{"id":2595,"date":"2025-08-25T13:06:27","date_gmt":"2025-08-25T11:06:27","guid":{"rendered":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/?p=2595"},"modified":"2025-09-01T09:29:38","modified_gmt":"2025-09-01T07:29:38","slug":"081-noch-mehr-sand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/2025\/08\/25\/081-noch-mehr-sand\/","title":{"rendered":"081: Noch mehr Sand"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1144px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_4 1_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-color:#RRGGBBAA;--awb-bg-color-hover:#RRGGBBAA;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:25%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:7.68%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:7.68%;--awb-width-medium:25%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:7.68%;--awb-spacing-left-medium:7.68%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\" data-scroll-devices=\"small-visibility,medium-visibility,large-visibility\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-image-element \" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"384\" height=\"600\" title=\"MK_Thiumb\" src=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp\" alt class=\"img-responsive wp-image-1987\" srcset=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-192x300.webp 192w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb-200x313.webp 200w, https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/MK_Thiumb.webp 384w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 384px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_3_4 3_4 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:75%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.56%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:2.56%;--awb-width-medium:75%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:2.56%;--awb-spacing-left-medium:2.56%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\" style=\"--awb-text-transform:none;\"><p data-p-id=\"0675a92a382e24447e3c0bf053990360\">Manj\u00e9v schaute betroffen auf den Putz und nieder, der auf den Boden schneite. Sie hatte aufgeh\u00f6rt, mit Merrit Althopian zu reden, es hatte keinen Zweck. Es war zu laut.<\/p>\n<p data-p-id=\"9763f7863add8ed49ad63c6e5f21fdcb\">\u201eHerr Wa\u00fdreth&#8221;, versuchte sie stattdessen, gegen den L\u00e4rm anzurufen. \u201eUns f\u00e4llt bestimmt etwas Besseres ein. Wartet doch nur noch eine Weile!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e86b647e9414e543e76709ada065d17c\">Er antwortete ihr nicht, eine Ungezogenheit, die sie ihm nicht ver\u00fcbeln konnte. Die <em>teirandanja<\/em> hatte nie zuvor einen Erwachsenen gesehen, der so verzweifelt, so unansprechbar war.<\/p>\n<p data-p-id=\"1885adde4f1813ccebad39868238b819\">Eine Leiter, die auf den kleinen Treppenabsatz gepasst h\u00e4tte, hatte er nicht herschaffen k\u00f6nnen. Er hatte wohl tats\u00e4chlich eine Weile gesucht, aber offenbar erfolglos. Und so balancierte der Ritter nun auf einem Schemel, den er auf einen alten Stuhl gestellt hatte, beides wohl aus dem Kerker unten im Turm geholt und von \u00e4u\u00dferst zweifelhafter Stabilit\u00e4t. In den H\u00e4nden schwang Althopian einen spitzen Streithammer wie eine Spitzhacke und legte damit die Decke nach und nach in Tr\u00fcmmer.<\/p>\n<p data-p-id=\"c9aa354abd99d50cad85c3a5f34523a5\">\u201eH\u00f6rt auf, Herr Wa\u00fdreth&#8221;, bat sie ihn inst\u00e4ndig noch einmal. \u201eIhr werdet Euch verletzen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"bb355f8cfafe6ad3c3dbdd994508c261\">Tats\u00e4chlich war dem M\u00e4dchen angst und bange, denn der Ritter hatte alles andere als einen sicheren Stand, und wenn seine Kletterkonstruktion zusammenbrach, mochte er ungl\u00fccklich st\u00fcrzen, vielleicht durch die Luke und noch tiefer den Turm hinab, oder in seinen Hammer hinein. An das, was er anschlie\u00dfend auf dem Dach vorhatte, wollte Manj\u00e9v gar nicht denken.<\/p>\n<p data-p-id=\"57f65c8e89ff8055f5bee4215329b7e3\">\u201eHerr Wa\u00fdreth!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ed7495bcc5d701aa0e23de64b820b965\">\u201eUnd ich rate Euch noch einmal&#8221;, rief er an seinen Hammerschl\u00e4gen vorbei, \u201egeht hier weg! Geht aus dem Turm, ins Haus, geht zu den anderen Kindern. Geht spielen! Lasst mich hier meinen Sohn retten!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"42470ff737c7f1e2d7d768ee80c53176\"><em>Spielen<\/em>. Manj\u00e9v wusste nicht recht, ob sie erbost oder besch\u00e4mt sein sollte \u00fcber diese Anma\u00dfung. Aber vielleicht hatte er auch recht. Er konnte, bei allem, immer noch nicht wissen, dass im Grunde sie, sie ganz allein daran schuld war, dass diese T\u00fcr sich hinter Merrit Althopian geschlossen hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"291a5eb06e9e23532d64c77482299e34\">\u201eIch bin seine <em>teirandanja<\/em>&#8220;, sagte sie stattdessen tapfer. \u201eIch bleibe hier.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a3348f37f37426d966d8a2fed6108494\">Althopian hielt inne und schaute zu ihr hinunter. Sein ergrauendes Haar war nun fast wei\u00df, denn der abgeschlagene Putz klebte in den schwei\u00dfnassen Str\u00e4hnen fest.<\/p>\n<p data-p-id=\"68ed835f68866c03c240d50d386fa7a0\">\u201eMajest\u00e4t&#8221;, sagte er, mit m\u00fchsam beherrschter Sanftheit, \u201eich bin Euer Dienstmann. Und ich will nicht, dass Euch die Decke hier auf den Kopf f\u00e4llt, wenn sich Brocken lockern. Eure Eltern werden mich daf\u00fcr zur Rechenschaft ziehen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"cb9b085b6a1ae985f33438f5961f0624\">\u201eDas nehme ich auf mich&#8221;, sagte Manj\u00e9v.<\/p>\n<p data-p-id=\"c427ca20bc5b98873745ada1b851a2ec\">Er schnaubte \u00e4rgerlich auf und h\u00e4mmerte weiter. \u201eEure Mutter wird bald zur\u00fcck sein und Euch hier entfernen, noch bevor ich das Dach durchsto\u00dfe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ad20667a130766820e94819dd83495a0\">So kam sie nicht weiter. Also hockte sie sich neben die T\u00fcr und malte mit den Fingern Muster in den Sand. Seltsam, dieser Sand. Geh\u00f6rte er wirklich zu dem uralten Baumaterial, das Althopian da gerade in St\u00fccke schlug? Das Zeug kroch ihr zwischenzeitlich unter die Kleider und f\u00fchlte sich an wie daheim, im <em>teirandon<\/em> ihres Vaters, wenn sie vom Strand kam und ihre Kleidung aussch\u00fctteln musste, bevor sie das Geb\u00e4ude betrat.<\/p>\n<p data-p-id=\"febeede6e4dc191a2df18cc5b3a819c7\">Sie legte das Ohr an die T\u00fcr. In den kurzen Pausen zwischen den Hammerschl\u00e4gen h\u00f6rte sie den Jungen halblaut murmeln, aber er war wohl weiter ins Zimmer hinein gegangen. Zu wem redete er da?<\/p>\n<p data-p-id=\"b8de44a3e1e7ad8e28c7f1bea371df37\">Das M\u00e4dchen zog die Knie an und legte die Stirn darauf. Wenn doch nur die M\u00f6glichkeit best\u00fcnde, den Magier herbeizurufen! Um Hilfe anflehen w\u00fcrde sie ihn, alles versprechen, wonach er verlangte.<\/p>\n<p data-p-id=\"a1e7890c5998dc0b9cc9ce0fcd204411\">Manj\u00e9v weinte. Es war egal, denn der Ritter war so besch\u00e4ftigt, dass er es nicht bemerken w\u00fcrde, sofern sie nicht laut schluchzte. Die <em>teirandanja<\/em> schmiegte sich gegen die T\u00fcr und dachte an den Jungen, der ihr so widerlich war, obwohl er, je l\u00e4nger sie dar\u00fcber nachdachte, doch \u00fcberhaupt nichts B\u00f6ses getan hatte, sah man einmal von der n\u00e4chtlichen Kletteraktion ab, die fast in ihrem Gemach geendet h\u00e4tte. Und von dem Brotritual, zu dem Osse Emberbey ihn verf\u00fchrt und ihn damit in eine unertr\u00e4gliche N\u00e4he ger\u00fcckt hatte.<\/p>\n<p data-p-id=\"b28a75cb4062cd0ba46cf3beb54b85bb\">Das H\u00e4mmern und \u00c4chzen des Ritters, das Prasseln des Schutts und das dumpfe Murmeln des Jungen wurden in ihren Ohren zu einem dr\u00f6hnenden Gemisch, in das sich schlie\u00dflich weitere Ger\u00e4usche mengten. Es kamen Personen die Turmtreppe hinauf. Erwachsene. Eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe.<\/p>\n<p data-p-id=\"3c710043dd5e8b08702176db1d0f8df7\">Althopian bemerkte das nicht, aber Manj\u00e9v blickte auf, als der erste den Durchstieg erreicht. Es war der schnauzb\u00e4rtige, fast kahlk\u00f6pfige <em>yarl<\/em> Grootplen, der seinen Leib durch die Luke in den engen Raum zw\u00e4ngte.<\/p>\n<p data-p-id=\"f38ebc37dc7a0c990b2d3070d66e716b\">\u201eMajest\u00e4t?&#8221;, fragte er verbl\u00fcfft beim Anblick des M\u00e4dchens.<\/p>\n<p data-p-id=\"daad969ca1f7ad9be223a3625126c493\">\u201eIch lasse ihn nicht allein&#8221;, entgegnete Manj\u00e9v entschlossen.<\/p>\n<p data-p-id=\"72a13558e3fbac4fa5d1120c9ea1ff07\">Grootplen warf einen Blick \u00fcber seine Schulter auf jemanden, der hinter ihm stand. Dann kletterte er g\u00e4nzlich empor und hatte nun auch die Aufmerksamkeit von Althopian. Der lie\u00df ersch\u00f6pft seinen Hammer sinken.<\/p>\n<p data-p-id=\"65ec91c7130253354add482f835b136b\">\u201eLass mich, Daap. Ich will das hier so schnell wie m\u00f6glich beenden.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e0650aaf0122c873c40c5a290c528f05\">\u201eWir auch. Wir wollen dir helfen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c408b1a946cd520812f87b770041c9af\">\u201eWir?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0567b20ab6f180eb34d0c87a14c0737e\">\u201eAndri\u00e9r hat noch mehr Werkzeug mitgebracht. Und Emberbey meint, jemand sollte dich st\u00fctzen, bevor du dir den Hals brichst. Wenn ich das hier so sehe, stimme ich ihm zu. Wa\u00fdreth, das ist nicht sicher! Nicht einmal f\u00fcr kleine Jungs, die S\u00fc\u00dfigkeiten vom Schrank fischen wollen!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"9eec00e9400622e0032a744da6a8c302\">\u201eEmberbey ist auch dabei? Wisst ihr alle, was hier geschehen ist.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1d28654b695fa5264727bd9ced8aad2b\">\u201eDie <em>teiranda<\/em> will, dass es unter uns bleibt. Emberbey h\u00e4lt das Gesinde vom Turm fern. Mit der schweren Arbeit kann der alte Fisch uns nicht helfen. Aber Andri\u00e9r und ich, wir packen mit an.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a4dce26442e46baead766634bb5f374d\">Manj\u00e9v h\u00f6rte staunend zu und zugleich wurde ihr Herz immer schwerer. Wie hatte sie daran denken k\u00f6nnen, dass die Sache geheim zu halten w\u00e4re. Offenbar hatten <em>alle<\/em> geplaudert, L\u00e1as und J\u00e1ndris und Osse, und das alles mit dem Wissen der Mutter.<\/p>\n<p data-p-id=\"ecb2c08fb0f18c9cbf2df1a3223b8e26\">W\u00e4hrend Grootplen redete, war der n\u00e4chste Erwachsene nachgefolgt.<\/p>\n<p data-p-id=\"00c14178b9bf8df370065c41d3fcff41\">\u201eKind&#8221;, sagte Asga\u00fd von Spagor sanft. \u201eKomm mit mir heraus hier.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"73e12a0ac7c33b035e610ea93ddf0816\">\u201eNein. Ich muss bei Merrit bleiben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"7a27c25a44b00b7953029793bd43285f\">\u201eAber es ist zu wenig Platz hier oben. Solange du da sitzt, kann Herr Andri\u00e9r nicht heraufkommen. Dieser Absatz ist nicht dazu gemacht, dass man dauerhaft hier steht. Sei vern\u00fcnftig.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"0c9702c7fdfd9874572b91c0a541f8f2\">Das musste sie einsehen. Sie warf noch einen Blick auf Grootplen, der Althopian bisheriges Werk kritisch begutachtete, erhob sich dann und kletterte gehorsam durch die Luke wieder nach unten. Auf der Treppe wartete bereits <em>yarl<\/em> Altabete, eine Hacke im Arm. Verlegen nickte sie ihm zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"feb00d9614fd11d4c7a80a8078882531\">\u201eDiesmal&#8221;, sagte der Ritter zu ihr, \u201enehme ich keine Axt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"49f61acb360bdd2725f1d0ba2ccdb924\">\u201eHabt Dank, Herr Andri\u00e9r&#8221;, murmelte sie. Er l\u00e4chelte, was durch die tiefe Narbe auf seinem Gesicht etwas verzerrt aussah. Asga\u00fd von Spagor nahm seine Tochter an die Hand und f\u00fchrte sie schweigend hinab und hinaus in den Regen. Vor dem Tor des Hocheingangs stand <em>yarl<\/em> Emberbey, die Kapuze \u00fcbergezogen, stolz und unverr\u00fcckbar wie ein Grenzstein, im stetigen Regen.<\/p>\n<p data-p-id=\"ff0722202018e1119825abd0b1855325\">\u201eWenn jemand sich \u00fcber den L\u00e4rm wundert&#8221;, wies der <em>teirand<\/em> ihn an, \u201esagt einfach, die <em>yarlay<\/em> probierten eine neue Art Eisenger\u00e4t am Mauerwerk. Niemand soll eintreten, solange es nicht anders hei\u00dft.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"61e5ce7d66c1086827157f53ce9f9ad6\">Emberbey verneigte sich stumm. Manj\u00e9v schaute unbehaglich in das hagere, strenge Gesicht und schauderte. Sicher hatte Osse seinem Vater mehr berichtet, als ihr lieb sein konnte. Wahrscheinlich h\u00e4tte sie das unter diesem stechenden, unnachgiebigen Blick auch getan.<\/p>\n<p data-p-id=\"e7ad226246c60af54b1a3a8d17c474cf\">Asga\u00fd von Spagor zog Manj\u00e9v die Kapuze ihres Umhangs sanft \u00fcbers Haar und f\u00fchrte sie dann bei der Hand \u00fcber den Hof, allerdings nicht auf direktem Weg zur Halle, sondern so, dass er Dachvorspr\u00fcnge nutzte und Pf\u00fctzen auswich, um m\u00f6glichst trocken zu bleiben. Auf dem Innenhof war kaum jemand unterwegs, nur wenige Schutzbefohlene hatten im Regen Dinge zu verrichten. Das gab dem <em>teirand<\/em> die M\u00f6glichkeit, zu reden.<\/p>\n<p data-p-id=\"f1ac3848698ba2a5eb750f4ad36dacd0\">\u201eDeine Mutter hat mir berichtet, was sie \u00fcber die Sache wei\u00df&#8221;, sagte er. \u201eEs ist nicht sehr viel. Willst du mir den Rest sagen?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8784db26308f1b37b32581c1007110bb\">\u201eIch habe das nicht gewollt&#8221;, sagte Manj\u00e9v leise.<\/p>\n<p data-p-id=\"3c33bab0cb5d1517d83233b1b0c06d39\">\u201eGewollt? Nat\u00fcrlich hast du das nicht gewollt. Aber was hast du damit zu tun?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d802cbee78d1485ff389777779035889\">\u201eWieso hat Meister Yalomiro die T\u00fcr gestern ge\u00f6ffnet? Warum hatte er euch in dieses schreckliche Zimmer gef\u00fchrt? Es gibt tausend Zimmer in dieser Burg, in denen er mit euch h\u00e4tte reden k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c116c522441dde197f7ff318a75d0d7b\">\u201eEs gab einen Grund&#8221;, sagte der <em>teirand<\/em>. \u201eAber ich kann mich nicht erinnern. Und diese Burg hat keine tausend Zimmer, Manj\u00e9v.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"eb3661a06f924bd2acf7b515ea2e089b\">\u201eAber genug.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"14cada793b0f0fc170af7aa73f2f0089\">\u201eManj\u00e9v, dies ist eine sehr ernste Situation. Lass die Herren den Weg \u00fcber das Dach wagen, wenn die Mauer und T\u00fcr ihnen standh\u00e4lt. Es sind erwachsene M\u00e4nner mit viel Erfahrung und mehr Mut, als ich je im Leben aufbringen k\u00f6nnte. Sie wissen, was sie tun.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"46c7dcbb16272061c7409654782c2d81\">\u201eUnd wenn das Dach auch standh\u00e4lt? Wenn Merrit nie wieder da herauskommt und in dem Zimmer &#8230; &#8220;<\/p>\n<p data-p-id=\"f3bf22c1774ca26b95766cd1e42e43cb\">Sie sprach es nicht aus. Der <em>teirand<\/em> legte seiner Tochter liebevoll die Hand auf die Schulter. \u201eKomm zu uns in die Halle. Vielleicht haben deine Freunde eine bessere Idee.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"013eae629668b52a19b723e5d543090f\">Manj\u00e9v blieb stehen, mitten im Regen. Der <em>teirand<\/em> wandte sich ihr zu.<\/p>\n<p data-p-id=\"7c26fb9bd6ee95b6dabd109dad8a7ba6\">\u201eMeine Freunde?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"fa1cc6aa53702ecd7f7ee8fac6f1e1de\">\u201eNat\u00fcrlich. L\u00e1as und J\u00e1ndris und T\u00edjnje. Und ich denke doch, dass du dich gut mit Osse Emberbey verstehst, oder?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f578178975bae79b9e13fe04e205ec54\">\u201eDas sind alles meine <em>Schutzbefohlenen<\/em>, Papa. F\u00fcr die bin ich <em>verantwortlich<\/em>.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"704157dfc2ca5801c7cacc3a6e428044\">\u201eIch wei\u00df. Und sie haben dir zu dienen und deinen Weisungen zu folgen. Das ist eine enorme Verantwortung f\u00fcr sie.&#8221; Er zog sie nachdr\u00fccklich unter den naheliegenden Torbogen, heraus aus dem Regen. \u201eEine Verantwortung, Manj\u00e9v, die ich selbst niemals haben wollte. Ich war ein sehr verantwortungsloser <em>teirand<\/em>, bevor ich deine Mutter kennenlernte. Das alles, Kind, soll bei dir einst anders sein. Auf dir wird einmal die gro\u00dfe Verantwortung f\u00fcr ein sehr gro\u00dfes <em>teirandon<\/em> lasten. Vielleicht sogar gr\u00f6\u00dfer als das, was deiner Mutter und mir gemeinsam heute untersteht. Je nachdem, wen du dir einmal zum <em>h\u00fdardor<\/em> erw\u00e4hlst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"8b5775cee9ad7ddad36cb67b9499dee5\">\u201eIch will aber keinen <em>h\u00fdardor<\/em>&#8220;, sagte Manj\u00e9v trotzig.<\/p>\n<p data-p-id=\"2eaa310724c9af4f250a00e8fa29009b\">\u201eLass uns dar\u00fcber sp\u00e4ter reden, sobald wir Merrit Althopian wieder sicher in den Armen seines Vaters wissen. Was ich dir sagen will, mein Kind: Wenn du es auch sein wirst, die die Verantwortung und wichtige Entscheidungen zum Gefallen der M\u00e4chte und zum Wohl aller Schutzbefohlenen zu treffen hat, deine Mutter und ich, wird wollen, dass du es gut hast. Deine Getreuen, Manj\u00e9v, so jung ihr alle noch seid, sollen dir Halt und Trost geben, Freude und Trauer mit dir teilen. Und Geheimnisse.&#8221; Er lachte. \u201eDeine Mutter sagt, sie sei nie einem so unbestechlichen und getreulichen Kind begegnet wie diesem Osse Emberbey. Sie meint, ihn k\u00f6nntest du wohl einst mit einem wichtigen Geheimnis mitten durch Feindesland senden, er w\u00fcrde es um sein Leben nicht preisgeben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"1b16d4c10877d62ff89236d742d317d4\">Er hatte das sicherlich im Scherz gemeint, aber etwas Eisiges griff f\u00fcr einen Lidschlag nach Manj\u00e9vs Herz.<\/p>\n<p data-p-id=\"e9600cdd86f92a2d2ec727e0ea5d6b18\">\u201eAber T\u00edjnje ist doch schon meine Geheimkurierin&#8221;, murmelte sie.<\/p>\n<p data-p-id=\"73fd3614473350958082187d54cf06b6\">\u201eUnd wollte dir irgendjemand etwas B\u00f6ses, L\u00e1as und J\u00e1ndris w\u00fcrden es zu verhindern wissen. Aber das alles tun sie nicht, weil sie deine Schutzbefohlenen sind.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"e53654d9701828c06e64c1c3143822be\">\u201eWie meinst du das?&#8221;, fragte Manj\u00e9v und schaute auf. Etwas hatte ihre Aufmerksamkeit erregt, und als sie genau hinschaute, sah sie eine Bewegung. Jemand war gegen\u00fcber in den Eingang des G\u00e4stehauses gehuscht.<\/p>\n<p data-p-id=\"258426f3e180b6206322cf7f60b9323c\">\u201eNur ein schlechter <em>teirand<\/em> regiert durch Befehle&#8221;, sagte Asga\u00fd von Spagor. \u201eUnd nur Ungetreue gehorchen aus Furcht. Und nun komm hinein. Wir werden sofort erfahren, wenn die Herren zum Erfolg kommen.&#8221; Er nahm seine Tochter wieder an der Hand. \u201eFertig? Laufen wir?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a5e14acb068bb4751f1091126d3457f2\">Sie nickte stumm.<\/p>\n<p data-p-id=\"d97430cc3e9e84f2336b8f2816736124\">\u201eDann los!&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"340cba23535b9c7b102acc910c91c3a0\">Der <em>teirand<\/em> und die <em>teirandanja<\/em> rannten die kurze Strecke vom Torbogen hin\u00fcber zum Haupthaus und verschwanden darin. Vom Eingang des G\u00e4stehauses blickten ihr verzagt vier Augenpaare nach.<\/p>\n<p data-p-id=\"64b9d2e88f4f1e735862dd43c08b01a5\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"1b464bbf1b53b771b17ef7aed3ebe69e\">Merrit hatte sich den M\u00e4chten befohlen und erwartete seinen Tod. Aber seit drau\u00dfen vor der T\u00fcr wieder laut geh\u00e4mmert und geschlagen wurde und zwischenzeitlich auch mehrere Erwachsene dumpf und unverst\u00e4ndlich miteinander redeten (und dabei ziemlich h\u00e4ufig fluchten) hatte der Junge wieder etwas Hoffnung gesch\u00f6pft. Er sa\u00df auf dem Tisch und fegte mit der flachen Hand den Sand beiseite und auf den Boden, der sich immer wieder um ihn herum aufh\u00e4ufte. Wo kam das Zeug her? Es fiel nicht von oben herab, das hatte er mit erhobenen H\u00e4nden \u00fcberpr\u00fcft. Bildete der Sand sich etwa da und dort in der Luft, um dann hinab zu rieseln wie Schnee?<\/p>\n<p data-p-id=\"c53cd6b24c6fbdbe150a5114ec901d45\">\u201eSicher befreien sie mich&#8221;, sagte er zu der knirschenden Geisterstimme.<\/p>\n<p data-p-id=\"344769b125a495ccec96b6b351a4b65e\"><em>Nicht, bevor ich dich zu mir geholt habe.<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"12ac4fa474f7d0ad16afcb1ed78cccd9\">\u201eIch will nicht zu dir.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"50cd90383efa834fb78632bc52da4367\"><em>Kinder bekommen nicht alles, was sie wollen, kleiner Ritter. Hast du das nicht von deiner Mama gelernt? Hat deine Mama dir nicht gesagt, dass kleine Kinder artig und bescheiden sein m\u00fcssen, und nur bekommen, was die Erwachsenen ihnen vorwerfen?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"20f6edd3bc135a899379a8fec7fe8fb7\">\u201eDoch&#8221;, gab Merrit zu. \u201eAber sie hat mir auch oft W\u00fcnsche erf\u00fcllt, um die ich nicht gebeten habe. Sie war gro\u00dfz\u00fcgig und hat sich gefreut, wenn ich mich gefreut habe,&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a41a606a85c03628c28f736ce8af4a1e\"><em>Und nun ist sie weg. Nun ist sie kalt und begraben und die W\u00fcrmer fressen sie auf, ihren sch\u00f6nen Leib, der dich hervorgebracht hat, kleiner Ritter. Ein nutzlos gewordenes Madennest. Vielleicht bald nur noch ein paar Knochen. Wie verg\u00e4nglich doch alles ist, das Gl\u00fcck und die Geborgenheit, nicht wahr?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"fb81544306a2aadfbc6997b2c6de9fa8\">Merrit kniff die Augen zu. Das war angenehmer als die Finsternis, die immer farbloser wurde, aber auf eine sonderbare, ungute Weise. Es hatte nichts mit Beleuchtung zu tun.<\/p>\n<p data-p-id=\"13b2b61e5776026c6d079498ff97850a\">\u201eHast du meine Mama get\u00f6tet?&#8221;, fragte er. \u201eBist du stolz darauf?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"ac69972585a03a1bb70f53c5f7ccc247\"><em>Ein Dachziegel war es, kleiner Ritter. Nur ein St\u00fcck Ton. Genau so ein St\u00fcck Ton, wie es deinen Vater zu Fall bringen wird, gar nicht mehr so lange hin. Ist das nicht ein bemerkenswerter Zufall?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"505cadea7650ac2eee5501e2f5c22558\">Merrit tastete nach dem Streitflegel und stellte sich vor, dass er aus griffigem Holz und blankem Stahl w\u00e4re. In seiner Brust brodelte es auf, in seinen Adern floss Glut, noch ganz schwach glimmend, aber jedes Wort der Stimme fachte sie weiter an. Die Wut kehrte zur\u00fcck und schn\u00fcrte ihm die Kehle zusammen.<\/p>\n<p data-p-id=\"23854d3d6142407bb2854b7db63a6e09\"><em>Und du, kleiner Ritter, du wirst mir ein treffliches Werkzeug werden. Ganz bald. W\u00fcrde dir das gefallen? W\u00e4re es dir nicht eine Lust, deinen Zorn endlich flie\u00dfen zu lassen? Dich zu befreien und dir Rache zu nehmen f\u00fcr das, was man dir antun wird?<\/em><\/p>\n<p data-p-id=\"bcc120efd4a7244739fb6bde243ff100\">Der Junge erhob sich rasch und tastete an die Decke. Aber das Bild der Roten Dame war verschwunden. Vielleicht war es nicht fort, aber es war jetzt au\u00dferhalb seiner Reichweite. Genau wie das Dach, das zwischenzeitlich nicht mehr existierte.<\/p>\n<p data-p-id=\"3db659a700d69242c5874e1eaaeb9e39\">***<\/p>\n<p data-p-id=\"70e98e39a1ba0a32c98acb1a78021e0c\">Der Schl\u00fcssel war fertig. Und der Schutzzauber in der Halle war es auch. Ich hatte ihn ganz allein gewoben, unter Yalomiros besorgten, aber beif\u00e4lligen Blicken. Das Netz vibrierte und hing an einigen Stellen ein wenig durch. Aber ich hatte tats\u00e4chlich und fehlerfrei alle Punkte miteinander verbunden.<\/p>\n<p data-p-id=\"e2c70d85c3951a3970757c88250cd1eb\">\u201eIch hatte dir gesagt, dass es alles eine \u00dcbungssache sei.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"888b0402b3cc086188007e988f821764\">Ich war stolz auf mich, vielleicht mehr, als angemessen gewesen w\u00e4re. Yalomiro nickte mir zu. \u201eJe \u00f6fter du es tust, desto m\u00fcheloser wird es.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"b8eebc71b141c031cbcd6a252d970d8f\">\u201eVielleicht hat es mir geholfen, dass du zugeschaut hast.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a905acd7bdbf0f911ea0d0e68ea8c311\">\u201eTats\u00e4chlich? Mich w\u00fcrde es nerv\u00f6s machen, wenn ich mir selbst zuschauen w\u00fcrde.&#8221; Er reichte mir den Weltenschl\u00fcssel, der nun wieder sacht geheimnisvoll schimmerte. Genauso wie an dem Tag, als ich ihn in meiner Welt auf dem Kellerfu\u00dfboden vorgefunden hatte. \u201eUnd nun lass es uns hinter uns bringen. Wir nehmen die T\u00fcr zu meiner Werkstatt. Die hat mir damals Gl\u00fcck gebracht.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6efca60b50190b5674ed171c83d2e5de\">\u201eGl\u00fcck?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"096c82473426d775541936bae7c148ea\">\u201eDu bist dort hindurch zu mir gekommen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"27662c9e3a6cf0f8dff676d2b220797e\">Das brachte mich zum L\u00e4cheln, aber dieses kleine Kompliment konnte nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, wie ernst die Situation war. Er nahm seine Tasche, den Stab und D\u00fdamir\u00e9es Kuscheltier in die Hand und wir gingen aus Nokt\u00e1mas riesiger Halle hin\u00fcber durch das Portal in den Flur hinaus. Bis zu Yalomiros T\u00fcr waren es von dort nur wenige Schritte, aber der Weg erschien mir viel l\u00e4nger als gewohnt.<\/p>\n<p data-p-id=\"df52bd74c6363c1eafabb730d5d9fdd4\">\u201eWenn mein Zauber gl\u00fcckt und wir durch diese T\u00fcr gegangen sind, wird der Regenbogenritter hoffentlich den Ciel\u00e1stel bereits erreicht haben&#8221;, erkl\u00e4rte Yalomiro. \u201eWenn wir die T\u00fcr \u00f6ffnen und sehen etwas, das nach irgendetwas anderem aussieht, schreiten wir nicht hindurch. Dann bleiben wir hier und lassen ihm noch etwas mehr Zeit.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"704a22e42e6b184dcb2b09a96e417988\">\u201eWarum?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"5f6f66e10f8254a243a9564996769701\">\u201eWeil ich f\u00fcr den Schl\u00fcssel nur eine mickrige Einhornfeder hatte. Es ist nicht genug Magie darin f\u00fcr allzu viele Ortswechsel. Du wei\u00dft, dass Weltenschl\u00fcssel nur begrenzt funktionieren.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f5c8641da7e20f0d7adbfb8160f4c162\">Oh ja. Das wusste ich.<\/p>\n<p data-p-id=\"b28b9a9b8900a498b2b89175c0acb351\">\u201eWenn wir im Ciel\u00e1stel sind&#8221;, fuhr er fort, \u201emachen wir uns auf die Suche nach D\u00fdamir\u00e9e. Das kann nicht allzu viel Zeit in Anspruch nehmen, denn sie werden uns bemerken, bevor wir hundert Schritte laufen k\u00f6nnen. Wir k\u00f6nnen also gleich stehen bleiben und warten.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"74d7db10904a7c65b174c03251198fe7\">\u201eBist du dir sicher?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"38f60198b8610ae4196b79bfb60dd2ec\">\u201eNat\u00fcrlich. Indem wir unangek\u00fcndigt dort auftauchen, begehen wir einen Frevel, den Patagh\u00edu uns angesichts der Umst\u00e4nde nachsehen m\u00f6ge. Schlie\u00dflich kommen wir nicht mit b\u00f6sen Absichten. Vielleicht greifen sie uns an, aber das ist nicht schlimm. Ich will mit ihnen reden. Ich will wissen, wozu sie dieses verfluchte Ding hier haben wollen und warum sie sich an D\u00fdamir\u00e9e vergriffen haben.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"22b976f6a3794dfbb3d5402951d66b16\">Ich nickte. Das bedeutete, dass ich in wenigen Augenblicken C\u00fdel\u00fa Ir\u00edsolor gegen\u00fcberstehen w\u00fcrde. Dem, den ich angeblich mit einem instinktiven Zauber fast umgebracht h\u00e4tte. Ich atmete tief ein.<\/p>\n<p data-p-id=\"5533cdcae7b40fd7f2eccd8a388db379\">\u201eIch will es so verhandeln, dass sie dir D\u00fdamir\u00e9e \u00fcbergeben. Und dann werde ich sie im Notfall lange genug ablenken, dass du mir ihr durch die n\u00e4chstbeste T\u00fcr wieder hierher fliehst. Lauft und werft die T\u00fcr hinter euch zu. Ich komme durch die Schatten nach, sobald ich die Dinge &#8230; geregelt habe.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"6a3a0585211b50f364f00cdcddaaf530\">\u201eDas ist der Teil deines Planes, der mir nicht gef\u00e4llt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"de023d4d1234efe5b05cf47df463fa91\">Er wandte sich mir zu, legte seinen Arm um mich und seine Stirn an meine.<\/p>\n<p data-p-id=\"e8cce68f17e4fc7723d1a083c5766dce\">\u201eIch begebe mich nicht ins Lager blutr\u00fcnstiger Rotgewandeter, die hinter meinem Herzen her sind, Salghiara. Die <em>arcaval&#8217;ay<\/em> sind \u00fcberhebliches Volk, aber keine brutalen Schl\u00e4chter. <em>Niemand <\/em>wird k\u00e4mpfen m\u00fcssen. Es ist trotzdem unn\u00f6tig, dass du und D\u00fdamir\u00e9e l\u00e4nger als n\u00f6tig in der N\u00e4he sind, wenn ich den Stab in der Hand habe. Habt ein paar Tage Geduld. Ich komme umgehend zu euch zur\u00fcck und berichte euch, was der ganze l\u00e4cherliche Vorfall f\u00fcr Hintergr\u00fcnde hatte. Ich bin sicher, wir werden alle \u00fcber die Aufregung lachen.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d023f44aab2ee13c1e4770ab008fa3d8\">Nun standen wir vor der T\u00fcr. Ich hielt den Schl\u00fcssel ans Schloss. Meine Finger zitterten ein wenig.<\/p>\n<p data-p-id=\"68778a17e82b3f8e86db81f8b9389ff8\">\u201eEines noch, Salghi\u00e1ra. Du solltest darauf vorbereitet sein, dass du dich im Ciel\u00e1stel sehr unwohl f\u00fchlen wirst.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"a7bc512ece8c2237380f36f7836a09a5\">\u201eWieso?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"d2f10b49b27a3f64833ffd2898677f55\">\u201eWeil sie an jeder Ecke irgendwelchen Kram aus Gold stehen haben. Es ist nicht schlimm, solange du nichts mit blo\u00dfer Haut ber\u00fchrst. Aber die schiere Menge k\u00f6nnte deine <em>maghiscal<\/em> einschn\u00fcren. Egal was passiert \u2013 wenn es sich irgendwie vermeiden l\u00e4sst, solltest du im Ciel\u00e1stel nicht zaubern. Abgesehen davon, dass es \u00e4u\u00dferst unh\u00f6flich w\u00e4re, k\u00f6nntest du dich dabei selbst verletzen, wenn deine Magie irgendwo abprallt.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"beec4b4b869371f87b6a31889fccf9c3\">\u201eAlles klar&#8221;, murmelte ich. \u201eNicht zaubern.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"76b2cbd53e22de8ecc638d53a1d1c312\">\u201eBist du bereit?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c108022b0e9882669c6231fc89952e63\">Ich biss mir auf die Lippen und nickte.<\/p>\n<p data-p-id=\"d360f23a890cbda932a8abeefe84519f\">\u201eWir bringen die Sache in Ordnung&#8221;, sagte er sanft. \u201eDu musst dir keine Gedanken machen. Falls irgendetwas Unerwartetes passieren sollte, besch\u00fctze ich euch.&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"f98a1e2eec8b419971678857a155ff23\">Da stand er neben mir, so vertraut, aber nun zugleich so eindrucksvoll in seiner Entschlossenheit und seinem formellen Meistergewand. In der einen Hand ein kaputter Zauberstab, in der anderen ein abgegriffenes, schlenkerndes Kinderspielzeug, was seiner Autorit\u00e4t, seiner W\u00fcrde den Ernst nahm. Ob es einen bestimmten Grund hatte, warum er das Kuscheltier mitnehmen wollte? War es ein Gl\u00fccksbringer, ein Talisman?<\/p>\n<p data-p-id=\"1f0cb38a14c96890a8b887748ff06855\">\u201eDann los&#8221;, murmelte ich und wollte den Schl\u00fcssel gerade umdrehen, da schaute er irritiert zu Boden und neigte sich hinab. Ich z\u00f6gerte.<\/p>\n<p data-p-id=\"ee1e7604a8ce4ee6f36e87ff4ae608cd\">\u201eWarte. Einen Augenblick.&#8221; Er st\u00fctzte sich mit der Hand gegen die Wand und hob den Fu\u00df.<\/p>\n<p data-p-id=\"ebb1c310a4282b627b6f535e6a508f06\">\u201eWas machst du da?&#8221;<\/p>\n<p data-p-id=\"c2a8067ac0a01dd2538278f6d4402c9d\">Er blickte hoch. Ich schrak zur\u00fcck. Seine Augen glommen auf, von einer Sekunde zur anderen. Eine sehr heftige Emotion musste ihn durchfahren haben. Auf seinem Gesicht stand Best\u00fcrzung. Fast z\u00f6gerlich zog er sich den Schuh vom Fu\u00df, so vorsichtig, als bef\u00fcrchte er, es k\u00f6nne ihm etwas daraus entgegenkommen und ihn anspringen. Doch alles, was er heraussch\u00fcttelte, war ein kleines bisschen rieselnder Sand.<\/p>\n<\/div><div ><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/morgenkind-oder-die-grenzen-des-dunklen-band-2\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zur\u00fcck zum Buch<\/span><\/a><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2595","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02_morgenkind"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2595","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2595"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2595\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3828,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2595\/revisions\/3828"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2595"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2595"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sandra-bloh.de\/lamaga\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2595"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}