{"id":2612,"date":"2025-08-25T13:17:34","date_gmt":"2025-08-25T11:17:34","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2612"},"modified":"2025-08-31T23:14:00","modified_gmt":"2025-08-31T21:14:00","slug":"095-opfergold","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/095-opfergold\/","title":{"rendered":"095: Opfergold"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"0ce1c64d89037e7297c2f8ed71893875\">\u201eM\u00fcsste nicht langsam irgendjemandem auffallen, dass wir alle nicht da sind?&#8221;, murrte Daap Grootplen.<\/p>\n<p data-p-id=\"2cd61c6533ef70c6454dbf0c7f1da134\">\u201eIch denke nicht&#8221;, knurrte Andri\u00e9r Altabete und kam mit seiner Last die Treppe hinauf. \u201eWahrscheinlich sind sie bei diesem uns\u00e4glichen Wetter alle im Geb\u00e4ude und vermuten uns in jeweils anderen R\u00e4umen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8cdd4765f97c6c934894c821cff11856\">Asga\u00fd von Spagor schichtete das Holz auf, das er zuvor zusammengeklaubt hatte, im Wesentlichen die Tr\u00fcmmer jenes St\u00fcckes der Treppe, das ihn nun von seiner Tochter trennte. Allein die Gewissheit, dass das M\u00e4dchen sich in der Obhut seines besten Ritters befand, der es sicher und sacht den Turm hinaufgetragen hatte, beruhigte den <em>teirand <\/em>ein kleines bisschen. Wa\u00fdreth Althopian w\u00fcrde um sein eigenes Leben nicht zulassen, dass dem Kind ein Leid geschah. Und was sollte dort oben vor einer geschlossenen T\u00fcr passieren?<\/p>\n<p data-p-id=\"67688152a1f09309de2a82f8db143fd7\">L\u00e1as half mit Eifer dabei, Brennbares zu finden, w\u00e4hrend J\u00e1ndris <em>yarl<\/em> Emberbey zur Hand ging. Der alte Ritter hatte nicht lange dar\u00fcber nachdenken m\u00fcssen, wie sie mit dem, was sie im Keller an Material gefunden hatten, etwas Brauchbares improvisieren konnten. Aus bei l\u00e4ngst vergangene Turnieren verbeulten und gerissenen Brustplatten und rostigen Ketten hatten die M\u00e4nner und ihre S\u00f6hne eine geschlossene Feuerstelle zusammengef\u00fcgt, wie einen kleinen Ofen, den sie jetzt mit dem trockenen, morschen Holz bef\u00fcllten. Ein Jammer, dass weder im Keller noch in den k\u00fchlen Vorratskammern Kohle lagerte. Daf\u00fcr war J\u00e1ndris auf die schlaue Idee gekommen, einen Krug Speise\u00f6l herbeizubringen, der ihnen beim Anfeuern n\u00fctzen w\u00fcrde. Der Junge, so dachte Asga\u00fd von Spagor sich zerstreut, war nicht nur beredsam und schlagfertig, sondern ebenso flink bei den Pl\u00e4nen, die er ausheckte. Das erkl\u00e4rte einen Gro\u00dfteil des oft nicht nachzuweisenden Unfugs, der zuweilen auf der Burg geschah und w\u00fcrde dem k\u00fcnftigen jungen Ritter sp\u00e4ter von Nutzen sein.<\/p>\n<p data-p-id=\"926a55851ac427c51a9310c837c3bde4\">Andri\u00e9r Altabete packte zu und riss mit zornverst\u00e4rkter Kraft aus dem alten Helm, den er im Ger\u00fcmpel gefunden hatte, heraus was Zeit und Verfall von der Polsterung \u00fcbrig gelassen hatten. Von den aufgemalten Farben, die den Kopfschutz einst geziert hatte, war nicht mehr genug \u00fcbrig, um zu erkennen, wer damit ein Spiel oder eine Schlacht bestritten hatte. Der Ritter warf die m\u00fcrben Reste beiseite, fegte Kr\u00fcmel und Fetzen aus und klemmte den metallenen Rest umgedreht in die \u00d6ffnung zwischen den zerbeulten Metallk\u00fcrassen.<\/p>\n<p data-p-id=\"4dc400c2700e6b1f9894bd731ab51d64\">\u201eWird das halten?&#8221;, fragte K\u00edan\u00e1 von Wijdlant und kam z\u00f6gernd n\u00e4her.<\/p>\n<p data-p-id=\"cf007d4599d89e5d7a071c59e50c90db\">\u201eEs muss, Majest\u00e4t. Etwas Besseres haben wir gerade nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eb21815ebd9a929ae56feeb516ecd0c2\">\u201eDiese Axt&#8221;, sagte Alsg\u00f6r Emberbey und pr\u00e4sentierte ihr die Waffe mit ihrer schartigen Klinge, \u201eist die tauglichste, die noch zu entdecken war. Es ist anzunehmen, dass Herr Wa\u00fdreth oben das bessere Werkzeug hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f0a370f74d820df639a443c527377090\">\u201eEs muss reichen. Macht das Feuer an.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f05e5bc0521bbbcaf604fd671cae5913\">J\u00e1ndris trat heran und sch\u00fcttete sorgf\u00e4ltig kostbares \u00d6l \u00fcber das alte Holz. Daap Grootplen tunkte einen Fetzen Stoff in den Rest im Krug und lie\u00df es von Altabete entz\u00fcnden und anfachen. Kurz darauf loderte ein kleines, festes Feuer zwischen den alten Brustpanzern und warf zuckendes Licht auf die W\u00e4nde.<\/p>\n<p data-p-id=\"7db393b85613bb01100eba801bc1cba6\">Die <em>teiranda<\/em> seufzte. Dann nahm sie ihre Krone ab und legte sie achtsam in den Helm hinein. Asga\u00fd von Spagor z\u00f6gerte und tat es dann mit seiner eigenen Krone nach.<\/p>\n<p data-p-id=\"417368bb92a92e5fd6b541dfc28b029c\">\u201eUnd all die sch\u00f6nen Funkelsteine?&#8221;, fragte T\u00edjnje. Sie hatte das Treiben der Erwachsenen still aus der Entfernung verfolgt und war tief beeindruckt davon, dass die guten <em>teiranday<\/em> sich von ihrem sch\u00f6nsten und wertvollsten Besitz trennten.<\/p>\n<p data-p-id=\"f0b0262af658aa53da0225962e229145\">\u201eDen Steinen wird schon nichts geschehen&#8221;, tr\u00f6stete L\u00e1as. \u201eSie wollen sie ja nicht sieden wie Gem\u00fcse in einer Suppe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"860af1da811c52338911a05e1f389991\">\u201eMit etwas Gl\u00fcck&#8221;, sagte Asga\u00fd von Spagor mit Blick in den zum Topf zweckentfremdeten Helm, \u201ebleiben die Steine heil. Sobald das Gold weich und fl\u00fcssig ist, tragen wir es auf die Axt auf.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8ad941655a12020be551963e04ae7453\">\u201eWas f\u00fcr ein Wahnsinn&#8221;, z\u00fcrnte Altabete. \u201eWas f\u00fcr ein Ungl\u00fcck, dass durch diese verfluchte dunkle Magie das hier geschehen konnte.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"54362270624703cd66ec0bcf9a481a35\">\u201eDas&#8221;, unterbrach der <em>teirand<\/em> ihn, \u201ewird zu kl\u00e4ren sein, sobald wir hier herau\u00dfen sind und Meister Yalomiro uns Rede und Antwort steht. Ich glaube nach wie vor nicht, dass all das vors\u00e4tzlich sein Werk war.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ffa7634229823fa7a67a5b327bd066e4\">\u201eWelchen Unterschied macht es? Es hat Euch gezwungen, Eure Krone zu opfern!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"340919439cd2eb494bb2f5900e6b1b46\">\u201eNun&#8221;, entgegnete Asga\u00fd von Spagor ernst, \u201eich vertraue auf meine <em>yarlay<\/em> und die meiner <em>h\u00fdardora<\/em>, dass das unter uns bleibt. Wenn wir hier heraus kommen, dann wird der Vertrauensw\u00fcrdigste von Euch sich auf den Weg nach Aur\u00f3p\u00e9a machen, um Kopien unserer Kronen fertigen zu lassen. Bis dahin werden wir uns wohl behelfen k\u00f6nnen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ea27a984db196ba3aede698113e69a25\">Sie lauschten auf das Knistern der Flammen. Nach und nach zerflossen die herrschaftlichen Insignien der <em>teirandon<\/em> Wijdlant und Spagor zu einem gl\u00e4nzenden See.<\/p>\n<p data-p-id=\"cbda5d63f88955cedbf38f2923aa80e1\">J\u00e1ndris entfernte sich, um aus den Vorratsr\u00e4umen mehr \u00d6l zu holen und kehrte mit einer langen Gabel zur\u00fcck, mit der sich Dinge aus tiefen Kr\u00fcgen entnehmen lie\u00dfen.<\/p>\n<p data-p-id=\"6979ed749ad4a199aae2d716da8d6b04\">\u201eVielleicht k\u00f6nnen wir damit die Steine herausfischen&#8221;, sagte er auf die fragenden Blicke. Und leise f\u00fcgte er hinzu: \u201eDann ist T\u00edjnje abgelenkt und beruhigt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8c5324266e42745cdb826781e66ae570\">\u201eVersuch es, Junge&#8221;, nickte Asga\u00fd von Spagor ihm zu, ber\u00fchrt dar\u00fcber, dass J\u00e1ndris so umsichtig an das Kind dachte. \u201eAber verbrenn dir nicht die Finger.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6aae6a154efa2036bf991efdb54f93c2\">\u201eEs ist so still oben&#8221;, sagte L\u00e1as und blickte in die d\u00fcstere H\u00f6he des Turmes. \u201eMan h\u00f6rt Herrn Wa\u00fdreth gar nicht mehr h\u00e4mmern und klopfen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"09de36ba999fae6ba103103c4a1aede9\">\u201eSicher hat er genug damit zu tun, die Kinder zu beruhigen. Vielleicht redet er ihnen gut zu. Viel ausrichten konnte er dort oben ohnehin nicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a87e9b39573c49b88d1637914ba452cb\">\u201eEuer Sohn&#8221;, sagte die <em>teiranda<\/em> und blickte zu dem alten Ritter hin\u00fcber, \u201eist ebenfalls dort oben. Macht ihr Euch denn keine Gedanken um ihn?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8a4279f323c28552e0990a3d11e38be0\">\u201eIch habe Wert darauf gelegt, dass Osse sich um sich selbst k\u00fcmmert&#8221;, sagte Alsg\u00f6r Emberbey knapp. \u201eEr wird Althopian nicht im Weg stehen und der <em>teirandanja<\/em> gegen\u00fcber brav Abstand halten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6e06339ab5f31c3bcb4bb9502fadcb56\">\u201eWie k\u00f6nnt Ihr so hartherzig sein, Herr Alsg\u00f6r?&#8221;, fragte sie leise. \u201eEuer Erstgeborener ist in ebensolcher Gefahr und schlimmer Lage wie unsere Tochter. Und in meinem Herzen ist blanker Aufruhr.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"595af4b37e21c728e5b1836c4dc66e00\">Alsg\u00f6r Emberbey antwortete ihr mit einem undurchschaubaren Blick, ein wenig ver\u00e4rgert, ein wenig verletzt und gr\u00f6\u00dftenteils ohne erkennbare Gef\u00fchlsregung. Dann wandte er sich ab und ging dorthin, wo noch mehr Treppentr\u00fcmmer lagen, um davon aufzusammeln.<\/p>\n<p data-p-id=\"20e4690dda62127b7ecef657b3a7ed29\">\u201eLass ihn&#8221;, fl\u00fcsterte Asga\u00fd von Spagor seiner <em>h\u00fdardora<\/em> zu. \u201eEr hat mehr Gef\u00fchl f\u00fcr den Jungen \u00fcbrig, als er jemals zugeben wird. Die M\u00e4chte haben es ihm nicht leicht gemacht in seinem Leben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"986ed0a48766430bd3a6e6e5238ee34b\">\u201eIst das eine Entschuldigung?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7c6e852c21b4dcbe8eb5f8783b6d768b\">\u201eNein. Eine Erkl\u00e4rung.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"54dd1864d2d28dabf5f857869ec17451\">\u201eSchau, T\u00edjnje&#8221;, h\u00f6rten sie J\u00e1ndris. \u201eDen hier haben wir schon einmal gerettet. Passt du darauf auf? Gib acht, er ist hei\u00df!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"48908593d3654ba54691df71a2d84939\">Das kleine M\u00e4dchen lachte erfreut und trippelte an den Jungen heran, hielt ihr Sch\u00fcrzchen auf und fing den roten Rubin auf. L\u00e1as, der mit seinem Vater das Feuer bewachte, warf seinem Freund eine anerkennende Geste zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"2b0a8ed7eb5519e27c5551c33e1e5ce0\">\u201eDanken wir den M\u00e4chten, dass die Kinder das hier als Spiel sehen&#8221;, wisperte der <em>teirand<\/em>. \u201eWas h\u00e4tte Emberbey wohl darum gegeben, wenn sein Sohn &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cefa95f7b77fbd1bb7e0cf58aa4e8b84\">Asga\u00fd von Spagor verstummte. K\u00edan\u00e1 von Wijdlant folgte seinem Blick. Emberbey stand unterhalb der Treppentr\u00fcmmer, blickte nach oben und hielt dabei eine Hand vor sich ausgestreckt. Andri\u00e9r Altabete bemerkte das auch und ging zu ihm hin\u00fcber. Auch er schaute irritiert nach oben.<\/p>\n<p data-p-id=\"4d8c394e276b2d3671c489449962cf11\">\u201eL\u00e1as, J\u00e1ndris, T\u00edjnje&#8221;, sagte der <em>teirand<\/em>. \u201eIhr h\u00fctet das Feuer. Grootplen, kommt eben mal mit mir.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"41a9583b2021ea834b5960ca63c22eb6\">K\u00edan\u00e1 von Wijdlant wollte sich anschlie\u00dfen, aber er bedeutete ihr, zu warten und ging dann selbst nachschauen. Grootplen bemerkte es, sobald er n\u00e4her kam. Er fluchte und zog sich seine Kapuze \u00fcber, um seine Glatze zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"e952d9f74d442ce1cf8936915052b5c4\">\u201eWa\u00fdreth!&#8221;, rief Andri\u00e9r Altabete nach oben. \u201eWas ist da oben los? Wo kommt der Sand her?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"293ebe824dfebaec3fdddf8a62ccda95\">\u201eSand?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c9ee44bc60abd4f0788a2fb52909856a\">\u201eSchaut&#8221;, sagte Emberbey und pr\u00e4sentierte den anderen den Sandhaufen, der sich in seiner Handfl\u00e4che angesammelt hatte, innerhalb der wenigen Augenblicke, die er dort gestanden hatte. \u201eEs regnet Sand. Ganz feinen Sand.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3cc09aa994ddd8dbccf428d5e0037eba\">\u201eWas bei den M\u00e4chten soll das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fdf31344b0e64f986a3959d525168b9d\">\u201eBeunruhigt Euch nicht, Majest\u00e4t. Vielleicht fegen die Kinder den Schutt beiseite, den Althopian von der Decke schl\u00e4gt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8558c4059b6a13decb5580fce7522197\">\u201eNein. Das ist kein Schuttstaub! So pulvrig und warm. Feiner als der Seesand am Meer. &#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"744e5ec73201c4ed9abcfc55f175fce2\">Die M\u00e4nner wandten sich der Frau und den drei Kindern zu, die um den Ofen standen und fragend zu ihnen hin\u00fcberschauten.<\/p>\n<p data-p-id=\"8289e1c5caebec85542852ce851ba427\">\u201eGanz sch\u00f6n staubig, hier dr\u00fcben&#8221;, scherzte Asga\u00fd von Spagor und warf hilfeheischende Blicke hin\u00fcber.<\/p>\n<p data-p-id=\"0112030d1d7aeb09989c1292f102e012\">\u201eAlthopian!&#8221;, rief nun auch Emberbey. \u201eWas passiert da oben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ba32527bf1b53c08482a7a2e2444861a\">Keine Antwort. Mehr noch: Emberbeys eigene Stimme, deren Schall sich eigentlich in dem leeren Turm h\u00e4tte hallend emporschwingen m\u00fcssen, kam nicht weit. Sie wurde nicht voller und lauter, klang dumpf, als st\u00fcnde er mitten in einer niedrigen Holzh\u00fctte. Offenbar war die Verbindung zu dem Mann und den Kindern oben im Turm nicht allein durch die Treppe gekappt.<\/p>\n<p data-p-id=\"e7a2b06eb1c6575d7a4ceed0766fb16d\">Und dann lie\u00df ein weiteres Beben den Turm schwanken, und eine gro\u00dfe Ladung Sand prasselte auf die M\u00e4nner nieder, als sch\u00fctte sie jemand von oben mit einem Eimer herab. Der Turm \u00e4chzte und knirschte, und der Sandregen weitete sich aus, auf die anderen zu, als z\u00f6ge eine Wolke \u00fcber sie hinweg, aus der Hagel niederregnete.<\/p>\n<p data-p-id=\"3a6971e2c61e3e9f7dabc5936ac45a8e\">Geistesgegenw\u00e4rtig st\u00fcrzten die Ritter heran. Wer einen Umhang oder einen Mantel trug, beeilte sich, die Kinder darunter abzuschirmen. K\u00edan\u00e1 von Wijdlant neigte sich geistesgegenw\u00e4rtig \u00fcber die aus dem Helm aufsteigende Hitze, bevor allzu viel Sand hineinfallen und das Gold verderben konnte. T\u00edjnje quietschte erschrocken auf und klammerte sich an ihrem jungen Onkel fest. Dann war es vorbei, ebenso schnell, wie es geschehen war. Der Sandregen wurde sachter. Und stetiger. Es prasselte nicht mehr mit Wucht. Es <em>rieselte<\/em>. Asga\u00fd von Spagor sch\u00fctzte seine Augen mit der Hand und schaute hinauf.<\/p>\n<p data-p-id=\"3fb5a549839e1953fcba354ff4204f6c\">\u201eDer Sand&#8221;, sagte er dann, so ruhig wie er es fertigbrachte, \u201escheint mir durch die Bodenbretter dort oben zu rinnen, wie durch ein Sieb hindurch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"660eef14a8fe0c34b365fe0e682cad8c\">\u201eWie soll denn so viel Sand in das Turmgemach gekommen sein?&#8221;, fragte Altabete. \u201eDas ist doch l\u00e4cherlich!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"23fe4e53e5c9b4758d4f0ebe9fd36b2e\">\u201eIch kann nicht mehr sagen, als ich sehe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5415a6f908c3f2d3c5dd455708814206\">\u201eBei den M\u00e4chten&#8221;, wisperte die <em>teiranda<\/em>, die Haut ger\u00f6tet von dem Hitzeschwall. Emberbey reichte ihr das eine Ende seines noch vom Regen nassen Mantels, sodass sie sich k\u00fchlen konnte. \u201eDie Kinder!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1568d4463dc1d1053efba52454ebe6dd\">\u201eLauft, Jungs&#8221;, forderte Grootplen. \u201eIn den Keller. Bringt irgendwas Gro\u00dfes mit. Reiterschilde, wenn ihr welche findet. Dem Feuer darf nichts passieren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5b32c146e94a771a11d96dadb6502b63\">\u201eUnd du, K\u00edan\u00e1, nimm T\u00edjnje. Geht in die Lagerr\u00e4ume und bleibt da, bis wir mit der Axt und der T\u00fcr fertig sind.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"05b83cffee2cabde5f13e7ed3ad0b6bb\">\u201eAber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1c6039e4cba0b7948b3196c08600930c\">Er lie\u00df die Ritter stehen und nahm die Frau beiseite, w\u00e4hrend Altabete mit Emberbey den Mantel als Schutzdach hielt. \u201eWenn uns hier der Turm einbricht und alles unter dem Sand versch\u00fcttet&#8221;, wisperte er, \u201edann habt ihr da drinnen Nahrung und Zeit. Selbst wenn uns noch niemand vermisst, wird es doch wohl Aufsehen erregen, wenn auf einmal Sand aus allen Ritzen quillt und den Hof erreicht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4cb616dc355cf2bd81a15227ab0076c5\">\u201eJa&#8221;, wisperte sie unwillig zur\u00fcck. \u201eWir sind da sicher, bis der Sand den Boden eindr\u00fcckt und das Verlies und den Keller flutet. In der Falle sind wir da.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"25425da5683718b7ea53b6d0bb87ad59\">\u201eSoweit wird es nicht kommen! Das Gold ist fast fl\u00fcssig. Wir tunken die Axt hinein, und dann &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"18029e9960805901307cde6c395b98c8\">Ein weiterer Sandschwall wogte herab. Welch ein Gl\u00fcck, dass sie den Ofen gebaut hatten, anstatt eine offene Feuerstelle zu versuchen. Obwohl &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"c11afb1c76201891ad33274cc19a62e9\">\u201eWir tun genau das Richtige&#8221;, sagte sie entschlossen. \u201eWas immer uns da mit Sand bewirft, es versucht jetzt, das Feuer zu l\u00f6schen. Gebt mir auch einen Schild. Ich will mithelfen, die Flammen zu sch\u00fctzen und die Axt zu vergolden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"384970840e83b2fcdee49fce261dba47\">\u201eAber &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d3cb58f474573f9eff3f140eb78e6f01\">\u201eWarum sollte &#8230; <em>es<\/em> versuchen, es zu vereiteln, wenn es ohnehin m\u00fc\u00dfig w\u00e4re?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c9c4a7402d0858e5ba9ca39750c6615b\">Das klang \u00fcberzeugend. Er nickte und trat einen Schritt beiseite, nur um festzustellen, das T\u00edjnje eingesch\u00fcchtert ganz dicht hinter seiner <em>h\u00fdardora<\/em> gestanden und alles mitgeh\u00f6rt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"925a1954e62f87af0a44f0769842df8a\">\u201eIch bleib auch hier&#8221;, sagte die <em>yarlandora<\/em>, leise vor Angst, aber fest im Willen. \u201eIch muss doch auf die Steine aufpassen, damit Ihr die sch\u00f6nen Kronen wieder zur\u00fcckbekommt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b38001a8bb24f1dae013627b7cfbb88d\">\u201eT\u00edjnje &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b410c2b858b7cde462f0bc3b23e1e1a1\">\u201eDas Gold ist doch egal&#8221;, beharrte die Kleine. \u201eDas kann man ersetzen. Aber die Steine, die gibt es nur einmal. Die m\u00fcssen zur\u00fcck in die Kronen, damit alles wieder gut wird. Ich darf nichts mit Feuer oder scharfen Dingen machen, sonst schimpft Mama mit mir. Aber Steine kann ich h\u00fcten. Ich will mitmachen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dad77fdeb0d58ff6ffd69b139c1c0b8b\">Die <em>teiranday<\/em> wechselten stumme Blicke miteinander. Dann nickte die <em>teiranda<\/em> und griff nach der Gabel, die J\u00e1ndris zur\u00fcckgelassen hatte, als er zur\u00fcck ins Verlies geeilt war. \u201eKomm, Tijnje. Das ist eine Aufgabe f\u00fcr uns beide. Ich habe schon so lange nicht mehr an einem Kochtopf gestanden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"b1162172604750d7181cd7cab6a48079\">Sah\u00e1al\u00edr klopfte an die Wand der S\u00e4nfte, das Zeichen f\u00fcr den Begleiter, der die Maultiere f\u00fchrten, stehen zu bleiben und abzuwarten.<\/p>\n<p data-p-id=\"5d587af16202db920e6f5eabf3956e28\">\u201eWarum halten wir?&#8221;, fragte die <em>sinora<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"2c2a3db143e6427cfc6a50737f924240\">\u201eWaren die zwei Reiter, die uns gerade entgegenkamen, nicht die beiden Knechte von \u00daldaise?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"73f64205b4e41a315fc657cbcfd82a34\">Sie reckte den Kopf und stemmte sich etwas nach oben, soweit sie es mit ihren schmerzenden Knochen konnte, und schob den Schleier beiseite, der unter der so seltsam dr\u00fcckend gewordenen Hitze etwas Schatten spendete.<\/p>\n<p data-p-id=\"4eb43aa790ee48246ae8382a17a70472\">\u201eM\u00f6glich&#8221;, sagte sie. \u201eIch habe die beiden noch nie beritten gesehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"719e01e06bb7318fda48ffe50ccad723\">\u201eUmkehren&#8221;, wies der alte <em>sinor<\/em> die Begleiter an. \u201eIch will mit den beiden da sprechen. Du, sei so gut und reite voran, halt sie auf!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"371fb553ec83af06bd7ca52957989589\">Der junge <em>maedlor<\/em>, ein Diener des <em>konsej<\/em>, den sie drau\u00dfen vor dem Palast angetroffen und der offenbar gerade nichts zu tun gehabt hatte, wendete sein eigenes Pferd und trabte den beiden M\u00e4nnern nach, die es z\u00fcgig nach Aur\u00f3p\u00e9a zu ziehen schien. Der junge Mann hatte keinen Hehl daraus gemacht, dass er sich besseres vorstellen konnte, als die beiden <em>sinoray<\/em> auf eine Landpartie zu begleiten, insbesondere angesichts des aufziehenden Wetters im Norden. Die Aussicht, dass sie es sich anders \u00fcberlegt haben k\u00f6nnten und nun wieder auf halber Strecke zur\u00fcckkehren wollten, schien ihn zu befl\u00fcgeln.<\/p>\n<p data-p-id=\"daf3bf4d897d66f4df3fd84626e4e95f\">\u201eSelbst wenn sie es sind&#8221;, fragte die <em>sinora<\/em>, \u201ewas willst du mit ihnen, Sah\u00e1al\u00edr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"645bde9d6cdf186ff198582d9dc48922\">\u201eIch will wissen, wo sie herkommen. Und wann und wo sie ihren Herren zuletzt gesehen haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"729503ee0f25de45ead77b75d489587d\">Der <em>maedlor<\/em> hatte der beiden M\u00e4nner eingeholt und diskutierte noch mit ihnen, als der wortkarge S\u00e4nftenbegleiter die beiden <em>sinoray<\/em> herangef\u00fchrt hatte. Es handelte sich tats\u00e4chlich um die beiden groben Burschen, deren Hilfe sich \u00daldaise bediente, wenn es Sachen zu tun galt, die ihm selbst nicht mehr m\u00f6glich waren. Die zwei M\u00e4nner wirkten merkw\u00fcrdig verst\u00f6rt, besannen sich aber der Sitte, als sie den Stadt\u00e4ltesten sahen und stiegen von ihren Pferden ab. Es geh\u00f6rte sich nicht, von Mitgliedern des <em>konsej <\/em>erh\u00f6ht zu sitzen.<\/p>\n<p data-p-id=\"b5653dcfee634504c2278327c507f3dc\">\u201eSeid gegr\u00fc\u00dft&#8221;, begann der alte Mann freundlich das Gespr\u00e4ch. \u201eDachte ich mir doch, dass ich euch brave Kerle erkannt habe. Was treibt ihr denn so eilig hier auf der Stra\u00dfe?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"444496dfa7b45e294208a32d8ce5ff53\">\u201eNa ja&#8221;, sagte der eine und knetete nerv\u00f6s seine Kappe in den H\u00e4nden. \u201eDie Pferde wollen wir schnell zur\u00fcckbringen, bevor es zu teuer wird.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"deaea77e2046a33ec4558eceb6f58256\">\u201eGenau&#8221;, versuchte der andere, das Gespr\u00e4ch abzulenken. \u201eSollte der <em>konsej<\/em> mal einen Blick drauf werfen, auf die Wucherpreise von den Mietst\u00e4llen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"033af5feeb0d74a09cebc7ccbd53850f\">\u201eVerehrteste&#8221;, wandte Sah\u00e1al\u00edr sich an die Dame und zwinkerte, als sei ihm Sand ins Auge geraten. \u201eNotierst du dir das bitte f\u00fcr die morgige Versammlung? Du wei\u00dft, mein Ged\u00e4chtnis &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"96f07b1517ce6d6a2d7ea740428976ef\">\u201eSicher&#8221;, ging sie darauf ein, z\u00fcckte ihre in Horn gefasste Wachstafel und malte mit wichtiger Miene und einem Goldgriffel ein H\u00e4uschen mit einem Baum daneben.<\/p>\n<p data-p-id=\"0efd95dfc17f1afeb9429e8c3780fb12\">\u201eAu\u00dferdem&#8221;, f\u00fcgte der Knecht hinzu, \u201eseht mal, was sich da zusammenbraut! Will nicht hier drau\u00dfen sein, wenn die W\u00fcste wegschwemmt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"189fc698a8779d732793710dd934aef6\">Sah\u00e1al\u00edr schaute zum Himmel auf. Tats\u00e4chlich hatten sich die Wolken zwischenzeitlich so zusammengeballt, dass sie das Licht von Patagh\u00edus Glanz merkw\u00fcrdig d\u00e4mpften. Seltsam sah das aus, so als z\u00f6gen sich die Wolkenschleier, die es vom Norden \u00fcber den Montaz\u00edel geschafft hatten und eigentlich verdunsten h\u00e4tten m\u00fcssen, je w\u00e4rmer es wurde, Welle um Welle zusammen und t\u00fcrmten sich auf, als hielte ein unsichtbares Hindernis sie auf. Wie ein Staudamm, kam es dem alten Mann in den Sinn.<\/p>\n<p data-p-id=\"fdd28a89aca1f57678fe31878573c219\">\u201eDas ist wohl wahr&#8221;, sagte er. \u201eHabt ihr Euren Herrn zum Ciel\u00e1stel begleitet? Wie ich h\u00f6rte, hat er heute die gro\u00dfe Ehre, vor den Magiern zu sprechen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"72322a31cadd2d2e64c89ebca302e82d\">\u201eNee.&#8221; Der, der etwas einf\u00e4ltiger zu sein schien, sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eHaben nur &#8216;nen Botengang gemacht. Beim Ciel\u00e1stel isser nicht, der <em>sinor<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"112a6483721840019ebd819077abff05\">\u201eWoher wisst ihr das?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8d4cc4042b7cf85358f5f00bda28fe6e\">\u201eNa ja, wir h\u00e4tten ihm unterwegs begegnen m\u00fcssen. Da kommen wir doch gerade her.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0643db5a2688b232fcfaca051eaada78\">\u201eAch?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6b393339d08872dcaf880b8c4443eab7\">Der Schlauere rempelte seinen Kameraden \u00e4rgerlich und vermeintlich unauff\u00e4llig an.<\/p>\n<p data-p-id=\"d86ec1a2702fe294bdac311d40d209bf\">\u201eBotengang?&#8221;, fragte die <em>sinora<\/em>. \u201eDaher das Maultier mit den K\u00f6rben. Darf man fragen, was darinnen ist?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"834025ba13b3caaa5a6dde24d060aa59\">\u201eNichts&#8221;, behauptete der Schlauere und wurde knallrot im Gesicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"677f0e6628a1732f3bb5c29658691c82\">\u201eSchau nach&#8221;, gebot Sah\u00e1al\u00edr dem <em>maedlor<\/em>. Die Befugnis dazu hatte er, und da die beiden zwar entsetzt dreinschauten, aber nicht einen Deut machten, es zu vereiteln, entsprach es wohl der Wahrheit. Der <em>maedlor<\/em> schaute hinein und zuckte die Schultern.<\/p>\n<p data-p-id=\"5e7e5e65fd3423d5d6f1be6181ebb0f8\">\u201eDann habt ihr etwas zum Ciel\u00e1stel hingebracht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cb71728fcc2b8cc399b84ae4c15ea594\">\u201eNein, wir &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fe03541b8e3128541d5fb193fa590ada\">\u201eEtwas abgeholt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3cd7dc194144f47f7e1468085c848bbd\">\u201e\u00c4h &#8230; ja. Abgeholt und abgeliefert. Wir haben unseren Auftrag gut erledigt. Und jetzt &#8230; jetzt haben wir f\u00fcr heute frei. Nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"404ac048a14c3b250037379cb30e929c\">Der andere nickte eifrig. \u201eJa, wir haben alles erledigt, und jetzt m\u00fcssen wir ganz schnell in die Stadt, bevor der Sturm losbricht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ec37f1b4436a0d1d1b681d42fcdac41f\">\u201eOder bevor \u00daldaise euch noch einmal aufh\u00e4lt und etwas anderes auftr\u00e4gt, nicht wahr?&#8221;, fragte Sah\u00e1al\u00edr leutselig.<\/p>\n<p data-p-id=\"71d5c174dd865df083f790f48abf596f\">\u201eJa. Ganz genau.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3c914df9748b4cd09def3ed008f9726a\">\u201eNicht, dass ich neugierig w\u00e4re. Aber was k\u00f6nntet ihr bei den Regenbogenrittern, die ihre Gesch\u00e4fte nicht mit Menschen teilen, abgeholt und auf halbem R\u00fcckweg abgeliefert haben?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f5c4e35486a327ae6c82d915ddfcd41d\">\u201eDas ist ein Geheimnis&#8221;, wehrte der eine in seiner Not ab. Dazu, sich listig herauszureden, reichte seine Phantasie nicht aus.<\/p>\n<p data-p-id=\"cad1b1ac6e0f7b6874c32a3179716e42\">\u201eIch bin der oberste <em>sinor<\/em>. Vor mir darf es keine Geheimnisse geben, und wer doch welche hat, der macht sich verd\u00e4chtig.&#8221; Sah\u00e1al\u00edr setzte eine gestrenge Miene auf, was die beiden zu beeindrucken schien. Die <em>sinora<\/em> verbarg ihr Gesicht hinter dem Schleier ihres Kopfputzes, denn sie hatte M\u00fche, ihr Kichern zu unterdr\u00fccken.<\/p>\n<p data-p-id=\"d092c9509083b92c04ed6d8b5e85d03b\">\u201eAlso, was planen die Regenbogenritter mit \u00daldaise gegen die Stadt?&#8221;, donnerte Sah\u00e1al\u00edr, so unerwartet, dass die beiden armen Kerle zusammenzuckten und sogar der <em>maedlor<\/em> erstaunte Augen machte. So gebieterisch kannte niemand den alten gebrechlichen Mann!<\/p>\n<p data-p-id=\"b5d66bb62bc757e54a3a06043c948a1a\">\u201eWir &#8230; die Regenbogenritter haben gar nix damit zu schaffen&#8221;, rief der D\u00fcmmere in Angst. Da &#8230; f\u00fcr die Alte haben wir was weggebracht!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aa06410d59da2d4b9a226adef09d0901\">\u201eWelche Alte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3c712cfb5b8c17d643939d1b75e499dd\">\u201eNa, f\u00fcr das Liebchen von \u00daldaise&#8221;, rutschte es dem einen heraus.<\/p>\n<p data-p-id=\"d26c3b5550f0c174301830948e438b55\">\u201eWie bitte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"72116478eaeab0d85e8527be0a30fbc3\">\u201eOder f\u00fcr seine Schwester oder so was! Da ist eine alte Frau bei den Buntkerlen, und die hatte &#8230; also, f\u00fcr die haben wir was weggeschafft.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"02a4e725e9ab530c12b447f8327ecb78\">\u201eSo? Noch mehr B\u00fccher, wie neulich?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6e751d77d7868f5320809ff8e49af615\">\u201eNein. Die B\u00fccher, die waren doch ganz woanders.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"24604fa26d557ab43ab65a935b927491\">\u201eJa, die hatte doch jemand an der Stra\u00dfe zu den G\u00e4rten abgestellt. Fein verpackt in K\u00f6rbe und Kisten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4d6fd910c9c685441e452088d099cd23\">\u201eWie? Die habt ihr nicht aus \u00daldaises rattenverseuchtem Mietshauskeller geholt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"29f5bb3d1f828dea7f6c4a9c931a0d94\">\u201eWas f\u00fcr&#8217;n Mietshauskeller?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"493462c9f2405499a9658153c3c9eb9c\">\u201eIhr zwei&#8221;, mischte sich die <em>sinora<\/em> beil\u00e4ufig ein, \u201edas ist auch so eine Sache, die ich mich immer gefragt habe, all die Zeit. Wo wohnt \u00daldaise eigentlich, wenn er in der Stadt ist? Er hat das immer so vage gelassen, dass wir annahmen, es sei ein Geheimnis.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"001fb622caad7c327514b1ab01be3feb\">Nun waren die beiden ganz offenkundig verbl\u00fcfft. Fragend glotzten sie einander an.<\/p>\n<p data-p-id=\"5ad945c4f160ccd18810b5220dc175fc\">\u201e<em>Sinora<\/em>&#8220;, sagte der schlauere schlie\u00dflich, \u201edas ist echt eine verdammt schlaue Frage.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a379e66b0856f4f8d62a3d3f6bf429a4\">Sie hob erstaunt die Brauen. Sah\u00e1al\u00edr stutzte. \u201eWo wohnt <em>ihr beiden<\/em>?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"52668b5abe21e865f55c802cb735e7b8\">\u201eNaja. Wo immer ein Zimmer frei ist. Wir brauchen ja nur eines zum Schlafen, wenn wir nichts zu tun haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aedc2104c4047c7fb62d1146357d19cb\">\u201eDann verstehe ich das richtig? Ihr seid gar nicht \u00daldaises Gesinde?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3c799f1ff12d8a9325078aad1c8b581b\">\u201eNein Herr. Wir sind freie Tagediener.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dba07de508158ce3e08af545a9a25e3d\">\u201eEigentlich sind wir seine <em>pers\u00f6nlichen<\/em> Tagediener&#8221;, dachte der andere laut nach. \u201eIch hab seit ein paar Sommern gar nicht mehr f\u00fcr wen anderen gearbeitet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fed6139bc43ce4fe15b82c2e07a62d06\">\u201eEs ist sehr interessant, was man so \u00fcber die engsten Rangesgleichen erf\u00e4hrt, wenn man einander zuf\u00e4llig auf der Stra\u00dfe begegnet&#8221;, sagte Sah\u00e1al\u00edr. \u201eDa scheint unser guter \u00daldaise uns die ganze Zeit etwas vorget\u00e4uscht zu haben. Wer h\u00e4tte gedacht, dass er obdachlos ist, ein Fahrender.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"32357037be5573b61027ff437f7b1b56\">\u201eHerr&#8221;, meldete sich der Einf\u00e4ltige eifrig, \u201evielleicht wohnt er ja im Ciel\u00e1stel bei der alten Frau. W\u00e4re doch m\u00f6glich, nicht wahr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"77891342c229cdd1ca0a888c4f9359fb\">Der <em>sinor<\/em> dachte kurz dar\u00fcber nach. Dann nickte er den beiden zu. \u201eDas&#8221;, sagte er, \u201efinden wir heraus. Genie\u00dft eure freie Zeit, ihr beiden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"38e4ec8665596b00495ec11d62ae6232\">Sie schauten ihm verbl\u00fcfft an, verneigten sich dann \u00fcbertrieben tief und ehrerbietig und kletterten in Windeseile wieder in die S\u00e4ttel.<\/p>\n<p data-p-id=\"52e993f26156eac40d11ef960633e78f\">\u201eIch frage mich nur&#8221;, f\u00fcgte Sah\u00e1al\u00edr nachdenklich hinzu, \u201ewas ihr denn nun aus dem Ciel\u00e1stel wohin gebracht habt und wo es jetzt ist. Wenn ihr mir das jetzt sagt, werde ich mir keine M\u00fche machen, euch in euren Herbergen aufsp\u00fcren zu lassen. Ich bin mir sicher, dass jeder Gastwirt in Aur\u00f3p\u00e9a mich zu euch f\u00fchren kann. Sicher seid ihr stadtbekannt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"73176306a54ad6b01d9990adbc47bdcc\">Die beiden h\u00e4tten ihre Pferde antreiben und das Maultier einfach zur\u00fccklassen k\u00f6nnen. Aber &#8230; sie taten es nicht. Stattdessen schienen sie einen Moment ernsthaft nachzudenken.<\/p>\n<p data-p-id=\"c95cc3d629d4bc9b6acd966a2864c854\">\u201eWir haben ein kleines M\u00e4dchen, \u00e4h &#8230; begleitet. In den Garten des <em>sinor<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f355d4b2a52d3e219d0a3e64a2ae2f4e\">\u201eOh!&#8221;, machte die <em>sinora<\/em>. \u201eWas f\u00fcr ein Kind? Was soll das arme Ding denn in dem abgebrannten Garten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eb453a8c7a3faa61286212163a95a90f\">\u201eWas hat \u00daldaise mit einem Kind zu tun?&#8221;, fragte der <em>sinor<\/em> ebenso aufgebracht wie verwirrt. \u201eIhr habt ein Kind allein auf dem verbrannten H\u00fcgel zur\u00fcckgelassen?&#8221; Er wandte sich an den <em>maedlor<\/em> und befahl: \u201eSchnell. Reite hin und such das Kind! Unverantwortlich! Bring sie in die Stadt, bevor der Regensturm kommt!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c93ec2e4164aaec6554266c46fe4f222\">\u201eZu sp\u00e4t, Herr!&#8221;, warf der Schlauere ein. \u201eIst schon nicht mehr da, das Kind.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aa740b0c72243d42b56ed2b918f54e0d\">\u201eWie bitte?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4d83549be24203b443008136335da29a\">\u201eNa, er hat sie doch abgeholt&#8221;, sagte der Knecht, und sein Gesicht erhellte sich dabei, als sei ihm eine unfassbar kluge Idee gekommen.<\/p>\n<p data-p-id=\"59afdf9ee01aa847c1428bdf7e79c68c\">\u201eWer? \u00daldaise?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"929c1d6468627e2ec6e50601b05b2318\">\u201eNein! Das Rotzbal&#8230; der Junge. Der Sohn des Anf\u00fchrers der Buntkerle! Der uns mit dem Kuchen vergiften wollte, der Bengel.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1861d1b1b4b6bbd4890ecb54b2a0b708\">\u201eMit &#8216;nem Einhorn&#8221;, setzte der andere, zum sichtbaren Unmut seines Begleiters hinzu. \u201eAb in die W\u00fcste sind die beiden. Wollten zur Richtst\u00e4tte. Keine Ahnung, warum.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"477f91c5d8a5a56ecfe47b70b67904f3\">\u201eDie Richtst\u00e4tte&#8221;, wisperte die <em>sinora<\/em> erschrocken \u201eDer <em>b\u00e1chorkor<\/em>!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8c4cd04d098e2834df49aeddf753abb5\">Sah\u00e1al\u00edr sank in seinem Sitz zusammen. Das war zu viel Information auf einmal f\u00fcr seinen alten Verstand.<\/p>\n<p data-p-id=\"ebe57922a261843d8bea8090cec64fd3\">\u201eGeht&#8221;, sagte er finster. \u201eGeht. Und fleht zu den M\u00e4chten, dass \u00daldaise f\u00fcr all das eine wirklich gute Erkl\u00e4rung hat.&#8221;<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2612","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2612","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2612"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2612\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3722,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2612\/revisions\/3722"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2612"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2612"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2612"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}