271132f2cb4bd16ad9429a27939\">\u201eSind wir in einem Traum?&#8221;, fragte Emberbey pl\u00f6tzlich. \u201eSind wir aus dem Weltenspiel heraus? Hat uns der Turm erschlagen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"93a13d813b691e4451efa1c2104af81b\">\u201eM\u00e4\u00dfigt Euch, Herr Alsg\u00f6r!&#8221;, tadelte Grootplen mit einem bedeutsamen Blick auf das M\u00e4dchen auf seinem Arm. T\u00edjnje starrte ins Leere und hatte ihren kleinen Daumen im Mund, eine Angewohnheit, die sie schon vor mehreren Wintern aufgegeben hatte. \u201eMacht den Kindern keine Angst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"030eede68fb450451914e83707cc5511\">\u201eWenn das hier die Welt hinter den Tr\u00e4umen ist&#8221;, sagte J\u00e1ndris gedankenlos, \u201egef\u00e4llt es mir hier nicht. Ich will zur\u00fcck!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d8db93c79321d1f1c594e185db00f7aa\">\u201eIch glaube nicht, dass wir hinter den Tr\u00e4umen sind&#8221;, schaltete Asga\u00fd sich ein. \u201eWenn \u00fcberhaupt, dann sind wir irgendwo &#8230; dazwischen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f621da512908e9aaafcbf37c6ab981c6\">\u201eIch will nicht <em>dazwischen <\/em>sein.&#8221; L\u00e1as, das \u00e4lteste der Kinder, fast schon ein junger Mann, schaute voller Entsetzen drein wie ein erschrecktes Wiegenkind. \u201eIch will nicht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0b79391a824326273f8c56619b991ffa\">\u201eRei\u00df dich zusammen&#8221;, zischte J\u00e1ndris. \u201eDas sind doch nur <em>Geschichten<\/em>!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"350dc1bba37f96600143c4f28a5ab5d7\">\u201eAber wo sind wir dann? Das ist doch kein richtiger Ort hier! Das f\u00fchlt sich nicht einmal an wie ein Ort. Das ist nur &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8b876b85c52e47f3eb1414a6b5c8ad0b\">\u201eLeere&#8221;, murmelte der alte Emberbey. \u201eLeere und Einsamkeit. Das ist es also, was uns erwartet?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c554b6bb705764d7c96d3ecf2f958d53\">\u201eSchweigt!&#8221;, zischte Asga\u00fd, halb eindringlich, halb erz\u00fcrnt. \u201eDie M\u00e4chte werden uns einen Weg hier heraus weisen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3b3c718e2d9f05383cf99712dbc0b618\">\u201eDie M\u00e4chte haben uns das hier eingebrockt!&#8221;, entfuhr es <em>yarl<\/em> Altabete impulsiv.<\/p>\n<p data-p-id=\"2bff5965ea72c3a50d3ef3c2a7274e76\">K\u00edan\u00e1 war nahe daran, ihn f\u00fcr dies diese L\u00e4sterung zu r\u00fcgen, aber in diesem Moment wimmerte Manj\u00e9v irgendwo in der Stille so j\u00e4mmerlich auf, dass die <em>teiranda<\/em> alles andere verga\u00df.<\/p>\n<p data-p-id=\"d804a8bd291983030b82730cf0fd3b44\">\u201eManj\u00e9v!&#8221;, rief sie. \u201eManj\u00e9v, Kind! Wo bist du?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"db3d5405c0800f7b0f85a1594a0ab34b\">\u201eHier bin ich, Mama&#8221;, antwortete das M\u00e4dchen. Aber wo war sie nur?<\/p>\n<p data-p-id=\"4dfe76688fff40e7fa1b03e436cb390e\">\u201eSchnell, Mama. Komm zu mir! Ich hab solche Angst! Ich bin so alleine!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aa2c9621a711d9c4a1da93bcc781d545\">\u201eBist du allein, Manj\u00e9v?&#8221;, rief nun auch Asga\u00fd. Also konnte er sie tats\u00e4chlich h\u00f6ren. \u201eBist du wohlauf?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"85123f9dd6b66a3c57d7fd2457211b8a\">\u201eIch habe Angst! Kommt und holt mich!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f0eee9fbf5bf8927f1170adecefb29c2\">\u201eWo bist du denn? Wir k\u00f6nnen dich nicht sehen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4da10b0ae9117afdac2e2d20505c8dbb\">\u201eKommt nur, kommt her! Geht einfach geradeaus. Immer geradeaus &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d4b0d18f1c5250c7e35989f08b598029\">\u201eRede mit uns, Manj\u00e9v! Wir folgen deiner Stimme!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c1ffb44bf0b7ebe120a9d9c655875098\">\u201ePapa! Komm zu mir, Papa &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8ca02c82819afb1d5b1ccba297b131c2\">Und Asga\u00fd von Spagor setzte sich in Bewegung, ein ganzes St\u00fcck schr\u00e4gab von dem, wo K\u00edan\u00e1 die <em>teirandanja<\/em> klagen h\u00f6rte.<\/p>\n<p data-p-id=\"e55a3f26ca6686beafbde122c759f8a7\">\u201eNicht!&#8221;, rief Wa\u00fdreth Althopian und stellte sich seinem Herrn in den Weg. \u201eWas immer Ihr da h\u00f6rt, lasst Euch nicht narren! Es ist nicht wirklich da!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"85db44cfc4ce7caf578605ca1258ca40\">\u201eAus dem Weg, Herr Wa\u00fdreth!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0df1a046f7bcaee6f5a7a53a734251ac\">Wa\u00fdreth Althopian hob seine Axt, gerade bedrohlich genug, dass Asga\u00fd von Spagor entgeistert einen Schritt r\u00fcckw\u00e4rts tat. \u201eWas &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"adde0c64777e58c6c359312fb16c7f97\">\u201eEs <em>l\u00fcgt<\/em>&#8220;, behauptete der Ritter. \u201eEs l\u00e4sst Euch die Stimme Eures Kindes h\u00f6ren, wie ein Fallensteller einen Lockvogel benutzt. Es ist nicht echt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ac3fbcc77226200c3b2ce1a3fc489126\">K\u00edan\u00e1 schaute sehns\u00fcchtig in die Weite, dort, wo Manj\u00e9v nun unartikuliert weinte und schluchzte.<\/p>\n<p data-p-id=\"f53230e698c59eab0dbe5df131b5da4b\">\u201eWir d\u00fcrfen hier nichts trauen au\u00dfer uns selbst&#8221;, mahnte der Ritter und wandte sich Alsg\u00f6r Emberbey zu. \u201eUnd wir d\u00fcrfen einander nicht aus den Augen lassen. Etwas verwirrt unseren Geist, so wie ein Kind gedankenlos verkleckerten Brei verschmiert. Ihr h\u00f6rt Euren Jungen doch auch, Herr Alsg\u00f6r, habe ich recht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9ada10ce0acf7abc14c83306be6a6da1\">Der alte Ritter senkte den Blick. K\u00edan\u00e1 von Wijdlant fragte sich, was er geantwortet h\u00e4tte, h\u00e4tte seine Scham ihn nicht daran gehindert.<\/p>\n<p data-p-id=\"81fd639e707c771185bf2975299b413d\">\u201eJungs&#8221;, sagte Althopian und wandte sich L\u00e1as und J\u00e1ndris zu. \u201eNiemand wei\u00df, was hier vor sich geht, was all das hier sein mag. Aber vielleicht ist das ein Abenteuer, mit dem die M\u00e4chte pr\u00fcfen wollen, wie w\u00fcrdig Ihr seid.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6efe989007f8fea98b0cd027e4f8034a\">\u201eEine Abendt\u00fcre?&#8221;, brachte T\u00edjnje an ihrem Daumen vorbei hervor. Grootplen neigte seine Stirn zu der ihren hin\u00fcber. K\u00edan\u00e1 von Wijdlant sah das beinahe mit Eifersucht. Wie sehr verlangte sie danach, Manj\u00e9v nun genauso in ihrem Arm zu halten!<\/p>\n<p data-p-id=\"bd164dc18fe5734a3526e3049b6e3309\">Und wenn es nicht die s\u00fc\u00dfe, die geliebte Tochter war, die sich dort irgendwo in diesem gr\u00e4sslichen Nichts das Herz ausweinte &#8230; was war es?<\/p>\n<p data-p-id=\"cbab9bc8c9a0d3e0d3703d52189ce382\">Konnte all das hier ein Werk des Widerwesens sein? Das, von dem der Schattens\u00e4nger behauptet hatte, es <em>k\u00f6nne<\/em> keinen sterblichen Menschen so fest packen? Wenn sie sich hier umschaute, dann waren es sechs Erwachsene und drei Kinder, die ihm in die Falle gegangen waren, zu den drei Kindern dazu, die es nacheinander gepackt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"614133c9854cc719cea6a94307ce4933\">Zw\u00f6lf sterbliche Menschen, an einem Ort, der dem glich, an den sie sich dunkel, bruchst\u00fcckhaft, ged\u00e4mpft erinnerte. Und doch &#8230; etwas hier war anders.<\/p>\n<p data-p-id=\"44ab8c0e703e451eb5b9415d523867d1\">Sie gingen weiter. K\u00edan\u00e1 bemerkte, wie die M\u00e4nner sich um sie herum gruppierten, so wie sie es immer taten, immer, wenn es galt, sie, die <em>teiranda<\/em>, zu beschirmen, vor was auch immer da kommen mochte. L\u00e1as und J\u00e1ndris waren mit ihren Gedanken bei dem Abenteuer, das Althopian ihnen hatte einreden wollen, um sie bei Stimmung zu halten.<\/p>\n<p data-p-id=\"46826480dffd5924f7d3337584506c4d\">\u201eEin Abenteuer&#8221;, murmelte J\u00e1ndris und riss sie damit aus ihren Gedanken. \u201eIch wette, nicht einmal der Smaragdritter h\u00e4tte hieran seine Freude.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a3e3a2cac52a71e27e85731c184e5370\">\u201eDer Smaragdritter ist doch nicht echt. Der ist ausgedacht und in ein Buch geschrieben. In eines, das Damen lesen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"17698bde5bedd2c18305a77e0ab6df61\">\u201eJa, und er besiegt die Schurken und Schufte und die st\u00e4rksten K\u00e4mpfer und Ungeheuer. Und was sollen wir hier tun? Hier ist doch nichts! Wir werden hier sinnlos herumlaufen, bis wir verschmachtet sind. Wenn wir nicht ohnehin schon tot sind.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"438ad0b4cc1173e0f6ee9439fbdbcdb5\">\u201eStill!&#8221; Altabete breitete die Arme aus und brachte die Gruppe zum Halt. Niemand fragte etwas, aber alle horchten.<\/p>\n<p data-p-id=\"0c5c6f3d7583ce3e412bd06111d83527\">Manj\u00e9vs Geisterstimme und vielleicht auch die nicht h\u00f6rbaren von Merrit Althopian und Osse Emberbey ver\u00e4nderten sich. Das Kinderweinen wurde zu einem ersch\u00f6pften, tonlosen Schluchzen. Dann verstummte es zu einer be\u00e4ngstigenden Stille.<\/p>\n<p data-p-id=\"e2676bfc3bb7365c44a3c9e1f5733a1c\">K\u00edan\u00e1 von Wijdlant, die f\u00fcnf M\u00e4nner und die Kinder tuaschten beunruhigte Blicke miteinander. Viele Herzschl\u00e4ge lang standen sie und horchten ins Nichts.<\/p>\n<p data-p-id=\"e4472a852c8f9df731a8158c322a5a70\">Asga\u00fd von Spagor war schlie\u00dflich der erste, der einen Schritt voran tat, nat\u00fcrlich, er war der <em>teirand<\/em>, der Anf\u00fchrer der hier Versammelten. Er schaute verzagt zu K\u00edan\u00e1 von Wijdlant hin\u00fcber, und sie nickte. Ihr tapferer <em>h\u00fdardor<\/em> atmete tief ein und hob seinen Fu\u00df, setzte ihn vor und wieder nieder auf den Sand.<\/p>\n<p data-p-id=\"e8232fad5ca0c5f62711b8c6c2c47406\">Und dann waren sie \u00fcberall, kreischten und fauchten und geiferten und griffen an. Die Monster, die Ungeheuer, die Gegner, die der Smaragdritter aus den Geschichten niedergem\u00e4ht h\u00e4tte, zweifellos.<\/p>\n<p data-p-id=\"ad31d7f42e65ab45624ef5fef361cb29\">Durch das irrsinnige Toben und Schreien gellte Manj\u00e9vs Stimme, und diesmal, das nahm K\u00edan\u00e1 von Wijdlant \u00fcberdeutlich zur Kenntnis, w\u00e4hrend ein abscheuliches Wesen sie niederriss und an der Kehle packte, war es echt und wahr.<\/p>\n<p data-p-id=\"701dfeeaefc27ab31e5f6334020234c3\">Manj\u00e9v war ganz nahe. Und sie schrie nach ihr, der Mutter, der Atem und Bewusstsein schwand, w\u00e4hrend ringsum in einem irrsinnigen Durcheinander ein Gemenge tobte, das von sterblichen Wesen nicht zu gewinnen war.<\/p>\n<p data-p-id=\"8a7ab20ec0ab3262ce329c7dcb399a4e\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"30d7c319fe4294eac14ef56fbc79b816\">Die Zugbr\u00fccke und das Tor waren tats\u00e4chlich unbewacht gewesen. Der Burghof war verlassen, und die Geb\u00e4ude selbst hatten unter dem Wetterleuchten eine unbestimmte Farbe angenommen, durchsichtig, eingetr\u00fcbt und irgendwie unwirklich. Der <em>maedlor<\/em> enthielt sich einer Bemerkung, aber es war unverkennbar, wie unwohl er sich f\u00fchlte. Der Maultierf\u00fchrer war seinerseits besorgt, aber der Junge vermutete, dass ihm vor allem seine beiden Tiere am Herzen lagen.<\/p>\n<p data-p-id=\"74ee3e0e15ca958c7a7b7ab89a35189c\">Kaum dass sie in der Burg eingeritten waren, sprang Gal\u00e9on von Farbenspiels R\u00fccken.<\/p>\n<p data-p-id=\"3e59da51cf43c01373b0a445495ff86d\">\u201eKommt&#8221;, forderte er die beiden M\u00e4nner eilig auf. \u201eWir schlie\u00dfen die Br\u00fccke.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ea208e4ad74d879166aa9daa936cc4f2\">\u201eWarum denn das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e2c6389f8603d1016ed57d1a052e3ad2\">\u201eIhr w\u00fcrdet nicht wollen, dass das hier hereinkommt, was sich in der W\u00fcste herumtreibt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8eeb64d25fefde6a3207ded18efbcac7\">Der Vorhang \u00f6ffnete sich. Der <em>sinor<\/em> streckte den Kopf aus der S\u00e4nfte hervor. \u201eWas soll das hei\u00dfen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3c43e70d5ddb3da8a525fecd6b060bd4\">\u201eSp\u00e4ter, ehrenwerter <em>sinor<\/em>. Advon, D\u00fdamir\u00e9e &#8230; bringt ihr die <em>sinoray<\/em> an einen sicheren Ort .&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4da922b2fc1b991dcd253c142b419704\">Advon kletterte von Farbenspiel hinunter. \u201eSicher. Gebt mir die Z\u00fcgel, ich f\u00fchre alle in den Stall.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"75a52b3cc183402cb133e6df41fbb6ad\">\u201eKannst du das?&#8221;, zweifelte der Maultierf\u00fchrer. Dass der Knabe die S\u00e4nfte \u00fcbernehmen wollte, passte ihm wohl nicht; brachte ihn dazu, das Schweigen zu brechen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b5511ea40cdfb0923942cd98c89c08b6\">\u201eNa klar. Hilf du nur mit der Br\u00fccke!&#8221; Advon t\u00e4tschelte dem vorderen Muli die Schnauze und streckte die andere Hand nach den Z\u00fcgeln des Pferdes aus. \u201eUnd auf dein Pferd gebe ich auch acht. Keine Angst. Ich komme mit allen Tieren gut zurecht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f0701f10c62cc18cedaf22d786927c83\">Der <em>maedlor<\/em> machte keine Anstalten, abzusteigen, bis Gal\u00e9on ihn ungeduldig so fest am Mantel zerrte, dass er aus dem Sattel rutschte.<\/p>\n<p data-p-id=\"58cdbf4e952a77173d6ccb3e1abd507a\">\u201eNun komm. Zu dritt k\u00f6nnen wir die Winde sicher bedienen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e3ab765be40669a6c2e3c8b75fbabf9d\">\u201eAber wir k\u00f6nnen doch nicht einfach &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"83fd921b115902b5ec7bcd5584b8dbc9\">\u201eSehe ich aus, als h\u00e4tte ich allein die Kraft dazu?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c7c4e68e0a5a3a847f9120f3e29a414a\">\u201eGeh schon!&#8221;, befahl der <em>sinor<\/em>. \u201eMach, was der <em>b\u00e1chorkor<\/em> sagt, und komm dann wieder zu mir! Ich habe mit dir zu reden!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3c46db7eeedfcb2c3f17d837a379f9e0\">\u201eAber das ist doch l\u00e4cherlich! Was soll denn aus der W\u00fcste kommen, bei diesem Wetter?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5bd0cd2789d004cbaad5ac6bbb2ae97d\">\u201eGlaub mir. Das <em>willst<\/em> du nicht wissen. Los jetzt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d39bdd2c76128cdeec08890d2229bb9e\">Der <em>maedlor<\/em> schnaubte. Advon sah ihm kurz nach, als er dem Maultiermann folgte, der bereits hinter Gal\u00e9on her zur Zugwinde rannte und zerrte dann das Pferd und das Maultier voran. Farbenspiel folgte. H\u00e4tte D\u00fdamir\u00e9e nicht nun ganz alleine auf seinem R\u00fccken gesessen, w\u00e4re er sicher vorangest\u00fcrmt, denn ganz offensichtlich witterte der Hengst, dass im Stall Futter und Gesellschaft warteten.<\/p>\n<p data-p-id=\"54d989c3088b20439e51dc78cd657c0b\">\u201eJunge&#8221;, erkundigte sich der <em>sinor<\/em> mit dem komplizierten Namen, \u201ewas ist in der W\u00fcste?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1b6abad30666fd38da1eb8b2b2c0078b\">\u201eChaosgeister&#8221;, erkl\u00e4rte Advon. Was machte es f\u00fcr einen Sinn, es zu verheimlichen? Nun, wahrscheinlich nahm er Gal\u00e9on damit den H\u00f6hepunkt seiner Erz\u00e4hlung fort. Andererseits war der alte Mann der m\u00e4chtige \u00c4lteste von Aur\u00f3p\u00e9a. Advon befand, dass er ein Recht darauf hatte, die Wahrheit schnell zu erfahren.<\/p>\n<p data-p-id=\"7002712747eb016feb9c27908ec230e6\">\u201eChaosgeister!&#8221;, rief die alte Dame aus. \u201eWie ist das m\u00f6glich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d8cea384f7fadb9f3a9ab98d35d6cfdc\">\u201eIch wei\u00df nicht. Aber einer hat uns angegriffen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dd88da03c8996f6e2a834592ed99b13a\">\u201eIch war in seinem Maul drin&#8221;, erz\u00e4hlte D\u00fdamir\u00e9e eifrig. \u201eDas hat <em>gestunken<\/em>!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e45f974c6cd0b15ca9a9f8fcd48e3bb6\">\u201eAber die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> haben die Chaosgeister damals ins Chaos zur\u00fcck gebannt! Wie k\u00f6nnen sie in der W\u00fcste sein?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cef75cfd29edda9a1f53d1ec78c7974a\">\u201eDas wei\u00df ich wirklich nicht. Ich bringe rasch das Pferd von dem jungen Mann in den Stall. Wartet kurz. Farbenspiel, du bleibst hier!&#8221; Advon band das Maultier im Vorraum des Geb\u00e4udes fest, f\u00fchrte das Pferd in den Stall herein und stellte erfreut fest, dass die anderen Einh\u00f6rner wieder in ihren K\u00e4figen waren. Die<em> arcaval&#8217;ay<\/em> waren also im Ciel\u00e1stel!<\/p>\n<p data-p-id=\"841920bcdca6f1e510b108fdebd618cb\">Die Einh\u00f6rner waren nass und mit ihren Heuraufen besch\u00e4ftigt. Das war g\u00fcnstig, denn so beunruhigten sie das nerv\u00f6se Pferd nicht allzu sehr. In Perlenglanz&#8217; Verschlag war bereits ein anderes Pferd eingestellt, ein abgek\u00e4mpft wirkendes Tier mit grauem Fell. Advon entschloss sich, das Ross des <em>maedlor<\/em> einfach dazu zu stellen. Mochte der hochn\u00e4sige Kerl sich doch sp\u00e4ter ums Absatteln k\u00fcmmern, daf\u00fcr hatte er jetzt keine Zeit.<\/p>\n<p data-p-id=\"caf672b1363379d2e95b76ad346ed598\">Der Junge schob die T\u00fcr zu Farbenspiels Stallabteil weit auf und kehrte zur\u00fcck in den Vorraum.<\/p>\n<p data-p-id=\"55d81114255ef9fc4d67515539551997\">\u201e &#8230; wie ein ganz dicker Regenwurm mit Z\u00e4hnen&#8221;, berichtete D\u00fdamir\u00e9e gerade. \u201eEs kam aus der Sandkuhle heraus, wo Gal\u00e9on festgebunden war.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4990d40e75dde2ebdb7b0a0b02cd9d0b\">\u201eDie Maultiere&#8221;, unterbrach Advon, bevor sie noch weiter in verst\u00f6rende Details gehen konnte, \u201ekann Euer Knecht in den hintersten Verschlag stellen. Beim Abschirren kann ich nicht helfen, ich komme noch nicht an alle Gurte heran. Wenn euer Diener wieder hier ist, dann &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d04986f483f859307f28bb7490327a60\">\u201eJunge&#8221;, unterbrach der <em>sinor <\/em>besorgt. \u201eIst das wahr, was das kleine M\u00e4dchen erz\u00e4hlt? Ihr habt einen Chaosgeist bei der Richtst\u00e4tte gesehen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5a614041fbccf654f7f9baddd18aede5\">\u201eNa ja, gesehen &#8230; wir sind davor gefl\u00fcchtet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"41fa2908852c878b7ef93e6fb2b061cc\">\u201eEr wollte mich fressen!&#8221;, erinnerte D\u00fdamir\u00e9e.<\/p>\n<p data-p-id=\"e1425e9972a081fda7f6f4649a8791e2\">\u201eEs war \u00daldaise Ti\u00e1ramal\u00e9s Idee, Delinquenten an diesem Ort in der W\u00fcste der Gerechtigkeit zu \u00fcberantworten&#8221;, sagte der <em>sinor<\/em>. \u201ePatagh\u00edus Feuer sollte sie vertilgen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"06ba7a2036bffd8052640fd90659358a\">\u201eIch wei\u00df. Aber irgendwas ist da nicht so gelungen, wie der <em>sinor<\/em> sich das vorgestellt hat. Meine Eltern sind misstrauisch geworden.&#8221; Advon deutete in den Stall. \u201e\u00dcbrigens steht da schon ein Pferd, das nicht hierher geh\u00f6rt. Der <em>sinor<\/em> \u00daldaise ist wohl schon hier.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d4f2ab097bfc7454584b6eec93a1cf82\">\u201eAusgezeichnet&#8221;, sagte Sah\u00e1al\u00edr d\u00fcster. \u201eEr wird mir einiges zu erkl\u00e4ren haben!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"690c5b96114d256cbd3bc47e7ee2e57f\">Er unterbrach sich. Ein Donnerschlag lie\u00df drau\u00dfen die Luft erbeben. Zugleich klirrten, quietschten und \u00e4chzten die Ketten, an denen die Zugbr\u00fccke hing. Offenbar war es Gal\u00e9on und den beiden anderen M\u00e4nnern gelungen, das Hebewerk in Gang zu setzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"09a48f74a5bef9554d39a06ecb0dc38c\">Die alte Dame kletterte aus der S\u00e4nfte heraus, gebrechlich, m\u00fchsam, aber ausgesprochen w\u00fcrdevoll. Sie sah entsetzlich aus mit der verwaschenen Schminke und dem klatschnassen Haar, das schief an ihrem Kopf sa\u00df. Erst jetzt wurde Advon gewahr, dass es wohl nicht ihr echtes Haar war, sondern eher eine Art M\u00fctze.<\/p>\n<p data-p-id=\"70d9e2dbde9338d2c1c882a372c8fd82\">D\u00fdamir\u00e9e besah sich das einen Moment mit gro\u00dfem Interesse. Ganz kurz bef\u00fcrchtete der Junge, der Anblick der verunstalteten Dame k\u00f6nne sie zum Lachen bringen, aber stattdessen offenbarte sich Mitgef\u00fchl mit der alten Frau in den gr\u00fcnen Kinderaugen.<\/p>\n<p data-p-id=\"04622b2a7e09c4e6bfb4da78200e5e48\">Die <em>sinora<\/em> schaute sich ruhig im Vorraum um und tat dann einen Schritt auf Farbenspiel zu. Winzig und zerbrechlich sah sie neben dem Einhorn aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"734324b21f398f1627990aa2037787ae\">\u201eDarf ich ihn ber\u00fchren?&#8221;, fragte sie scheu.<\/p>\n<p data-p-id=\"a8069fea566888ab5fa9e99fcb244cea\">\u201eNat\u00fcrlich. Wenn Ihr einen Keks oder so etwas dabei h\u00e4ttet, d\u00fcrft ihr ihn auch f\u00fcttern. Er hat es sich heute mehr als verdient.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4a2f7d8143556ea7b6d8cbc6f6dd5593\">Die Dame legte ihre Hand scheu auf Farbenspiels Schnauze. Das Tier schnaubte freundlich, wenn auch etwas entt\u00e4uscht. Eine Leckerei war wohl nicht in Sicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"ca756e88c5c7d0bf0e52e763f71743d1\">\u201eKann ich Euch behilflich sein?&#8221;, erinnerte der Junge sich dann an seine gute Erziehung mit Blick auf den alten <em>sinor<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"7326b3a74dd79ee6095b06632f02e53e\">\u201eNein, Junge. Ich kann nicht mehr laufen und nicht selbst aussteigen. Ich muss stets getragen werden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9bffbeda5fddd60b647f5fa6252316e2\">\u201eDann wartet, bis Eure Diener und Gal\u00e9on wieder hier sind und Euch helfen k\u00f6nnen. Bleibt am besten vorerst hier im Stall. Dieses Geb\u00e4ude ist mit besonderer Magie gesichert.&#8221; Er verschwieg, dass diese Magie vor allem dazu da war, die Einh\u00f6rner am Ausbruch zu hindern. Mit etwas Gl\u00fcck hielt es auch die Chaosgeister drau\u00dfen. \u201eIch will rasch zu meiner Mutter.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0bdb0e4faf3eab734b1afdfcb696f45d\">\u201eUnd ich zu <em>meiner<\/em> Mama!&#8221;, erinnerte D\u00fdamir\u00e9e. \u201eDie wartet bestimmt schon die ganze Zeit auf mich!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a0e2ada48629d97573c9105a3fdd8bea\">Advon nutzte die Gelegenheit und benutzte die hintere Schere der S\u00e4nfte als Aufsteighilfe. \u201eHabt nur einen Moment Geduld&#8221;, bat er den alten Mann. \u201eWir sorgen daf\u00fcr, dass sich <em>arcaval&#8217;ay<\/em> um Euch k\u00fcmmern und in die Burg bringen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9d3c5d00d153237529e732e057518e17\">Er wartete keine Antwort ab und lenkte Farbenspiel wieder ins Freie. Hinten am Tor m\u00fchten sich Gal\u00e9on und die Unkundigen mit der Zugbr\u00fccke ab.<\/p>\n<p data-p-id=\"16de2f0641f76367f6c5852274e0e2f2\">\u201eHalt dich fest, D\u00fdamir\u00e9e. Wir fliegen zu Patagh\u00edus Halle hinauf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cc9f3201dea33b6213f94e37e8032fea\">\u201eMit Farbenspiel? Kann er dort landen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e5a9a5a4b9a0e2f7d9a5f91376c1d288\">\u201eNa klar. Und wir haben es doch eilig, oder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f27fe6ba3a2c0bcd20f44c4d6ad9a2c8\">Ein weiterer Blitz fuhr nieder. D\u00fdamir\u00e9e zuckte zusammen und klammerte sich an ihn.<\/p>\n<p data-p-id=\"e1464ab489af5a88db19e1a459d4928a\">\u201eIch pass auf dich auf&#8221;, versprach der Junge. \u201eWas immer der alte Mann vorhat, ich besch\u00fctze dich.&#8221;<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2628","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2628","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2628"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2628\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3708,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2628\/revisions\/3708"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2628"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2628"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2628"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}