{"id":2610,"date":"2025-08-25T13:18:35","date_gmt":"2025-08-25T11:18:35","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2610"},"modified":"2025-08-31T23:12:51","modified_gmt":"2025-08-31T21:12:51","slug":"097-nur-ein-schlag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/097-nur-ein-schlag\/","title":{"rendered":"097: Nur ein Schlag"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"b43cbed3a2ae59ea3a399ee4112eeb3e\">Althopian h\u00f6rte, wie die anderen unten im Turm redeten, herum r\u00e4umten, in einer so beherrschten Unruhe zu seien schienen, dass er annahm, sie wollten einander nicht \u00e4ngstigen. M\u00f6glicherweise war die kleine T\u00edjnje bei ihnen, die all das, was um sie herum vorging, sicher nicht zu deuten wusste. Der Ritter hielt inne. Der Regen str\u00f6mte durch das Loch im Dach auf ihn nieder, dieses Loch, durch das er den Sohn seines besten Freundes hatte unbedacht entwischen lassen. Was immer der Junge sich dabei gedacht haben mochte, es zeugte von ebenso gr\u00f6\u00dfer Tapferkeit wie Naivit\u00e4t. Nun waren <em>beide <\/em>Knaben hinter dieser gr\u00e4sslichen T\u00fcr, er konnte ihre Rufe h\u00f6ren, aber sie waren sonderbar weit weg. Sie wirkten so klein und verloren, so als seien die Kinder pl\u00f6tzlich winzig klein oder allein in einer weiten Leere. Und die <em>teirandanja<\/em> &#8230; nun, die war den beiden wohl unfreiwillig nachgefolgt.<\/p>\n<p data-p-id=\"0d08d537667dd576e9a9a01488121be7\">Wie, bei den M\u00e4chten sollte er das den <em>teiranday<\/em> erkl\u00e4ren? Was, wenn von Manj\u00e9v von Wijdlant und Spagor in dieser Welt nicht mehr zur\u00fcckbliebe als der feine Schuh und der aufw\u00e4ndig bestickte Stofffetzen, den er aus ihrem Rock gerissen hatte bevor das &#8230; ja, <em>was<\/em> eigentlich? &#8230; auch das kleine M\u00e4dchen mit sich gerissen hatte. Kurz nachdem er es die zerbrochene Treppe hinauf in vermeintliche Sicherheit gebracht hatte. Was immer es war, es war darauf aus, ihn zu <em>verh\u00f6hnen<\/em>.<\/p>\n<p data-p-id=\"2221b4cdce11875a77f48479749bad88\">Wa\u00fdreth Althopian horchte nach unten und auf das zarte Wispern hinter der T\u00fcr, das sich ab und an in das unerbittliche Sandgeriesel zu mischen schien. Der Sand &#8230; wo kam all der Sand her? F\u00fcllte er auf irgendeine magische Weise die Kammer, um ungebetene Eindringlinge zu ersticken, die dort nichts zu suchen hatten? Althopian wischte sich die klebrige Schmiere aus Staub, Sand, Regen und Tr\u00e4nen aus dem Gesicht. Nein, das konnte nicht sein. W\u00e4re es bereits so weit gekommen, dann h\u00e4tte die Kammer schon zur G\u00e4nze gef\u00fcllt sein m\u00fcssen und die Last des Sandes die T\u00fcr eingedr\u00fcckt. <em>Entstand<\/em> der Sand erst in der T\u00fcr? Handelte es sich \u00fcber eine geheime Schwelle, die seine Seite der T\u00fcr mit dem verband, was auch immer in der Turmkammer dieses verfluchten Rotgewandeten versiegelt h\u00e4tte sein sollen?<\/p>\n<p data-p-id=\"7fb6e3387ada88936febd479bb1add89\">Und was ging dort unten vor sich? Welcher Umstand hatte dazu gef\u00fchrt, dass sie alle, die <em>yarlay<\/em>, die <em>teiranda<\/em> und die drei verbliebenen Kinder, alle zugleich in diesem Turm festsa\u00dfen? Denn dass das der Fall war, stand au\u00dfer Frage. L\u00e4ngst h\u00e4tten sie ansonsten versucht, das Geb\u00e4ude zu verlassen, anstatt dort unten nun auch noch ein Holzfeuer anzuz\u00fcnden. Den Rauch konnte Althopian riechen, er zog den Turm hinauf. Er war staubiger, muffiger Rauch, der die Luft mit einem subtilen, kaum wahrnehmbaren und doch ziemlich ekligen Aroma schw\u00e4ngerte.<\/p>\n<p data-p-id=\"b34ed8266a4300de1aab51e448c312ff\">Der Ritter sch\u00fcttelte das Unbehagen ab und wandte sich wieder seinem Tun zu. Ein St\u00fcck Holz hatte er vor sich, das aus dem Dach gebrochen war. Mit der stumpfen Seite des Mei\u00dfels h\u00e4mmerte er, so behutsam wie m\u00f6glich, auf den goldenen Haarkamm ein, der noch zwischen den Resten der Pfannkuchen gelegen hatte. Das kostbare Schmuckst\u00fcck verformte sich mehr und mehr zu einer unf\u00f6rmigen, d\u00fcnnen Platte. War es ein Erbst\u00fcck gewesen, dass die <em>h\u00fdardora<\/em> von Daap Grootplen ihrer Tochter vermacht hatte? Oder hatte es der Mutter von J\u00f3ndere Mor\u00e9aval geh\u00f6rt? Zerst\u00f6rte er hier gerade ein wertvolles Erinnerungsst\u00fcck, um diese verfluchte T\u00fcr zu besiegen?<\/p>\n<p data-p-id=\"50a5464a7c99e019cea16b49fd46b0aa\">Einen Moment dachte er an all den kostbaren Schmuck, der daheim in seiner Burg verschlossen und versiegelt in einer gro\u00dfen Schatulle lag. Die Familie seiner toten <em>h\u00fdardora<\/em> in Iva\u00e1l war reich. Eines Tages w\u00fcrde all das funkelnde Glitzerzeug, das die Dame von dort mitgebracht hatte, dem M\u00e4dchen zustehen, das sein Herz an Merrit verlieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p data-p-id=\"8aae27df1cb9baab72b2572aa4bfd986\">Vorausgesetzt, er bek\u00e4me diese schreckliche magische Kerkert\u00fcr irgendwie ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p data-p-id=\"4b9786dad222e82e35091e94718e67a9\">Althopian schlug verbissen den sch\u00f6nen kunstvollen Kamm zu einer hauchd\u00fcnnen Schicht. Einen anderen Weg hatte er hier oben nicht, um ohne Feuer Metall zu bearbeiten. Und das Gold brauchte er. Alsg\u00f6rs Sohn hatte recht. Das Dach war eine Falle, denn es verschlang Kinder. Von Anfang an h\u00e4tte er versuchen sollen, die Axt zu vergolden. Vielleicht w\u00e4re das viel einfacher gewesen und h\u00e4tte schneller die Sache beendet, als all der Aufwand und die Kraft, die er mit dem Dach vergeudet hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"b4381d7e144f6239a6e7ba5d6d588563\">Unter der T\u00fcr, dort, wohin die Haarnadel verschwunden war, schwappte Sand hindurch. Ja, das war das richtige Wort. Als habe jemand auf der anderen Seite einen Eimer Wasser ausgesch\u00fcttet, quoll eine neue Ladung Sand hervor, breitete sich aus, wie es festen K\u00f6rnern gar nicht h\u00e4tte m\u00f6glich sein sollen, ergoss sich \u00fcber den Treppenabsatz und st\u00fcrzte dann, wie ein Wasserfall, die Treppe hinab, wobei es sich, zu Althopians Erstaunen, wieder in rieselndes Material verwandelte. Wie eine Welle, die ans Gestade brandete und sich dann wieder zur\u00fcckzog, um von neuem Kraft zu holen.<\/p>\n<p data-p-id=\"09b1346c73ddc720c682fc2ce7a5cd11\">Althopian griff nach der Axt. Er hatte keine Zeit mehr. Das, was er aus dem Kamm hatte herauspr\u00fcgeln k\u00f6nnen, war l\u00e4cherlich, viel zu wenig, um die Schneide der Schlagwaffe zu ummanteln. Aber wenn er es richtig machte, wenn es vielleicht, anders als gedacht, nicht um die <em>Zerst\u00f6rung<\/em> der T\u00fcr ging, sondern um etwas <em>Symbolisches<\/em>, etwas, was seinem n\u00fcchternen Verstand so absurd erschien, dass er es nicht f\u00fcr bedenkenswert erachtet hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"f91b0528032eb3c6553e051302aa89c8\">Wenn es wirklich nur darum ging, mit einer gezielten Aktion etwas Patagh\u00edu Geweihtes einzusetzen, um etwas von Nokt\u00e1ma Gemachtes zu zerst\u00f6ren &#8230;<\/p>\n<p data-p-id=\"a69df903f7a30c77a6c9bc2e2f3805c9\">Eine weitere Sandwelle schwappte unter der T\u00fcr hervor. Unten, viel zu weit unten im Turm h\u00f6rte er die anderen murmeln, hektisch, ged\u00e4mpft. Metall klapperte. Er war versucht, nachzuschauen, bez\u00e4hmte sich aber, denn wahrscheinlich h\u00e4tte er ohnehin kaum etwas erkennen k\u00f6nnen. Schon hier oben reichte seine Laterne gerade eben, um einen warmen, sch\u00f6nen Schimmer auf den deformierten Kamm zu werfen. Der Regensturm drau\u00dfen hatte so dicke d\u00fcstere Wolken vor Patagh\u00edus ohnehin schon dem Abend entgegen sinkenden Glanz geschoben, dass kaum noch etwas zu ihm und schon gar nicht durch das Dach drang. Den anderen unten mochte es kaum besser ergehen, doch wenn er sich recht entsann, hatten sie dort Zugriff zu Fackeln und Lampen.<\/p>\n<p data-p-id=\"f6170d1619ec82da29c3afaef8aa258b\">Althopian wischte sich den z\u00e4hen Staub ab und begann vorsichtig, sehr, sehr vorsichtig und mit einer Behutsamkeit, f\u00fcr die seine kr\u00e4ftigen H\u00e4nde nicht gemacht waren, das laienhaft geschlagene Blattgold auf die Axtschneide zu bringen. Ihm war klar, selbst wenn dies fest genug hielte, w\u00e4re es doch sicher, dass er den \u00dcberzug mit dem ersten Hieb spalten und unbrauchbar machen w\u00fcrde. Er w\u00fcrde nur eine Chance haben, nur einen einzigen Schlag, einen <em>Wimpernschlag<\/em>, zu dem das Gold den Zauber zerschmettern musste. Er durfte es nicht riskieren, die richtige Stelle zu verfehlen. Aber wo sollte er ansetzen?<\/p>\n<p data-p-id=\"80d7d19c29f91cf2bc1da5326eab9167\">Er versuchte, sich zu konzentrieren. Die Schlie\u00dfe, die war es wahrscheinlich, die den Zauber b\u00e4ndigte. Die T\u00fcr hatte kein Schloss und kein Schl\u00fcsselloch, wohl aber eine Klinke, mit der sie sich zu unschuldigeren Zeiten hatte \u00f6ffnen und schlie\u00dfen lassen. Es musste einen Riegel geben, irgendwo <em>innerhalb<\/em> der T\u00fcr.<\/p>\n<p data-p-id=\"48269e4aeaa4530dd062f8ee846b11bd\">Wa\u00fdreth Althopian pr\u00fcfte den Sitz des Bleches. Er hatte es so gebogen, dass es auf der Oberkante der Schneide festsa\u00df, damit es wenigstens bei diesem einen, entscheidenden Hieb nicht fortsprang, und mit ein paar Tropfen Kerzenwachs notd\u00fcrftig fixiert. Er musste versuchen, die Axt so zu f\u00fchren, dass dies der Teil war, der das Holz zuerst traf.<\/p>\n<p data-p-id=\"473b764fab5bee022d23592394e18529\">Der Ritter erhob sich, flehte still um den Beistand der M\u00e4chte \u2013 um Patagh\u00edus Kraft und Nokt\u00e1mas Einsicht, dass es sich bei diesem Frevel um eine Notlage handelte &#8211; hob die Axt und atmete tief ein. Das Lampenlicht flackerte auf der winzigen goldenen Fl\u00e4che auf dem gro\u00dfen Axtblatt. Der heftige Windzug, der peitschende Regen, sie schienen die Flamme seiner Lampe zu erreichen. Wa\u00fdreth Althopian holte aus. Aber noch bevor er zuschlagen konnte, erbebte der Turm, und Sand wehte aus jeder Fuge der T\u00fcr hinaus und schwappte durch das Loch im Dach hinein auf den Treppenabsatz, wie aus einem \u00fcbervollen Eimer. Althopian wurde von der unerwarteten Woge umgeworfen, und der Sand st\u00fcrzte in die Tiefe und versetzte die anderen unten im Turm in Aufregung.<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"12be2a616199e412aaaf6340aa6a39dc\">\u201eIch habe eine <em>camatay&#8217;ra <\/em>gefunden&#8221;, sagte der orange Regenbogenritter, als er mich in einen Raum f\u00fchrte, der so unwirklich und m\u00e4rchenhaft gestaltet und eingerichtet war, dass ich kaum wagte, hineinzugehen. Die W\u00e4nde des hoch oben im zentralen Turm gelegenen Saales waren fast durchscheinend, funkelten k\u00fchl und fr\u00f6hlich und schwerelos wie &#8230; ja, wie Morgentau auf einer Wiese und hatten eine seltsame Form, wie Facetten eines geschliffenen Edelsteins. Der T\u00fcr gegen\u00fcber standen thronartige Sessel, die aus Perlmutt und Marmor gemacht schienen. Das hier, das war kein gew\u00f6hnlicher Saal, auch kein aus buntem Glas gefertigter. Das hier war das Innere eines wundersch\u00f6nen Diamanten. Mit Fenstern zu fast allen Seiten.<\/p>\n<p data-p-id=\"baf60098e320bd607e15cdb9f84a8647\">An einem davon stand die <em>faj\u00eda<\/em>, die ich zuvor auf dem Hof gesehen hatte. Sie hatte offenbar irgendetwas beobachtet, was drau\u00dfen vor sich ging, wandte sich dem <em>arcaval&#8217;ay <\/em>nun aber zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"12910fd087a9c81df075ab426eec2082\">\u201eDanke&#8221;, sagte sie. \u201eLass mich mit ihr allein. Seht zu, dass ihr die anderen auch schnell findet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"25192f9fea58d1f6b7af0072736c4d6d\">\u201eMeisterin, das &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"352b185d2890e87a3d0c4dfdf99757f4\">\u201e\u00dcberlass es mir. Ich werde mich zu wehren wissen, falls sie hier, in Patagh\u00edus Halle, das Wort ihres Meisters zu brechen versucht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"19164292bd0de0f2576da6b79110da77\">Er warf ihr einen zweifelnden Blick zu, hatte aber wohl nicht das Recht, etwas dagegen zu halten. Er verneigte sich und lie\u00df mich einfach stehen.<\/p>\n<p data-p-id=\"24299ce7884650985e624ea9a445e8a7\">Patagh\u00edus Halle? Dann war das hier das Gegenst\u00fcck zum Eta\u00edmalon. Wie verhielt man sich in einem fremden Heiligtum? Ich hielt es f\u00fcr eine gute Idee, f\u00fcrs erste niederzuknien. Sicherheitshalber f\u00fcgte ich die Friedensgeste hinzu, wobei ich so nerv\u00f6s war, dass mir die H\u00e4nde zitterten. Die Ausstrahlung der <em>faj\u00eda<\/em> war atemberaubend. Ihre <em>maghiscal<\/em> strahlte stark und eindrucksvoll, passte gar nicht zu ihrer fragilen Erscheinung.<\/p>\n<p data-p-id=\"31f0a99a9c8e08d560256a337822e788\">Sie kam n\u00e4her und musterte mich ernst, aber mit kaum verborgener Neugier.<\/p>\n<p data-p-id=\"976142a8b38bf5daa47483aae26d61f4\">\u201eMeisterin?&#8221;, fragte sie dann freundlich.<\/p>\n<p data-p-id=\"113adfb4f4b46b4efdffd792b15ac2ef\">\u201eDer Form nach&#8221;, antwortete ich verunsichert, denn ich f\u00fchlte mich gerade so klein und absurd.<\/p>\n<p data-p-id=\"d15b7f4c7c2749af60c85e3a140693f8\">\u201eSteht bitte auf. Ich will nicht, dass unseresgleichen voreinander dem\u00fctig ist. Und nehmt den Schleier ab. Wenn Ihr den Fluch tragen solltet, dann kann er mir und meinesgleichen nicht schaden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b4316324467751868ad63311a7f2b2c9\">Ich schaute verwundert auf. Sie ging hin\u00fcber zu den Meisterthronen, lie\u00df sich aber auf den Stufen davor nieder.<\/p>\n<p data-p-id=\"f0a84f9b2e558b658efe7d021fffbfb7\">\u201eBitte, gesellt Euch zu mir. Ich w\u00fcrde Euch einen bequemeren Platz anbieten, aber ich denke, Nokt\u00e1ma w\u00fcrde es nicht guthei\u00dfen, wenn Ihr den Sessel hier n\u00e4hmet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3b8834d79bf5f3265855a1e7d6c1d449\">Hatte sie gerade einen <em>Scherz<\/em> gemacht? Ich war mir nicht sicher, denn ihre fremdartig goldenen Augen waren sonderbar geistesabwesend. Aber sie l\u00e4chelte.<\/p>\n<p data-p-id=\"76459339fc11df22b6137eae0201331f\">Ich stand auf, legte mir den Schleier wieder als Tuch \u00fcber die Schultern und ging z\u00f6gernd zu ihr hin\u00fcber. Sie schaute mich mit diesem intensiven Blick an und ich ahnte, dass sie sich auf ihre eigene Art ihr Bild davon machte, mit wem sie es zu tun hat.<\/p>\n<p data-p-id=\"0a9a19f37269a41d8399bb805b49d651\">\u201eMein Sohn&#8221;, sagte sie dann unvermittelt, \u201eist auch verschwunden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d9e9a2d4ef66b7b4275e66ba18fc8683\">Ich war so verbl\u00fcfft, dass ich nicht wusste, was ich darauf antworten sollte. Sie forderte mich nochmals zum Sitzen auf, und diesmal gehorchte ich ihr.<\/p>\n<p data-p-id=\"78c51c917c58cac56e3bf5ca6bee9247\">\u201eDas &#8230; tut mir leid&#8221;, sagte ich dann vorsichtig.<\/p>\n<p data-p-id=\"1a6e2abcb02c2b29c2c4c8592e5b9b14\">\u201eEuer <em>h\u00fdardor<\/em> und meiner sind unterwegs, um die beiden aufzusp\u00fcren. Was denkt ihr, Meisterin &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"aa47622d018eda0acde7cc363bcbe868\">\u201eSalghi\u00e1ra&#8221;, besann ich mich auf F\u00f6rmlichkeiten. \u201eSalghi\u00e1ra Lagoscyre.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6873c6ae09306b6037f78b7522eee792\">\u201eMeisterin Salghi\u00e1ra. Werden die beiden miteinander auskommen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f5efcb6853bf9ee5fc1699cd0509f769\">War das eine ernstgemeinte Frage? Mir fiel ein Stein vom Herzen, dass Yalomiro sich offenbar hatte retten k\u00f6nnen! \u201eDas kommt wohl darauf an, ob mein <em>h\u00fdardor<\/em> sich gezwungen sieht, sich verteidigen zu m\u00fcssen. Er &#8230; er neigt nicht zu &#8230; Aggressionen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8c8185bb0473aa6dde6ab09139b97f03\">\u201eDen M\u00e4chten sei Dank, neigt der meine nicht zu Hitzk\u00f6pfigkeiten. Seid unbesorgt. Ich denke, die beiden werden besonnen handeln und unsere Kinder wieder herbringen, bevor &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6c1791c918741bc24f4cbba6dedc15bc\">Sie unterbrach sich, was alle Alarmglocken bei mir schrillen lie\u00df. Aber ich wollte sie nicht bedr\u00e4ngen, nicht, bevor ich sagen konnte, was ich von ihr halten hatte. Andererseits &#8230; sie f\u00fchlte sich &#8230;. freundlich an, sah man einmal davon ab, dass etwas zwischen uns lag, was sich sonderbar anf\u00fchlte. Eine Spannung, die sich zwischen unseren <em>maghiscals<\/em> auft\u00fcrmte. Vermutlich, das wusste ich instinktiv, w\u00e4re es keine gute Idee, sie zu ber\u00fchren.<\/p>\n<p data-p-id=\"a2b072e1a0e1d7e21fa53c930630cfb9\">\u201eEure Tochter ist ein ganz entz\u00fcckendes Kind&#8221;, sagte sie freundlich. \u201eIch habe sie nur ein paar Augenblicke gesehen, aber die Kleine hat mich sehr beeindruckt. Ich habe nicht gewusst, dass sie verschwunden war.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6d154599fc340737109801308d8e11fa\">\u201eDanke&#8221;, sagte ich. \u201eWenn die M\u00e4chte es wollen, hat sie sich selbst befreien wollen und euren Sohn angestiftet, mitzukommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dca4cade8b96618fb51bbc418087bf18\">\u201eUnser Sohn&#8221;, versicherte sie, \u201eist ein sanfter und wohlerzogener Junge. Wenn beide beisammen sind, wird er gut auf sie achtgeben. Ich denke mir, dass unsere Welt ihr \u00fcberm\u00e4\u00dfig fremd ist. Seid unbesorgt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"40ab39ad715d1438d76083f6e0ba9e5a\">Ich nickte ihr dankbar zu. Es f\u00fchlte sich gut an, dass sie mit mir sprach wie &#8230; eine Frau. Nicht wie die m\u00e4chtige Magierin, die in ihrem eigenen Haus \u00fcberlegen war. Sie hatte sie selben Sorgen wie ich.<\/p>\n<p data-p-id=\"4e5f9338a9457cadbb09caec06d01347\">\u201eWie kann es sein, dass das Kind geboren wurde?&#8221;, fragte sie das Unvermeidliche. \u201eEs hie\u00df, dies sei unm\u00f6glich.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c6659c0abb4933714d070bed4af2919f\">\u201eNokt\u00e1ma hat es &#8230; erlaubt. So kann man wohl sagen. Yalom- &#8230; mein <em>h\u00fdardor<\/em> hat es nicht f\u00fcr m\u00f6glich gehalten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"df4d65074b14b132fdbd14193c50f3b9\">\u201eHat es ihn ge\u00e4ngstigt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f43bcd5831c702442b5015ae0a08182f\">\u201eNein. Ich habe ihn nie so gl\u00fccklich gesehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"40a4a3842bd6631b42738766275a2524\">\u201e<em>Ich<\/em> hatte Angst&#8221;, sagte sie nachdenklich.<\/p>\n<p data-p-id=\"3a89687097e5c3218c26ca13d6b019eb\">\u201eWarum? Wolltet Ihr kein Kind?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cce9be731fb7d505cc306d16943914fa\">Sie l\u00e4chelte und sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eIch bin &#8230; kein Mensch. Niemand konnte vorhersagen, ob es gutgehen w\u00fcrde. Aber Advon &#8230; nun, er ist weitaus mehr Mensch als meinesgleichen. Ich frage mich oft, weshalb Patagh\u00edu uns dieses Geschenk gemacht hat.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6e4951df492b8e2eafb841fab7536b0c\">\u201eKann Advon Magie wirken?&#8221;, fragte ich, aus einer Eingebung heraus.<\/p>\n<p data-p-id=\"a052828f66c269b4a1a9cd3e23c42f42\">\u201eNein.&#8221; Sie wirkte nachdenklich. \u201eIch glaube, die M\u00e4chte haben etwas anderes mit ihm vor.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4e95dea439637e01b03e7a42cb720898\">\u201eIst Meister C\u00fdel\u00fa denn ein Mensch?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9e3e6d2a1ff1d4d27b931c96209a63b0\">\u201eJa.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f606acede0f1ffc600f1db2445cb83ee\">Das erkl\u00e4rte, warum er gegen\u00fcber diesen unwirklichen, zeitlosen, hochgewachsenen Regenbogenrittern so irritierend normal aussah. Es lag mir auf der Zunge, sie zu fragen, ob sie und die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> von gleicher Art waren, aber es kam mir taktlos vor. Ich hatte nie zuvor mit einem nichtmenschlichen Wesen geredet.<\/p>\n<p data-p-id=\"f9e86ca9bfadbdd81863e26f35686e05\">\u201eWie kann es sein, dass Ihr &#8230; nun ja &#8230; wenn Meister C\u00fdel\u00fa ein Mensch ist &#8230; Wie konnte er Euer Herz gewinnen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"4e612c8126b06034fcbb61e5fbc7c40e\">\u201eWarum denn nicht?&#8221;, erkundigte sie sich, fast etwas am\u00fcsiert. \u201eIhr habt es doch auch geschafft, die Liebe eines Schattens\u00e4ngers zu entfachen. Das ist fast ein noch gr\u00f6\u00dferes Wunder.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"80eda080a9b382057416ea5de59843ab\">\u201eIch habe nicht viel dazu getan. Ich gelangte im rechten Moment an den vorbestimmten Ort.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"acaa072b5c166c8b274a4ae702fd4e7b\">\u201eSeht Ihr?&#8221; Sie l\u00e4chelte und wechselte das Thema. \u201eGern w\u00fcrde ich sp\u00e4ter kostbare Zeit daf\u00fcr hergeben, mich mit Euch ausf\u00fchrlich zu unterhalten. Aber es sind andere Dinge von Vorrang. Ich erwarte den Besuch eines wichtigen Herrn aus Aur\u00f3p\u00e9a. Leider sind die Dinge so misslich gegangen, dass der Zeitpunkt nun ganz und gar ung\u00fcnstig ist. Wir sollten alle auf der Suche nach den Kindern sein. Allerdings erscheint es mir aus einer Eingebung heraus fast g\u00fcnstiger, wenn ich und die meinen ihn vorerst allein empfangen. Ohne die Anwesenheit meines <em>h\u00fdardor<\/em>, den ich gut dem Euren anvertraut wei\u00df.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e65c7d3b607f1a954f95feb65ee67816\">Ich verstand kein Wort von dieser umst\u00e4ndlichen Rede. Yalomiro konnte \u00e4hnlich verschn\u00f6rkelt reden und tat es meistens dann, wenn er erwartete, dass man ihm mit besonderer Aufmerksamkeit zuh\u00f6ren sollte.<\/p>\n<p data-p-id=\"72a73d1d236e46bd00cc49a3b5afe43e\">\u201eMeister Yalomiro&#8221;, sagte sie, \u201ehat also den Stab hergebracht?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"720a1efa0728016abcb4869f0e57234c\">\u201eJa&#8221;, gab ich zu. \u201eEr nahm an, dass Meister C\u00fdel\u00fa sich daf\u00fcr interessierte und D\u00fdamir\u00e9e daf\u00fcr freigeben w\u00fcrde.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"dc8261dd18c4f0154f869fc14ca7d9f4\">\u201eWo ist er?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a1c6fb6d4e42cc64636c625d47eae28d\">Oh. War das eine Fangfrage? Wie konnte ich ihr ausweichen?<\/p>\n<p data-p-id=\"82e4df5befb66de86c13c75ac032ec0b\">\u201eIhr habt ihn nicht bei Euch. Also habt Ihr ihn irgendwo im Ciel\u00e1stel verborgen.&#8221; Sie l\u00e4chelte. \u201eIch wei\u00df, dass ihr keine weiteren Helfer habt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"3b48a3a181d388997c04b3b38995c7d3\">\u201eAber &#8230; Ihr habt den orangenen Ritter weggeschickt, um zu suchen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"009b0b5692674c193541a7aa8bbb0590\">\u201eJa. Solange die Sieben besch\u00e4ftigt sind, haben wir beide die Zeit f\u00fcr uns. Ist der Stab sicher?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"72c63045cab361f8ffc11ae8d1ed6ddf\">\u201eIch denke schon.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6e3ebdc5ef3fb696aa1ebb4f6e2ee59d\">\u201eUnd warum habt Ihr ihn versteckt?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"06c76feaf0083fd7e8493396fcc6cbd0\">\u201eEs war mir nicht geheuer, ihn der alten Frau zu \u00fcberlassen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"070e4a8d7c7fbb5e1faa10304de4bcdb\">Sie richtete sich kerzengerade auf und warf mir einen fassungslosen Blick zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"430cbbd924365510d742249bfcb209a2\">\u201eSeid Ihr ihr begegnet?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d9e1ac8dca10a607044680417882b52c\">\u201eJa. Ich hatte versucht, ihr auszuweichen, aber das Erscheinen des Ritters hat sie wohl verscheucht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8f22e53118f9fdb0a2cecac8ce096610\">\u201eUnd sie hat nicht versucht, Euch aufzuhalten?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9b2b29d8e2435c0f651102d0c7935e1f\">\u201eNein. Sie interessierte sich nur f\u00fcr den Stab.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c1d81eb59fabeb91b682ac13eb6faaed\">\u201eWoher wusste sie, das &#8230;&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"136afc814a2e3bab95f3e2259f040adb\">\u201eDer Mann, der die Einh\u00f6rner pflegt, hatte mich kurz zuvor damit gesehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6419df05cd47529b41b6e43e4a17ea3a\">Sie erhob sich. Ihre Miene war nun finster, so als habe ich sie gerade \u00fcber einen ungeheuerlichen Missstand informiert.<\/p>\n<p data-p-id=\"79873a49a6ce90f58d9c00f4ad41f69d\">\u201eSileda\u00fas Sammelleidenschaft&#8221;, z\u00fcrnte sie, aber ihr Groll galt nicht mir, \u201egeht eindeutig zu weit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"447286ac720610a125deb93db1e68617\">\u201eSammelleidenschaft?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9cbeda1f96b83e6b4e8bb1fc842d4730\">\u201eWo ist Sileda\u00fa hingegangen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c8b90893bfb7fa392a89c9aa96d560e3\">\u201eIch wei\u00df nicht. Der Ritter hatte sie weggeschickt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7a4226a38aa2535c0f6d51ff9871348c\">Elos\u00e1l Ir\u00edsolor dachte kurz nach. Dann schaute sie mir pr\u00fcfend ins Gesicht.<\/p>\n<p data-p-id=\"40ee34125fb00547290fcb4aa3797d2c\">\u201eEs mag Euch seltsam erscheinen, wenn ich Euch so etwas frage&#8221;, sagte sie. \u201eAber ich m\u00f6chte, dass Ihr mir hier, vor Patagh\u00edu, eine ehrliche Antwort gebt. Seid Ihr &#8230; sind die <em>camat&#8217;ay<\/em> auf derselben Seite wie meinesgleichen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c1dcda90c69c338e613f18ce864ff86e\">\u201eAuf derselben Seite? Was meint Ihr?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"298211844861d78ee49e0b4c402811a8\">\u201eDas Weltenspiel. Die Ordnung der Dinge. Der Plan der M\u00e4chte f\u00fcr das Bestehen des Weltenspiels in Frieden und Liebe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b6e533ae6e8ba1f3841504b7c3726f57\">\u201eSelbstverst\u00e4ndlich&#8221;, sagte ich verwundert. \u201eWarum sollte ich dagegen sein?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"855bc70e02079e816dd9c08b335394b3\">Elos\u00e1l ging hin\u00fcber zu der T\u00fcr gegen\u00fcber der Throne und ich sp\u00fcrte einen kleinen, dezenten Magiepuls von ihrer <em>maghiscal<\/em> ausgehen. Sie rief und brauchte ihre Stimme nicht dazu.<\/p>\n<p data-p-id=\"478ab82bb00cd340a40b80f343f4ad3d\">\u201eMeisterin Salghi\u00e1ra&#8221;, sagte sie. \u201eBereitet mir die Freude, unseren m\u00e4chtigen unkundigen Gast aus der Stadt in Eurer Anwesenheit zu empfangen. Ihr seid unser lieber Gast, und sobald die Dinge wieder unter Kontrolle sind, m\u00f6chte ich mit den meinen und Eurem <em>h\u00fdardor<\/em> \u00fcber einen neuen Bund verhandeln. Mir scheint, die Dinge haben sich ungut entwickelt und m\u00fcssen dringend zur\u00fcck in ihre Bahn. Es erhebt sich etwas gegen uns.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0e885f8626c86ddc50906adfe71e091b\">\u201eDas klingt, als wolltet Ihr \u00fcber einen Frieden verhandeln&#8221;, sagte ich verwirrt und hatte das Gef\u00fchl, dass mir hier einige wichtige Hintergrundinformationen fehlten. \u201eSind die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> denn im Streit mit den <em>camat&#8217;ay<\/em>? Yalomiro sagt, es habe nach den Chaoskriegen keine Zwietracht gegeben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d9cd893bc4fa7fa460807419b840522a\">\u201eDas ist richtig&#8221;, sagte sie. \u201eAber wir haben auch viel zu lange nicht mehr miteinander geredet.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0a44344375198f0f5317ca02f3f3abaf\">Schritte n\u00e4herten sich. Offenbar hatte sie ihre Ritter zusammengerufen. Nacheinander erschienen die Sieben, betraten den Saal und musterten mich neugierig, skeptisch. Im Halbkreis und in der richtigen Reihenfolge stellten sie sich um Elos\u00e1l herum auf. Ich fragte mich unwillk\u00fcrlich, wie sie so schnell aus allen Winkeln dieser riesigen Burg hatten zusammenkommen k\u00f6nnen. Konnten Sie m\u00f6glicherweise durch Tageslicht tauchen, so wie Yalomiro durch Schatten?<\/p>\n<p data-p-id=\"699ee88a5683e83a2d75c9225f0bc7df\">\u201eIhr beiden&#8221;, sagte sie zu dem Violetten und Indigofarbenen. \u201eBegleitet Meisterin Salghi\u00e1ra. Die Schattens\u00e4nger haben die \u00dcberreste der &#8230; Waffe hergebracht, aus Gr\u00fcnden, die wir alle noch nicht recht entschl\u00fcsseln. Holt das Ding und bringt es her.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"83f9f6272344694eda1dad08a755103d\">Die blo\u00dfe Erw\u00e4hnung des Stabes malte blankes Entsetzen auf die Gesichter der Hellen Magier. Die Ritter schwankten zwischen Abscheu und Zorn. Das erschreckte mich.<\/p>\n<p data-p-id=\"80bfb1b6a92bcdae3b826f10edfd13fa\">\u201eWir sorgen daf\u00fcr, dass sie mit dem Ding kein Unheil tut&#8221;, sagte der Violette hart.<\/p>\n<p data-p-id=\"71e48a50dae5abe505d70999c4831da5\">\u201eDazu besteht kein Anlass. Ich will, dass ihr daf\u00fcr sorgt, dass niemand versucht, es ihr <em>wegzunehmen<\/em>, wenn sie es an diesen Ort bringt. Meisterin Salghi\u00e1ra ist unsere <em>Verb\u00fcndete<\/em>. Glaubt mir das, bis ich es euch in Ruhe erkl\u00e4ren kann. Keine Feindseligkeit, keine D\u00fcnkel gegen Nokt\u00e1mas ehrenwerte Dienerin, die uns beistehen wird.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bbe1dc60efc6b214eed699bc356b65ea\">Nun sahen die Sieben wohl ebenso verwirrt aus wie ich. Aber es schien keinen Grund f\u00fcr sie zu geben, die Anordnungen der <em>faj\u00eda<\/em> zu widersprechen.<\/p>\n<p data-p-id=\"4bd8de5c0b5780086e15a8078043d1fe\">\u201eAber wer sollte es denn wegnehmen sollen, das &#8230; Ding?&#8221;, fragte der Gelbe. Elos\u00e1l schaute auf den glitzernden Boden nieder und schwieg einen Moment, so als m\u00fcsse sie ihre Worte sammeln.<\/p>\n<p data-p-id=\"19186ebc5fec1d7814ea877e87877132\">\u201eIhr vier&#8221;, sagte sie dann fest, \u201emacht euch auf die Suche nach Sileda\u00fa. Und wenn ihr sie findet &#8230; bringt sie augenblicklich hier zu mir, in diese Halle. Wenn n\u00f6tig, in Ketten, und wenn ihr sie tragen m\u00fcsst.&#8221;<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2610","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2610","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2610"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2610\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3720,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2610\/revisions\/3720"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2610"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2610"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2610"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}